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Jüdische Rundschau · 1926-08-13 · Heft 63 (13.8.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 63 (13.8.1926)
Date
1926-08-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 454 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 63 Nr 63 heiten im deutschen Judentum zur Anerkennung zu bringen; dem stehen jedoch eine Fülle von Interessen und Scheininteressen entgegen, deren Wall nicht so leicht zu durchbrechen ist. Auch die Nichtzionisten kennen das Jtitlenproblem, aber sie finden sich damit ab und begntigen sich mit einer relativen Labilität, die eine Fortsetzung des gewohnten Lebens und eine Anwendung der einmal gefundenen (und statutarisch festgelegten) Formein halbwegs ermöglicht. Blumenfeld hat in einem äußerst interessanten Vortrag, den er im vergangenen Jahre in mehreren deutschen Städten hielt, eine scharfsichtige Analyse der jüdischen Gesellschaft gegeben und gezeigt, wie sich nach dem Kriege allmählich wieder eine geschlossene jüdische Gesellschaft gebildet hat, die sich selbst ihr Deutschtum bescheinigt und deren Hauptwaffe in ihrem Existenzkampf die Banalisierung des jüdisehen Lebens ist. Es ist ein richtiger Gedanke, daß gerade die Besten aus diesem Judentum durch eine Demaskierang ihrer eigenen Situation zur Besinnung gebracht werden müssen. Denn bei deutschen Juden, die in keinem unmittelbaren Volksleben stehen, ist die Judenfragc ein geistiges Problem; unsere Aufgabe daher, den Anstoß zum Denken zu geben durch Aufzeigung dessen, was ist. Dazu bedarf es einer gründlichen Beleuchtung des jüdisehen Lebens durch die zionistische Propaganda, die die elementaren Erkenntnisse des neu erwachten jüdischen Nationalbewußtseins an die Juden heranträgt. In dieser Hinsicht wurde in den letzten zwei Jahren und besonders im letzten Jahre eine beträchtliche Arbeit geleistet. Die von der Weltorganisation veranstaltete Ijar- Aktion bildete nur eine besonders merkliche Etappe in dieser Arbeit, die in weniger konzentrierter Form das ganze Jahr über geführt wurde. .Aber im kommenden Jahre wird diese Tätigkeit verstärkt und vergrößert werden müssen. Die antizionistischen Kräfte im deutschen Judentum, die unmittelbar nach der Revolution ebenso wie alle andern reaktionären Mächte von der Bildfläche fast verschwunden waren, haben sich ralliiert und versuchen mit allen Mitteln, den Zionismus zu verdächtigen und das Palästinawerk zu schädigen. Darauf gibt es nur eine Antwort: einen großen zionistischen Aufklärungsfeldzug, der sich bemühen muß, jedes jüdische Haus zu erreichen. Wir haben genügend jüdische Zuversicht, um zu glauben, daß schließlich doch alle wertvollen Kräfte im Judentum sich der Sache des jüdischen Volkes anschließen werden. .^ber Propaganda und Analyse bilden nur die erste otufe zionistischer Entwicklung. Wer die Wahrheit des Zionismus erkannt hat, muß den Weg zum lebendigen Judentum zurückfinden. Ein Zionismus, der beim bloßen Bekenntnis stehenbleibt, wird schwach und leer werden. Die Assimilation wirkt unmerklich, durch tausend Kanäle des täglichen Lebens und nagt an der jüdischen Substanz. Der fortschreitenden Assimilation im wirklichen Leben Trotz zu bieten, ist das Ziel der zionistischen Erziehungs- und Kulturarbeit. Der Delegiertentag wird einen großen Teil seiner Zeit den ernsten und brennenden Fragen der Volkserziehung in Palästina und im Galuth und der zionistischen Kulturarbeit widmen. Wir kommen heute in ein Stadium, wo die Frage der kulturellen Beziehungen zwischen Palästina und Galuth eine unmittelbare Aktualität erhält. Wir wissen auch, daß die kulturellen Institutionen in Palästina, abgesehen von der grandiosen Leistung der Durchsetzung der hebräischen Sprache, noch viel zu wünschen übrig lassen, und wir sehen hier ein Gebiet, wo auch der Oaluthzionismus helfend mitarbeiten kann. Aber nicht weniger ernst sind die Probleme der im Galuth aufwachsenden neuen Generation. Wir müssen gestehen, daß es noch kaum gelungen ist, auch nur für die Kinder der Zionisten eine befriedigende Lösung zu finden. All diese Aufgaben des wirklichen Lebens müssen in Angriff genornmen werden und sie werden zweifellos eine starke Belebung der zionistischen Tätigkeit zur Folge haben. * Es ist selbstverständlich, daß auch die Tätigkeit für Palästina keine Verminderung erfahren darf. Die unmittelbare persönliche Verbindung mit dem Lftnde kann vielleicht bisher noch nicht in dem Ausmaße verwirklicht werden, wie man unmittelbar nach dem Kriege gemeint hat. Aber der lebendige Kontakt mit dem werdenden jüdischen Gemeinwesen muß aufrechterhalten werden. Hier kommt unserer Presse eine entscheidende Bedeutung zu, die die Aufgabe hat, die Zionisten über die Realitäten des palästinensischen Lebens auf dem laufenden zu erhalten. Das palästinensische Leben ist in seinen Aeußerungen auch dort, wo diese uns bedenklich erscheinen und von uns brüderlich kritisiert werden, so stark, daß es die im Galuth lebenden Zionisten in seinen Bann zwingt, und auch auf Nichtzionisten seinen Eindruck nicht, verfehlen kann. Wenn der Delegiertentag seinem Palästina-Interesse eine konkrete Form zu geben vermag, so wird das eine besondere starke Anregung bilden und für beide Teile gute Früchte tragen. * Der Delegiertentag hat die große Aufgabe, die Riehtlinien für die zionistische Arbeit in Deutschland festzusetzen. Die ganze Fülle der zionistischen Probleme steht vor ihm, und nie darf er vergessen, in welcher schwierigen Situation die Bewegung heute ist. Wohl gibt es Meinungsverschiedenheiten innerhalb des zionistischen Lagers wie in jeder großen lind lebendigen sozialen Gmppe. Aber das einigende Moment ist so stark, daß noch stets in schwierigen Stunden das Gemeinsame ungeschwächt hervorgetreten ist. Die Sitzung des A.-C. ist in dieser Hinsicht vorangegangen. Wir glauben, daß auch der Delegiertentag von dieser Stimmung des Ernstes und der Arbeitsfreude erfüllt sein wird. Keine abweichende Meinung soll unterdrückt werden, aber die gemeinsamen Sorgen und das solidarische Verantwortungsgefühl müssen das Bewußtsein beherrschen. Nur dann wird die Tagung ihrer Aufgabe gerecht werden können, und das Interesse rechtfertigen, das ihr von der deutscheu zionistischen Welt und auch von dem Zionismus außerhalb Deutschlands entgegengebracht wird. Sokolow bei Lord!Manier Jerusalem, 8. August. (J. T. A.) Nahum Sokolow wurde bald nach seinem Eintreffen in Palästina von Lord Piumcr empfangen. Sokolow verbleibt einige Wochen in Palästina.;.Ä: מ!״״!, Jerusalem, 4. August 1926. (P.C.) Infolge der euerischen sanitären Maßnahmen, die die zionistische Palästinaxekutive zur Bekämpfung der Typhusepidemie in den landwirtschaftlichen Siedlungen des Emek Jesreel ergriffen hat — etwa 130 Fälle waren bisher gemeldet — steht ein baldiger Rückgang der Erkrankungen in Aussicht. Herr C. Q. H e n r i q u e s, früher beim Public Works Department in Indien, jetzt Bewässerungsbeirat der Palästina-Exekutive, trifft die sanitären Maßnahmen, welche die Siedler selbst zu seiner Zufriedenheit durchführen, die Exekutive liefert die erforderlichen neuen Materialien. Dr. Peiler von der Universität in Wien, der jetzt der Expert des Gesundheitsamtes der Palästina-Exekutive ist, leitet die medizinische Arbeit Das Problem der Unterbringung der Kranken ist dadurch sehr erleichtert, daß das Gesundheitsamt der Regierung im Regierungshospital in Haifa 80 Betten für die Typhusfcranken aus dem Emek bereitgestellt hat. Soweit die Kranken hier nicht aufgenommen werden können, werden sie im Hospital der Krankenkasse in Ain Charod untergebracht. In Sedjera hat man ein Heim für Typhus-Rekonvaleszenten eingerichtet. In Jaffa sind im Regierungshospital ebenfalls zwanzig Betten für Typhuskranke zur Verfügung gestellt worden. Die Zahl des jüdischen Pflegepersonals in den Regierungshospitälern von Haifa und Jaffa ist vergrößert worden. Judith Lares (Anläßlich ihres Ablebens am 25. Juli 1926 in Arad.) Man hat sie im Wiener Konzerthaussaal — die ״Wilnaer ־ spielten ״Tag und Nacht“ — über die Bühne schreiten gesehen. Da starb das letzte Flüstern im Saal. Noch ehe sie anhub zu sprechen. Man hat sie in der andern Legende, Anskis ״Dybuk“ gesehen. Sie kam auf die Bühne, auf diese kleine erbärmliche Bühne, auf der sie in Wien spielen mußte, und ehe sie noch ein Wort sprach, weinten Menschen im Publikum. Eine Bewegung von ihr, eine ganz kleine Geste, die sie in den Raum stellte — und es war, als würde alles Lichte und alle verdämmernde Erwartung eines mütterlichen Herzens in sanfter, hingebungsvoller und doch elementarer Mütterlichkeit zu ewig währender Legende werden. Die Lares schritt über die Bühne. Langsam, unendlich langsam, unendlich feierlich. Und doch ward das schnelle, rasende Pochen ihres Herzens am letzten Platz des Saales erhört und aus der Feierlichkeit ihres Augenblicks schrie das stammelnde Beben des Mutterherzens zuckend und voll bitterer Qual, aus einer einzigen Gebärde schon in die Welt. Wie sie sich auf ihren Stock stützte, wie sie den Kopf wandte, wie sie im Schreiten einhielt — kein Regisseur konnte dies erfinden; es war mehr als höchste Kunst der Regie: cs war ein unendliches Schauspiel, das aus der größten Kunst, deren ein Mensch fähig ist, aufbrach, aus der Kunst eines Herzens, dein alle Welt, in diesem Augenblick nebensächlich werdend, versinkt. Diese Judith Lares, die auch im Leben eine feine, stille und unsagbar zarte Frau war, diese vielleicht Größte, der ■"ו Größt. 11 wahrlich rieht armen jüdischen Bühne, ist gestorben. Sie starb, im Fieberwahn nach dem Schminkkasten verlangend, um ihre große Rolle dem Tode vorzuspielen, mit den Worten ihrer Rolle in ״Tag und Nacht“ auf eien Lippen, als echte, wahre Schauspielerin, der das Leben Kunst und die Kunst echtes, wahres Leben war, die auch vor dem Tod zu kapitulieren nicht gewillt ist. An den Maßen ihrer erschütternden Kunst gemessen, war ihr Tod doppelt erschütternd. Wer sie gesehen hat, wird ihrer nie vergessen. Hundertmal ist dieser Satz in Nekrologen gesagt worden, aber wie diese Zeilen kein Nekrolog sein wollen, so wollen auch diese Worte in Wahrheit das sagen, was sie bedeuten: unverg e ß 1 י c h muß sie bleiben den*, dem ihr Auftreten Erlebnis ward. Und wer — eine schwache, zarte Frau — zweitausend Menschen in einem Saal durch einen Blick, durch eine kleine Geste zu einer erstarrten Masse mit einem Herzen machen konnte, ist wert, daß man sich seiner erinnert für und für. Judith Lares, eine Schauspielerin ihres Herzens, war die große, wahrlich nicht leichtfertige Künstlerin der Gebärde: nicht die Worte, die ihr der Dichter erfand, waren das wesentliehe, sondern die alles eindeutig fixierende, und doch der Phantasie irgendwie Spielraum gewährende Gebärde, mit der sie das Werk des Dichters in das Leben, und darüber hinaus in das Unendliche hinausstellte. Sie schritt über die Bühne und jede zuckende Faser ihres Herzens lag vor aller Welt bloß, zuckte im Antlitz aller Welt. Aus ihrem Schweigen schlugen sich Brücken zu andern Sphären, die kein Wort erreichen kann, kein Aufschrei, nur das letzte, das fetzte andeutende Schweigen. Judith Lares war eine einmalige Erscheinung, eine Kunstlerin größten Formates, die Menschliches, Menschlichem dienend, in den Raum hinausstellen konnte, daß es riesengroß, einen ganzen Abend lang über dem Spiel als Übermenschliches Motto schweben konnte: das verewigte Zeichen eines nun nicht mehr vorhandenen Zusammenhanges mit Sinn und Schicksal dieser beiden Legenden ״zwischen den Welten“, das Sinn und Schicksal dieser kleinen, größten Darstellerin der Mütterlichkeit werden mußte. Nicht nur die jüdische, an Männern reiche, an Frauen aber selten arme Bühne verliert durch den Toa der Lares Unersetzliches; das Theater aller Völker, das mehr sein will als einfach eine moralische Anstalt, die Kunst, die dos Leben ausschöpfen will, um des Lebens willen, wird um einen Menschen ärmer. Und dies ist ein Anlaß, mit den Resten der ״Wilnaer Truppe“ zu klagen tun Judith Lares. Eugen H o e f I i c h (M. j. ben gawriel). Die medizinische Fakultät der Berliner Universität hat einstimmig beschlossen, Prof. Dr. F. Schneeursohn als Qast-Professor einzuladen. Prof. Schneeursohn wird über medizinische Pädagogik lesen. Er hat bekanntlich eine Reihe in wissenschaftlichen Kreisen viel beachteter Schriften in deutscher Sprache veröffentlicht und gibt gemeinsam mit Prof. Kol gen die Zeitschrift ״Ethos“ heraus Neue Bahnen (Die Londoner Sitzung des Akiions-Comitds und der Keren Hajessod.) In den Schlußreden der Londoner Aktions-Comite-Sitzung wurde immer wieder mit großer Genugtuung festgestellt, daß endlich die schweren Parteidifferenzen im Schoße der Zionistischen Organisation zurücktraten gegenüber einem verstärkten Gefühl für die Größe der gemeinsamen Aufgabe. Aber Dr. Weizmann, der Präsident der Organisation, weiß, daß für uns nichts gefährlicher sein konnte, als eine Stirninung der Zufriedenheit und Selbstgenügsamkeit«■ Wie er aut dem letzten Kongreß und wie er vor kurzem erst in Palästina die undankbare und unpopuläre Rolle auf sich genommen hatte, Illusionen zu zerstören, so sprach er auch am Schluß dieser Aktions-Comite-Sitzung mitten in die etwas pathetischen Schlußreden hinein das grausame Wort: ״Jawohl, diese Sitzung hat uns wieder einmal die Größe des Zionismus gezeigt, zugleich aber auch die Unzulänglichkeit der Zionisten.“ Wenn Weizmann sagt ״Unzulänglichkeit“, so meint er die mangelnde Kraft, Möglichkeiten praktischer kolonisatorischer Arbeit zu verwirklichen. Er meint letzten Endes — Geld. Und es ist kein Zufall, daß er sein stärkstes Bekenntnis zur Sache Palästinas, das Bekenntnis zu seinem Glauben an die Mög■ lichkeit, das nationale Heim des jüdischen Volkes in dieser Generation aufbauen zu können, nicht im Rahmen der politischen Debatte, sondern in der Diskussion über den Keren Hajessod ausgesprochen hat. Wenn man den nüchternen Be rieht über diese Rede liest, so wird man kaum nachempfinden können, mit welcher gewaltigen, ja erschütternden Kraft dieses Bekenntnis Weizmanns die versammelten Mitglieder des Aktions• Llomitds ergriffen hat. ״Ich glaube nicht mir daran, daß es möglich ist, in absehbarer Zeit die große jüdische Gemeinschaft in Palästina zu schaffen. Ich will sie selbst sehen!“ Neue Perspektiven eröffnen sich und vielleicht ist es nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, durch diese Worte Weizmanns sei etwas aus den Tagen Herzls wieder in unsere Bewegung hereingekommen. Hier ist nicht mehr die Verkleinerung unseres Ideals zu den Massen eines Entwicklungsprozesses, der in einer fernen Zukunft das nationale Heim in Palästina produzieren soll; hier ist der starke Wille, der ״brennende Durst nach der Erfüllung“, die ״heilige Unruhe“, die die Verwirklichung erzwingen. Es ist aber gegenüber dem Schwung der Herzl-Tage auch ein neues Element hier: die große Konzeption, die packende Parole, das zu endende Schlagwort ist unlösbar verbunden mit der lebendigen Wirklichkeit, ln derselben Rede sagte Weizmann: ״Ich bin sicherlich kein Phantast. Ich stehe für geduldige und systematische Arbeit und ich habe sie immer nicht nur gepredigt, sondern auch getan.“ Wenn sich uns jetzt auf Grund der bisherigen Leistungen in Palästina, auf Grund unserer Erfahrungen (der guten wie der schlechten), auf Grund der durch unsere Arbeit geänderten Situation große neue Möglichkeiten erschließen, so heißt das natürlich nicht, daß wir zu Träumern werden. Und all die verschiedenen Pläne, die in der Aktions-Comitö-Sitzung vorgelegt wurden, etwa der Versuch, zehn Jahre hindurch je 30 000 Juden nach Palästina zu bringen und im Lande zu verwurzeln, oder der Vorschlag einer großen Palästinaanleihe, stützten sich durchaus, auf Erfahrungstatsachen und auljsta,.J)it geWJs»jn: liTOiter'^p^af |ep^rfeiE׳l^׳tÄl. ,gehört ־iftn, daß alle neuen Pläne auf einer Erweiterung und Ausnutzung der bisherigen Arbeit beruhen und weit entfernt davon sind, alles Bisherige als unzulänglich zu verwerfen. Nicht nur die bisherige Kolonisationsarbeit, sondern auch das bisherige Sysfem der Finanzierung durch den Keren Hajessod wurde durchaus bejaht und als die Grundlage und das Rückgrat auch aller weiteren Möglichkeiten anerkannt. Für das kommende Arbeitsjahr wurde ein Budget aufgestellt, das sich noch ausschließlich auf den Keren Hajessod stützt. Und wenn ich gelegentlich einmal gesagt habe, die Entwicklung der zionistischen Palästinaarbeit sei abzulesen an den Fortschritten, die die Zionistische Organisation in der Kunst gemacht habe, ein Budget aufzustellen — dann war diese Aktions-Comite-Sitzung ein starker Ruck vorwärts in dieser Entwicklung. Vielleicht hat auch der Zufall hier eine erfreuliche Rolle gespielt. Louis Lipsky, der Führer der amerikanischen Zionisten, hatte die Vertreter der Landesorganisationen zu einer Vorkonferenz nach London berufen. Und diese Gelegenheit benutzte die Exekutive, um mit den führenden Zionisten der wichtigsten Länder noch vor Beginn der anstrengenden Sitzung des Aktions-Comites selbst über die Heber die Notlage der hebräischen Literatur Wir veröffentlichen den folgenden Aufsatz um so lieber, als er einen praktischen Vorschlag enthält, der vielleicht auch für die Behandlung der Kulturfrage aut dem Delegiertentag von Interesse sein kann. Red. In der letzten Zeit erscheinen öfters Klagen über die Armut und die Notlage der hebräischen Literatur. Vor dreißig Jahren schien eine plötzliche Blüte der hebräischen Literatur angebrochen, die Klagen Jehuda Leib Gordons, der letzte hebräische Dichter zu sein und zu den letzten hebräischen Lesern zu sprechen, die zurückhaltende Stimmung Achad Haams schien unberechtigt. Die ״Jungen“ erhoben ihr Banner, eine ganze Generation entstand, Bialik und Tschernichowski, Berditschewski und Frischmann, denen andere folgten, Schneur und Schimonowitz, Feuerberg und Quenin, Jakob Kohen und Brenner. Verlage und Zeitschriften erschienen in vielen Ländern, der (jetzt langsam aussterbende) Kreis der Ausläufer der russischen Haskala, begeistert von den neuen nationalen Idealen, lieferte die Leser. Dies alles scheint heute verändert, die Größen der hebräischen Literatur, die an ihrem Horizonte erschienen, sind tot oder verstummt oder haben die Hoffnungen nicht erfüllt, die hebräische Verlagstätigkeit ist arm, die hebräische Presse fast ausschließlieh auf Palästina eingeschränkt. Aber diese innere Notlage findet ihre Parallele und zum Teil ihre Begründung in der äußeren Notlage der hebräischen Schriftsteller und Dichter unserer Tage, die schreiben, ohne auf Leser zu zählen, und ohne die Hoffnung, ein ausreichendes Einkommen durch ihre schriftstellerische Tätigkeit finden zu können. Die hebräischen Schriftsteller und Dichter halten in einem fast heroischen Kampfe die hebräische Literatur aufrecht, ohne daß ihnen das jüdische Publikum, das Volk des Buches, das sich gerne der ncuhcbräischen Renaissance rühmt, zu Hilfe kommt. Die Worte und Lieder des hebräischen Publizisten und Dichters Mögtichkei im kommt handlungci Anteil hat Lage und manns um einerseits, führte zu durch welc Jahre nah schuf die stens die 1 deckt und arbeit ge\ Es ist kosten wi sind güns schon in und diese mit der W Schwung 1 stellen de im Herbsl sind volle stungen, c bringen zi leiden imi pression, t Einfluß h! den Wintc Jen und c und das ganisation Ausdruck der Misra daß sie 1 eintreten 1 des Kerer Die E dotier Sit Hajessod gebracht, der notw! ist, die ül Vielleicht Comites k sie kann notwendig Lind in d London g hatten un ratungen, einer Krä sicht führ pulsen sc Auswirkut wesen. L von jenen in Weizm Worten:;» bei dem wir selbs zu vollfül wir ihn « l.ondt Wie Weiß-\ keiten zu! nungsvoll begreiflicl der allge!'״trieb a große V hatten di■ in der T liehe Sei bruch d! 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