Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 58-59 (30.7.1926)
- Date
- 1926-07-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 58/59 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 427 Die Palästina'Anleihe vor dem Unterhaus Wie schon mitgeteilt, hat der Kolonienminister Amery am 21. Juli im Unterhause eine Regierungsvorlage eingebracht, die die Uebernahme einer Garantie seitens der britiichen Regierung für eine von der Palästinaregierung aufzunc lunende Anleihe von viereinhalb Millionen Pfund betrifft. Die Vorlage bezog sich in ihrem zweiten Teil auch auf Anleihegarantien für die Kolonien Kenya, Uganda, Nord-Rhodesfa, Nyassaland und Tanganyika. Amerys Rede Es entspann sich sofort eine Debatte, in die auch Minister Amery eingriff und es für richtig erklärte, daß zunächst Iber die Palästina-Anleihe gesprochen werden soll. In Palästina, sagte er, haben wir es mit einem kleinen Lande zu tun, das erst seit dem Kriege begonnen hat, eine ungeahnte Entwicklung zu nehmen und das noch große Zukunftsmöglichkeiten hat. Der Minister gab einen Ueberblick über die Jahreshnanzen von 1923 bis 1926 und sagte, diese Zahlen sprechen für sich. Ebenso zeigen die Zahlen der Ein- und Ausfuhr Palästinas eine Entwicklung nach aufwärts an. Ein erheb- Heller Teil des Anleiheertrages soll zur Rückzahlung der Schulden Palästinas an England für die Eisenbahnen und die Kosten der Okkunationsperiode verwendet werden, und zwar soll vorläufig 'eine Million Pfund an das britische Finanzministerium abgeführt werden. Im Verlauf des Jahres sollen weitere 26000) Pfund für Rechnung der Ausgaben in der Okkupationsperiode zurückgezahlt werden, so daß von der aufzubringenden Anleihe in Höhe von viereinhalb Millionen Pfund die Summe von 1260 000 Pfund an Großbritannien zurückgezahlt werden wird. Man sieht also, daß Palästina heute einen großen Teil seiner Ver- Pachtungen nicht direkt erfüllen kann. Es ist der Palästinaregierung von den Kronagenten eine ansehnliche Summe zum Zwecke der Verbesserung des Eisenbahnsystems und zur Ausführung sonstiger öffentlichen Arbeiten in den letzten zwei Jahren vorgeschossen worden. Diese verschiedentlichen Kosten belaufen sich auf mehr als drei Millionen Pfund. Der Rest wird, wie es auch in Ostafrika der Fall war, tür Eisenbahn- und Hafenarbeiten verwendet werden. Die Bedeutung von Haifa. Große Summen sind erforderlich, setzte der Minister fort, für den Ausbau des Hafens in Jaffa und — was noch viel wichtiger ist — für die Schaffung eines rnodernen Harens in Haifa. Dieser Hafen soll einer der bedeutendsten des Mittleren Ostens werden. Er wird nicht nur für Palästina, sondern für den gesamten Nahen Osten von größter Bedeutung werden, zumal die Möglichkeit besteht, eine Eisenbahnverbindung zwischen Haifa und dem Irak zu schaffen. Die Kosten für den Haifaer Hafen werden von den Ingenieuren auf etwa 1 Million Pfund veranschlagt. Die Debatte Eine Anfrage von Colonel Wedgwood, ob neue Eisen-־ bahnlinien in Palästina geschaffen werden sollen, beantwortete Minister Amery dahin, er wisse nur soviel, daß einige in der Gegend von Jaffa laufende Eisenbahnlinien in der Zukunft durch Jaffa gehen sollen. Weiteres sei ihm nicht bekannt. Mr. W. Graham, früher Finanzminister in der Arbeiterregierung, fragte: Der Minister hat ausgeführt, daß die Anleine teilweise für Rückzahlung von Eisenbahnschuiden und für Deckung der Fehlbeträge in der Okkupationsperiode Ver- Zain Delegiertentag Von Hubert Pollack, Die Mitteilungen der Presse, Aeußerungen führender deutscher Zionisten und auch die Veröffentlichung des Proramms lassen vermuten, daß sich der 21. Delegiertentag er Z. V. f. D. in allererster Linie mit ideologischen Fragen befassen wird. Niemand kann unsere Ideologie ernsthaft für abgeschlossen halten, niemand glauben, ihre Weiterbildung sei ein überflüssiger Luxus. Aber es gibt nicht ganz wenige und nicht ganz schlechte Zionisten in Deutschland, die angesichts der gegenwärtigen Situation der Z. V.f. D. die Forderung erheben: Primtim vivere, deinde philosophari! Die glänzendste Erziehungs- und Kulturdebatte wird die zionistische Arbeitsfreudigkeit unserer Jugend nicht heben, das gediegenste Palästinareferat die Eingänge unserer Fonds nicht steigern, die eleganteste Bekämpfung des Revisionismus unsere inner- und außenpolitische Lage nicht im mindesten bessern. Von leitender Stelle der Z.V.f. D. hört man nicht selten den Vorwurf, die Masse der deutschen Zionisten sei Interesselos, selbstsüchtig, nicht zu Opfern bereit. Vielleicht sind diese Behauptungen nicht so ganz unberechtigt. Aber was hat die Leitung getan, um Interesselosigkeit und Selbstsucht zu bekämpfen? Hat sie der Bequemlichkeit die Vorwände genommen und der sachlichen Kritik die Grundlagen? Nein. Der Organisationsapparat ist den sich ständig steigernden Ansprüchen längst nicht mehr gewachsen. An Menschen und Mitteln ist Raubbau getrieben worden. Schon auf dem letzten Delegiertentage wurde das anerkannt und ausgesprochen. Aber bis heute sind keine Aendcmngen der Organisation erfolgt. Wer den Aufwand an Zeit und Arbeitskräften kennt, mit dem die zionistischen Aktionen, politische wie finanzielle, durchgeführt werden, der kann selbst bei Berücksichtlgung der besonders ungünstigen Bedingungen, Unter denen zionistische Arbeit nun einmal überall in der Weit geleistet werden muß, nicht mit gutem Gewissen von rationeller Tätigkeit sprechen. Dies ist einer der wichtigsten Gründe für die allgemein feststellbare Abspannung, für das Sinken des Interesses und der Arbeitsfreude. An leitender Stelle werden diese Tatsachen offenbar übersehen oder als ״Technika“ und ״Aeußerlichkeiten“ vernachlässigt, ein Phänomen, das sich übrigens auch in der Weltorganisation beobachten läßt. Aber es gibt nicht nur politische Imponderabilien, sondern auch technische. Es gibt einen Zeitpunkt, an dem nicht mehr fortgewurstelt werden kann, sondern geändert werden muß. Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist er für die Z. V. f. D. nicht mehr sehr fern. Das A.-C. hat sich mit Reformplänen für die Weltorganisation befassen müssen und deutsche Zionisten waren es, welche dort die Notwendigkeit der Reorganisation besonders betonten. Sollte es nicht an der Zeit sein, auch im eigenen Lande ein wenig aufzuräumen? Seit dem letzten Delegiertentage ist in organisatorischer Hinsicht nichts geschehen. Die äußere Entwicklung hat unsere Arbeitsbedingungen seither erheblich verschlechtert. Durch Ideologie wird man dieser Aenderung der Lage nicht beikommen. Der Delegiertentag hat in der Reorganisation eine dringende, praktische, lösbare Aufgabe. Videant consulesl Wendung finden solle. Eine Anleihe dieser Art unterscheidet sich völlig von einer Anleihe, die produktiven Uriternehmungen dienen soll, und werde die Palästina-Regierung in eine noch schlimmere Lage als bisher bringen. Darf Großbritannien die Garantie für eine solche Anleihe auf sich laden? Wir stehen diesem Plane durchaus nicht gegnerisch gegenüber, wir haben gleich den anderen Personen den lebhaften Wunsch, dieses Unternehmen zu fördern. Man möge meine Kritik nicht mißverstehen, die sich nur mit den finanzeilen Aussichten befaßt. Arbeiterfragen. Mr. S n e 11 (Labour Party) führte aus, er wolle die Meinung der Mehrheit der Fraktion ausdrücken. Wir Mitglieder der Arbeiterpartei unterstützen eine Politik, die unsere Kotonien fördern kann. Palästina scheint mir ein Problem von großer Tragweite zu sein. Auf einer Fläche von 9000 Quadratmeilen wohnen Mohammedaner, Christen und Juden, jede Gemeinschaft auf ihre spezifischen Interessen bedacht. Wir müssen sehen, daß eine gerechte Verteilung der Interessen zwischen Arabern und Juden vor sich geht. Jetzt noch eins: Von der jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina wird darüber geklagt, daß bei Vergebung von Staatsarbeiten Unternehmer bevorzugt werden, die Frauen und Kinder zu niedrigen Löhnen beschäftigen und nur deshalb billigere Offerten machen können. Wir hoffen, das hohe Haus wird es nictit billigen, daß Gelder in einer unser unwürdigen Weise verwendet werden. Man ist in Palästina von einer sozialen Gesetzgebung noch sehr weit entfernt. Fs bestehen Verträge, die eine Wareneinfuhr aus dem Sudan und anderen Gegenden, wo Arbeit für einen Hungerlohn geleistet wird, nach Palästina gestatten und dadurch der arbeitenden Bevölkerung in Palästina eine gefährliche Konkurrenz schaffen. Wir wollen das Haus auf diese Tat- Sache ganz besonders aufmerksam machen. Wir wollen auf keinen Fall der Entwicklung irgendwie entgegen treten, doch wünschen wir unter allen Umständen, daß diese Entwichlung segensreich für die arbeitende Bevölkerung werde. London, 27. Juli. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhauses fragte Sir Frederick Wise, wie hoch die in den letzten Jahren für Palästina bewilligten Subventionen gewesen waren. Kolonienminister Amery erwiderte: Im Rechnungsjahr 1924/25 betrugen die Zuwendungen für Palästina 197 000 £, 1925/26 212 000 1’. 1926/27 108 000 1. Es handelt sich bekanntlich um Zuwendungen für den militärischen Schutz des Landes. Der Handel zwischen Palästina and Greßbri tarnten Im englischen Unterhaus befragte Sir Frederick Wise die Regierung bezüglich des Handels zwischen Großbritannien und Palästina. Der Unterstaatssekretär für Ueberseehandel, Mr. Arthur Mitchell Samuel, erteilte die folgende Antwort: Im Jahre 1924 wurden von Palästina nach Großbritannien und Nord-Irland Waren im Werte von 1 070 305 Pfund, 1925 Waren im Werte von 1 155 216 Pfund, in den ersten drei Monaten 1926 wurden Waren im Werte von 740 920 Pfund von Palästina nach England eingeführt. 1 Von Großbritannien und Nord-Irland 'wurden nach Palästina eingeführt im Jahre 1924 Fertigfabrikate im Werte von 580253 Pfund, 1925 von 717462 Pfund, in den ersten drei Monaten l$26 von 152469 Pfund. Außer Fertigfabrikaten wurden 1924 Waren für 23 328 Pfund, 1925 für »466 Pfand, in den ersten drei Monaten 1926 für 8184 Pfund nach Palästina eingeführt. Cyras Aller 1■ Berlin Der Leiter der Dropsis College in Philadelphia und Präsident des Rabbinerseminars in New York, Prof. Dr. Cyrus Adler, ist zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingctrolfen. Cyrus Adler ist bekanntlich auch ein führendes Mitglied des Joint Distribution Committee und Leiter der Kulturabteilung des Joint. Im Hause des Herrn Dr. Bernhard Kahn hatte Herr Prof. Adler eine Besprechung mit den jüdischen Persönlichkeiten Berlins, die der Kiilturabteilung des Joint in Deutschland angehören, wie Dir Paul Nathan, Prof. Weil, Prof. Mittwoch, Rabbiner Mayer Hildesheimer, Rabbiner Dr. Baeck, Prof. Heller u. a. m. Von Berlin aus fährt Prof. Adler nach Paris und London, wo er an Sitzungen, die der Ausgestaltung der Universität zu Jerusalem gewidmet sein werden, teilnehmen wird. Der neue Kurs in Pole■ Warschau, 26. Juli. (J.T.A.) Die Regierung wird in diesen Tagen eine Reihe Dekrete fertigstellen, die Rechte der Minderheiten und insbesondere d e r J 11 d e n betreffend. Das erste Dekret ist der Regelung der Rechtslage der Ausländer und der Staatenlosen gewidmet. Eine Sonderverorclnung regelt die Frage der Repräsentanz der jüdischcn Kaufleute und Handwerker in den Steuerveranlagungskommissionen. Ein weiteres Dekret ist der Regelung der Sonntagsruhe gewidmet und sieht Erleichterungen für diejenigen jüdischen Geschäftsleute vor, die ihre Läden und Büros au Sonnabenden geschlossen halten. Eine weitere Ver- Ordnung betrifft die Berücksichtigung jüdischer Kriegsinvaliden bei der Verteilung der Monopolkonzessioneu. Auch die endgültige Außerkraftsetzung der die Rechte der Juden einschränkenden Vorschriften aus der Zarenzeit wird durch ein spezielles Dekret verkündet werden, ebenso die Anerkennung jüdischer Gemeinden in den Grenzgebieten. Das sogenannte Industriegesetz, welches Befähigungszeugnisse von seiten der Handwerkerzünfte vorschreibt, eine Maßnahme, die hauptsächlich gegen jüdische Handwerker gerichtet war, erfährt eine UmgestaTtung zugunsten der Juden. Ein weiteres Dekret betrifft die Verleihung des Oeffentlichkeitsrechtes an jiddische und hebräische Volksschulen und die Schaffung von Prüfungskommissionen für die Maturitätsprüfungen an diesen Schulen. Eine weitere Verordnung betrifft die Uebergabe der Metriken- Führung an die Rabbinate. Eil Sabbitrnlie •Konflikt Jerusalem, 18. Juli. (J.T.A.) Das Oberrabbinat von Jerusalem beschwerte sich beim Generalpostdirektor darüber, daß jüdische Postbeamte durch den Haifaer Postdirektor gezwungen werden, am Sabbat zu arbeiten. Der Generalpostdirektor erwiderte, es sei unter den gegebenen Umständen nicht möglich, alle jüdischen Beamten gleichzeitig vom Dienst zu befreien, es sei denn, daß eine bestimmte Zahl j ü d i - scher Beamter durch Nichtjuden ersetzt wird; aber auch dann würden die jüdischen Beamten an Sabbattagen einige Stunden arbeiten müssen. Das Oberrabbinat beschloß, den Fall dem Oberkommissar zu unterbreiten. Die Haifa Bay Development Cy. Von der Anleihe der palästinensischen Regierung (41/2 Millionen Pfund) sind über eine Million für Hafenbauten bestimmt. Der große palästinensische Hafen wird bekanntlich in der Haifabucht angelegt werden. Dadurch gewinnt das Projekt der Haifa Bay Development Co., an dem auch der K. K. L. beteiligt ist, in der jüdischen Oefientfichkeit erhöhtes Interesse. Die Vertreter der Gesellschaft, Herr Dipl.-Ing. Josef Löwy aus Haifa und Ing. Kutzenok (Direktor des Messhek) haben in den letzten Monaten an Hand eines mustergültigen Kartenmaterials, das nach gründlichster Vermessungsarbeit hergestellt wurde, in verschiedenen europäischen Städten, darunter mehrfach in Berlin, vor iirteressierten Kreisen über die bereits im Gange befindlichen und künftigen Arbeiten der Gesellschaft berichtet. Die Haifa Bay Dev. Co. besitzt in der Haifa-Akko-Bucht ein Areal von ungefahr 70 000 Dunam, aut dem sich außerordentlich wassenreiche Quellen befinden. Die Erschließung dieses Areals verspricht namentlich im Hinblick auf den zu bauenden Hafen in Haifa günstige Beschäftigungsmöglichkeiten für viele jüdische Arbeiter. Nähere Auskünfte über die Gesellschaft und ihre Pläne erteilt die Zentrale der Haifa Bay Dev. Co. für Europa, Berlin W15, Meinekestr. 10. Die Lage ütr Industrie 11 Baila Die Zementfabrik ״N es c he r“ hat ihre Produktion für eine Zeitlang zwecks Reinigung ihrer Maschinen eingrateilt Die Oel- und Seifenfabrik ״Schemen“ hat bis zum Beginn der neuen Saitan die Tätigkeit der Oelabteilung eingeschränkt. In der Zwischenzeit will sie ihre Arbeit auf die alleinige Produktion von Seife beschränken, für die anscheinend auf dem einheimischen wie auch ausländischen Markt gute Nachfrage besteht. Die ״Grands M o u 1 i n s de Palestine“ sind derzeit mit dem Bau der Speicher für die allgegliederte Mazzothfabrik beschäftigt. (Zfioo) Die diesjährige Eiiwanderm! In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres hielt sich nach dem Mai-Bericht der Palästina-Exekutive die Ein- Wanderung auf der Höhe derjenigen des Vorj ah res. 18 077 Personen sind in dieser Zeit eingewandert, im Vorjahre in der gleichen Periode 18 255. Die Ausgabe® des Keren Hajessod für das Immigrationsbudget betrugen im Mai 5743 Pfund. Kleine Nachrichten Der von der deutschen Regierung zum Generalkonsul für Palästina ernannte Herr Dr. Nora, ein früherer höherer Beamter im deutschen Auswärtigen Amt, ist in Jerusalem eingetroffen und hat die Führung der Geschäfte übernommen. Lord P 1 u m e r wohnte der Schlußfeier im Gymnasium zu Tel-Awiw bei und überreichte nach einer Ansprache, in der er die Notwendigkeit von Disziplin unter der Jugend betonte, den Absolventen die Diplome. Unter den Diplomierten ist auch ein Araber. Der S t a d t r a t von Tel-Awiw hat beschlossen, für Oktober d. J. Neuwahlen auszuschreiben. Herr Nassatissin erwarb in Tel-Awiw ein Haus, um dort eine neue Volksschule zu errichten. Am 22. Juli wurde in Petach-Tikwah die elektrlsche Kraftstation unter großen Festlichkeiten und Illurtflhätiönen iFÖffiiei Am 11. Juli wurde die in den letzten Monaten durch die Regierung gebaute neue Chaussee Akko-Safed eröffnet Wie der ״Haaretz“ meldet, haben die jüdischen Tabakarbeiter in Grodno vor kurzem 30 Thorarollen als Geschenk für die jüdischen Kolonien in Palästina abgesandt. Der Sitz des Landrabbinats von Mecklenburg-Schwerin, der seit vielen Jahrzehnten in Schwerin gewesen ist, wird im Herbst nach Rostock verlegt werden!. Hermann Struck, Direktor des Keren Kajemeth, wurde als dessen Vertreter in das neue Komitee für Kfar Jeladim, das 'Kinderdorf auf Nationalfondsboden im Emek Jesreel, gewählt. Dr, Arlosoroff veröffentlicht gegenwärtig in der Wochenschrift ״Hapoel-Hazai'r“ interessante Tagebuchblätter über seinen Genfer Aufenthalt worin in charakteristischer Weise die Persönlichkeiten und Verhältnisse in Genf behandelt werden. Gemeinsam von dem Departement der Palästinaexekutive für Handel, Industrie und Arbeit und dem Solei Boneh ist in Jerusalem eine neue Steinbruch-Geseilschaft begründet worden. Soeben erschien in deutscher Sprache der Text des Memorandums der Zionistischen Organisation an die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes 1926 und ist vom Zion. Büro, Berlin W15, Meinekestr. 10 zu beziehen. Am 8. August beginnt in Berlin die Dritte Allgemeine Konferenz des Verbandes der Gesellschaff zur Förderung von Ackerbau und Handwerk unter den Juden ״Ort“ Wie der ״Haaret/.‘•' meldet, sind vor kurzem die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Kolonie Kinereth und der Pica über die Vergrößerung der Kolonie Kinereth zu Ende geführt worden. Anfang 5637 werden weitere sechs Kolonisten angesiedelt werden, u. z. aut dem Teil des Bodens ״Um Djumi“, der im vorigen Jahre durch die Pica erworben wurde. (Ziko) Das Jewish Morning Journal", New York, konnte in diesen Tagen auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß erschien eine Festnummer des Blattes. Der am 24. August vorigen Jahres in Palästina verstorbene Michael E. Lange hat laut dein jetzt cröffneten Testament dem Keren Hajessod für Zwecke der Jerusalemer Hebräischen Universität den Betrag von 1000 Pfund vermacht. Beim Baden in der See vor Tel-Awiw wurden drei uden, die sich zu weit hinausgewagt hatten, von einem türm überrascht und von den Wellen in die Tiefe gezogen. Die Ertrunkenen sind: Schmärja Chazan, Chaim F ri edmann aus Petach-Tikwah und ein gewisser Mendelsohn. Wie der ״Do a r Hajo m“ meldet, sind die Vorarbeiten für die Drucklegung des siebenten Bandes des ״Thesaurus Totius Hebraitatis“ von Elieser Ben Jehuda soweit vorgeschritten, daß in Kürze mit dem Erscheinen gerechnet werden kann. (Ziko) Die Verwaltung der palästinensischen Eisenbahnen hat beschlossen, nach Ankunft von 12 In England bestellten neuen Lokomotiven im Fahrplan der palästinensischen Eisenbahnen erhebliche Veränderungen vorzunehmen, die im wesentlichen auf eine Verkürzung der Fahrzeit, also auf eine Verbessertlng des palästinensischen Reiseverkehrs hinauslaufen. Die Verbesscinngen erstrecken sich auf die Linien Kantara — Haita, jerusalern —Jaffa und Lydda — Haifa und traten am 15. Juli 10 Kraft (Ziko.)