Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 48 (22.6.1926)
- Date
- 1926-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,2$ Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Auslandsabnnnementa werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. Anzeigen - Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H., BerlinWIS, Meinekestr.tO Telephon; Amt Bismarck 7165-70. Anzeigenpreis: 8 gespait.Nonpareilltzetle 0,50G.-M. Stellengesuche 0,25 G.-.M. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Ubr, Telephon: Bismarck 7165 - 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich! PosUparkaasenamt Wien, Konto Nr. 156 030, Für Tschechoslowakei: Postsparkassenaznt Prag, Konto Nr. 59 410. Für Polen: P05t<5pnrkassena*nt Warschau, Konto Nr.!90 708, Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag■ Nummer 48 | Berlin, 22. VI. 1926 1 י׳ תמוז׳ תרס״ו xxxl Jahrg. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich י rechtlich gesicherten Helmstitte in Palästina. ״Baseler Programm." Die Mavromatis- Konzession Der ,,Da war4 will aus sicherer Quelle erfahren haben, daß dieser Tage iu London die Verhandlungen zwischen den Vertretern von M a v r o in a t i s und der Palästinaregierung über die vor/unehnicnden Aenderungen in der Kon- Zession zur Versorgung Jerusalems mit E I e k t r izität und Wasser zu Ende geführt worden sind. Es wurde ein Zusatzabkommen abgeschlossen, wonach die Kon- Zession \011 Mavromatis auf ein Konsortium Londoner Banken übergeht, das die Arbeiten durch die Firma Jackson, die auch die Arbeiten an der Wasserversorgung Jerusalems aus den Quellen von E j 11 Farah vornimmt, ausführen lassen wird. Im Besitz von ״Mavromatis soll nur eine geringe.Anzahl von Anteilscheinen geblieben sein. Die frühere Bestimmung, daß eine gewisse Zahl von Anteilscheinen in Palästina placiert werden soll, um eine entsprechende Einflußnahmc der Palästinenser auf die Gesellschaft zu sichern, wurde aufgehoben. Die Konzession erstreckt sich außer auf Jerusalem auch auf die Umgebung, die Bethlehem, Bcth D j a I a, R a m a 1 r;!1, R i r a h usw. umfaßt. Die Dauer der Konzession wurde von 40 auf 60 Jahre verlängert. Die Stadtgemeinde von Jerusalem wird für die Beleuchtung der Stadt statt £E 2000 pro Jahr £E 4000 zu zahlen haben, während der cbm Wasser statt 3 türk. Piaster 7 äg. Piaster kosten wird. In Jerusalem weilen jetzt zwei Ingenieure als Vertreter Mavromatis, denen bis spätestens 20. Juni alle Angaben über die von der Stadtgemeinde, dem Wasserdepartement lind der Postdirektion gewünschten Aenderungen einzureichen sind. Man glaubt, daß man binnen kurzem mit den Arbeiten beginnen wird. Alle Verhandlungen über die Unterfertigung des neuen Vertrages wurde ohne Befragung der Stadtgemcindc von Jerusalem durchgeführt. Wie der ,,H a a r e f 7“ berichtet, hat die Stadtverwaltung von Jerusalem beschlossen, entgegen dem früheren Plane jede Hoffnung für die Konzession von Mavromatis ahzulehnen, nachdem die Regierung sich mit ihr in dieser Angelegenheit nicht ins Einvernehmen gesetzt hat. Pfau dies Uiiversiflls-Eotpilalt in Palästiia In Amerika hat sich ein ״Joint Hospital Comittce" gebildet, das sich aus der gleichen Anzahl von Vertretern der Hadassah, der Zionistischen Frauenorganisation und des Amerikanisch-Jüdischen Aerztekomitees zusammmensetzt und dessen Chairrnann der Präsident des Amerikanisch-Jüdischen Hart ■Dr. Nathan R Primat f,. ist. Res«, p'ifäF Committee, *das afs Palästma-Hosnital- Fonds-Komitee Sich zur Aufgabe gesetzt hat, einen Fonds von einer Million' Dollar aufziibringen. zählt folgende Mitgliedert Frl. Henriette Szold-Vize-Cliairmann, Dr. Israel S. Wechsler-Sekretär; als Vertreter des Hadassah: Frau A. H. Fromenson, Frau Edward Jacobs, Frau Dorothv E. L. e f k o w i t z, Frl. Alice [. Selig sberg und Fraii Robert Szold; als Mitglieder des Amerikanisch-Jüdischen Aerztekomitees: Dr. David 1. K a I i s k i, Dr. H a r r v E, Isaaks, Dr. Meyer R. Robinson und Dr. Samuel J. K o p e t z k y. Uebcr die Plane des neuen Komitees hat der Chairrnann. Herr Dr. Rotnoff, im letzten 1ms vorliegenden ״New Palestine“ einen Artikel veröffentlicht, dem wir folgendes entnehmen: Es ן st heute schon allgemein bekannt, daß zwischen der Hadassah. der Zionistischen Frauenorganisatron und dem Amerikanisch-Jüdischen Aerztckomitee eine Vereinigung zustandegekommen ist, welche den Zweck hat, eine Million Dollar als Fonds aufzubringen, um damit in Palästina eine Reihe von Hospitälern errichten zu lassen, die den gesundheitlichen Bedürfnissen der ständig wachsenden Bevölkerung nachkommen sollen. Die bereits bestehenden Hospitäler sollen renoviert und ausgebaut werden oder, falls nötig, durch vollkommen neue Gebäude ersetzt werden; in Gemeinschaften, wo Hospitäler überhaupt noch nicht vorhanden sind, sind solche zu errichten. Diese Hospitäler sollen in jedem Sinne des Wortes modern ausgebaut werden und mit besten amerikanischen Einrichtungen ausgerüstet sein und nicht nur für die gegenwärtigen, sondern auch für die ferneren Erfordernisse der Zukunft reichen. Das zu diesem Zweck gebildete Komitee, das einen großen Palästina-Hospitäler-Baufonds in Amerika aufbringen will, hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, als seine erste Aufgabe die Errichtung eines Universitäts-Hospitals in Jerusalem zu betrachten. Das Joi'ri Hospital Committee hegt sowohl die Hoffnung wie auch den Plan, das Universitäts-Hospital zu einem hervorragenden medizinischen Zentrum nicht nur Palästinas, sondern auch der Nachbarländer werden zu lassen, zu einem Zentrum, dessen sich immer mehr ausbreitender Einfluß auf die gesundheitlichen Bedingungen und den Gesundbeitsstandard dieses Teiles der Welt wirken soll. Nach Vollendung der Gebäude des Univcrsitäts-Hospitals beabsichtigt das Amerikanisch-Jüdische Aerztekomitee, Einladungen an bedeutende Männer der Medizin aus aller Welt, an einzelne Fachkapazitäten, ergehen zu lassen, sich der Fakultät anzuschließen, um die Krankenbchandlung zu überwachen, eine Fortbildungsschule für Aerzte aus dem Orient, aus Europa und selbst aus Amerika, ins Leben zu rufen und weiter zu entwickeln, und schließlich um späterhin auch eine Fortbildungsschule für die palästinensische Jugend zu errichten, die dort ihre Ausbildung durch die bedeutendsten Vertreter der Medizin erhalten sollen. Dies Projekt hat die Billigung der Zionistischen Organlsation, der Universitätsverwaltung in Palästina sowie der Zionistischen Organisation Amerikas. Das Aerztekomitee hat nereits auf dem Skopusberge ein genügend großes Stück Land erworben, auf dem die Medical School und das Universitätshospital erbaut werden sollen. Delünerg Seideilabrik wird in Betrieb gesetzt Jerusalem, 17. Juni (J. T. A.) Der Bevollmächtigte Delfiners in Tel-Awiw erhielt von diesem die Benachrichtigung, daß die infolge der Zolldifferenzen zeitweilig geschlossene Scidenfabrik in Tel-Awiw jetzt wieder in Betrieb gesetzt werden wird. Die Sachverständigen aus W.ien sind bereits unterwegs. Die Deleptisi des Waid Leomi ia Beri Freitag, den 13. Juni, wurde die Delegation des Waad Leumi beim Völkerbund in Genf vom Bundespräsidenten der Schweiz im Bundeshaus in Bern empfangen. Bei der Ankunft und bei der Abreise hatten sich Prediger M c s - singer, Nationairat Dr. Färbst ein, Dr, Rosenkranz und Dr. Gordonoff eingefunden. Der Empfang der Delegation trug einen sehr freundlichen Charakter. Rabindraiath Tagore Iber Palästiia Rom, 16. Juni. (j. T. A.) Rabindranath Tagore, der gegenwärtig als Gast der italienischen Regierung in Rom weilt, und von hier nach Palästina reisen wird, äußerte sich i!1 ausführlicher Weise darüber, wie er über die jüdische Renaissance 1'n Palästina denkt. Schon seit langer Zeit, sagte Rabindranath Tagore, verfolge ich mit dem größten Interesse, ja sogar mit einer gewissen Spannung, die einzelnen Phasen der Entwicklung des jüdischen Kolonisationswerks in Palästina. Meine palästinensischen Freunde senden mir regelmäßig zionistische Literatur zu, ich ersehe daraus, welche gewaltigen Probleme die jüdischen Pioniere in Palästina zu lösen und weiche Hindernisse sie zu überwinden haben, bis sie so weit sind, sich das Wohlwollen der ganzen Welt zu erringen. Ich hoffe, am 15. September in Palästina einzutreffen und dort einige Zeit zubringen zu können. Ich werde an der j ü d i - sehen Universität, die hinsichtlich der Entwicklung der Zivilisation des Orients große Aufgaben zu erfüllen hat, eine Anzahl Vorlesungen halten. Ich schätze an jeder menschlichen und kulturellen Erscheinung nur den orifinalen Ausdruck des innersten Wesens, So sehe ich auch in er zionistischen Bewegung den Ausdruck jüdischer Volkseigenart. Die unter allen Völkern zerstreut lebenden Juden zeigen sich oft beflissen, iti einem gewissen Hyperpatriotismus auch die Vorurteile ihrer Umgebung in sich aufzusaugen. Dadurch verlieren sie an Aufrichtigkeit, ihre wertvollste Eigenart wird verkrüppelt. Ich habe persönlich Gelegenheit gehabt, solche traurige Erscheinungen zu beobachten. Vor kurzem besuchte micli in Kalkutta einer der größten französischer! fndologen jüdischer Abstammung, sein übertriebener Chauvinismus machte auf mich einen geradezu unheimlichen Eindruck. Hatte es zum Beispiel Anatole France nötig, so sehr sein Franzosentum zu betonen, und doch war er die Verkörperung französischer Eigenart. Auch der jüdische Geist hat seine hohe Art: eine Universalität, die an geographischen v-Greh<0r*'Ä«f*״’WI1t' in Palästina, setzte Rabindranath Tagore fort, werde ich diese meine tiefe Üeberzeugung eingehend begründen und meinen palästinensischen Freunden beweisen, welche hohen Aufgaben der jüdischen Kultur im Orient vorgezeichnet sind, in jenem Stück Welt, wo alle Glaubensprinzipien der Menschheit geboren wurden. Rabindranath Tagore kündig* an, daß er demnächst einen Aufruf an das j'üdische Volk durch die Presse veröffentlichen werde. In diesem Aufruf wird er seine Ansichten und Wünsche über die jüdischen Emanzipationsströmungen zum Ausdruck bringen. * Jerusalem, 17. Juni. (J.T.A.) Miß Sulamith Platin aus Tel-Awiw, die 2 Jahre lang Lehrerin an der Tagorehochschule in der Nähe von Kalkutta war, ist vor kurzem in Port-Said mit Tagore zusammengetroffen. Tagore sagte ihr, er wolle im Herbst Palästina besuchen und an der Hebräischen Universität über Kunst und Erziehung Vorlesungen abhalten. Er freue sich auf ein Zusammentreffen mit den Chaluzim, besonders mit jenen in Galiläa. Tagore drückte seine Meinung dahin aus, daß die Juden berufen seien, eine geistige Brücke und eine Brücke des Friedens zwischen Ost und West zu bilden. Er bringe dein Zionismus größtes Interesse entgegen und sei gespannt darauf, das jüdische Volk bei der Arbeit zu sehen. Cer litauische StsslspräsiCeil über Palästiia Kowno, 13. Juni. (J.T.A.) Der neugewahite Präsident der Republik Litauen, der Demokrat Dr. G r i n 1 u s, empfing heute in einer cinstündigcn Audienz den Delegierten des Hauptbüros des Keren Hajes«nd I eib J a f f c. im Verlauf der Unterredung zeigte cs sich, daß Präsident Grinius über alle Phasen der zionistischen Bewegung und d־׳•׳ jüdischen Aufbauwerks in Palästina sehr gut orientiert war. Zum Schluß der Unterredung versicherte Präsident Grinius, daß er dem Zionismus und dem jüdischen Nationalheim in Palästina Sympathie entgegenbringc. Die Juden ii der Repiblik Libanon Beirut, 15. Juni. (J.T.A.) Der Oberrabbiner von Beirut und die führenden Mitglieder der jüdischen Gemeinde erschienen beim Präsidenten der neu proklamierten Libanon- Republik, Herrn Charles De h bas, und brachten ihm gegenüber zum Ausdruck, daß die jüdische Bevölkerung mit ganzer Kraft an dem Glück des Vaterlandes mitarbeiten wolle. Der Präsident sprach seine tiefe Befriedigung über den loyalen Willen der Juden, den Interessen des Landes zu dienen, aus und versicherte, daß bei der Anstellung von Staatsbeamten die Juden gleich allen anderen Rcligionsgemeinschäften berücksichtigt werden würden. ZinUliseher Freiiecmplaig in Budapest Budapest, 16. Juni. (J.T.A.) Heute fand hier im ״Hotel Hungaria“ ein Presseempfang durch den Delegierten des Hauptbüros des Keren Hajcssod in London, Dr. Adolf Friedemann aus Amsterdam, statt. Dr. Friedemann, der von einem längeren Aufenthalt in Palästina zurückkehrtc, gab eine eindrucksvolle Schilderung des Aufbauwerkes im Lande. Seine Ausführungen wurden von den zahlreich erschienenen Pressevertretern mit großem Interesse entgegengenommen. Die Zeitungen bringen ausführliche Berichte über den Empfang., Glossen Nach Veröffentlichungen in der Presse ist der Fall Lessing ..beigelegt‘4 worden. Hervorragende Gelehrte verschiedener deutscher Hochschulen haben ihre guten Dienste zur Vorfiigung gestellt und zwischen den streikenden Hoclischüicm, dem preußischen Unterrichtsministerium und Professor Lessing einen ,,Ausgleich‘4 geschaffen. Nach den Darstellungen, vor allem!irr demokratischen :en hat die Staatsautorität gegenüber den nationalistischen Studenten .,gesiegt.44 Professor Lessitig wird im Laufe dieses Semesters seine Vorlesungen in Hannover zu Ende führen und im nächsten Schuljahr formell dem Lehrkörper in Hannover weiter .ingehören, aber auf die Ausübung der venia legendi ver- /lebten. Als Entschädigung für diesen Verzicht ist ihm ein dauernder Forschungsanftrag erteilt worden. Diese IVarstel* lung der ,,Beilegung“ scheint uns sehr gefärbt zu sein. Der angebliche Sieg der Staatsautorität gegenüber den Studeuten in Hannover ist eigentlich ein Rückzug. Das Ministerium bemüht sich krampfhaft, das Gesicht zu wahren. In Wirklichkeit haben die nationalistischen Studenten in der Sache gesiegt, denn Professor Lessing verschwindet von der Hochschule in Hannover, und auch formell ist cs dem Ministerium nicht gelungen, seine Autorität aufreclit/urrhalten. Denn die Mehrheit der Studenten in Hannover hält auch weiter an ihrem Beschluß fest, au den Montagen, an denen Lessing Kolleg hält, zu streiken. Das Ministerium ließ wiederum zur ,,Wahrung des Gesichts“ ankiindigen, daß die Untersuchung gegen die schuldigen Studenten fortgeführt werden wird. Daß es sich nur um eine Schein Untersuchung handeln kann, ist ohne weiteres klar. Aber auch mit dieser Scheinuntersuchung sind die Studenten nicht einverstanden. Sie wollen ihren Sieg über den Juden Lessing auch äußerlich dokumentiert sehen. Professor Lessing hat offenbar dem Drängen des Ministeriums und der Professoren nachgegeben, als er sich mit dem Vergleiche einverstanden erklärte. Es ist begreiflieh, daß er diesen Weg gegangen ist; er hat leider feststcllen müssen, daß die Kollegen, die Gemwndeverwaltung von Hannover und andere maßgebende Kreise ihn in seinem Kampfe ums Recht nicht unterstützten bzw. daß sie sich auf die Seite der randalierenden Studenten stellten. Unter diesen Umständen erkannte er die;' Ansslch^»,, hsigfceit sei״»־* ־״״Me. ״"H gib ihn auf. An der ganzen Art, wfe afese Affäre behanaeli #t*rde, merkte man, ciaß sie für alle Faktoren, die berufen sind, die Freiheit der!.ehre zu schützen, peinlich gewesen ist. Der Grund hierfür mag zum Teile in der Persönlichkeit des Professors Lessing liegen, hauptsächlich aber hat er darin seine Wurzel, daß Professor Lessing Jude ist. Es ist eine von Verlegenheit diktierte Verschleierung der Sachlage, wenn man sich in demokratischen Zeitungen bemüht, über diesen Umstand hinwegzugehen. Es handelte sich hei der ganzen Angelegenheit in erster Linie um einen Kampf gegen den Juden Lessitig. Daß der Gegensatz der reaktionären Studenten gegen die Staatsautorität diese Formen der Erbitterung und des Hasses angenommen hat, ist, jeder Lcugnungsversuch wäre vergeblich, darauf zurückzuführen, daß sich in diesem Falle Recht und Lehrfreiheit in einem Juden symbolisiert haben. Dadurch wurde die Angelegenheit zu einem ausgesprochenen Machtkämpfe gegen das Judentum, Und in diesem Machtkämpfe ist der Jude Lessing isoliert ist eine alte bekannte Tatsache, daß ein :11t zu einem jüdischen Kampfe wird, Recht gerade an einen Juden knüpft. Re in Frankreich, der Steiger-Prozeß in Polen gebliehen. Es Kampf ums Rec wenn sich das Drcvfus-Affärc und der Fall Lessing in Deutschland sind miteinander viel mehr verwandt als gemeiniglich zugegeben wird. mowa, ★ Die ״Frankfurter Zeitung'׳ erwidert am 19, d. M. auf unsere Notiz betreffend zionistische Kolonisation im Hauran in einer Bemerkung, die so recht zeigt, daß dieses sonderbare Blatt unter dem Deckmantel eines fadenscheinigen Liberalismus die schlimmste V ö 1 k e r v c r h e t z u!1 g zu betreiben für seine Aufgabe hält. Es wird dort gesagt, die vorläufig völlig unreale jüdische Kolonisation solle den ״Pazifizierungsbestrebungen der verhaßten französischen Mandatarmacht“ dienen und sei ״als eine unsaubere politische Machination zu qualifizieren.■‘ Diese un qualifizierbare politische Verhetzung, dir gar nicht nach den Tatsachen und wirkliehen Absichten der Zionisten, insbesondere auch in ihrer Be- Ziehung zu Arabern und Drusen, fragt, besitz,! die Dreistigkeit oder Kindlichkeit, sich als ״sachkundige Kritik“ aufzutun. Der Schreiber sagt nämlich, die über einen guten Nachrichtenapparat verfügenden Zionisten könnten sich ״nur schwer an sachkundige Kritik (damit meint er sich) gewöhnen.41 ״Den Vorwurf des Imperialismus aber werden sic sich schon gefallen lassen müssen“ meint der weise Kritiker. Man wäre versucht, ihm eine AB( :־Lektion darüber zu erteilen, was 1 m - perialismus ist. Dieses Wort kommt nämlich von Imperiuni und meint die Tendenz zu dessen Ausdehnung und Festigung durch Unterwerfung von Völkern und Ländern unter seine Herrschaft oder seinen Einfluß. Einen Imperialismus ohne Imperium hat es noch nie gegeben. Daß ausgerechnet das politisch schwächlichste Volk der Welt, dem eine bescheidene ״Heimstätte“ erst versprochen worden ist, von der ״Frkft. Ztg.“ des Imperialismus bezichtigt wird, ist uns ein Zeichen jenes Mutes, der gegen Schwache immer leichtes Betätigungsfeld findet. Die ״Frkft. Ztg.“ ist nicht aus Abneigung gegen den ״jüdischen Imperialismus“ so fanatische Gegnerin des Zionismus, sondern weil ihr und dem Großteil ihres Publikums die A u f r o 11 u 11 g der Judenfrage unsympathisch ist. Wäre dem akbt so, das