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Jüdische Rundschau · 1926-06-29 · Heft 50 (29.6.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 50 (29.6.1926)
Date
1926-06-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 50 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seit« 380 Die Durchführung des Soskin- Projektes Die Vertreter der in- und ausländischen jüdischen Presse wurden am 7. Juni in Tel-Awiw zur Teilnahme an einem < 1csrllschaftstee, der von der Palestine Small Holdings Promotion Comp, Ltd., die ins Leben gerufen ist, um die Kolonisations- Projekte von Dr. Soskin zu verwirklichen, arrangiert wurde, eingeladen. Der Zweck des geselligen Beisammenseins war der Wunsch, daß das breite Publikum durch das Sprachrohr der Presse die richtige Information über die Tätigkeit der Oe- Seilschaft zur Vorbereitung von Siedlungen, die auf Organisierung der landwirtschaftlichen Produzenten, Systematisicrung, Wirtschaftlichkeit und Intensivierung des Bodens zur Erzielung der maximalen Produktion pro Flächeneinheit in kürzester Zeit mit Hilfe aller in Frage kommenden technischen Mittel, aufgebaut sind, erhält. Die erste Siedlung nach dem Plane von Dr. Soskin wird bei Dschidro, 6 km von Haifa, angelegt. Die Gesellschaft hat von der Haifa Bay Development Comp. Ltd. '2500 Dtinam Land für den festen Preis von £ 15 per Dunam erworben, kann aber vom Kaufe infolge eines Rücktrittsrcchtes jederzeit zurücktreten. Die H. B. D. C. ist dabei verpflichtet, die Parzellierung, Sanierung, Anlegung einer Rohrleitung für Trink- und Bewässerungswasser und An- Schluß an das Straßennetz vorzunehmen. Die Lage der Siedhing ist für ihre schnelle Entwicklung sehr vorteilhaft, denn die Verkehrswege und Verbindungen sind für Palästina geradezu ideal: die nahe Hafenstadt Haifa, die Eisenbahnlinie f faifa—Akko in 1—2 km Entfernung. Anschluß an die Linie Haifa—Kantara, Automobilstraße Haifa—Akko—Beirut, außerdein aber Wasserverbindung mit Haifa mittels des Flusses Kischon, der im Süden an das Grundstück der Siedlung grenzt. Schon jetzt gehen kleine Barken bis Haifa herunter, nach dem Kolonisationsplan aber wird der Fluß schiffbar gemacht werden, und es kann also eine regelrechte Schiffahrt nach Flaifa eröffnet werden. Die Gesellschaft will, daß jeder Siedler bei seiner Ankunft im Lande eine vorbereitete Kolonie vorfinden solf, damit von vornherein keine Arbeit auf unproduktive Dinge verloren wird und dem Bebauer die Möglichkeit gegeben wird, in kürzester Zeit von den Erträgen der Wirtschaft sich zu ernähren. Infolgedessen nimmt die P. S. H. P. C. eine Vcrbcsserung der einzelnen Parzellen (wie Gründung u. a.) v'or, Anlegung von Röhrenleitungen zur Ermöglichung der Verteilung des Wassers auf die einzelnen Parzellen, Bau von Wegen, einer Schmalspurbahn, die für den Transport der einzelnen Produkte bis zum genossenschaftlichen Pack- und Lagerhaus bestimmt sein wird, Bau von billigen Häusern (der Voranschlag sieht zu diesem Zwecke eine feste Summe von nicht über £ 150 vor), Ställen, Höfen, Vorbereitung von Pflanzmaterial, der nötigen Geräte und des lebenden Inventars (Ziegen, Hühner), Ausbildung von Instruktoren, die tagtäglich den Siedlern Anweisungen in den einzelnen praktischen Fragen der Landwirtschaft und des Gartenbaues geben, Sorge für eien Absatzmarkt für die Produkte der Kolonisten u. a. Das ganze Programm der Gesellschaft ist vom Streben nach Rationalisierung des Energieaufwandes der Siedler diktiert worden. Die P. S. H. P. C. hat einen gemeinnützigen Char a k t e r, sie ist keine Aktiengesellschaft und verteilt auch keine Dividende, sondern sie ist eine Holding-Gesellschaft, deren Mitglieder sich als Vertrauensleute (Trustees) der künftigen Kolonisten betrachten. Die innere Organisation der Kolonie beruht auf genossenschaftlichen Prinzipien, die in allen wirtschaftlichen und kommunalen Angelegenheiten der Einwohner der Siedlung Platz Sreifen. Jeder Siedler muß der Genossenschaft angehören, und ie Satzungen s®'aV“bih'ÄÄä'*Ä!Tkennen. : Auf den 2500 Dunam, die von der H. Byf>. C. gekauft sind, wird eine Gemeinde von 300 Familien entstehen. Die Hauptsorge der Gesellschaft ist der Ansiedlung von 250 Familien, die sich mit intensivem Gartenbau, Geflügelzucht u. a. beschäftigen werden, gewidmet. Fm ganzen befragen die Kosten der Ansiedlung pro Familie £ 650, davon muß der Kolonist selbst £ 450 ratenweise einzahlen, eine An* leihe auf die übrigen £ 200 wird gewährt, deren größerer Teif (60 0/0) schon durch den Keren Hajessod gesichert ist (£ 120 pro Familie auf 36,5 Jahre, Verzinsung mit 5 0׳,״, Amortisation 1 0/0, d. h. bei jährlicher Zahlung von zirka £ 7,2), die übrigen £ 80 werden als eine Bauhypothek auf 15 Jahre gedacht (insgesamt wird noch eine Summe von £ 20000 aufzubringen sein). In barem Gelde hat der Kolonist also £ 450 in sieben Raten (am 1. Juli 1926 £ 130, am 1. Januar 1927 £ 60, am 1. April 1927 £ 60, am 1. Juli 1927 £ 50, am 1. Oktober 1927 £ 50, am 1. Januar 1923 £ 50 und am 1. April 1928 £ 50) zu zahlen. Bei der Unterzeichnung des Kontrakts müssen außer der ersten Rate gleichzeitig noch Wechsel auf die übrigen sechs Ratenzahlungen ausgestellt werden. Bis zur Tilgung der Schuld der Gesellschaft muß jeder Kolonist jährlich noch £ 7,2 für die Anleihe des Keren Hajessod, außerdem Zinsen und Amortisation nach den noch festzusetzenden Sätzen und Steuern, Abgaben, sowie die kommunalen Ausgaben leisten. Da der künftige Siedler noch zwei Jahre 1m Galuth bis zur Vorbereitung der Kolonie durch die Gesellschaft leben muß, so muß er außer der obenge־ nannten Stimme von £ 450 im Besitze einer weiteren Summe von zirka £ 200 zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes während dieser Zeit sein. Außerdem werden 50 Familien in der Kolonie angcsiedelt werden, die freie Berufe ausüben werden (Packer, Buchhalter der Genossenschaft, Angestellte, Installateure, Maschinisten, Spezialisten zur Bekämpfung von tierischen bzw. pflanzlichen Krankheiten, zirka 12 Lehrer (es muß mit 600 Kindern in der Kolonie gerechnet werden) 11. a. Dieser Kategorie von Ansiedlern wird kein Kredit gewährt: sie müssen aus eigenen Kräften den Betrag von £ 330 aufbringen. Sie bekommen dafür von der Gesellschaft 1,5 Dunam Boden und Haus mit Anlagen. Interessenten können sich an die Palestine Small Holdings Promotion Comp. Ltd. (Tel-Awiw, Rchov Achad-Flaam, P.O. B. 174) wenden, um nähere Auskunft und Pläne von Häusern, Höfen. An- Jagen zu bekommen. Die indische Schule lebt! ״... An das Gedeihen oder den Verfall von Schule und Synagoge knüpft s i c 11 unser Fortschritt und das H eil oder unser Rückschritt und das V c r d c r h e 11...“ Leopold Z. uiiz, der Stifter der Wissenschaft des Judentums, malmte mit diesen Worten in einem von ihm verfaßten ״Sendschreiben des Vereins für Kultur und Wissenschaft der Juden an die Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Berlin“ (Februar 1823). Er fordert darin die Errichtung zweckmäßiger Schulen, ״Niemand als die Gemeinde selbst sollte sie errichten“. Dieses Sendschreiben ist der letzte Akt einer Scliultragödie. Geplant war ein erhabenes Schul-Schauspiel. Die Juden errichten im Jahre 1778 nach einem Plane Mendelssohns und David Friedländers die erste jüdische Schule in Berlin. Wohltäter, an der Spitze der oben erwähnte Friedländer, unterhalten die Schule. Die Staatsbehörde würdigt sie. Staatsminister von Münchhausen schreibt im Jahre 1784: ״Diese Anstalt hat allgemeinen Beifall; und es wäre ein öffentlicher Verlust, wenn sie rückgängig würde“. Das Generaldirektorium pflichtet der von dem Minister geäußerten Ansicht vollkommen bei. Lazarus B e n d a v i d , der Philosoph, ״ein Weiser nach antikem Zuschnitt, umflossen vom Sonnenlicht griechischer Heiterkeit, ein Standbild der wahrsten Tugend und pflichtgehärtet wie der Marmor des kategorischen Imperativs seines Meisters Kant“ (Heinrich Heine) übernimmt 1806 die Leitung dieser Schule... und dennoch wird dieses erhabene Schauspiel zur Tragödie: die materiellen Mittel der Schule werden immer geringer; die Lehrer der Schule versuchen durch Weiterarbeit ohne Vergütung den Untergang aufzuhalten. Umsonst. Bcndavid bittet die Aeltcsten der Gemeinde wiederholt um Hilfe. Diese wird ihm immer wieder verweigert. So stirbt die erste jüdische Schule in Berlin einen gcmeinen materiellen Tod. Die Worte von Leopold Zunz haben prophetische Bedeutung! Die jüdische Schule — wohl zu unterscheiden von Schule für Kinder jüdischer Eltern! — gedieh nicht. Die Synagoge verfiel zur Reformsynagoge. Ohne jüdische Schule wurde die Synagoge eine Stätte für Stumme und Taube; sie verstehen nichts und können nicht reden... ״Rückschritt und Verderben“! Der jüdische Geist wurde krank. Das Erkennen der Krankheit bringt den ersten Schritt zur Gesundung. Das Wissen um die Medizin führt auf den Weg. Das Erkennen der Krankheit — Assimilation —, das Wissen um die Medizin — hebräische Sprache, Literatur — und der Wille zur Tat schloß im Jahre 1919 jüdische Menschen zum Jüdischen Sc h u I v c rc i n zusamrnen. Diese private Organisation, die ihre Arbeit mit der Gründüng eines jüdischen Schulzirkels mit fünf Kindern begonnen: hat, heute schon auf zwei staatlich anerkannte Volksschulen mit zusammen etwa 300 Kindern und drei Kindergärten mit zusammen 80 Kindern hinweisen kann, ist gezwungen, ihre Mittel vornehmlich durch Werben von Mitgliedern und Bitten um Spenden zusammenzuholen. Sie ist gezwungen, dort zu bitten, wo sie berechtigt wäre, zu fordern. Sie muß die Berechtigiing ihrer Existenz von Fall zu Fall mit Gründen belegen, sie, die von Rechts wegen bestürmt werden müßte, ihre Segnungen allen Juden zuteil werden zu lassen. Ihr ist es zu danken, daß die jüdische Schule heute auch in Berlin lebt und sich ausbreitet. Doch sie ruft heute genau so 11m Flilfe wie seinerzeit Bendavid für die Freischule: Juden helft! Verlaßt euch nicht auf die Opferwilligkeit der Lehrer — verlaßt euch nicht auf einzelne prominente Mitglieder — es sind immer dieselben Menschen, zu denen mar, um Geld kömmt; sie ermüden wie damals. Werdet Mitglieder des Jüdischen Schulvereins! Verpflichtet euch einer Organisation, die für den werdenden jüdischen Menschen arbeitet! Lernet als Schmach empfinden, eine Institution wie die des jüdischen Schulvereins um ihre Existenz ringen zu sehen! Gedenket der Worte von Zunz: ״An das Gedeihen oder den Verfall von Schule und Synagoge knüpft sich unser Fortschritt und das Heil oder unser Rückschritt und das Verderben...!“ Schimon K r o n b e r g. * Anmerkung der Redaktion: Auskunft erteilt das Büro des Jüd. Schulvereins, Berlin W 15, Meinekcstr. 10. Geldsendungen erbeten auf das Postscheckkonto Berlin 61828. Falemik aal einem Schalem Aleiehem- Abeid Moskau, 21. Juni. (J. T. A.) Aus Anlaß der zehnten Wiederkehr des Todestages Sc ho lein Aleichetns warden in allen größeren und kleineren Städten Rußlands Gedenkabende veranstaltet. Ein solcher Abend fand auch in Moskau statt. Der große Theatersaal konnte nicht alle Erschienenen fassen. Der Abend wurde eingeleitet durch einen anderthalbsttindigen Vortrag des Volkskommissars für Bildung, Lu n a t scha rs k!, über Scholem Aleiehem. Lunatscharski hielt sich nicht streng an sein Thema, sondern ließ sich über die Rolle der Juden, in Handel, Finanzen, Kultur, Literatur und Revolution aus. Er sagte, das jüdische Volk sei der geistige Aristokrat unter den Nationeii. Nicht nur das junge russische Volk, sondern auch Völker alter Kulturen wie die Engländer und die Italiener seien geistige Schüler der Juden. Der Redner gab einen Ueberblick über die Märtyrer-Historie des jüdischen Volkes und sagte, durch zwei Mittel hätten die Juden ihr Martyrium überwunden: durch Musik und Lachen. Die Geburt des Chassidismus entsprang dem Wunsche, sich durch Frohfeinn und Gesang aus dem Meer der Leiden zu retten. So gleichen die Assimilanten aller Parteien einander aufs Haar. In ihrem Streben die Existenz einer jüdischen Gemeinschaft zu leugnen, unterscheidet sich zum Beispiel die C.-V.-Zeitung in Berlin nicht von dem (jiddisch geschriebenen) ״Eines“ in Moskau und Herr Litwakow reicht Herrn Holländer die Hand. Die Zionistei Reviiiaalslen ia Amerika New York, 24. Juni. (J.T. A.) Bekanntlich hat im April d. J. das Exekutivkomitee des bekannten zionistischen Bruderordens ״Söhne von Zion“ beschlossen, das Programm der Zionisten-Revisioiiisten anzunehmen und sich dem Verband der Zionisten-Rcvisionisten anzuschließen. Gestern wurde hier die Delegiertenvcrsammlung des Ordens abgehalten, die sich mit dem Beschluß der Exekutive beschäftigte. Es sprachen der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas Louis L. i p s k y, der Präsident des Verbandes der Zionistcn-Revisionisten, Wladimir Jabotinskv, Herr Abraham Goldberg und Richter Jacob S. Strahl. Mit 90 gegen 35 Stimmen wurde der Beschluß der Exekutive gebilligt, so daß der Bruderorden das Programm Jabotinskys zu dem seinigen gemacht hat. Diejenigen Delegierten, die gegen dieses Programm stimmten, verließen nach Verkündung des Beschlusses unter Protest den Saal. Der Oberrabbiner von Frankreich, Israel Levi, wurde aus Anlaß seines 70. Geburtstages zum Offizier der Ehrenlegion ernannt. Er war bisher Chevalier der Ehrenlegion. Arabische Klage! Jerusalem, 24. Juni. (J. T. A.) Die arabische Presse veröffentlicht dauernd Besen werden gegen Großbritannien. Es wird ins Treffen geführt, daß Großbriiannien Trans Jordanien vollständig beherrscht, statt nach den Vorschriften des Mandats dort eine unabhängige arabische Regierung walten zu lassen. So z. B. wurde Mr. Seaton, der Präsident des Jaffa-Gerichts, soeben zum juristischen Bcrater der Regierung in Transjordanien und der Assistent des Golonel Cox, Mr. W r i g h t, zum Finanzberater in Transjordanien ernannt. Wie die arabische Presse mitteilt, werden demnächst englische Offiziere und Beamte zu Beiräten der transjordaiiischen Regierung im Zoff-, Post- und Erziehiingswesen bestellt werden. Diese britischen Beiräte sind, so schließt die arabische Presse, die wahren Regenten des Landes, während die transjordanischen Minister nichts als Puppen sind. _ In Warschau ist soeben die erste Nummer einer vom polnischen Keren Hajessod herausgegebenen Monatsschrift ״Keren Hajessod“ erschienen mit einer Reihe inhaltsreicher Artikel in hebräischer, jiddischer und polnischer Sprache. Das Budget der traulordaiiiehea Greiznaeht London, 23. Juni. (J. T. A.) Auf Befragen des Colönc! Wedgwood teilte Kolonienminister Amcry im Unterhause mit, daß die Kosten für die transjordanischc Grenzmaelit im laufenden Finanzjahr von der P a! ä s t i ti a - R e g i e r u n g getragen werden, die indessen von der Londoner Regierung einen Zuschuß in Höhe von 108 000 £ erhält. Heilbad Tiberias Jerusalem, 19. Juni. (J.T. A.) Während des Krieges hat ein syrisches Konsortium von der türkischen Regierung die Konzession für Ausnutzung der Mineralquellen und Thcrmen von Tiberias erhalten. Nach Verhandlungen mit der gegenwärtigen Administration Palästinas wurde diese Kon- Zession für die Dauer von 40 Jahren bestätigt, wobei aber zur Bedingung gemacht wurde, daß die bestehenden unzureichenden Gebäude niedergerissen und an deren Stelle den modernen Ansprüchen genügenden Badeanlagen errichtet werden. Die Gesellschaft hat sich verpflichtet, ein erstklassiges Hotel zu erbauen und überhaupt ein Kapital von einigen hunderttausend Pfund zu investieren. Die Konzession ist übertragbar. »ie A.-C.־ Sitzung 4er VVIZ0.11 Berlin Am Sonntag, den 26. Juni, wurde die erste A.-C.-Sitzung der Women’s International Zionist Organization (Wizo) in Berlin, Meinckestr. 10, eröffnet. Es waren neben den Mitgliedern der Exekutive Vertreterinnen zahlreicher Länder, namentlich aus Mitteleuropa und dem Balkan sowie aus Holland, erschienen. Frau Wronski, die verdienstvolle Leiterin des Bundes Zion. Frauen in Deutschland, begrüßte die Exekutive und die ausländischen Gäste namens der von ihr repräsentierten Organisation aufs herzlichste und gab ihrer Genugtuung Ausdruck, daß die Sitzung in Berlin stattfindet. Hierauf erstattete Mss. Goodman den Bericht der Exekutive, an den sich eine rege Debatte schloß, in der die Vertreterinnen fast aller Länder zu Worte kamen. Im Vordergründe der Ver- Handlungen standen folgende Probleme: 1. Die Frage der Organisation bzw. Zentralisation oder Dezentralisation der Arbeit. 2. Die Aufbringung des Palästinabudgets gemäß den Verpflichtungen der zionistischen Frauen zur Beteiligung an der Galutharbcit. 3. Erweiterung der zionistischen Propagandaarbeif unter den Frauen, der noch ein ganzer Abend zwecks eingehender Erörterung gewidmet werden soll. Die Tagung wird voraussichtlich am Mittwoch, den 30. Juni, beendet sein. Am Sonntagabend fand, vom Bund Zio* nistischer Frauen und dem Verband Jüdischer Frauen für Kn!- turarbeit in Palästina gemeinsam veranstaltet, ein Empfangsabend bei Frau Dir. Kareski statt, auf dem sämtliche jüdischen Frauen- und Mädchenorganisationen Berlins vertreten waren. Veltkoifereiz des Mlsraehl Wie die Bratislawaer ״Jüdische Volkszeitung“ mitteilt, soll vom 10. bis 15. August in einem europäischen Zentrum eine Wcltkonferenz des Misrachi stattfinden. Misrachibank Ltd., Jerusalem. Herr Israel PI es s e r, Mitglied des Waad Leumi und des Stadtrates von Tel-Awiw, und einer der aktivsten Angehörigen der Misraehi-Organisation in Erez-Israel, hat es übernommen, eine Reise durch verschiedene Länder Europas zu machen, um für den Verkauf von Aktien der Misrachibank Ltd. tätig zu sein. Herr Plesser wird vorerst Alt- und Neu-Rumänien, Ostgalizien und die Tschechoslowakei besuchen und ungefähr vier Monate in diesen Ländern weilen. Sitzaig 4er Iitaeh41th ii Berlii Wie der ״Hapoel Hazair“ berichtet, wird am 17. Juli in Berlin eine Sitzung der Exekutive der Hit achduth stattfinden mit folgender Tagesordnung: Rechenschaftsbericht des Hauptbüros über die Lage der Hitachdnth, Arbeitsplan für das Jahr 5687. Die Jugend und der Hechaluz, Organisationsfragen, Rechenschaftsbericht von Sprinzak über seine Arbeit in der Zionistischen Exekutive, die Lage im Zionismus und in Palästina, Sitzung des A.-C.: a) Exekutive, Cb) Finanzinstitutc, e) Budget. (Ziko.) Van jiddische! wisseisehaltllchei Iistitat Berlin, 25. Juni. (J. T. A.) Unter dem Vorsitz von Jacob Lcstsehinsky fand am 24. Juni in Berlin die erste Sitzung der Wirtschaftsstatistischen Sektion beim Jiddisehen Wissenschaftlichen Institut statt. Von den Berliner Mitgliedern waren anwesend Dr. Julius Brutzkus, Dr. Mark Wischnitzcr, Dr. J. Koralnik und Dr. N. Ger gef. Der bekannte Soziaiökonom und Professor an der Genfer Universität, L, Hersch, sandte ein Begrüßungsschreiben mit dem Versprechen, an den Arbeiten der Sektion aktiv teilzunehmen. Das Forschungsgebiet der Sektion umfaßt alle jiidisehen Wirtschaft־-, speziell Arbeiterfragen, demographische Probleme, jüdisches Wänderutigswesen, jüdische Hygiene. Kulturfragen u. a. m. Es wurde beschlossen, Anfang August an die Erforschung einiger für das jüdische Leben in Polen typischen Zentren heranzugehen, um ein erschöpfendes Bild über die Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen zu gewinnen. In den nächsten Monaten wird ein Band ״Schrif* t e n“ mit Beiträgen angesehenster Forscher auf dem Gcbiete der jüdischen Ockonomik und Statistik erscheinen. Zum ständigen Vorsitzenden der Sektion wurde J. Lestschinsky, zum wissenschaftlichen Sekretär Dr. J. Koralnik gewählt. Der bekannte Etymologe Nahum S t i f (Baal Dlmjon) ist aus Berlin in Kiew eingetroffen, um an der dortigen Universität als Dozent für jiddische Literatur zu wirken. Kleine Nachrichten In dem arabischen Dorfe Sakia in der Nähe von Jaffa stieß man beim Graben eines Brunnen bei 150 Meter Tiefe auf Spuren von Petroleum. Vom Besitzer, Michel Beiruti, herbeigeholte Sachverständige bestätigten den Fund. Lord Piumer wurde hiervon amtlich in Kenntnis gesetzt. Wie die J.T. A. berichtet, haben nach einem in Jerusalem eingetroffenen Telegramm die Katholiken der Vereinigten Staaten dem dort weilenden lateinischen Patriarchen von Jerusalem eine Summe von 100 000 £ übergeben, die für Kredite an palästinensische Katholiken zum Aufbau von Wohnhäusern, besonders in Jerusalem, dienen sollen. Wie der ״Haarctz“ berichtet, ist Aussicht vorhanden, daß als Ergebnis der Verhandlungen zwischen der Lelircrvercinigung und der Universitätsleitung im nächsten Schuljahre an der Hebräischen Universität in Jerusalem ein Lehrstuhl für Pädagogik errichtet werden wird. Ab 1. Juli 1926 erscheint das ״Leipziger Jüdische Familienblatt“ gemeinsam mit der ״Leipziger Jüdischcn Zeitung“ unter dem Titel ״Allgemeines Jüdisches F a in i Ii e n bi a 11“. Die Redaktion liegt in den Händen des bisherigen Redakteurs der ״Leipziger Jüdisehen Zeitung“, Herrn Mammer,

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