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Jüdische Rundschau · 1926-09-08 · Heft 70-71 (8.9.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 70-71 (8.9.1926)
Date
1926-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 504 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 70 7! Nr 70/' worfenen Frage mit den Erklärungen der Mandatarmacht, sie sei in dieser Richtung fortgesetzt bemüht, befriedigt erklärt. Die Regierung selbst aber hat in letzter Zeit wieder sondiert. Der Stellvertreter des Zivilsekretärs hat mit den Arabern verhandelt und die arabische Presse erörtert seit Wochen eingehend die Ergebnisse dieser Verhandlangen. Die Regierung stellt zwei Hauptbedingungen: Erstens Anerkennung des Mandates einschließlich der Balfour-Deklaration, zweitens Beschränkung der Kornpetenz des Parlamentes auf eine im wesentlichen zunächst beratende Funktion. Die Araber sind in ihrer Stellung dazu nicht einig und ihre Antwort scheint noch ( nicht verbindlich erfolgt m sein. Aber die Frage steht auf der Tagesordnung und auch der bevorstehende arabische Kongreß wird sich mit ihr beschäftigen. Und die Juden? In jüdischen Kreisen ist eine ernste Beziehung zu diesem Problem noch kaum vorhanden. Man macht auch hier wieder die schlechte Politik, die Vorgänge zu ignorieren. Und wenn einzelne Gruppen es für notwendig halten, der Entwicklung zuvorzukornmen und gewissenhalt zu prüfen, welche Form gefunden werden kann, um bei der früher oder später zu gewärtigenden Einrichtung einer Volksvertretung die jüdische Arbeitsmöglichkeit zu sichern, dann hält dies ein politisch geschulter Redner auf dem deutschen Delegiertcritag für einen Anlaß, über die Leute zu spotten, die ״gern ein arabisches Parlament sehen möchten“. Gewiß ist nichts leichter, als die öffentliche Meinung gegen solche Leute aufzubringen; aber wenn die Tatsachen, die wir ignorieren, ohne unsere Mitwirkung weiter gediehen sein werden, d. 11. wenn wir im entscheidenden Moment nicht einmal einen plausiblen Gegenvorschlag ztt machen haben werden, dann wird unsere Situation nicht verbessert werden. Wir halten daher eine ernste Prüfung dieses Problems für eine der wichtigen Aufgaben der zionistischen Politik in dieser Stunde, und können nur die Erwartung aussprechen, daß die zionistische Exekutive auf der Wacht steht. * Das zionistische Arbeitsjahr hat in Palästina noch nicht begonnen. Die Mitglieder der Exekutive sind von ihrem wohlverdienten Urlaub noch nicht zurückgekehrt. Herr Sokolow, der nach seiner erfolgreichen südafrikanischen Keren Hajessod-Campagne einige Wochen in Palästina Aufenthalt genommen hat, hat die Last der Situation zu tragen. Denn der palästinensische Alltag ist voll von Schwierigkeiten und Gefahren. Zu all der wirklichen Not, der gesteuert werden muß, gesellt sich noch eine künstlich entfachte Unruhe, die von bolschewistischer Seite in deii Reihen der Arbeitslosen erzeugt wird. Die ״Times“ sogar hat kürzlich von den Demonstrationen vor dem Gebäude der zionistischen Exekutive berichtet, und dasselbe Blatt meldete, daß britische Kommunisten aus England, nach Palästina geschickt wu^ '“im, ׳׳«W1:״ie־:V#־egUng״:W'’'Schö!r#nu ׳ Aber abgesehen *von diesen Störungen gibt es der Sorgen genug. Die Arbeiterschaft, die bisher großartige Disziplin gehalten und sich mit der kümmerlichsten Existenz zufriedengegeben hat, kann auf die Dauer diesen Druck nicht ertragen. Man fordert auch von der Regierung Hilfe für Tel-Awiw und die Regierungsorgane, die Arbeiten zu vergeben haben, verhalten sich oft nicht gerade entgegenkommend. Aber je mehr wir von der Regierung verlangen, desto größer wird die Gefahr, daß die Regierung sich auch in die zionistische Einwanderungs- und Arbeitspolitik hineinmischt. Denn die Einwanderungszertifikate wurden doch der zionistischen Leitung in der Voraussetzung gegeben, daß die Zionistische Organisation für die Arbeitsbeschaffung bzw. Existenz der Einwanderer garantiert. Hat man sich einmal verrechnet, so heißt es aus den Erfahrungen lernen, um nicht die Eingriffe von außen zu riskieren. Die Aufgabe des nächsten Jahres, der nächsten Monate heißt: Versorgung der Arbeitslosen mit Arbeit, und zwar möglichst mit produktiver Arbeit. Das ist ein Riesen- Programm und der größten Anstrengung aller Zionisten wert. Denn es handelt sich nicht um die paar tausend Menschen allein — obwohl auch dies wichtig genug wäre —, es handelt sich um das System unserer Arbeit und um die Voraussetzungen für den weiteren Aufbau. Erst wenn diese Aufgabe gelöst ist und das System progressiver Entwicklung gefunden ist, wird man die Ziffern für die Einwanderung der nächsten fünf Jahre abschätzen können. Soll unser Aufbauwerk gesund und dauerhaft sein, dann wird der Anfang — und wir sind noch im Anfangsstadium — langsam vor sich gehen müssen und erst später eine Beschleunigung möglich sein, denn wir haben die produktive Grundlage unserer Siedlung noch zu schaffen. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe haben große Fortschritte gemacht und erfreuen das Auge, aber sie sind noch nicht planmäßig abgeschlossen, haben noch nicht alle erforderlichen Investierungen erhalten und sind daher auch noch nicht wirtschaftlich selbständig. Die am weitesten entwickelten, etwa Nahalal, werden wohl in einigen Jahren sich selbst erhalten können; aber argumento a maiore ad minorem kann man annehmen, daß die anderen, nicht so gut vorgeschrittenen Siedlungen noch keine Rentabilitätsbasis haben. Und solange diese nicht vorhanden ist, wird jede Erweiterung des Siedlungswerkes schwierig sein. Ueber den drängenden Sorgen des Tages darf daher nicht versäumt werden, was der Konsolidierung unserer Landwirtschaft dient. Insbesondere ist die Frage der fachmännischen Leitung immer wieder zu prüfen. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Produktionszweig Palästinas, sie verspricht — insbesondere der Fruchtbau — auch Gewinne; und für unser Volk ist die Landwirtschaft der wichtigste Jungschwere Forderung Volkse Refer Auf der Keren Hajessod-Tagung in Erfurt wurde von Felix R o s e n b! ti t h namens der Exekutive an die deutsehen Zionisten die Frage gerichtet, ob ihre Begeisterung für den K. H., ihr geschlossenes Eintreten für die Selbstbcsteuerung, im Schwinden begriffen sei. Roseublüth erklärte, daß nicht er allein diesen Eindruck habe. Vor wenigen Wochen habe ihm Dr, W c i z m a n n im Gespräch über Deutschland ähnliches gesagt. Wenn wir ehrlich sein wollen, müssen wir diese Frage bejahend beantworten. Und zur Erklärung und Erkenntnis dieser Tatsache hilft kein Moralisieren, kein Wehgeschrei über verlorengegangcnen Idealismus. Es gilt vielmehr, zu erkennen, daß die ununterbrochene, immer wieder erhobene hohe Forderung des Keren Hajessod, die immer wieder notwendige freiwillige Steuerleistung vielen Zionisten, darunter durchaus guten und bewährten Mitarbeitern, ganz außerordentlich schwer fällt. Und es ist in der Tat schwer. Wir wissen heute, daß der Keren Hajessod noch viele Jahre tätig sein wird. Diese utierbittliche Gddinaschine wird weiter und weiter auskämmen, wird immer wieder jeden Monat, jedes Quartal, jedes Jahr vor den Zionisten treten, ihn fordernd und mahnend an seine Pflicht erinnern und die volle Maasserleisfung von ihm verlangen. Diese Geldforderung wird durch nichts abgelöst werden. Wir wissen jetzt endgültig, daß dieser Kolonisationsfonds gleich notwendig ist für den Aufbau landwirtschaftlicher wie städtischer Wirtschaft, ebenso erforderlich für Kolonisation des Mittelstandes wie für Arbeitersiedlungen. Auch die Anleihe wird dem Einzelnen keine Verringerung seiner finanziellcn Verpflichtungen bringen. Vorläufig ist sie noch nichf da. Aber auch wenn sie — hoffentlich bald — kommt, wird der Keren Hajessod erst recht notwendig sein. Seine regelmäßigen Einnahmen sind für die Anleihe ebenso erforderlich wie jetzt für den gesamten Aufbau. Seine regelmäßigen Einnahmen — hier liegt der Nachdruck. Es waren eben nicht leere Worte, als wir einen Kolonisationsfonds forderten und uns bereit erklärten, uns für das Aufbauwerk regelmäßig freiwillig zu besteuern. Es war unser Bekenntnis zum Palästina-Aufbau, umgewandelt in ein reales Wollen, in wirkliche Mitarbeit. Gewiß ist es schwer. Für jeden von uns wäre es lockend, diese festgelegten Summen, auf deren Verwendung der Einzelne wenig Einfluß hat, einmal für andere Aufgaben ausgeben zu dürfen oder mit der nicht leichten und manchmal drückenden Pflicht der Maasserzahlung für ein halbes oder ganzes Jahr auszusetzen. Aber das Budget muß gedeckt werden, das das zahlenmäßige Spiegelbild des wirklichen, des werdenden Erez Israel ist. Dies Budget deckt der Keren Hajessod. Wenn ihm Geld entzogen wird, wird es dem Budget entzogen. Was das heißt, wissen wir. Auch dies haben wir heute besser gelernt als früher. Die Krise in Palästina ist in Wahrheit bedingt durch die Krise in Europa, die Krise in Polen. Die außerordentlichen Ausfälle des europäischen Keren Hajessod wurden wohl durch die Mehranstrengungen in Amerika und Südafrika wettgemacht, aber dadurch fehlen die Mehrbeträge, die genügt hätten, der Arbeitslosigkeit, der Krise, Herr zu werde«, Weil der Keren Hajessod die reale Aufgabe ist, wird er] heute am stärksten bekämpft. Der Ansturm der Antizioniskn richtet sich heute gegen den Keren Hajessod, weil er den! Lebensnerv des Aufbauwerks darstellt. Wer ihn trifft, trifft] das Werk in seinem empfindlichsten Punkt. Es scheint nicht, als ob dieser Kampf aufhören werde. Es ist vielmehr wahr• scheinlich, daß man ihn fortsetzen wird mit allen zur Ver• fügung stehenden Waffen, mag der Köcher, aus dem sie] stammen, noch so unrein, mögen die Waffen noch so ver• giftet sein. Die zionistische Welt weiß heute, daß ihr Glaube, 1 fünf Jahren die notwendigen Mittel für das Palästinawerk aufbringen zu können, eine Utopie war. Fünf Jahre Keren Hajessod-Arbeit haben uns gelehrt, die Möglichkeiten unserer finanziellen Arbeit klar zu überschauen. Wir wissen, daß di» Arbeit für den IC. H. fortgesetzt werden muß und daß n<H:h auf Jahre hinaus die Maasserlcistuug Ausdruck der wahren] ' zionistisehen Gesinnung, wirklichen zionistischen Wollen־ sein wird. Wir erkennen die schwere Aufgabe, wir fühlen, dn!j| wir ein ungeheures Werk unternommen haben und daß wir | die Kraft haben müssen, es zu Ernte zu führen. Aber wir empfinden auch, daß die alten, oft gehörten] Worte über die Bedeutung des Keren Hajessod gerade jetzt, gerade nach dieser langen Dauer der Arbeit Wahrheit sind. Durch den Keren Hajessod, die Maasserzahlung und die u!1• unterbrochene wirkliche Belastung jedes Einzelnen sind wir dem Werk verbunden. Die Wirtschaftskrise, unter der wir | leiden, schädigt das Werk, und wenn es uns besser geht, geht es dem Werk besser. Unser tägliches Leben ist auf I diese Weise mit dem täglichen Leben Palästinas verknüpft, | In den Aufsätzen der ersten Arbeiter drüben ist zu lesen wie erschreckend auf sie die Erkenntnis der Dauer wirkte, wie I lähmend es war, zu erkennen, daß nicht heroischer Ansturm genügte, sondern ununterbrochene, andauernde, verbissene Arbeit. Wir empfinden heute ähnliches. Aber so wie diese Arbeiter empfunden haben, daß der wahre Heroismus ia der mühevollen, täglichen Arbeit liegt, so erkennen auch wir, daß | der wahre Zionismus in der Erziehung zur Selbstbesteuerimg liegt, in der Einstellung zur dauernden, langwährenden Hilfe.) Während des Krieges war ein Katechismus für den ein fachen Soldaten, verfaßt von einem russischen General, in] allen Heeren sehr verbreitet. Sein erster Satz lautete: ״Rechne nicht auf Ablösung, rechne auf Unterstützung“. Auch wir] werden in unserer Arbeit nicht abgelöst werden. Aber wenn wir ausharren, wenn wir uns treu bleiben, werden wir | Unterstützung bekommen. Das stärkste Propagandamittel für] Palästina war und ist die Arbeit, die drüben geleistet wurde. | Das stärkste Propagandamittel für den Keren Hajessod ist] die Tatsache der ununterbrochenen, fortdauernden Maasser- Zahlung durch die Zionisten. Wenn wir uns nicht irremachen | lassen, werden auch die gefährlichsten Waffen der Gegner I am Keren Hajessod abprallen. Wir werden weiterhin fürI unsere Idee wirken, wir werden verlangen, daß sich alle JudenI an diesem ungeheuren zentralen Werk beteiligen, wir werdenI Erfolg haben und Unterstützung finden; die Zahl derer,f dlejms helfen, •wird wachsen, wciflf'trtf weiterhin ■in-erster! Linie stehen, unsere Pflicht tun und arbeiten. brunnen, und die Sehnsucht unserer besten Pioniere geht nach ihr. Wenn wir eine Bodenreserve, Kapital für Ameliorationen und ein Agrarkredit-Institut hätten, könnte die Landwirtschaft größere Massen von Einwanderern absorbieren, vorausgesetzt, daß diese ausgebildet sind und daß strenge Wirtschaftlichkeit der Führung oberste Richtschnur ist. Denn in diesem Falle wird Kreditkapital für diesen Zweck verwendet werden können. Mit den paar Groschen, die der Keren Hajessod aus dem Budget für Landwirtschaft aufwenden kann, kann quantitativ wenig erreicht werden. Eine prosperierende bäuerliche Siedlung aber, das braucht nicht gesagt zu werden, vergrößert immer mehr die Möglichkeit der Seßhaftmachung nichtbäuerlicher Einwanderer. Ist einmal die Produktivierung der Landwirtschaft gelungen, dann wird auch ein schnelleres Tempo unserer Arbeit sich von selbst ergeben. Die Entwicklung Palästinas wird allerdings im kommenden Jahr wahrscheinlich auch in industrieller Be- Ziehung vorwärts gehen. Die große Zeichnung Mr. Barons für die Ruthenberg Cy. eröffnet die Aussicht auf baldigen Beginn des großen Elektrizitätswerkes; die Anleihe der Regierung wird wohl den Beginn des Hafenbaus in Haifa zur Folge haben; und die Haifa Bay Cy, die das grandiose Projekt der' Entwicklung der Haifa- Akko-Bucht in Angriff genommen hat, bereitet sich zu ihren ersten größeren Arbeiten, Der Hinweis Ruppins in seiner Rede auf dem Delegiertentag, daß auch Californien vor 70 Jahren dem Ahnungslosen chaotisch und aussichtslos erschien, hat als Vergleich mit Palästina ganz buchstäblichen Sinn. Mit beklommenem Herzen, aber auch mit großen Er- Wartungen gehen wir ins Neue Jahr. Wir wissen, daß wir einer großen Sache dienen; sind wir auch verpflichtet, alle Hindernisse, die wir besiegen wollen, scharf zu sehen, so fühlen wir doch den machtvollen Zug der Kraft, die das Werk unaufhaltsam vorwärts treibt. Wir sind Enkel und Ahnen zugleich, und an dem Tage, an dem wir Rückschau und Ausschau zu üben haben, werden wir inne der großen Wiederanknüpfung an ruhmreiche, geisterfüllte Geschlechter, zugleich aber sehen wir, wie vor unseren Augen unser verkrüppeltes Volk sieb aus dem Staube aufzurichten beginnt. Berichterstattung Ueber den Erfurter Delegiertentag liegen uns zahlreiche Presseäußerungen vor. Es ist interessant, daß eine Reihe größerer Zeitungen neben Telegrammen über die Ergebnisse auch ausführliche Berichte über die Debatte gebracht hat. Bemerkenswert ist der ausführliche sachliche Bericht der ״Frankfurter Zeitung“. Ich ha! genannt: es vielleicl unsere No׳ meine: de um der E erziehung Wir h; der Art je behandelt, daher kein׳ ist. Es hai ganz allgei sich naturg wir von d überhaupt Schränkung Handluugsl entscheiden tig ist; ui beißt, also der irgenc nationale hinaus. In der Berichterstattung der jüdischen Presse fällt der Artikel ״Die Erfurter Zionistentagung“ in Nr. 36 der C.-V. - Zeitung auf. Dr. Ludwig Holländer, der an der Tagung nicht teilgenommen hat, informiert die Mitglieder des C.-V. über das Referat unseres Vorsitzenden. Vom Bericht der ״Jüdischen Rundschau“ über dieses Referat, der die Darlegungen Blumenfelds skizzierte, wird kaum Gebrauch gemacht. Dr, Holländer verläßt sich augenscheinlich auf den Berichterstatter des C.-V., der eifrig bemüht war, alle seiner | Meinung nach der zionistischen Sache abträglichen Aeußcrungen aufzunelimen. Augenscheinlich fehlte diesem Berichterstatter, der in Erfurt auch in C.-V.-Kreisen als gehässiger Feind des Zionismus gilt, die Möglichkeit, dem sachlichen Teil des Referates und der Debatte mit gleichem Verständnis zu folgen. Es ist bedauerlich, daß auf diese Weise Herr Dr. Holländer mit einem Referat polemisieren muß, das ihn in der Tat zu der Behauptung berechtigt, daß den Darlegungen des Herrn Blumenfeld die ״wissenschaftliche Gründlichkeit“ fehlt. Wer sich auf Wissenschaft beruft, sollte sich hüten, Angaben zweiter Hand als Quelle zu bewerten, auch wenn der Gewährsmann zu ״eidlicher Erhärtung“ bereit ist. Fis | scheint aber Herrn Dr. Holländer vor allem daraut anzukommen, Herrn Blumenfeld persönlich in C.-V.-Kreisen zu diskreditieren. So behauptet er, der Referent habe eine Be• merkung, die Rabbiner Dr. Lewin (Königsberg) überhaupt nicht gemacht hat, unvollständig wiedergegeben. Herr Rlumenfekl hat einen größeren Teil aus der Rede des Herrn Dr. Lewin zur Verlesung gebracht. Seine Quelle waren die C.-V.-Blätter, Während Herr Dr, Holländer unseren offiziellen Bericht ignoriert, existiert für uns selbstverständlich nur, was die offizielle Presse des C.-V. mitteilt, das also, was die Redner wirklich haben sagen wollen. Während der C.-V., wie Dr. Holländer erklärt, sich von Gehässigkeiten und unbegründeten Angriffen im jüdischen Lager frei weiß, behauptet er, daß Herr Blumenfeld sich in wüsten Schimpfereien über den C.-V. ergangen habe. Es wäre interessant, zu erfahren, welche herabsetzenden Bemerkungen er über irgendeine der in dem C.-V.-Bericht genannten füllrenden Persönlichkeiten des C.-V., die Herren Justizrat Brodnitz, Rabbiner Dr. Felix Goldmann (Leipzig), Dr. Holländer gemacht hat. Köstlich ist die Bemerkung über Martin Bubers Referat: ״Es soll in weiten Kreisen enttäuscht haben, wie es bei einem Referat von Buber meist der Fall ist, weil er mit seiner überlegenen Geistigkeit von der Masse nicht verstanden werden kann.“ Dieser Satz wird den Mitgliedern des C.-V. vorgeseVt, um das geistige Niveau unseres Delegiertentages zu charaktcrisieren. Der Herr Berichterstatter des C.-V. scheint in der Tat nicht in der Lage gewesen zu sein, auch dieses (sachlich sehr klare und gedanklich ganz unkomplizierte) Referat wiederzugeben. Herr Holländer hält in diesem Fell den offiziellen Bericht der ״Jüdischen Rundschau“ für eine geeignete Grundläge seiner Besprechung׳. Der Bericht Dr. Holländers ist für unsere Auseinander- Setzung mit dem deutschen Judentum von Bedeutung. Et hätte, wenn er vor dem Delegiertentag erschienen wärt vermutlich in Blumenfelds Referat als wichtiges Material fii! die Kennzeichnung der seelischen und geistigen Haltung anii• zionistischer Juden figuriert. Der C.-V. arbeitet gegen uns überall mit dem politisch erprobten Mittel des Boykotts, Er sorgt dafür, daß seine Mitglieder über den Zionismus nur das hören, was eine tendenziöse und in diesem Falle außerordentlich unzulängliche Berichterstattung hervorbringt Es mu Lebensdau» ist freilich Bewegung tätig auss Einzelaktio Bewegung einem spä Das is den Ausb! ganzen M; wo die na der Erupt; meinschaft durchbricht Menscli hf Zusammen! sfrebungen in die auf scheint ge liegen, dal dauert. C dem die ’ strömt, w; Atmosphür׳ erwählen erzeugen, ihr norma die im n! schlecht i ׳•- >J •'■,Nim k in einer E ha!bpassiv< uns abfind schied voi in der La zu erlaube fundiert, das territ seine gese! geschlossei organisch-! andauernd( die Äkfioi die Aktio! Aktion, d( nicht, was haben. 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