Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-06-29 · Heft 50 (29.6.1926) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 50 (29.6.1926)
Date
1926-06-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652830--18366-2676124
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 300 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 50 kann. Aber wir glauben, daß auch die Handhabung der bestehenden Bestimmungen, die Praxis, vieles bewirken kann, was erwünscht wäre. Und wir glauben, daß der Chef des Immigrationsdcparfincnts durch den persönliehen Kontakt mit Konsulaten, Palästinaänitern, aber auch mit den zur Auswanderung sich rüstenden Men• scheu selbst in die Lage versetzt wird, das ganze Problern einmal von der anderen Seite zu sehen. Wir sind überzeugt, daß dies der künftigen Praxis der loyalen Kooperation sehr förderlich sein wird. * Die Nachrichten aus Südafrika zeigen, daß das dortige Judentum die Delegation des Keren Hajessocl- Direktoriums mit großem Enthusiasmus aufgenomnicn hat und die materiellen Resultate der kurzen Kampagne sind erheblich. Dies fällt besonders ins Gewicht in einem Jahre, wo infolge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs Europas der Keren Hajessod gegenüber dem Vorjahre einen Ausfall hat, der sich in Palästina sehr fühlbar macht. Das südafrikanische Judentum, ein relativ kleiner, weit abgesprengter Splitter unseres Volkes, hat noch nie versagt, wenn in einer jüdischen Sache an seine Hilfe appelliert wurde. In diesem Jahre allerdings wurde den südafrikanischen Juden die hohe Ehre zuteil, daß einer unserer verdientesten Männer, Naluun So ko low, persönlich zu ihnen kam, um die Botschaft von der werden- ,den jüdischen Heimstätte, deren politische Grundlagen zu schaffen er selbst!nitgewirkt hat, zu ihnen zu bringen! Mit dankbarer Anerkennung hat die zionistische Welt es begrüßt, daß Herr Sokolow, der eben erst aus Amerika zurückgekehrt war, ohne sich nach den Anstrengungen seiner dortigen Tätigkeit die verdiente Ruhe zu gönnen, sofort wieder die Mühen der neuen weiten Reise nicht gescheut hat, weil er wußte, daß gerade in diesem Jahre die aktive Beteiligung der südafrikanischen Juden von größter Bedeutung ist. Die Erfolge haben die Anstrengungen gelohnt. Herr Sokolow und sein Gehilfe auf dieser Reise, Herr Dr. Hiudes aus Warschau, haben es verstanden, dem südafrikanischen Judentum die zionistisehc Sache lebendig und packend darzustellen. Nach der Pionierarbeit, die vorher schon Schniarja Lewin und Dr. Alexander Goldstein geleistet haben, ist es nun der Delegation gelungen, die Aufmerksamkeit der gesamten politischen Welt der südafrikanischen Union auf sich zu ziehen. Die Sympathien, mit denen der Zionismus von der südafrikanischen Oeffentlichkeit aufgenomnien wurde, sind wichtiges politisches Kapital, zumal auch in der britischen Politik die Dominions eine immer .wachsende Rolle spielen. Die materiellen Leistungen der südafrikanischen Juden werden dazu beitragen, die Durchführung des vom Kongreß beschlossenen Budgets zu erleichtern. Die Bedeutung dieser Kampagne wird auch in Europa volle;Würdigung finden. < ■; 4«. י ׳* lieber die äußerst bedauerlichen Vorfälle von Gewalttätigkeiten in Palästina, über die unser palästinensischer Korrespondent voriges Mal berichtet hat, bedarf cs noch einiger Worte. Nicht nur haben wir das Bedürfnis, Herrn Dr. Glück so 1111, dein leitenden Redakteur des ״Haarez“, unsere kollegiale Sympathie und Solidarität zum Ausdruck zu bringen, sondern wir glaubei!, auch im Namen der zionistischen Oeffentlichkeit Deutschlands zu sprechen, wenn wir das Bubenstück von Tel-Awiw auf das schärfste verurteilen. Es geht hier um mehr als bloß um die Abwehr von Gewalttätigkeit oder Verurteilung eines feigen Ueberfalles. Es geht dämm, ob die Freiheit der Presse und der Meinungsäußerung in unserem eigenen Lager auch dort unbedingt gewahrt werden soll, wo sie Mißstände und Tatsachen kritisiert, deren Bloßstellung Einzelnen oder ganzen Gruppen unangenehm ist. Zwischenfälle, wie der Ueberfall auf Dr. Glücksohn könnten dazu führen, Männer des öffentlichen Lebens und der Presse cinzuschiichtern und auf diese Weise den unheilvollsten Einfluß auf das moralische Niveau unseres öffentlichen Lebens haben. Ein Mann wie Dr. Glücksohn, ein Publizist ersten Ranges, ein besonnener und verantwortungsvoller Schriftsteller, ist eine große moralische Kraft in einer werdenden Ge- Seilschaft wie der unseren, gerade wegen seiner Integrität und inneren Unabhängigkeit. Die Zeitung ״Haarcz“ hat unter seiner Leitung einen bedeutenden Aufschwung genominell. Er hat sich ein großes Verdienst dadurch erworben, daß er offen gegen die korrumpierenden Kräfte im Jischmv auftritt. Wir hoffen, daß Dr. Glücksohlt den Eindruck gewonnen hat, daß die überwältigende Mehrheit der jüdischen Welt hinter ihm steht, und zwar nicht nur in der Verurteilung der Handlungsweise seiner Gegner, sondern auch in der Billigung seiner eigenen Handlungsweise. Der Vatikan und der Pallstina-Anfb» Rom, 21. Juni. (J. T. A.) Nach sechsmonatigem Aufenthalt in Palästina ist Monsignore Robinson, der spezielle Delegierte des Papstes, nach Rom /.urückgekehrt. Monsignore Robinson wurde vom Vatikan mit wichtigen Missionen betraut. Er .hatte die Position der ״Heiligen Stätten“ und des lateinischen Patriarchats, gegen den seitens katholischer Kreise, insbesondere der Franziskaner, scharfe Vorwürfe erhoben wurden, zu erforschen. Im Verlauf seines Aufenthaltes in Paiäsiina sandte Monsignore Robinson seine Rapporte direkt an den Papst; jetzt, nach seiner Rückkehr, wurde er sofort vom Papst in längerer Audienz empfangen. -- Wie der J. T. A.-Vcrfreier erfährt, hat Monsignore Robinson in einer besonderen Audienz beim Papst über den ganzen Komplex des jüdischzionistischen Problems und des A u f b a u s des jüdischen National heims Bericht erstattet. Am 21. Siwau (3. Juni) wurde vor zwanzig Jahren icr erste Grundstein in Tel-Awiw gelegt. Die Tagung 4er Mandatskommission Genf, 25. Juni. (J.T. A.) Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat die Prüfung des Berichtes der britischen Regierung über die Verwaltung Palästinas im Jahre 1025 beendet. Am Sonntag, den 27. Juni, wurde die Session der Mandatskommission geschlossen. Am 23. Juni wurde die Behandlung des Berichtes über die Palästina-Verwaltung im Jahre 1023 durch die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes fortgesetzt. Colonel S y m e s, der Vertreter Großbritanniens, beantwortete die Frage wegen der Maßnahmen betreffs Schaffung einer Gemeindeautonomie wie folgt: Infolge der Verschiedenheit der Sprachen, des Glaubensbekenntnisses und der seelischen Struktur der Bevölkerung ist eine Organisierung der Städtcvcrwaltungcn nach westlich 0 nt Muster kaum durchführbar. Vorläufig hat sich die Mandatsmaelit darauf beschränkt, die vor dem Kriege von der türkischen Regierung begonnene Organ!־ sierung der städtischen Verwaltungen auszubauen. Die drei Elemente der Bevölkerung, Juden, Mohammedaner u!1 d C!triste n, werden in den städtischen Verwaltungen im Verhältnis zu ihrer Zahl innerhalb der Gesamtbevölkerung vertreten sein. Gegenwärtig werden die Vertreter der Stadt- Verwaltungen noch von der Regierung ernannt, doch hat die Mandatsmaelit bereits die Einführung eines Wahl- Systems in Angriff genommen, das schon in nächster Zukunft in Geltung treten soll. Mit der Einführung des Wahlsystems wird gleichzeitig eine Acnder u n g des j e t z igen Verwaltu 11 gsapparates Platz greifen. Colonel Symes äußerste sich auf Befragen auch über die Wirtschaftslage Palästinas und sagte, die Wirtschaftslage des Landes gäbe zu keinerlei Besorgnis Anlaß; die Aussichten für die landwirtschaftliche Entwicklung seien günstig. Eine besondere Aufmerksamkeit wird dem Touristcnvcrkclir zugewendet, der einen wichtigen Faktor des Wohlstandes für das Land bedeutet. Die Kommission ersuchte Colonel Symes um nähere Information betreffend die Militär - und Po 1 i z e i k r ä f t e, die in Palästina stationiert sind. Colonel Symes erklärte, die britische Verwaltung sei über die Ordnung im Lande bcruhigt, sie halte es für ausreichend, neben der lokalen Polizei, die sieh aus Landeskindern rekrutiert, nur noch eine K a v a 11 cricabtcilung und ein aus 400 Mann sich zusammensetzendes Gendarmerie-Detachement zu unterhalten. Die Mitglieder der Mandatskommission drückten ihre Befriedigung über die friedlichen Zustände in Palästina a u s, wünschten aber noch nähere Informationen über die gesamte Militär- und Polizeimacht im Mandatsgebiet Palästinas und Transjordanien, sowie über die vor kurzem erfolgte Um Organisierung der Militär -und Gendar raerie - Streitkräfte. Colonel Symes gab über Befragen noch nähere Auskunft über die Verwaltung Transjordaniens, über das Bürgerschaftsv bzw. E i n b ü r g• e r u n g s g e $ C tJV öfew... öffentüeht {ÜrzieltuN&’über die finanziellen Bezieliünfen Zvviscftin Palästinas und Großbritannien, über die Arbeitsbedingungen im Lande, über die Ruthenberg-Konzession usw. — Am 24. Juni morgens wurde die Behandlung des Palästina-Berichtes durch die Mandatskommission fortgesetzt. Noch am Schluß des ersten Verhandlungstages wurde die Petition der Agudas J i s r 0 e I verlesen und zur Kenntnis genommen. Ein Jahr ״Dawar“ In diesen Tagen beging die hebräische Tageszeitung ״Dawar“, das Organ der Allgemeinen Arbeiterorganisation Palästinas das Fest seines einjährigen Bestandes. Aus diesem Anlaß hat die Zeitung eine Festnummer herausgegeben, in der ihre bedeutendsten Mitarbeiter in Palästina und im Ausland zu Worte kommen. Die reichhaltige Nummer gibt ein Bild von dem Ernst und dem Verantwortungsgefühl, das die Leitung der Zeitung beherrscht. Ein Organ der Arbeiterschaft, das nicht nur die Interessen der Arbeiter vertritt, sondern auch erziehlich einwirkt, ist gerade in diesem Jahre eine große Notwendigkeit gewesen, da das Land mit Ein- Wanderern überschwemmt wurde, die noch nicht so eng mit der zionistischen Sache verbunden waren wie die erste kleine Schar der älteren Einwanderer. Die wachsenden Massen der städtischen Arbeiter zu beherrschen, sie auch in Zeiten der Krise und der Arbeitslosigkeit in der Hand zu behalten und ihnen klarzumachen, daß sie ein Glied in der unter tausend Schwierigkeiten entstehenden jüdischen Heimstätte sind, in ihnen das Verantwortungsbewußtsein wachzuhalten und Unbesonnenheiten zu verhüten, dazu ist ein Presseorgan geradezu unentbehrlich. In ״Dawar“ hat eine relativ kleine Gruppe von Menschen mit zäher Energie und aufopfernder Hingabe gearbeitet, und man muß sie am ersten Jahrestage zu ihrem Werke beglückwünschen. Die Zeitung ״Dawar“ hatte nicht nur die besten Schriftsteller Palästinas zu Mitarbeitern, viel wichtiger als dies ist der Umstand, daß sich in ihr das Leben spiegelt, daß die Genossen, die unmittelbar in der Arbeit stehen, zu Worte kommen und die Probleme ihres täglichen Lebens diskutieren, mit aller Offenheit und mit dem zähen Willen, der Schwierigkeiten des Aufbaues Herr zu werden. Der ständige Leser dieser Zeitung bekommt einen Eindruck von der Bedeutung der Arbeiterschaft als aufbauenden und moralischen Faktors. Unsere Leser wissen, daß wir hie und da Meinungsverschiedenheiten mit dem Blatte hatten, wie dies unvermeidlich ist; gerade darum ist es uns ein Bedürfnis, die große Leistung des ,,Dawar“ heute an seinem Jahrestage besonders zu würdigen und mit dem Glückwunsch an Redaktion und Herausgeber die Aufforderung an die Zionisten in Deutschland zu verbinden, sic mögen den ״Dawar“ selbst lesen, um einen Hauch palästinensischen Lebens zu verspüren. Infolge übergroßer Vorräte — ",egen des Rückganges der Baubewegung beträgt der Ziegelvorrat gegen vier Millionen Stück — hat die Silikatfabrik in Tel-Awiw für eine Zeitlang ihre Produktion eingestellt; sobald ein Teil der angehäuften Vorräte erschöpft sein wird, soll mit der Produktion wieder begonnen werden. (Ziko.) Nr. 50 Der Wanderugs - Kongreß (Fortsetzung von der ersten Seite.) Am zweiten Verhandlungstage des Weltwanderungskongrosses des Internationalen Gewcrkschaftsbuncles und der Zwei■ teil Sozialistischen Internationale war ein beträchtlicher Teil der Aussprache ebenfalls den jüdischen Wandcrungsproblemen gewidmet. Auf die jüdischen Kreise macht es einen deprimterendcti Eindruck, daß sich Vertreter Belgiens, Australiens, ja sogar Frankreichs, gegen die freie Einwanderung aussprachen. Der belgische Vertreter, Mertens, führte aus, unter der belgischen Arbeiterschaft bestehe eine berechtigte Abneigung gegen zuwandernde Arbeiter, die die inneren Laudesverhältnisse nicht kennen und die Absichten der Arbeiterfüll rer stören. Der zweite belgische Vertreter, Berckclaer, der namens der belgischen Diamantschleifer sprach, sagte, die Juden bilden ein unorganisiertes Einw a n d crerclemcntin Belgien und ordnen sich schwer der Disziplin unter. Der australische Vertreter, Dr. Evitt, sprach sich ebenfalls gegen die freie Einwanderung aus. Dagegen setzte der Sekretär des Internationalen Gewerkschafts• blindes, John W. Brown, auseinander, daß eine freie Wänderung ein Regulator des Wirtschafts- und Arbeitslcbcns wäre. Allerdings müsse das Wanderungsproblem wissenschaftlich erforscht und zielsicher geleitet werden. Der Vertreter des ״Bund“ in Polen, Herr Alter, sagte, er spreche im Namen der Mehrheit der jüdischen Arbeiterschaft Polens, das ein Hauptauswandeningszeiitrmn darstellt. Er fordere im Namen der jüdischen Arbeiterschaft die Möglichkeit freier Einwanderung in alle L ä n d e r. Die jüdischen Arbeiter Polens können den egoistisehen Standpunkt der organisierten Arbeiter anderer Länder nicht verstellen. Sie sagen sich: Unsere Genossen in den anderer! Ländern überlassen uns 1111 s e - rem Elend, weil sie sich einbilderi, daß ihr Wohlstand durch Grenzsperre steigen wird. Wo bleibt da die Solidarität der Arbeiterschaft, wenn gerade diejenigen geopfert werden sollen, denen cs am schlimmsten geht? Wenn ihr aber glaubt, daß die Wanderung keine Lösung bringt, dann sorgt doch wenigstens dafür, daß die die Auswanderung veranlassenden Faktoren schwinden. Die jüdischen Arbeiter in Polen werden von der polnischen Regierung, die der größte Arbeitsgeber des Landes ist, boykottiert. Die polnischen Gewerkschaften unterstützen den Gleichberechtigungskampf der jüdischen Arbeiter. Was Palästina anbetrifft, so würde er dieses Problem gar nicht berührt haben, wenn nicht einige Arbeiterführer hier die Meinung vertreten hätten, daß Palästina das jüdische Problem im allgemeinen und das jüdische Auswanderungsproblem im besonderen lösen könnte. Wir fordern bezüglich Palästinas nichts weiter als freie Ein- Wanderung, wie wir es rnit Bezug auf jedes Land fordern. Es ist aber nicht von Nutzen, gerade Palästina in den Vordergrund zu rücken; dies verdunkelt das wahre Problem. Die überwältigende Mehrheit der polnisch-jüdischer! Arbeiterschaft, in deren Namen ich spreche, sieht in Palästina keine Lösung ihrer Wandernöte und steht der Idee des Zionismus gegnerisch gegenüber. Herr Alter schloß, daß nur durch die organisierte internationale Arbeiterbewegung die ungerechte Behandlung der Juden und die Erschwerung der jüdischen Wanderung erfolgreich bekämpft werden körmtcn. Die Arbeiterschaft in allen Ländern müsse in dieser Beziehung einen moralischen Druck auf die Regierungen• ausüben. Die Konferenz möge in diesem Sinne ihre Entschlüsse fassen. Im Namen der Poale Zion sprach dann Herr Berl Locker, der ebenfalls njit Bedauern konstatierte, daß Dele- •■gieile*-'varsrifl^etiiei*'־L‘ä11dö#'*Öe'״£hFi;ätMiW1n'||fleil1eH‘:'sÄ'Iff bekämpfen, Indern ־sie für die von ihnen Vertretene Arbeiterschaft eine günstige Lage monopolisieren wollen. Die Gewcrkschaften der Vereinigten Staaten haben sogar die Beteiligung an diesem Kongreß verweigert. Die Vcrtreterschaften von Kanada und Australien haben für uns nichts weiter übrig als gute Ratschläge. Es ist aber 11 ngeh euer lieh, daß in einem Teile der Welt die Arbeiter immer mehr verelenden und daß die Arbeiter in einem anderen Teile im Wohlstand schwelgen. Der Kongreß erweckt den Eindruck, daß zwischen Arbeitern der ganzen Welt nicht mehr die alte Solidarität besteht. In Europa gibt es 250000 Arbeiter, für die kein anderer Rettungsweg besteht als die Auswanderung. — Den Ausführungen des ״Bund“-Vertreters möchte er bloß entgegenhalten, daß im Jahre 1025 nach den Vereinigten Staaten 10000 Juden, nach Palästina aber 34000 Juden ausgewandert sind. Schon diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung Palästinas als jüdisches Immigrations - und Aufbau land. Im Namen des Jüdischen Gewcrkschaftsbundes Palästinas (Histadruth Haowdinr) führte Ben Zewi aus, er vertrete dm jüngsten Zweig der internationalen Gewerkschaften und betone, daß die erstaunliche Entwicklung P a 1 ä s t i - nas allein der Einwanderung von jüdischen Arbeitern zu verdanken sei. Die ganze Entwicklung Palästinas hängt von der Einwanderung neuer Menschen ab. Palästina hat außerordentlieh günstige Bedingungen für Einwanderer. Die Histadruth hat arabische Arbeiter in ihre Organisation aufgenommen uiia so die Konkurrenz billiger Arbeitskräfte ausgeschlossen. Am meisten leidet die Arbeiterschaft Palästinas unter dem Mangcl einer Arbeitergesetzgebung. Eine Kontrolle der organisierten internationalen Arbeiterschaft und eine freie Einwanderung wären segensreich für alle Länder, besonders aber für Palästina. — Seitens der Zionistischen Organisation wohnen dem Kongreß als Gäste der Generalsekretär Israel Cohen und Denis Cohen bei. Die WitdereröBiug der Seideilabrik DelBier Die Scidenfahrik von Delfin er in Tel-Awiw hat am 20. Juni ihren Betrieb wieder aufgenommen. Sowohl die Seidenweberei als auch die Färberei, die Appretur und die Spinnerei beginnen wieder normal zu arbeiten. Die Wiederaufnahme des Betriebes ist eine Folge der Aufhebung der Einfuhrzölle auf Seiden und Seiden garnc, über die wir berichtet haben, und die nunmehr den Betrieb dieses wichtigen Textilunternehmens wieder rentabel erscheinen läßt. Wie der palästinensische Korrespondent der ״Wiener Morgenzeitung“ erfährt, soll die Fabrik von Delfiner, die hochwertige Seidenwarc erzeugt, ihre Produktion qualitativ weiter ausbilden. Zu diesem Zweck wurden neuerlich neun Schweizer und fünf Wiener Webereimeister nach Tel-Awiw berufen, die in den nächsten Tagen dort eintreffen. Binnen kurzem wird von der Fabrik eine neue Anlage errichtet zur Herstellung von erstklassigen Talcssim und Atareth, das sind aus Gold und Silber gewebte breite Brokatseidenborten, die in erster Reihe in Amerika Absatz finden sollen. Sie werden ein hochwertiges, künstlerisches Produkt der palästinensischen Industrie darstellen. Außerdem wird auch die Fabrik gobelinartige Bilder nach einem eigenen Verfahren hcrsiellen. ln Wien fand dieser Tage unter Vorsitz von Oberrabbirier Dr. Cliajes eine zweitägige Konferenz für h c - b r ä f s c h c Kultur und Erziehung statt. (Ziko.) Die Die Wochen alle Zeih worden, an zwei eines jüdi Vater Sei war also herausgesl längere Z> zu suchen einen Oe Beruf nid Pas mach! daß die g andere Ri! der aufs! mörder n hätte und als einen Bevölkert! hetze keir haben zei schreitung alles war! tung“ sic Oeffentlic Weise zu eines der tion und wie die die ״Fra scheinen, selbst di tung besi teiligten rituals be muten, da den Volk die Ritua beweist e heute 110 der l nter! Das tagelang mord“ Vom Son der sinnli holfen ha Frage im teten Pr« wiederho den Beg! Der. tny81 bewußtse Die Rundscha würdiger rade dies war deut Anstoßes Art der I taten, w paßt. Z1 die zwei hauses s anderer liehen u! gewesen, sofort al eine Geg Präsiden1 das wur nerstag tantenve Doch at dicht sei der zion klärte, d m könt Würde c ten folgi V! rung : Press« daß e bedau Partei antise! benen zurücl heit r: Der dieser F liehe H dner E rascht v heutiger Wä Genie brochen sehe ui Unterst! fordert. Diskuss wirksan wird a! ging sc noch ei kend gi der An1 bei der; Opposi! Etat U

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.