Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 49 (25.6.1926)
- Date
- 1926-06-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU 9 Nr. 49 Seite 359 Peinliche Zwischenfälle iheit :hcn. 5SCI1 Pader ln che ׳era n i- 1111 R> sieht freui n e nö;: itlich U 11 g nun״ sich ngeu!räch I u ] - a y ־ II tan trag urdc ■ssen sren, dies ikeit, and׳ e i n über ״löse ihme man;sehe ilfe m al :rteit und werwird, i die wirtstina nzen urch ndig Perlegi- ־ zu band aung pten Iu.ng wird Die olles ׳ die gäbe uden Bagngen Die daß ) der nach von lafts- ׳igen len :teilt, tina-;itertina-;orddie hend der rang urde halunden!ahm ihm obes 3mus ment .aufe g i״ verführt hatte der ufzunicht irchfür ■ allmehr auf-!treu vertüber Ein- Per- I für initt- Von unserem Korrespondenten. A.-O. Jerusalem, den 16. Juni 1026. Es war eine sonderbare Woche in Palästina. Sie brachte jrei Zwischenfälle ungewohnter Art, die in irgendeinem anderen Lande wohl kaum Eindruck machen würde. Aber in Palästina sind andere Bedingungen, eigenartige Bedingtingen und daher — heute noch — auch andere Maßstäbe. Was ist passiert? Um es kurz zu sagen: ln Haifa vergriffen sich Arbeitslose an den Beamten des Einwanderungsamtes •der Exekutive. In T e I - A w i w wurde einer der Mitglieder des Jaffaer Ailreiterrates bei einer Ausemanderst-Uung mit Arbeitern der Holzgewerkschaft durch Stockschläge verletzt, ״״xi schließlich wurde der Redakteur des ״Haarez“ in seiner Redaktion beleidigt und am Schlüsse geohrfeigt. Das ist in dürren und trockenen Worten das Tatsachenmaterial. Wenn jeder dieser Fälle einzeln vorgekommen wäre, würde man vermutlich kaum ein Wort darüber verlieren. Man würde die , betrübende Tatsache" wie die Ueberschrift eines der Artikel des ״Haarez‘‘ lautet, zur Kenntnis nehmen, sie bedauern und vermutlich vergessen. Aber wenn zufällig — oder nicht zufällig? —' drei solcher ״Heldentaten“ zusammenfallen und eines der Opfer ein in Palästina allgemein geschätzter Mann ist, so wird die Oeffentliehkeit ■gezwungen, sich damit zu beschäftigen. Und außerdem — wie gesagt — Palästina ist auch heute noch ein Land mit besonderen, zum Teil sehr strengen Begriffen und einer gesunden Kritik der öffentlichen Zustände und kann daher nicht so leicht über diese Zwischenfälle zur Tagesordnung übergehen, wie man es unter anderen Völkern und in anderen Ländern vielleicht täte. Um es vorwegzunehmen, diese drei peinlichen Vorkommnisse sind vielleicht für das heutige Palästina symptomatisch, das heißt sie beleuchten in gewissem Sinne bestimmte Verhältnisse und Kreise. Aber sie sind nicht typisch, das beweist vor allem die Reaktion der Oeffentliehkeit. Die Ursachen der Inzidente von Haifa und von Tei-Awiw im Zusammenhang mit den Arbeitslosen sind ziemlich einfach und klar. Es handelt sich hier um zweierlei Elemente, ura solche, die durch die wirtschaftliche Lage in Not geraten sind und in ihrer schweren Situation nicht mehr zwischen sinnlosen und sinnvollen Mitteln unterscheiden können und um solche, die aus den gegenwärtigen Umständen politisches Kapital zu schlagen suchen und denen nichts gelegener kommen kann als irgendwelche Unruhen, die durch wirtschaftliche Motive hervorgerufen sind. Um mit Schlagworten zu arbeiten: Es gibt Arbeitslose und es gibt sogenannte ״Linke'1. In den Berichten über den Zusammenstoß mit dein Jaffaer Arbeiterrat sind ausdrücklich linke Poale Zion als die Urheber des Skandals genannt. Daß ein bestimmter Teil der Arbeitslosen ein nur zu gutes Arbeitsfeld für die Propaganda dieser Methoden der ״direkten Aktion“ darstellt, ist selbstverständlieh. Und es ist sicher schwer, jedem einzelnen klar zu machen, daß jeder solcher Versuch nicht hilft, sondern schadet. Denn es handelt sich lii.'r natürlich, bei denen, die zu solchen Unternehmungen mitgerissen werden, nicht um verstandesmäßige oder gar verständige Ueberlegung, sondern um Affekte, und gegen Affekte ist inan ja meist mit den überzeugendsten Gründen machtlos. Der bedeutendste Kämpfer gegen das Umsichgreifen solcher Stimmungen ist nach wie vor die allgemeine Arbeiterorganisation. Sie hält ihre Mitglieder und die Arbeitsämter fest in der Hand und hat auch einen so starken moralischen Einfluß, daß der Kampf gegen die schwierigen Verhältnisse jeden Tag mit neuer Energie angefangen wird. Die Aussicht auf gewisse Erleichterungen durch die Gelder, die in der letzten Zeit von London versprechen wurden, gibt wieder ein wenig neue Hoffnungen, in den nächsten Monaten ein paar Schritte weiterzukommen und die Arbeitsmöglichkeiten zu vergrößern. Wir können also in gewissem Sinne die beiden Zwischenfälle, die wir genannt haben, als vielleicht notwendige Begleiterscheinungen der momentanen wirtschaftlichen, oder besser gesagt, ökonomischen Lage auffassen. Daß maii sie bekämpfen muß, ist selbstverständlich, daß aber ein wirksames Heilmittel nur eine Hebung der ökonomischen Verhältnisse ist, ist ebenso klar. Der Fall Glückson, des Redakteurs des ״Haarez“, ist ungleich komplizierter Natur. Auch hier ist der Zwischenfall als solcher unbedeutend. Im ״Haarez“ waren ein paar Artikel erschienen, in denen gewisse Mißstände der letzten Zeit, vor allem in Tel-Awiw, aufgedeckt wurden: im Anschluß daran wurde an der Einwanderung des letzten Jahres Kritik geübt. Zum Unglück wurde im Zusammenhang mit dieser Kritik gerade die" polnische Ein- Wanderung erwähnt, und so fühlten sich ein paar junge Bursehen bemüßigt, sich als Vertreter des polnischen Teils des jüdischen Volkes aufzuspielen, Herrn Glückson in seiner Redaktion zur Rede zu stellen und ihn zum Schluß mit ein paar Ohrfeigen zu traktieren. So etwas pflegt man im Grunde nur als Dumme-Jungenstreiche anzusehen, und für Herrn Glückson hatte die Sache keine weiteren Folgen als eine große Ovation des Jischuw. Denn aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung beeilte man sich, ihm seine Teilnahme auszusprechen und ihn zum Standhalten in seinem J<ulturkampfe anzufeuern. Aber dieses Ereignis, dem an sich keinerlei Bedeutung beizumessen ist, hat leider sehr ernste Hintergründe. Wir sagten schon bei Beginn, daß Palästina noch andere Begriffe hätte, als man sie in der sogenannten Kulturwelt im Durchschnitt gewohnt ist. Und zwar höhere Begriffe. Immerhin stellt Palastina eine gewisse Auslese im menschlichen Sinne dar. Das soli beileibe nicht heißen, daß im Lande aiies gut und schön wäre, daß wir nichts zu verbessern und zu erziehen hätten. Im Gegenteil! Aber im Verhältnis der Menschen untereinander herrscht eine gewisse Achtung, die alten Angehörigen des Jischuw haben miteinander viel gelernt und gelitten, und obwohl man sich gegenseitig sehr gut kennt, besteht eine gewisse Brüderschaft, man fühlt sich vereint durch gemeinsame Interessen, und auf diese Weise wurden die Kämpfe, so scharf sie auch gelegentlich ausfielen, immer in anständigen Formen §eführt. In den letzten Jahren wuchs der Jischuw in einem isher ungekannten Tempo. Daß dabei nicht nur ״Pionierelemente“ ins Land kommen konnten, hatte niemand vorausgesetzt. Und zugleich wurde die Assimilation der einwandernden Elemente immer schwerer. Denn obwohl es heute bereits einen ganz klar ausgeprägten Typus des Palästinensers gibt, der auch die heterogensten Elemente durch gemeinsame Charakteristika verbindet, so ist er heute noch nicht stark genug, um die Einwanderer in genügend schnellem Tetnno ־״ assimilieren. Zu diesem Prozeß gehört Zeit, ,er De' stimmte Voraussetzung, bestimmte — auch wirtschaftliche — Bedingungen und eine von einem Klaren Willen geleitete, bewußte Aktivität. AU das war im Lande in der letzten Zeit nur in geringem Maße vorhanden. Während sich der Lebens- Standard bei bestimmten Schichten hob, sank die wirtschaftliche Konjunktur. Die neuen Einwanderer hatten andere Ideen von Palästina als die der zweiten und dritten Alijah. Sie waren körperlich und geistig schlechter vorbereitet. Und der Jischuw kam seinen Verpflichtungen nur in gewissem Maße nach. So wie die Einwanderung nun einmal war, hatte sie ganz besonderer Fürsorge und Sorgfalt bedurft. Die Assimiherung dieser neuen Elemente war die wichtigste Aufgabe der palastinensischen Judenheit. Das ist ein ganz besonderes Kapitel, das einmal der Erörterung wert wäre. Die Frage» der Landsmauuschaften, der Schwierigkeiten der Annäherung und Vermischung zwischen den deutschen, russischen, polnischen litauischen und galiztechen Juden müssen dabei berührt werden. Und über die deutschen Einwanderer in ihren verschiedenen Schichten wäre da auch manches zu sagen und manches Problem zu erörtern. Man fing in der fetzten Zeit vielfach an, sich mit der Frage der Eingliederung der Einwanderung in den früheren Jischuw zu beschäftigen. Wir denken im Augenblick nicht an wirtschanliche Probleme, die auf einem anderen Blatte stehen, wenn sie auch nicht von den psychischen oder wenn man will moralischen, zu trennen sind, in jenen Artikeln des , Haarez“ \vurden Mißstände gerügt, die, wenn auch vereinzelt, doch nicht verschwiegen werden dürfen nach dem Grundsätze Principns obsta. llltlMimillltlllUIMUl ׳**־M Soeben erschien ein neues ©onfcedjeft Es enthält die folgenden Beiträge: Xabb. £)r. Jüeo 3aecf (Berlin) / Religion und! Erziehung f 2?r. DiBtor ‘Kellner, Direktor des jüd. Real- I gymnasiums, Wien / Die Problematik f der jüdischen Erziehung i £H\ ©iegfneb JLel>nuu1n, Leiter des Jüdischen i Kinderhauses, Kowno / Von der Straßen- \ horde zur Gemeinschaft f 0cb- 0. pugatfebotu (Kfar Jeladim, Emek I Jesreel) / Das Kinderdorf im Emek Jesreel j ©oibienrat tftofes €«l»<try(TeI Awiw)/Jugend- I not in Palästina i 3Dr. 5rlt$ JLöreenjtein (Jerusalem) / Das hebräi ische Schulwerk in Palästina f Sr. Tlviel) I«rt«Botuer (Lodz) / Das jüdische i Mittelschulwesen in Polen I ör. 3«B0b Kobinfobtt, Vorsitzender der jüd. j SejmfraJction, Kowno / Das jüdische I Schulwesen in Litauen \ tUlfri&e ■öcrgeKBronemann (Berlin) / lieber j religiöse Erziehung 1 Sr. iErnjl ©itnon (Frankfurt a.M.) / Erziehung j zur Tradition ן 3übred>t *odlmann (Berlin) / Erziehung zum | Freigeist f Sr. fErnfi tttüller (Wien) / Zum pädagogij sehen Problem der Bibel 1 K«bb. Sr. Arthur postier (Kiel) / Der Vater : | als Lehrer j i »Selene ^tnna <£ol>n (Jerusalem) / Die zweite : | Generatton in Palästina und die arabische f! Umwelt | ־ Sr. »pugo Bergmann (Jerusalem) / Die hebrä- \ | ische Sprache in Palästina j I Sr. »San« Kob« (Jerusalem) / Der Fremd- I i spracheo-Unterricht im hebräischen Schul- I | wesen Palästinas \ I Umfang 140 Seiten — Preis Mk. 2.80 l I Jüdischer Verlag, Berlin N W 7, Dorotheenstr. 35 Man braucht kein kultureller oder sozialer Utopist zu sein, um diese Erscheinung mit den besten Kreisen des Jischuw als gefährlich anzusehen und dafür einzutreten, sie mit allen Mitteln zu bekämpfen. Ueber die Methoden kann man verschiedener Meinung sein. Jedenfalls hilft es sicher nichts, den Journalisten, der über diese Dinge schreibt, zu verprügeln. Und im Lande dringt die richtige Erkenntnis durch, daß hier wirtschaftliche Maßnahmen mit erzieherischen Hand in Hand geben müssen. Es mag Leute geben, die bei der Enthüllung der komplizierten Lage, wie wir sie angedeutet haben, in ein Entrüstungsgeschrei ausbrechen werden. Aber so sehr man solche Erscheinungen auch bekämpfen muß, und zwar durch konstruktive Arbeit, so muß man auch verstehen, daß vielleicht mit der Verbreitung unserer Arbeitsbasis die Quantitat in gewissem Sinne ehe Qualität zu verschlingen droht. Aber letzten Eudes kämpfen wir hier gegen die gesamte umliegende Wett. Und unsere Arbeit geht nicht stetig, sondem in Stößen und Wellen vor sich. Wenn wir dennoch in diesem Kampfe Sieger bleiben sollen, kann das nur durch die gemeinsame Anstrengung der gesamten Bewegung und nicht Palästinas allein geschehen. Denn es ist fraglich, ohivörimstande sind, eine Alijah zu assimilieren,..^(^ hier gegenbereitet kommt und Verständnis{^ ״Palästina gehen, müssen übersteht. Die Measdgg,{ ־haben ehe sie einwandern, sonst eine gewisse kautn gewachsen. All das ist bekannt SS? anerkannt, aber es scheint im Ausland nur in den Gehirnen zu ruhen. Nur in geringem Maße entspringt aus der Erkenntnis die Tat und damit wird die Kluft zwischen dem Juden des Galutli und dem Palästinenser immer großer. Sie zu überbrficken, ist vielleicht eine Offenheit m der Informatten notwendig, wie 51ד׳ kaum üblich sein mag. Man möge sie aus diesen Motiven hei aus verstehen. Der Keren Kajameth läßt für die Kleinsiedlung in Meriwia eine direkte Wasserversorgung anlegen, um den fern Unbequemlichkeiten und Verluste, die durch den »Sport des Wassers vom Brunnen aus verursacht werden, ersparen. Die Kwuzah Merchawia hat bereits eine he Installation erhalten. Sie Ctaassfdim - Siedlufien Das Pressebüro der Agudas Jisroel schreibt in seiner letzten Ausgabe: ״In einem Interview, das Prof. Chaitn Weizmann dem zionistischen Zeritratorgan ״HaoJatn“ gewährte äußerte sich der Präsident der Zionistischen Organisation auch über die unter zionistischem Protektorat betriebenen chassidischen Siedlungen. _ Weizmann erklärte: ״Die Wahrheit ist schmerzlieh, aber sie muß ausgesprochen werden, daß ein gewisser begrenzter Teil der neuen Ansiedler, vor allem aus dem 90genannten Mittelstände und auch von den Ansiedlungen der Chassidim, trotz ihres besten Arbeitswillens und einer gleichen heiligen Hingabe an den Gedanken der Arbeit, genötigt sein wird, die Siedlungen wieder zu verlassen.“ Erst kürzlich haben die Chassidim von den offiziellen zionistischen Bc- Horden weiteren Boden für ihre Kolonisationstätigkeit ge■ fordert. Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Jetzt wollen die zionistischen Behörden ihnen auch den winzigen Boden, der ihnen zur Bearbeitung übertragen wurde, entziehen. Die Erregung unter den chassidischen Arbeitern ist P&.?schreiblich, nachdem man Jahre hindurch in hunderten sidischen ^Jungen für das Interesse der Zionisten an chasnunmehr als ein “pJiü!e Propaganda getrieben hat, die sich Zu dieser Meldung des;/!■irfeimanöver enthüllt.“ man nur sagen, daß sie wider bessert״!]״•׳.Pressebüros kann gesetzt wurde. Die Agudas Jisroel konnte so'zUödjip Weit eigenen Leibe, d. h. bei ihren Kolonisationsversuchen n. Palästina erfahren, wie schwierig es ist, Menschen in vorgerücktem Alter ohne Kenntnis von Landwirtschaft untet den besonderen Bedingungen Palästinas zu kolonisieren. Die Schwierigkeiten traten naturgemäß auch in der Kolonisation der Jabioner Chassidim zutage. Völlig den Tatsachen wider• sprechend ist die Behauptung, daß die zionistischen Behörden den Chassidim den ״winzigen Boden.“ der ihnen zur Be* arbeitung übertragen wunde, entziehen wollen. Das Gegentei' ist der Fall. Die Palästinaexekutive hat gerade in der letzten Zeit alle Maßnahmen ergriffen, um demjenigen Teil de! chassidischen Kolonisten, der eine Auslese darstellt, und mit Hoffnung auf Erfolg kolonisiert werden kann, weitestgehend zu helfen. Es ist geradezu eine Verdrehung der Tatsachen, wenn man behauptet, auf zionistischer Seite bestünde irgend• eine Abneigung gegen die chassidischen Siedlungen. Zio• nistische Behörden, die Arbeiterorganisation, die den Chassi• dim benachbarten Chaluzimsiedlungen haben gleicherweise mit größtem Wohlwollen die Anstrengungen der Chassidim verfolgt und ihnen nach Kräften zu helfen versucht. Die Eriorsehmg Palistiias Rom, 20. Juni. (J. T. A.) Beim italienische■ geographisehen Institut in Florenz wurde vor kurzem eine Sonder- Sektion für geographische Studien über Pafästina begründet. Der Vorsitzende des geographischen lnstituts, Deputierter General Niccola V a c c h e 11 i skizzierte in einem längeren Gespräch die nächsten Aufgaben und Ziele der Palästinasektion wie folgt: Alle zivilisierten Völker zeigen großes Interesse für die Wiederauflebung der geographischen Studien über Palästina, und Italien will nicht zurückstehen. Wir werden diese Studien konkretisieren in der Form eines kritisch-historischen und analytischen Werkes, sowie durch Ausrüstung einer Ex- C’. " . ~ .. " Palästinastudien, wie er ähnlich in England und in Deutschland besteht. Die Expedition wird sich schon in den nächsten Monaten nach Palästina begeben und ihre Forschungen am Toten Meer und dessen Umgebung beginnen. Es wird systematisches Material über die Aenderungen der Oberfläche des Jordantales und der dortigen klimatischen Verhältnisse hergestelJt werden. Es wird 1n Jerusalem ein Studienzentrum des italienischen Palästinafonds begründet werden. Ueber die Haltung Italiens zur Frage des Jüdischen Nationalheims in Palästina betonte General Vacchelli, Italien müsse mit Interesse, alles was in Palästina geschieht, verfolgen. Denn sobald das Nationalheim durch Sie unablässige jüdische Arbeit erbaut ist, werde Palästina das Bindeglied zwischen Europa und Asien sein. Es ist darum notwendig, daß die besten Beziehungen zwischen Italien und Palästina entwickelt werden. Die Beziehungen werden handelspolitischer und kultureller Natur sein. Der ita- Bemischen Judenheit obliegt die vornehme Aufgabe, an der Aufbauarbeit zugunsten Palästinas Anteil zu nehmen und so ein Bindeglied zwischen Italien and Palästina m schaffen. Die Sympathie der palästinensischen Juden, als der fortgeschrittensten Gemeinschaft in Palästina, ist für Italien wertvon. Die italienischen Juden, die hier gleichberechtigt und gui aufgehoben sind, haben zwar kein Interesse, selber nach Palästina zu gehen, aber sie haben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß Italien von der zivi/is atorisehen Arbeit, die in Palästina geleistet wird, nicht ausgeschlossen bleibt. So werden sie in gleicher Weise ihren verfolgten Brüdern im Osten und dem italienischen Vaterlande dienen. Die Einaahmen des Keren Ka]ea1ett Jerusalem, 16. Juni. (P. C.) Die Gesamteinnahmen des K. K. L. im Mai erreichte die Summe von 23 461 £. Das ist ein großer Fortschritt gegen die Aprileingänge. Der bisherige Gesamtbetrag im taufenden Finanzjahre (Oktober 1925 bis Mai 1926) beträgt 178 250 £ — eine erhebliche Erhöhung im Vergleich zu der Summe von 162 4S6 £ während der gleichen Periode des Vorjahres. Es ergibt sich hieraus eine durchschnittliche Monatseinnahme für die ersten acht Monate dieses Jahres von 22 281 £, die etwas höher ist als der im letzten Jahre erreichte Monatsdurchschnitt (21 695 £). Unter der Voraussetzung, daß Europa zum mindesten dea.r' '*‘)י Betrag wie im vergangenen Jahre und Amern-- J aufbringen würde, hatte der Ke.r»־״; UH'r dc ‘ jährlichen Einnahmen ״/־- ^risis weisen die Einnahmen aus dauernden wirtnebuche Verminderung auf. Im .vorigen Jahre Eure-tier Keren Kajemeth in Polen bis Ende Mai 43 19S £ aufgebracht — in diesem Jahre nur 27 353 £. Kaütclisctte üitbanaktion in Palästina lerusaletn, 21. Juni. (J. T, A.) Nach einem hier ein getroffenen Telegramm haben die Katholiken der Vereinigten Staaten dem dort weilenden lateinischen Patriarchen Jerusalems eine Summe von hunderttausend Pfund ״bergeben Die Summe soll für Kredite an palästinensische Katholiken zwecks Aufbaues von Wohnhäusern insbesondere m Jeru t ... __ «mae/lftill Jerusalem, 16. Juni. (P.C.) Das palästinensische Büre er Internationalen Jüdischen Frauenorganisation übersandt« ier Palästina-Correspondenz einen Bericht, aus dem hervor ■eht daß von ihrem bis Ende Oktober 1926 aufzubringender Sudnet von 15 000 £ bis zum 1. Mai nur 7000 £ eingeganger ind ’ Da die finanzielle Lage der Frauenorganisation bei wei■ em nicht befriedigend ist, ist es unmöglich, den Beschluß ür die Ansiedlung von Chaluzoth in besonderen iandwirtschaft* ichen Mädchengruppen 3000 £ beizusteuem, auszaifuhren.