Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 66-67 (17.8.1926)
- Date
- 1926-08-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652845--18493-2676266- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 66 67 Nr. 66/6׳ Seife 478 Ich begrüße den Herrn Regierungspräsidenten, den Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, den Vertreter des Polizeipräsldenfen, die Vertreter der Synagogengemeinde und der jüdischen Organisationen und Vereine in Erfurt Wir haben die Freude, heute in unserer Mitte ein Mitglied der Zionistischen Exekutive zu sehen, Herrn Felix Rosenbliith, den ich besonders herzlich begrüße. Seine Teilnahme wird für unsere Verhandlungen sehr förderlich sein. Desgleichen begrüße ich die Herren Dr, Morgenstern und Dr. Kraus als Vertreter der Zionistischen Organisation Oesterreichs und Herrn Dr. Olsvanger, Delegierten des Keren Hajessod. * Von den zahlreich eingelaufenen Begrüßungsdep e s c h e n und Begrüßungsschreiben verliest der Vorsitzende nachstehendes Telegramm des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann. Weizmains Depesche Ihre Tagung ist die erste Konferenz einer bedeutenden Landesorganisation nach der Sitzung des Aktions-Comitcs, die eine Manifestation innerer Geschlossenheit und unbeugsamen Aufbauwillens aller zionistischen Richtungen war. Die Bedingungen für große zionistische Fortschritte sind gegeben, wenn alle Zionisten ihre Pflicht tun. Die Z. V. f. D. ist in ihrer Opferwilligkeit und ihrem zionistischen Bcwußtsein immer unter den führenden Gruppen gewesen. Ich bin sicher, daß der deutsche Zionismus in stärkster Anstrengung die Parolen der A.-C.-Sitzung trotz gegnerischer Widerstände und Wirtschaftskrise erfüllen und so dazu beitragen wird, daß die Fundamente des jüdischen Nationalheims in unseren Tagen unerschütterlich gelegt werden. Ich wünsche Ihrer Tagung besten Erfolg. Chaim Weizmann. Begrüßungsansprache■ Regierungspräsident Ticdemann dankt für die Einladung und erklärt, daß es dem neuerwachten europäischen Bewußtsein entspricht, wenn man für die Vorgänge bei den Nachbarn Interesse hat. Palästina ist ein Nachbarland Europas, wohl fließt in diesem Lande jetzt nicht mehr Milch und Honig, aber die aus reinem idealismus unternommenen Versuche, das vor 2000 Jahren von der Geschichte gesprochene Urteil auszumerzen und die jüdische Nation zu konstituieren, verdienen allgemeines Interesse. Er begrüßt den Delegiertentag namens der Regierung und wünscht den Verhandlungen besten *Verlauf. Der Vorsitzende Blumenfeld dankt dem Regierungs- Vertreter für die Bekundung der freundlichen Gesinnung und erklärt, daß die Zionisten bestrebt sind, die judenfrage zu einer Weltfrage zu machen und hierbei auf das Interesse der geistig interessierten Menschen aller Nationen rechnen. Wir Zionisten wollen, daß man die Judenfrage studiert und sind überzeugt, daß jedermann, nachdem er mit eigenen Augen unser Land und das in ihm geschaffene Werk Kennengelernt hat, Verständnis und Anerkennung für unsere Arbeiten gewinnen muß. Oberbürgermeister Dr. Mann heißt den Delegiertentag in Erfurt willkommen und hebt die Bedeutung dieser großen Stadt Mitteldeutschlands hervor. Der Vorsitzende Blumenfeld dankt dem Oberbürgermeister und gibt das Wort Herrn Rabbiner Dr. Scnüftan, der den Delegiertentag als Mitglied und namens des Gertpihäevör%Fände* und fn seihen! Eigenen Natnfen als Stadtrabbiner begrüßt. Es käme ihm nicht zu, Stellung zu den inneren Fragen der zionistischen Bewegung zu nehmen, er dürfe aber erklären, daß nichts, was er sagen könnte, den geistigen Wert des Zionismus voll ausschöpfen könne. Diesen Wert sieht er auf drei Gebieten: In der Wiedererweckung der hebräischen Sprache, in der Neuverkündung der Einheit des Judentums, in der Neustellung des jüdischen Problems. Das der Zionismus das Judenproblem wiederum zur Debatte stellt, ist ein Beweis für die Stärke dieser Bewegung. Wichtiger ist es, daß Probleme gestellt werden, als daß sie gelöst werden. Der Vorsitzende dankt dem Vertreter des Gemeinde- Vorstandes und weist darauf hin, daß der Zionismus eine Bewegung sei, die in die Zukunft weist. Wenn die Erfurter Gemeinde mit innerer Teilnahme unsere Verhandlungen und die sich daraus ergebenden Probleme verfolgen werde, so dürften wir glauben, ihr nicht nur als Gäste, als nehmende, sondern auch als gebende gegenüberzustehen. Namens der Zionistischen Organisation Oesterreichs begrüßt Herr Dr. Morgenstern-Linz aufs herzlichste den Delegiertentag. Der deutsche Zionismus habe seine besondere Bedeutung für die zionistische Bewegung. Der österreichische Zionismus fühle sich dem deutschen Zionismus in tiefem Zusammengehörigkeitsgefühl verbunden. Namens der Ortsgruppe Erfurt begrüßt Dr. Wolf heim den Delegiertentag. Wenn Erfurt auch eine kleine Gemeinde sei, so habe sie doch den Anspruch auf die Beachtung der deutschen Juden als einer der Plätze ältesten jüdischen Kulturlebens in Deutschland. Der Vorsitzende dankt dem Vertreter der Zionistischen Organisation in Oesterreich für seine Begrüßung. Er dankt dem Vorsitzenden der Erfurter Ortsgruppe und all seinen Mitarbeitern auf das herzlichste für ihre hingebungsvolle Tätigkeit, die das Zustandekommen des Delegiertentages in Erfurt in einen würdigen äußeren Rahmen ermöglicht haben. Wahl des Büros Dr. Sally Hirsch-Halberstadt schlägt folgende Herren für das Präsidium des Delegiertentages vor: Zum Vorsitzenden des Delegiertentages Kurt B1 umenf eld; zu stellvertretenden Vorsitzenden: Justizrat Fränkel (München), Dr. Landsberg (Wiesbaden), Dr. Moses (Zwickau), Dr. Schachtel (Breslau), Dr. Soloweit sch 1k (Berlin), Dr. Wolf he im (Erfurt). Der Vorschlag wird durch Akklamation angenommen. Sodann erteilt der Vorsitzende das Wort dem Vertreter der Zionistischen Exekutive Herrn Felix Rosenblüth. Ansprache Felix Rosenblüth Rosenblüth (hebräisch beginnend, deutsch fortfahrend): Wenn ich hier dem Wunsche des Vorsitzenden des Delegiertentags folgend einige Worte zur Arbeit dieser Tagung sprechen soll, so möchte ich mich weniger mit dem Historischen beschäftigen als vielmehr zu den Fragen der Zukunft unserer Arbeit Stellung nehmen. Der deutsche Delegiertentag ist zionistisch außerordentlich gut informiert. Das Bild der gesamten Arbeit steht plastisch vor seinen Augen. Auf der einen Seite der palästinensische Jischuw, der um die Fundamente eines neuen Lebens ln Palästina ringt, auf der anderen Seite die jüdische Welt, palästinozentrisch orientiert, bemüht am Aufbau dieses Siedlungswerkes tätigen Anteil zu nehmen. Sie alle kennen auch die Erge baisse dieser Arbeit: Wir haben heute den jüdischen Arbeiter im Etnek, den Chaluz, die Grundlagen einer jüdischen Landwirtschaft, die jüdische Stadt und als grandioseste Leistung ein hebräisches Schuivverk, das auch im Lichte der Selbstkritik, von der der Vorsitzende sprach, als eine außerordentliche Leistung bezeichnet werden muß. In den letzten Jahren wurde ferner eine reale jüdische Politik geschaffen, mit Vertretungen in London, Jerusalem, Genf, Rom und Paris, die sich in systematischer Arbeit bemüht, die politischen Voraussetzungen für unser Kolonisationswerk zu schaffen. Wenn wir übersehen, was bisher geleistet worden ist, so dürfen wir sagen, daß der Zionismus seine schöpferische Kraft bewährt hat. ln Palästina ist ein neuer Typus des jüdischen Menschen geschaffen worden. Der jüdische Arbeiter, der jüdische Bauer, der hebräisch sprechendc und denkende Schüler, sie sind eine Bestätigung für die innere Wahrheit unserer Idee. Trotzdem spricht man bei uns immer wieder von einer Krise und zwar wahrscheinlieh schon seit dem II. Kongreß, besonders aber auf allen Tagungen seit dem Kriege. Man hat diese Krise oft analvsiert und richtig bestimmt als das Gefühl des Mißverhältnisses zwischen der ungeheuren Aufgabe und unserer Leistung. Wir stehen gerade heute in einer schweren Krise in Palästina, und ich bin mir dessen bewußt, daß dieser Delegiertentag sich auf das engste verbunden fühlt mit dem palästinensischen Jischuw, der jetzt unter den Auswirkungen der mittelständischen Einwanderung des vorigen Jahres steht, die monatlich 3000 Menschen ins Land brachte und damit zum erstenmal die Ziffer erreichte, die von uns von Anbeginn als Minimum bezeichnet worden ist. Die unzerstörbaren Grundlagen unseres Siedlungswerkes müssen in unserer Zeit geschaffen werden, fn Palästina müssen jährlich 30—10000 Menschen einwandern und sich dort wirtschaftlich einordnen. Als Antwort aut die Krise des letzten Jahres hat die Exekutive und das A.-C. diese Parole ausgegeben. Die Ermöglichung einer Immigration in diesem Umfang ist das Arbeitsziel der nächsten Jahre. Ich habe den Eindruck, daß in manchen Kreisen der zionistischen Welt der Gedanke geäußert wird, unsere Kolonisation müsse sich wieder mit einem langsameren Tempo begnügen. Auch dies ist eine Politik, aber nicht die Politik der zionistischen Leitung, die das A.-C. der Exekutive vorgeschrieben hat. Wir sind der Ansicht, daß die Bewegung in diesem Jahrzehnt oder in den nächsten zwei Jahrzehnten palästinozentrisch orientiert sein muß, so daß der Primat des Palästinagedankens unerschütterlich für uns feststeht. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, ist allerdings zweierlei erforderlich: Erstens Verstärkung und Ausbau der Politik, deren Aufgabe es ist, die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas zu fördern, und zweitens eine außerordentliche Anspannung unserer materiellen Kräfte. Wir haben immer die Ansicht vertreten, daß der Erfolg des Zionismus von uns selbst abhängt, daß aber doch das Verhalten der Mandatarmacht einer ständigen Beeinflussung durch zionistische Politik bedarf. Es ist klar, daß für die Erreichung unserer wirtschaftlichen Ziele in Palästina die aktive Sympathie der Mandatarmacht notwendig ist, und es soll nicht bestritten werden, daß in dieser Hinsicht noch manches zu bessern und durchzusetzen ist. Wir haben keinen Grund zu zweifeln, daß die Mandatarmacht und auch der Völkerfaiptd die Errichtung dfs jüdischen ,Natipftälheimes wollen, tihd äuch‘ üütefstüfzen. Es^bestcht hur ' eine Äeth#|sverschiedenheit über das Tempo. Bei der Mandatarmacht spielt neben Traditionen der englischen Politik besonders die Befürchtung mit, daß eine zu schnelle Entwicklung die Gegensätze zwischen uns und unserem arabischen Nachbar- und Brudervolk verschärfen könnte. Es ist keine Frage, daß in allen politischen Zentren weiter gearbeitet werden muß. Wesentlich und entscheidend bleibt jedoch für uns die Aufbringung der Mittel für das Palästinawerk. Wenn die Immigration von 30 000 im Jahre 1925 sich nicht restlos einordnen ließ, so entspricht das allen Voraussagungen unserer wirtschaftlichen Sachverständigen. Es war vorauszusehen, weil wir nicht die Kreditfonds hatten, die notwendig wären zur Bewältigung dieser Aufgabe. Die letzte Sitzung des A.-C. hat sich so ernsthaft mit dieser Frage befaßt, wie nie zuvor. Sie hörte ein Referat von Ruppin über die Frage der Anleihe, worin zum ersten Male genaue Ziffern über die beieihbaren Vermögenswerte in Palästina enthalten waren. Gleichzeitig wurde die Parole einer neuen außerordentliehen Verstärkung der Keren Hajessodarbeit ausgegeben. Es kam darin zum Ausdruck, daß die Bewegung sich zum erstenmal wieder durchdringen ließ von einem neuen Willen, unsere Sache durch eine große heroische Anstrengung weiterzubringen. Zu den konkreten Plänen hat die Exekutive noch nicht Stellung genommen; aber zugrunde lag die Vorstellung, daß die fünf Jahre Keren Hajessodarbeit Vorbereitungs- und Lehrjahre waren und jetzt erst die entscheidende Zeit beginnt. Vielleicht können wir jetzt erst unsere Möglichkeiten steigern, wenn wir an die durch den Keren Hajessod bereits zum Palästinagedanken erzogenen Massen mit größeren Losungen und Forderungen herankommen. Die Aufgabe muß gelöst werden. Die Frage, die vor uns steht, ist nicht so sehr eine Frage der Wirtschaftsmethode oder der Wirtschaftsführer — gerade auf diesem Gebiete sind große Fortschritte gemacht worden — sondern der Größe unserer Mittel. Die Frage, ob mit unseren Menschen Palästina aufgebaut werden kann, können wir heute mit größerer Sicherheit bejahen als früher. Aber das zentrale Problem ist heute das des Tempos unserer Arbeit. Meine Damen und Herren, gerade in diesen Tagen hat sich die Dankbarkeit und Verehrung der zionistischen Welt mit Recht einem der großen Lehrmeister unserer Bewegung zugewendet, der 70 Jahre alt wurde, Achad Haam. Ich glaube, daß heute kein Streit mehr bestehen kann bezüglich der Ansicht Achad Haams über die Funktion Palästinas im jüdischen Leben. Wir haben auf der einen Seite Achad Haams Lehre vom geistigen Zentrum akzeptiert, zugleich aber haben wir heute, da wir uns eine Einwanderung von 30 000 jährlieh zum Ziele gesetzt haben, keinen Anlaß, die Bedeutung Palästinas für die soziale und materielle Lösung der jüdischen Wanderungsfrage herabzusetzen. Der wahre Streit geht heute um einen anderen Teil von Achad Haams Lehre, nämlich um seine Parole von der Geduld, sein ״Al tid’chaku et hascha’ah“ ״Drängt nicht die Stunde!“ Es entsteht die Frage, ob wir wirklich die Möglichkeit und die Zeit haben, erst die nationalen Kräfte im jüdischen Volk zu erwecken und uns dann erst die großen kolonisatorischen Aufgaben zu stellen. Die Dinge liegen heute so, daß die Aufgaben, die Achad Haam nacheinander lösen wollte, in Wirklichkeit nebeneinander, in unlösbarer Verschlingung, in Palästina und Galuth zugleich, gelöst werden müssen. Was unsere zionistische Auffassung heute von der Auffassung der Vorkriegszeit unterscheidet, ist vor allem die Tatsache^ daß wir nicht mehr den Glauben an die zeitliche Unbegrenztheit der zionistischen Affekte haben können; die Tat• sache eines sich kulturell und politisch entwickelnden nicht• jüdischen Palästina, dem das jüdische Palästina nur dann gewachsen sein wird, wenn es ein relativ starkes Eigen, gewicht hat. Dem Zionismus in seiner heutigen konkreten politischen Form sind gewisse zeitliche Grenzen gesetzt, und dies trennt uns entscheidend von Auffassungen, die Achad Haam in früheren Jahren und in anderen Verhältnissen ver. kündet hat. Wir haben gewiß die Aufgabe einer verstärkten Erziehungsarbeit, und es ist richtig, daß neben der Krise der zionistischen Arbeit eine Krise des zionistischen Bewußt• seins besteht. Ich begrüße es, daß dieser Delegiertentag sich gerade die Aufgabe gesetzt hat, die kulturellen und Erziehungsprobleme der Bewegung zu behandeln. Ich be grüße es schon darum, weil gerade ich innerhalb der Exe kutive das nichtpalästinensische Ressort zu verwalten habe, nämlich die Bewegung und Organisation im Galuth. Es ist ein wichtiges Problem, wie wir uns auch im Galuth irnmei mehr jüdisches Bewußtsein erobern können und wie der idealistische Schwung der Bewegung erhalten und durch die Zufuhr ideeller Werte gestärkt werden soll. Aber zusammen damit müssen wir der großen palästinensischen Forderum; treu bleiben, die gerade in diesem Jahrzehnt vor einer zio nistischen Generation steht, die selbst im Galuth zu leben haben wird, aber nicht für sich selbst, sondern für den wachsenden Jischuw in Erez Israel arbeitet. Diese Forderung stelle ich im Namen der Exekutive an eine zionistische Landesorganisation, deren Pflichtbewußt sein, Disziplin, Loyalität gegenüber der Idee von der Exe kutive voll anerkannt wird. Ich überbringe Ihnen den Gruß der Exekutive und möchte schließen mit einem Goethe-Wort, das gerade unser Herr Vorsitzender oft zu uns gesprochen hat, und in welchem das ganze Geheimnis unserer Bewegung beschlossen ist: Treuer Dienste tägliche Bewahrung, Sonst bedarf es keiner Offenbarung. Die Versammlung bereitet dem Redner eine stürmische Ovation. Der Vorsitzende spricht dem Vertreter der Exekutive den Dank des Delegiertentages für seine Worte aus und schließt die Eröffnungssitzung um 12 Uhr mittags. * Zweite Sitzung Sonntag, den 22. August, nachmittags. Der Vorsitzende Kurt Blumenfeld eröffnet die Sitzung und hält den in der Zeit zwischen dem XX. und XXL Delegiertentag verstorbenen Mitgliedern der Z. V. f. D. einen Nachruf. Die Delegierten und die Gäste erheben sich und folgen stehend den Ausführungen des Vorsitzenden, der sagt: Das Gedenken an die verstorbenen Freunde und Mitarbeite! legt uns, ihren Begleitern und Erben ihrer unerfüllten Sehn• sucht, die Pflicht auf, unsere Reihen enger zu schließen und das gemeinsame Werk fortzusetzen. In der Berichtszeit verstarb in Berlin Fräulein Erna B1 a nkensteln, Sekretärin des Bundes zionistischer Frauen, in * jungen Jahren. Heiman» Bocbnnr ausSehönlanke, Mn#r der ältesten deutschen Gesinnungsgenossen und Begründer der Ortsgruppe Schönlanke, starb im Alter von 78 Janren in Jerusalem. In Isaac Hepner, dem langjährigen Gesinnungsgenossen aus Leipzig, der dem vorigen Delegiertentage als Vertreter der Leipziger Zionisten angehört hat, beklagen wit einen der tätigsten Freunde in Deutschland. Frau Regina Holländer, Berlin, war Mitbegründerin der jüdisch-nationalen Frauenvereinigung, und ihr Tod riß eine Lücke in ihren Arbeitskreis. Im Vorjahre starb E. M. Lilien in Badenweiler der ganzen jüdischen und zionistischen Welt als Künstle! und Verkünder des wiedererwachten jüdischen Kunstschaffens bekannt. Der tragische Tod Herrmann Mahlers aus Mün» chen in den Fluten des Jordan in Daganiah zerstörte das Leben eines aus Deutschland stammenden Chaluz, der im Begriffe war, sich in die palästinensische Wirklichkeit einzuordnen. Samuel Rosenblüth in Berlin, dessen Söhne führend an unserem Delegiertentage teilnehmen, war Mittelpunkt eines jüdischen Hauses, in dem beste jüdische Tradition sich mit jüdischer Zukunftshoffnung verband. Studienrat Dr. Arno Wagner, Berlin, auf dessen spezielle pädagogische Fähig• keiten wir besondere Hoffnungen setzten, starb jung an Jahren, reich an unerfüllter Sehnsucht. Jakob H. Wagner, Berlin, einer unserer ältesten zionistischen Freunde, der inbrünstig an das Gelingen unseres Werkes glaubte, starb im vorigen Jahre und wird im Kreise seiner Freunde und in unserer Mitte unvergessen bleiben. Ferner starben Dr. Salo Bergmann, Berlin; Dr. Hedwig Bloch, Berlin; Arthur Eichmann, Halle; Aron M. Epstein, Elberfeld; Ruth Holzer, Worms (Blau-Weiß); Benjam. L. Kaliski, Elberfeiet; Dr. Schlomoh Kaufmann, Köln a. Rh.; Anton Le■ wi n, Berlin; Emil H. Lip stadt, Hamburg; Ludwig Ma■ thiasson, Hamburg; Frau Else Meyer geb. David, Berlin; Dr. Josef Nathan, Offenburg; Dr. Jacob Renzer, Berlin; Ernst Sachs, Berlin; Friedl Stein well, Fürth (Jugendgruppe); Michael T r a u b , Coethen; Reinhold W a r b u r g, Nordhausen; Dr. Siegfried Wolf f, Berlin; Kaethe Wollenberg, Berlin; Isidor Schloß, Frankfurt a. M. Den Vorsitz übernimmt R.-A. Land'bcrg, Wiesbaden, und begrüßt den eingetroffenen Vizepräsidenten des Waad Leumi, Herrn Dr. Jakob Thon, sowie unseren ״Freund und Führer“, Herrn Dr. Arthur Hantke, Direktor des K.H., dem er im Interesse der Gesamtheit besten Erfolg in seiner verantwortungsvollen neuen Arbeit wünscht, die ihm die Erfüllung seiner Sehnsucht, die Uebersiedlung nach Palästina, ermöglicht. Feuerring erstattet im Namen des Legitimationsausschusses nachstehenden Bericht: Der Ausschuß hat 112 Mandate anerkannt und ein Mandat kassiert; außer den Delegierten nehmen an der Tagung 17 Mitglieder des Landes- Vorstandes und 13 Mitglieder des Zentralcomites teil. Der Legitimationsausschuß hat bei allen Delegierten eine Nachprülung ihrer Maasserleistung vorgenommen und gemeinsam mit der Obersten Vertrauenskommission des K. H. festgestellt, daß alle Delegierten ihre Verpflichtungen erfüllt haben. Landsberg verliest die eingetroffenen Depeschen und Begrüßungsschreiben. Das Direktorium des K. K, L. in Jeru• salem erinnert in einem herzlich gehaltenen Begrüßungsschreiben daran, daß im Dezember der K. K. L. das Jubi• läum seines 25jährigen Bestandes feiern wird und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die deutschen Zionisten durch eine besondere Leistung für den K. K. L. dieses Jubi• läum begehen werden. Die zionistische Landesorganisation von Amerika, Südafrika, Rumänien, Holland, Jugoslawien, der Schweiz und der Bukowina wünschen in Depeschen den Beratungen des Delegiertentag« vollen Erfolg. Prof. Brodetzky, der die Absicht hatte, als Vertrete Beratungen letzten Äugt dert worden ßerl L o c k 1 zum Ausdru Verständnis diese die A darum besoi einer Partei; nicht folgen Synagogeng׳!ich und bed dert, persönl Berlin, und in Leipzig bedauert, ~at Hoffnung A ihrer gegen׳ cinandersetz gründe der Außerdem! Köln, Herr Von stii feld das V Antrcrkui weise un< Ich haf Deutschland wie unsere glaube das der Arbeit die Beding Kenntnis 11 lag darin, 11 e i t übt größte Erk Situation t daraus zog der Jahre Bewußtsein Wicklungen Der stärks der Krieg, standen 1111׳ lebten wir nicht, daß rechneten n unsere inm Kriege wir ist immer s Mitlebender Ergebnisser die Erkern Welt. Wir ganges de: wo Mensel zu können, Ausweg sei Betrachter Intelligenz Gefühl, da! ausgedrück ’ '*sre als ( umgeht, is Umwälzung erstickende sich hinziel liehe Erlös empfinden wenn wir setzen mü! große Wo Interessen, auf die em stehen und geregelt wi Entwicklun wohnt sind das deutlii gleich nacl unserer Sii jüdischen hoher Be mus, diese jüdische XX zu tun hat auch gege! Wir h ziologische: einer Arb( kenntnisse Entwicklun gen Jahrei bis 1880 begrift dei immer stä Zusammen! schaftsentu Die Zusai jüdischen 1 Gesellschai nicht nur trat ebens( auch deut Neue Situa Selbstverst bestimmter zu versteh er zunächs Welt Mar irgendwelc Erfindung findung e schäften si in einer befand. D man für ei fast übera jüdischen Programm zionistisch! entwicklun kürlich di men. Man sich mit il Aufgaben stärkt usv ruhigeren treibende wir schon