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Jüdische Rundschau · 1926-09-22 · Heft 74-75 (22.9.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 74-75 (22.9.1926)
Date
1926-09-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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75 Nr. 74/75 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 533 rhäftsischen t, auf u. a. haben ehabt. eil an ignen, curzen lg ist utncn- Manendete mpo; wie;ation, 11 für 1a un- -inaii- ״daß äeißig 1 eine 1 von dcter, hoher sehr ■meinu er- )ieses , den nmelt t das »h e s ästina ästina des ufbau :engt, Der iercn, :h in klung t für >bend , der Oes k y der olitik 1s in sich nden k in kann eben rden. phen V v/jfiut <e in f en* hat. : die 11 n ״ tvum hrer, brien fand rren, mat- Wise ichie tourillen. chen den lufber sein!tars, nble. i so Re- :htes wir Tunst rung rsten zend isere :rden eben nzen isere erem den >wno <unft Meer veriben. frohierlei iben. titigc sein, iden-!urch mgsmme Literatur ״Bl att Gestalten ans der indischen Mystik . 11. Elia. Von Dr. S. A. Horodezky. ״Chanoch und Elijahu sind Träger des gleichen Oe- -ehicks“, sagt der bekannte Kabbalist R. Mose Cordovero1). In der Tat ist Elia gleich wie Chanoch lebend in den Himmel entrückt worden, nachdem er Großes auf Erden gewirkt und hier für Oottcs Sache geeifert hatte. Gleichwohl besteht ein großer, grundlegender Unterschied zwischen diesen beiden mythischen Gestalten — sowohl nach der Schilderung, die die Bibel von ihrem irdischen Leben und ihrer Himmelfahrt entwirft, als auch nach der Darstellung der späteren jüdischen Legende. Die irdische Wirksamkeit Chanachs übergeht die Bibel mit Stillschweigen; in gedrängter Kürze streift sie seinen Lebenslauf. Anders verfährt die Schrift mit Elia. Ucber ihn erfahren wir mannigfache Einzelheiten. Vom Anbeginn seines Auftretens erscheint er uns als ein Oottesmann und Wundertäten nach seinem freien Ermessen läßt er Regen fallen und hält den Regen zurück; er läßt Tote auferstehen und bringt Feuer vom Himmel herab; gelabt durch einen Kohlenkuchen und einen Krug Wasser, die ein Engel ihm gereicht hatte, wanderte er vierzig Tage und vierzig Nächte durch die Wüste bis zum göttlichen Berge Choreb, wo Gott sich ihm ״im Säuseln einer sanften Stimme“ offenbarte. Das ganze Volk gleichsam richtete mit jener Frau aus Sarepta, deren Sohn er ins Leben zurückgerufen hatte, die Worte an ihn: ״Du hist ein göttlicher Mann, und Gottes Wort in deinem Munde ist wahrhaft“ (I. Kön. Kap. 17, 18, 19). Auch an dem wunderbarsten Geschehen im Leben der beiden biblischen Männer, an ihrer Himmelfahrt, ist der große Unterschied zwischen Chanoch und Elia deutlich er-' kennbar. Ueber den himmlischen Aufstieg Chanochs sind in der Bibel bloß einige spärliche Worte enthalten: ״Und es wandelte Chanoch mit Gott, und er war nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweggenommen“ (Gen. 524). Dieses Emporgehobenwerden zu Gott ist keineswegs eindeutig bestimmt; die Stelle kann nach ihrem einfachen Wortlaut auch ln dem Sinne gedeutet werden, daß Chanoch eines natürlichen Todes gleich allen Menschen starb. Ganz anders heißt es hei Elia klar und unmißverständlich: ״Und siehe da, ein feuriger Wagen und feurige Rosse .... Und Elijahu fuhr im Sturme gen Himmel empor“ (II. Kön. 2. 11). , Die nachbiblische jüdische Legende, die sich mit beiden Gestallten Ycbcvoll beschäftigt, hebt den Unterschied zwischen Chanoch urfd Elia auch, nach ihrer Himmelfahrt und ihrer Verwandlung in ׳Himmlische Wesen noch stärker hervor. Allerdings ״wohnte ihrem Wesen auch in ihrer Körperlichkeit etwas Engelhaftes inne“; allein ״Ch&r.tch wurde in Wirklichkeit in eine Feuerfackel verwandelt, währead dem Elia ein ariderer Körper zugeteilt wurde“. Der gleiche Gedanke wird an anderer Stelle in folgende Worte gekleidet: ״Ein Geist wird niederfahren zur Erde und sich in einen leib hüllen, dessen Name Elijahu ist. Und in demselben Leib wird er emporsteigen und seines Leibes entkleidet werden, er aber soll im Sturme bleiben und ein anderer Körper aus himmlischen Licht soll ihm zuteil werden, auf daß er unter den Engeln weile. Und wenn er wieder nLxicrsteigt, hüllt er sich in den Leib, der in dieser Welt zurückbleibt, und in diesem Leibe offenbart er ־ich hienieden, allem in einer anderen iCörft-riiüüe 1 erscheint ■er in den' HimmelslÄra, Dies■׳ ist der geheime Sinn des Schriftwortes: Wer steigt zum Himmel empor und steigt wieder herab? (Spr. 30, 4). Es hat niemals einen Menschen außer Elijahu gegeben, dessen Geist zum Himmel emporstieg und hernach wiedzr zur Erde herabkam“-). Chanoch hat die Erdenwclt und die Menschen für immer verlassen und ist ein Engel, ein Engelsfürst, Metatrou, geworden; Elia aber blieb an zli? .Erde, an Israel gebunden, und Israels Geschicke iw!• mannigfache Erlebnisse erscheinen mit dieser ״rsbmttui’svollen Gestalt unlöslich verknüpft. Elia wurde Sei seiner Himmelfahrt nicht völlig sublimiert, nach Art der Engel verklärt und vergeistigt; noch ist ihm seine leibliche Hülle geblieben, in der er hienieden gelebt und von der er sich bei seiner Himmelfahrt im Sturme losgelöst hat. Dieser Leib ist es, der ihn mit den Menschen verbindet; mit ihm umkleidet er sich wieder, so oft er herabsteigt, um sich den Menschen zu offenbaren. Freilich war diese seine Körperhülle niemals ganz irdischer Natur, niemals reiner Menschenleib. ״Weil er (Elia) ganz aus dem Baume des Lebens hervorging und nicht aus Staub gebildet ward, darum wurde er in Himmelshöhen emporgehoben und starb nicht nach Art der Erden bewohn er.“ Gleichwohl ist Elia jedoch kein eingeistiges Wesen wie Chanoch, der ״ganz im Feuer aufging“. Wohl wurde er in einen ״heiligen Engel“ umgewandelt, und manche setzten ihn dem Engel Sandalfon gleich, allein _ er nimmt zuweilen auch körperliche Gestalt a!1 und ״vollzieht göttliche Aufträge in dieser Welt. Es ist bezeugt, daß die Wunder, die der Heilige, gelobt sei et, in dieser Welt übt, durch ihn vollbracht werden“5). Chanoch wurde nach seiner Himmelfahrt ein Engelsfürst an der Seite des Allerhöchsten; er verrichtet Dienst vor dem göttlichen Thron und ״windet seinem Schöpfer Kronen“. Auch sein irdischer Name wurde geändert und es wurden ihm siebzig neue Namen beigelegt, von denen der Name Matairon der bekannteste ist. Er erreichte eine überaus hohe Stufe, und nur den allerwenigsten, erlesensten Endensöhnen ist sein Wesen bekannt. Elia aber steht ungeachtet seines Aufstiegs in himmlischen Höhen noch mit der Erdenweit in Berührung; er ist der Liebling des jüdischen Volkes, und sein Name ist bis auf den heutigen Tag in aller jüdischen Menschen Munde. Er begleitet Israel auf seinem langen Leidenswege von Ort zu Ort, von einem Lande der Verbannung ins andere, und nimmt an seinen menschlichen Geschicken, an seinen Freuden und Leiden, persönlichen Anteil. Die jüdische Mystik macht Elia zum Träger mystischer Gedanken. Mose de Leon sagt, Elia sei einer der Engel gewesen, die im göttlichen Rate der Erschaffung des Menscheu zustimmten, und er legt ihm folgende Worte in den Mund: ״Herr der Welt, dir ists wohlgefällig (den Menschen zu erschaffen), wie sollte mirs nicht recht sein! Wenn es dir erwünscht ist, will ich hinabsteigen und in seinen Dienst treten.“ Da sprach der Heilige, gelobt sei er: Fortan soll Dein Name nicht inehr Soundso, sondern anders lauten. Trotzdem stieg er zu jener Zeit nicht herab, sondern erst lange nachher und brachte der Welt den Glauben bei, daß Gott der Weitenherr ist*). Nach dieser Ansicht war also Elia ursprünglich ein Engel, der nachher menschliche Gestalt angenommen hat und sich von neuem in einen Engel verwandelte. Wenn auch diese *) Pardes, Schaar Ha-Heehaloth 13. *) Sohar II, 197a; Pardes, Pforte 21. Kap. 13; Jalkut Reubeni 27, 28. s) Sohar 1 '209; Pardes Pforte 24, 14. *) Pardes Pforte 24. 14. Meinung nicht allgemein geteilt wird, so bemühen sich doch verschiedene Mystiker, Elia in die graue Vorzeit zu ver* setzen. So heißt es an einer Stelle im Talmud, daß die Höhle, in der sich Gott dem Eila offenbarte, in den sechs Schöpfungstagen erschaffen wurde und ihre besondere Zweckbestimrming erhielt. Aus dem Fell des Widders, den Ahraham an Stelle seines Sohnes Isak opferte, soll der Gürtel Elias bestanden haben. Ja, der Genius Elias soll bei der versuchten Opferung Fsaks zugegen gewesen sein, ״und er war es, der dem Priester, nämlich dem Abrahain, den im Gebüsch an seinen Hörnern testgehaltenen Widder zuführte; darum hat die Thora bestimmt: Das Fell des Ganzopfertieres sei Eigentum des darbringenden Priesters“. Andere sagen, Elia sei mit Pinchas, dem Sohne Eleasars, dem Enkel Ahrons, identisch8). Und gleichwie die jüdische Mystik bestrebt ist, das Leben Elias in die Vorzeit hinaufzurücken. so ist sie auch hemiiht, seine Fortexistenz und Unvergänglichkeit hervorzuheben. ״Elia lebt noch heute“; ״Elia ist uns entrückt worden und wird nicht wiedererscheinen bis zur Ankunft des Königs Messias, dann entschwindet er aufs neue und offenbart sich erst bei den Kämpfen Gogs und Magogs. Gegenwärtig verzeichnet er die Handlungen aller menschlichen Geschlechter.“ Von Zeit zu Zeit steigt er zur Erde herab, schwebt einher wie ein Engel und gleitet durch den Weltenraum wie ein Vogel. Er offenbart sich manchen auserlesenen Frommen in verschiedenen Zeitaltern, und es ist für diese Visionen der charakteristische Ausdruck G i 1111 j Elijahu (Offenbarung Elias) geprägt worden15). Die jüdische Mystik־ will uns die hohe Heiligkeit Elias schon während seiner irdischen, menschlichen Existenz einprägen. Schon damals wandelte er in unserer Mitte, gleich einem Engel Gottes. Die Größe Elias gleicht derjenigen Moses. ״Du findest es bezeugt, daß Moses und Elia einander in allen Dingen gleichen.“ Wie Moses seinerzeit als Sendbote Gottes Israel erlöste, so ״wird Elia dereinst im Aufträge des Allerhöchsten Israel die Erlösung bringen“. ״W er stieg zum Himmel empor und stieg wieder herab? (Spr. 33, 4) — damit ist Moses gemeint, der zu Gott emporgestiegen war. Wer sammelte Wind in seinen hohlen Händen? (ebenda) — dies bezieht sich auf Elia, der den regenbringenden Wind in Händen hielt.“ Elia war gleich Moses mit den geheimen Entschlüssen Gottes vertraut. Ihm blieb nichts verborgen. ״Denn Gott unternimmt nichts, er hätte denn seinen geheimen Ratschluß zuvor seinen Dienern, den Propheten, offenbart (Amos 3, 7) - damit ist Elia gemeint.“ Ja, es werden ihm geradezu göttliche Kräfte zugeschrieben: Der Heilige, gelobt sei er, erweckt die Toten zum Leben — Eiia tat das gleiche. Der Heilige, gelobt sei er, hält den Regen zurück —• Eiia tat desgleichen. Der Heilige, gelobt sei er, vermehrt durch seinen Segen das wenige -- gleiches hat Elia vollbracht“ ״Der Heilige, gelobt sei er, läßt Feuer lierniederfahren ■ auch Elia brachte himmlisches Feuer auf seine Opfertiere herab.“ Noch mehr: zuweilen durchbricht er die göttliche Weltordnung: ״Der Heilige, gelobt sei er, hat den Winter als Jahreszeit des Regens erschaffen, den Sommer als die regenlose Jahreszeit. Da kam Elijahu und verwandelte den Winter in Sommer: So wahr Gott lebt, in diesen Jahren soll kein Tau und Regen fallen, es sei denn auf mein Geheiß“ (I Kön. 17, lp). Elia ist unsterblich. Und mannigfach sind die Aufgaben, die Ihm übertragen, sind im Himmel soiyfhf wie aijtf der, Erde. Im Himmel ist er Beschützer und Fürsprecher Israels.' Als die strafende Allmacht Vernichtung über Israel verhängte, weil er sich am Gastmahle des Bösewichts Achaschwerosch ergötzt hatte — ״in jener Stunde lief Elia gesegneten Andenkens voll Hast und Unruhe zu den Erzvätern und zu Moses ben Amram und rief ihnen zu: Wie lange, Väter der Welt, wollt ihr schlummern und des Unglücks nicht achten, in dem eure Kinder schweben?“ Und er wird zum Sendboten Moses an Mordechai, dem aufgetrageu wird, für das jüdische Volk zu beten. Auf der Erde finden wir ihn bei den verschicdcnsten Anlässen und in vielfältigster Gestalt. Zur Zeit der Belagerung Jerusalems sehen svir ihn ״die Runde machen zu den Verhungernden Jerusalems“; bei anderer Gelegenheit verkleidet er sich «nd ״tritt in der Gestalt Charbonas auf“ oder erscheint als ..vornehmer Regicrungsbeamtcr“, auch als Beduine, als Reitersmann, als ״feurigen Bär“, ja selbst als Buhlerin*)• Elia ist allezeit eng mit seinem Volke verknüpft, und vom ersten Augenblick an, da das jüdische Kind in den Bund des Stammvaters Abraham cintritt, trifft cs mit Elia zusammen: Elia ist der ״Engel des Bundes“. Gott hat ihm feierlich verheißen: ״So wahr du lebst, Israel wird kein Kind in den Bund der Beschncidung cinführcn, ohne daß du es siehst. Hieraus entspringt die Anordnung der Weisen, daß man bei Beschneidungsfeicrn dem Engel des Bundes einen Ehrensitz bereite.“ ״Beachte wohl: zuerst heißt es: Was suchst du hier, Elijahu? Und dann steht geschrieben: Ich habe für Gott geeifert, denn die Kinder Israels haben deinen Bund verlassen (I. Kön. 19). Da entgegnete ihm Gott: So wahr du lebst: an jeglichem Orte, wo meine Kinder jenes geheiligte Bundcszeichen ihrem Leibe aufprägen werden, sollst du anwesend sein. Und der Mund, der wider Israel Zeugnis ablegtc, daß es meinen Bund verlassen hätte, er soll bekunden, daß Israel diesen Bund getreulich beobachtet.“ ״Und der Vogel schwebe über der Erde (Gen. 1, 20) —’ damit ist Elia gemeint, der in vierfachem Flug über die Welt dahingleitef, um Zeuge zu sein jener Vollziehung des heiligen Bundes.“ Und wenn das achttägige Knäblein zur Ausübung der Bcsclineidungspflicht feierlich herbeigetragen wird, legt man es auf den ״Stuhl Elias“ und der Mohel spricht: Dies ist der Stuhl Elias gesegneten Andenkens. Eiia, Engel des Bundes, siehe, dajiast du das deinige. Tritt mir zur Rechten und stütze mich.“1•). Am Ausgange des Sabbats stimmt der fromme Jude dem Propheten Elia zu Ehren Lobgesänge an: ״Zum Ausgange des Ruhetages gewähre deinem Volke Befreiung. Sende den T i s c h b I (Elia) dem stöhnenden Volke, dann fliehen Kummer und Seut/.er. . . Zum Ausgange des Freudentages, o, du, der du Wundertätiger heißt, sende doch den Tischbi deinem auscrwähltcn Volke, zur Befreiung, zur Wonne und zur Aufrichtung.“ ״Laß neu erblühen meine Wonne, o Gott, und bringe Elia, den Propheten. . . . Sende eilig, zu erfreuen mein Herz, Elia, den Propheten ... Es komme •"׳) Pesachim 54a; Pirke di-Rabbi Eliescr 31; Falkut Schimeoni I 771; Menachen Asarja da Fano, Assara Maamaroth, Maamar Chikkur Din 19. 6) Baba Bathra 121; Moed Katan 26; Rcrachoth 4; Seder Olam 17; Midrasch Schocher Tob, Ps. 8. "׳) Pesikta Rabba 4; Jalkut Maehiri Spr. 30; Midrasch Samuel 14; Bereschith Rabba 77; Debarim Rabba 10; Falkut Schimeoni II. 209. s) Koheleth Rabbati 4; Esther Rabba 4 und 10; Sanhedrin 63; Aboda Sara 17 und 18; Berachoth 6; Sabbath 109; Baba Mezia 85. * s) Pirke di R. Elieser 29; Sohar I. 13 und 93. mein Gesalbter in die Stadt meines Wohnsitzes samt EKa, dem Propheten . . . Mächtig wird meine Wonne sein, wenn ich mich umgeben sehe von Elia, dem Propheten ... O, laß wohnen unter dem geliebten Volke Elia, den Propheten.“ ״Ich werde freudig jubeln in meinem Herzen, wenn ich sehe, daß du meine Rcchtssprache führst wider meinen Feind und nach Zion den Erlöser bringst, den Mann Z c m a c h läßt du aufsprießen, Elia, den Propheten und den König; Messias.“ ״Der Mann, der einst aus Himmelshöhen enfsmidt werden wird, der Mann, der mit allen guten Botschaften betraut ist, der treue Bote, ausgesandt, um die Herzen der Kinder mit den Vätern zu versöhnen — Elia, der Prophet, Elia der Tischbite, Elia, der Gileadite, recht bald komme er zu uns samt dem Messias, dem Sohne Davids.“ Aus alledem ist ersichtlich, wieviele frohe Holtnungen für seine Gegenwart und Zukunft das jüdische Volk an den Propheten Elia knüpft und wie innig Elia mit der künftigen messianisclicii Erlösung verbunden erscheint. Darin gleicht er Moses; beide erlösen Israel im besonderen Aufträge Gottes. ״Moses erlöste sie aus Aegypten . . . Elia wird ihnen dereinst Erlösung bringen . . . Moses erlöste sie zum ersten Male aus der ägyptischen Knechtschaft, und sie waren den Acgvpterii niemals mehr als dienstbar. Und wenn einst Elia sie aus der vierten Unterjochung befreien wird, werden sie niemals inehr fremdem Dienste unterworfen, sondern für für alle Zeiten erlöst sein“1«). ״Denn wohl haben alle Propheten in ihren Weissa״ungen das messianische Zeitalter verheißen, allein der große ״Verkünder der frohen Botschaft“ wird Elia sein.“ Er selbst wird sich am Ende der Tage offenbaren, um die herannahende Erlösung zu verkünden: ״Siehe, ich sende euch Elia, den Propheten, ehe der große und furchtbare Tag Gottes anbricht (Malcachi 321) — der Heilige, gelobt sei er, spricht zu Israel: 111 dieser Welt entsandte ich einst einen Engel, mn die Völker vor euch zu verjagen; in der zukünftigen Welt aber werde ich euch leiten und werde Elia vor euch herschickeu.“ Elia ist ausersehen, das Volk vorzubereiten, cs zur Reinheit und Heiligkeit aufzurttfen, damit es sich der Erlösung würdig erweise: ״Und er wird das Herz der Väter den Kindern zuwenden und das Herz der Kinder ihren Vätern“ (Maleachi 321). Er wird von einer Stad! zur anderen, von einem Ort zum anderen ziehen, und dem Volke die Botschaft von der herannahenden völligen Erlösung bringen: ״Elia kommt in die eine Stadt und entschwindet den Bewohnern der anderen, spricht mit einem Manne und entschwindet den Blicken seines Nächsten.“ Er erscheint ״und verkündet dem Volke Israel: Ich bin Elia“. Drei Tage vor dem Erscheinen des Messias ״besteigt Elia die Berge Erez-Israels, beweint und beklagt sie und ruft aus: Ach. ihr Berge Erez-Israels, wie lange werdet ihr noch wüst und öde dastehen? Sein Weheruf dringt von einem Ende der Welt zum anderen. Dann aber kündet er ihnen: Friede ist in die Welt eingekehrt.“ ״In jener Stunde führt der Heilige, gelobt sei er, Elia und den gerechten Davidssproß (den Messias) herbei, und das Gefäß mit den! heiligen Salböl und der Ahronsstab ist in ihrer Hand und ganz Israel schart sich um sie. Die Herrlichkeit Gottes schreitet ihnen voran, die Propheten gehen hinter ihnen her, die Thora befindet sich zu ihrer Rechten, die Engel zu ihrer Linken, und sie werden zum Thale Josaphat geführt, wo alle Völker sich versammeln“11). Elia ist der Künder der Erlösung und kennt allein das Mysterium d?r Erlösung. ״Ich rufe Himmel und Erde zu Zeugen an,“ spricht Elia, ״daß der Heüfge, gelobt sei er, des Volkes Israel harrt, sehnsüchtiger als ein Vater der Heimkehr seines Sohnes, die Gattin der Rückkehr ihres Gatten harrt — auf daß sie Buße tun und er sie erlöse und ihnen den heiligen Tempel wieder erbaue.“ Er weiß die Dauer dieser Welt auf sechstausend Jahre festzusetzen, hiervon zweitausend Jahre Chaos, zweitausend Jahre Thora und zweitausend Jahre messianisches Zeitalter . . . ״Und wie wir alle sieben Jahne ein Schemittajahr feiern, so wird der Heilige, gelobt sei er, der Welt einen Tag, nämlich tausend Jahre, als Schcmitta bestimmen“12). Elia wird sich zur Zeit der Erlösung dem gesamten Volke offenbaren. ״Manchem wird er von Angesicht zu Angesicht sichtbar werden, mancher aber wird ihn bloß im Verborgenen, mit dem Auge des Verstandes schauen.“ Einzelneit ausgezeichneten Frommen erscheint er jedoch zuweilen schon jetzt, vor der Ankunft des Messias. So pflegte er Rabbi Schimeon ben Jochai und dessen Sohn Rabbi Eleasar zweimal täglich zu besuchen, 11m sie in die Mysterien der Thora eiuzuweihen. Ebenso fand er sich häufig im Lehrhause Rabbis ein. Auch bei Rabbi Jchoschua bar Levi war er häufig zu Gaste und ganz besonders bei Rab Anati, den er das Buch ״Seder Elijahu“ lehrte. Noch viele andere Tannaitcu und Amoräcr wurden der ״Offenbarung Elias“ gewüdrigt. Einzelnen von ihnen erschien er. um ihnen Wohltaten zu erweisen. So erschien er am ,Eingänge der Höhle, in der sich Rabbi Schimeon bar Jochai und dessen Sohn verborgen hielten, und gab ihnen bekannt, daß der ihnen nachstehende römische Kaiser gestorben und sein Haftbefehl aufgehoben sei. Dem Eleasar ben Arach riet er den vergessenen Lehrstoff wieder in Erinnerung; dem Rabbi Elieser ben Hvrkanos erschien er und verhalf ihm zur Reise nach Jerusalem, um dort aus dem Munde Rabbi Jochanan heu Sakkais Thora ־zu lernen. Einzelne pflegen ihn über die Geschehnisse im Himmel zu befragen. So heißt es: Rabbi Nathan begegnete dem Propheten Elia. Da fragte er ihn: ״Womit beschäftigt sich der Heilige, gelobt sei er, in dieser Stunde?“ Das gleiche w׳ird von Rabbi bar Schela und von Rabbi Ebjathar erzählt. Andere erkundigten sich bei ihm nach dem Zeitpunkt der Erlösung: ״Rabbi Jehoschua bar Levi begegnete den Propheten Elia am Eingang der Höhle des Rabbi Schimeon bar Jochai . . . Da fragte er ihn: Wann wirst du, mein Herr, erscheinen?“ Elia kennt alle Geheimnisse und die Lösung aller schwierigen Fragen. Mit Bezug auf gesetzliche Zweifelsfälle, die nicht entschieden werden konnten, heißt es im Talmud: ״Der Gegenstand ruhe, bis Elia erscheint“, oder ״Diesen Gesetzesabschnitt w־i§l einst Elia richtig deuten“11). Aber nicht bloß im Zeitalter der Tannaitcu und Anioräer offenbarte sich Elia den Frommen, sondern ״in jedem Gcschlecht, in dem Elijahu fromme Männer fand, umarmte und küßte er sie und lobte und pries und erhob und verherrlichte und heiligte den Namen Gottes‘‘ (Elijahu Rabba 5). Die nacbtalmudisclie jüdische Legende bis auf das neuzcitliehe chassidische Schrifttum weiß mancherlei von den ״Offenbarungen Elias zu berichten, die verschiedenen Fm׳״ men in allen Zeitaltern zuteil geworden sind. *״) Jalkut Schimeoni 11. 209. יי) Midrasch Tanchuma zur Perikope Mischpatim; I'eri? ״ Rabba 35: Elijahu Zutta 21; Schir Zutta 62 und 87. 1-) Elijahu Rabba 2 und 31. >") Baba Mezia 29 und 83; Taamith 22; Sanhedrin 98, Kcthuboth 27: Chagiga 13; Sabbath 33; Gittin 7; Mcnachoth 45; Baba Bathra 94; Sohar Chndasch, Perikope Ki Thabho; Vorrede zu Ez Chajjim nach handschriftlichen Zu- Sätzen.

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