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Jüdische Rundschau · 1926-06-29 · Heft 50 (29.6.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 50 (29.6.1926)
Date
1926-06-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 368 Oer jüdische Reichsverband Von Dr. Elias Straus, München. Am 18, Juli tritt in München der Ausschuß der Landesverbände zu einer abschließenden Sitzung in An- Gelegenheit des Reichsverbandes der deutschen Juden zusammen. Zur Vorbereitung dieser Tagung schreibt Dr. Straus im Münchener ״Jüdischen Echo“, nachdem er zuvor die Geschichte der Organisationsheslrebungen der deutschen Juden skizziert und sodann die Entstehung der heutigen Landesverbände geschildert hat, über die Aufgaben des Reichsverbandes: inhaltlich wird der Reichsverband die von den Landesorganisationen übernommenen Aufgaben, die noch bei der Beratung 1921 im Vordergrund standen, diesen überlassen müssen. Es verbleibt ihm, wie wir sehen werden, noch ein genügend großer Pflichtenkreis. Nach der formellen Seite ist es undenkbar, den Reichsverband im Wege eines Zusammenschlusses der Einzelgemeinden unter Ausschaltung der seit altersher bestehenden oder nunmehr geschaffenen Landesorganisationen aufzubauen. Es würde dies zum mindesten eine sehr kostspielige Bclastung des Reichsverbandes mit Organisationsarbeit bedeuten, die ihm die Durchführung seiner Aufgaben nicht erleichtern, sondern eischweren würde. Schon die Aufbringung der Mittel für seine Zwecke wird dem Reichsverbana durch die leistungsfähigen Landesverbände mit Stcucrgcwalt wesentlich erleichtert. Die Landesverbände selbst werden die Steuerträger des Reichsverbandes. Sie müssen folgerichtig auch die Vcrwalt u n g des Reichsverbandes im wesentlich«! bestimmen. 1Damit ist nicht gesagt, daß der Reichsverband als eine Art ״Konferenzgemeinschaft der Landesverbände“ organisiert werden soll, ähnlich der seit Jahren bestehenden, nie zu erlieblicher Bedeutung gelangten Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden. Der Gedanke ist vielmehr durchaus vereinbar mit einer straffen Organisation des Reichsverbandes. — Ebensowenig ist hierdurch ausgeschlossen, daß neben dem Verwaltungsorgan eine auf demokratischer Grundlage gewählte Körperschaft im Reichsverband geschaffen wird. In welcher Weise diese gebildet wird, ist im wesentlichen Zweckmäßigkeitsfrage. Auf Grund von Beratungen der Vertreter der Landesverbände und der D. J. G. B.. die in München und dann in Berlin zusammengetreten sind, nat ein von diesem gewählter Ausschuß vor kurzem den Entwurf einer Verfassung des Jüdischen Reichsverbandes fertiggestellt, der nunmehr der Deffentlichkcit übergeben worden ist. Prüfen wir, inwiefern er dem hier entwickelten Gedanken entspricht. Der Reichsverband wird durch den Zusammenschluß der Landesverbände geschaffen. Der Beitritt des preußischen und bayerischen Landesverbandes ist Voraussetzung für sein Zustandekommen. Nach § 1 des Entwurfes hat der Reichsverband die Autgäbe, die deutschen Landesverbände und Gemeinden zur Pflege des Gesamtbewußtseins der deutschen Juden und ihrer gemeinsamen Interessen zusammenzufassen. Er vertritt im Rahmen seiner Zuständigkeit die deutschen Juden und ihre Organisationen gegenüber Reich Und Oeffentlichkeit unter Vorbehalt der Selbständigkeit der Landesverbände und Gemeinden in Kultus und Unterricht, Verfassung und Verwaltung. Als besondere Aufgaben werden bezeichnet u. a.: 1. Die Förderung der allgemeinen Interessen der jüdischen Religionsgesellscljafit,;tü'mcniid»,.־Auch, au|׳vs.p-2i-ile«v,Ore-b ret%׳s, 2. die Errichtung, Erhaltung und Förderung von Anstalten und Einrichtungen, die für das Reich oder mehrere Länder gemeinsam bestimmt sind, ferner neben weiteren mehr auf dem Gebiete der Verwaltung liegenden Aufgaben: m die Vertretung der deutschen Juden und ihrer Einrichtungen gegen überde 11 Juden des Auslandes und deren Organisationen. Der Reichsverband wird als öffentlich-rechtliche Körperschaft nach Artikel 137 der Reichsverfassung erklärt. Als Organe des Reichsverbandes werden in Vorschlag gebracht: Rat und R e ic h s t a g u n g, die je auf 6 Jahre gewählt werden sollen. D e r R a t soll bestehen aus Vertretern der Landesverbände (jeder mindestens 2000 Seelen umfassende Landesverband soll einen Vertreter bestellen, die größeren Verbände mehrere Ver- Ireter, ein einzelner Verband jedoch immer weniger als die Hälfte. der Gesamtzahl), 2 Rabbinern, 1 Lehrer, 1 Kantor, 1 Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelle. Der Rat führt die Geschäfte des Verbandes. Er muß mindestens einmal im Jahre zusammentreten. Marcel Pranst •Varlesng in der Buchhandlung bei Reuß und PoIJack. Zu Ehren Marcel Prousts, des genialen Enzyklopädisten der Empfindungen und der subtilsten Empfindsamkeit, des großen Sammlers, dem der Reichtum von Wissenschaft und höchster Kultiviertheit zu Gebote stand, und letzten großen Artisten neben Oskar Wilde, widmeten Arthur Siibergieit vortreffliche einleitende Worte und Helene Eisens tädt- Stiewe ihre Künstlerschaft. Arthur Silbergleits Worten, die das Wesentliche scharf Umrissen, seien folgende kennzeichnenden Gedanken entnommen: Marcel Proust, der Sohn eines sehr wohlhabenden christlichen Kaufmanns und einer jüdischeu Mutter, war von Jugend an krank und führte ein Leben, das sich im Denken erschöpfte. Es war eine künstliche Existenz; das Gehln war ihm versagt, die Welt lernte er vom Wagen aus kennen. Später verbrachte er die Tage als Kranker, die Nächte aber in den glänzenden Gesellschaften des Adels. Der Notwendigkeit des Broterwerbs enthoben, die Tage allerhöchstens mit Abbildern der Wirklichkeit erfüllt, dafür aber der gesteigerten Walmwelt der Nächte völlig ergeben, führte er ein Dasein hart an der Grenze von Wachen und Traum. Er träumte sich selbst als Mitglied der Adels- Hasse, deren Gesellschaft er wegen der Gemeinsamkeit des hohen Alters der Rasse als ihm gemäß aufsuchte. Durch seinen Wohlstand Mitglied dieser Gesellschaft, trieb sein Traum ihn dazu, bis zur völligen Identität mit dem erträumten Zustand vorzudringen! Wie ernst es ihm war, beweisen seine Schriften. Darin beschrieb er diese Gesellschaft mit der analytischen Geuauigkeit eines Chemikers oder eines Photographen. Diesen Wahn seines Lebens und seiner Schriften bezeichnet Arthur Silbergleit vielleicht ein wenig zu hart als ״unergründliche Vcriogenheit“. Bei diesem Künstler der Nerven, der die Fundierpng durch die Wissenschaft bzw. durch allerhöchste Geuauigkeit — ganz gewiß als Gegengewicht brauchte, für seine IJeberseusibiiität, i§t diese Verschiebung des Traumes, der ins Wachen hineinreicht, vielleicht nnr ein psychischer Ausläufer, körperlich-sinnliches Fundament seiner ganzen Existenz. Dieser Filigrankünstler, wie Siibergieit ihn nennt, teilt genauer besehen, durchaus folgerichtig das Schicksal aller jüdischen Künstler nach Moses Mendelsohn. Entwurzelt* keinem Volke JUEDISCHE RUNDSCHAU Die Reichstagung besteht: 1. Aus Abgeordneten der aus allgemeinen Wahlen hervorgegangenen Vertreterversammlungen der Landesverbände, die für ftÖOO Seelen einen Abgeordneten wählen. Die Wahlen erfolgen nach den Grundsätzen der Verhältn i s w a h I, 2. aus 20 vom Rat berufenen Mitgliedern, die auf Vorschlag der theologischen Lehranstalten, der Lehrer- und Kantorenverbände, der Zcntralwohlfahrtsstellc und der übrigen sich auf das Reich erstreckenden nicht politischen Vereinsorganisationen ernannt werden. Die Reichstagung tritt in der Regel alle drei Jahre zusammen, sie muß außerdem berufen werden, wenn 20 Abgeordnete oder größere Landesverbände dies beantragen. Sic hat das Recht, über alle Angelegenheiten des Reichsverbandes zu verhandeln, Anträge zu Verbandsbeschliisseu (d. 11. gemeinsameii Beschlüssen von Rat und Tagung) einzubringen und Anregungen an den Rat zu geben. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die Festsetzung des Budgets und seiner Deckung, Beschlußfassung über Verfassungsänderungen und Auflösung des Verbandes, sowie Erlaß der Wahlordnungen. Rat und Reiclistagung können in Angelegenheiten, die das Gesamtinteresse des d c u t s eben Judent u m s berühren, in gemeinschaftlichen Sitzungen ö f f e n t - liehe Kundgebungen ergehen lassen. Die Verhandlungen der Reichstagung sind öffentlich. Während die Reichstagung nicht beisammen ist, werden ihre Funktionen durch einen 15 gliedrigen ständigen Auss c h 11 ß besorgt. Der Bedarf des Reichsverbandes wird durch Beiträge der Landesverbände aufgebracht, die auf diese nach Maßgabe der Seelenzahl umgelegt werden, wobei als Höchstsatz 75 Pfennige für den Kopf der Bevölkerung vorgesehen ist. Es würde dies bei einer jüdischen Gesamtbevölkerung von rund 600000 Seelen ein Jahresaufbringen von 450 000 M. bedeuten. Dies ist der wesentliche Inhalt des voriiegenden Verfassungscntwurfcs. Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß dieser sich nicht auf die Schaffung eines bloß für gelegentliche Zwecke ins Auge efaßtcu ״Dachverhandes“ beschränkt, sondern eine vollommen durehgebildetc Reichsorganisation zu schaffen beabsichtigt. Oie Umgrenzung des Aufgabenkreises ist umfassend und läßt die Vertretung aller jüdischen Interessengebiete durch den Verband zu. Die Verwaltung durch den von den Landesverbänden bestellten Rat entspricht dem Aufbau der Organisation. Dagegen, daß die Abgeordneten der Reichstagung nicht unmittelbar durch die jüdische Bevölkerung, sondern indirekt durch die — in den meisten Ländern allerdings streng demokratisch auf Grund von Proportionalwahlrecht zusammengesetzten — Landestagungen gewählt werden, könnten allerdings Bedenken erhoben werden. Angesichts der großen Schwierigkeiten und Kosten, die mit der Durchführung von Reichswahlen neben den Gemeinde- und Landeswahlen verknüpft wären, glauben wir aber, diese grundsätzlichen Bedenken zurückstellen zu müssen. Die Zusammensetzung der Reichstagung aus Vertretern der Landestagungen ist an sich auch dem Organisationsgedanken des Reichsverbandes besser angepaßt, wenn auch keine absolute logische Folge aus diesem. Allerdings besteht für die Minderheitsparteien die Gefahr, daß sie vor allem in den kleineren Ländern, die nur wenige Abgeordnete entsenden (Bayern im ganzen acht, Baden vier) nicht entsprechend zur Geltung kommen, da es für die ״Reststimmen“ keine Verwendung gibt. Eine Erhöhung der an sich ja wohl als ausreichend zu erachtenden Gesamtzahl — der Entwurf von 1921 sah einen Abgeordneten auf je 3000, der jetzige eine n Abgeordneten aut je 6000 Seelen N6r — könnte iMeue•'' GÄhr-eW«•: ,״einsdirtnkeir,־ aber auch nicht voll beseitigen, Eä dürfte sich auch fragen, ob eine Periode von je 3 Jahren für das regelmäßige Zusammentreten des Reichstags kein zu langer Zeitraum ist. Hier und in der Bemessung der Zahl der Abgeordneten haben wohl Sparsamkeitsgründe obgewaltet, die aber allein nicht ausschlaggebend sein dürfen. Es wäre sehr erwünscht, wenn sich hierüber gerade in unserer Presse eine Aussprache entwickelte. Wir sind als Minderheitspartei hieran besonders interessiert. Im ganzen dürfte der Entwurf eine brauchbare Grundlage für die Reichsorganisation sein. Daß eine solche geschaffen wird, daß die deutsche Judenheit sich in ihr eine Vertretung schafft, die in ihrem Namen sprechen kann gegenüber der Regierung und dem deutschen Volk, die aber auch in gesamtjüaisehen Fragen mit den jüdischen Organisationen anderer Länder zu verhandeln legitimiert ist, ist eine Angelegenheit, an der wir gewiß nicht uninteressiert Vorbeigehen dürfen. Sie verlangt unsere tätige Mitwirkung, damit der Reichsverband in einer Form verwirklicht wird, die ihn zu einer Zusammenfassung aller lebendigen Kräfte im deutschen Judentum werden läßt. zugehörig, ist die Kultiviertheit, ganz so wie heut, gemeinsam mit dem Ideal des guten Europäers die Zuflucht des Juden der Assimilation. ״Der Weg zu Sw׳ann“ mit dem untertitei ״Auf den Spuren einer verschollenen Zeit“ (Verlag die Schmiede) und die Novellen des Erstlingswerkes ״Tage der Freuden“, erschienen im Propyläenverlag, sind nichts anderes als virtuos analysiertes Nervenerlebnis, gepaart allerdings mit einer raffinierten Kunst der Steigerung und des Auskostens aller künstlerischen und artistischen Möglichkeiten. Die Uebersetzung des Propyläenverlages — sie stammt von dem Dichter Ernst Weiß — ist im Gegensatz ־zu der hoffentlich bald revidierten Ausgabe der Schmiede sehr gut lesbar und wird den Feinheiten der Sprache vollkommen gerecht. Helene Eisenstädt-Stiewe ist eine äußerst interessante Künstlerin. Für die mit spöttischer Melancholie erfüllte Noveile ״Violante oder die Weltlichkeit“ brachte sie vielleicht etwas zu viel von ihrem gesunden pathoslosen Realismus, aber in allem, was die Nerven einer lebenerfüllten temperamentvollen Frau betraf, wurde sie der schwierigen Aufgaben einer Proust-Interpretin in hohem Maße gerecht. Ganz feonders in der Novelle ״Die Beichte eines jungen Mädchens“. Hier brachte sie ihr natürlicher Wunsch nach Verkörperung einer Gestalt nicht in Widerspruch zur Kunst Marcel Prousts, wie es in ״Violante“ zu interessantem und aufschlußreichem Nachdenken Aniaß gab. Hier konnte sie mit allen Sinnen nur Weib sein, mit allen Nerven, mit jeder Bewegung. Hier war Realismus geboten und das, was sie gab, war ein helles, schönes, kraftvolles Bildnis. Die letzte Steigerung von Sinnennot und Elend führte sie zur Höhe eines erschütternden Kunstwerks. Das Nichtgeglückte ist demgegenüber verschwindend, aber im interesse ihres wirklichen Talentes soll es nicht verschwiegen werden. Hüten muß sie sich vor gelegentlichen Uebertreibungen. Außerdem darf über der noch so gut herausgearbeiteten Einzelpersönlichkeit nicht der Gesamtton vergessen werden. Die feine Erzählerüberlegenheit ist gerade ein Wesensmoment von Marcel Proust, r. m. Zu Passah kommenden Jahres soll In Jerusalem ein Weltkongreß für jüdische Musik abgenalten werden, zu dem eine Reihe führender jüdischer Musiker aus Europa und Amerika erwartet wird. (ZUcq.) Nr. SO Die Lage 1■ Polen Warschau 24. Juni. (J. T. A.) Die Regierung hat da! dem Sejm unterbreitete Gesetz für Handwerk und Industrie, das eine schwere Schädigung des jüdischen Handwerks mit sich halte bringen sollen und «las deswegen vom Jüdischen Klub scharf bekämpft wurde, zurückgezogen. Das Ge■ setz wurde von der früheren Regierung G r a b s k i, die den wirtschaftlichen Vernichtungskampf gegen die Juden inaugurierte, vorbereitet. Warschau, 24. Juni. (J.T.A.) In der gestrigen Sitzung des polnischen Sejm verlas der Abgeordnete H a r t gl a ß im Namen des jüdischen Klubs eine Deklaration, in welcher cs heißt: ln der von der neuen Regierung ausgegebeiicn Losung einer moralischen Sanierung erblickte die. jüdische Bevölkerang zunächst die Ankündigung einer Abkehr von der Politik der Unterdrückung der Minderheiten und gab sich der Hoff• nung hin, daß endlich auch mit dem System, die Haupt• last der Steuern dem jüdischen Element aufzuladen, gebrochen werden wird. Wir glaubten, daß die Politik der Ausrottung der Juden mit Hilfe finanzieller und wirtschaftlicher Verordnungen keinen Platz mehr finden wird, leider ersehen wir aus dem Budgetprovisorium, daß eine Erhöhung der Steuerlasten, die zum größten UTei! von der jüdischen Be• völkcrung getragen werden müssen, vorgesehen ist. Die jüdische Bevölkerung ist aber dermaßen ruiniert, daß sie nicht einmal imstande ist, die alten gestundete Steuern zu leisten, geschweige denn neue Steuerlasten auf sich zu nehmen. Der jüdische Klub ist deshalb entschlossen, das vorgeschlagene Budgetprovisorium mit allen Mitteln zu bekämpfen, bis jene Bestimmungen aus der Vorlage eliminiert werden, die die auch so schon ruinierte jüdische Bevölkerung mit vollständigem Untergang bedrohen. UmeiadfkoBgreß in Alt-Riminie■ Bukarest, 24. Juni. (J. T. A.) Am 20. Junf begann 1'n Bukarest in der Aula der Schule ״Cultura“ die Tagung des Kongresses der jüdischen Gemeinden Alt-Rumäniens unter dem Präsidium des Vorsitzenden des Gemeindeverbandes Eli Bercovici. Sekretär S chweig referierte über die Frage des Vertreters der jüdischen Religion im rumänischen Senat und teilte mit, daß Landesrabbiner Dr. Niemirower als Kandidat aufgestellt worden ist. Hierauf sprach Dr. Jacob Niemirower über die Aufgaben des Vertretern der jüdischen Religion im Senat, der stets bereit sein muß, den Bekampfern der jüdischen Religion gewappnet entgegenzutreten. Die Juden vergessen es niemals, daß sie Bürger Rumäniens sind. Sollte er in den Senat gewählt werden, so werde er sich als der Vertreter der Judenschaft ganz Rumäniens betrachten. Der Kongreß beschloß einstimmig, Dr. Niemirower der Regierung als Senator vorzuschlagen. Der Senator Elia Mendelsohn versprach, Dr. Niemirower bei der Verteidigung jüdischer Interessen zu unterstützen. Herr Solomon referierte sodann über die Lage der jüdischen Schulen und schilderte das Martyrium der jüdischen Schulen, die aut Uebelwollen und Mißverständnis stoßen, obwohl sie Zitadellen der rumänischen Kultur sind. In der Frage der Autonomie der jüdischen Gemeinden wurde beschlossen, daß die einzelnen Gemeinden keine Schritte wegen Anerkennung unternehmen, sondern daß gewartet werden soll, bis das Parlament das Gemeindegesetz, das die jüdischen Gemeinden als juridische Personen anerkennt, verabschiedet haben wird. Zum Schluß wurde eine Protestresolution gegen die Schändung jüdischer Synagogen durch Hakenkreuzstudenten angenommen. ->■'•-••• '״־;״•׳־׳F,י'׳־ Czernowitz, 24. Juni. (J.T.A.) Bei den hier stattgefundenen Senatswahien wurde der jüdische Kandidat, Herr Karl Klüger, mit 475 von 846 abgegebenen Stimmen in den Senat gewählt. Herr Karl Klüger, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, ist neben Dr. Mayer Ebner einer der ältesten Vorkämpfer der zionistischen Bewegung in der Bukowina. Er war mehrere Jahre Chefredakteur des ״Czemowitzer Tageblatts“. Nach dem Kriege übernahm er die Leitung des Joint-Werkes in der Bukowina. Er ist auch Präsident der ,Bnei-Brith-Loge in Czernowitz. Rlekwaideriig jMiicher Flüchtlinge ■ach Rafllaid Kischin ew, 25. Juni. (J.T.A.) In Beßarabien weilt gegenwärtig der Delegierte des Flüchtlings-Evakuationskomitees der jüdischen Organisationen, Dr. Werner Senator, um die Lage der jüdischen Flüchtlinge aus der Ukraine zu studieren. Er pflog eingehende Besprechungen mit Vertretern der Flüchtlinge selbst und untersuchte insbesondere die Möglichkeit einer Rückwanderung der Flüchtlinge nach Rußlands Er versprach den Flüchtlingsvertretem, daß demnächst praktische Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lage getroffen werden würden. Lia Swet Lia Swet und Hermann Simberg sangen im Scholem- Alechem-KIub Arien und jüdische Volkslieder. Lia Swet gehört zu den ganz wenigen Sängerinnen, die jüdische Volkslieder aus einer feineren Kultursphäre heraus singen. Früher war man der Meinung, daß unsere echten schönen Weisen nur dann wirken, wenn sie sozusagen nackt volkstümlich gebracht werden, das heißt gänzlich im Stil der Trauer und des Herzens, bzw. des Volkshumors und nicht durch Kunst ״verschönt“ und entstellt. Das läßt sich hören. Aber man muß dann im engsten Kreise sich produzieren und nicht in der Oeffentlichkeit. Sobald aber eine größere zufällige Hörerschar beisammen ist, muß wirkliche Kunst auch in der Darbietung |ines einfachen Volksliedes sich offenbaren, und da heißt es. Gesangstechnik, Ausdrucksfähigkeit und suggestive Ucbertragung miteinander vereinigen. Dies ist bei Lia Swet in hervorragender Weise der Fall, Sie ist eine feine Koloratursängerin, eine prächtige ״Jüdin“ und eine charmante Künstlerin. Hoffentlich entzieht sie ihre Bühnenlaufbahn nicht gänzlich der selten so ernst gepflegten Vortragskunst auf dem Gebiete des jüdischen Volksliedes. Simberg, den ich als ausgezeichneten, vielversprechenden Tenor kenne, habe ich leider nur noch bei den letzten Phrasen einer Arie erwischt und konnte mich an seiner sehönen Pianobehandlung erfreuen. Arno N a d e f. Die Jaden in Belgrad Vom Oberrabbiner der aschkenasischen Gemeinde in Belgrad Ignjat Schlang erschien soeben ein Geschichtsbuch ,,Die Juden in Belgrad“, das sehr interessante Aufschlüsse über die Geschichte der Judengemeinde Belgrads gibt. Belgrad ist eine uralte Stadt. Im Buche ״Kusari“ wird sie schon im Zusammenhang mit den Juden erwähnt. Aus dem 15. Jahrhundert sind Daten von der Jüdischen Gemeinde in Belgrad vorhanden. Die Gemeinde hatte berühmte Rabbiner, deren Werke in der Belgrader hebräischen Druckerei he»- gestellt wurden. Gegenwärtig zählt Belgrad etwa 10 000 jüdische Seelen und besitzt drei große Tempel Nr.! I Die wurden srllscha Comp. Projekt( cingcla« Wunsch Presse sellscha sicrung rting, י Erzielut kürzest! nischen Die S o s k i Die Gc Ltd. 25 Dun am trittsree verpflic Rohrlei Schluß hing is die Vc radezu Haifa— Haifa— dem a Kischoi grenzt, nach d macht nach 1 Di kunft i mit vo loren י in kür: nähren rting י legung des \X einer Produl bestim schlag über; inateri! gen, F Siedlei der Ls Absatz Progr; sicrun! D r a k t keine deren tigen D schaftl munal greife! die S! A sind, Haupt milien besch; Koste: der 1 leihe (60 «;0 pro F 1 0/0, gen; dacht zubrir £ 45( 1927 am 1 t. Ap Kontr W'ech wcrd< jeder Hajes ■festzi: muna zwei die ( naiuit von währ( / werd! halte! schim pflan: Kind! Kate! muss׳ Sie t und Pal Ltd. den, jagen 1 d. J. dero! Zion! Zioni Dele dem Präsi Lip niste und wurd orde! Dicj( ver tes Aula erna

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