Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 53 (9.7.1926)
- Date
- 1926-07-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 388 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53 Nr. 53 selbstverständlich, daß das jüdische Volk berufen ist, Träger und Verwirklicher des göttlichen Auftrags zu sein, auch der wahren göttlichen Gemeinschaft, die sie sich als Vollendung des ״Judenstaates“ dachten. Was hat nun das liberale Judentum aus diesem großen Erbe gemacht? Die Opposition der Propheten gegen die Nichtswürdigkeit der Träger der jüdischen Staatsmacht hat man umgedeutet in eine Negation des jüdischen Volkstums; gleichzeitig hat man die Nichtswürdigkeiten der Träger der weltlichen Staatsmacht in dem Lande, wo man als Staatsbürger lebte, mit einer Gloriole versehen, ln beiden Beziehungen hat man also das gerade Gegenteil des Prophetismus statuiert. Mau ging - unter Mißbrauch des Begriffes Religion — immer mehr den Weg des geringsten Widerstandes. Ich erinnere mich nicht, im Weltkrieg aus dem Munde irgendeines liberalen Rabbiners ein Wort gehört zu haben, das wirklich die Verkündigung göttlicher Lehre ohne Rücksicht auf das momentane Interesse oder Scheininteresse des Staates gewesen ist. Die einzige Figur, die in jenem Hexensabbat die Stimme der Menschlichkeit im Namen der Religion ertönen ließ, war Papst Benedikt. Die liberalen Rabbiner glaubten damals ebenso wie ihre christlichen Kollegen das Aeußerste in Patriotismus leisten zu müssen, und gerade als Juden glaubten sie, ״mehr als ihre Pflicht“ tun zu müssen. Der Zusammenbrach des Christentums, der sich in der frivolen und blasphemischen Formel vom ״Moratorium des Christentums“ ausdrückte, fand sein getreues Widerspiel in dem nur nach dem Gesichtspunkt der Assimilation orientierten Judentum. Dies war der konsequente Abschluß einer Entwicklung, die darauf hinauslief, das Judentum lokal zu begrenzen, um es dem Staate leichter annehmbar zu machen. Alles Nationale, alles Verbindende wurde zurückgedrängt, die ״Reform“ wurde in engster Anlehnung an die jeweilige Landeskirche durchgeführt, die nationalen Elemente des jüdischen Kultus wurden eliminiert; und um sich von dem Verdachte des ״Internationalismus“ zu reinigen, wurde immer wieder betont, daß ein Weltjudentum nicht existiert, sondern nur ein ungarisches, deutsches, englisches Judentum, das lediglich mit den Angelegenheiten seiner Heimatländer zu tun hat. Der Liberalismus war eine Sache des politischen Opportunismus geworden, dem auch die Formel von einem nur noch ״ethisch“ determinierten Judentum dienstbar gemacht wurde. Heute sind wir in eine neue Epoche eingetreten. Man schwärmt für Völkerversöhnung oder, wie Stephan Zweig es in einem Aufsatz gerade diese Woche charakterisiert, ״man trägt“ Internationalismus. Seit Locarno reisen de1$sche Schriftsteller nach Frankreich und berichten darüber mit einer unverdaulichen Breitspurigkeit, man veranstaltet internationale Tagungen von Schriftstellern und Schauspielern, aber auch die evangelische Geistlichkeit hat sich vor einiger Zeit in einer internationalen Konferenz in Stockholm vereinigt, wo die ehemaligen Feinde einander gegenübersaßen in einer seltsamen Mischung von religiösem Organisationswillen und nationalpatriotischen Reservaten. Nach Stockholm ist sogar London möglich geworden, denn niemand wird jetzt diese internationale jüdische Konferenz verdächtigen können. Die liberalen Juden, die in ihrer Angst um ihren patriotischen Leumund früher internationale jüdische Kongresse perhorreszierten, finden sich heilte, da es Mode geworden ist, selbst zu einer Weltkonferenz zusammen. Es liegt im Interesse der jüdischen Selbsterkenntnis, diesen Tatbestand mit aller Klarheit festzustellen. Wenn wir hier über die Entartung des empirischen Liberalismus scharfe Worte finden mußten, so sollte damit keineswegs eine ablehnende Haltung gegenüber der Londoner Weltkonferenz präzisiert sein. Die Londoner Konferenz ist vielmehr ein erfreuliches Ereignis, weil sie in einem gewissen Maß die Juden verschiedener Länder einander näher bringt, das Gemeinsame in ihnen stärkt, und dieses gemeinsame Jüdische ist ipso facto ein national erhaltendes Moment. Wenn die Konferenz einen ernsten Sinn erfüllt, dann wird sie die Aufmerksamkeit gerade der Besten innerhalb des liberalen Judentums wieder auf die großen jüdischen Gesamtheitsaufgaben hinlenken. Die Wiederbelebung des religiösen Idealismus, die Umkehr des Liberalismus aus einer Liquidationsbewegung in eine religiöse Bewegung wäre zweifellos ein Ziel, das die Kräfte der besten Geister des Liberalismus wert ist. Aber wir zweifeln daran, daß der Liberalismus eine ernste religiöse Bewegung nicht nur bei vereinzelten Persönlichkeiten sondern für die Mehrheit der heute sich liberal nennenden Juden werden kann, wenn er sich nicht von der inneren Knechtschaft befreit, die die Assimilation mit allen ihren Folgeerscheinungen darstellt. Ein jüdischer Liberalismus, der die Existenz des jüdischen Volkes leugnet oder der der Entfaltung freien jüdischen Volkslebens gar feindlich gegenübersteht, ist ein opportunistisches Gebilde, dem keine religiöse Kraft innewohnt. Der Träger der jüdischen Religion kann nur das jüdische Volk sein. Selbst historisch und empirisch gibt es bis jetzt nichts anderes. Wenn zum Beispiel ein deutscher liberaler Prediger diese Woche schreibt, die liberale Weltkonferenz müsse gegen den Versuch Stellung nehmen, ״die Religion der Propheten wieder zur Volksreligion zurückzuschrauben“, da dadurch das Judentum ״aus der Reihe der Weltorganisationen ausscheiden würde“, so beweist dies nicht nur völliges Unverständnis der jüdischen Geschichte und Sonderart, sondern auch eine bemerkenswerte Ignoranz; denn niemals war das Judentum eine Weltreligion in demselben Verstände wie etwa Christentum oder Buddhismus, die ihre Lehre verschiedenen Völkern aufprägten und in gewissem Sinne auch durch deren nationale Eigentümlichkeiten partikularistisch gefärbt wurden. Das Judentum ist historisch gebunden an das jüdische Volk und wenn nach liberalassimilatorischer Vorstellung die in verschiedene Länder versprengten Teile der Judenheit die ״Nationalität“ der in diesen Ländern herrschenden Mehrheitsvölker annehmen und dadurch das Judentum eine ״verschiedene Nationalitäten umfassende“ Weltreligion wird, so ist dies eine Fiktion schlimmster Art, die nicht nur aus einer falschen Analogie, sondern auch aus einer völligen Verleugnung historischer Tatsachen entstanden ist. Eine derartige Begriffsverwirrung ist die natürliche Folge der inneren Knechtschaft. Wir wissen, daß es auch im Lager des jüdischen Liberalismus heute eine ganze Reihe Persönlichkeiten gibt, die diesen Irrtum durchschauen und die sich aus dem von einem Jahrhundert der Assimilation geschaffenen Lügengewebe befreien wollen. Nicht nur gibt es unter den Liberalen, und gerade unter den Prominentesten — zum Beispiel in Amerika — aufrichtige Zionisten, sondern auch solche Persönlichkeiten, die nicht der zionistischen Bewegung angehören, begreifen die Bedeutung des Wiederauflebens jüdischen Volkstums für alle Aeußerangen jüdischen Wesens und daher auch für eine richtig verstandene Wiederbelebung der jüdischen Religiosität, zumindest müssen sie verstehen, daß religiöser Liberalismus und nationale Regenerationsbewegung auf ganz verschiedenen Ebenen liegen und keinesfalls als Gegensätze konstruiert werden können. Wenn die Tendenzen, die in den Aeußerangen mancher deutschen Liberalen zum Ausdruck kommen, die neue liberale Weltorganisation, zu einer Kampforganisation gegen die nationale Bewegung des Judentums zu machen, durchdringen sollten, so wird das nicht zum Segen des Liberalismus und nicht zum Segen des Judentums sein, sondern es wird uns auf dem Wege des Verfalls, den das Judentum bestritten hat, noch einige Stationen weiter bringen. Wir müssen leider der liberalen Weltkonferenz mit einiger Skepsis entgegentreten. Wir wünschen aber, daß diese unsere Skepsis durch die Tatsachen widerlegt wird und daß die liberale Weltkonferenz eine würdige Manifestation der Erstarkung jüdischen Fiihlens, der Betonung jüdischer Gemeinsamkeit, der Verbundenheit des Judentums der ganzen Welt sein wird. Wenn die liberale Weltkonferenz auf der Höhe ihrer Aufgabe steht und den liberalen Gedanken von seiner Verstrickung in den Opportunismus der Assimilation befreit, dann kann sie ein wertvoller Impuls des jüdischen Lebens werden. Und daß das jüdische Leben eine Erfüllung mit geistigem Inhalt nötig hat, das wissen wir Zionisten, die nur die Vorbedingungen dafür schaffen können, am besten. Auch unsere nationale Bewegung hat wie jede nationale Bewegung ihre Grenzen, und wir sind weit entfernt von der Verirrung, jede andere jüdische Bewegung als feindlich zu betrachten. Gerade in unserem Lagtr sind die Menschen, die mit denkbarer Ergriffenheit jede wahrhafte Anregung geistiger Art aufnehmen würden. Daß der offizielle Liberalismus diesen Menschen bisher nichts zu , geben vermochte, ist nicht ihre Schuld. Vielleicht tritt der Liberalismus jetzt in ein neues Stadium. Jede Macht, die dazu beitragen kann, die geistige Leere unserer jüdischen Existenz zu vermindern, werden wir willkommen heißen. R. W. Vom lateriulionsle■ Bibliothekar-Kongreß Wie bereits kurz gemeldet, nahm an dem 4. internationalen Bibliothekarkongreß, der Anfang Juli in Prag stattfand, auch der Leiter der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem, Dr. Hugo Bergmann, teil. Dr. Bergmann wurde als Vertreter Palästinas ins Präsidium des Kongresses gewählt und hielt bei der feierlichen Eröffnung, welche im Pantheon des böhmisehen Landesmuseums stattfand, eine hebräische Anspräche. In der zweiten Sektion des Kongresses referierte Dr. Bergmann über die Katalogisierung der judaistischen Sammlungen der Jerusalemer Bibliothek auf Grundlage des Dewey-Dezimal-Systems und über die von der Bibliothek zu diesem Zwecke ausgearbeitete Systematik. — An dem Kongreß nahm auch namens des Warschauer Vereins der Freunde der Universität Jerusalems der Sekretär des Vereins, Herr Eduard Poznankl, teil, der Gelegenheit hatte, die Mitglieder des Kongresses über die Tätigkeit des Warschauer Vereins für die Jerusalemer Bibliothek zu unterrichten. Die Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches, Berlin, war durch Prof. S. Lieben (Prag) vertreten, der auch eine Ausstellung alter hebräischer Prager Drucke im Rahmen der Ausstellung des Kongresses veranstaltete. Auch die Pläne des Neubaus der Universitätsbibliothek waren beim Kongreß ausgestellt. — Die tschechische Presse begrüßte das Erscheinen des Delegierten der Universität Jerusalems mit großen Sympathien und stellte fest, daß damit ein altes wiedergeborenes Volk sich in den Dienst der gemeinsamen Menschheitsarbeit stelle. * Jerusalem, 23. Juni. Eine Anzahl prominenter Juden aus Rußland hat in Tel-Awiw ein Komitee zur Errichtung einer russischen Abteilung in der hebräischen Universitätsbibliothek gegründet. Ihren Bemühungen Ist es gelungen, eine Reihe von wichtigen Manuskripten und Dokumenten über die Geschichte der Juden in Rußland zusammenzubringen, die nun eine besondere Abteilung unter den Sammlungen der Bibliothek bilden werden. Auch wissenschaftliche Werke in russischer Sprache werden von dem erwähnten Komitee gesammelt werden. Voikshteksehnlkim der lekrlisekei Uifversitit Jerusalem, 30. Juni 1926. (P. C.) Die Hebräische Universität eröffnet soeben Volkshochschuöcurse in jüdischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Die Vorlesungen finden in der Laemelschule im Zentrum Jerusalems statt und werden zwei Wochen, von Ende Tarnus bis Mitte Aw, dauern. Folgende Professoren und Assistenten der Universität werden lesen: Prof. Israel Davidson, Prof. Fodor, Prof. Klein, Rabbi Assaf, Prof. Klausner, Prof. Epstein, Dr. Reifenberg, Dr. M. Weizmann, J. Jacobs, Billig, Dr. Amira, Aarou, Dr. Meyer, Dr. Harebuni, Dr. Scholem, Dr. Gülak, Dr. Adler, Dr. Schuba. 1 Symptomatische Ereignisse Von unserem Wiener b. g. Korrespondenten. b. g־. Wien, Anfang Juli. Zwei kleine Ereignisse der letzten Zeit müssen den um die zionistische Idee Bemühten bedenklich stimmen, denn es sind Symptome für eine Hypertrophie an Ungeistigkeit, Symptome, die ein sehr grelles Licht auf die Assimilierung (und eine solche, geschieht sie unfreiwillig, ist ja immer Manifestation des Ungeistes,) des mitteleuropäischen Zionismus werfen. Das eine Ereignis ist der plötzlich ausgebrochene Zersetzungsprozeß des Fußball untern ehmens ״Hakoa h“. Ich sage absichtlich ״Unternehmen“, denn das, was als ״Hakoah“ bekannt ist, die in aller Welt siegende Fußballmannschaft, ist weniger ein Klub, als ein auf Gewinn aufgebautes Geschäftsuntemehmen, wie jeder professionale Fußball״klub“. Das nackte Faktum ist etwa folgendes (wie es die Zeitungen darstellen): Die Fußballaktion der ״H&koah“ die mehr oder weniger eine Eigenexistenz führt, kam jüngst aus einer Wettspielserie aus Amerika zurück. Neben den gesuchten Erfolgen brachte es sich aber auch ein ganz unerwartetes Geschenk mit: den Keim zu einer rapiden Zersetzung. Denn, kaum in Wien angekommen, kündigte die Mehrzahl der Spieler — bezahlte Angestellte des Vereins — an, daß sic die ״Hakoali“ zu verlassen gedenke, und schon hatten sechs oder sieben der Herren Handgeld von amerikanischen Klubs genommen und die Verpflichtung unterschrieben, von nun an für amerikanische — nichtjüdische— Vereine tätig zu sein. Das wäre an und für sich nur eine für Fußballenthusiasten bemerkenswerte Angelegenheit — wenn es sich nicht gerade um die ״Hakoah“ handeln würde, um eine Korporation, von der man weiß, daß sie als zionistisch gilt. (Wenn auch ihre zionistische Tätigkeit, zumindest was ihre Leistungen für die zionistischen Fonds betrifft, in keinem richtigen Verhältnis zur Leistung der zionistischen Parteiginger für dieses Unternehmen steht.) Eine Anzahl von Menschen also, die ihren Ruhm und ihre wirtschaftliche Position, mannigfache Annehmlichkeiten und die auf bequemste Weise erworbene Kenntnis dreier Erdteile dem Zionismus verdankt, nimmt nach richtiger Landsknechtmanier bei erster Gelegenheit Handgeld und geht nach Amerika. Eine Angelegenheit, die zu denken gibt, wenn man mehr als kritikloser Parteigänger ist, dem cs fenügt, daß ein paar Menschen in blauweißem Dreß einen Fußball mit Erfolg über eine ebene Fläche treiben. Es sei nichts gegen den Fußballsport gesagt, wenn auch manches gegen gewisse Uebertreibungen angeführt werden könnte, aber wenn man bedenkt, daß es ein Zion gibt, für das Menschen ihre Gesundheit und ihre persönliche Zukunft bingeben, hungern und alle schwersten Opfer bringen, zum Teufel, da muß man sich doch fragen, ob es am Platze ist, daß dieses Zion zu einer alle Konkurrenz niederschmettern sollenden Firmenbezeichnung werden darf. Judentum, d. h. Zionismus mit Geschäft zu verzwicken war stets eine mißliche Angelegenheit, denn stets fand der Geschäfts* mann sie in Amerika und der Zionismus hatte das Nachsehen. Als zionistische Verpflichtung und zionistischen Stolz hatte man es betrachtet, diese Fußballer zu jüdischen Renaissancemenschen emporzujubeln und man konnte sich den Zorn offizieller zionistischer Kreise zuziehen, wenn man Hakoah nicht als oberste und überzeugendste Ausdrucksfonn des Zionismus betrachten wollte, deren Bedeutung für das Judentum beiläufig zwischen dem Wilnaer Gaon und des Baalschems geheiligter Person zu liege. Vielleicht hat diese Enttäuschung, welche die Amerikafahrer den österreichischen Zionisten bereiteten, doch auch etwas Gutfs. Vielleicht bringt sie eine zionistische Masse zur Besinnur, auf die geistigen, auf die jüdischen Inhalte des Zionismus. Dann haben die Dezesslonisfeh der ״Hakoah“ für den Zionismus etwas geleistet. Ueber das andere symptomatische Ereignis, das sich anläßlich des Ganges zu Herzls Grab am 20. Thamus ereignete, berichtete die ,,W. M.“: ״Die jugendlichen Jabotinskyanhänger waren in ihrer eigenartigen und auffallenden Ausrtistung aufgezogen. Ihre Gruppe wurde von vier Reitern eröffnet... Inschriften ... Tafeln ... ,Von Herzl über Jabotinsky zum Judenstaat‘...! ,Herzl hats begonnen, Jabotinsky wirds vollbringen‘ usw.“ Einesteils könnte man darauf sagen: ״sehderanda!“ anderseits aber muß man fragen, ob man protestieren soll. Protestieren? nein, das nun doch nicht, denn protestieren heißt ernst nehmen. Und ernst nehmen wird man in einei ernsten Zeit weder eine Gruppe irregeleiteter Knaben, deren Sehnsucht nach Romantik in eine falsche Bahn geleitet wurde, noch einen seltsamen Kauz, der das Erbteil seines Vaters dazu verwendet, ein paar Knaben ״eigenartig und auffallend“ anzuziehen. Daß des Junkers Jabotinsky Wiener Saneho Pansa mit seinen Buben zionistische Versammlungen sprengt und, herzlich unoriginell, den typischen Weg eines kleinbürgerlichen, anfeozialistischen Hitlerfaschismus zu torkeln versucht, darüber kann man, je nach Temperament betrübt sein oder lachen - aber ernst nehmen soll man nur das Symptom. Dieses Symptom sagt, daß wir Zionisten uns immer mehr an die Methodik der andern Parteien angleichen, daß wir uns mit allen Mitteln bemühen, ein Volk wie alle Völker zu sein. Gut, wir haben Fußballprofessionisten, unsichere Kantonisten, die mit uns Firma und Farben gemeinsam haben; das war der schlichte, einfache, landläufige Ungeist. Nun aber tritt jüdische Hakenkreuzlerei als Symptom für die Reduktion der geistigen Inhalte des Zionismus auf, für ein fortschreitendes Aufgeben ethischer zugunsten rein machtpolitischer Forderungen, der Gummiknüppel wird — ohne besonderen Widerstand der offiziellen zionistischen Partei — zum sagen wir, einstweilen noch ״geistigem“ Abzeichen, Kennzeichen einer, wenn auch nur von Buben gebildeten, aber dennoch nicht verleugneten Gruppe. Läßt dies nicht auf eine Weiterent- Wicklung schließen, die geeignet ist, die Groteske zur Tragödie zu wandeln? Ja, eine wahrhaft tragische Groteske um Zion bereitet sich vor: der dritte geistige Stand, der geistige Kleinbürgerstand will die Regie übernehmen und schickt einen krämerhaft adoptierten Amerikanismus auf der einen Seite, und auf der andern Seite den zähnebleckenden Knabcnchauvinismus vor. Das ist der Tatbestand, wie er sich auf Grund der Symptome ergibt. Dabei ist aber zu bemerken und wohl zu beachten, daß einerseits diesem Pseudoamerikanisinus jedwede Art von Großzügigkeit fehlt, und daß anderseits diese» höchst sterile Judäofascnistnus mit dem immerhin irgendwie konstruktiven italienischen Faschismus außer der dekorativen Soldatenspielerei nichts gemeinsam hat. Möge es doch ein paar Menschen geben, die aus Symptomen zu lesen verstehen, ehe es zu spät ist. Ehe es nichts mehr zu lesen geben wird und wir Hingerissen sein werden in den Abgrund, in den stets das Kraftmeiertum stürzt, ob es sich nun Chauvinismus, Professional!snwis, Revisionismus oder schlicht und einfach Ungeist nennt. Zweite Siedln! der ״Bne Beijamii“ Jerusalem, 30. Juni 26. (P. C.) Die Föderation junger Kolonisten der ״Bne Benjamin“ gibt bekannt, daß am?0. Tamus, dem Todestage Theodor Herzls, der Grundstein für die zweite Siedlung ihrer Organisation gelegt wurde. Diese neue Siedlung wird bei Neo-Ziona liegen; die erste ist die Siedlung ״Herzüa“ der American Zion Commonwealth. Lon Regierung 1 ä s t i n a zur Verö fest, daß so 1 i d i e erhöht ist. Zu der Staat‘ die Neub f e i e r 1 i v e r s i t ä Oberkom eine gröl: lichkeit b: Ungc des Einst ■war d i e wordei Schvverve Weise w heit wa Korami fing einei durchgefi gerrecht Kraft gel Da der Frei, spruchte Jahr 192 des Land s e t z g e d i e T a Resultat po 1 i t is ein f u rechte tung der Organ Zentralvi die Bild« von grof diese Ri s t e 11 e 1 deren M als nach geringer׳ Organe gierung^ miten, C unabhän ten; de tung jen her u 11 teresses Basis na Verwirk! pälästine Die der Reg finaiuen ist. Tr< liehe Pr Ueber Balancei fanges \ Anleihe. Tro trag d erzielten landwirl zu stell rung in direkter einem s lästiria ׳ geschlag könnte; des Pro mitarbe; Ein hung: Not wen die bei Verb« b e s s c stehend aller zwei S a r a b i sehen f Regiert! wenige! zionisti; repräse umfaßt lokalen Mehrhe gierung maniscl 10 SSI. öf fentli! aus de werden werden nere S! trollierl spreche Schulet Ziehung den, is 107 jü( eine g haupts; unterh; aus de unter!!; als eir Schülei