Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-08-03 · Heft 60 (3.8.1926) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 60 (3.8.1926)
Date
1926-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652839--18441-2676208
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 432 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 60 Nr 60 An der Wende der Generationen Von Dr. Hugo Bergmann (Jerusalem). I. Aciiad Haam wird 70 Jahre alt ln dem Jahre, in welchem die Jünger Herzls, die eigentlichen Vollführer des Willens des früh Verstorbenen, 50 Jahre alt wurden. Er ist ihnen um eine Generation voraus. Seine Generation war um, als die Generation Herzls kam, die nunmehr — als Generation — auch wiederum abtritt. Eugen Rosenstock schrieb kürzlich in der von Buber herausgegebenen Zeitschrift ,,Die Kreatur“ die Worte: ,,Der Mensch selbst ist nicht einährig. Zu 30 Jahren rechnet die Sprache die Generation. Aber das Leben ist damit nicht gelebt. Zwei oder drei Meiischenalter durclnvarulelt der Mensch im Laufe seines Lebens. Er begräbt den Geist einer Generation, muß ihn begraben und lebt in einen zweiten hinüber lind der Greis erreicht noch eine dritte Station. Gleichzeitig leben mehrere Generationen zusammen, eine jedegeführt von ihren Sprechern, Helden und Vorkämpfern.“ Aciiad Haam ist der Sprecher der vorletzten zionistischen Generation. In diesen Tagen, da er die ,,dritte Station“ erreicht, pocht an unsere Tür die neue, die nachherzl’schc Generation. Wie ist es mit dem Geist der Herzischen Generation, die in der Mitte steht? Müssen wir, die ihr entstammen, ihn ״begraben“? Achad Haams 70. Geburtstag inahnt zur Einkehr.!1 Der Herzlschc Zionismus stand unter der Parole der sofortigen Massen Übersiedlung. Mau kann sich Herzls und seiner Anhänger Stellung zu allen jüdischen Problemen gar nicht anders erklären, als unter steter Berücksichtigung dieses Gesichtspunktes: Morgen brechen wir hier unsere Zelte ab und wandern hinüber. Daher hat für sie das Weltjudentum als solches keine Probleme, oder wo sie sind, sind sie bedfutungslos, Probleme eines Heute, das morgen nicht mehr da sein wird. Jede Sorge, die diesen Problemen gewidmet wird, ist Kraftvergeudung. Denn morgen sind wir drüben und von dort erhalten alle Fragen eine neue Lösung. Dieser sozusagen eschatologische Gesichtspunkt hielt sich natürlich nicht lange. Noch zu Herzls Lebzeiten brachen sich jene Fragen Bahn, welche man, um ihren provisorischen, vorübergehenden Charakter ja recht zu bezeichnen, als ״Gegenwartsarbeit“ bezeichnete, Arbeit einer Gegenwart, die keine Zukunft hat. Nur unter Widerstand setzte sich die Gegenwartsarbeit durch und ist niemals recht heimisch bei uns geworden. Und dieselben Widerstände, weiche die Gegenwartsarbeit fand, stellten sich andererseits den Versuchen einer ״Klein-Koloni• sation“ Palästinas entgegen. Dieses Palästina vor der ״öffentlieh rechtlichen Sicherung“ war nämlich ebenso Provisorium wie die Galuth. Alle Energien mußten sich der Erlangung des Charters zuwenden —, Beschäftigung mit Fragen der Galuth oder der Kolonisation Palästinas war Kräftezersplitterung, die bekämpft wurde. Nur aus dieser esehatologischen Einstellung des Herzischen Zionismus kann man es verstehen, daß der von ihm geschaffene Zionismus sich mit einem so blutleeren, unwirklichen, unhistorischen Judentum zufriedengab, wie er diese Periode kennzekhnet. Offiziell natürlich begrüßte man hebräische Sprache, jüdisehe Geschichte usw. —, aber es war eine Verbeugung der Konvention, bei der kein Gefühl mitsprach. Wo eine so gewaltige Revolution unmittelbar bevorstand, wie die von Herzl angcstrebte, wo der ganze Volksbesiand auf neue Grundlagen gestellt werden sollte, wo die Galuth ein für allemal beendet werden sollte —, was taugten da all die unendlich komplizierten und unendlich schwer durchzuführenden geistigen Dinge, durch welche sich das Galuth Judentum durch zwei Jahrtausende seine Existenz gesichert hatte? So wuchs die Herzische Generation heran: Eingestellt auf ein Ziel, das durch politische Mittel allein verwirklicht werden konnte, war ihre Aufmerksamkeit naturgemäß hingegeben an Politik und deren Mittel: Organisation. Und das gemeinsame politische und organisatorische Interesse, Aufbau der Organisatlon und ihrer Fonds, ihre Parteitage und Kongresse, Kämpfe der Fraktionen war wirklich, so sonderbar es ist, stark genug, eine Generation dem Judentum zu erhalten. Der Hcrzlsche Zionismus hat eine Generation des Judentums (vor allem im Westen) dem Judentum wiedergewonnen und erhalten. Zar Religionsauffassnng Achad Haams Von Dr. Abraham Schlesinger, Buchau a./F. Daß Achad Haam reiner Verstandsmensch sei und nicht nur ohne innere Beziehung zur Religion, sondern selbst bar des tieferen Interesses für sie, gilt vielfach als feststehende Tatsache. Was mich betrifft, ich glaube keins von beiden. Jedenfalls läßt sich leicht nachweisen, daß Achad Haam dem Phänomen der Religion ernste Beachtung geschenkt und es zum Gegenstand reiflicher Erwägung gemacht hat. Soweit es der engbegrenzte Raum gestattet, möchte ich heute und hier versuchen, ein wenig zur Klärung des wahren Sach- Verhalts auf diesem Gebiete beizutragen.1) 1. Durch Rudolf Otto ist neuerdings in weite Kreise die Auffassung gedrungen, daß als charakteristischer Grundbegriff der Religion das Heilige zu gelten habe. Heiligkeit bedeute jedoch keineswegs von vornherein sittliche Vollkommenheit, sondern stelle eine eigene Kategorie neben der des Guten, Wahren, Schönen, dar. Allerdings ״schematisiere“ sich in den höheren Religionen stets jenes primäre Irrationale durch die rationalen Momente des Guten und Wahren, woraus erst ״die satte und volle Komplexkategorie des Heiligen selbst im Vollsinn“ resultiere. Achnliche Gedanken hat Achad Haam schon vor drei Jahrzehnten lind darüber mit ein bißchen andern Worten ausgesprochen. Gleich in der ersten Zeit seiner literarischen Wirksamkeit widmete er zunächst dem Begriff des Heiligen einen besonderen Aufsatz und wies auf ein wichtiges Merkmal hin, das ihn von dem des Profanen unterscheide. Bei profanen Gegenständen empfängt das Mittel seinen Wert zumeist lediglich durch den Zweck. Schwindet dieser, *o wird es selbst wertlos und hinfällig. Beim Heiligen da- י) Eine umfassende Untersuchung und Würdigung der gesamten Religionsauffassung Achad Haams beabsichtige ich später in Angriff zu nehmen. III. Aber in unseren Tagen besteht der Herzlschc Zionismus (als geistige Bewegung) seine Probe. Ist er imstande, noch eine Generation zu erfüllen? Die Zeichen sagen unzweifelhaft: nein. Die neue zionistische Generation, soweit sie schon da ist, hat kein Verständnis für die Probleme der Politik und Organisation, welche das Leben vordem erfüllten. Sie ruft nach ״Verwirklichung“, nach ״Tat“. Für die Herzische Generation war zweifellos der Kongreß eine Tat, der jungen Generation erscheint er bestenfalls als Mittel. Ziel ist allein Bewährung in Palästina, Chaluziut, ״gelebter“, nicht ״gesprochener“ Zionismus. (Wobei natürlich nicht zu leugnen ist, daß der gesprochene Zionismus einmal doch eine Tat war, während der gelebte Zionismus oft allzu viel Worte macht. Aber das sieht die jujige Generation nicht.) Ich sage, soweit die neue zionistische Generation da ist. Denn sie ist noch nicht da. Denn überall sehen wir die zionistischen Väter, die Vierzigjährigen mit dem Problem beschäftigt: Wie erziehen wir unsere Kinder zutn Zionismus? Und die Regel scheint mir zu sein, daß diese Väter dem Problem der nächsten Generation vollständig hilflos gegenüberstehen. Das Judentum, das sie trug, war das Judentum einer Generation. Es läßt sich nicht vererben. Nicht daß sich diese Generation nicht anstrengte, einen Weg zu finden. Die Anstrengungen sind oft rührend, aber sie sind erfolglos. Die Stimmung der plötzlichem Umkehr, der vollständigen Umorientierung des Judentums, die uns 1900 erfüllte, läßt sich 1926 nicht neu erzeugen. Und obwohl sie im Gefolge der Balfour-Deklaration und der durch sie herbeigeführten kurzen Neublüte des politischen Zionismus wieder lebendig wurde, — sic zerschellte” an den Tatsachen. Diese Tatsachen sind: Palästina läßt sich nur sehr, sehr allmählich wieder aufbauen, cs kann nur einen kleinen Bruchteil unseres Volkes aufnehmen, die Zerstreuung wird durch den Zionismus nicht aufgehoben werden, sie ist ein definitives Faktum unseres nationalen Lebens. Wir aber müssen leben in der Zerstreuung und trotz der Zerstreuung. Der Zionismus kann nicht die . Aufgabe haben, die Zerstreuten int buchstäblichen Sinne zu sammeln, eine ganz andere Aufgabe ist die seine: Palästina ist die ״Kraftbatterie“, welche das jüdische Volk immer wieeier von neuem ״ladet“, ihm die Lebensströme zufiilirt, deren cs bedarf. Palästina ist —: das geistige Zentrum. IV. So stehen w ir nach einer Generation wieder bei dem Zionismus Achad Haams. Die törichte Polemik, die sich seinerzeit an seine Aufstellungen knüpfte, wird wohl heute nicht wiederkehren. Natürlich dachte sich Achad Haam unter dem geistigen Zentrum nicht einige tausend Batlonlm, welche lernen. Er dachte natürlich an ein wirtschaftlich gesundes und starkes Palästina. Er war auch nicht unpolitisch in dem Sinne, daß er politische Sicherungen verschmäht hätte, und man wird wohl darauf hinweisen dürfen, daß gerade Achad Haam es war, der Weizmann zur Zeit der Verhandlungen, welche der Balfour-Deklaration vorhergingen und folgten, beraten und selbst auf Einzelheiten der politischen Formulierungen Einfluß genommen hat. ln allen diesen Dingen ist Achad Haam ebenso politisch und maximallsttseh wie alle anöeriii *Ziodlsteri, יי‘'•’׳ ־ :״'“ Der entscheidende Unterschied ist der der Beurteilung der Funktion Palästinas im Leben des jüdisehen Volkes. Achad Haam sah diese Funktion als eine geistige an. Der Herzische Zionismus sah sie als eine materielie an. Daher war das Hauptargument des Herzischen Zionismus (bis auf unsere Tage) — der Pogrom und Palästina als Mittel gegen den Pogrom. Achad Haams Argument aber war: das Judentum geht zugrunde, die Tradition bricht ab, die Flamme, die durch Jahrtausende gebrannt hat, wird verlöschen, wenn sie nicht neu genährt wird. Die erste Aufgabe des Zionismus ist es, die Flamme zu nähren, das Judentum zu erhalten und zu erneuern. Palästina ist ein Mittel dazu, ein Mittel. Daß diese Ueberzeugung, einmal durchgedrungen, das Antiitz der zionistischen Bewegung vollständig verändern müßte, ist zweifellos. Unsere ganze Agitation müßte ganz andere Gesichtspunkte bekommen. Es müßte offen gesagt werden: Palästina ist kein Mittel zur Behebung der Judennot. (Sollten Juden nicht eher bereit sein, Geld zu geben, wenn man ihnen Palästina als Mittel zur Behebung der Not des Judentums gegen wird dps Mittel an und für sich durch den Zweck wertvoll gemacht, geheiligt, so daß es bei Wegfall des Zwecks trotzdem weiter geheiligt bleibt, ja sogar sich seinerseits neue Zwecke schaffen kann. Wir schreiben z. B. heute noch sehr unzweckmäßig die Thora für den religiösen Qebrauch mit der Hand auf Pergamentrollen, weil diese ursprünglich einzige Möglichkeit des Schreibens sofort an und für sich durch den religiösen Zweck Heiligkeitscharakter erhielt. Statt von einer derartigen Heiligung des Mittels auf religiösem Gebiet könnte man auch von einer Heiligung der Form reden. Nehmen wir als Beispiel die Heilige Schrift. Die einflußreichsten profanen Werke der Weltliteratur, etwa die Schriften Platos, bleiben wohl ihrem allgemeinen Inhalt nach dauernd bekannt, sie selbst aber interessieren nicht viele Menschen und werden fast nur von Fachgelehrten gelesen. Bei religiösen Werken jedoch heiligt der Inhalt die Form, d. h. das Buch als solches. Das Buch, die ״Schrift“ bleibt für immer heilig, während der Inhalt zu jeder Zeit im einzelnen einer neuen Interpretation unterliegt — immer geändert und erneuert wird.8) Im Bereich des Heiligen kommt also dem Mittel, der Schale, der Form die Hauptbedeutung zu gegenüber dem Zweck, dem Kern, dem Inhalt. Genauer ausgedrückt: ein wesentliches Merkmal des Religiösen ist die Formheiligung, die Funktion der heiligenden Formung eines gegebenen Stoffes. Die einstweilen gewonnene Einsicht vertieft sich weiter durch eine Konfrontation der Religion mit der Sittlichkeit. Die Religion beugt den Menschen in Furcht und Liebe vor höheren Gewalten, die sie ihn als Herren seines Geschicks und zugleich als Musterbilder der Vollkommenheit verehren läßt. Dabei wird die materielle Beschaffenheit dieser Gottheiten, dasjenige, was inhaltlich <Mk höchsten Gegenstand der religiösen Verehrung ausmacht, durch das sittliche Bewußtsein bestimmt. Die Religion ihrerseits verdarstellt, der Not, die jeder Vater, jede Mutter selbst täglich fühlt?) In der zionistischen Arbeit müßte Erziehung die erste Stelle einnehmen. Die Politik müßte in den Hintergrund treten. Diese Veränderungen wären wohl so groß, daß es fraglich erscheint, ob das in der Herzischen Ideologie aufgewachsene Geschlecht, dessen Einfluß auf die äußere Gestaltung des Zionismus der entscheidende war und noch lange sein wird, überhaupt eine solche Wandlung wird mitmachen können, ob es bereit sein wird, ״den Geist seiner Generation zu begraben‘‘. Aber das ist schließlich eine Frage der Zionistischen Organisation, nicht eine der zionistischen Bewegung. Denn rings um diese Organisation, mit ihr verbunden oder von ihr unabhängig, wird die Bewegung neu entstehen müssen: Der Kampf um den geistigen Gehalt des Judentums. Der Bestand des jüdischen Volkes kann nur geistig garantiert werden, nicht territorial, das ist der tiefe Sinn des Achad Haamschcn Zionismus. Die Frage nach dem geistigen Gehalt und Sinn des Judentums ist aber geflissentlich von der zionistischen Ideologie ausgeschaltet worden. (Schon vor Herzl.) Die ganze Geschichte der letzten Generation steht unter dem Riesenschatten, den die Frage der Erhaltung des Judentums, der Abwendung seines Unterganges wirft. Die Erörterung geistiger Probleme innerhalb des Judentums bedrohte die durch die Sorge um die Erhaltung gebotene Einheit, war unbequem und wurde vermieden. Aber diese Neutralität, die sich um die wahren Probleme unseres Daseins herumdrückte, beraubte die zionistische Be wo gütig jedes wesentlichen Inhaltes. Die Organisation mag in dem Burgfrieden ihrer Parteien ein gutes technisches Mitte! zur Aufbringung von Geldern sein, eine Maschine, aber sie wird geistig so wenig etwas bedeuten wie andere jüdische Hilfsgesellschaften. Kein Wunder, wenn ein Teil der Jugend von uns zu den radikalen Parteien abschwenkt, welche eine entschiedene Antwort auf die geistigen Fragen geben oder zu geben scheinen, welche den jungen Menschen bewegen. Denn die nächste Generation wird sich die Frage stellen: Was ist und zu welchem Zwecke erhalten v.ir das Judentum? Vielleicht wird diese Frage zu allererst in Palästina selbst gestellt werden, wo der nur — nationale Gedanke konsequent verwirklicht wurde. Das Problem der nächsten Generation ist in Palästina nicht minder akut als in der Diaspora, denn dort, wo der Jugend das Hebräische selbstverständlich ist und kein Gegenstand besonderer Verehrung und Begeisterung, und wo das wichtigste Erziehungsmittel fehlt, über welches die Galuth verfügt: die Legende von Palästina —, wird sich wohl sehr bald die Frage erheben: Was unterscheidet uns von Europa? Ist es genug, daß wir Europa ins Hebräische übersetzen? So wird vielleicht Palästina deri Beginn der Auseinandersetzung zwischen europäischer Kultur und Judentum bringen, die in unserer Geschichte immer wieder begonnen und nicht zu Ende geführt worden ist. Achad Haam sah die Notwendigkeit dieser Auseinander- Setzung noch nicht im richtigen Maße. Die Missionstheorie der Generation vor ihm hatte den Sinn des Judentums in einer Mission an die Völker gesehen und die"nationale Bewegung hatte sich mit Recht gegen e>t»fe4«!3»».ÄbftrhebU!:hf Anschauung gewendet. Aber ein richtiger Kern steckte doch in jener Lehre: das Bewußtsein, daß unser Sonderdasein unter den Völkern nur verbürgt werden kann, wenn es einen geistigen Sinn hat. Achad Haam sagte: Die Frage, warum wir Juden bleiben, kann so wenig gestellt werden als die Frage, warum wir Kinder unserer Mütter bleiben. Aber so selbstverständlich ist unser Dasein durchaus nicht. Vielleicht war es noch vor wenigen Generationen so. Heute sind die ungeheuren Anstrengungen, welche das jüdische Volk überall macht, um sich zu erhalten und den Zusammenhang mit der Vergangenheit zu wahren, überall gegen die Linie des geringsten Widerstandes gerichtet. Das Selbstverständliche ist die Assimiiation, die ja nicht gerade Taufe und Mischehe sein muß: auch die sprachliche und kulturelle Assimilation an die Umgebung bedeutet de facto eine Loslösung von uns. Und diese Assimilation hat der politische Zionismus selbst im eigenen Lager nicht aufgehalten, sie geht überall mit Riesenschritten vorwärts. Dieser Auflösung eine geistige Kraft entgegenzusetzen, ein klares Bewußtsein vom Sinn des Judentums, wird Aufgabe der nächsten zionistischen Generation sein. Gewiß I (Ines Schril 1 greift, siel wahrend w ן wenn man nicht nur I kungen un I macht, daf gewühlt v der Schrifi seinen Sch der Blick heit beispi | stark und Und 5 I Jahren wi niemals sc [ zu den ga es wirklicl glückt, de [ wäre noc obenerwäh | geändert, die Achad der paläst | Ist von er mehr als jüdische F Spalten mi ״Der Weg j sie wären gewesen, das jüdisi 40 Jahren Er mahnti glieder) zi die zionis biläum A< einer solc Ihr klagt 1 sod? Le darlegt, nistischen Konzentra keiten, vi Tage krai heiten eir die Wort( und derei mus, der kann auf nicht vert Jedoc werden a lose Bern slögtrötni! Er k ersten Ai keit tritt, durchged, ganzen י ganze Lt denselber solch un tung ein Achad 1 Distanz Zeit vor nung ״f: Eindruck ist, ihn reihen, geistigen Quellen : zisten k< publizisti kommt 2 göttlicht, verabsolutiert jene ethischen Inhaltsbestimmungen zu Attributen des höchsten Wesens, dem sittlichen Willen dadurch einen mächtigen Impuls verleihend. Mit fortschreitender Entwicklung des sittlichen Bewußtseins nimmt dasselbe an den von ihm früher, auf niedrigerer Stufe, inhaltlich fixierten Eigenschaften der göttlichen Wesen Anstoß, während das religiöse Bewußtsein an der von ihm ursprünglich vollzogenen Vergöttlichung und Verabsolutierung festhält. Der Konflikt führt schließlich entweder zur Entthronung der alten Gottheiten bzw. zur Entstehung einer neuen Religion oder die alten Gottesvorstellungen erfahren eine neue Interpretation, gewinnen einen andern Bedeutungsinhalt, wie er den neuen sittlichen Anschauungen entspricht. Religion und Sittlichkeit erweisen sich mithin als zwei selbständige Erscheinungen des Geisteslebens, wohl eng miteinander verbunden, doch nicht zur absoluten Einheit verschmolzen. Die eigentlich religiöse Funktion ist die Heiligung und Vergöttlichung, die heiligende Formung, indes die Sittlichkeit den Stoff, den Inhalt liefert. Die ״Schematisierung“ des irrational Religiösen durch das rationale Ethische ergibt erst Religion im vollen Sinn.8) Schon daraus, daß der rationale Bestandteil der Religion, das sittliche Bewußtsein,. normalerweise immer sich in lebendiger Entwicklung befindet, geht hervor, daß auch die Religion als Ganzes ständiger Entwicklung unterliegt. Entwickiung bedeutet unpersönliches, unabsichtliches, immerkliches, kontinuierliches Geschehen, nicht ein absichtliches Machen durch bestimmte Personen zu bestimmten Zwecken. Das wäre R e f o r m,4) Wie steht es aber um den Wahrheitsgehalt der Religion, wenn sie, nach allem, was wir hörten,5) ihre Gegenstände selbst erzeugt und der Entwicklung unterworfen ist? Die Frage läßt sich nur im Zusammenhang mit der besonderen Realitäts Hier get real wirl R e a 1 i t hlstoriscl Ueb auf die ethisch , tiert du Israel, s dingte י ungefäh! Religion Wie setzte, 1 tnhall mungen, interpre! als es 1 entsprac and da: Talmud Der Erstarrt! wlcklun! Trägern V 01 k e la war, gegen I;am das;ondern 8) Hamusar Iialeumi, A. P. D. II. *) Diwre schalom, Ä. P. D. I. 6) Vgl. dazu noch Techijah ubherijab. A. P. D. III. 6) 7) schete י) Ben kodesch lechol, AL Paraschath Drakhim I.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.