Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 61 (6.8.1926)
- Date
- 1926-08-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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61 Nr. 61 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 441 Inter. allen sucht aus 1 de:; ihren 1 für >rueh kur? ntnig ative Die Mcir erate i s a. 1 e r. ~arb- ־a el i e d. lanu, des und ierte dien Konden h en a s v M•), t h - irner r t h und 1mm def en iten. irtc- ,auf- und üad dies haft lten vorharf die De- :htc ingvon iclit uch icht so ■aus die ein ,ro- 1111g mig ist nk- 'lau ,ori z * Reest. 1mide der enbg. Dr. ste, :ale Ais ine en; ■ich 1en Tie liff. der als laß >s tioB in :er״ chchner htmgr Es 1er m en, en. :en «Ilitch ng־ en nd ler -זר Israel Zangwill Erinnerungen Von San.-Rat Dr. Emil S i 111 o n s o n. Es sind ihrer nicht mehr viele übrig von jenen Führergestalten, die im Heroenzeitalter des Zionismus das Podium und die Rednertribüne der Kongresse beherrschten. Nach Herzl und Nordau, Wolffsohn, Mandelstamm, Oskar und Alexander Marmorek und manchen anderen ist nun auch das heiße Herz Israel Zangwills zur Ruhe eingegangen, die es im Leben nie finden konnte. Es hat in der Tat den Anschein, als ob nach achtzchiihundertjaliriger Entwöhnung von den Kampffeldern der Politik, nach jahrhundertelanger Beschn'inkung auf den gemächlichen Trott der Kehillapolitik, das jüdische Herz sich erst wieder einem opferreichen Training für diesen zermürbenden und verzehrenden Kampf unterziehen mußte. Herzl, Wolffsohn, die Brüder Marmorek, Zangwill, sie waren die Chaluzitn, die in der Eroberung dieses Neulandes für ihr Volk als Opfer fielen. Es kann lind braucht in diesem kurzen Gedenkwort nicht die Bedeutung Zangwills als Dichter dargelegt zu werden, mir von dem Zionisten und Menschen soll hier nach eigenen Erinnerungen, und somit ohne Anspruch auf erschöpfende Vollständigkeit, etwas gesagt werden. Er war selbst einer jener Träumer des Ghetto, die er mit sq liebevoller Einfnhlung vor unserem Auge hat wieder lebendig werden lassen. Er war alles eher, als ein Politiker. Relativismus lag ihm nicht. Mit der schönen Konsequenz eines idealistischen Junglings vertrat er während seines ganzen Lebens immer das, was er gerade für richtig hielt, Kompromisse mit den Grenzen des Möglichen waren seinem Wesen fremd. Als ich im Gespräch einmal hervorhob, wie im Gegensatz zur irriiehternden deutschen Politik die englische Staatskunst seit Jahrhunderten festen Zielen folge, wie der Staatssekretär des 1 oreign Office (damals war Cs Lord Hardingc) als der unersclüittcrliche Punkt im Wandel der Ministerien als Hüter des traditionellen Leitgedankens sich bewährt habe, da bestritt er sehr entschieden die politische Veranlagung der Engländer. Er sah nur die britische Fähigkeit zu glücklichen Improvisationen, die ihn, den leidenschaftlichen Vertreter der reinen Ideen, nicht befriedigen konnte. Er sah aus der Nähe nicht, daß gerade die unwandelbaren Grundgedanken seiner Politik dem englischen Staatsmann die innere Freiheit gaben, zu improvisicrcn, die Forderungen der Stunde zu berücksichtigen, sich nach der jeweiligen Lage taktisch zu drehen, Geduld zu haben. Er war ein Mensch aus einem Guß, darin lag seine Stärke und seine Schwäche. Einem solchen ״eingleisigen Denken“ — und Fühlen — konnten juristische Konstruktionen wie ״Oeffentlich-rechtJich gesicherte Heimstätte“ nicht imponieren. Er war immer reiner Judenstaatler, Judenstaat und Judenvolk gingen ihm vor dem Judenland. Auch sein Herz war, wenn auch in Ldhdön geboren, ״aus Plnsk“, aber er vermochte es nicht, wie Weizmann, Volk und Land in seiner Seele zu einer untrennbaren Einheit zu verschmelzen. So übertraf er in den letzten Jahren nach seiner Rückkehr zum Zionismus alle Revisionisten an Extremismus der Forderung. ln den ersten kurzen Gedenkworten in Nr. 60 d. Bl. erklärt die ״Jüdische Rundschau“ es für wahrscheinlich, daß Zangwill ohne den Tod Herzls die zionistischen Reihen nicht verlassen hätte. Dem kann man zustimmen. Herzl kannte seine Freunde und wußte stets zügelnd einzugreifen. Als auf dem 5. Kongreß Zangwill seine große Attacke gegen die Leiter der Ica ritt, da war Herzl auf seiner Hut und übernahm selbst den Vorsitz. Schon nach wenigen Worten mußte er unterbrechen: ״Mr. Zangwill, piease don’t mention names!“ Das war aber auch die einzige Konzession, die er sich abringen ließ. Es war ein ästhetisches Vergnügen für jeden Hörer, auch für Herzl, wie Zangwill die einzelnen Männer der lea auch ohne die verpönte Namensnennung in scharf gespitzten und künstlerisch gemeißelten Sätzen so charakterisierte, daß jeder Hörer wußte, wer gemeint war; wie in seinen Zügen, die damals bereits als ״interessante Häßlichkeit“ abgestempelt waren, ein Wetterleuchten das innert Lächeln über jede kommende Pointe ankündigte. Um nicht zu weitläufig zu werden, seien hier nur einige seiner Sätze herausgegriffen, eine Vorstellung von Zangwill als Kanzelredner soll dann im Anschluß an diese Erinnerungen eine Zusammen- Stellung einer Anzahl seiner fein pointierten und ziselierten, über die Stunde hinaus wertvollen Aussprüche geben. — ״Wer sind diese Leute? Da ist ein berühmter Finanzmanu. Woher soll er aber die Zeit nehmen? Ich vermute, daß er bloß das goldene Schiffshaupt der Gesellschaft ist. Dann ist einer, den ich besonders gut kenne; er ist ein vermögender Mann, ein edler Charakter und Gelehrter, der nie in seinem Leben einen Pfennig verdient bat, der aber vornehm sehr viele Pfennige an der Herausgabe einer Monatsschrift verloren hat, dieser Oxforder Träumer. Was tut dieser Gelehrte in der Millionenverwaltung? — Dann ist da ein Franzose, gleichfalls ein Gelehrter, der an einem Museum angestellt ist, und von dem man schwerlich erwarten kann, daß er mit lebenden Individuen umzugehen weiß. — Wenn aber die Testaments- Vollstrecker (des Baron Hirsch) nicht zu uns kommen, sehe ich keinen Zweck, dem ihre Millionen dienen sollen, nichts als eine Reihe schwacher Versuche. Baron Hirsch war kein verlorener Jude, aber ich fürchte sehr, seine Millionen werden verloren sein. — Es gibt noch ein anderes großes Kapital zum Nutzen der Juden, gleichfalls viele Millionen betragend, :las Kapital der Gesellschaft für Judenbekehrung. — Diese beiden Kapitalien haben noch eine andere Aehnlichkeit. Die Kosten eines Getauften und die Kosten eines Kolonisten sind ungefähr dieselben. — Die Missionäre sagen; Tauft Euch! Die Hirsch’schen Testamentsvollstrecker sagen: Bettelt! Der Zionismus sagt: Arbeitet!“ — So sprach der Träumer als Politiker, um Menschen zu sich iierüberzuzieheu. — Die Rede?udigte mit einem Antrag, der Kongreß solle nicht auseinander-?ehen, ohne ״die Hirsch’schen Testamentsvollstrecker öffentich zu verurteilen“. Hier griff Herzl wieder ein und wußte ien Kongreß zu überzeugen, daß es im Interesse der Be- «vegung nötig sei, ״bei allem Respekt, den wir vor seiner 0erson haben, die Abstimmung zu unterlassen. Es gibt gewisse Worte, die man sagen kann und die dann nicht verlorengehen, auch wenn nicht irgendeine Kundgebung sich daran schließt.“ Auf dem 6. Kongreß beschäftigte er sich in einer zweiten großen Rede in der Hauptsache wiederum mit der Ica, während er sieh in der Ostafrikafragc sehr zurückhielt. Erst aut dem 7. Kongreß trat er mit größter Leidenschaft für die Annahme hervor. Dabei wurde er ebenso leidenschaftlich von dem englischen Arbeitcrdelegierten Shire bekämpft, aus dessen Rede hier einige Sätze wiederzugeben sich lohnt, die uns heilte ganz eigenartig anmuten. ״Derselbe Herr Zangwill hat Ihnen aber nicht erzählt, daß in derselben Rede Baifour, der Minister der konservativen Partei, der höchste Minister Englands, der ein bedeutender Deuker ist, der das Glück der ganzen englischen Nation momentan in Händen hält, offen als Antisemit gegen das ganze jüdische Volk gesprochen hat. Ich sage Ihnen, meine Freunde, Herr Balfour hat durch diese Rede mehr Zionisten in England geschaffen, als alle Reden des Herrn Zangwill zu schaffen imstande sind.“ — ״In England ist die Gegnerschaft gegen die Einwanderung des jüdischen Proletariats nicht nur auf Seite der Regierungs- Parteien, sondern auch bei den Radikalen und bei der sozialistischen Partei zu suchen. Auch dort gibt es Antisemiten, ./\\\ die gegen das jüdische Proletariat schreiben und sprechen. Darauf will ich Sie besondere aufmerksam machen. Ich stehe hier und erzähle eine Tatsache. Im Jahre 1895 hat ein Arbeiterkongreß, der aus ganz England beschickt war, in Cardiff eine Resolution beschlossen, in der von der Regierung Ausnahmegesetze gegen die Einwanderung der Juden verlangt wurden. Ich war damals Sekretär eines jüdischen Arbeitervereins in London. Wir haben eine Protestversammlung der jüdischen Arbeiter einberufen, — und dort haben auch viele 'sozialistische Redner im Namen der internationalen Solidarität für das jüdische Volk, das jüdische Proletariat gesprochen. Einer dieser Redner war James Mac Dona Id —. Und dieser James Mac Donald ist jetzt gleich* falls ein bitterer Gegner des ganzen jüdischen Proletariats, wie Balfour selbst.“ — Wer dem Redner damals gesagt hätte, daß es in zwei Jahrzehnten eine blühende jüdische Kolonie Balfouria in Erez-Israel geben werde, dem wäre wohl ein Zweifel an dem normalen Zustand seiner Geisteskräfte nicht erspart geblieben. War die Voraussicht wirklich so ganz unmöglich? Man erzählt uns heute immer wieder, unsere heutige öffentlichrechtliche Stellung in Palästina sei uns unvorhersehbar wie ein Lotteriegewinn in den Schoß gefallen. Während einer Ende 1907 i!1 Frankfurt a. M. stattgefundenen Jto-Konferenz erklärte ich im Verlaufe eines Privatgespräches Zangwill, Palästina sei für mich das Territorium. ״Für mich auch,“ meinte Zangwill, ״aber wie sollen wir es bekommen, da auch Herzl für absehbare Zeit eine unübersteigbare Mauer vor uns gesehen hat?“ Als ich ihm andeutete, wir würden es von England bekommen — es war das oben erwähnte Gespräch über die Engländer als Staatsmänner —, da stutzte er und forderte mich auf, ihm eine Denkschrift auszuarbeiten. Die Vollendung dieser Ausarbeitung zog sich durch Monate hin, bis sie von der jungtürkischen Revolution scheinbar überholt wurde. Aber der erste Satz des Bruchstücks hieß: .,An die Spitze meiner Ausführungen stelle ich den Satz: Palästina wird in 5 bis 15 Jahren britischer Besitz oder britische Einfluß- Sphäre sein.“' Die Voraussicht war in Wirklichkeit nicht so unmöglich und Herzl, der auch seinen nächsten Freunden nur schwer und nicht immer seine geheimsten Gedanken anvertraute — wir kennen ja heute aus den Tagebüchern und Briefen die Krise in seinem Verhältnis zu Wolffsohn —, mag wohl derartige Gedanken gehabt haben, während er der Politik des Möglichen, damals Möglichen, in weiser Selbstbeschränkung nachging. Vielleicht war diese Voraussicht wenigstens einer der Gründe, daß er seinen Sohn in England erziehen ließ. Wenn auch die Geopolitik und die Geoökonamie als Wissenschaft zu jener Zeit noch nicht bestanden, so war globales Denken doch schon längst Altbesitz britischer Staatskunst. Palästina aber war damals schon ebenso wie heute ein wichtiger Teil der Landbrücke zwischen Aegypten und Indien, und diese Brücke war nicht nur notwendig für die Sicherung der politischen Macht Englands, sondern auch als Gegengewicht gegen den Panamakanal, der sonst dem Handel der U. S. A. mit den Ländern im Osten und Süden der Pazific ein entscheidendes Uebergewicht zu verleihen drohte. Zangwill bemühte sich mit Feuereifer um einen Charter in der Cyrenaika, dem einstigen jüdischen Kulturzentrum. Wenn meine Erinnerung nicht täuscht, war es Klee, der betonte, daß man das nicht ohne Verständigung mit Italien betreiben könne, das damals schon ausgesprochener Prätendent auf dieses Land war, und hatte im Einverständnis mit Zangwill bald darauf eine Audienz bei dem Ministerpräsidenten Princtti. Wenn dieser, wie alle späteren Pläne Zangwills, nicht verwirklicht werden konnten, so lag es wohl ebenso wie hei Fferz! an der Geldfrage. Wenn der alte Lord Rothschild von Her/I nicht mit fortgerissen werden konnte, so waren wohl auch Zangwills Bemühungen von vornherein;m.-sichtslos, und die fca-Mänrier hatten ein gutes Gedächtnis. Italien mit seinem Menschenüberfluß halte wohl auch damals schon int Auge, einen Teil seiner Auswanderer in der Nähe;!״zusiedeln. Nach vielen Fehlschlägcn, deren Ursachen hier nicht untersucht werden können, beschränkte sich Zangwill bis zum Weltkriege auf die Umleitung der Auswanderung über den Hafen von Galvcston, um das Klebenbleibcn im New- Yorker Ghetto möglichst zu vci hindern. Denn schon drohte auch Amerika mit Schließung der Tore. Und für diese kleine Aufgabe fand er auch die Unterstützung der cngäisch-judisehen Finanz. Als der Krieg ausbrach, befürchtete er cm böses Schicksal für die russische Judenlieit und agitiert so leidenschaftiieh gegen den Krieg, daß er in Sieherheitshaft genoinmen wurde. Nachdem es aber Lord (irev gelungen war, ihn zu überzeugen, daß gerade der Krieg die Befreiungsstunde für die russischen Juden bring•«) werde, wurde er unter Hintansetzung aller Bedenken ein begeisterter Anhänger des Krieges. Sein ״Alles oder 11ichts״-Standpu11kt in den letzten Jahren kennt ja auch die jüngere Generation bereits aus eigener Beobachtung. So ist es verständlich, daß dieser brennende Dornbusch sich in seinem eigenen Feuer verzehren mußte. Aus Zangwills Kongreßreden ״Ich will einen Antrag stellen, und dieser Antrag wird sich auf Geld beziehen. Wie Sie wissen, hat auch Herr Dr. Her/I von Geld gesprochen, so sehr, daß man ihn einen Materialisten genannt hat, aber wenn er nicht von Geld gesprochen hätte, so würde inan ihn sicherlich einen Idealisten genannt haben.“ * ״Dr. Herzl sagte zu den Juden: ,Gebt mir zwei Millionen (Pfund), und ich will Großes tun.‘ Er bekam nicht einmal ein Viertel dieser zwei Millionen, und dann riefen alle Juden, die ihr Geld in ihren Taschen behalten hatten: Traumer, wo ist das Große? Das erinnert mich an eine Gcschichte, die in einem Dorfe, ich weiß nicht wo, sich zugetragen hat. Die Vorsteher der jüdischen Gemeinde beschlossen, dem Rabbiner ein Faß Wein zu stiften. Jeder Familienvater hatte einen Liter beizusteuern. Das Faß wurde von Haus zu Haus gerollt; einige wenige gewissenhafte Leute gossen guten Wein hinein, aber die Mehrheit schüttete Wasser zu; denn jeder dachte, was kann das machen, ein Liter Wasser in soviel Wein? Kurz darauf feierte man das Bar- Mizwah-Fest des Sohnes des Rabbiners, und der Rabbi lud die Gemeindevorsteher zu sich. Der Wein war für diese Gelegenheit aufgespart worden und wurde ihnen vorgesetzt. Nun denken Sic sich den Abscheu und die Empörung dieser Leute: Wie untersteht der Rabbiner sieb, uns solches Zeug vorzusetzen!“ * ״Aber wir gaben auch noch nicht einmal diese Millionäre auf; denn ich stimme mit meinem verehrten Freunde Dr. Nordau darin nicht überein, daß jeder pllionär ein dem Judentum;־ verlorener •Jude ■ ist. Man ׳ so'p keinen• Millionär ׳ verloren geben, ehe er tot ist.“? * ״Es ist gesagt worden, daß die wichtigste Wohltätigkeit darin bestehe, zwei Grashalme dort wachsen zu machen! wo bis dahin ein Grashalm wuchs. Von Baron Hirschs Wohltätigkeit kann man sagen, daß er dort zwei Schnorrer wachsen machte, wo bis dahin bloß ein Schnorrer wuchs.“ * ״Man sagt uns: Der Zionismus ist ein Traum. Wie sollte das anders sein, da ja die Juden schlafen.“ * ״Wie ich von Palästina gesagt habe: Geben Sie das LanJ ohne Volk dem Volk ohne Land, so sage ich vom Baren Hirschsellen Vermächtnis: Geben Sie die Millionen ohne Zweck dem Zweck ohne Millionen.“ * ״Wieviel leichter ist es doch, Kinder zu unterrichten, die lernen vollen, als solche, die man erst mit Zucke•! antocken muß. Wieviel leichter ist es, die Wollenden, die Willigen in Palästina anzusicdcln, als die Nichtwoücnden nach Argentinien mit Geld zu locken.“ ״Wir wissen, was Zionismus ist. Was aber sind Wohltatigkeitsanstalten? Wohltätigkeitsaustalteii sind das äußerlieh sichtbare Zeichen der Fehlerhaftigkeit eines sozialen Organismus.“ * ״Nie würden sich so viele unserer Hoffnungen auf den Zionismus konzentriert haben, wenn dieser nicht die Hoffnung in sich trüge, daß einst der jüdische Staat der Welt die Lösung dieser sozialen Probleme wird bieten können, und daß jene Rasse, deren erster Gesetzgeber allen anderen Gesetzgebern zugleich in Wissenschaft und Erbarmen so unendlich weit vorangescliritten war, wieder einmal einen Steuermann hervorbringen werde, der sie im Uchte der neuen Wissenschaft und der alten Liebe durch neue Zeiten glänzend führen wird.“ & ״Baron Hirsch war der Vater des Gedankens von jüdischer Kolonisation in großem Stile. Nun sind aber beinahe 13 Jahre verflossen, seitdem dieses Kind seines Geistes 1891 das Licht der Welt erblickte. Bald wird es seine Barmizwah feiern, und das Kuratorium der Hirschschen Stiftung kann sodann das auf seine eigene Mannheit gestellte Kind uns mit dem orthodoxen Spruche übergeben: ברוך שפטרני סענשו של זה Gelobt sei Er, der mich von der Verantwortlichkeit für dieses Kind entlastet hat. Das einzige, was jetzt noch nottut, ist ein stattliches Barmizwahgeschenk.“ ״Mir, dessen ganzes Leben in den Dienst der Kulturarbeit gestellt wurde und nicht zum geringsten Teil in den Dienst jüdischer Kulturarbeit, wird der Kongreß wohl gestatten, es auszusprechen, daß, was den geistig-kulturellen Einfluß auf unsere Rasse betrifft, eine jahrhundertelange Kulturarbeit einem Jahrzehnt agrikulturcller Arbeit auf eigenem Boden nicht gteichkommt.“ * ״Der Streit über die Kulturrichtung, weiche auf dem heimatlichen Boden, den zu gewinnen wir erst streben