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Jüdische Rundschau · 1926-07-13 · Heft 54 (13.7.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 54 (13.7.1926)
Date
1926-07-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 368 die Notwendigkeit einer durchgreifenden Re* Organisation im Sinne einer wirtschaftlichen Rationalisierung zu sprechen. Die Arbeiterschaft selbst strebt dieser Rationalisierung zu, sie muß auch bei der Durch• führung ein aktiver Faktor sein. * , Wir sagten schon, daß die wirtschaftlichen Streitfragen viel von ihrer Schärfe verloren haben und nicht mehr *0 ausschließlich die zionistische Gruppierung bestimmen werden, wie beim vorigen Kongreß. Gerade darum sind die Bestrebungen■ zu begrüßen, die dahin zielen, die Ali gemeinenZionisten auf einergcmeiiisamenPlattform zu vereinigen. Diese Gruppe, zu deren Bildung die amerikanischen Z!brüsten die Anregung gegeben haben, sollte, falls sie zustande kommt, keine Kampfgruppe sein, sondern sollte die breite Basis bilden, auf die sich die Exekutive stützen kann, ohne befürchten zu müssen, in jeder Einzelfragc in den Meinungskampf hincingezogen zu werden. Es besteht in vielen Kreisen die Ansicht, daß die Exekutiveder Ergänzung durch einige Mitglieder bedarf. Besonders wegen der Exekutive in Palästina, deren Zusammensetzung in der Oktobersitzung aus den bekannten Gründen mißglückt ist, bestand anfangs Beunrnhigung. Es hat sich gezeigt, daß diese Beunruhigung unbegründet war. Die Exekutive in Palästina, bestehend aus den drei gewählten Mitgliedern und einem Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates, hat die Arbeiten mit größter Energie in die Hand genommen, und es ist ihr gelungen, ein Jahr, das vielleicht das schwerste war, das wir bisher hatten, ohne nennenswerte Störungen durchzuhalten. Diese Leistung verdient alle Anerkennung, und die Tatsache, daß ferade Vertreter der Flügclparteien daran führend eteiligt waren, wird allein dazu beitragen, die beim Konfreß aufgetauchten Tendenzen, die flügclparteien aus der xekutive auszuschließen, zum Schweigen zu bringen. Bezüglich der Ergänzung der Palästinaexekutive ist es erforderlieh, vor übertriebenen Erwartungen zu warn e n. Das Aktions-Comitd wird keineswegs in der Lage sein, Persönlichkeiten zu finden, die bisher der zionistischen Welt nicht bekannt sind. Wir dürfen nicht die Meinung aufkommen lassen, als ob der heutige Zustand einer grundlegenden Veränderung bedarf, Es ist nicht unsere Sache, an dieser Stelle Personenfragen vorzugreifen. Wichtige organisatorische Probleme ergeben sich im Zusammenhang mit dem Beschluß der Ueberfülmmg der Keren Hajessod-Zentrale nach Palästina. Die Befugnisse der Direktorien des Keren Hajessod und des Keren Kajcmcth sollten bei dieser Gelegenheit eine Ueberprüfung erfahren und ihre Beziehung zur Exekutive eindeutig festgelegt werden, damit nicht durch die Vielheit von Instanzen Konflikte entstehen. Außerdem wird das Aktions-Comitd sich unter Vernvertung der Erfahrungen der Ijaraktion über die Neugestaltung des Organisationsdepartements und seinen Sitz schlüssig werden müssen. Es besteht an sich die Not- Wendigkeit, das politisch-organisatorische Zentrum in London zu verstärken, die Abteilung für politische Propaganda auszubauen und auch die Abteilung für Finanzwirtschaft im Zusammenhänge mit dem politischen Büro zu reorganisieren. Diese Pläne würden sicher die freudige Zustimmung des Aktions-ComiMs finden, da ihre Durchführung eine bedeutende Steigerung der zionistischen Aktivität mit sich brächte. Zweifelhaft ist aber die Beantwortung der Frage, ob die Mittel für die Erweiterung der Arbeit zu beschaffen sein werden. Die Schekelergebnisse dieses Jahres sind bisher äußerst unbefriedigend. ..tj. AUes in allem hat das Aktions-Comiti ein sehr großes Arbeitspensum zu erledigen.; Der Erfolg seiner Beschlüsse wird aber nicht von ihm allein abhängen, sondern von der ganzen zionistischen Oeffentlichkeit, die durch verstärkte Arbeit beweisen muß, daß sie den' Ernst und die Bedeutung des neu«! Stadiums der zionistischen Entwicklung versteht. Der Keren Ba|es1el in SMifrlka Johannisburg, 6. Juli (J. T. A.) Der Landwirt schaftsminister Südafrikas, Herr Grobler, der vom Wahl kreis Rustenburg in das Parlament entsendet worden ist richtete eine Botschaft an die jüdischen Bürger von Rustenburg in welcher er sie auffordert, den Delegierten des Keren Ha jessod, Herrn Dr. M. Hi 11 des gut zu empfangen und da Wiederaufbauwerk in Palästina zu unterstützen. Durch di Landwirtschaft, heißt es in der Botschaft, kann man am beste ein Volk in dem Land verwurzeln, Landkolonisation abe braucht Geld, um zu prosperieren. Der Minister selbs hat für die Keren Hajessod-Aktion in Rüsten bürg die erste Spende in Höhe von 10 Pfutn geleistet. JUEDJSCHE RUNDSCHAU " % Der VII. tschechoslowakische Zloilitentag (Brünn, 3. bis 6. Juli.) Von unserem Korrespondenten. h. 1. Prag, 10. Juli 1026. Der 7. tschechoslowakische Zionistentag war in vielfacher Hinsicht interessant. Es war das erstemal, daß sich politische Gruppierungen zeigten und so die Tagung, die früher mehr Freundeszusammenkünften glichen, in einen Kongreß en miniatu re verwandelten. Es gab an vielen Orten regelrechte Wahlen zum Zionistentag, das Interesse für ihn war in der zionistisehen Oeffentlichkeit ungemein rege und die Beteiligung sehr stark. Es kann dies als ein Symptom aufgefaßt werden, daß der Zionismus im letzten Jahre in der Tschechoslowakei große Fortschritte gemacht hat, besonders im östlichen Teile der Republik, in der Slowakei und KarpathoruBland, wo die Juden noch immer in geschlossenen Kreisen in größerer Anzahl siedeln. Vier Gruppen traten auf dem Zionistentage auf. Zum ersten Male gab es eine organisierte Opposition, die allerdings zahlenmäßig recht schwach vertreten war. Es handelt sich hier um die Gruppe der ״Radikalen Zionisten“ und der ״Zionisten-Revisionisten“, die gemeinsam auftraten d. h. die Führer der Radikalen (Dr. Emil M argul ics und Dr. Mirjam Scheuer) waren die Sprecher und die Revisionisten ihre Lärmmacher im Plenum. Zu den 16 Delegierten dieser beiden Fraktionen gesellten sich noch 11 Delegierte der von Prof. Epstein geführten ״Ziofiisten־Realisten“, die zwar oppositionell, nichts jedoch mit jener Opposition gemeinsam haben wollten. Ihre Gegnerschaft wandte sich vor allem gegen die bisherige Leitung, der sie Schwäche in Helen zionistischen Belangen vorwarfen und sie waren von vornherein bereit, eine neue, zielbewußte Leitung mit allen Kräften zu unterstützen. Streng schieden sie sien auch in der Frage der zionistisehen Beamten von den Radikalen, die in einem Vor• schlag an den Zionistentag so weit gegangen waren, den Beamten jegliches Recht der Mitbestimmung in allen zionistisehen Fragen abzusprechen. Von großer Bedeutung war das Auftreten einer geschlossenen Jugend- und Chain zgruppe, die schon durch ihre Stärke (28 Delegierte) den Zionistentag mit aller Wucht auf das wirkliche Ziel des Zionismus und auf die wichtigsten konkreten Oegenwartsaufgaben, auf Erez-Israel und die Chaluziuth, hinwies. Sie stellte so eine wohltuende Gegenkraft gegen die auch hier immer stärker hervortretende Hypertrophie abstrakter Politik dar. Die Mehrheitszionisten, 119 an der Zahl, bildeten nur in der Ablehnung der Methoden der radikalen Opposition und in der Unterstützung der Außenpolitik Wcizmanns ein geschiossencs Ganzes. Sonst jedoch gingen die Meinungen in ihrem Lager des öfteren auseinander. Zwei wichtige innere Fragen der tschechoslowakischen Landesorganisation standen im Brennpunkte der Tagung: Der Ausbau der Organisation und die jüdischen Schulen. Die bisherige Leitung hatte ihr Hauptaugenmerk der Erfassung der jüdischen Kreise in der Slowakei zugewandt, die für den Zionismus völliges Neuland darstellt. Es wurden in dieser Hinsicht, wie bereits• erwähnt, aber auch durch den Monat Ijar, in den übrigen Teilen der Republik, große Fortschritte erzielt. Von seiten der böhmischen Delegierten wurden in allem Ernste die Frage aufgeworfen, ob es nicht ratsam wäre, den Sit?: der Leitung, der bisher Mähr. Ostrau war, nach Prag zu verlegen. Es zeigte sich jedoch, daß einem solchen Plane große Schwierigkeiten, besonders geographischer Natur, im Wege stünden und es daher ratsam erscheint, die Leitung vorderhand in Mähr. Ostrau zu belassen. Eine schwierig« und ernste Aufgabe stellt das jüdische Schulwerk für die tschechoslowakischen Zionisten dar. Es gibt auf dem Gebiete der Tschechoslowakei im ganzen 91 jüdische Schulen, darunter 10 Volksschulen und 1 Gymnasium mit hebräischer Unterrichtssprache, letztere alle in KarpathoruBland. Es lastet daher eine große Verantwortung auf den Zionisten, besonders was die Aufbringung der materiellen Mittel für dieses Schulwerk betrifft. Sehr schwer macht sich in den letzeten Jahren der Lehrermangel für diese Schulen bemerkbar, so daß man zur Schaffung eines jüdischen Lehrerseminars schreiten mußte. Breiten Raum nahmen auch in der Diskussion dieser Tagung die Fragen der Chaluziuth und der Vorbereitunparbeiten für Palästina überhaupt ein. Es zeugt für den Ernst der Tagung, daß alle durch die Jugendgruppe gestellten Forderungen der Chaluzim angenommen wurden, was eine ziemlieh starke Belastung des Organisationsbudgets bedeutet. Die Fragen der Zionistischen Weltorganisation traten gegen diese Tagessorgen der Landesorganisation mehr in den Hintergrund. Doch zeigte sich auch hier in der Debatte und in den angenommenen Resolutionen, daß die überwältigende Mehrheit der tschechoslowakischen Zionisten hinter der Außenpolitik Weizmanns steht und mit aller Entschiedenheit jede unverantwortliche Opposition zu bekämpfen bereit ist. So hat auch der Zionistentag eine klare Stellung¬ Nr. 54 nähme der tschechoslowakischen Zionisten für den XV. Zk> nistenkongreß herbeigeführt * Die ,Tagung, die mit der Wiederwahl Dr. Rufeisens zum Vorsitzenden des Exekutivkomit6s schloß, nahm eine Reihe von Resolutionen an, von denen wir die folgenden wiedergeben: 1. Die Tschechoslowakischen Zionisten haben uneingeschränktes Vertrauen zur Politik der Exekutive und insbe* sondere des Präsidenten der Organisation, Dr. Chaim Weizmann, und geben der Erwartung Ausdruck, daß die Vertretung unserer Rechte, auch weiterhin mit unermüdlicher Energie und Würde geführt, für unsere noch unerfüllten Forderungen bei der palästinensischen Regierung und bei der Mandatarmacht nicht mir wohlwollendes Verständnis, sondern auch aktive Förderung erreichen werde. 2. Ehe Tschechoslowakischen Zionisten wünschen fort• gesetzte Anstrengungen, um alle Juden, die am Aufbau unserer nationalen Heimstätte mitwirken wollen, zur Mitarbeit und Mitverantwortung heranzuziehen, damit durch die eigene Kraft des jüdischen Volkes großzügige kulturelle, wirtschaftliche und soziale Tatsachen geschaffen werden, die allein bleibende politische Erfolge gewährleisten. 3. Insbesondere hofft der VII. Tschechoslowakische Zionistentag, daß es den andauernden Bemühungen der Zio• nistischen Exekutive glücken wird, für eine große Palästin a - A n I e i h e nicht nur die politischen Voraussetzungen zu schaffen, sondern auch ein aktives Interesse der finanziellen Kräfte im jüdischen Volke zu wecken und die moralische und finanzielle Hilfe des Völkerbundes zu erlangen. (Ziko.) Laadwlrtgcbaltllehe Aaislellang la Pullst!■« Jerusalem, 1. Juli. (J. T. A.) Die palestinensisehe Landw׳irtschafts- und Gartenbau-Ausstellung wurde dieser Tage in Jaffa eröffnet. Sie ist sehr umfassend. Von den arabischen Dorfprodukten bis zu den neuestcrcn Erzeugnissen der ״Shemcn“-OelgeseIlschaft in Haifa sind alle Bodenprodukte zu sehen. Man zählte etwa 1500 Aussteller, Araber und Juden, städtische und ländliche Siedler aus allen Teilen Palästinas, ln einigen Zweigen haben die Araber das Monopol, so in Kamel- und Ziegenzucht, in Häuten und Baumwolle, während in anderen Dingen die Juden vorherrschen, so in Seiden- und Blumenzucht, ludtistrieprodukten, Futter, Düngemittel, Tabak und Wein. Sie bilden auch die Mehrheit der Aussteller in Korn, Weizen, Gemüse, Früchten, Fetten, Seife, Pferden, Mauleseln, Eseln und Schafen. Aussteller sind u. a. Das Kolonisationsdepartement der palästinensisch-zionistischen Exekutive, die Pica, die Mikweh-Israel-j\ckerbauschule, Rischonle-Zion, die Regierungs-Ackerbauschule, ״Mischaar We“, Taasia, die deutschen Kolonien Sarona und wilhelma, die Kolonie En-charod usw. Auch der High Commissioner besuchte die Ausstellung. Unter den Preisträgern seien erwähnt: Nahalal mit einem besonderen Preis für Weizen: Tel Josef: erster Preis für Heu und Hafer, erster Preis für Kürbisse von bewässertem Boden; Kfar Jecheskiel: zweiter Preis für Futter; Herr Levi aus Hcrzlia: erster Preis für frische Früchte; Dr. Soskin: erster Preis für Stachelbeeren; Dr. Yehuda: ein besonderer Preis für Seidenraupen; Herr Broze aus Moza: Preis für Oliven. Die Preise waren offenbar gleichmäßig unter arabische und jüdische Aussteller verteilt. AbwehraaBiahmeR gegen de■ Typtiis Jerusalem, 30. Juni 26. (P. C.) In mehreren Siedlungen des Emek herrscht Typhus. Die zionistische Palästina-Exekutive hat sich an Herrn C. Q. Henriques mit der Bitte gewandt, die Leitung der Bekämpfungsarbeiten zu übernehmen. Das Gesundheitsamt der Exekutive hat die Angelegenheit untersucht, lind wird der bevorstehenden A.-C.-Sitzung vorschlagen, Mittel für die Schaffung besserer sanitärer Bedingungen in den Siedlungen bereitzustellen. Herr Henriques wird in allen betroffenen Gebieten energische Maßnahmen zur Beseitigung der Epidemie treffen. Die medizinische Arbeit liegt in den Händen von Dr. Peiler, der mit Hilfe der Krankenkassen ein Feldlazarett in Ain Charod eingerichtet hat. Eine genügende Anzahl von Betten für Typhuskranke und eine Station zur Untersuchung und Impfung der Siedler sind vorhanden. Das öffentliche Gesundheitsamt hat außerdem im Regierungshospital in Haifa 30 Betten für Typhuskranke zur Verfügung gestellt. Die Laboratorien der Hadassah und der Regierung helfen bereitwillig bei den Untersuchungen und Impfungen der Emek- Arbeiter. Wladimir Jabotinsky hat am 7. Juli die Rückreise von Amerika nach Europa angetreten. Der erste Kongreß der Mnsiker Palästinas Von C. Sirkes (Tel-Awiw). Die erste Tagung der Musikgesellschaften von Tel-Awiw- Jerusalem-Haifa, die Mitte Juni sehr zahlreich beschickt in Tel-Awiw stattfand, bot Gelegenheit, gediegene, wertvolle Leistungen kennenzulernen, die in Anbetracht der Verhältnisse ganz besonders zu schätzen sind. Das Musikleben in Palästina, aus schlichten Versuchen einzelner geboren, die in den drei Städten, unabhängig voneinander, mit nie erlöschendem Feuer ihrer Kunst hingegeben durch Jahrzehnte hindurch die schwersten Opfer getragen haben, ist im Aufstieg begriffen, trotz, der enormen Schwierigkeiten, dem Mangel an Sälen, an Instrumenten, am Notenmaterial und an notwendigsten Geldmitteln. Die zu Gehör gebrachten Musikstücke, die ein hohes Niveau aufweisen konnten, die Vielheit und Verschiedenheit der Musikkörper sind unbestritten eine kulturelle Tat. Mealer Wille, unermüdliche Arbeit und Opfersinn waren hier am Werke. Die Musikgesellschaften, denen es gelungen ist, durch das Zusammenfassen aller vorhandenen Kräfte einen festgefügten Körper zu schaffen, haben durch den Ausbau der 1rganisation, durch die zielbcwußte, planmäßige Pflege der Musik, die auch die Kolonien umfaßt, ein ernstes Stück Arbeit geleistet. Der* Kongreß selbst bot ein sehr buntes und bewegtes Bild. Die feierliche Eröffnung wurde mit der Begrlißungsrede des Ehrenvorsitzenden Professor S c h o r und zahlreichen Telegrammen, die von allen Seiten eingelaufen sind, eingeleitet. Es folgten das Forellen-Ouintett und Streichquartett von Schubert. Professor Weinberg berichtete über den Stand der Sammlungen für das geplante Konservatorium, einer höheren Musikschule, für die im Auslande bereits Beträge aufgebracht worden sind. Professor Rosowsky referierte über die Notwendigkeit einer umfassenden Forschung auf dem Gebiete der ortentalischen Musik. Charlomow forderte In seinem Vortrage die Schaffung eines hebräischen Musikwörterbuches und einer genau«» minologie für Musik. * In den Beratungen, die daraufhin folgten, wurde der weitere Ausbau der Organisation, die Ausgestaltung des Musik- Schulwesens, die Errichtung einer Konzertagentur, eines Arbeitsvermittlungsbüros, einer Bibliothek, Schaffung von Hilfskassen in das Programm der Arbeit aufgenommen. Oodowsk)׳ und Cfh e i f c z wurden zu Ehrenmitgliedern der Gesellschaften ernannt, Professor Schor, in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um die Gesellschaften und überhaupt um das Musikleben im Lande neuerdings zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Der Ernst der Tagung wurde noch durch das 25jäl1rige Jubiläum von Professor Engel auf dem Gebiete der jüaisehen Musik gesteigert. Es wurde aus diesem Anlaß die Gründung eines Musikheitnes ״Engel“, indem sieh das gesamte Musikleben Palästinas konzentrieren soll, beschlossen. Die für den Bau erforderlichen Mittel sind bereits sichergestellt, den Bauplatz hierfür hat die Gemeinde der Stadt Tel-Awiw bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde Professor Engel sein Porträt in Elfenbein geschnitzt (von der Bezalcl-Schuie Jerusalem ausgeführt) überreicht. Am Abend fand ein Konzert statt, das Programm umfaßte: Beethoven: Trio B-dur Öp. II für Klavier, Klarinette und Violoncello; Schumann: Variationen für 2 Klaviere in B-dur; Brahms: Sonate in G-dur, Op. 78 für Klavier und Violine; Sa Int-Säen s: Scherzo für 2 Klaviere; Engel: Fragmente zu Perez-Behandlungen für die Bühne: ״Mondfahrt“, ״Nach dem Begräbnis“, ״Die Kabbalisten“ für zwei Violinen, 2 Altos, 2 Cellos und Klavier; Weinberg: Jemenitische Rhapsodie aus dem ״Hechaluz“ für Streichquartett, Klarinette und Klavier; Rosowsky: Trauer-Ode für 2 Klaviere und Singstimme, gewidmet dem Andenken des Dichters L. Perez; Engel: ״lieber allen Gipfeln“ (Goethe-Tschernichowsky), Weinberg: ״Sei gegrüßt Land Israels“ ״Goethe- Tschernichowsky), Vokalquintett der Opernsänger; Prokof i e f f : Ouvertüre nach jüdischen Voucsthemen für Sextett; Beethoven und Mendelssohn-Gesänge, Beth-Am- Chor. Nach einem Bankett ging die Feier zu Ende. Der starke Widerhall, den sie gefunden nat, läßt hoffen, daß die Energie dieser emsig schaffend«! Arbeiter auf dem Gebiete der tönenden Kirnst mit den Erfolge erstarken und wachsest wird. Zeitschriltenschan Die von Prof. D. Koigen zusammen mit F, Hilker und Prof. Dr. Schneersohn herausgegebene Vierteljahresschritt ״Ethos“ (Verlag G. Braun, Karlsruhe), die wir hier schon angezeigt haben, enthält in ihrem dritten Heft wieder eine Reihe überaus interessanter und wertvoller Arbeiten, die dem politisch und soziologisch Interessierten reichen Stoff bieten. Wir erwähnen in erster Linie Vo ß 1 e r, ״Bibel und Weltgeschichte auf Racines Bühne“, als einen Beitrag, der den Einfluß jüdischen Geistesgutes in einem speziellen Fall erörtert. Ernst Simon schreibt über ״Der Einzelne und die Masse“ (bei Hegel und Ranke), Schneersohn über ,,Suggestion und Nachahmung“. Genannt sei ferner G i e s e, über ״Homogenität des Kulturbewußtseins“ und Herrn* b c r g ״Gemeinschaft und Gesellschaft als Ziel und Weg*' — damit ist aber der Inhalt des Heftes nicht einmal auf* zählungsweise erschöpft. In der in Moskau erscheinenden musikalischen Revue ״Musikalni Letopis“, herausgegebeu von Rimski-Korsa* ko ff, befindet sich ein interessanter Artikel über den jüdischeu Komponisten Salomon de Rossi anläßlich seines 300. Todestages. De Rossi hat eine Reihe von Psalmen und auch das Hohe Lied vertont. Er schrieb Noten mit unterlegtem hebräischen Text, und es ist interessant, daß diese russische Zeitschrift ein solches hebräischesNotenmanuskript reproduziert. Soeben erscheint eine neue Zeitschrift für kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen zwischen Ost und West unter dem Namen ״Levante“. Der Untertitel ist in allen Sprachen des Vorderen Orients einschließlich Hebräisch und Arabisch angegeben. Die Zeitschrift behandelt in diesen! ersten Heft eine Reihe von sehr interessanten Gegenständen, insbesondere Probleme der Wirtschaftspolitik Aegyptens, Palast Inas, der Türkei usw׳. Ein spezieller Artikel ist den deutschen Kolonien in Palästina gewidmet. Ein anderer Artikel bespricht die Elektrifizierung Palästinas (Rutenberg-Projekt). In einer anderen Notiz wird die Vereinigung von Palästina und Transjordanien, auf die manche Symptome, so der gemeinsame Grenzschutz, hindeuten, darauf hingewiesen, daß sich in Trans* jordanien der europäischen Industrie ein neues Absatzgebiet erschließen würde.

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