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Jüdische Rundschau · 1926-06-18 · Heft 47 (18.6.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 47 (18.6.1926)
Date
1926-06-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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47 Nr. 47 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 345 lü, uf ihr einen f der cn, in lieiiit r Dereilicli ׳ebnet, ischen \rtikel iß die n des!einen, nmencricht, ndats• 45 - Vermngs- .1 Dr. 1t in en t• cheint eisen.) i An- 1t die :. An- ' ent- Um* isches if Zu- [evvisli it, zu , daß gehört gation iedene usw. Juni ■erden d cs- ■erden eführt nahm ti z e r sprach I, woftliche einen neuen r ein in zahl steht; a ״!s. raus istina. mein! und Jeminci. In einer und :rden. stina. iplatz Über- För- Die allein' der wärts aaass Zn den neuen Zollerleichterungen In den letzten Monaten erscheint keine Official Gazette, ohne Abänderungen des bestehenden Zolltarifes zu enthalten. Jahrelang schleppten wir die türkische Erbschaft von einheitliehen Wertzöllen von 12 °/0 auf alle eingeführten Güter ohne Unterschied und als sich die Regierung im Jahre 1924 zu einem neuen Zollgesetz aufraffte, führte sie spezifische Zölle für manche Artikel ein, erhöhte die Sätze bei anderen, aber das türkische Prinzip, daß die Zölle in erster Linie dem Fiskus dienen, ganz ohne Rücksicht auf andere Interessen, blieb. Allerdings kam es 1924 zu manchen Erleichterungen, die wohlbekannt sind, landwirtschaftliche und industrielle Maschinen, Zuchtvieh, Gepäck von Touristen und der Einwanderer und manche andere Gegenstände wurden vom Einfuhrzoll befreit. Diese Befreiungen erleichterten wohl die Errichtung von Fabriken, aber sie sicherten deren Bestand und Prosperität in keiner Weise. Palästina liefert für fast keine Industrie das nötige Rohmaterial und keine Brennstoffe, und da von all diesen Artikeln Zölle gezahlt werden mußten, stellte sich die Konkurrenzunfähigkeit der jungen palästinensischen Industrie gegenüber solchen Ländern heraus, in denen Rohmaterialien entweder vorhanden sind, oder zollfrei eingeführt werden können.^ Sogar auf dem inneren Markte vermochten sich die einheimischen Produkte nur sehr schwer gegenüber den ausländischen zu behaupten, an einen Export war aber kaum zu denken. Damals bestand übrigens noch der Ausfuhrzoll von 1 0/0 vom Werte aller ausgeführten Waren. . Es kam schließlich zum Ruin und zur Stillegung von einigen Fabriken und die öffentliche Meinung wies mit vollem Rechte darauf hin, daß das bestehende Zollgesetz einen großen Teil der Schuld an diesen Vorfällen trägt. Die Regierung entschloß sich endlich, nachzugeben, und in die Befriedigung hierüber mischt sich das Bedauern, daß dies so spät geschieht und manche ״Ethrogim nach Sukkoth“ kommen. Von den Zollbefreiungen sind die wichtigsten folgende: Brennstoffe, und zwar Kohle, Antrazith. Dieselöl und Mazuth. Diese Bestimmung ist von großer Wichtigkeit für alle Industrien oder könnte es sein, wenn Ruthenberg jetzt hierdurch imstande wäre, die elektrische Kraft einigermaßen zu verbilligen. Ferner wurden verschiedene Rohmaterialien vom Einfuhrzoll befreit, wovon folgende Industrien profitieren: Für die Schokoladenindustrie Kakaobohnen. Dies ist an und für sich erfreulich, jedoch ungenügend, solange für Zucker ein Einfuhrzoll von 1 Piaster per Kilo gezahlt werden muß, was fast 40 «•'0 vom Werte gleichkommt, während gleichzeitig von eingeführter Schokolade bloß 20 »i> ad valorem eingehoben werden. Die Regierung hat keine besondere Lust, in diesem Punkte nachzugeben, da der Zuckerzoll eine sehr wichtige Einnahmequelle für sie bildet. Doch wäre die Sache so zu machen, dal! der Zucker dann, wenn er vom Fabrikanten direkt für industrielle Zwecke importiert wird, zollfrei bleibt. Auch Maschinen sind schließlich nur dann zollfrei, wenn sie direkt industriellen Zwecken dienen und nicht weiterverkauft werden. Die Oel - und Seifen! ndustric erhielt die Zollfreiheit von gewissen ölhaltigen Samen (wie Sesam-, Bautnwoll-, Lein-, Sonnenblumen- und Rizinussamen usw.) sowie von Olivenöl zugestanden. Es muß hier bemerkt werden, daß die Produktion von Olivenöl im Lande selbst für die Seifenindustrie bei weitem nicht genügt, um so mehr, als die Seifenindustrie, und zwar vor allem die arabische, gegenwärtig unsere größte Industrie überhaupt ist und Waren von weit über 105 000 Pfund im Jahr exportiert. Die Lederindustrie kann nunmehr die für sie nötigen Häute zollfrei einführen. Ebenso die Gerbstoffe. Der Textilindustrie wurde die freie Einfuhr von Woll-, Baumwoll-, Seiden- und Kunstseidengarnen zugestanden, eine ganz besondere Konzession, wenn man die englische Mentalität bedenkt. Faktisch genießt jetzt die Textilindustrie einen Zollschütz von 12 0/0 bei Wolle, Baumwolle und Kunstseide und 15 סי׳ bei Seide, da die Zölle auf das Ganzfabrikat natür-!ich bestehen bleiben. Es ist übrigens merkwürdig־, daß das Halbfabrikat, nämlich die Garne, vom Zoll völlig befreit wurde, während das eigentliche Rohmaterial, wie Wolle, Baumwolle und Kokons, nach wie vor zollpflichtig bleibt. Es handelt sich hier entweder um ein Versehen — die palästinensischen Gesetzestexte sind oft sehr nachlässig redigiert — oder um die Absicht der Regierung, die Erzeugung der Rohmaterialien im Lande selbst zu fördern. Es gibt übrigens im Lande bisher nur eine kleine Baumwollspinnerei, die sich von Syrien aus mit Baumwolle versehen kann und zum Teil einheimisches Produkt verspinnt; die Versuche eines arabischen Grund- Besitzers, bei Beisan Baumwolle anzupflanzen, sind seiir gut ausgefallen und er hat seinen ganzen Ertrag an die ״Lodzia“ verkauft. Die Textilindustrie profitiert auch davon, daß nunmehr ihre Hilfsindustrien, wie Färbereien und Appreturen, die Farben und Chemikalien zollfrei einführeu können. an es aserer Grit sieg- 1 und es mal a 1 s 5hensgesagt Kornirzüge!arten fehlt nicht auf der diesmal aktuellen Akademie. Frau Haina- Wentscher modellierte den Künstlerkopf der Räte Kollwitz, Prof. Klinisch — in der Kollektivausstellung — zeigt Gerhard Hauptmann. Gemalt von Orlilc ist Claire Waldoff und ein Porträt — gleichfalls von Orlik — zeigt Sinai da Jurje ws ka ja; auch in Bildern dringt das Schicksal in die Kunsta Umstellung. — Uebrigens: nomen est omen. Fritz Rhein malte Rene Sc hi ekele und Anette Kolb. Der ״Rhein“ ist hier lediglich Vermittler und nicht Grenze und es ist mehr als Symbol, daß diese beiden Anwälte des guten Europäers von keinem anderen gemalt worden sind, wenigstens nicht auf der diesjährigen Ausstellung der Akademie. M ״ x eches : von mstlcr sagt enutzt I; ein liehen liekes önnen r ein nimmischer i die e vers der S Ke־ Seide, irben, Auch ■ühere Her-;ta — 5 sah. rksteu 'orträt eine ophet Tages Die große Berliner Kunstausstellung Vas die Akademie vermissen ließ, brachte die große Berliner Kunstaustellung um so ausführlicher. Die jüdische Kunst hat sich diesmal mit wenigen Ausnahmen der Novembergruppe angoschlossen und bei den Abstrakten hängt Chagall. Auch Licbermann ist vertreten, diesmal mit Graphik und einem interessanten Pastell: ״Auf der Gartenbank“. Von besser Ury hängt gleich am Eingang im Saal: ״Berlin in der Malerei“ ein Pastell ״Grunewald“. Die Abteilung des Vereins ״Berliner Künstler" und ״Freie Einsendungen“ schneidet im Verhältnis zu den Massen, die sic auf den Plan führt, immer noch am schlechtesten ab. Trotz Slevogts beschwingten Federzeichnungen zu Grimms Märchen und des auch hier gegen früher sehr gehobenen Niveaus sind die Maler mit echtem Malertemperament ziemlich selten. Außer!mre G o t h, einem jungen Maler, der auch in der Akademie auffält, Hanns Hann er, dessen Bild ״Mutterwerden“, :!!gemein bemerkt wird, Felixmüllers Musikerbild, Zuckschwerds Selbstbildnis und zwei oder drei Bildern von Erich Waske besitzt sie als allerdings wirklich großes Malertemperament nur noch einen neuen Maler: Esteban Yogatara, der, falls er nicht überhaupt ein jüdischer Maler ist, zumindestens als Maranne stark jüdisch orientiert scheint. Sein ״Stierkampf“ ist ein Ereignis. Pferd und Stier sind in herrlicher Plastizität Zeugnis für das große Malertemperament. Die Köpfe der Zuschauer sieht ein Blick, der an Dattmiers Größe, geschult ist. In der Komposition ״Straße in Sagossa“ zeigt er Juden mit dem polnischen Käppi und eine junge Jüdin von reinstem Ghettostamm, J osef B ad ko stellt Die Bethlehemer Andenkenindustrie, die von ziemlicher Wichtigkeit für die arabische Bevölkerung ist, wird nunmehr Perlmutter zollfrei einführen können. Fiir verschiedene Industrien ist die Zollbefreiung von leeren Säcken, Fässern, Faßdauben usw., ferner von optischen Instrumenten, von Wichtigkeit. Die Wein- und Sodawasserindustrie erhielt die zollfreie Einfuhr von Flaschen, Korken usw. zugestanden. Die letzte ״OfficiaJ Gazette“ enthält unter anderem auch die Befreiung von zahnärztlichen Geräten, Desinfektionsmaterial, Rettungsgürteln, Feuerlöschapparaten und Werkzeugen für Handwerker. Druck- und Buchbindereimaschinell sowie Typen können heute zollfrei importiert werden, doch auf Papier für Druckzwecke liegt nach wie vor ein Zoll von 30 Piaster (6 Rm.), was um so bedauerlicher ist, als sich Palästina allmählich zu einem Zentrum des hebräischen Verlagswesens entwickelt. Die Aufhebung des Ausfuhrzolles ist für die industrie und auch für die Landwirtschaft wichtig, für die letztere insbesondere die Gestattung der zollfreien Ausfuhr von Tabak. Auch sonst enthalten die neuen Zollvorschriften manches, was für die Landwirtschaft in Betracht kommt. So wurde Packpapier für Orangen vom Einfuhrzoll befreit, ferner Röhren für Drainage usw. Es hat i!1 Palästina seinerzeit große Aufregung verursacht, als man erfuhr, daß die Regierung nicht nur nichts für die Entsumpfung tut, sondern sich noch viele Hunderte von Pfunden Zoll von dem eingeführten Drainagematerial zahlen läßt. Von Wert für die Allgemeinheit ist auch, daß nunmehr Schulen und humanitäre und wissenschaftliche Institutionen die für sie nötigen Gegenstände zollfrei importieren dürfen. Was die Zollpolitik für die Zukunft betrifft, so ist der Standpunkt der Regierung[, Schutzzölle zu vermeiden, um nicht die Lebenshaltung der Bevölkerung zu verteuern, im allgemeinen zu billigen. Ueberdies ist der innere Markt Palästinas klein, und da die Industrie schließlich hauptsächlich auf Export angewiesen ist, so nützt ein Schutzzoll nicht viel, Andererseits ist zu bedenken, daß der durchschnittliche Zollbelastungsiudex Palästinas nicht hoch ist. Er beträgt zirka 121/2 %, also weniger als in Oesterreich, während er in Deutschland und der Tschechoslowakai 16, in Jugoslawien 19, in Polen 33 «0׳ beträgt. Das letztere Beispiel ist allerdings wenig nachahmenswert. Das Beispiel Belgiens mit 9 ®/o und der Schweiz mit 7,5 °/0 zeigt aber, daß auch Industriestaaten mit niedrigen Zöllen auskomtnen können. Allerdings haben diese Vergleiche deswegen wenig Wert, weil ein Land im Aufbau ganz spezifische Verhältnisse hat, auf die Rücksicht genommen werden muß. Es ist noch eine andere Schwierigkeit zu bedenken. Die englischen Freihändler haben stets darauf hingewiesen, daß der Protektionismus leicht zur politischen Korruption führt, weil es in Zolifragen stets widerstreitende Interessen gibt, die sich alle gleichmäßig durchsetzen wollen. Ein Beispiel für diesen Widerstreit der Interessen aus der jüngsten Zeit: Die Weinindustrie hat nach langem Kampfe die zollfreie Einfuhr von Flaschenkorken durchgesetzt und nun protestiert die Jaffaer Korkfabrik, die ebenfalls in jüdischen Händen liegt, daß man sie schutzlos der ausländischen Konkurrenz preisgibt. Ebenso protestieren die einheimischen Erzeuger von Drainageröhren gegen die Befreiung dieses Artikels vom Einfuhrzoll. Diese Beispiele können beliebig vermehrt werden. In solchen Fällen handelt es sich eben darum, die Interessen sorgfältig abzuwägen und den für die Gesamtheit wichtigeren den Vorzug zu geben. Bisher hat sich die Regierung die Sache leicht gemacht und die Beamten waren auch kaum i 1 der Lage, in schwierigen Fällen eine Entscheidüng zu treffen. Es wird in Zukunft nötig sein, sich nicht nur von der Entwicklung treiben zu lassen, sondern zu führen und zu helfen. Das gilt in verstärktem Maße von der Zionistischen Organisation und von den Organen des jüdischen Jischuw. Tel-Awiw, den 7. Juni 1926. Dr. Victor Grünwald. Weitere ££ IS 000 Ifir jüdische Arbeit Jerusalem, 9. Juni. (P. C.) Um die Lage des jüdischen Arbeitsmarktes zu heben, hat die Zionistische Palästina-Exekutive in den letzten Monaten einen Betrag von CE 15000 für das A r b e i t s - D e p a r t me n t votiert. Die Summe stellt eine Ergänzung des £E 38 000 betragenden Budgets dar, das aus den Mitteln des Keren Hajessod für das laufende Wirtschaftsjahr, per Ende September d. Js., gewährt wurde. Aus dem Zuschußbudget wurde der Stadt v er waltung Tel-Awiw ein Darlehen für die Nivellierung der Sanddünen als Vorbereitungsarbeit fiir die Errichtung einer neuen Arbeitersiedlung im Norden der Stadt gewährt. Ein weiteres Darlehen von £E 2000 wurde der Stadt Tel-Awiw für Wegebau gegeben. Die Dardiesmal im Saal der Graphiker aus. Seine Holzschnitte spiegeln das jüdische Leben weniger mystisch deutend als erzählend, schlichte Prosa. Am schönsten in dem Holzschnitt ״am Fenster“: Hinter der Scheibe sitzt der Mann und ״lernt־‘. Davor steht seine Frau mit dem Marktkorb und sieht befriedigt und stolz auf ihren Mann, dessen ״Lernen“ doch erst ihre Tatkraft ermöglicht hat. Hier bei den Graphikern findet man Liebermann mit Zeichnung, Radierung. Litho und Pastell, Orlik mit vortrefflichen Lithographien: Flesch, Einstein und Stehr — und hier steht man auch umzingelt von drohender und mächtiger Gegenwart in Magnus Zellers Litho ״Rummelplatz“ und findet sich erschüttert vor einer stillen, mächtigen Gestalt von Käthe Kollwitz. Die Malertempcramente sind auch bei der Novembergruppe und bei den Abstrakten durchaus nicht häufenweise vorhanden. Aber Van Haut erhält doch in Jakob B c n d i e n aus Amsterdam einen Kollegen an Eleganz des Ausdrucks. — Von van Haut gibt es aber eine Landschaft, zart, hell, rein und wunderbar klar; sie kann es mit einem schönen Utrillo schon aufnehmen! — Eine Ucberraschung ist diesmal Paul Grunwald, der mit zwei Kompositionen ״Pferde am Strand" und ״Näherin“ durch Format und gute Malerei sehr interessiert. Arthur Segal zeigt einen neuen Weg: Optische Plastiken. Reliefartig, doch mehr Plastik als Relief, modelliert das Licht durch verstärkte Tiefenwirkungen. Zwei Köpfe, einer ist ein Seibstporträt, und als Probe weiterer Verwendungsmöglichkeiten ״Tasse und Kanne“, zeigen am färblosen und am farbigen Material die Möglichkeiten der neuen Technik. Rybak bringt in zwei ״Stilleben“ exakter Maleret gute Technik und jüdische Kunst. In einem verwendet er jüdische Symbole: Lulaf, Esrog, ein abgeschlagenes Gebetbuch, alte Illustrationen fügen sich rhythmisch und diszipliniert zu einer strengen, im Ton vornehmen Komposition und legen Zeugnis ab von der praktischen Bedeutung, die map den neuen Kunstwegen hinsichtlich der Technik nicht mehr streitig maohen kann. Von dem begabten Issay Knlviansky sieht man wieder Erinnerungsbilder aus dem Osten. Sehr eindruck-voll in der Plastik der Gestalten ist die große Kom- Position .Her Zimmermann“. Sie verrät ein Maltempcntment voll gf' :i’igter Kraft. Der junge Maler Bronstcin, in sehr 'kultivierten Aquarellen Phantast und musikalischer Er- Zähler, zeigt hier nnr zwei Qe&äder, von denen besonders leben wurden unter der Bedingung gewährt, daß die Beträge ausnahmslos für Löhne verausgabt werden. Im ganzen erhielt Tel-Awiw £E 8000. Das Komitee Hadar Hakarmel erhielt unter ähnlichen Bedingungen £E 2750, £E 1500 wurden der Gemeinde von Ranath-Gan geliehen; £E 2050 wurden für die Ueberführung von Arbeitern aus den Städten nach den größeren jüdischen Siedlungen ausgegeben. — Es wird angenommen, daß diese Darlehen anderen Körperschaften als Antrieb zur Investierung größerer Stimmen dienen, uni Hunderten Beschäftigung zu geben, die sonst arbeitslos bleiben würden. Neie Schulgebäude Jerusalem, 9. Juni. (P. C.) Im April d. Js. wurde seitens der zionistischen Palästina-Exekutive ein Vertrag mit dem Solei Boneh für die Errichtung eines Gebäudes für eine orthodoxe Mädchenschule in Tel-Awiw abgeschlossen. Der Keren Hajessod steuert zu diesem Bau £E 1350 bei; der Rest wird von der Stadtverwaltung Tel- Awiw und aus privaten Mitteln aufgebracht. Vor kurzem hat die Stadtverwaltung Tel-Awiw den Wau einer großen Knabenschule im Nordau - Viertel vollendet. Die Misrachi-Ürganisation drängt auf die Vollendüng einer T a c 11 k e m 0 n i - S c h ti I e in Tel-Awiw, an der sich der Keren Hajessod ebenfalls mit £E 300.— beteiligt. — Angesichts der Tatsache, daß noch immer sehr viele Schulen in ungeeigneten, gemieteten Räumen untergebracht sind, werden in den nächsten Jahren erhebliche Summen für den Bau von Schulen aufgebracht werden müssen. Iipnieor Henriqne! Iber Imgaliwsprtbkine Jerusalem, 9. Juni. (P. C.) Herr Cyril Q. H e n - riques, der bis vor kurzem Sachverständiger für Be- Wässerung beim Indischen Public Work Department war und bekanntlich von der Zionistischen Exekutive eirigc laden wurde, um die palästinensischen Wasserprobleme Pa• lästinas mit spezieller Berücksichtigung der jüdischen Siedlungen zu studieren, legt in einem Artikel in der Handels- Zeitschrift ״M i s c h a r W e t a a s i a“ dar, ״daß die Möglichkeiten der Landwirtschaft in Palästina nur durch das zur Verfügung stehende Areal begrenzt sind“. Er fügt hinzu, daß es ohne Irrigation immer außerordentlich zweifelhaft sein wird, ob Landwirte mit einem einigermaßen europäischen Lebensstandard ihr Auskommen finden werden. Herr Henriques zählt die dringendsten Versuchsarbeiten auf, die er für notwendig hält. Er schlägt vor, daß das landwirtschaftliehe Department der palästinensischen Regierung Versuche entsprechend seinem Programm anstellen und die Ergebnisse veröffentlichen sollte. — Ohne den Jordan und Audschafluß, die unter der Rutenberg-Konzession explodiert werden sollen, zu erwähnen, lenkt Herr Henriques die Aufmerksamkeit auf die Irrigationsmöglichkeiteil der kleinen Gewässer östlich von Beisan im Jordantal. Die Mai-£ia|i1fe des kerea Hajessod Vereinigte Staaten von Amerika Holland Deutschland Rumänien: Bukarest £ 1,146.13.11 Beßarabien £ 153.10. 0 29,624. 8. 7 2,334.14. 2 2,115. 6.10 1,300. 3.11 Aegypten Tunis Argentinien England Tschechoslowakei Oesterreich Polen. Warschau £ 380.11. 2 Lemberg £ 261. 3. 1 Wilna £ 61,14. 1 Palästina Lettland Panama Schweiz Griechenland Finnland Schweden (Göteborg) Chile Litauen Estland Frankreich (Straßburg) Danzig Jugoslawien Norwegen Cuba 1,179.11. 0 1,104.13. 6 1,000.0. 0 1,000. 0. 0 860. 4. 0 810.14. 7 703. 8. 4 428. 5. 6 334. 7. 1 333. 0.10 269.16.10 205.17.10 169.15. 0 101. 0.11 100. 0. 0 100. 0. 0 96. 0. 0 75. 4. 6 73.15.11 39.18.10 36. 1.11 16. 7. 0 £ 44,442.17. 1 Der Gesamteingang des Keren Hajessod bis zum 31. Mai 1926 beträgt £ 2,354,408.16. 0 das kleine Stilleben durch Qualität der Ausführung interessiert. Auch hier ist ein neuer Maler zu merken: Ernst Neuschul. Die neue Lehre der strengen RaumeLnteilung hat mit dem Gefühl für die Exaktheit der Materialbehandlung wohltätig auf die Konzentration gewirkt. ״Im Liebespaar“ ist besonders der Gesichtsausdruck des jungen Mannes bemerkenswert in seiner Mischung von Urwaldsinnlirheni und Intellektualität. Die Architekten stellen bei der Novembergruppe aus. Lissitzkys Entwurf steht zwar im Katalog ist aber doch nicht vorhanden. Dafür zeigt Erich Mendelssohn das Modell seiner ״Fabrik für Rußland“. Ein Raumempfinden von hochster Sensibilität, das sich besonders in den suggestiven Linien des Kraftwerkes auswirkt, hat die Gliederung des mächtigen Baukomplexes restlos bewältigt. Die Abstrakten, die sich zum eisten Male an einer Gesamtschau beteiligen, sind vollzählig vertreten, _ auch mit wegweisenden älteren Bildern: Ittcns Kinderbildnis mit dem Goldgrund, ältere Bilder von Gleizes, zwei nicht sehr günstig gewählte der verstorbenen Jakoba von Hecmskcrk. Leger, Robert und Sonja Delaunay, Baumeister, Nerlinger. Klee und Kandinsky, Marcus sis und Lore a t aus Paris und vor allem Chagall. Leider nur mit einem Bild aus der großen Epoche. Es ist das bekannte Bild der Soldat: Die unerbittliche Gegenwart: Kampf alle! gegen Alle, ist gemildert durch das Private: ״Der Soldat der Marie“, Und das schöne Violett gehört einer trüDlicheren Welt an. Das neue Bild ״über Rußland“ kommt daneben gar nicht in Betracht. Kandinsky aber hat sieh gewandelt. Er wurde exakt, deshalb noch nicht Wirklichkeitsmaler, aber innerhalb seiner Zeichen überwiegt nicht mehr das Melodiöse, sondern der organisierte Klang. Peinlich für die weniger Originalen x. B. Rudolf Bauer, der noch so malt wie Kandinsky früher. Ruth M o r o 1 d. Kowno, 16. Juni. (J.T. A.) Der begabte erst 24 Jahre alte Sohn des Kovar-'׳׳ Rabbiners n r h a p i r o wurde zum Privatdozente•! für dns.!..׳׳!! fach d ׳..' ׳!־,vaie an der litauischen Universität eimuai. Sein Bruder Dt Lektor für semitische Sprachen an der gleichen Universität. ו

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