Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 74-75 (22.9.1926)
- Date
- 1926-09-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 535 ns Nr. 74/75 ו ab ו die e der fallen, teiger iundc; de itzlirii igent ksam cheha »lleric ngen bend■ leere; , dir 1011h Hotte Ische! rlitte! e In astein; Tel;sliilic 1 de ar e,< 1 vor cischc 1 ein 1 Te l de Ga/ iriick- Damit 1 der t aut aktik. trieb ithalt unbe- Nov.) , den 11un übernachneue fa. - wärts ippen edem .hier n.v 11.;ich den in ng loß mn \cn c n. *len .a&a» ( I in en* tat. die II g um rer, icn 111.1 en, I Iken- Aber Zug ischa gab kung rung Fuad?icheßen Jtadt ecke itenipen, auf brou alem jede leite. neist Sie etzte ritten isten!ückchen itete eine und ißter am inter tzten nber Ilern chen t/.ter dem, ener ging ecke Lon-;acht flieh den mdo etrat hielt Fuß, asse Franeher chicheiltet worden, war seine ■!••rem "־,®ten denen Glaubensbekenntnisse empfangen. Damit war die kurze Feierlichkeit zu Ende. Der britische Vormarsch war mit einer seltenen Geschwindigkeit erfolgt. Oft konnte die Verproviantierung nicht folgen. Die Soldaten mußten sich mit der Hälfte und dem Viertel der Ration begnügen. Manchmal blieb Mann und Roß ganz ohne Nahrung und Wasser. Eine Ruhepause war notwendig. Auch hatte der schwere Regen die Straßen unbrauchbar gemacht. Bahn und Brücken waren zerstört. — Dazu galt es, die Verwaltung der besetzten Gebiete zu regeln. Zuerst wurde nun die alte römische Wasserleitung wieder hergestellt, in sechs Wochen war auch die Bahn wieder im Betrieb. Die nächsten Monate vergingen ohne wichtige Ereignisse. Am 21. Februar wurde Jericho besetzt, von hier aus erfolgten einige Vorstöße nach Transjordanien. Die deutsche Offensive im Frühjahr 1918 zwang Ailenby einen Teil seiner Truppen abzugeben, die durch indische," meist ungeschulte 1 nippen ersetzt wurden. Diese mußten erst ausgebiidet werden. So verstrich auch der Sommer ruhig. V. Die Türken hatten damals eine Stellung inne, die sich von Apollonia längs des Wadi Kana zum Jordan erstreckte. Im September hielt Ailenby den Augenblick für den Entscheidungsschlag gekommen! Am 19. September setzte überraschend für den Gegner der Angriff aut der ganzen Linie von der Meeresküste bis zum Jordan ein. Nach viertägigem Ringen war der türkische Widerstand auf der ganzen Linie gebrochen. Der Rückzug artete in eine ungeordnete Flucht aus. Britische Kavallerie brach durch und stand schon am 20. bei Afule im Rücken der zurückflutenden Massen. Viele Türken ergaben sich freiwillig, andere wurden nach kurzem Widerstande gefangengenommen. Am 24., fünf Tage nach Beginn der Schlacht, waren von der 7. und 8. türkischen Armee nur mehr kümmerliche Ueberreste vorhanden, die sich mühsam einen Weg nach dem Norden suchten. Nazareth und Haifa wurden von Afuie aus besetzt. Britische Kavallerie bemächtigte sich der Jordanbrücke bei Beisan; von hier aus wurde einerseits Semach uitd Tiberias am 23. besetzt, anderseits Berührung mit den verbündeten arabischen Streitkräften gewonnen, die indes Deraa eingenommen hatten. Damit dehnte rieh die britische Front von der Küste bis zur Hcdschasbahn. Nun hielt das britische Heer in der Ebene Jesreei. jetzt fühlte Ailenby den Besitz von Palästina gesichert. Nach dem hebräischen Namen seines Standortes Ar Mageddon wählte er sich das Prädikat aus, das den Lohn seiner Leistung darstellen sollte. Aber noch ruhte Ailenby nicht. Er faßte den in der modernen Kriegsgeschichte einzig dastehenden Plan, Kavalferie allein eine 170 km lange Strecke vorzutreiben, um sich Darry.a•׳׳‘: durch einen Handstreich zu sichern. Am 26. Scp- ,״ki'h die Reiterei auf; am 1. Oktober traf sie vor in“״ Stadt ein• Angesichts der Briten erhob sich f i;, Ä׳״fn!,hi־«», ״fvSÄ™ S?“ Ä". Körper zugeteilt wurde“. Der gleic^ be«et׳ ’ anderer Stelle in folgende Worte gekleiorPf»- 000 Mann niederfahren zur Erde und sich in einen L AlasKihinepgev ehre Name Elijahu ist. Und in demselben Leib steigen und seines Leibes entkleidet werden, e!' im Sturme bleiben und ein anderer Körper aus hi; Licht soll ihm zuteil werden, auf daß er unter den weile. Und wenn er wieder U.-dt -steigt, hüllt er den Leib, der in dieser Welt zuriickbleibt, und in Leibe offenbart er sich hienieden, allein in einer 4©rf»׳isrhüllc ' erscheint .er in den Him1nelsb*hen. , der geheime Sinn des Schriftwortes: Wer stc empor und steigt wieder herab? (Spr. 30, 4). einen Menschen außer Elijahu gegeben, d, Himmel emporstieg und hernach wiede kam“1 . .(׳( t," Char.och hat die Erdemvelt und Elauran stecken verlassen und ist ein Engel, ein 1(״a0en scheinen die stichworden; Elia aber blieb an jf.ie.J^g der Freiheit der Drusen- Israels Geschicke mitL ü'urch den französischen Kommandanten dieser •־,y''i׳.׳'t1.:'i arabische Politik in Syrien. Die Drusen, die in der türkischen Zeit eine fast unbegrenzte Autonomie genossen, konnten sich dein unvorsichtigen Benehmen Gamiins nicht leicht fügen. Oie drusische Gesandt- Schaft, die zu dem früheren Oberkommissar Syriens, Sarail, nach Beyruth kam, mit der Bitte, Gamlin möge durch einen anderen Kommandanten ersetzt werden, wurde sogar mit Drohungen und Beleidigungen zurückgewiesen. Wie sich bald herausstellte, wurden die Drusen von arabischen Politikern, die die Aufregung des drusischen Volkes ausnützten, zum Aufstande aufgestachelt. Die Drusen glaubten wirklich, die Vorboten eines allgemein-syrischen Aufstandes zu sein, denn sie bauten auf die feindliche Gesinnung der Araber gegen Frankreich, die seit der Entthronung Faisals gewachsen war. Mögen nun die Drusen Opfer ihrer eigenen oder der syrisch-arabischen, nicht durchdachten und unreifen Politik sein, eines bleibt doch bei diesem Aufstande fast rätselhaft: der Aufstand selbst. Denn Tatsache ist cs: das drusische Volk im Hauran, das gegen die französische Macht kämpft, zählt nicht mehr als 60 000 Seelen! (Im allgemeinen gibt es 120 000 Drusen; 9000 leben in Palästina, auf dem Karmel und in den anderen Gebirgen, die die Akkabucht umgeben; etwa 51)000 Drusen leben im Libanon. Von den Drusen im Libanon können nur diejenigen, die in der Umgebung des Hermonberges wohnen, an dem Aufstande teilnehmen. Die anderen siedeln unter einer zu starken, der französischen Macht ergebenen christlichen Bevölkerung, und zu nahe von Beyruth.) Ein Volk von 60 000 bis 80 000 Seelen, sehr primitiv, wagt gegen eine Weltmacht zu kämpfen! Trotz der Unterstützung der Araber blieb dieser Aufstand bis zuletzt fast rein drusisch, denn die vereinzelten Aufstandsversuche der national noch unreifen Araber waren im Verhältnis zu dem des kleinen Drusenvolkes unwesentlich. * Trotz des Versagens der arabischen Bevölkerung Syriens, trotz der Vernichtung mehrerer drusischer Dörfer, trotz der hoffnungslosen Ergebnisse ihres Kämpfens dauert ihr Aufstand schon ein ganzes Jahr. Gamlin glaubte in ein bis zwei Monaten mit den Drusen fertig zu werden, ihr Land ״Djebel-Drus“ zu erobern und sie zur ״Ruhe“ zu zwingen. Statt dessen aber geschah bald das Gegenteil: die französisehen Truppen mußten sich aus dem Drusengebiete zurückziehen. Man brauchte kein scharfsinniger Politiker zu sein, um einzusehen, daß die Drusen schließlich unterliegen werden, und dasselbe mußten sie sich selbst sagen; und doch legte dieses rasende und mutige Volk die Waffen nicht nieder. Mögen die Gründe, die sie zuin Aufstande bewogen haben, noch so triftig gewesen sein, in dem Wesen dieses Volkes muß doch außerdem noch etwas Besonderes stecken, das sie zum erbitterten, scheinbar sinnlosen Kampfe trieb. Woher dieser Wagemut, woher diese Kampflust, diese Aufopferung der Drusen, die uns an die Kämpfe unserer Väter gegen die Griechen und Römer in Palästina erinnert? Eine Betrachtung des Wesens dieses Volkes und ein Blick in seine Vergangenheit kann zum Verständnis der Btzigen Ereignisse 1m Hauran und in der Umgebung des ermon viel beitragen« '% ,Wesent- Schilderung interessanten Wer sind die Drusen? Ursprünglich kein Volk, sondern eine geheime Sekte in der Umgebung des Hermon. Von den vielen Hypothesen über ihre Herkunft bleibt am wahrscheinliebsten diejenige, die sie als Abkömmlinge eines Gemisches von ursyrischcr (z. B. aramäischer) und arabischer Bevölkcrung des Libanon erklärt. Sie unterscheiden sich äußerlich von den anderen Einwohnern Palästinas und Syriens durch ihre Volkstracht wie durch Tracht der Gelehrten ihrer geheimen Religion, die an ihrem schneeweißen Turban, den sie als Symbol ihrer makellosen Seele tragen, und an ihren halblangen Bärten erkannt werden. Die Frauen, allgemein als wohlgestaltet und schön gerühmt, tragen eine weiße Kopfbedeckung mit schwarzer Stirnhaube. Die Drusen fallen durch ihren stark gebauten Körper und die schönen Gesichtszüge auf. Außer durch ihre geheime Religion unterscheiden sich die Drusen von der übrigen arabischen Bevölkerung Palästinas und Syriens durch einige soziale Grundsätze: Erdarbeit und Selbstarbeit ist heilige Pflicht; der Druse soll sein Brot durch eigene Arbeit verdienen, der Handel ist mißachtet, Knecht- Schaft ausgeschlossen, Luxus verboten (bei Männern und bei Frauen); gegenseitige Hilfe und Treue sind die zwei ersten der sieben Gebote ihrer Religion, und daher auch ihres sozialen Lebens. ״Nie soll ein Druse bei einem Nichtdrusen Hilfe suchen, denn er soll sie unter seinen Brüdern (sie nennen sich ,Ihwan-Brüder‘) finden“ — heißt es in den Satzungen ihres Religiongründers. Unter den Drusen dürfen sich keine Bettler befinden und sind wahrscheinlich nicht vorhanden, denn jeder Druse hat sein Stück Boden, das er bebaut. Die Gelehrten werden nie von der Gemeinde unterhalten; wie das Volk, so müssen auch sie sich ihr Brot durch eigene Feldarbeit verdienen. Nie soll ein Gelehrter am Tische eines Beamten, eines Kaufmannes oder irgendeinen, der sein Geld nicht auf ״ehrliche Weise“ erworben hat, essen. Die Stellung der drusischen Frau im sozialen und Familienleben überragt die Stellung der Frauen im ganzen Orient. Die Frauen dürfen zu den Geheimnissen der Religion zugelassen werden und an den Mysterien teilnehmen. Der Druse darf nur eine Frau heiraten, kann sich aber unter großen Schwierigkeiten von ihr scheiden lassen. (Scheidung ist nur möglich, wenn die Frau unfruchtbar ist oder Ehebruch begangen hat.) Die Keuschheit der drusischen Frauen ist bekannt Der Unkeuschheit verdächtige Frauen werden von ihrem Vater, Bruder oder Gemahl getötet. Schonung der Frauen des Feindes im Kriege ist heiliges Gebot. Die Gastfreundschaft wird bei den Drusen ähnlich wie bei den Beduinen stark gepflegt. Was aber die Drusen hauptsächlich von den anderen arabischen Einwohnern unterscheidet, ist ihre geheime Re• ligion. Und die Religion ist es, die sie zu einem Volke mit stark ausgeprägter Eigenart ausgebildet, die ihr soziales und politisches Wesen beeinflußt, die sie zu einer starken, mutigen und kampflustigen Einheit geformt hat. Uebcr die drusische Religion sei nur nachstehendes angegeben: Die drusische Religion entstand am Anfang des 11. Jahrhunderts und ist wie bei allen anderen Religionen mit einer geschichtlichen Persönlichkeit verbunden, und zwar mit dem halbverrückten, fatimidisehen Kalifen Hakim-biamr- Allah, der von 998 bis 1021 in Kairo regierte. Seine Apostel E d d a r a s i (der diesem Volke seinen Namen ״Drusen" verliehen hat) und Hanse, die ihn als Inkarnation Gottes (woran er selbst glaubte) erklärten, mußten aus Aegypten fliehen, und diese beiden verbreiteten am Fuße des Hermonberges unter der hatbheidnischen Bevölkerung die drusische Religion. Diese war ursprünglich eine Abzweigung gewisser Sekten des Si’itcntums im Islam, hat aber so viele und verschiedene Bruchstücke fremder Religionsphilosophien in sich aufgenommen, daß sie bald'hnit dem Islart nüehW mehr1 Gemeinsames hatte. Die drusische Religion hat eigentlich keine einheitliche philosophische Theorie, und als ein Konglomerat von Religionsbruchstücken bereitet sie den Forschern große Schwierigkeiten. In der drusischen Religion sind Elemente des Judentums, Christentums, des Islams mit allen seinen abgezweigten Sekten des Buddhismus, der Zoroasterreligicm und der tibetanisch eil Lamareligion sowie Bruchstücke hellinischer Philosophie, der Zauberlehre, Kosmologie, Astrologie, Zahlen- Spekulation 11. a. vorhanden. Da sie zur Zeit der Weltherrschaft des Islams entstand und Muhamed verachtete (Mtihamed ist die Verkörperung des Satans!), mußte diese Religion von Anfang an geheim gehalten werden, und in den Methoden der Verheimlichung viel ״Frcimaurerisches“ annehmen. Am wichtigsten für uns ist der Einfluß der Religion auf das Wesen dieses Volkes. Die Religion mußte und muß geheimgehalten werden, und hierfür sind zwei Bedingungen erforderlich: 1. komplizierte und vorsichtige Mittel und Methoden zur Verheimlichung der Religion, 2. politische Freiheit. Die erste Bedingung wußten die Drusen in wunderbarer Weise zu schaffen. Tatsache ist, daß trotz neunhundertjährigen Zusammenlebens der Drusen mit ihren vielen Nachbarn, die drusische Religion den Nichtdrusen bis heute so gut wie vollkommen unbekannt geblieben ist. Was die Einwohner über die Religion der Drusen erzählen, ist reine Phantasieerfindung, und daher auch, was die Reisenden mehrmals von diesem Volke in ihren Büchern berichten, falsch. Die drusische Religion kann teilweise nur aus den einzelnen Hand- Schriften, die dank der Kämpfe zwischen den Drusen und den Christen im Libanon zufälligerweise gefunden und in die Bibliotheken Europas geschafft wurden, erforscht werden. Von den komplizierten und merkwürdigen, zur Geheimhaltung der Religion angewandten Methoden sollen hier nur einige Erwähnung finden: 1. die Geheimhaltung der Religion vor der breiten Masse des drusischen Volkes selbst. Der einfache Druse kennt seine eigene Religion nicht, denn sie wird nur einer kleinen auserwählten Anzahl Von zuverlässigen Leuten anvertraut. 2. Dem Drusen ist anbefohlen, seine eigene Religion bei jeder Gelegenheit zu verleugnen und sich äußerlich zu der herrschenden Religion zu bekennen. In der Geschichte der Drusen lassen sich Fälle aufzeigen, in denen sich die Drusen auf einmal und in großer Zahl zum Christentum oder zum Islam bekehrten, um von diesen Religionen wieder abzufallen, wenn die politisch ungünstige Lage vorüber war. Als es der Türkei gelungen war, im Jahre 1839 ihre Herrschaft in Hauran zu befestigen, und türkische Beamte die Drusen in ihren Religionsversammlungen zu stören versuchten, da beeilten sich die Drusen in ihrer Hauptburg S w e i d a eine Moschee zu errichten, um scheinbar den islamischen Gottesdienst einzuführen. Jede Beschränkung ihrer Freiheit, jede ungünstige Aenderung ihrer politisehen Lage bedeutet eine Gefahr für ihre Religion und also auch für ihre Existenz überhaupt. Die zwei ersten Gebote ihrer Religion (gegenseitige Hilfe und Treue) sind hauptsächlich soziale Gebote (die Drusen haben keine rituellen Gebote, wie z. B. Fasten, Beten usw.), und zeigen ganz deutlich, wie diese Religion auf einträchtiges, diszipliniertes Zusammenleben gestellt ist. ״Schützet einer den anderen“ — befiehlt der Refigionsbegründer Hamse — ״dadurch wird eure Religion geschützt und erhalten“. ״Keiner unter euch soll ohne Waffen ausgehen, und wenn er keine hat, so soll er wenigstens sein Schlachtmesser mitneiimen.“ Die Erkenntnis der Notwendigkeit gegenseitiger und die Mißachtung fremder Hilfe, das Leben auf den Höhen des Libanons, der Glaube, daß die Seele eines im Kriege GefaUenen sich sofort In China in einem neugeborenen Drusen verkörpere, um am jüngsten Tag ein Soldat im Heere ihres Messias zu werden — das alles hat die Drusen zu einem selbstbewußten, tapferen und kampflustigen Volke gemacht, das immer um seine Freiheit gekämpft hat. Politik ist ein organischer Teil der Religion. Wie die Geheimnisse der Religion, so werden auch die Geheimnisse der Politik nur den Gelehrten anvertraut. Jeden Freitagabend (auch in Friedenszeiten) wird im Gotteshause nach den rein religiösen Handlungen auch über rein politische Fragen amfiihrüch gesprochen. Einige der Hauptheiligtümer der Drusen im Hauran und im Libanon sind auch politische Hochburgen dieses Volkes. * Aus der Geschichte der Drusen erialuen wir, daß sie, obwohl formell von der Türkei abhängig, doch fast immer ungestört und frei lebten und ihre Autonomie und Feudalregiertmg ausüben konnten. Trotzdem sie unter der Christlieben Bevölkerung des Libanons die Minderheit waren, blieben sie doch immer die herrschende Schicht in diesem Lande. Die Versuche der M/uoniten (die christliche Bevölke* rung Libanons, die noch in' der altsyrischen Sprache betet) sich von der Herrschaft der Drusen zu befreien, wurden wiederholt von den Drusen in schrecklichen Niedermetzehingen erstickt. Das letzte und schrecklichste Massaker der Christen im Libanon war im Jahre 1860 und forderte 14 000 Opfer im Libanon und 6000 in Damaskus (diese wurden von den Mohamedancrn niedergemetzelt). An diesen Unruhen im Libanon nahm in nennenswerter Weise auch Frankreich Anteil. Frankreich, das schon seit mehr als 100 Jahren die Eroberung Syriens anstrebte, er• reichte endlich sein Ziel auf zwei Wegen: 1. durch Mission und Kulturarbeit im Libanon (Kirchen- und Schulerrichtung sowohl in den Städten als auch in den Dörfern), 2. durch olitische Arbeit. Seit langem begaben sich französische olitiker oder Abenteuerer nach Syrien, um die Maroniten gegen die Drusen aufzuhetzen, und versprachen ihnen französische Hilfe. Durch diese Unruhen im Libanon glaubte Frankreich Syrien mehr und mehr unter seinem Protektorat zu bringen. Frankreich machte die Ereignisse im Libanon zu einem wichtigen Problem in der Politik Euronas und erhob immer wieder gegen die türkische Regierung wegen ihrer ungenügenden Maßnahmen in Syrien Vorwiu ,c. Als sich die letzten Niedermetzelungeii im Jahre 1860 ereigneten, ließ Frankreich sogar 10 000 französische Soldaten in Beyruth landen, um den Unruhen im Libanon seihst ein Ende zu machen, und dadurch selbstverständlich in diesem Lande festen Fuß zu fassen. Sobald die Türkei die Gefahr des französischen Eingreifens einsah, beeilte sie sich, die Unruhen zu unterbinden, und machte der Freiheit der Drusen ein Ende. Die Vernichtung der Freiheit der Drusen im Libanon trieb viele ihrer Familien dazu, nach dem Hauran zu wandern, um dort eine neue Heimat zu suchen. In den hohen vulkanischen Gebirgen des Haurans fanden sie Zuflucht, verjagten die dort nomadisierenden Beduinen und besserten viele Gebäude aus der Römerzeit aus. Sie fanden auf dem außerordenttich fruchtbaren Boden dieser Gebirge eine gute Existenzmöglichkeit und konnten sogar bald ihr soziales und politisches Leben nach dem Vorbild der früheren Feudal- Verfassung im Libanon neu begründen. Die Türkei versuchte zwar auf dieses neu auflebende Gebiet ihre Hand zu legen, fand aber immer großen Widerstand. Wenn es ihr auch gelang, die Drusen für kurze Zeit zu unterdrücken, so brachen die Aufstände immer neu aus, und die türkischen Truppen mußten sich aus dem Hauran zurückziehen. Nach dem letzten Aufstande im Jahre 1909 «ah sich die Türkei gezwungen* diesen» Volke Bitter ewissen Bedingungen Frelneit zu gewähren. Sie sah ein, aß man gerade die Drusen als Faktor gegenüber der christlichen, von Frankreich beeinflußten und unterstützten Bevölkerung und als Werkzeug gegen die Beduinen der syrischarabischen Wüste, die das Kutturland gefährden, benutzen könne und daß die Drusen durch ihre fleißige Arbeit in der Kornkammer Syriens (so wird der Hauran genannt), den Handel in Damaskus und Syrien stark fördern. Nun haben die Drusen versucht, nicht gegen eine schwache Regierung wie die der Türkei, sondern gegen Frankreich anzukämpfen. Die Eroberung des Haurans ist gewiß keine leichte Aufgabe. Weder angelegte Wege noch Quellwasser sind in diesem hohen Gebirge vorhanden. Nicht leicht ist auch die Eroberung des 40 qkm großen, zwischen der Damaskusebene und dem Drusengebirge liegenden verwitterten und unzulänglichen Lavaplateau von Argow (Trachonites). Dort kennen nur die Drusen die Wege und Schlupf- Winkel, in die mau sich zurückzichen kann. Wie es scheint, werden die Drusen schwer unter den Folgen des Aufstandes zu tragen haben; aber aus unseren Ausführungen vom Wesen und der Vergangenheit dieses Volkes läßt sich eins als sicher schließen: Frankreich muß diesem freiheitliebenden Volke gewisse Freiheiten gewähren und eine mildere und entgegenkommendere Politik trefben, denn sonst wird cs unaufhörlich und wiederholt von ihm beunruhigt und gestört werden. Der Historiker, der die Geschichte dieses Aufstandes schreiben wird, wird nicht nur die objektiven Ursachen und Gründe, sondern auch die Psychologie, das Wesen und die Vergangenheit der Drusen zur Klärung der Frage heranziehen müssen. Nur so wird er ein treues und richtiges Bild von diesem Aufstande, der uns an die Kämpfe unserer Väter gegen die Römer erinnert, geben können. Das Grab von Heinrich Heines Großmutter. Der älteste jüdische Friedhof Düsseldorfs hat in der Gegend der heutigen Kasernenstraße gelegen. Er hat bis ungefähr zum Jahre 1788 seinen Zwecken gedient. Damals wurde der jüdischen Gemeinde ein neuer Begräbnisplatz von der Kurfürstlichen Bergischen Hofkammer unentgeltlich angewiesen. Von dem alten Friedhof, der in das damalige Festungsgebiet nachgerade einbezogen wurde, durften die exhumierten Gebeine und die Grabsteine auf den neuen Friedhot übergeführt werden. Das geschah aber nicht bei allen, weit die Bebauung des neuen Kasernenteiles sehr rasche Fortschritte machte. Ein Teil der Gräber liegt noch heute unter der Straße. Als im Jahre 1884 auf der Kasernenstraße KanalisaticmSarbeitcii ausgeführt wu'den, konnte die Grabstätte von Heinrich Heines O! ßmutter, der Frau Direktor van Geldern, geo. Bock, ausfindig gemacht und nach dem neuen Friedhofe verbracht werden. Daß gerade einem Mitgiiede der Familie van Geldern ein solches Mißgeschick hatte widerfahren können, spricht für das unerwartet rasche Fortschreiten der Bebauung des alten Friedhofes. Gerade dieser Familie hafte die jüdische Gemeinde viel zu verdanken gehabt, im Jahre 1712 hatte der Hofkammcragent van Geleiern der Gemeinde sogar neben seinem ncucrrichtetcii Hause an der Neußcr Straße die erste Synagoge erbaut. Kurfürst Johann Wilhelm hatte — die urkunde ist noch erhalten — dem Ersuchen des ״Hofkammer-Agenten Joseph Jacobes Van Geldern“ zum Bau ״dergleichen Schul! gyst statt gegeben“. Dieses Geldernsche Haus ging später in den Besitz des katholischen Hubertusstiites über una in den Räumen des früheren israelitischen Tempels fanden dann Arme und Kranke Düsseldorfs Aufnahme und Pflege.