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Jüdische Rundschau · 1926-07-06 · Heft 52 (6.7.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 52 (6.7.1926)
Date
1926-07-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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j;M. 28 *r ךחוןף׳-ן ־**ן ך׳*׳*׳■■—glM »r::ST Einzelnummer 0,2* GoMmarh r1״ r־־׳׳» 1״״"־\ unt* ^cr*'n 15, McinckestraOc 10. Erichcint . *,(B Dienstaß und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition ' nalHeh E85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. 05 w«rt!rn in tUr WibrunS d*r «Mtuefneti Linder berechnet. ״* .־ s ***“.V«י1ז• n»*7*^״■.׳■ *■יג. *. , Berlin, 6. VII. 1926 n,!!!׳״י psf®1 Nunuacr 52 Anzeigen -Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H., Berlin W15, Mcinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Atnzel gen prell; 8 gnpaJt.NonptrtiUvitiU 0,50 G-*M• SteUfB{«1ucbc0,2SG.>M. An7vig*mcbluflj Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. . - -י- •׳״ *"־שלד:ד"1*“" Telephon: Bismarck 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17 392. FGr Österreich! Pn«tip*rk<1*«*־naml Wh*״, Kantn Nr. 156 nm Ftir Ittchechoilnwakeii P01Up»»k11Mrn*mt Prag. Konto Nr, 50 410. Für Polen: Po^Uparkaufnamt Wirichau, Konto Nr. 100708 Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag- כ״ד תיזוז׳ חרס״ו per 2lonlstnua erstrebt für da» Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. XXXI. Jahrff. ״Basaler Programm.‘1 pgg ES®II!VCEfl©H i f 8 Nf" York, 20. Juni. (J. T. A.) Am '27. Juni wurde . pälf.110 die 20. Jahrestagiiug der Zionistischen Organisation Ami'rik.is erölfnct. 6SI Delegierte aus allen Teilen Amerikas ־iisrhlieBlirli der ■II Delegierten des Ordens ״Söhne /ions", ilitiu'ii an den Beratungen teil. Sofort nach Beginn der ,1״.jfifii; wurde ohne Widerspruch eine Entschließung a״_ rE-n1!11c'\ durch welche Dr. Cliauu \V c i / m a n 11 lind Sir flahrrt Samuel ringelnden werden, im Herbst d. J. nach!,׳ft Vcirinigten Staaten zu kommen, um hier eine neue (‘זןf i 11 i g t e K a m p a g n c / u gunstei» des A u f b a u - ,, fflrs in Palästina c i n / u I c i l c n. Auf Vorschlag ',<(i Leiters des jetzigen Palästina-Drives, Mr. Emanuci Neu-!)jn, wurde beschlossen, das Ziel der vereinigten Palästina- };.imiwgiir ries uiiclisleii Jahres auf eine Summe von sichenfiniiTlb Millionen Dollar zu fixieren. Wahrend ticr letzten Kampagne überschritten die Zeichnungen die fest- «(sdde Quote von find Millionen Dollar; 2700 OOO Dollar v.yrdcn bereits in har cingezahlt. Louis Lipsky, der Präsident der Zionistischen Organisjlion Amerikas, unterbreitete der Konferenz den Jahresbericht u,1a forderte die Delegierten auf, in der Frage der jüdischen Kolonisation in Rußland einen eindeutigen Standpunkt (inflinchinrn. damit die Lage geklärt sei. Hinsichtlich der Lage in Palästina führte Herr Lipsky aus, man müsse die Aufmerksamkeit auf die passive Rolle Englands als dtr palästinensischen Mandatsmaclit lenken. Großbritannien hrgnügt sich mit der Rolle eines neutralen Sc 111 cd snchtrrs zwischen den zwei Gemeinschaften im Lande; damit ist die Aufgabe der Mandatarmacht aber nicht erschöpft. Herr Lipsky kam auf die Frage der Erweiterung der Jcwisli Agency durch Einbeziehung von Nichtzionisfen. die an dem Wiederaufbau Palästinas interessiert sind,;11 sprechen. Er drückte sein Bedauern darüber aus, daß die Siclitzion i s t c 11 in der Frage der Mitarbeit חג Paläst i n a w c rk versagt haben, ungeachtet der Ikmiiliuiigen und der Beschlüsse des letzten Zionistcnkonqrmcs, die dazu angetan waren, die Mitarbeit der Nicht-;idrifii im Rahmen der Jcwish Agency zu ermöglichen. Die :merik .111 i sc h c n Zionisten beharren nichts- ׳intow eilig er aut dem Beschluß des Kon-;rtsscs und sind bereit, an seiner Verwirk- Utliuiig mit zu wirken. Lipsky kam dann auf die neue Lage zu sprechen, die rr-h'.b der Organisation dadurch entstanden ist, daß der A/yirrtccfag des Ordens ״Söhne Zions“ das Programm c״ Zio n i s t e n - R «! v i 8 io 11 i s t e n akzeptiert hat. Durch dir Annahme des revisionistischen Programms hätte der Orden 1U Ucbcrcinkommen mit der Muttcrorganisation, der Ziori'lisihm Organisation Amerikas, verletzt. Nach einer Debatte wurde beschlossen, das neu zu wählende Adminislrntivkomitee n cnniclitigcn, sich mit der neuen Sachlage zu befassen und nie entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Der Schritt des Ordens ״Söhne Zions“ beschäftigte die Konferenz auch an Hem zweiten Vcrhandlungstage. Es entspann sich eine sehr lebhafte!'chatte. Mehrere Redner gaben ihrer Ansicht Ausdruck, daß der Orden nicht mehr im Rahmen der Organi- 'üion verbleiben könne. Der Antrag auf Ausschluß des Ordens <to der Organisation wurde erneuert, aber von der Mehrheit der Konferenz a b g e 1 eh n t. Es blieb bei dem vormaligen Beschliisse, der dem neuen Administrativkomitcc die Entscheidung ubcrlallf. Die Konvention nahm eine Entschließung an, durch welche der Inhalt des Memorandums der Zionistischen Olgaiwalioi! an die Mandatskommission des Völkerbundes und des Begleitschreibens Dr. Wcizmanns an Lord Pluincr gebilligt wird.;ן Am 30. Juni, abends, wurde die Jahreskonferenz beendet.;1 Die Schlußsitzung erhielt ihre Weihe durch eine Ansprache j '01! Cliaiin Nachmail Bialik, der vor seiner Rückkehr in ו 'fine palästinensische Heimat zum letzten Male vor einer ן Versammlung amerikanischer Juden gesprochen hat. / Aul Anregung von Emauuel Ncumaii beschloß die ■ Konferenz, im Herbst dieses Jahres mit der Kampagne zur . "Mbdngung von mindestens 7'.'• Millionen Dollar zur Unter- > Mitzuug der Aufbauarbeit in Palästina zu beginnen. Die Ver- י־יי! ß #ז ^*׳«•7 .&־״;» g% ri-F ״:!!?':i!■1 <5 ä H. Ü U 'L *ä tl *ü kl tu׳ kiimiinig dieses Beschlusses wurde von den Mitgliedern der Konvention mit Beifall aufgenommen. Nach einer längeren, sehr heftig geführten Debatte wurde eine Entschließung angenommen, durch welche ausgedrückt wird, daß die Konvention dem Werk der jüdischen Kolonisation in Rußland insofern mit Sym- 1' a t!> i e g c g e 1! ii b c r s t c 111, als in der Propaganda für ilie eu Plan die Priorität Palästinas anerkannt wird. Für die Annahme dieser Resolution sprachen Louis Lipsky, Jacob Eise hm an, Robert Sil vertu an, Isaac Carmcl und llihu I). St onc, gegen die Annahme Mr. Mycrs und Rabbi 11 a m 11t c r. 1 I Nach Annahme der Resolution schlug Rabbi Silver eine Ziisul/resolution vor, die den Eindruck der ersten Resolution mildern sollte. Sie lautet: Die Konvention billigt die vom Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas in seinem Jahresbericht nicdcrgclegtcn Gesichtspunkte hinsichtlich jener Bestrebungen, tlic darauf gerichtet sind, in öffentlichen Verlatitbarungen und in organisierter Propaganda dem Plan der Landansiedlung von Juden in Rußland eine Wichtigkeit und eine Bedeutung zu verlciitcn, mit dem Ziel, dem Appell der Zionisten an die ganze Welt zugunsten der Schaffung eines jüdischen Heims in Palästina entgegenzuarbeiten. Auch diese Resolution wurde schließlich angenommen. ln der Frage der Erweiterung der Jcwish Agency nahm die Konvention die folgende Resolution an: Wir Zionisten der Vereinigten Staaten von Amerika schließen uns voll und ganz der Willenskundgebung cies Zio niste 11 ko 11 grosses in Wien an und bcvollmächtigen Dr. Wci/mann, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Jcwish Agency gemäß den Bcstimnumgcii dos Paläslinamandates ausziigestaltcn. Wir h e d a 11 c r ״ die trotz unseres ernsten und nachhaltigen Drängens eingctretcuc Untätigkeit und Verzögerung. Wir nehmen Kenntnis von den Versprechungen der mit der Zionistischen Organisation nicht liierten Organisationen und Personen, daß die Tätigkeit zu entsprechender Zeit wieder aiifgenommcn werden wird. Diesen Gruppen gegenüber betonen wir mit Nachdruck, daß die Zeit tür eine solche Tätigkeit nunmehr gekommen ist. Demgemäß beauftragen wir die National-Exekutive der amerikanischrn Zionisten, in Zusammenhang mit Dr. Wcizmann eine Verständigung mit den uns nicht liierten Organisationen lind Personen 110 r b c i z u f ii 11 r e n , die sieb zur Teilnahme an der Jcwish Agency verpflichtet haben, und Schritte zu unternehmen, die eine baldige Erweiterung der Jcwish Agency ermöglichen. Einstimmig und unter großen Beifallskundgebungen wurde Louis Lipsky /um Vorsitzenden der amerikanischen Zionistisehen Organisation wicdcrgcw.'ihlt. Um der Verehrung für Lip--kv einen besonderen Ausdruck zu geben, wurde bcschlossen, den Titel Vorsitzender in den Titel Präsident utnzuwandeln. Auf Anregung von Emanuci Neun)an, Rabbi Silver, Joseph Baroudess und Lcvinc wurde die Exekutive beauftragt, ein Arrangement für eine besondere Eitrung des Präsidenten Lip>kv, dessen Geburtstag sich jetzt zum 50. Male jährt, zu treffen. Die Konvention wählte zu Vizepräsidenten Miß Henriette 5 z old, Joseph Baroudess, Rctibcn Br a in in, Dr. Max Heller, I iirsch M a s 1 i a 11 s k y und Richter L o 11 r i c. In das Adrninistrativ-Komitec wurden gewählt: Hermann Co 11־ 11 r i m , Jacob F i s c 11 in a 11, Roris Orabclsky, Richter William Lewis, Morrison, Lmamiel Neu in an, S. J. R o s t ü s o 11, Morris Rothenberg, Maurice Samuel, Louis Topkis, S. J. Weinstein und Benjamin Winter, Hierauf srhritt man zur Wahl des Büros für die Vereinigte Palistina-Knmpapnc des kommenden Jahres. Dr. Stephen S. Wisc wurde zum Ehrenvorsitzenden, Richter Julian Mack und Rabbi B. L. Lcvinthal zu Ehrcn-Vizevorsitzcndcn, Richter Lewis zum Vorsitzenden und Emanuci N c u ni a 11 zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees gewählt. Nunmehr erhob sich die Versammlung, um dem Präsideuten Louis Lipsky eine minutenlange Ovation zu bereiten. Mit dem Absingen der llatikwah schloß die 20. Konvention der amerikanischen Zionisten, Ä:.־rB=ss5־a»eE״.r»;*n.5sxr*rs:crjs;: Bit Delegation des Waad Lcnini in London , 2t Ehren der in London aus Genf eingdroflenen Dclcga- ,״׳ des Waad Lcumi, die im Foreign Olficc die Forderungen •J Ji-chuw vorzutragen beabsichtigt, wurde von der zionisti- ״c'1 Exekutive ein Empfang veranstaltet. ( ^eizmann führte den Vorsitz und hielt folgende Ani’Whe: Wenn in Genf von der Delegation des Waad Lcumi ']lolgc erzielt wurden, so sei das der Zusammen- . dieser Delegation, die alle Schichten des Jischuw ver- A ru/uschreihen. Wenn keine unmittelbaren praktischen ,^uliatc erzielt wurden, so liegt das daran, daß die Mandats- 1'nnssioii keine Exekutivgewalt besitzt, sondern eine bera- ' ™e Körperschaft darstcllt. Es ist abwegig, den Völkerbund - «ne Berufungsinstanz zu betrachten. Das ist auch von der y 1 p'*10" richtig erfaßt worden. Der Völkerbund ist kein rr׳1 1׳ a׳' ־״r bemüht sich ernstlich, moralisch zu einer bcssc- 11!י. י(crständigm1g zu wirken, aber er besitzt keine materielle •, Wir sind, sagte Dr. Wcizmann, das Sorgen-, aber;.;'rias interessanteste Kind des Völkerbundes. Es ist wichtig, r . fr Völkerbund das Wachstum dieses Kindes beaufsichtige, ük 1, '^ar n‘c*'* w'iriscl1c11swert, daß der Völkerbund Richter ,."ו ”cn den cinandergegenübcrstclienden Lagern der Juden 1 ncn! P|bcr werde. Die Arbeit der Waad Leumi-Dclegation in dk * r vor a,!cm eine moralische Bedeutung, und sie war Anfang durchaus zu begrüßen. Gm' Arloso r0 f f> der im Namen der Delegation mit Hi ihr ״ sc!lctl Bede antwortete, sagte, die Delegation und 4 c Krcisc des palästinensischen lischub würden die ■ס!,, Oes Präsidenten der Jcwish Agency mit bc- \V«״| , Genugtuung aufnehmen, besonders nachdem die •n Q^j in voljer UcbereinstimtijHBg mit des Exekutive gewirkt hat ^1,»amianKiiarbcit Arlosoroff schilderte ehe Situation in Genf und betonte für den gegenwärtigen Augenblick die Bedeutung der Schaffung von politischen Positionen des Zionismus 11111 den yölkcrbiitid lierum und ging dabei besonders auf das internationale Arbeitsamt und'den Verband der Völkcrbmid-Lcagtien ein. Er schloß mit dem Hinweis darauf, daß nur Jene sogenannten Radikalen, die völlig unwissend oder blind den Voraussetzungen unserer politischen Arbeit gcgemibcrstchcn, den großen Wert dieser ersten Genfer Aktion des palästinensischen Jlschub mellt richtig einzuschätzen wissen werden. Große Stiltang ISr de■ Here■ K«|es1tlh In Ccrnauti in der Bukowina hat ein jüdischer Großgrundbesitzer, namens Markus Just er, dein Keren Kaiemetli einen großen Teil seines Vermögens angewandt nut der Bestimmung, aus den Mitteln dieser Stiftung den Boden für eine landwirtschaftliche Elementarschule zur Verfügung zu stellen. Der Stifter, der im Alter von 70 Jahren steht und sehr viel Erfahrung auf dem Gebiete der Landwirtschaft hat, will dadurch mithelfcn au dem Werk der Umschichtung der Juden und Erziehung für die Landwirtschaft. Nach seinem Plaue sollen Kinder im Alter von zehn bis fünlzchn Jahren als Zöglinge in die Schule aufgenommen werden und zu wirklichen Bauern erzogen werden. Der Stifter hat es nicht dabei bewenden lassen, das Geld nur Ictztwillig zu vermachen, sondern hat mit der Realisierung des Legates bereits begonnen, als erste Rate hat Herr Juster im Wege der Bukowiiiaer Sammclstelle des Keren Kajcmeth 1000 Pfund bereits überwiesen und einen Teil seines Besitzes verkauft. Die Restkaufpreise im Betrage von etwa 2000 Pfund werden in den nächsten Monaten der Zentrale nach Jerusalem überwiesen werden können ,; ״Brüh Schalom" Von Dr. Arthur R11 p p i n. Wir debattieren seit Jahren über die ״arabische Frage“. Wir haben allmählich die Utopien einzelner Phantasten überwunden, die Palästina als ein mcnschcnleeres Land betrachteten und die Araber ignorieren zu können glaubten. Wir wollen eine Verständigung mit den Arabern; aber wenn wir dem Problem etwas tiefer nachgehcn, so kommen wir sehr bald auf eine Reihe von fliii/clfragen, über die in zionistischen Kreisen nicht' weniger als eine einheitliche Meinung herrscht. Wenn wir in den Schriften und Reden von llcrzl suchen, so finden wir keine Antwort auf unsere Fragen.!׳סי! Begründer des Zionismus hat die Propaganda für den zionistischen Gedanken und die Begründung der Zionistischen Organisation während seines kurzen Erdenlebens so ansgefüllt, dal’* er sich den Problemen, welche durch die Einwanderung der Juden nach Palästina entstehen würden, nicht widmen konnte. Auch nach Herz! ist die zionistische Literatur außerordentlich arm an tiefschürfender Forschung auf diesem Gebiete. Zwar ist offiziell die zionistische Politik gegenüber den Arabern in dem Cluirclullsclicn Weißbuche festgelcgt, dessen Richtlinien die Zionistische Organisation feierlich angenommen hat; aber der Inhalt dieses Weißbuches ist in das zionistische Bewußtsein nocli nicht allgemein eiugcdrutigcn, und außerdem läßt auch das Weißbuch noch viele Probleme unbeantwortet, die das Zusammen• leben von Juden und Arabern in Palästina mit Notwendigkeit aufrollcn muß. Auf zwei zionistischen Kongressen sind Resolutionen gefaßt worden, welche von dem Willen der Zionisten, mit den Arabern zu einer Verständigung zu gelangen, Zeugnis ablcgcn, Dr. Wcizmann hat in mehreren Reden diesen Willen unterstrichen. Fiir mich selbst war diese Frage so wichtig, daß ich auf den beiden letzten Kongrossen die Frage, trotzdem sie nicht zu meinem willschaftlichcn Referat gehörte, behandelt habe. Ich darf vielleicht ein paar Sätze daraus anfiihrcn: ״Die Araber werden in Palästina immer einen sehr beträchtlichen Teil der Bevölkerung, bilden. Wir sind daher auf ein friedliches und freundschaftliches Verhält• uis zu ihnen angewiesen, Palästina wird ein Zwein a t i o n a 1 i t ä t c n s t a a t sein. Das ist eine Tatsache, die manchem noch nicht genügend zum Bewußtsein ge• kommen ist und für manche nicht angenehm ist. Aber cs ist eine Tatsache. Wir werden mir dann zur friedliehen Verständigung kommen, wenn beide Nationalitäten nicht nur den eigenen Lebensnotwendigkeiten Rechnung tragen, sondern auch die L.cbcnsnotxvcndigkeitcu der anderen achten... Fs ist die Möglichkeit gegeben, ein Gemeinwesen zu schaffen, in dem beide Völker ohne Vor• Herrschaft des einen und ohne Bedrückung des anderen in voller Gleichberechtigung zum Wohlc des Landes arbeiten...“ ״Es ist leicht möglich, daß uns eines Tages die Mandntarmncht fragen wird: Wie denkst du dir das Zusammenleben auf diesem und jenem Gebiete? Es ist daher ein klares Programm notwendig, wie auf allen Gebieten des Lebens die Rechte abgewogen sein sollen. Ich verlange vom Kongreß, daß er eine ständige Konimission zum Studium dieser Frage einset/e, damit auf dem nächsten Kongreß eine klare Plattform gegeben ist. Diese Kommission hat nicht nur nach der anderen Seite hin aufklärend zu wirken, sondern auch unter uns selbst.“ Der Kongreß hat leider diese Kommission nicht ge• wählt, aber cs fanden sich in Wien eine Anzahl von Delegierten, welchen die Wichtigkeit der Sache klar war, und die noch in Wien zu einer Besprechung darüber zu• sammcntiaten. Die dort begonnenen Besprechungen wurden in Palästina in einem kleinen Kreise fortgesetzt. Das Resultat dieser Besprechungen war die Gründung des Vereines ״Brith Sc 11 a 10m“. Der Verein ist von der palästinensischen Regierung bestätigt worden; sein Zweck ist in seinen Statuten wie folgt umschrieben: Der Zweck des Vereins ist die Förderung einer arabisch-jüdischcn Verständigung in Palästina auf der Grundläge völliger politischer Gleichberechtigung zweier kulturcil autonomer Nationalitäten und die Förderung gemeinsamer Bemühungen für die Entwicklung des Landes. Zu diesem Zwecke ist in Aussicht genommen: a) Das Studium der Probleme, die aus dem Zusamntcnlcbcu zweier Nationalitäten in Palästina und aus dem Mandate des Völkerbundes entstehen; b) Schriftliche u nd mündliche Propaganda unter Juden und Arabern über Geschichte und Kultur beider Völker und die Förderung freundschaftlicher Beziehungen zwischen ihnen; c) Die Schaffung einer öffentlichen Meinung, die .einer friedlichen Verständigung günstig ist;.

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