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Jüdische Rundschau · 1926-07-02 · Heft 51 (2.7.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 51 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51 Seife 375 § 4 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Palästina-Miszellen Wie palästinensische Zeitungen berichten, sind in dem .,t r a!ו s j 0 1־ d a n i s c h e n ürenzkorp s“, das nunmehr gcbildet ist, etwa 200 bis 300 ausländische Araber, wie Aegypter und Sudanesen, aufgenommen. Dagegen sind nach diesen Nachrichten im ganzen 25־ Juden rekrutiert worden. Diese Nachrichten bedürfen zweifellos der Aufklärung. Sollte es sich hcrausstellen, daß die Regierung cs wirklich für richtig befunden hat, in diese militärische Formation, die als eine ״aus der 1. a ndesbev ö Ikerung gebildete“ Truppe bezeichnet wurde, Ausländer aufzunehmen, so wäre es wichtig, die Gründe hierfür zu erfahren. Was die Zahl der Juden betrifft, so wird angegeben, daß von den Aspiranten, die sich gemeldet haben, nur 25 für tauglich erklärt werden konnten. Von jüdischer Seite wird die Beschuldigung der Parteilichkeit gegen den untersuchenden (arabischen) Militärarzt erhoben. Auch diese Darstellung bedarf bei dem in dieser Angelegenheit herrschenden Mißtrauen dringend der Nachprüfung. So wurde von mehreren Seiten — so auch von ״Haolam“ — berichtet, daß nicht genügend palästinensische Juden sich zur Musterung gestellt habe:!, daß also die Regierung trotz ihrer Bereitwilligkeit, 100 Juden eiuzustellen, keine Gelegenheit dazu hatte. Wir registrieren diese einander widersprechenden Dar- Stellungen und hoffen, dail sie in der nächsten Zeit eine rcstlose Aufklärung finden werden. * [n der palästinensischen Ocffentlichkeit erregt ein Zwischenfall großes Aufsehen, der sich bei dem Empfang einer Delegation der Jerusalemer Juden bei dem Distriktsgouverneur Sir Ronald Storrs zugetragen hat. Bekanntlieh gilt Storrs nicht als Freund der Juden. Der Rat der Jerusalemer Juden hat dem Gouverneur seit mehreren Jahren eine Reihe von Memoranden überreicht, in denen verschiedene Beschwerden und Forderungen vorgebracht werden. Diese Forderungen wurden auch mehrfach mit Storrs besprochen, und er hatte zugesagt, die Angelegenheiten zu prüfen unc£ nach Möglichkeit entgegenzukommen. Als nun vorige Woche die Delegation bei ihm erschien, begann der Sprecher seinen Vortrag mit der einleitenden Bemerkung, der Rat der Jcrusalemcr Juden habe auf Grund seiner Erfahrungen kein Vortrauen, daß der Gouverneur seine Zusagen erfüllen werde. Darauf brach Storrs die Besprechung ab und forderte, die Delegation müsse diese Bemerkung zurücknehmen, denn er könne nicht verhandeln, wenn man ihm von vornherein erklärt, inan labe kein Vertrauen. Da sich die Delegation weigerte, das Wort zurückzunehmen, verließ der Gouverneur das Zimmer. Dieser Zwischenfall gibt der palästinensischen Presse Anlaß, über die Taktik im Verkehr mit den Behörden zu diskutieren. Obwohl allgemein anerkannt wird, daß Storrs die Juden auf eine große Geduldprobe gestellt hat und systematisch ihre Beschwerden ignorierte, anerkennen die Zeitungen dennoch, daß das Vorgehen der Delegation nicht richtig und zweckmäßig war. * Große Erregung erzeugt seit einiger Zeit die Frage des Baues der Straße von Jaffa nach Petach Tikwah. Wer einmal von Tel-Awiw auf der heutigen Straße durch die inzwischen entstandenen neun oder zehn jüdischen Siedlungspunkte nach Petach Tikwah gefahren ist, weiß, welche Höllenfahrt dies bedeutet und wie notwendig der Bau einer Chaussee wäre. Der Verkehr auf dieser Straße ist außerordentlich stark und Menschen und Wagen leiden von dem heutigen Zustand. DSe Regierung hat wiederholt versprochen, die Chaussee zu bauen, obwohl die Eisenbahnverwaltung, die davon eine Konkurrenz befürchtet, dies nicht gern *sah. Die jüdischen Kolonisten verpflichteten sich zur Beitragsleistung. Nun ist in den letzten Tagen bekanntgeworden, daß die Regierung die Straße nicht zu bauen beabsichtigt, vielmehr soll eine Straße durch völlig verkehrsarme Felder mit ein paar Dörfern, deren Verkehr auf Eseln sich abspielt, geführt werden. Der Juden bemächtigte sich eine starke £rregung und es wurde in Tel-Awiw eine Sitzung der beteiligten Kolonien abgehalten, die beschloß, bei der Regierung vorstellig zu werden. Nach unserer Meinung ist der Bau dieser Straße keineswegs ein besonderes Entgegenkommen gegenüber den Juden, sondern es ist selbstverständliche Pflicht jeder Landesvcrwaltung, dort, wo der Verkehr es erheischt, die entsprechenden Verkehrswege zu schaffen bzw. zu verbessern. * Im Verlaufe eines Leitartikels, der sich mit den Gerücbten über angebliche große finanzielle Zuwendungen eines englisch-jüdischen Millionärs für das Palästinawerk beschäftigt, schreibt der Chefredakteur des ״Flaarez“, Dr. Glückso Im, indem er vor zu großem Optimismus warnt: ״Es ist nicht anzunehmen, daß eines schönen Tages Ströme Goldes uns zufließen werden und selbst wenn sie kommen, dann darf die zionistische Leitung sic nicht einfach auf uns loslassen... In diesem Moment erwarten wir Hilfe von der zionistischen Leitung durch Schaffung von Arbeit, vor allem Erweiterung der jüdischen Arbeit in den Kolonien... Die Hauptsache aber ist: Eine Besserung der finanziellen Lage wird uns keinen Segen bringen, wenn nicht gleichzeitig eine grundlegende Aenderung im Arbeitssystem der zionistisehen Leitung eintritt, wenn sie auch in Zukunft keinen Wirtschaftsplan und kein System hat, wenn sie auch in Zukunft ihre wirtschaftliche Tätigkeit darauf beschränken wird, das Budget zu verteilen, das vom Kongreß beschlossen wird, und kleine Palliativmittel in Zeiten der Not zu finden. Solange die zionistische Leitung kein System zur Dirigierung unseres wirtschaftlichen Werkes, das in den letzten Jahren so groß ewordeti ist, haben wird, solange der Jischuw und der neue inwanderer liier nicht eine leitende Hand und ein Zentrum finden wird, das ordnet, organisiert, vereinheitlicht, verteilt und Wege zeigt, die wirtschaftliche Tätigkeit im Lande leitet, solange die zionistische Leitung hinter den Ereignissen nachhinken wird und dem Strome der Massenbewegung erliegt, statt dank der Hilfe, die man von ihr verlangt, diese zu beherrschen und nach den gewünschten Plätzen abzuleiten — solange wird das Budget keinen großen Nutzen bringen und ein großer Teil unserer Energie sowie des menschlichen und finanziellen Kapitals der Einwanderer wird vergeudet werden. Mit einer Erweiterung der finanziellen Möglichkeiten muß auch eine Umwertung der mittelständischen Einwanderung und ihre Anlei tung bei ihrer Eiuwurzelung im Lande kommen, damit nicht die Fehler und Enttäuschungen der vierten Alijah wiederkehren. Wenn die vierte Alijah nicht immer zu produktiver Arbeit gelangt ist, so war es nicht die Schuld der Schwache der Einwanderer allein.“ * Vor einigenlTageu wurde vor dem Friedensgericht In T el-Awiw der Prozeß gegen die junges Leute, die den Uebcrfall auf den Redakteur des ״llaarez“, Dr. G1 ü c k s o h 11, inszeniert hatten, verhandelt. Der Hauptangeklagte, der Dr. Glücksohn die Ohrfeige versetzt hatte, wurde zu 1(1 Tagen Gefängnis verurteilt, sein Gefährte zu 7 Tagen, eine Reihe von Spießgesellen mußten aus .Mangel an Beweisen frcigrsproclien werden. Unter den Freigcsproclieneu befindet sich auch der Architekt Alexander Levv, der in seiner Verteidigungsrede, die er übrigens originellerweise in deutscher Sprache hielt, zugab, daß zwischen ihm und den Tätern eine ״innere Beziehung“ bestelle, jedoch leugnete, daß er im juridischen Sinne Anstifter der Tat genannt (Uverden könne. Die Zeugin Malka üordon erklärte, daß in einer Versammlung der ״Vereinigung polnischer Immigranten“ am Tage vor dem Attentat in großer Aufregung darüber verhandelt wurde, daß man gegen Glücksohn vorgellen müsse, wobei Architekt Lcvy Vorschlag, man solle die Angelegenheit durch Ohrfeigen ausfragen. ♦ Wie die palästinensischen Zeitungen melden, haben sich in der letzten Zeit die K r a 11 k 11 c i t s f ä 11 e im Emck so vermehrt, daß das zentrale Spital in Em Charod vergrößert werden muß. Insbesondere sind eine ganze Reihe von Typhusfällen zu verzeichnen. Eine Aerztekommission, die eine Sitzung in En Charod abhielt, beschloß verschiedene Maßnahmen, um das Umsichgreifen der Krankheiten zu verhindern. Es wurde auch vorgesehen, einen Bakteriologen zur genauen Untersuchung heranzuziehen. Die dringend notwendige Er- Weiterung des Spitals erfordert allerdings größere finanzielle Mittel, und die Aerzte haben sich mit einer dringenden Bitte an die zionistische Exekutive nach Jerusalem gewandt. (Wir betrachten es als selbstverständlich, daß sofort alle Maßnahmen getroffen werden, die vom sanitären Standpunkt erforderlich sind. Das Geld für solche Zwecke m u ß beschafft werden. Jeder Keren Hajessod-Zahler, der mit seinem Beitrage im Rückstände ist, möge sich vergegenwärtigen, was es bedeutet, wenn die Exekutive in solchem Falle nicht über die erforderliehen Mittel verfügt.) ' * Die palästinensische Presse berichtet in letzter Zeit wiederholt über Zusammenstöße in Tel-Awiw, die im Zusammenhang stellen mit den Gerüchten, daß es in Tel-Awiw einzelne Stätten der allzu losen Unterhaltung und Aussc 11 weifu 11 g gibt, die auch von Arabern besucht sein sollen. Diese Gerüchte, die wahrscheinlich auf einzelne Vorkommnisse zurückgehen, scheinen in der Phantasie der Bevölkerung außerordentlich übertrieben worden zu sein, so daß sich der Bevölkerung eine große Nervosität bemächtigt hat, der bereits wiederholt Unschuldige zum Opfer gefallen sind. Kürzlich wurden zwei Cafehäusern, die als ״verdächtig“ bezeichnet wurden, die Fensterscheiben cingeschlagen. Dann wieder werden Passanteil auf der Straße angehalten, in vereinzelten Fällen auch verprügelt, mit der Behauptung, sie stünden unter dem Verdacht, den Verkehr von jüdischen Mädchen mit Arabern begünstigt zu haben. Der Verdacht erweist sich daun fast stets als völlig unbegründet. Es ist gewiß erfreulich, daß die Bevölkerung von Tel-Awiw über den guten Ruf der Stadt wacht und sich gegen jede Einschleppung von Lastern, wie sie in allen Städten der Welt existieren, zur Wehr setzt. Es ist auch begreiflich, daß eine :,so:.k01«sale.׳-iipwan{Jeyung wyermeldlic^we^g^entiiiiJe mit sich schwemmt, die vor der Uebertragung dieser Schattenseiten des Großstadtlebens nicht zurückschrecken. Der Ueberfall auf Dr. Glücksohn wegen seiner Kritik dieser Verwilderung der Sitten ist bekannt. Die berechtigte Abwehr sollte aber nicht in Schnüffelei und Verdächtigung ausarten, und vor allem ist auch in solchen Fällen eine ״Lynchjustiz“ nicht zu rechtfertigen. Auch scheint uns die Unsittlichkeit unter allen Umständen bekämpfenswert, nicht nur wenn ein Araber beteiligt ist. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw sollte diesen Dingen ihr Augenmerk zuwenden und den Skandalen ein Ende machen. 9 Der Prozeß Schwarzbarth Paris, 27. Juni. (J.T. A.) Der Verteidiger Schwarzbarths, der Advokat Torr es, erhielt ein von dein Präsidenten der Landsmannschaft Proskurow, John Kraitzer, und mehreren anderen Hinterbliebenen nach ukrainischen Pogromopfern, die in Argentinien eine zweite Heimat gefunden haben, unferzeichnefes Telegramm, in welchem ihm der Dank dafür ausgesprochen wird, daß er die Verteidigung Schwarzbarths übernommen hat. In dem Telegramm wird bekundet, daß Petliura die Hauptverantwortung für die Metzeleien und Grausamkeiten getragen hat; als oberster Befehlshaber in der Ukraine standen ihm genug Machtmittel zur Verfügung, um dem Wüten Einhalt zu gebieten, wenn es ihm ernst darum gewesen wäre. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprechen, daß französische Richter der Tat Schwarzbarths Verständnis entgegenbringen und ihn freisprechen werden. Der Verteidiger Torres erklärte, daß Schwarzbarth in allen bisherigen Verhören kategorisch bestritten hat, im Ein* vernehmen mit irgendeiner Organisation oder Gruppe gehandelt zu haben. Er habe allein den Plan gefaßt, den Verantwortlichen für die Pogrome zu richten, da sich bis jetzt kein anderer irdischer Richter gefunden hat. Lemberg, 25. Juni. (J. T. A.) Das einstige Mitglied der Radaregierung und Vorsitzenden des ukrainischen Direktoriums in der Ukraine, W. Winnitschenko, der bekannte Schriftsteller und Dramatiker, veröffentlicht in der ukrainischen Zeitung ״Dilo“ unter der Ueberschrift ״Gefahrliehe Stimmungen“ einen Artikel, in weichem er vor der unter den Ukrainern im Zusammenhang mit der Tötung Petljuras durch einen Juden aufgekommenen Pogromtendenz sehr scharf warnt. Winnitschenko schreibt: ״Niemand kann den schwarzen Augenblick in der Geschichte der ukraininischen Revolution leugnen, der durch die jüdischen Massenpogrome gezeichnet ist. Tatsache ist, daß das Judentum aller Klassen und Schichten in dieser Zeit großes Unrecht und viele Leiden seitens einiger Eiemente der ukrainischen Gesellschaft zu ertragen hatte. Die Instinkte waren losgelassen. Qewisse ukrainische Elemente haben diese Vorgänge für ihren sozialen und nationalen Kampf ausgenutzt. Sie haben die dunklen Instinkte mit einer blutigen Romantik geschmückt, sie haben demagogisch gehetzt, indem sie die Juden als Feinde der nationalen Wiedergeburt der Ukrainer hinstellten.“ Paris, 27. Juni. (J.T. A.) Im Lokal des Komitees der jüdischen Delegationen hielt Herr Dr. E. Tsxherikowcr, der Verwalter des Po gro m - A rc h i v s in Berlin, vor einer Zuhörerschaft, die sich aus Journalisten, Politikern und sozialen Funktionären zusammensetzte, einen Vortrag über die Aera Pctljtira in der Ukraine. Was die amerikanischen Zionisten denken Ein Program m artikel Lipskys, Anläßlich der Jahreskofifcrenz der amerikanischen Zionisten veröffentlicht Louis Lipsky in dem offiziellen Organ ״The New P a I c s I i n c“ einen großen programmatischen Artikel, der sich mit den Aufgaben der Convention beschäftigt und die allgemeinen Anschauungen der amerikanischen Zionisten über die schwebenden Probleme /um Ausdruck bringt. 111 der Einleitung erklärt Lipsky, die amerikanischen Zionisten hätten keine parteimäßig festgelcgte Ansicht über die Frage, wie Palästina aufgebaut werden soll, sondern interessieren sich vor allem dafür, wie ״die Schwicrigkeiten zu beseitigen sind“. Dies sei der Vorzug des ״Allgemeinen‘* Zionismus. ״Für alle Frage» bringen wir einen vorurteilslosen Geist mit, ungehindert durch Parteiambitionen. Unter allen Fraktionen gibt es wahrscheinlich keine, die Palästina als eine Angelegenheit des empirischen Fortschritts betrachtet. Der Allgemeine■ Zionismus ist der einzi gc Faktor, der den Weg sucht, der so schnell als möglieh /um Ziel führt, ohne V o r u r t c i i ־darüber, wie das Ziel erreicht werden soll. Und unter den Allgemeinen Zionisten sind wir in Amerika offenbar die freiesten in der Betrachtung dieser Probleme.“ — Lipsky bespricht sodann die politische Lage und unterstreicht stark die Unzufriedenheit mit der Haltung der Mandatarniacht. Die Zionisten müssen eine stärkere aktive Unterstützung ihres Unternehmens durch die Regierung fordern. Er wendet sich jedoch gegen den Revisionismus, der unser gutes Verhältnis zu den Arabern gefährdet. — Was die L a g c i 11 Palästina betrifft, so betont Lipsky, daß eine Revision der g a n - zeti Situation erforderlich ist. Diese Revision muß stattfinden, auch wenn wir fast die gesamte bisherige Arbeit als wertvoll anerkennen. ״Die größte Bedrohung einer vernünftigen Betrachtung der Schwierigkeiten ist der Druck der Fraktionen. Es ist daher von Wichtigkeit, daß ~ wenn möglich in diesem Sommer — ein Versuch gemacht wird, alle ernsten Elemente der Bewegung zusammenzubringen, um zu überlegen, wie man in der Verwaltung der zionistisehen Angelegenheiten in Palästina die Möglichkeit freier Entscheidung schaffen kann, die gegenwärtig nur in bescheidenem Ausmaß existiert. Dies würde? für einige Zeit die Unterdrückung der A s p i r a t i o - neu von Fraktionen und Gruppen bedeuten und die Schaffung einer in ihrem Personal so starken zionistisehen Leitung in Palästina, daß sie Unparteilichkeit und Handlungsfreiheit bewahren kann. In dieser Sache sollte!! von der Convention dem Aktionskomitee Vorschläge gemacht werden.“ Sodann äußert sich Lipsky über die Frage der Jewish Agency und erklärt, die Meinungen der amerikanischen Zionisten seien unverändert geblieben. Sie seien jedoch gezwungen gewesen, die Inaktivität der für die Erweiterung der Agencv in Betracht kommenden Gruppe in bezug auf Palästina zu kritisieren. Wenn diese Nichtzionisten bewogen werden können, einen Anteil an der Verantwortung für das jüdischnationale Heim zu übernehmen, dann wird es keinen Zionisten in Amerika geben, der dies nicht begrüßt. Es sei die Pflicht der amerikanischen Zionisten, die Aktion der zionistischen Exekutive ab zu warten. In׳ der Frage der Krimkolonisation hätten sich die1 amerikanischen Zionisten bisher Reserve aufcrlegt, unt die nichtzionistischen Kreise nicht zu verletzen. Auf Grund der Erfahrangen des letzten Jahres jedoch müsso die Konvention eine scharfe Abwehrstellung gegen die antizionistisch e Ausbeutung des Kri m pro jektes־ einnehmen. Es wird vorgeschlagen, den United Palestine Appeal, der sich im letzten Jahre ausgezeichnet bewährt hat, auch itt* häCjistfeii Jahre fortzilsetzen. *Wir missen uni dartuf gefaßt machen, daß wir im nächsten Jahre eine Wiederholung des Kampfes erleben werden und nach der Stimmung der Führerschaft des Joint-Drives kann mau annehmen, daß die Joint-Propaganda im nächsten Jahre aggressiv antizionistisch sein wird. Aus diesem Grunde müssen auch im kommenden Jahre alle Palästina bejahenden Kräfte zusammengefaßt werden. Ging 7um Grabe Herzls Ueber den Gang zum Grabe Herls, den die treuen Zionisten am 27. Juni veranstalteten, wird berichtet: Seit dem Jahre 1915, als die jüdischen Kriegsflüchtlinge nach Wien verschlagen worden waren und am Grabgang teilnahmen, war die Beteiligung an dieser traditionellen zionistischen Demonstration nie so stark wie in diesem Jahre. An dem Zuge nahmen 5000 Menschen teil, die große Zahl jener, welche das Spalier bildeten und nachher zum Grabe Herzls zogen, nicht eingerechnet. Der Zug wurde durch das Zionistische LandesKomitee mit dem Präsidenten Dr. Desider Friedmann an der Spitze, eröffnet. Die Defilierung währte länger als zwei Stunden. Abends fand eine massenhaft besuchte Gedenkfeier statt, welche von den zionistischen Mandataren Wiens veranstaltet worden war. Sie verlief überaus eindrucksvoll. Oberrabbincr Dr. Chajcs hielt die Gedenkrede. Das Ralheiberg-Wtrk in Trusjordaiiri Jerusalem, 2?. Juni. (J. T. A.) Die arabische Zeitung ״Meraat el Shcrk“ teilt mit. daß die trans jordanische Regierung in kurzem der Ruthenbergschcn Elektrizitätsgescllschaft die Konzession zur Ausnutzung der Jordanwasserkfäfte am transjordanischen Jordanufer erteilen wird. Mit den Arbeiten in #Transjordanien wird demnächst angcfangen werden. Für arabisch-jüdische Verständig«^ Jerusalem, 27. Juni. (J. T. A.) Der Finanzminister der Regierung Transjordaniens, Hassan Clialed Pascha, der bisher an Stelle des zurückgetretenen Ali Rida Pascha Rikabi das Amt des Premierministers versehen hat, ist nunmehr definitiv an die Spitze der Regierung Transjordaniens berufen worden. Wie die Pal. Tel.-Agentur erfährt, gehört der neue Premier Transjordaniens, Hassan Chaled Pascha, zu denjenigen, die sich um das Zustandekommen einer Verstaudigung zwischen Arabern und Juden bemühen; auch ist er der Führer jener Gruppe, die sich bestrebt, zwecks Entwicklung des Landes ausländisches Kapital nach Transjordanieu zu ziehen. Die Berilnngsslelle des Arbeilsdeparlemeits Jerusalem, 23. Juni. (P.C.) Gemäß dem Beschluß des XIV. Zionistenkongresscs hat die Palästina-Exekutive die Schaffung einer Beratungsstelle beschlossen, welche mit dem Arbeitsdepartement der Exekutive Hand in Hand arbeiten soll. Dieser Rat soll bestehen aus: 5 Vertretern der Allgcmeinen Arbeiterorganisation, 1 Vertreter der Arbeitersektion des Misrachi, 1 Vertreter der Handwerkervereinigung und einen ׳׳ Vertreter der jcminitischen Arbeiter. Außerdem sollen der Waad Leumi drei, die Gemeindeverwaltungen von Tel-Awiw und Haifa je einen Vertreter entsenden. ' i

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