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Jüdische Rundschau · 1926-07-06 · Heft 52 (6.7.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 52 (6.7.1926)
Date
1926-07-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 382 d) Die• Schaffung von Instituten zur Verwirklichung der obigen Ziele. Wie aus diesen Bestimmungen ersichtlich' ist, will »ich der Verein in erster Linie dem Studium der Probleme und der Aufklärungsarbeit unter Juden und Arabern widmen. Der Verein bat nicht die Absicht, sofort in die Tngcsfragen einzugreifen oder zu ihnen Stellung zti nehmen; er ist sieh bewußt, daß seine Arbeit einen weilen Horizont hat und nicht von beute auf morgen Früchte tragen kann. Sein erster Schrift war die Erbffinnig von arabischen Sprachkurse« in Jerusalem, die einen unerwartet großen Erfolg hatten, Mehr als hundert Juden haben siel» bereits zu diesen Kursen gemeldet. Der Verein hat ferner Diskussiousabcmlc über wichtige Einzelprobleme, besonders über die Frage der palastinensischen Verfassung veranstaltet und beabsichtigt die Schlußfolgerungen aus diesen Dislaissioiisabeiuieii in der Presse zur weiteren Diskussion zu veröffentlichen. Er will in naher Zukunft in zwangloser Folge Abhandlungen liorausgebcn, die für die Verbreitung seiner Ideen zweckmäßig sind. Vor allem aber will er durch mündliche Propaganda von Mann zu Mann, durch die Presse und durch Versammlungen unter den Zionisten für seine Ideen werben. Das Problem, um das es sich für den Verein ״Brith Scluilom“ bandelt, ist viel mehr als etwa ein ״Ausgleich" in dem Sinne, wie er in europäischen N'ationalitätcn-Staatcn zustande kommt. Der Verein ״Brith Schalom“ strebt nach Höherem. Er will aus dem Zusammcnleben von Juden und Arabern in Palästina den Begriff der Mchrheitsrechte und der Minderheitsrechte ausschalten und zwei völlig gleichberechtigte Nationalitäten mit ausgedehntester kultureller Autonomie schaffen. Palästina soll für alle Zeiten als ein neutrales Land unter dem Schutze des Völkerbundes konstituiert werden. Auf 'dieser Grundlage soll sich ein freies und glückliches Palästina entwickeln, das für alle seine Bewohner, welcher Rasse oder welchen Glaubens auch immer, ein Vaterland ist. Die beiden nahverwandten Völker, Juden und Araber, sollen in Frieden und gegenseitiger Hilfe zusammeinvohnen, wie sie cs bereits einmal getan haben, als ihr Zusammenwirken zugleich neue Befruchtung der Kultur bedeutet hat. Durch gemeinsame Arbeit weiden sic in Palästina eine Brücke zwischen Orient und Okzident schlagen und an dem gegenseitigen Verständnis und an dem friedlichen Zusammenleben dieser beiden großen Welten mihvirken. Die Tagesordnung der A.-C.־ Sitzung Die Zionistische Exekutive teilt mit: Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat im Einvernehmen mit dem Präsidium des Aktionskomitees eine Sitzung des Aktionskomitecs für den 22. Juli cinbcrufcn. Die Exekutive hat als Ort der Tagung London' bestimmt. Die Tagesordnung dieser Sitzung, die laut den Beschlüssen des XIV. Zionisteiikongresses auch ״her das l'alästinabudgct fiir das Jahr 5fx?7 zu bc• schließen hat, lautet: 1. Allgemeiner und politischer Bericht der Exekutive, 2. Mitteilung der Exekutive zur Frage des J c w 1 s h Agenty, 3. Ergänzung der Exekutive, 4. Palästina-Budget, 5. Arbeit und Entwicklung des Keren Hajessod, 6. Stand der landwirtschaftlichen Siedlung, 7. Stand der städtischen Siedlung, 8. Fragen der Organisation, 0. Budget der Organisation, 10. Bericht über den Keren Hajessod, 11. Bericht über die Banken, 12. Universität und Technikum, 13. Bericht der vom A. C. gewählten Koimui-siuneii 14. Bericht über Aktionen auf dem Gebiete der Gegenwartsarbeit. (Ziko) JUED1SCHE RUNDSCHAU Pro Pallsllna- Bewegung in Ungarn Von einem Korrespondenten. Ungarn war stets ein Schmerzenskind der zionistischen Bewegung. Wohl gab es in Ungarn eine Zahl treuer An-!länger, von denen noch heute manche bekannte Persönlichkeilen, wie Prof. Dr. Adolf Strausz, Dr. Nissen K a 11 a n, Dr, I.copold Ostern, im Vordergrund stehen, aber von einer organisierten Arbeit konnte nicht die Rede sein, da die Statuten der Zionistischen Organisation seitens der Regierung nicht geiH'hmigt wurde!(. Die Regierung motivierte ihre Ablehnung mit der Sklltmgißlime der ״Magvaren mosaischer Konfession“, die ihren I iiiflnll geltend machten, um die zionistische Arbeit durch die Behörden zu verhindern. Dennoch hat das werdende Ercz Israel seinen Einfluß auf die ungarische Jmlenheit ausgeübt, Die Juden hi Ungarn sind durch die schrecklichen Ereignisse des weißen I errors, wie auch des Numerus Clasus wach geworden, sie mufften einsehen, daß sie sich von vier Einheit des Judentums nicht losreißen könne״. Sie mußten cinschen, daß die positive Palästina- Arbeit in Enz Israel ein Heim haut, vielleicht für ihre durch den Niuneraus Clausus lierausgetrichcncii Kinder, und alle luden, Zionisten oder Nichtzionisten, in einer Bestrebung voreinigt. Inzwischen sind auch sehr viele Juden aus Ungarn in Ercz Isi.'K'l ansässig geworden. Einige Ingenieure aus Ungarn haben sogar einen ganz, bedeutenden Namen im jisehuw erworben. Die trausylvanische Kolonie Kfar-Gidcon übte auch eine große Wirkung aus. So wurde langsam das ungarische Imleiitimi, wenn auch nicht für den Zionismus, jedoch für den Palästina•( ׳״danken gewonnen. Es waren besonders zwei Persöulielikeiteu des ungarischen Judentums, die den Palästina- Gedanken vertieften. Dr. Josef Patai, Redakteur des ״Mult cs Jovo“ gehört zu den Bahnbrechern, wie auch der weltberühmte Orientalist Professor Dr. Adolf Strausz. Beide kämpften mit Wort und Schrift für die Verbreitung des Palästina-Gcdankcns. Es fehlte aber noch immer die positive Palästina-Arbeit. Seit Jahren hat der K. K. L. nicht einmal von Zionisten Spenden erhalten, und von einer K.l!.-Arbeit konnte nicht die Rede sein. Gestützt auf die wachsende Palästina-Stimmung der ungarischen Juden sandte uns das Hauptbüro des K. K. L. seinen Delegierten Bela S z e b c 1 y nach Ungarn, der mit einer planmäßigen Arbeit weite Kreise, welche sich dem Zionismus als solche nicht ausehließcn zu können glauben, für die Palästina-Arbeit aktiviert hat. Wenn die Ehern sich von dem Ideenkreis der Assimilation nicht losreißen können, so.wächst in Ungarn schon eine neue Jugend auf. die mutig und tapter, selbst- und ziclbcwußt jüdisch sein will. Um die K, K. L.-Arbeit schart sich diese neue prächtige Generation des ungarischen Judentums. Auch die jüdische Frauen in Ungarn haben ihr jüdisches Herz gefunden. Unter der Leitung der Frauen Dr. Bacher, Witwe des berühmten Gelehrten, und Frau Sarah Linden ha um, geh. von Freuiliger, nehmen die besten Elemente der jüdischen Frauen an der Arbeit teil. Besonders bemerkenswert ist, daß die Ofener Judengemeinde die Initiative ergrifteu hat, diese Palästinabestrebungen tatkräftig zu fördern, indem sie an die anderen großen Judciigcmeiiidcn des Landes den Appell richtete, sich zu einer P r o - P a I ä s t i n a ־ O r g a n i s a t i o 11 zusamntenzuschließen, Dies bedeutet die Emanzipation von der bisher führenden Politik der Pestcr ucologcn Jiulengemcinde, deren Präsident Dr. Alexander Lederer den Zionismus und den Palästiuagedankcn nach wie vor in jeder Form bekämpfen zu müssen glaubt. Er stellt hierbei unter dem unheilvollen Einfluß des assimilatorischen Wochenblattes ״E gy c n 1 ö s 6 g" dessen Redakteur S za bol cs i jr. weit über das Ausmaß seines verstorbenen, Vaters hinaus in dem Stil der ärgsten antisemitischen Hcizblätter einen antipaliistincnsi* s e 11 e 11 Terror ausübt. Der Aufruf der Ofener Oemeinde hat einen breiten Wiederball gefunden. Unter andern Gemeinden schließen sich offizicll der Palästinabewegung die zweitgrößte Gemeinde Ungarns die Szegedincr, wie auch die orthodoxe Oemeinde M i s k <> I c an. Die Gemeinde K ö b ä!1 y a, wie auch die obengenannten Gemeinden nahmen bedeutende Beträge in ihr Budget auf, so Ofen zehn, Szeged fünf Millionen Ungar. Kronen usw. Der Delegierte des K. K. L. hielt in größeren Städten Un* gar 11» Vorträge über den Aufbau Ercz Israels, welche einen sehr großen Erfolg hatten und große Massen des Judentums fiir die Palästinaarhcit herangezogen haben. Es ist eine hoffnungsvolle Erscheinung, daß sich mit sehr wenigen Ausnahmen die Rabbonim der Palästinabewegung anschlicßen. Irrst kürzlich hat Dr. Patai neuerdings eine Palästinagescl'schaftsrcisc arrangiert, an welcher bezeichnenderweise der Vizepräsident der Ofener Judengemeinde, Herr Julius Richard Dehmel and die Juden Es war, wenn ich nicht irre, Friedrich Nietzsche, der den Deutschen einmal ihre wahllose Vorliebe für das Wörtchen ״und“ vorgeworfen hat: Schopenhauer und Hartmaim sagten sie, Goethe und Schiller, und, wie er fürchtete, auch Schiller und Goethe. Wir Juden, die wir ja nach Heinrich Heines Lieblingsgedanken viele ursprüngliche (oder erworbene) Verwandtsehaft mit den Deutschen zeigen, haben auch die Und- Krankheit in verstärktem Maße übernommen. Davon legen die fast zuviel gescholtenen Vortragstliemata unserer Literaturvereine ein wohlbekanntes Zeugnis ab. Und dennoch ״Richard Dehmel und die Juden“? ,,Ja, Freund — bei uns ist es aber wahr!“ sagte der Jude mit der sclbstverspottendei! Ironie des jüdischen Witzes zu seinem christlichen Freunde, als sie die Wundcrcr/ählungen des alten und neuen Testamentes miteinander verglichen. Gleichen An- Spruch stelle ich liier. Julius Bah hat kürzlich in einem klugen, warm verehrenden und doch selbständig urteilenden Buche die künstlerische und menschliche Ernte des Dchmeischen Lebens ztisamnienzufassen versucht (J. Bab, ״Richard Dehmel. Die Geschichte eines Lebens-Werkes“ 1926. H. Haessel Verlag, Leipzig). Wer dies Buch liest, der wird erkennen, daß das Lebciiswerk dieses deutschen Dichters an entscheidenden Stellen des Weges bestimmend beeinflußt wurde von jüdischen Mensehen und jüdischen Gedanken. Es ist merkwürdig bei diesen Zusammenhängen und höchst vielsagend für den Mann und für seine Zeit, daß die Gedanken des ewigen Judentums, die Welt der Bibel, in welcher etwa ein Goethe noch zu Hause war wie in seinem Heimatlande, hier beinahe in den Hintergrund treten gegenüber den jüdischen Menschen, die seinen Lebensweg kreuzen und den jüdiselten Fragen, die seine Zeit bewegen. Freilich spielen auch die Gestalten der Bibel ihre Rolle unter den Kulturgütern, die der Förstersolm aus Kremmen in die Welt mitbrachtc. Wollte doch die Großmutter aus dem begabten Kinde einen Prediger machen: und getreulich hat der Student noch ein oder das andere Kolleg über das Alte Testament gehört oder wenigstens belegt, wie 1111s sein Kollegheft meidet. Auch später verraten *eine Briefe hier und da langjährige Vertrautheit mit jene« ewigen Gestalten: wenn er etwa Jakob Wassermann, dessen spätere Dichtungen ihm nach den ״Juden von Zirndorf“ fast wie Um- oder Abwege Vorkommen, mit dem Propheten Micha vergleicht, ״der hinter dem Pfluge dichtete“. Aber erst in den Briefen aus der Kricgsz.cit findet er sich zu der Gefühlswelt der Propheten zurück; selbst Goethe erscheint ihm jetzt schal gegen Jesajas. Freilich auch 111 diesem Augen-!!licke schroffste Ablehnung jener alten Art, der Gottes- Verehrung; wie denn überhaupt die Bibel als ״Buch der Bücher“, als Tradition, als felsenfest gefügtes Gut der Geschlechter dem jungen Neuerer sofort zuin Angriffsobjckt wurde und es lange Zeit geblieben ist. Davon zeugt mehr als Worte die seltsame Szene bei seiner Trauung, von der uns Carl Ludwig Schleich erzählt: Wie der junge Bräutigam dem ,Schwiegervater, der von Beruf Rabbiner an der Reformgemeinde zu Berlin war, das Thema der Trauredc kurz entschlossen von den Lippen nahm und sich selbst die Traupredigt hielt mit dem Motto: ״Ich bin der Herr dein Öott, du aber sollst meine Welt sein“, womit er nicht etwa das Problem Gottes, sondern das Problem der Ehe zu umschreiben dachte. Und doch geht diesem Aufrührer ein biblischer Stoff auf allen Wegen nach, erscheint immer wieder unter seinen Plänen, bis der Sechsundfünzigjährige ihn unvollendet mit ins Grab nehmen mußte. Es ist die Geschichte von Saul und Jonathan. ״Dein Saul, der gern David sein möchte“, unterschreibt er sich einmal. Den Einfluß jüdischer Menschen erfuhr der Jüngling sobald er ins akademische Leben cintrat. Zu den Gründern der Burschenschaft Hevcllia, welcher der junge Dehmel sielt anschloß, gehörte Franz Oppenheimer, dessen Name den Lesern dieses Blattes nicht nur als Nationalökonom bekannt ist. Er wurde der Pylades dieses ruhelosen, von Damotten gepeitschten Orcst; oft genug hat er den Mittellosen, mit seinem strengen Vater Zerfallenen, in seiner Studentenbude aufgenommcit und sein karges Stundengeld mit ihm geteilt. ־־ In späteren Jahren nimmt Dehmel dann einen süddeutschen Juden und Dichter in das Innerste seines Herzens auf; Alfred Mombert, den ״Einzigen, Göttlichen", wie er ihn nennt, dessen ״Scliöpfung" den begeisterten Freund an die letzten Kapitel des Buches Hiob gemahnt Katona tcihialim. Um dieser wachsenden Palasti״a,<: den Wind aus den Scf:111׳׳ zu nehmen, hat ki1rzlic|1‘,|c!fmtll'is;: erwähnte Präsident Lederer aut Anregung t|fS1 <!, , ™ווי■ Angriffe auf den Keren Hajessod bekannten typ״ ‘ «listen Wolf P a p pe 11 11 e i m seinerscit■; ein Paladin,y..■ ‘*"י,־ zu gründen sich «angoschirkt. Herr Pappcnlicim hatte von der orthodoxen ungarischen Landcskauzlci ein Refus erhalten. Diese neue Koalilion von Aguda?11■ und “G. s U.־sj w e, lügen, also ״Apikorsim“, hat allgemein Vcrblu[[u״ Heiterkeit atisgclö.(. Ilill, was hellen kann! Bei dieser'"Bachlagt.• in Ungarn erscheint es a:1gczci״t entgegen den Bestrebungen dieser Dunkelmänner’ wetth C.s zionistische Palästina mit allen Mitteln hcrabzmet/en 1״״Mi verleumden suchen, sachkundige Palästinenser Aiiikl.iru״ ״״l'i: die wahren Verhältnisse Altuculamls in Ungarn verbreiteיו' ״' Dezember 1025 komiten die Bndapeslrr luden Herrn \\ ,? Ussisellkin, den Vorsitzenden des K. K. 1 .-1 >i 10[,j״,'.'' begrüßen, welcher die• Säumigen zur Pflielilci (ülhniן״|. •׳, Am 30. Mai sprach int Hotel St. Geilfrt unter der Uatro des Pro-Palästina-Dainciikomitccs Herr Dr. E. M. vom K. K. L.-l iauptburo Jerusalem und entwarf ein י,;ן;״ »flies Bild von «lern neu erstandenen Lehen Ercz Krack ' dies die zahlreich erschienenen Damen der vornehmsten j’•׳ ';״ »dien Gesellschaft der Hauptstadt ganz in seinen H;1״n 0,11', . Die Vorsitzende, Frau L i 11 d c n h n 11 in, eine limo!׳גו,;!!/ und in der Gesellschaft »dir geachtete Dame, versprach nan!^' des Komitees den Bc.Gicbuiigcn des Keren Kajemeth imt! Palästina-Aufbauwerk die vollste Unterstützung. Es scheint doch, daß die ungarische ludeiischaft, Ober y. Zeisetziuigsteiidenzeii hinweg, in entscheidenden ztisammcn/ustclicii gew 111t ist. So (and kiuzlidi de!!öd Wilhe!״ Väsz onyis, der /eit seines Lebens und auch als minister im Gegensatz zu so vielen Apostaten der )iidj!;{]‘,' Genieinsdiaft treu geblieben ist, alle_ jüdischen Parteien I-aiides, darunter auch die Zionisten, in ihrer Trauer um d«, Verblichenen in wirkungsvoller Einigkeit. Im Aufträge der zionistischen Exekutive und «Jes K || besuchte jetzt Dr. Adolf Friedemann Ungarn. Er nahm mit den prominenten Vertretern des ungarischen Jndent•;^ Fühlung. Es fand eine Besprechung beim Baron Adelt Kot!, 11 e r statt, der sich bereit erklärte, sieh an die Spitze der Pm! Palästina-Bewegung zu stellen. Dr. Fricdcniann sprach in nie;!, reren Versammlungen und Zusammenkünften. Die K. II.-Arb-'it hat auch einen ganz Bedeutenden Erfolg in Ungarn, da bisher über 1000 Pfund gezeichnet wurden. König Fehl! In Jerusalem Jerusalem, 1. Juli. (J.T. A.) König Fe halten! Irak bat am 30. Juni Bagdad verlassen, tun sich nach F.uron zu begeben, wo er zwecks Wiederherstellung seiner ango griffcucii Gesundheit den Sommer verbringen will. Auf tj.H Wege wird König Feisal einen Tag in Amman weilen, «!> er mit seinem Bruder Abdullah Zusammentreffen Hernach wird König Feisal nach Jerusalem komm«! wo er als Gast des Oberkommissars im Rcgicruncsp?ia,« wohnen wird. Von hier begibt er sich zu kurzem Aiiftniha't nach Siidfrankrcich, tun dann einige Zeit auch in London zuzubringen. Die Orientmesse i> Tel-Awiw Jerusalem, I. J uh. (J. T. A.) Vom 27. September bis 17. Oktober wird in Tel-Awiw die dritte Messe für Palästina und den Nahen Osten abgehalten werden. Eine Neuheit dieser Ausstellung wird eine Abteilung für Musterhäuser bilden, die Unterabteilungen fiir Lsrd• und Stadthäuser, Lagerhäuser und Industriebauten, Initcnarchitcktur, Gartenhäuser usw. enthalten wird. Mehrere tferr• modelic werden zu sehen sein. Die paläMinenische Völkerbundsligi London, 2. Juli. (J.T. A.) I>ie in A be ry s twyib (Wales) tagende Internationale Union der Völkerbunüli?a int in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, die pal ästinen• sis ehe Liga fiir den Völkerbund in den Internationalen Verband aufzunelmirii, Dagegen stimmten nur die Vertreter der italienischen Liga, die ihren Einspruch damit begründetes, daß der palästinensische Zwcigverbnnd nicht alle Strö- וזו u 11 g en de r Judenschaft Palästinas r cp rasentiere. Der deutsche Delegierte Graf Bc rustorff bo grüßte darauf die Vertreter Palästinas in dem Internationsloi Verband. _ Die in Prag tagende vierte Internationale Konferenz de: Bibliothekare wählte Dr. Hugo Bergmann, Direktor (lef Nationalbibliotlick in Jerusalem, in das Präsidium. Dr. Berg• mann hielt eine Begrüßungsrede in hebräische( Sprache. L r a 111| ,1» H o f Traditu j hing ■י‘.j Vor lieh 1 der bla fr,liiere J werde״ j au-׳ dr fflaliliclij jrnrr, dl zu mar:׳ Ma'j «.ehr inh-t -eu in aitsp 1 Frauen* auf diel rrmiemj Aktioncl komitcrj populär! hatte hl luhr k f [)rite I1| im Fri! I zähligeii Kriege diesem der aufI Nothilf*] eründlie Al! | den Mi l was dir) vor all( gangen ן rmifi sil glicdsb•! ni eck andere nur ticij darin s1| parties, ridererl sehlir fiel in The[ für Lrd| gcMhfc tir.huß.l höf'nch« 1 und Kr f d/'c .Seil kunften eiiissarr 1 Air | unsere direr Al tionen i| wie de 1| müssen 1 siinafor, Diel Zahl. i| sind in 1 »ehmlicl der ziol Geldkoii Amcrik.1 schuf, siiddeuti ,rrkchcl dgcnenj unserer« Landau f sie das Jetzt all frage, (der Vt Durch seinen Pylades lernte er mm, wie er selbst einma, schreibt, auch seine Iphigenie kennen und er hatte ״zudem d« Glück, daß Iphigenie nicht seine Schwester war“. Ipltigf״:{ aber hieß, wie schon erwähnt, Paula Oppenheimer und war die Tochter des Berliner Reformrabbiners; die erste von den drv! Jüdinnen, die sein Leben entscheidend beeinflußten. Dehnte! hat sic!389 geheiratet, und diese Frau, die nach einem "Worte Heinrich Harts ״au Gemütsinnigkeit und Zartheit des Fmp־ findeiis alle Ansprüche, die Rassenidcologie an germanische Weiblichkeit zu stellen pflegt, reichlich erfüllte“, hat dit schwersten Jahre des Lebenskampfes, des Dichterkampfcs!1יו' ihm durchgckämpft, bis ihn das Geschick und eine ander( Jüdin ihr von der beite rissen. Vom Standpunkte des j1’"k־ sehen Bevölkern!!gspolitikers ist diese Ehe Dclitncls zu beklagen; wieviel wertvolles jüdisches Blut geht aut die«1 Weise unserer Minderheit verloren. Aber diese Klage emi«■1 uns nicht der Verpllichttuig, den kulturgeschichtlichen Gründe•' dieser Tatsache nnclmidenken. Mehr als einmal ver/cioW ja die deutsche Literatur das seltsame Faktum, daß die gc|st'* rege jüdische Frau des deutschen Dichters Genius eher tu!'*• als die germanische Umwelt. So bewunderte Ralid Lew"1 Goethe schon lange Zeit, als man ihn in westfälischen Adeb־ familien noch als ״Schweinehund“ bczciclinctc, wie wir 1י^ zeitgenössischen Briefen wissen. In der kampfrcichen Ln־j wicklungsgcschichte des Dchmeischen Genius, der allzu3•״ auch noch von den Hütern des Bestehenden vcrfchmt "ur 0 spielt sich gar mehr als einmal derselbe Vorgang «1,l y hatte jene rheinische Jüdin, die seine zweite Frau wir “ mich zu den ersten Jüngcrinncn Stefan Georges ßeh׳;*,'s Paula Oppenheimer freilich hatte in Dehmel nicht nur « Dichter erkannt; sic hat dem genialen Menschen, dessen Le “ sieb eine Zeitlang mit dem ihren vereinte, ihr ganzes Leo•׳ geopfert und hat ihm am Ende auch den größten den er ihr zufügen konnte, verziehen. Es wird unter 1 Betrachtern dieser Lebens- und Liebesgeschichte von gischcm Ausmaße immer Menschen geben, welche die 1ar des Schwächeren zu ergreifen geneigt sind. Victrix ca ־ diis placuit sed victa latoni ... Zu ihnen gekörte die 1 dcutendstc Frau, die uns in diesem figurenreichen entgegentritt; Hedwig Lachmann, die Tochter Hr-tl .eben ti#Ö denen Die! 'da Ci fdtl.'s 1! ״ewige volle Ri L'eökiiitJ an die s|s Fr jg "״allen m°ge \11 M '1elleictj Au» »ri alp 1 s abI °t*fr ן, j , ^eutsf ״״d Ein 1 den«.״ וי*י hi, j

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