Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 56 (20.7.1926)
- Date
- 1926-07-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 410 JUEDISCHfi RUNDSCHAU in Amerika mit großen staatlichen Mitteln andauernd und methodisch an der Verbesserung der dortigen Orangensorten gearbeitet wird. Auch ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß die Jaffa-Orange mit der Zeit degeneriert, wie es ja wohl bei allen stets nur in ungeschlechtlicher Weise vermehrten höheren Pflanzen früher oder später der Fall ist. Nur vermittels rnethodischer Blutauffrischung durch Kreuzung und Zuchtwahl läßt sich eine Degeneration vermeiden. Die Ausdehnungsmöglichkeit der Orangenkultur in Palästina ist zwar einigermaßen beschränkt durch ihre Ansprüche an Boden, Temperatur und Bewässerung, immerhin wird sie sich bestimmt noch um mindestens das Zehnfache vergrößern lassen. Man darf aber wohl annehmen, da diese Ausdehnung ja nur allmählich erreicht werden kann und auch viele Jahre bis zur vollen Ertragfähigkeit der Pflanzungen verstreichen, daß auch die Vermehrung des Absatzes damit Schritt halten wird, auch dann wird Palästina noch nicht einmal die jetzige Produktion Spaniens erreicht haben, die doch auch ihren Absatz findet. Aber außer dieser in Palästina schon eingebürgerten Pflanzungsindustrie sind noch manche andere Pflänzlingskulturen für Palästina geeignet und entwicklungsfähig, so z. B. die Grape fruit, deren Anbau in Amerika große Dimensionen erreicht hat, da dort fast jeder, der es sich leisten kann, morgens zum Kaffee und vielfach auch sonst bei den Mahlzeiten als Vorspeise diese wohlschmeckende und sehr gesunde Tafclfrucht genießt. Es hat sich herausgestellt, daß die in Palästina erzeugten Früchte dieser Art gleichfalls äußerst wohlschmeckend sind und von den amerikanischen nicht übertroffen werden. Auch die Banane, die schon jetzt in steigendem Maße in Palästina angebaut wird, gedeiht dort vorzüglich; es ist aber fraglich, ob die bisher dort aiigebauten Sorten exportfähig sind. Gelingt es, eine richtige für die Ausfuhr geeignete Sorte herauszufinden, so ist die große!Wahrscheinlichkeit vorhanden, einen Exportartikel zu schaffen, dessen Wert den der Orange noch weit übertreffen wird, und dessen Konsum fast unbegrenzt ist. Auch hat die Bananenkultnr, die auch auf schwerem Boden betrieben werden kann, außerdem noch den großen Vorzug, sich gerade für den wenig bemittelten Kleinsiedler zu eignen, da sie schon im zweiten Jahre Vollerträge gibt. Auch mit der sehr schmackhaften und wegen ihres Fettgehaltes nahrhaften Avokatfrucht sowie mit der Pekannuß, welche die Walnuß an Größe und Schmackhaftigkeit weit übertrifft, sollte man Anbauversuche machen. Da beide Kulturen in den Palästina klimatisch entsprechenden Teilen der Vereinigten Staaten in schnell zunehmendem Maße mit dem größten pekuniären Erfolg angebaut werden, erscheint auch’Äre Kultur in Palästina sehr aussichtsreich. Auch andere Früchte wärmerer Länder, wie Mangos, Papayas, Guajaven, Nuonen, Grenad i 11 a s , H a k i und Kaffernpflaume usw. kommen in Palästina zur Reife und ließen sich vielleicht wegen der Nähe Europas zu Exportkulturen entwickeln. Man kann nun freilich den meist armen und über wenig Boden verfügenden, dazu mit Arbeit überhäuften Landwirten in Palästina nicht zumuten, mit diesen bisher unerprobten Kulturen langwierige und daher kostspielige Versuche zu machen. Ueberall ist das die Aufgabe der landwirtschaftlichen Institute, ebenso wie die systematische Bearbeitung aller mit dem Pflanzungsbau zusammenhängenden Fragen, wie Düngung, Bewässerung, Abstände, Beschneidüng, Schädlingsbekämpfung, Sortenzucht, Einführung und Prüfung neuer Varietäten, Erntebereitung, Verpackung, Aufsuchung passender Märkte usw. Auch unsere von der Zionistischen Organisation unterhaltene Versuchsstation wäre gerne schon vor Jahren an diese für die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas grundlegenden Arbeiten herangetreten, wenn sie das geeignete Land und die Mittel dafür besessen hätte. Aber das ganze ihr bisher zur Verfügung gestellte Land, Ben- Schemen, war wegen Wassermangels, Bodenverhältnisse und geringerer Ausdehnung hierfür unbrauchbar, so daß cs nur für einjährige Kulturen benutzt werden konnte, hierbei freilich, namentlich was Getreide, Futtergewächse und Leinsaat betrifft, bedeutsame Resultate liefert. Da der Nationalfonds jetzt der Versuchsstation für Pflanzungskulturcn ausgezeichnet passenden Boden in genügender Größe zur Verfügung gestellt hat, ist endlich die Zeit gekommen, das bisher Versäumte nachzuholen. Jetzt gilt es aber, keine Zeit zu verlieren. Unbedingt müssen schon im kommenden Jahre die nötigen Baumschulen angelegt und die Pflänzlinge und Samen vom Ausland eingeführt werden. Leider ist das mit dem bisherigen Budget der Versuchsstation nicht möglich, da der Etat nur unter äußerster Beschränkung die Bedürfnisse der bisherigen 12 Abteilungen des Institutes zu decken vermag. In Anbetracht der angespannten Finanzlage dtr Zionistischen Organisation hat die Leitung der Versuchsstation sich bei ihrer Anforderung auf Mehrbewilligung für das nächste Budgetjahr leider auf das äußerste beschränken müssen. Eine Ablehnung dieser Mehrforderimg durch das Aktions-Comite wäre in Anbetracht der fundamentalen wirtschaftlichen Bedeutung der dadurch ermöglichten Arbeiten unverzeihlich. Die Folge wäre die Verschiebung dieser für die jüdische Kokrnisation Palästinas so hervorragend, wichtigen Arbeiten um ein volles Jahr, und die Verantwortung hierfür wird kein Mitglied des Aktions-Comites übernehmen können. Denn die Zukunft Palästinas liegt nun einmal bei den Pflanzungsindustrien. Das StaafsbOrgerscfiaftsgesetz Jerusalem, 15. Juli. (j.T. A.) Die Palästinaregierung hat die Vorschläge der zionistischen Exekutive in Palästina, die darauf zielten, daß den Juden Erleichterungen bei Erwerbung der palästinensischen Staatsbürgerschaft gewährt werden, ablehnend beantwortet. Die Exekutive sah sich zu diesen Vorschlägen veranlaßt durch einen Bericht des Waad Leumi, in welchen dargelegt wurde, daß die dreimonatige Praxis in der Angelegenheit der Erwerbung der Staatsbürgerrechte große Sc 11 wierigk eiten aufgezeigt hat, die überwunden werden müssen. In dem Memorandum des Waad Laimi werden diese Schwierigkeiten im .einzelnen charakterisiert und insbesondere auf die hohen Kosten bei der Erwerbung der Staatsbürgerschaft hingewiesen, sowie auf das Recht des Oberkommissars, Naturalisationsgesuche aus eigener Machtbefugnis und ohne Angabe von Gründen abzulehnen, ein Recht, von dem. der OBlrfcontinissär itiftht seltelf Gtbriatfch macht; ־ * London, 15. Juli. (J. T. A.) Im Unterhause fragte Sir Gerald Strickland den Minister des Innern, ob Personen, die sich in Palästina dauernd niedergelassen hatten, bei ihrer Rückkehr nach England noch die Rechte eines britischen Staatsbürgers genießen. Captain Hacking erwiderte im Namen der Regierung, daß die staatsbürgerlichen Rechte durch den Aufenthalt in Palästina und die spätere Rückkehr nach England unberührt bleiben. Oberstleutnant Ken wort hv wiederholte seine Anfrage bezüglich der 1 •10 Palästina Wanderer aus Mesopotamien, die in Bagdad festgclialten und dadurch dem wirtschaftlichen Ruin zugeführt werden. Weshalb wird diesen Leuten die Erlaubnis zur Weiterfahrt und zur Einreise nach Palästina verweigert? Kolonicnminister Amery erwiderte: Ich habe schon am 5. Juli, darüber eine Anfrage nach Bagdad gerichtet, es ist jedoch bis heute kein Bericht eingelaufen. Jerusalem, 12. Juli. (J.T. A.) Na hum Sokolow wird nach Beendigung seiner Mission in Südafrika nach Palästina reisen. Er wird Ende Juli in Jerusalem erwartet. Der neunte Ab Der neunte Ab, der Erinnerungstag an die Zerstörung des Sinnbildes der politischen Freiheit des jüdischen Volkes, des Tempels in Jerusalem, durch Titus, fällt dieses Jahr auf Dienstag, den 20. Juli. Die meisten jüdischen Wochenblätter, welche am Freitag erscheinen, haben also bereits in der Nummer vom 16. Juli Anlaß genommen, dieses Tages in traditioneller Weise zu gedenken. Es gewährt nun ein eigentümliches Schauspiel, wie assimilatorische Zeitungen einen Eiertanz aufführen, um einerseits an den Untergang der staatlichen Selbständigkeit des jüdischen Volkes zu er- Innern, andererseits aber zum Ausdruck bringen, daß diese Zerstörung vor mehr als 1800 Jahren vor sich gegangen ist und daß das jüdische Volk — in den Aufsätzen heißt es natürlich nicht Volk, sondern lediglich, verschwommen, Gemeinschaft — in dieser Zerstörung geradezu ein Symbol für die Mission erblicken müsse, allen Völkern der Erde die höheren Wahrheiten des Judentums durch sein Leben und sein Leiden näherzubringen. Dieses Spiel mit Worten wäre erheiternd, wenn man über die Verdrehung und Verleugnung des tatsächlichen Sachverhaltes nicht traurig werden müßte. Der Gedenktag des neunten Ab ist der deutlichste Beweis, wie durch zahllose Jahrhunderte das Bew ußtsein der nationalen Zusammengehörigkeit im jüdischcn Volke mit unverminderter Kraft wachgeblieben ist. Neben dem Pcßachfest, dem Erinnerungsfeiertag an das Entstehen der jüdischen Volksindividualität, ist der neunte Ab von allen jüdischen Gedenktagen in stärkster Weise der Ausdruck des nationalen Denkens und Fühlens des jüdischen Volkes, trotzdem seit der Zerstörung seines Staates achtzehn Jahrhunderte verstrichen sind. Der deutsche Schriftsteller Wilhelm Michel hat diese Art des jüdischen ״Patriotismus“ schärfer erkannt, als es den liberalen Assimilanten lieb ist. Michel führt dem Sinne nach ungefähr aus, daß alle Völker staunend die einzigartige Erscheinung des jüdischen ״Patriotismus“ bewundern, ln allen Aeußerungen und Handlungen ist jeder Jude Volk. Der Tischa b’ab ist nichts anderes als eine grandiose Manifestierung des jüdischen Volksbcwußtseins, ist die Klage um den Untergang der staatlichen Selbständigkeit und ein Ausdruck der unvergänglichen Hoffnung aut Erlösung und Befreiung, und zwar nicht nur in einer messiamschen, sondern auch in der tatsächlichen Bedeutung des Wortes. Alle anderen Deutungen und Erklärungen sind mit dem Tatsachenbestande unvereinbar. m. w. Rabbi Pinchas van Korez (Zur 200jährige!1 Feier seines Geburtstages. 5186—5086). Von Simon Ernst (Tel-Awiw). Merkwürdige Persönlichkeiten hat die chassidische Bewegung in ihrer Blütezeit hervorgebracht, während welcher sie das Judentum mit neuen geistigen Werten bereichert hat. Einen hervorragenden Platz unter ihnen nimmt Rabbi Pinchas von Korez ein, der in der ehassidischen Literatur ״der große Rabbi Pinchas“ genannt wird.!-‘,*Dbi Pinchas war in Litauen geboren, einem Lande, das ich weder durch Farbenreichtum noch durch weite Horizonte auszeichnet; durch dies Milieu war auch R. Pinchas beeinflußt: Er war nicht mit einer farbenreichen Phantasie begabt, und nur ein Hauptgedanke zieht sich wie ein roter Faden durch seine Lehre, nämlich das Suchen der Wahrheit ohne Rücksicht auf alle Bitterkeit und Mühe, die damit verbunden ist. Anatol France sagt in einem seiner ״Gespräche“, daß alle große Menschen sich durch ihre Aufrichtigkeit auszeichiten; sie entdecken ihre Zweifel und entblößen ihre Seele, damit sich die Menschen ihrer Generation darin wie in einem Spiegel beschauen und die Lüge ihrer eigenen Seele wegwerfen. R. Pinchas war eine solche moralische Persönlichkeit, die Wahrheit war die Wurzel seiner Seele und das ״ewige Licht“ seiner Lehre. Alle seine Gespräche und Worte drehen sich nur um das Suchen der Wahrheit, und diesen Ptad im Chassidismus hat er von keinem Vorgänger gelernt, sondern hat ihn selbst ausgetreten. ״Alle Zaddikim seiner Generation“ —■ erzählt die chassidische Legende — ״haben Vorgänger gehabt, aber nicht R. Pinchas. Sogar von R. Israel Nr. 50 Die Juni-Eingänge des Keren Hafessod Das Hauptbüro des Keren Hajessod teilt mit, daß es im Juni einen Eingang von £ 43 655:1:4 zu verzeichnen hatte, wogegen die Einnahmen im Juni des Vorjahres £56070 betrugen, darunter allerdings die im vorigen Jahre für die Universität gewidmete Spende von Herrn Bernard Baron im Betrag von £ 10 000. Den Hauptanteil an den Eingängen des Monats Juni lieferten die Vereinigten Staaten von Amerika mit Pfund 23 016:7:7. An zweiter Stelle stand Kanada mit Pfund 4714:5:3, an dritter Stelle Großrumänien mit £ 3073 (davon Bukarest — £ 2575, Bukowina — £ 394, Bessarabien £ 103), Aus Deutschland kamen £ 2677, davon £ 1402 als Ergebnis des persönlichen Appells von Herrn Dr. Weizmann in Berlin für das Technikum in Haifa. Aegypten sandte £ 1427 und Polen £ 1225. Argentinien ist mit £ 1000 vertreten, während alle anderen Länder der Liste die Tausend• pfundgrenze nicht erreicht haben. Die Tschechoslowakei sandte £ 868, Jugoslawien £ 767, England £ 750, Palästina Pfund 599, Litauen £ 597, Tunis £ 555, Finnland £ 514. Das Direktorium des Keren Hajessod benutzte die Gelegenheit der Veröffentlichung dieses Ausweises zu dem Hinweis, daß in den nächsten Monaten die Aufrechtcrhaltung und Erhöhung der normalen Ueberweisungen entscheidend dafür sein wird, ob die Hoffnung aufrechterhalten werden kann, das am 1. Oktober neubeginnende Arbeits- und Budgetjahr nicht mit einem erdrückenden Defizit zu belasten. Es kann jetzt schon darauf hingewiesen werden, daß im Juni eine gewisse Erleichterung der außerordentlich ernsten Lage durch den neuen Beitrag des Herrn Bernard Baron von £ 25Ö00 eingetreten ist, und daß im Juli die regelmäßigen Monatsüberweisungen aus Südafrika beginnen, die das Resultat der erfolgreichen südafrikanischen Kampagne darstcllen. Wenn im letzten Quartal des laufenden Jahres alle Länder ihr Augenmerk darauf konzentrieren, das Inkasso fälliger Verpflichtungen durchzuführen, könnte die wirtschaftliche Lage in Palästina, soweit sie von erhöhten Ueberweisungen des Keren Hajessod beeinflußt werden kann, jedenfalls vor einer Verschlimmerung bewahrt werden. Der Ernst der Situation ist so groß, daß die energischsten Maßnahmen notwendig sind und alle Zentralkomitees des Kereii Hajessod, alle Mitarbeiter und Zeichner ihre Verantwortung fühlen müssen. Darum richtet das Direktorium und Hauptbüro des Keren Hajessod an alle seine Komitees die dreifach dringende Aufforderung zu verstärkter Propaganda, schleunigsten und gewissenhaftesten Inkasso aller ausständigen Verpflichtungen und zu ungesäumter Ueber- Weisung jeden eingezogenen Betrags. Wr. 5q Die Aus e E werde hatarl Arbei die zi ״eins• A.-C. Wa’a! ziellei der j darun befiin unter sehne als i die l von Vorte zugre nachf richte n eis Ische legen steht, ist u Das er: auf der La konzentriert fung des L Arbeiter. I in der Ba laßte eine wachsen Gründung Schulen verzweigte in Stadt u kulturelle 'I Die V wachsenen, allen Arbei (1921/22) l b r ä is ch 1925/26 n1< Abend geg werden, in 6 Stadtteil Hilfe und Der ״neue Kurs“ in Polen Warschau, 14. Juli (J. T. A.) Die Verfassungskommission des Sejm hat verfassungsändernde Bestimmungen in dritter Lesung angenommen, die, wenn sie verwirklicht würden, einer Eliminierung einer jüdisch en Vertretungim Sejm undSenat gleich kommen würden. Es würde dann für kaum zwei oder drei jüdische Deputierte Platz bleiben. Die Annahme dieser Aende? rungeii war dadurch;möglich geworden, daß eine Anzahl linksgerichteter Abgeordneter vor der Ab- Stimmung absichtlich den Saal verließ. Zu hoffen ist aber, daß sich im Plenum von Sejm und Senat die erforderliche Zweidrittelmehrheit für diese reaktionäre Vorlage nicht finden wird. Zuerst sprächs. I fang des 1 und seinen besteht au Umgebung Lehrer in bleibt aud Kenntnis d Als Lehrb schichte d sich in de Teil von Ein /Ulrilat von Petljora-411hingcrn in ausgevvt zig Jahre darstellt. Paris, 16. Juli. (j.T. A.) Zwei Anhänger Petljuras verübten einen Mordanschlag aut den jüdischen Emigranten Perez Stein, als dieser, ein kränklicher Mann, aut einem Rasenplatz in Montmartre sich mit seinem 8jährigen Söhnchen zürn Ausruhen hinlegte. Die Ukrainer gaben mehrere Schüsse aut Stein ab, von denen zwei trafen und ihn schwer verletzten. Dabei riefen sie ihm in ukrainischer Sprache zu: ״Das ist für Petljura, Du Jude!“ Die Täter sind unerkannt entkommen. Stein wurde in bewußtlosem Zustande ins Lazarett gebracht. Er erholte sich aber und konnte den Tatbestand erzählen. Sein Zustand ist nicht lebensgefährlich. Perez Stein stammt aus der Ukraine, ist selbst ein Opfer der Pogrome; seine Frau und zwei seiner Kinder sind bei den Pogromen in Rostow getötet worden. Baal-Schem hat er nicht gelernt, obwohl er viel jünger war als jener; er war nur sein Freund, aber nicht sein Schüler“. Er zog seine Chassidim eng an sich heran, nahm an ihren Leiden und Sorgen innigen Anteil; aber sobald er bemerkte, daß einer von ihnen von der Wahrheit abwich, schloß er ihn aus seinem Kreise aus, obwohl er ihn bemitleidete. So tief war die Wahrheit auf seiner Fahne ein- . Lüge. Hätte die ganze Menschheit nur Wahrheit gesprochen, so wäre der Messias schon längst gekommen“ — so pflegte sich R. Pinchas auszudrücken. Sein moralisches Gebot war auch: ״Folge stets der Stimme dein« Gewissens, verfälsche nicht deine ״Azmiuth“ (Individualität) und ahme nicht andere nach, denn deine eigene Seele zeigt dir jederzeit den Weg. Das Nachahmen ist das Paradies der Narren und die Hölle der Weisen“. Für R. Pinchas war dies Gebot keine ״graue Theorie“, sondern ein praktischer Wegweiser, den er stets folgte. Er haßte so sehr die Lüge, daß er sogar mit Worten der Wahrheit sehr sparsam war, weii er fürchtete, daß ihm beim vielen Sprechen unbewußt eine Lüge entschlüpfen könnte. Im Jahre 5551 verließ R. Pinchas seine Geburtsstadt mit der Absicht nach Palästina zu reisen, aber es war ihm nicht beschert, das heilige Land zu erblicken, und er starb unterwegs am 10. EIul jenes Jahres. ״ . . . saß ei■ Jüd and kiekte . . Vor einigen Wochen veröffentlichte die ״Vossische Zeitung“ ein Feuilleton von Emmi L e w a 1 d unter dem Titel ״Ahnungslos“. Die Verfasserin schildert einige Szenen aus dem Leben berühmter Männer, deren Bedeutung zufälligen Weggenossen völlig unbekannt bleibt. Von den geschilderten Szenen verdient eine unser besonderes Interesse. Hier die Schilderung: ״Zu der Schar einer ahnungslosen Beneidenswerten gehört auch die Tafelrunde, die einige Jahre später im alten Emdener Gasthof am Wasser saß und das Schiff nach Norderney erwartete. Zwischen seebedürftigen Familien und Handlungsrcisenden aller Spielarten saß eine Mutter mit auffallend reizender und sehr unschuldig aussehender Tochter in der Blüte ihrer herausgcgi des neuen Palästinas, melt auch *!länger, di nützen mu dig den l der gemei Erfahrung zwei, drei freien Rec jungen L junger, ji und einer Mund. Wähn ״Waterka! Mann imti wie eine vom Grui blumen, 1 stimmte I Ein p Relseberic am schma scheinlichf Sie c der Tabh Preisen u und eing( stand der ״Mir Wer konnte al der unste der jung Rahmen < war — Strophe 1 das dick H ein r i Diese die Meli dischem! weit best nicht seit dessen f sie nicht Einstein ihn in! geht die doppelt und fein sind.