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Jüdische Rundschau · 1926-06-22 · Heft 48 (22.6.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 48 (22.6.1926)
Date
1926-06-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr; 4S Nr. 4 Seite 352 JUEDISCHE RUNDSCHAU liberale Blatt müßte sich doch fragen, was mit den Juden geschehen soll, die keine Heimat haben, denen alle früheren Inunigrationsiänder gesperrt sind und die nun vom Volkerbund das eine Immigrationsland, zum Aufbau ihrer Heim- Stätte aus eigener Kraft, /!!gewiesen erhalten haben. Diesen Versuch, unter größter Mühe und Seitetaufopferung eine Heimat zu gewinnen, um endlich in nationaler Beziehung ehrlich zu werden, betrachten alle fortschrittlichen Kreise der Welt mit größtem Wohlwollen, weil sie sehen, daß das vielgeschmähte jüdische Volk hier seine besten Eigenschaften, Idealismus, Hingabe, physische Arbeit, entwickelt, Auel! die Araber, die seit Jahren von verhetzenden reaktionären Mächten, zu denen sich jetzt die ״Frkft, Ztg.“ gesellt hat, wild gemacht wurden, überzeugen sich initiier mehr durch die Tatsachen, daß die Juden keineswegs die ,,imperialistischen“ Teufel sind, als die inan sie dargestellt hat, sondern daß sie froh sind, selbst eine Ruhestritte nach ihrer langen Wanderung zu finden und eine Stätte l'iir friedliche Arbeit, die dem ganzen Lande einschließlich der Araber zugute kommt. Wir wissen auch, daß ohne ein Wohlergehen der Araber, in deren Gebiet das ״Jewish Home“ eingekeilt ist, auf die Dauer auch die jüdische Heimstätte nicht florieren kann; Juden und Araber in Palästina sind schicksalsverbtuidcn, und sie werden sich miteinander abfinden trotz der unberufenen und heuchlerischen Einmischung sachkundiger“ Kritiker von der Art dieses Frankfurter Schmierfinks. Den Zionisten vorzuwerfett, daß sie ihr Unternehmen ״mit Hilfe Großbritanniens, welches mit der Besetzung Palästiims seine besonderen kolonialpolitischen Ziele verfolgt“, durchführen, ist gleichfalls recht naiv; als ob England der Zionisten bedürfte, um Palästina zu besetzen! Hat der Schreiber der ״Frkft Ztg.“ niemals darüber nachgcdacht, daß gerade durch die Mitwirkung der Juden, die keinen ,,Imperialismus“ lind keine Machtpolitik haben können, eine Art Gegengewicht gegen rein imperialistisch-kolonialpolitische Tendenzen gebildet werden könnte? Dies alles aber will er nicht bedenken, er will auch die Judenfrage nicht kennen, er schwätzt vom ״Sclbstbestimmungsrccht der Völker“ -- eine Waffe, die sich auch so und so gebrauchen läßt — nur um den Zionismus zu diskreditieren, weil dies der vorgefaßten Meinung der Redaktion entspricht, die sich damit--als Judenblatt auf ein Niveau stellt mit den anderen Organen des um seine Ruhe bangenden jüdisch-assimilatorischen Spieß-, bürgertums. — — ׳ * Im ״Univers Israelite“ von 18. Juni beschäftigt sich U. C. mit der Frage des französischen Judentums und der neu: eingewanderten Juden aus den Ländern Osteuropas. Nach der Feststellung, daß in vielen Gemeinden Mittel- und Südfraiikreichs durch die Einwanderung von Ostjuden die jüdischen Gemeinden zahlenmäßig größer geworden sind, kommt der Autor zum Ergebnis, daß zwischen den alteinge- Besserten und neueingewanderten Juden eine gewisse Fremdheit bestellt. Es wiederholt sich in Frankreich die gleiche Erscheinung. wie in Deutschland. Die Ostjuden bilden innerhalb der jüdischen Gemeinden abgesonderte Gruppen und zwischen den von früher im Lande lebenden und den neu hinzugekommenen Juden bestehen gewisse Gegensätze. Insbesondere S|Bert Sich‘ die^Pfemdheit iWiscKea bekjeiv jüdisches Gemein- Äafflli '1'dl rli; t!aß‘"’8fe:',neä'gäekommcnen ' Juden'‘ah' 'den jüdischen Einrichtungen der alteingesessenen französischen Juden nur geringen Anteil nehmen. So kommen sie nicht in französische Synagogen und haben zu den französischen Rabbinern nur äußerst lose Beziehungen. Diese Tatsachen erfüllen den Artikelschreiber mit Sorge und er fragt, was man tun könne, um den Zusammenhang zwischen französischen und eingewanderten Juden inniger zu gestalten. Wenn dies auf dem Gebiete des Gottesdienstes und des religiösen Ritus nicht möglich sei, meint er, so gebe es noch verschiedene andere Bezirke, in denen es gelingen müßte, das Vertrauen der neueingewanderten Juden zu gewinnen. Der Autor schließt mit der Hoffnung, daß sieh Einigungspunkte für alle Bekenner des Judentums in ganz Frankreich finden werden. Wir haben schon einmal anläßlich der Osterbotschaft der französischen Rabbiner für den Aufbau Palästinas feststellen körnten, daß die assimilierten französischen Juden in allgemein jüdischen Fragen weit mehr Takt und Instinktsichcrhcit bekunden als die deutsch-jüdischen Assimiianten. Auch in diesem Falle sticht das Verhalten des Zentralorganes der französisch-jüdischen Assimilation gegenüber den eingewan- Zum 20. Tamus Am 20. Tamus (2. Juli) werden 22 Jahre seit dem Tode Theodor Herzl's verstrichen sein. Wie alljährlich wird auch in diesem Jahre in der ganzen Welt dieser Tag von den Zionisten dem Andenken des Begründers der modernen zionistischen Bewegung, des Schöpfers der zionistischen Organisation gewidmet sein. Aber nicht nur in Versammlungen und Gedenkreden soll man das Andenken Theodor Herzl’s ehren. Das jüdische Volk hat nicht, wie andere Völker es tun würden, Theodor Herzl ein Denkmal aus Stein oder Erz errichtet. Seine Gestalt und sein Aussehen sind jedem Juden vertraut, sein Name ist verbunden mit den verschiedenen Werken, die in Palästina durch Juden geschaffen werden. Man baut Herzl ein Denkmal anders als bei anderen Völkern, mehr seinem Wollen und dem Wollen der Bewegung angemessen. Der Herzl-Wald, den der Keren Kajemeth auf Judäas Boden pflanzt, wird das schönste Denkmal für Herzl sein. Es ist ein Werk, das für die Entwicklung Palästinas sehr bedeutungsvoll ist. Die Aufforstung des entwaldeten Landes wird nicht nur dem sonnigen Lande Schatten verleihen, sie wird vor allem im Winter den Regen nicht nutzlos zu Tal fließen lassen, sondern ihn im Waldboden festhalten, und damit Palästina fruchtbarer und für die jüdische Kolonisation geeigneter machen. Der Keren Kajemeth hat lange mit Schwierigkeiten bei seinem Werke zu kämpfen gehabt, die jetzt erfreulicherweise überwunden sind. Fast 400 000 Bäume wachsen heute in Palästina, die aus den Mitteln des Keren Kajemeth gepflanzt sind und die der Erinnerung an Herzl geweiht sind. Möge auch in diesem Jahre der 20. Tamus, Herzl’s Todestag, den Palästinafreunden in aller Welt eine Gelegenheit sein, des Führers zu gedenken durch Beteiligung an der Baumspende des Keren Kaiemeth. derten Ostjuden vorteilhaft von der Art ab, wie sich die jüdischen Assimiianten in Deutschland in den ersten Nachkriegsjahren (und bis auf den heutigen Tag) gegenüber den ausländischen Juden in Deutschland verhalten haben. Es ist kein Zweifel, daß die ״zivilisatorischen Unterschiede“ zwischen den Ostjuden und den Juden in Frankreich nicht kleiner sind, als zwischen den Ostjuden und den deutschen Juden. Trotzdem haben deutsch-jüdische Assimiianten gerade diese ״zivilisatorische Unterschiede“ als Hauptgrund angegeben, warum eine Verschmelzung zwischen langeingesessenen deutschen Juden und eingewanderten Ostjuden nicht möglich־ «ei. In zahllösen deutschen Gemeinden haben die assimilierten deutscheu Juden sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt, daß man den eingewanderten Juden aktives und passives Wahlrecht für die Gemeindeverwaltung einräume. Der Verband nationaldeutscher Juden hat sogar eine ausgesprochene Kampagne gegen die Ostjuden getrieben. Unvergessen bleibt der Artikel des Dr. Hobrecht in der ״Kölnischen Zeitung“ gegen die Ostjuden. Bis heute haben wir in keiner jüdischassimilatorischen Zeitung in Deutschland einen Aufsatz gefunden, der mit soviel Wärme und soviel Liebenswürdigkeit versucht hätte, die Frage der Beziehungen zu den eingewanderten Juden zu behandeln, wie es diesmal im ״Univers Israelite“ geschehen ist. Damit soll nicht gesagt sein, daß die französischen Juden in ihrer Mehrheit in jüdischen Dingen wesentlich anders eingestellt wären als die deutsch-jüdischen Assimiianten. Sie sind nur klüger und besser geführt. Jedenfalls bemühen sie sich, in höherem Maße Verständnis für die Lage der eingewanderten ausländischen Juden aufzubringen, als es ihre Gesinnungsverwandten hierzulande tun. m. w. Die Ritialmtrdhetze geht weiter Ungeachtet der amtlichen Erklärung des Breslauer Polizei- Präsidenten Kleiböhmer, daß zwischen dem bestialischen Mord an den Kindern der Witwe Fehse und dem Selbstmord des offenbar geistesverwirrten jüdischen Arbeiters Haast keiner■ lei Zusammenhang besteht, weil alle zeitlichen und räumlichen Umstände gegen einen solchen Zusammenhang sprechen,'wird von der völkischen Hetzpresse immer wieder den Lesern suggeriert, daß Haase in jüdischem Aufträge und zu rituellen Zwecken den Mord verübte und dann freiwillig oder unfrei• willig in den Tod ging. Das Blatt des wegen Anstiftung zum Fememord in Untersuchung stehenden Landtagsabgcordneten Wulle, das Berliner ״Deutsche Tageblatt“, wirft der Breslauer Kriminalpolizei vor, daß sie bisher wenig zur Klärung der Angelegenheit getan hat und daß ״die mysteriöse Persönlichkeit des jüdischen Hausdieners Haasc und sein gewaltsamer Tod in Dunkel gehüllt bleiben“. Haase, setzt das antisemitische Blatt fort, war streng ortluxlox und zeigte Spuren krankhaft überspannter zionistischreligiöser Intoleranz. Die Zeitung stellt fest, daß die Bevölkerung Broslaus sehr erregt sei darüber, daß es der Polizeipräsident Kleiböhmcr ablehnt, sich näher mit dem Fall Haase zu befassen, und schreibt: ״Es macht doch einen mehr als metkwürdigen Eindruck, wenn OT Polizei in einer solchen Mord- Sache eine beinahe passive Haltung einnimmt, wenn ein jüdischer Schlächtersohn verdächtigt wird. Auffallend ist vor allem der plötzliche Selbstmord Haases. Hat er sich wirklich selber entleibt oder ist er auch gewaltsam ums Leben gekommen, damit ihm der Mund auf ewig verschlossen sei und (wie es im Talmud heißt) durch Entdeckung der Tat ״dein jüdischen Namen keine Unehre“ geschieht? Bei allen Verbrechen, bei denen der begründete Verdacht eines Ritualmordes vorlag (Könitz, Xanten, Kiew, Tisza-Eslar), ist der Täter nie entdeckt worden, weil die Polizei immer ״Hemmungen“ verspürte, wenn sich der Verdacht gegen die Juden verdichtete. Soll cs nun auch in Breslau so gehen? * Berlin, 18. Juni (J. T. A.) Aus Breslau wird telegraphiert; Das Märchen vom Ritualmord in Breslau, das von der antisemitischen Presse immer wieder von neuem autgetischt wurde, ist jetzt durch die Ausgrabung und Sezierung der Leiche des verdächtigen jüdischen Arbeiters Haasc endgültig widerlegt worden. Das gerichtärztliehe Sachverständigenurteil hat erneut ergeben, daß Haase mit dem Lustmord au dem Geschwisterpaar Fehse nicht in Verbindung gebracht werden kann. Hauover ■acht Schate Anläßlich der bevorstehenden Dekanswahlen an der Universität Wien hat die hakerikreuzlerische Studentenschaft die folgende Kundgebung erlassen: ״Die deutsche Studentenschaft stellt fest, daß sie es nach wie vor als ihre vaterländische und völkische Pflicht betrachtet, dagegen anzukämpfen, daß •Juden — also Nichtdeutsche —- Amtswalter an einer deutsehen Kulturstätte werden. Die Vertretung Deutscher kann auf Grund ,des Selbstbestimmungsrechtes des deutschen Volkes nur durch Deutsche erfolgen. Die Wahl jüdischer Amtswalter widerspricht dem gesetzlich festgelegtcn deutschen Charakter unserer Hochschule.“ Die Lage ii Polen Warschau, 16. Juni. (J.T. A.) Ministerpräsident Prof. Bartel empfing das Präsidium des Jüdischen Klubs, be- .stehend jus ״den*. Abgeordneten JJ!r t.« I-aJt > F 4 r b s t e 1 n und -Kits ch b tau h und unterhielt sien mit ihnen über die Möglichkeit der Verwirklichung der jüdischen Forderungen. Die jüdischen Parlamentarier unterbreiteten eine ganze Reihe Forderungen auf dem Gebiete des wirtschaftlichen und knlturellen Lebens und gaben dem Wunsche der jüdischen Bevölkerung, als vollkommen gleichberechtigter Bürger behandelt zu werden, Ausdruck. Ferner verlangten die jüdischen Abgeordneten die sofortige Amiullierung aller jener Anordnungen, die von der Zarenregierung und von früheren polnischen Regierungen gegen Juden erlassen worden waren und die mit der Verfassung der polnischen Republik in Widerspruch stehen. — Der Minister- Präsident versprach, alle Verordnungen zu beseitigen, die eine Vergewaltigung der Verfassung und der Gesetze darstellen. Auen der Präsident des Sejm lud die Mitglieder des Präsidiums des Jüdischen Klubs zu sich und besprach mit ihnen das Arbeitsprogramm des Sejm. Es kamen die Fragen der Auflösung des Sejm, der Ausschreibung von Neuwahlen und der Acnderung gewisser Bestimmungen der Verfassung zur Sprache. Die jüdischen Abgeordneten interessierten sich bcsonders für die geplante Acnderung der Wahlordnung und erklärten zum Schluß, sie werden über alle berührten Fragen erst Antwort geben können, wenn das Plenum des Jüdischen Klubs seine Entschlüsse gefaßt haben wird. Nene Masik zn ״Dybuk“ Der ״Dybuk“, Anskis, die nicht nur in der ganzen jüdi־ scheu sondern auch in der gesamten zivilisierten Welt bekannte dramatische Legende, hat seine Wirkung auch aut die Musiker nicht verfehlt, deren Phantasie sich neuerdings an der tiefen Mystik des jüdischen Volkes entzünden konnte. Wie alles, was aus der Quelle des Volksempfindens kommt, konnte auch die Volkstragödie des ״Dybuk“ aut Musik nicht verzichten. Das um so weniger, als die Musik die Trägerin der religiösen Ekstase der Chassidtm seit jeher war; der leidenschaftlich expressive ״Nigtm“ wurde Ausdruck der nach Gott lechzenden Seele. Die ersten ״Dybuk“-Aufführungen der Wilnaer leben bei uns noch in frischer Erinnerung; sie bedienten sich einer aus״ gezeichnet zusammengestellten Musik, die (nach meinen damaligen Informationen) von Anski selber ausgewählt wurde. Mart sagte mir, daß Anski zu diesem Behüte weitgehende folkloristische Studien getrieben hatte. Starken Eindruck machten die damals gesungenen cliassidischen Melodien, der Totentanz ״der Alten“ und manch andere Melodie, all das — trotz der unzulänglichen musikalischen Ausführung — von rofler Echtheit der Empfindung und einer Sicherheit der Wirttng, die nur durch Jahrhunderte geweihte und erprobte Kunstwerke auszulösen vermögen. Nun schrieb auch Joel Engel eine Dybukmusik. Er ist bestrebt, aus eigenen Quellen zu schöpfen und weist darauf hin, daß seine Melodien nicht den Volksliedern entnommen wurden. Diese (für Streichorchester, Klarinette und Schlagzeug, aber auch für Klavier zu zwei Händen eingerichtetc) Suite, umfaßt sechs Nummern: ״Um Wessenwillen“, das ״Hohe Lied“ weiters ״Bettlertänze“, ״Hochzeitsmarsch“, ״Badekemsch“ und ״Chassidimmelodie“. Natürlich ist die Musik volkstümlich aufgefaßt und wie alles, was J. Engel macht, verfolgt sie nicht nur einen ideellen sondern auch einen im besten Sinne praktischen Zweck. In einem Schreiben an mich bemerkt Engel, daß ״jede Epoche ihr tägliches Brot haben müßte“, womit er die neue jüdische Musik meint, die nur langsam darangehen kann, Eigenes zu schaffen. Er scheint mir aber zuztistimmen, wenn er für sich den unleugbaren Wert des Volks- und Synagogalliedes als NahruagsqueUe für die Kunstmusik "ansieht, nicht aber als deren Ziel und Ende. Wäre er anderer Ansicht, müßte er doch die vorher erwähnte Dybukmusik als ihrem Zwecke vollauf genügend anerkennen. Aber die Sehnsucht des Künstlers, Eigenes zum Allgemeinen zti machen, das Mitteilungsbedürfnis einer reichen Seele mochten Engel zu diesem Schritte bewogen haben. Dennoch ist diese Musik nicht mehr als ״tägliches Brot“ geworden. Zwei stilistische Momente sind vorherrschend, einer, seits die ״orientalische“ Neigung (die eigentlich unjüdisch ist und als Mitläufer der panslawistischen und griechischorthodoxen Idee, hauptsächlich von Rymski-Korsakoft vertreten wurde) andererseits das jiddische Element, das im Volksliede (trotz aller Verwahrung) wurzelt, ja darauf hinweist. In der Szene der Alten und im letzten Tanz ״Allegro furioso“ gibt es einen Aufbau,, der für diese Stilvermengung charakteristisch ist. Ein volkstürnlich-empfundenes Motiv wird hier auf eine fraglich kunstvolle Art entwickelt. Die Kontinuität wird durch Wiederholungen und Sequenzen aut anderen harmonischen Stufen erreicht, die Durchbildung dieses einfachen Stuckes erscheint deshalb uneinheitlich und krampfhaft. Als besonders fragliches Stück sei da noch das ״Badekenisch“ erwähnt. Dennoch liegt über dem Ganzen ein Hauch von Zärtlichkeit und Liebe ausgebreitet. Immer, wenn ich Engels Werke durchsehe, kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, daß ein gütiger, weiser Mensch uns belehren, beschenken will und dieser Wille, verbürgt durch die Reinheit seiner Erscheinung, hilft über jedes kritische Nörgeln hinüber. Die melodischen Stücke dieser neuen Dybuksuitc werden hoffentlich bald Eingang finden in die Herzen und .Häuser jüdischer Menschen. Der 'Juvalverlag hat sich durch die Veröffentlichung dieses Werkes ein neues Verdienst um die jiidische Musik erworben. Dr. K. R. Die Abreise 4er labima aas Wien Die Künstler des Moskauer hebräischen Theaters Habima sind nach Abschluß ihres so erfolgreichen Wiener Gastspiels nach Paris abgereist. Am Bahnhof hatte sich eine sehr große Zahl von Verehrern und Freunden der Künstler eingefunden. Direktor Zemach hatte sich bereits einige Tage früher nach Paris begeben. Wie der Sekretär der Gesellschaft mitteilt, hatte das Wiener Gastspiel neben dem ausgezeichneten künstlerischen auch einen befriedigenden materiellen Erfolg gebracht. Der Selbstmord des Dichters Andrei Sobol Der Selbstmord des hervorragenden russisch-jüdischen Schriftstellers Andrej Sobol wird in den intellektuellen Kreisen Moskaus und ganz Rußlands viel erörtert. Sobol ist im Jahre 1888 zu Saratow geboren. Mit 16 Jahren nahm er schon Anteil an der antizaristischen revolutionären Bewegung. 1906 wurde er zu vier Jahren Kerker verurteilt, die er in dem berüchtigten Gefängnis Serentau abgebüßt hat. Nachher wurde er nach einer öden Gegend in Sibirien verbannt, von wo er 1909 ins Ausland flüchten konnte. Er durchwanderte ganz Europa als politischer Emigrant. 1915 kehrte er auf illegale Weise nach Rußland zurück, trat unter fremdem Namen in die russische Armee ein und kämpfte an der Kaukasus-Front. Nach der Februarrevolution erhielt er als ein Freund von Savvinkow Amnestie und ging an die Front als Kommissar der 12. Armee. Seit der bolschewistischen Oktoberrevolution wanderte er ohne ständigen Wohnsitz in ganz Rußland herum. — Sobol wurde 1913 berühmt durch seinen Roman ״Pil“ (Staub), der in vielen Sprachen übersetzt worden ist. Später veröffentlichte er vier Bände Erzählungen, unter ihnen mehrere aus dem jüdischen Leben. Auch übersetzte er einige Bände Erzählungen von Scha- Jom A 1 e i c h c m ins Russische. Die russischen Intellcktuellen sahen in ihm eine der großen Hoffnungen der neuen russischen Literatur. — Sobol hat sich um die Popttlarisierung der jüdischen Literatur in Rußland große Verdienste erworben. Er tat sich auch in der Verwaltung der unparteiischen Gesellschaft für jüdische Kolonisation ״OZET“ hervor und förderte das jiddische Kämmertheater und die hebräische ״Habimah“, ln K o w 11 o erschien die 2000. Nummer der täglichen jiddischeii Zeitung ״Ydische Stirne“ als große Festnummer, in der alle Mitarbeiter der Zeitung durch Beiträge vertreten sind. Me « 4 Nach des Waa Völkerbui Gern, desregier geeignete Ansiedlur nicht für und Brat seit der Artikel t von Man schaft vi konnte d eines eir um das < Boden f dem die können, für die investiert Der zuweisen, vollendet insbesont Landeste: den, unc gar nicl weit gr< üblich si nach La der enfls riicksicht oberung Regierun mission ohne sic Besiedelt nützlich Die daß die jordanier sind, die zur rase Diese T setzt w« für Siedl stimmunj Landes. Bei die Fra: Ausgabe Vertretei stellen,! Erziehun Die zlehungs Jahre e Zeit hal erhalten, der allg I ־.־-; fm ) die Sch! ׳ Selbst jüdisch Einwohl von d Die 1921 et! Anzahl schäftigi möchte aber, d! in städ Die Lande 1 dingung verzöge: siedhmg als irg« Zweiten entsprec glerung sondern geleitet der erst Beschlu! Zustand in der! 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