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Jüdische Rundschau · 1926-07-20 · Heft 56 (20.7.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 56 (20.7.1926)
Date
1926-07-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark, Anzeigen - Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Bismarck 7165- 70, Postscheckkontos Berlin Nr, 17392• Fßr Oetterreieb: Po#t*p*rkasseoarat Wien, Konto Nr030 156 ־, För Tscbtcboslowakei: Poatsparkassenamt PraJ, Konto Nr. 59 410, Für Polen: Postsparkaasenamt Wtmchau, Konto Nr. 190 708. Aualaodsaboanemeots werden in der Währung der eioz&iaeo Länder bereebnel Nummer 56 Berlin, 20. VII. 1926 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anzeigenpreis: 8 geipajt-Nonpar tillezeÜe 0,50 G.-M. StsllsagMuebe 0.25 G.-M. An*«lgen»chlafl; Dienst 8g und Freitag nach mittag 4 Uhr. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag• ס, אב. תרפ״ו | xxxi. Jahrg. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer dffentllch - rechtlich gesicherten HelmstMtte In Palästina. ״Baseler Programm.*‘ Zur Sitzung des Akiions-Comitees RW, Berlin, 18. Juli. Die Sitzung des Aktionskomitees gibt Gelegenheit, einen Rückblick zu M־erfen auf die Tätigkeit des Zionismus in dem letzten Jahre seit dem Kongreß. Das letzte Jahr war für den Zionismus ein schlechtes Jahr. F.ine Unternehmung wie der Zionismus kann ihrer Natur nach nicht in ständig auf, steigender Linie voastatten gehen, nach einer Zeit des Auf schwungs sind Rückschläge unvermeidlich. F.incn solchen Rück, schlag haben wir in diesem Jahre erlebt, wobei noch eine ganze Reihe ungünstiger Faktoren mitgewirkt haben, um die, Lage zu verschlechtern, vor allem der neuerliche materielle Zusammenbrudi der europäischen Judenhcit. Wir müssen aber auch anerkennen, daß eine Reihe von Momenten zu unseren Gunsten wirken. So zum Beispiel die fundamental wichtige Tatsache der vollkommenen Ruhe und Ordnung in Palästina, trotz der Unruhen in den benachbarten Ländern. So kommt es, daß auch die Rückschläge trotz der großen Schwierigkeiten nicht zu Erschütterungen geführt haben. Jede große Einwanderungswelle hat bisher in Palästina mit einer gewissen Stagnation geendet, und die vierte Alijah, die an Umfang jede frühere Einwanderung tibertraf, mußte naturgemäß eine Reihe von Mißerfolgen mit sich bringen und mündete schließlieh in die heutige Krise. Dies bedeutet eine Enttäuschung für diejenigen, die noch beim vorigen Kongreß die größten Hoffnungen auf diese, Einwanderung setzten. Aber dies ist nicht die einzige Enttäuschung des letzten Jahres. Die Er- Weiterung der Jewish Agency, für die der Kongreß alle geforderten Voraussetzungen erfüllt hat, wurde nicht weiter gefördert, das Programm ,.Eine Million Pfund in diesem fahre“, das nach dem Kongreß aufgestellt wurde, blieb weit von seiner Erfüllung entfernt, die geplante Industriebank wurde ebensowenig geschaffen wie die für die Scßhaftmachung der städtischen Arbeiter lebenswichtige Schchunat owdim. Für neue landwirtschaftliche Kolonisation sind keine Mittel vorhanden, wahrscheinlich auch im künftigen Jahre, nicht. Die Arbcitslosigkeil in den Städten Palästinas beginn: sich in einer heute allerdings noch unbedeutenden Auswanderung auszuwirken. Die Mandatarmacht hat in diesem schwierigen Jahr nichts getan, um die Lage, der Ju״en zu erlrichtein. obwohl sie UÄJäarhejjy,, gwrdttabn Jahre jernewiene, Troluji Von aef jualscnen 1®-'' Wanderung zog. Die fundamentalen jüdischen Forderungen, vor allem die Forderung nach Staatsböden zur Schaffung einer Bodenreserve für landwirtschaftliche Kolonisation, werden von der 'Mandatarmacljt theoretisch anerkannt, aber dilatorisch behandelt, obwohl ein Entgegengkomir.rn der Mandatarniacin die Situation in jeder Beziehung bedeutend verbessert hätte. Nicht genug daran, hat die palästinensische Regierung noch immer nicht in genügendem Maße die Eigentümlichkeit des palästinensischen Problems und die Imponderabilien, von deren Beachtung das Wohl des Landes abhängt, einschätzen gelernt. Sie hat im vergangenen Jahre die Juden oft unnötigerweise gereizt, wahrscheinlich nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unkenntnis, doch dies ist für eine Regierung in gleichem Maße belastend. Als eklatanter Fall ist die, Reorganisation der Gendarmerie bekannt geword .m, wo die Juden erst offen brüskiert und schließlich auch faktisch aus einem wichtigen öffentlichen Dienstgebiet ausgeschlossen wurden. Auch die. wirtschaftlichen Forderungen, von denen man sich eine Förde.rung der Produktion ini Lande verspricht, blieben unbe rücksichtigt. ln dieser schweren Atnmsph re hatte die zionistische Exckutive zu arbeiten und mußte einerseits gegen die Haltung der Regierung ankämpfen, andererseits der überhandnehmenden Ungeduld der jüdischen Welt standlialten. Die zionistischen Forderungen sind von der Exekutive wiederholt de!־ Mandatar, macht vorgclegt worden. Wir haben die politische Linie Dr. W e i 1 m a n ת s, das Vertrauensverhältnis zur Mandat,irmacht aufrechtzuerhalten und mit zäher Geduld eine Verbesserung der realen Maßnahmen zu unseren Gunsten anzustreben, an dieser Stelle wiederholt gebilligt. Trotz aller Unzufriedenheit glauben wir nicht, daß eine andere Methode der Politik uns offen steht. Es muß auch anerkannt werden, daß der politische Apparat der Exekutive in der letzten Zeit eine Verbesserung erfahren hat, vor allem durch die Schaffung des Bureaus in Genf, das unter der bewährten Leitung von Dr. Jacobson wichtige Arbeit geleistet hat. V ir glauben aber, daß noch ein weiterer Ausbau dieses Apparates erforderlich ist, vor allem auch in der politischen Behandlung der wirtschaftlichen, Einzelfragen, die in der nächsten Periode zweifellos im Vordergründe unserer Tätigfccit stehen müssen. Das A. C. muß für diesen Zweck Mittel zur Verfügung stellen. Der Ausbau der politischen Propagancla ist eines der wichtigsten Mittel unserer Politik, da wir die öffentliche Meinung der Welt gewinnen müssen. Dazu kommt die XoUvendigkeit, die konkreten politischen Fragen Palästinas, die immer drängender an uns herantreten werden, vorzubereiten. Es wird allmählich, trotz des Mißbrauches, der in manchen Kreisen mit dem Worte Judenstaat getrieben wird, zur allgemeinen Meinung im Zionismus, daß Palästina nur als ein politisches Gebilde zweier gleichberechtigter Nationen bestehen kann. Die Erfordernisse des Zweinationalitätenstaatcs müssen in Einklang gebracht werden mit den heutigen tatsächlichen Verhältnissen. Der ״Judenstaat'‘, wie wir ihn meinen, kann innerhalb einer solchen politischen Form seine Verwirklichung finden. Ein Spiel mit Worten, ohne die konkrete Vorstellung, in welchem Rahmen eine Verwirklichung möglich ist, beweist nur che völlige Lebensferne der betreffenden Politiker und kommt praktisch einem Verzicht auf Palästina gleich. Die ökonomische Tätigkeit der Exekutive stand im letzten Jahre unter, den drückenden Tagessorgen, die keine freie Initiative zulassen. Man mußte sich mit Uebergangsmaßnahmen begnügen, ohne neue definitive Werke in Angriff zu nehmen. Als Aktivuni des Jahres ist die günstige, auch vom Wetter begünstigte Entwicklung der Landwirtschaft zu buchen, und zwar sowohl die gute Saison der Orangenbauet־, als auch die Fortschritte der gemischten Siedlungen. Aber von dem Zustande eines planmäßigen Aufbaues, einer elastischen Anpassung an die jeweilige Situation und Ausnützung aller zur Verfügung stehenden Kräfte in der ihnen gemäßen Art, sind wir noch sehr weit entfernt. Nicht einmal die Gründung des Kolonisationsfonds und die Verträge mit den Siedlern wurden vollzogen. Die Festlegung der Mittel des Keren Hajessod durch das Budget, die Beschränkung der Tätigkeit der Exekutive auf die Verteilung der Gelder, ist ein unbefriedigender Zustand. Seit Jahren arbeiten wir ohne großen einheitlichen Wirtschaftsplan, lediglich unter dem Drucke des Augenblicks. Dieses System muß eine Aenderung erfahren, und der wichtigste Faktor dabei muß die Selbständigkeit der Siedlungen sein, ln dieser Richtung müßte das A. C. auf dem bereits betretenen Wege weiter schreiten, so schmerzlich es auch ist, daß eine neue Kolonisation im nächsten Jahre wieder nicht stattfinden kann. Einer Revision bedarf unseres Erachtens auch die z i o - nistisclic Finanzpolitik. Seit Jahren spricht man von dem Ziel eines Budgets von einer Million, faktisch aber erreicht der Keren Hajessod nicht mehr als 4 bis 500 000 £. Aus dieser Erfahrung müssen Konsequenzen gezogen werden. Der Keren Hajessod kann mit diesem Betrage nicht so, wie er nach dem ursprünglichen Plane sollte, sämtliche Tätigkeitszweige finanzieren. Obwohl wir alle Nachteile einer neuen Vernich• rung de.!־ Sammlungen und die Gefahr der Schaffung einer neuen Burcaukratie voll würdigen, scheint uns doch־ die Frage eine.-, eigenen Kulturfonds erwägenswert. Es müßte untersucht werden, ob bei der Kreierung einer solchen Institution die hier angedeuteten Nachteile nicht vermieden werden können. Der Keren Hajessod muß, wenn er seiner Hauptaufgabe, der Kolonisation, halbwegs gerecht werden soll, auf andere Tätigkeitsgebiete verzichten. Das Sanitätswesen muß von der on jüdischen WoMtätigkeitsgesellschaften wenig• Zusammenhang mit der zionistischen Pionierarbeit steht. Auch für die Imniigrantenfürsorgc, die Emigrationskosten und die Hachscharah müßten nach Möglichkeit ■ andere Mittel herangezogen werden. Viele. Gedanken des Reorganisationsbericlitcs von Simon und De Lieme, die vor Jahren auf unvorbereiteten und unfruchtbaren Boden fielen, sollten heute nutzbar gemacht werden. Alle Faktoren müssen Zusammenwirken in der Hebung der Produktion zur Erhöhung der Aufnahmefähigkeit des Landes. Höhere Keren Ilajessod-Einnahmen verbürgen nur dann eine höhere Aufnahmefähigkeit des Landes, wenn sic zur Hebung der Produktion verwendet werden können. Unter den organisatorischen Problemen, die das A. C. zu lösen hat. scheint uns an erster Stelle zu stehen die Frage des Verhältnisses von N. 1*'.-Direktorium, Keren Hajessod und Exekutive. Die Vielheit der kolonisatorischen Instanzen ist nicht aufrecht zu erhalten. Das Fehlen eines Organisation-,•Departements innerhalb der Exekutive, das Vorsagen des Finanz- und Wirtsrhaftsrates und andere Momente haben dazu beigetragen, die Verwirrung innerhalb unserer Instanzen zu vergrößern. Bei der Neuordnung der Exekutive und des Keren Hajessod, die das A. C. vorzunehmen hat, sollte dieser Frage die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Auch das Problem des zionistischen B e a in t c n t u 111 s bcdarf dringend der Regelung; der Btircaukratismus ist in einer zu so großen Maßen ange.wachsenen Organisation unentbelirlieh, aber er kann nur dann unschädlich bleiben, wenn sich die Bewegung dauernd seiner Gefahren bewußt ist. Auch darf der Zustand nicht geduldet werden, daß durch eine Belastung mit unabsetzbaren Beamten Teile des zionistischen Apparates lahnigelegt werden; dies ist durch eine entsprechende Dienst- Pragmatik, die auch die Beamtenversorgung regelt, zu vetmeiden. Wir begrüßen das A. C. zu seiner schweren Sommertagung und wünschen, daß seine Beratungen, wenn sic auch die mißliche Lage in Palästina nicht mit einem Schlage beseitigen können, doch ckn Weg zur Lösung der brennenden Probleme finden. Transiordailea und die jttdisehe koloaisalioB Amman, 14. Juli. (J. T. A.) Der neuernannte Minister- Präsident Transjordaniens, Hassan Pascha, gewährte dem Vertreter der Pal. Tel.-Agentur eine Unterredung, in deren Verlauf der Premier auf die Berliner Rede des P r ä s identen der zionistischen Weltorganisation Dr. Chain Weizmann zu sprechen kam. Dr. Wetzmann hat in seiner Rede in Berlin ausgeführt, Palästina sei ein kleines Land und könne schätzungsweise nur noch einigen Zehntausend jüdischen Landwirten die Möglichkeit zur Landkolonisation geben. Der Druck in Palästina muß sich aber dahin auswirken, daß eine friedliche Kolonisationstätigkeit in den benachbarten Ländern, jenseits des Jordans, in Betracht käme. Unter Bezugnahme auf diese Ausführungen Weizmanns sagte Hassan Pascha, er stehe der Idee einer arabischjüdischen Zusammenarbeit und einer jüdischen Kolonisation durchaus freundlich gegenüber. Ohne j ü d i - sches Kapital und jüdische Arbeit, setzte der Premier Transjordaniens hinzu, wird man weder Trans- Jordanien noch Palästina aufbauen können. Die Bedeutung der Pilanzungs- Industrie für Palästina Von Prof. O. Warburg, Daß der Ackerbau in Palästina, selbst wenn er bis zur äußerst möglichen Grenze ausgedehnt und zu mögliehst starker Intensität entwickelt wird, nur eine relativ bescheidene Anzahl Menschen wird ernähren können, ist eine absolut feststehende, nicht mehr zu bezweifelnde Tatsache, mit der wir uns ab finden müssen. Da unser Ziel sein muß, möglichst große Menscheninassen in Palästina unterzubringen, so richten sich seit einiger Zeit unsere Bemühungen darauf, Industrien in Palästina zu entwickeln. Erfolgreich sind diese Bestrebilligen bisher besonders bei der Bauindustrie gewesen sowie bei einigen Verarbeitungsindustrien palästinensischer Produkte (Mühlen, Weinbereitung, Seifenfabriken). Aber es ist klar, daß diese Industrien nicht sehr ausdehnungsfällig sind, da die Bauindustrie von der doch nur langsam steigenden Einwanderung und Volksverrnehrung abhängig ist, während die Vcrarbeitungsindustrien an die sich gleichfalls nur langsam vermehrenden in Palästina erzeugten Produkte gebunden sind. Natürlich ist die Möglichkeit gegeben, auch auswärts erzeugte Rohstoffe in Palästina zu verarbeiten, jedoch ist nur dann die Wahrscheinlichkeit der Rentabilität vorhanden, wenn ein größerer Bedarf für das Fabrikat im Lande selbst vorliegt, wie das z. B. für die Produkte der Mehl- und Mazzothfabrikation, der Oelmiihle, der Seifenfabriken, der Gerbereien, der Strumpfwirkerei, der Seide-, Woll- und Baum Wollweberei, der Möbel fabrikation, der Schokoladefabriken, Bierbrauereien usw. der Fall ist. Fabrikationen, die im wesentlichen oder gar allein auf den Export ihrer Waren angewiesen sind, werden cs dagegen sehr schwer haben, den Wettbewerb älterer Industrieländer zu bestehen, zumal die Arbeitsbedingungen in Palästina durchaus nicht besonders günstig Hegen. Im besten Falle wird Absatzmärkte für seine Industrieprodukte im Auslande in großem Maße erworben haben wird, und selbst dann sind sie immer mehr oder weniger durch auswärtige Konkurrenz gefährdet. Es würde demnach leichtsinnig sein, sich allzusehr auf eine solche Entwicklung zu verlassen und diese durch besondere Kraftanstrengung zu forcieren. Ist dies aber der Fall, so kann man auch nicht mit einer schnellen Aufnahme großer Menschenmassen durch die Industrie Palästinas rechnen, die industrielle Entwicklung des Landes wird vielmehr einen langsamen und auch nur langsam steigenden Verlauf nehmen. Ganz anders und gegensätzlich liegen aber die Verhältnisse, wenn wir die Zukunft der Pflanzungs- Industrie Palästinas ins Auge fassen. Freilich betrachten viele die Bewirtschaftung von Pflanzungen nicht als Industrie, sondern, soweit sie Rohprodukte schafft und nicht verarbeitet, als eine zur Landwirtschaft gehörende Urproduktion. Aber dann dürfte man die Bearbeitung von Bergwerken und Salinen auch nicht als Industrie bezeichnen, da hier ja gleichfalls nur Rohstoffe gewonnen werden. Der wahre Unterschied von Industrie und Landwirtschaft liegt vielmehr in der Verschiedenheit der Arbeitsmethoden, und in bezug hierauf nimmt die Bearbeitung der Pflanzungen eine Art Mittelstellung ein. Man ist daher durchaus berechtigt, von einer Pflanzungsindustric zu sprechen, wie es ja auch vielfach schon geschieht. Palästina hat das Glück, durch Bodenbeschaffenheit und Klima für eine Reihe von Pflanzungsindustrien günstige Bedingungen aufzuweisen, und seit mehr als einem Jahrhundert hat sich der Orangenbau, seit der Begründung jüdischer Kolonien der Wein- und Mandelbau dort eingebürgert. Diese Kulturen sind ein sicheres Fundament der Wirtschaft Palästinas geworden und liefern die hauptsächlichsten Exportprodukte des Landes; auch rentieren sie sich im allgemeinen befriedigend, die Orangenkultur gegenwärtig sogar vorzüglich. Schon jetzt bringt sie fast zwei Millionen Kisten im Laufe des Jahres zur Ausfuhr und bildet so den bei weitem bedeutendsten Ausfuhrartikel des Landes. Bekanntlich erzielt die hauptsächlich kultivierte und exportierte Jaffa- Orange wegen ihrer Größe, des schönen Aussehens, des angenehmen Aromas, des Fehlens der Kerne, der Dünne der Zwischenhäutc und der dadurch bewirkten größeren Saftigkeit höhere Preise als fast alle anderen Provenienzen und ist trotz der zunehmenden Produktion bisher stets leicht absetzbar gewesen. Alle Sachverständigen meinen, daß auch für die Zukunft nichts zu befürchten ist, zumal die meisten Länder Europas noch nicht dem Absatz der Jaffa-Orange er ־׳Gossen sind. Aber immerhin ist der gute jetzt gezahlte Preis doch zum Teil Modesache, und es würde verkehrt sein, sich allzusehr auf die Superiorität dieser Sorte zu verlassen, zumal namentlich

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