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Jüdische Rundschau · 1926-08-20 · Heft 65 (20.8.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 65 (20.8.1926)
Date
1926-08-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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05 Nr, 65 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 409 hland ichtet Lage J V., ätinaj 120 t im g»ng siel!, mog. t der . R.) chaft irbeit der tlßerdie tzten der stina den seit akti- , ist sind die itten 1 im dem zuder rten ו e n Zeit;entiides rgdjsch Mitn d - geföreile auf jht, den von den Mtndfen vid e!1. rrn 925 enher 11b»-'• «11, od) len :eilt irknitgezur neti ern H. beeraut!errieoni geler- ־£יר ufs che uch ind cht gen rrn ahr 1e11!ich enlen eth obt iieii sie er- Ot) :h! die lerind ren 586 die stidie cht enii״- enge־ 3clen nte ren ICH ln den letzten Monaten ist eine Konsolidierung einge- Ifcten. Die Eingänge sind nicht mehr wesentlich geringer 31s הו den betreffenden Monaten des Vorjahres. Wir hoffen, daß diebeiden bevorstehenden Aktionen, die Roschhaschanah- Aktion im September und die Sammlung, die anläßlich des ^jährigen Bestehens des K. K. L. im Dezember durchgeführt werden wird, die Winterarbeit erfolgreich einleiten werden. * Das Palästina-Amt hängt in seiner Tätigkeit naturwniäß ebenso sehr von der wirtschaftlichen Lage der Diaspora Jb wie von der Situation in Palästina. Nach der außerorden! jj.-hen Erweiterung seines Aufgabenkreises im Jahre 1925 ergab sich im ersten Halbjahr 1926 eine gewisse Verringerung!einer Tätigkeit, die den Arbeitsumfang fast völlig dem des jahres 1924 gleichsetzte. Wenn sich 1925 die Zahl der vom Palästina-Amt abgefertigten Emigranten mit Kapital aut 133 Kopte belief, denen 666 Personen, die auf Zertifikate hinüberringen, gegenüberstehen und wenn im ersten Halbjahr 1926 -war die' Auswanderung der ersteren erheblich sank, die Zahl der Zertifikatsträger mit 137 aber nicht viel kleiner war als im ersten Halbjahr 1925, so spiegeln sich in diesen Zahlen die allgemeinen Tendenzen der Emigration wider. Die Kurve der Wirtschaftsentwickiung der Diaspora wird deutlieh an dem großen Aufschwung der Touristik im Jahre 1025, dem ein Abflauen im ersten Halbjahr 1926 folgte. Mit dem Leiter des Jewish Information Bureau tor Tourist« in Palestine, Herrn Dr. Fritz Löwenstein, haben wir aufs engste zusammengearbeitet. Im Jahre 1925 wurde die Zeitschrift Palästina-Wirtschalt‘‘ und die damit verbundene Palästina-wirtschaftssteile dem Palästina-Amt angegliedert. Nach Einstellung der Zeitschrift und Auflösung der Wirtschaftsstelle wurde eine Wirt- «haftsabteilinig des Palästina-Amtes eingerichtet. Das Palastina-Amt besitzt heute ein sorgfältig geführtes Wirtschaffsarchiv. Die Leitung des Palästina-Amtes, die seit Mitte 1924 in den Händen des Herrn Dr. Georg Landauer gelegen hatte, ist seit seiner Uebersiediung nach Palästina zwecks Eintritts in das Arbeitsdepartement der zionistischen Exe- Imtivc in die Hände des Herrn Dr. Ascher übergegangen. Ende Juni 1926 weilte Herr Hyamson, der Leiter des Einwanderungsdepartements der palästinensischen Regierung, in Berlin. Er hatte eine Reihe von Besprechungen mit dem Leiter des Palästina-Amtes, nahm an einer Sitzung der Palästina-Amts-Kommission teil und besuchte die Chaluzgruppe auf dem Lehrgut Stangenhagen. Das Chaluz-Sckrctariat der Z. V. f. D. wurde im Sommer 1925 aufgehoben. Seine Funktionen wurden dem Merkas des Hechaluz übertragen. Die Verschmelzung dieser beiden Stellen zu einer einzigen Hachscharah-Institution hat sich bewährt. Der Referent der Z. V.f. D. für Hachscharah stand mit dem Merkas des Hechaluz in enger Fühlung. Nicht nur die zentralen Instanzen der Z. V.f. D., sondern auch einzelne Ortsgruppen haben die Arbeit des Hechaluz tatkräftig unterstützt und teilweise finanziert. Der Hechaluz wird zur Zeit von Herrn Böhm — Orpanisation und Tarbuth, Stein — Hachscharah, und Frl. M e y e ז h e i m — Mädchenarbeit, geleitet. Im übrigen wird auf den Spezialbericht des Hechaluz verwiesen. * Die Jüdische Volkspartet ist der Repräsentant der zionistischen Bewegung innerhalb der Gemeindepolitik. Wir waren mit Erfolg bemüht, einen engen Zusammenhang mit den Führern der Jüdischen Volkspartei — Klee, Kareski, Köllen scher und Sandler ■— herbeizuführen, und unsere Vertreter haben in der Gemeindekommission des Landesvorstandes mit den Trägern der (icmeindepolitik harmonisch zusammengearbeitet. Die in verschiedenen Städten abgehaltenen Gemeindewählen haben mehrfach bedeutungsvolle Erfolge gezeitigt. Bei den Wahlen zur Repräsentantenversammlung der jiidischen Gemeinde in Berlin, die die liberale Majorität brach, zeigte es sich, daß wir bei Wahlkämpfen innerhalb des deutschen Judentums bei guter Arbeit zahlenmäßig fortzuschreiten vermögen, fn einigen anderen Städten, in denen es zu Wahlkompromissen gekommen ist, wurde der Entwicklmig durch das Zugeständnis einer größeren Zahl von Zionisten in der Gemeindeverwaltung seitens der׳ bisher herrschenden Parteien Rechnung getragen. Eine Reihe kultureller und sozialer Forderungen konnte durchgesetzt werden. Vieles bleibt noch zu tun. Die Kämpfe in Rheinland-Westfalen und in Sachsen um die Gleichberechtigung der Ostjuden sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Die Wahlen zur Landesversammlung des ״Landesverbandes preußischer Synagogen-Gemeinden“ nahmen im Februar 1925 alle unsere Kräfte in Anspruch. Unser damaliger politischer Sekretär, Herr Dr. Foerder, leitete die Wahlbewegung für unsere Organisation, und wir konnten in der auf demokratischer Basis beruhenden Landesversammiung, obwohl die liberale Majorität erhalten blieb, eine angescheue und einflußreiche Vertretung erzielen. Im Rate des Landesverbandes, der noch nach dem alten Notabeinsystem zusammengesetzt ist, stieß die Durchsetzung unserer Forderungen naturgemäß auf Schwierigkeiten. Dies zeigte sich in letzter Zeit besonders bei der Behandlung der Frage des ״Reichsverbandes“, den wir auf demokratischer Basis aufzubauen bestrebt sind. Die jüdische Oeffentlichkeit empfindet unsere Wahlerfolge als Zeichen der werbenden und wirkenden Kraft der zionistischen Bewegung. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß in unserer Gemeindearbeit zionistische Energien den Erfolg herbeigeführt haben. Unsere Wahlerfolge und die Gewinnung neuer Zionisten hängen aber nicht durchaus von den gleichen Voraussetzungen ab. deuten des Aktions-Comites, Herrn Leo Motzkin, in unserer Mitte begrüßen zu können, der sich im Anschluß an die Tagung in vorbildlicher Weise an der Propagandaaktion beteiligte. Der Schaffung eines engeren Kontaktes zwischen den einzelnen zionistischen Ortsgruppen und der Zentrale dienten auch in dieser Arbeitsperiode wieder die Veranstaltungen von Orupnenverbandstagungcn, die fast in allen Bezirken stattgefunden haben und an denen zumeist ein Mitglied des Präsidiums teilnahm. Im Frühjahr dieses Jahres errichteten wir ein Bezirkssekretariat in Duisburg für den Griippenverband Rechtsrheinland- Westfalen, das mit Herrn Kurt Löwenstein besetzt wurde. ר « 4 Uraufführung I 1 des neuen Keren-Ha]essod-Film j ״unsere Jugend MtWIlllllllllllllllllllllHlllllUlllllllilillllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll in Paiasuna״ am Montag, den 23. August, abends 9 Uhr, zu Erfurt im Kaisersaal, für die Teilnehmer und Gäste des Delegiertentags u. der K.־H.־Konferenz — Wir beteiligten uns an dem Sekretariat für den Gruppenverband Baden, das von Herrn Otto H i I b in Mannheim verwaltet wird. — Herr I s r a e 1 s k i, der das Bezirks- Sekretariat für Thüringen geleitet hat, ist aus unseren Diensten ausgesehieden, da er nach Palästina zu übersiedeln beabsichtig! Mit den Ortsgruppen wurde der Kontakt durch eine rege Korrespondenz und zahlreiche Zirkularbriefe aufrechterhalten. Alien Zionistensteuerzahlern gingen in Abständen von zwei bis drei Monaten gedruckte ״Informationen“ zu. Wir waren bestrebt, die Kenntnisse der in der Propaganda und in der zionistischen Arbeit stehenden Beamten durch die Veranstaltung eines Kolloquiums zu vertiefen, und wir haben die Entsendung einiger Beamter nach Palästina zu Ausbildungszwecken ermöglicht. Auf Beschluß des Landesvorstandes haben wir eine Pensionsversicherung für die Beamten geschaffen. * Wie es bei dem lebendigen Zusammenhang der Zionistischen Weitorganisation natürlich ist, nahmen Vertreter der Z. V. f. D. aut Einladung anderer zionistischer Landesverbände an den Arbeiten in Holland, Skandinavien, der Schweiz, Oesterreich und der Tschechoslowakei teil. Der 7. palästinensisch-arabische Kongreß Jerusalem, 17. August. (J.T.A.) Der 7. Kongreß der palästinensischen Araber ist für den 7. September einberufen worden. 120 Delegierte werden an ihm teiinehmen, wovon die Hälfte von der paiästinensich-arabischen Exekutive, die andere Hälfte von der arabischen Nationaipartei, der Partei der Landwirte und Bauern sowie der Arabischen Volkspartei entsandt werden. Das Programm des Kongresses umfaßt Fragen der Palästina-Anleihe, des Zusammenschlusses aller arabischen Parteien zu einer arabischen Einheitspartei, der Regierungsverordnung betreffend die Landen! eignung und der Stellungnahme zu dem Vorschlag der Konstituierung eines Gesetzgebenden Rates (Legislative Coundl) für Palästina. ־4־ Die Z. V. f. D. hat an der Arbeit der großen jüdischen sozialen Institutionen in Deutschland tätigen Anteil genommen und einigen von ihnen Subventionen gewährt. In der Zentralwohlfahrtsstelle, im Arbeiterfürsorgeamt und im ,.Ort“ sind wir durch Delegierte vertreten. Bei der Einrichtung der jüdischen Abteilung der Gesolei hat die Z. V. f. D., insbesondere bei der Schaffung der Palästina-Abteilung, mitgearbeitet. Das Balget der Palistina-Regierug Jerusalem, 17. August. (J.T. A.) Die Palästinaregierung veröffentlicht ihr Budget für das Jahr 1926/27. Das Budget beläuft sich auf 2 525 034 Pfund. Unter den Ausgabenposten sind eine Position von 3076 56 Pfund für öffentliche Schulden- und Amortisationstilgung, 322 826 Pfund für Polizei und Gefängnisse, 177 223 Pfund für den Grenzschütz in Transjordanien und 121 378 Pfund für Erziehungswesen. Zwischen Präsidium und Landesvorstand bestand ein enger Kontakt. Zahlreiche Rundschreiben und Einzelbriete machten es den Mitgliedern des Landesvorstandes möglieh, sich in allen wichtigen Fragen ein eigenes Urteil zu bilden und an den Entscheidungen auf Grund guter Vorbereitung teilzunehmen. ln der Berichtsperiode ist der Landes- Vorstand vierzehnmal zusanimengetreten. Die Sitzungen waren gut besucht. Die Arbeit des Präsidiums und des Landesvorstandes wurde unterstützt durch die Einsetzung mehrerer Kommissionen, von deneii einige eine sehr reg« Tätigkeit entwickelten. Einer im Dezember v. J. vom Landesvorstand eingesetzten Organisationskommission, die fünfmal zusammen trat, oblag die Prüfung der Etats und der gesamten Organisator! sehen Arbeit der Z. V. t. D. und der Fonds. In der Berichtszeit fanden zwei Zentralkomiteesitzungen statt, deren erste die Haltung der Z. V. f. D. auf dem Kongreß vorbereitete, während die zweite den Auftakt für die Har-Aktion bildete. Wir hatten bei ihr die Freude, den Präs! ' Eiiwulierstreik i■ Beerseheba Jerusalem, 17. August. (J.T. A.) Vor kurzem hat die Regierung erklären lassen, daß sie den Bau der Eisenbahnlinie von Rafa nach Beerseheba nicht weiterzuführen gedenkt, da die Mittel hierzu fehlen. Die Einwohner von Beerseheba haben nun eine Protestversamm!ung abgehalten und einen Beschluß gefaßt, zum Protest gegen die Vernachlässigurig von Stadt und Umgegend von Beerseheba durch die Regierung alle Arbeit ruhen zu lassen. Unter palästinensischen Fellachen macht sich unter der Wirkung der Propaganda gewisser Kreise eine Bewegung für Auswanderung nach der Türkei bemerkbar. Den Fellachen wird in Aussicht gestellt, daß die türkische Regierung ihnen freien Boden geben werde. 20 Fellachen- Familien haben bereits ihren Boden in Palästina verkauft und sind nach der Türkei abgereist. (J.T.A.) Der Weg zum Ziel Das zionistische Zentralorgan ״Haolam“ veröffentlicht in der dieswöchentlichen Ausgabe an leitender Stelle einen Aufsatz, über die Situation nach der A.-C. - Sitzung, worin es nach Besprechung der bekannten politischen Forderungen (Boden, Wirtschaftsfragen) heißt: Zur Stärkung unserer politischen Position und gleichzeitig zur Verwirklichung unseres Zieles gibt cs nur ein sicheres Mittel: die Vergrößerung unserer kolonisatorischen Arbeit. Der Zionismus hat keine politischen Machtmittel wie andere Völker. Unsere Machtmittel sind vor allem der Wille und die Arbeit unseres Volkes beim Aufbau der Nationalen Heimstätte. Dieser Wille muß sich zeigen in der Ausnützung der Möglichkeiten, die uns heute gegeben sind. Wir haben noch lange nicht von den Möglichkeiten Gebrauch gemacht, die uns durch das Weißbuch eingeräumt wurden. Der Wille unseres Volkes, in Palästina seine Heimat aufzubauen, beruht nicht auf politischen Ereignissen, die von außen gekommen sind, sondern auf dem tiefen nationalen Bedürfnis, das sich in unserer Geschichte stets manifestiert hat. Die Erweckung der Herzen im Sinne Achad Haams und die Organisierung des Volkes im Sinne Theodor Herzls sind daher noch immer unsere wichtigsten Aufgaben, um den Faktor zu schaffen, dessen Wille und Tat Palästina jüdisch machen kann. Das A.-C. war sich dieser Notwendigkeit wohl bewußt. Es hat die Pläne zur Erweiterung und Vergrößerung unserer Machtmittel mit großem Ernst beraten. Zu diesen Plänen gehört das Projekt der Er- Weiterung der Jewish Agency, das auch — die außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden für die Palästinasicdlung interessierten Kreise direkt und verantwortlieh mit dein Aufbauwerk verbinden will. Aber auch abgesehen von diesem Projekt, dem die Tätigkeit Dr. Weizmanns, vielleicht unter Mitwirkung von Herbert Samuel in Amerika gewidmet sein wird, das jedoch durch den bekannten Streit um die Krim-Kolonisation erschwert worden ist, besteht die Notwendigkeit der Schaffung größerer Mittel, um die Kolonisation in größerem Maßstab in Angriff zu nehmen. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn man die Behauptung aufstellt, daß dieser Gedanke im Mittelpunkt der A.-C.-Sitzung gestanden hat. Bei der Beratung des Budgets waren diesmal alle Teile sich darin einig, daß die Frage der Aufbringung der Mittel das wichtigste Problem bildet, da jedes Budget sinnlos ist, wenn es nicht gedeckt wird. Die Vertreter aller Länder waren sich klar darüber, daß im neuen Jahre äußerste Anstrengungen gemacht werden müssen. Denn nur wenn es endlich gelingt, die bis jetzt begonnene Kolonisation selbsterhaltend zu machen und die bisherigen Einwanderer im Lande wirtschaftlich zu verwurzeln, kann an eine Erweiterung und Vergrößerung unserer Operationsbasis geschritten werden. Das Referat von Ruppin hat bewiesen, daß auch die Frage einer Anleihe wichtige Fortschritte gemacht hat, und daß sich auf diesem Gebiete Arbeitsmöglichkeiten ergeben, vorausgesetzt allerdings, daß die Arbeit des Keren Hajessod nicht stocke und die Kontinuität unseres Werkes nicht unterbrachen wird. Unser wirtschaftlicher Fortschritt in Palästina ist nicht nur unsere stärkste politische Waffe, sondern auch das stärkste Argument in der Verhandlung mit jenen Faktoren, mit denen wir wegen einer Anleihe oder anderweitiger großer Geldbeschaffung zu tun haben. Hand in Hand aber mit dieser Sorge um den Fortschritt unserer Arbeit im Lande muß die Sorge um unsere Bewegung gehen. Der Zustand der zionistischen Bewegung ist nicht befriedigend, weil der materielle und geistige Zustand unseres Volkes nicht befriedigend ist. Die durch den Krieg bewirkte Zerrüttung unseres Volkes und die schwere seelische Krise der ganzen Welt haben ungünstige Bedingungen geschaffen für dne Bewegung, die einem großen Ideal zustrebt und von dem Einzelnen große Anstrengungen verlangt. Die Gedankenwelt des Zionismus entstammt einer anderen Zeit, und sie muß sich heute weiter entwickeln und mit den Zeitströmungen auseinandersetzen. Die jüngste Generation hat innerhalb des Zionismus noch nicht ihren eigenen charakteristischen Ausdruck gefunden. Unmittelbar nach dem Kriege glaubte die gesamte zionistische Jugend, daß ihre sofortige Uebersiediung nach Palästina bevorsteht. Heute erkennen wir, daß die Entwicklung Palästinas ein allmählich fortschreitender Prozeß ist, und daß das Land nicht in einem Ansturm chaotisch alle Kräfte aufnehmen kann. Dies hat eine gewisse Enttäuschung bei der jüngsten Generation hervorgerufen, und es ist Sache der verantwortliehen Faktoren im Zionismus, diesen Nachwuchs wieder stärker geistig mit der Bewegung zu verbinden und die Jugend auf der einen Seite mit den großen Energien verlangenden Realitäten Palästinas, auf der andern Seite mit der tief innerlichen und umstürzenden Bedeutung des Zionismus als des Strebens nach jüdischer und menschlicher Wiedergebürt bekanntzumachen. Von diesem Gesichtspunkt aus ist es sehr zu begrüßen, daß das A.-C. sich diesmal auch ernsthaft mit dem Zustand der Bewegung beschäftigt hat, und daß die Notwendigkeit anerkannt wurde, einen o r g a n i - satorischen Apparat zu schaffen, der das Zentrum stärker als bisher mit der Peripherie verbindet und für eine Belebung und Durchblutung des zionistischen Organismus Sorge trägt. Die arabische« Parteien in Pallstina Vor einiger Zeit machte bekanntlich der ägyptische Gelehrte Ahmed Zaki Pascha den Versuch, die arabischen Parteien zu einigen; der Versuch ist gescheitert. Die Zeitung ״Fata N a p r a b“ beklagt diesen Mißerfolg und bemerkt, daß die gegenwärtigen arabischem Parteiungen den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verfall Palästinas, sowie den Niedergang der arabischen Nation verschuldet haben. Das arabische Blatt zählt die folgenden arabisehen Parteien in Palästina auf, von denen nicht alle ein Programm haben: 1. Die arabische Exekutive, die überhaupt keine Partei ist, sondern sich als die Exekutive des palästinensisch-arabischen Kongresses ausgibt. Ihr Präsident, Muza Kasim Pascha, ist ein nationalgesinnter, aber politisch unfähiger Mann. Man nennt ihn mit Recht einen ״Derwisch“. 2. Die Nationale Partei, die von Tajeddin Alfaruky geführt wird, einem völlig einflußlosen Mann. Die Partei und ihr Organ ״Meraat al Sherk“ haben kein Programm. 3. Die Partei der Landwirtschaft, an deren Spitze der ungebildete Abdul Lafit Abu Hantash, der auch sonst einen schlechten Ruf hat, steht. 4. Die sogenannte Dörfer-Gemeinschaft, begründet vom Sheik Alshukeiry und Mitgliedern der Familie Almady. Alshukeiry, einst ein Helfershelfer des Tyrannen Dschemal Pascha, gilt als der Verantwortliche für die Leiden der arabischen Jugend während des Krieges. 5. Die Demokratische Partei, die unter Führung von Abdul Latif Salah, dem Mitglied des Obersten Rates der Moslemiten, steht und mit deren Hilfe Abdul Latif seine Position im Obersten Rat befestigen will. Dies das ganze Programm. Keine der genannten Parteien, schließt das Blatt, hat das Zeug in sich, der Nation Führer zu stellen. So kommt es, daß die Zionisten ungehindert die ganze Küstenstrecke von Ras-Nakura bis Beerseheba in ihre Hand bringen, ihren Einfluß verstärken und das jüdische nationale Heim aufbauen.

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