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Jüdische Rundschau · 1926-06-11 · Heft 45 (11.6.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 45 (11.6.1926)
Date
1926-06-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 330 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 45 die Beziehungen des Auslandes zur palästinensischen Judenheit von großer Bedeutung. Es ist selbstverständlich, daß eine solche Aktion, selbst wenn ihre materiellen Resultate nicht bedeutend sein sollten, geeignet ist, das Vertrauen zur eigenen Kraft zu heben. Aber die Verhältnisse sind heute derart, daß man auch auf gute materielle Resultate rechnen könnte, wenn wirklich der ganze Jischuw und besonders die Kreise, die unter der wirtschaftlichen Spannung bisher wenig oder nicht gelitten haben, sich voll und ganz in den Dienst dieses Werkes stellen. Denn es gibt heute nicht geringe Schichten in Palästina, die die Möglichkeit haben, dem Jischuw durch eine innere Anleihe zu Hilfe zu kommen. Es gibt heute Erwerbs zweite sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Industrie, die unter einer günstigen Konstellation arbeiten und imstande sind, für das Gemeinwohl etwas zu optern. Und der Lebens- Standard ist im allgemeinen nicht so niedrig, daß der Durchschnitt, der besonderen Lage des Landes entsprechend, sich von diesem Werke ausschfießcn könnte. Freilich ist dieses Mittel spezifisch palästinensisch. Es gibt wohl heute kaum ein Land der Welt, in dem man zu Zeiten der Arbeitslosigkeit zu diesem Mittel greifen würde. Aber wir arbeiten unter ganz besonderen Verhältnissen. Palästina ist bisher mit Mitteln gebaut worden, die nicht nur ökonomischer sondern zu einem sehr erheblichen Teil psychologischer Art waren. Wir arbeiten gewissermaßen dauernd im Kriegszustand und müssen dementsprechend zu außergewöhnlichen Methoden greifen. Und bis jetzt hat der Jischuw das immer verstanden und immer gewußt, welcher Werkzeuge er sich jeweils zu bedienen hatte, um den verschiedenen Umständen Rechnung zu tragen. So greift die palästinensische Judcnheit auch diesmal, wo die gc-!lügende Unterstützung von außen nicht gekommen ist, zur Selbsthilfe und holt die Reserven heran, die sie noch besitzt. Ein Weg, der moralisch von großer Bedeutung ist und Ökonomisch einiges verspricht. Es scheint uns wichtig, noch auf einen Umstand hinzuweisen, der für die heutige Lage und die genannte Aktion wesentlicii ist. Wir haben zur Zeit eine bestimmte Zahl von Arbeitslosen im Lande. Ihnen gegenüber stehen eine Menge arabischer Arbeiter, die teils in den Kolonien, teils in den Städten beschäftigt werden. Es wird sich bei der Aktion des Jischuw zu einem guten Teile um die Arbeitgeber handeln, die trotz der relativ guten Lage ihrer Pflanzungen oder sonstigen Unternehmungen sich der billigen Arbeit bedienen. Wenn es heute — eine utopische Voraussetzung — gelänge, an Stelle dieser Arbeiter jüdische zu setzen, so wäre das momentane Problem der Arbeitslosigkeit gelöst. (Dabei muß man in Betracht ziehen, daß hei einem großen Teil der bcschäftigten Araber es sich um Elemente handelt, die außer der Arbeit beim jüdischen Unternehmer auch andere Existenzmöglichkeitcn haben, so daß es unter ihnen zu keiner Wirtschaftskrise käme.) An dieser Stelle ist auch das Problem der Erschließung von Arbeitsmöglichkeiten vielleicht wirksanier anzupacken als durch eine ״innere Anleihe“. Diese kann nur Notstandsarbeiten schaffen, die sich nach kurzer Zeit erschöpfen, während die Er- Schließung von Plätzen bei den jüdischen Unternehmern die relativ dauernde Unterbringung einer bestimmten Menschen zahl.bedeutet. Fraglos wird der Waad Leumi und die zionistische Executive auch auf diese Dinge ihr Augenmerk richten. Der Waad Leumi ist durch die Beschlüsse der Assefat Haniwcharim offiziell in seiner Einstellung für die jüdische Arbeit festgelegt worden. An diesen Beschlüssen waren Plantagenbesitzer und städtische Unternehmer ebenso beteiligt wie die anderen Teile des Jischuw. Es lic״t also sehr nahe, der Wirtschaftskrise auf zweierlei Weise beizukommen: durch die innere Anleihe, die der Waad Leumi jetzt schaffen will und durch die Schaffung weiterer Arbeitsmöglichkeiten in größerem Maßstab durch die Verwirklichung des Postulats der jüdisehen Arbeit, das die leitenden' Instanzen mit allem Nachdruck und aller Autorität erheben müssen. Auf diesen Wegen und mit Hilfe der außerordentlichen Anleihe, von denen die letzten Nachrichten sprechen, kann es gelingen, über den momentanen toten Punkt hinwegzukommen. Es kann gelingen, die wirtschaftliche Spannung zu lockern, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und einen Teil der heute wurzellosen Existenzen zu basieren. Selbstverständlich ist diese Aktion eine N o t m a ß - nähme. Sie wird nur die Bedürfnisse von heute befriedigen. Mehr kann sie auch nicht tun. Darüber hinaus bedürfen wir eines umfassenden Arbeitsplanes, der den heutigen Verhältnissen angepaßt ist; einer neuen Finanzpolitik und einer gewissen Umgestaltung des Apparates, wenn wir wirklich mit einer planmäßigen und rationellen Kolonisationsarbeit beginnen wollen. Das Zentralbüro der Misrachi-Weltorganisation hat in Haifa eine Mädchenschule eröffnet, in deren ersten drei Klassen bereits 150 Mädchen eingeschult wurden. (Ziko.) und der Mephisto ist Samael, Satan. Lo ce hadderech! Das scheint mir nicht der Weg des hebräischen Theaters zu sein. Auch der Versuch, diesen dritten Teil zu einer Art Oper zu gestalten, macht die Sache nicht besser. Nein, so enthusiastisch man im allgemeinen mit dem Dybuk gehen konnte, so unmöglich scheint — mir zumindest — eine positive Ein- Stellung zu diesem Albtraum der Bochers Jaakob, in den kein ״Dybuk herein ist“. Ein ernstes Wort noch: Was soll das hebräische Theater? Einfach Theater sein, im Sinne eines anderen modernen Theaters? Oder aber hat es eine darüber hinausragende Rolle? Ich weiß nicht, und will hier keinen Versuch machen, die Frage aufzurollen, ob ein spezifisch jüdisches Theater möglich ist, aller eins scheint mir sicher: Theater ais solches hat in erster Linie die Aufgabe, sprachschöpfcnd (hier, sobald es hebräische Theaterdichter geben wird), sprachaufbauend und last not laast sprach r c i n i g e nd zu wirken. Diese Aufgabe aber (zumindest der letzte Teil dieser Mission) scheint übersehen worden zu sein. Selbst dem Laien mußte die Verscliiedenartigkeit der Aussprache auffallen, die völlige Systemlosigkeit der Betonung — Jaaqow wurde nach drei verschiedenen Arten betont! — falsche, ehrlich falsche Aussprache mancher Laute — ’ajiu wurde zum alef und h zu oh und so weiter — das Dagesch wurde abgclehnt und besonders störend mußte das weiche slavischc L, das in einem semitischen Idiom unmöglich ist, wirken. Die Annäherung der Aussprache ans Russische geht bei einigen weiblichen Darstellern sogar so weit, daß, besonders in Augenblicken affektreichen Gespräches der nur deutsch sprechende Zuhörer glauben müßte, sonderlich wenn er von der Bühne ein wenig entfernt saß, daß man plötzlich russisch spreche. Der spezifische männliche, gutturale Lirundton der Sprache schwand zugunsten slawischer Weichheit, Hier tut systematischer Phoiictikunterricht not — wie er seit neuem im Arbeitertheater ״Ohel“ in Tel-Awiw betrieben wird — denn es geht docli nicl't an, daß das Hebräische schließlich zu einem Sammelsurium von angewandten Aussprachregeln aller Völker der Welt wird, die Juden haben, welche hebräisch sprechen. Aber trotz allem; es war etwas, dieses Gastspiel der ״Habimah“; etwas wie ein Ereignis. Ein Ereignis für Man- :hen, dem es entfremdet war. Ein ״Neschumechaper“ dieses icbräische Theater! Wedgwood Uber das palMstincnsisehe Bodenprobien! Jerusalem, 2. Juni 1926. (P. C.) Wedgwood hat zu der englischen Ausgabe des Buches von Dr. A. Granovsky ״Die Bodenproblcme in Palästina“, die demnächst im Verlage Routleige ft Sons, London, erscheinen wird, ein Vorwort geschrieben. In diesem Vorwort befinden sich sehr beachtenswerte Bemerkungen über das Bodenproblem der zionistischen Kolonisation Palästinas und Hinweise darauf, welche Wege die Regierung einschlagen solle, um die Lage der Landwirte in Palästina zu verbessern. ״Jeder Zionist weiß’’, schreibt Wedgwood, ״daß der Erfolg dieses judaco-britischcn Versuches davon abhängt, daß die Juden in Palästina für ihren Gebrauch Boden erhalten. Wenn sie von dem Boden keinen Gebrauch machen können, können sie nicht in Palästina bleiben. Erfolgreiche Emigration hängt von dem Boden ab, der zu erlangen ist, und je mehr Boden zu haben ist, um so schneller werden wir eine jüdische Majorität und eine gesicherte Heimstätte haben. Darüber hinaus hängt der ethische und moralische Wert einer erfolgreichen Kolonisation Palästinas durch die Juden davon ab, daß einmal erwiesen wird, daß die Juden, wenn sie nur die Möglichkeit dazu erhalten, ebenso gute Produzenten (und sogar Produzenten von Nahrungsmitteln durch harte Arbeit) sind, wie jede andere Rasse — daß sie Männer der Arbeit und nicht nur Vermittler sind. Und dies setzt voraus, daß man von dem Boden den den Verhältnissen und Bedingungen entsprechenden bestmöglichen Gebrauch zu machen versteht. Darum besteht ein Bedürfnis nach einem Buch über die Bodenprobleme in Palästina. Das Buch von Dr. Granovsky behandelt die Probleme des Erwerbs, des Besitzes, der Administration und der Kontrolle des jüdischen Bodens in Palästina, sowohl des ländlichen wie des städtischen Bodens. Die normale Form d er Besteuerung in Palästina ist, wie in den meisten moslemischen (und frühchristlichen) Ländern, die Abgabe eines Zehntels der Bodenprodukte. Wo keine Produktion ist, besteht auch keine Besteuerung. Wenn aber der Boden urbar und produktiv gemacht wird, muß der gute Bürger zahlen. Ein altes Gleichnis sagt: ״Es war einmal ein Sultan in Ägypten, der dem Volke Steuern auferlegtc. Für jeden Feigenbaum mußte man zehn Dinare zahlen, und so geschah es, daß die Leute ihre Feigenbäume fällten. Dann kam ein anderer Sultan, der die Feigenbäume von der Steuer befreite und statt dessen den Boden besteuerte, von dem alles Gute kommen mußte. Und siehe! Die Leute pflanzten fleißig Feigenbäume, und das Land blühte außerordentlich.” > Das ist der Wechsel, den jetzt Lord Piumer i1׳ Palästina vornehmen will. Gegenwärtig ist der Emek Jesreel mit drin Zehntel des Ertrages steuerpflichtig, und die Effcndis, die Besitzer der Odländcrcic:! brauchen keine Steuern zu zahlen. Unabhängig von der zionistischen Frage wünschen alle verminftigen Leute mehr Emcks Jesreel und weniger Ödländereien. Darum müssei alle verständigen Leute dah:n wirken, daß die Abgabe des Zehnten verschwindet und durch eine Steuer ersetzt wird, die, wenn auch nicht auf dem akkuraten Wert basiert, doch wenigstens von der Größe und Lage des Bodens abhängen sonte, statt von den Produkten des Bodens, die das Resultat menschlichen Fleißes und jüdischen Kapitals sind. Eine solche Änderung würde den Großgrundbesitzern die . Möglichkeit nehmen, die Ödländereien zur Erzielung höherer Preise festzuhalten. Der Jüdische Nationalfonds könnte Palästina-Boden billiger kaufen, und die Arbeiter im Emek Jesreel könnten ihren Lebensunterhalt leichter verdienen. Kwizolh als ״Heine“ für immigrierende Frau« Jerusalem, 2. Juni_JÄ26. (P. C.) Nach den Be* Stimmungen der Regierung über die Einwanderung können Zertifikate an solche Frauen und Mädchen erteilt werden, die in Palästina ein ״Heim” haben, das sie aufzunehmen bereit ist. Aus den bisher in Gültigkeit befindlichen Be- Stimmungen war nicht klar zu ersehen, ob die jüdischen genossenschaftlichen Siedlungen als solche ״Heime” angesehen werden, auf Grund deren Anforderung Frauen die Einreisebewilligung erteilt werden kann. Einer behördlichen Mitteilung an die Zionistische Palästina- Exekutive zufolge, werden nunmehr Frauen, welche auf Grund von Zertifikaten innerhalb der Einwanderungsskala für April/September nach Palästina kommen, um einer landwirtschaftlichen genossenschaftlichen Siedlung beizutreten, als solche betrachtet, die ein ״Heim” in Palästina haben. Die Erteilung von Zertifikaten an männliche Emigranten wird dem Ermessen der Zionistischen Exekutive überlassen. Entgegen den Berichten in der palästinensischen Presse bleibt die Basis für die Erteilung von Zertifikaten nach wie vor unverändert. Die Altersgrenze für ungelernte Arbeiter ist 35, die für gelernte 45 Jahre. Von der Jerusalemer Natioaalbibliottiek Die christliche Freundin des Zionismus, Frau E. A. Gordon, welche im Herbst 1925 in Kyoto, Japan, gestorben ist Und bereits bei Lebzeiten der Bibliothek wertvolle Zu- Wendungen gemacht hatte, hat der Bibliothek testamentarisch eine sehr interessante Sammlung hinterlassen. Sie hatte während der vielen Jahre ihres Aufenthaltes in Japan Bilder und Kunstgegenstände gesammelt, welche Bezug auf die Religionsgeschichte des fernen Ostens haben. Diese Bilder und Kunstgegenstände, darunter 150 Bilder in Rollenform (Kakernonos) sowie Bronzen und Holzschnitzereien hat Frau Gordon als Erbe der Nationalbibliothek hinterlassen. Die religionsgeschichtlich interessante Sammlung ist in der Golaziher- Abteilung der Bibliothek aufgestellt worden. Der Verein ״Pro Bibliotheca Judaica“ in Zürich übermittelte der Bibliothek die Bücher, welche er im Laufe des letzten Jahres gesammelt hat. Unter diesen Büchern befinden sich zahlreiche in der Schweiz während der Kriegszeit erschienene Bücher und Broschüren von historischem Werte. Während der letzten Monate hat sich die Arbeit, welche in England zugunsten der Bibliothek geleistet wird, verstärkt und dank der Initiative einzelner Freunde dort konnte die Bibliothek einige wichtige Werke erwerben. Die Herren William Wolff, Isaac Samunov und Jacob Schapira haben für die Bibliothek eine wichtige GeschichtsqueUc erworben: die vollständige Serie des ״Annual Registers“ von 1758 bis auf den heutigen Tag (165 Bände). Von Herrn Leon Roth, London, erhielt die Bibliothek das ״Dictionary of National Biography“ in 24 Bänden. Die Zionistische Organisation in Newcastlc-upon-Tyne übermittelte durch Herrn Phillips das große Wörterbuch der Philosophie von Baldwin und andere von der Bibliothek erbetene Werke. Anläßlich der Eröffnung der Universität sagte der Bruder des Chief Rabbi von England, Herr Emaiiuel Hertz, New York, in seinem Namen und im Namen der Familie Kirschenbäum und Rosenthal in New York der Bibliothek zu, ihr 3000 Bände zu widmen. Dieses Versprechen ist nunmehr erfüllt worden, und zwar in einem höheren Ausmaße als ursprünglich beabsichtigt war. Gegen 7000 Bände sind durch Vermittlung des Smithsonian Instituts in Washington nach Jerusalem überführt worden. Die Sammlung erstreckt sich über alle Gebiete. Besonders stark vertreten sind Medizin, Soziologie, klassische Philologie. Kun«t- und Musikgeschichte. Eine Volkszählung in den landwirtschaftliche■ Siedlnnge Jerusalem, 2. Juni 1926. (P. C.) Die landwirtschaftliche Abteilung der Zionistischen Palästina-Exekutive b. absichtigt eine Volkszählung in den jüdischen landwirtschaftliehen Siedlungen. Die Zählung soll sich sowohl auf die Bevölkerttng als auch auf das Besitztum erstrecken, und zwar sollen alle jüdischen Siedlungen einbezogen werden, d. h, solche, die der Keren Hajessod gegründet hat, wie auch alle anderen. Bei der nächsten Sitzung des Aktionskomitees soll dieses um die Genehmigung der erforderlichen Ausgaben ersucht werden. Mit der allgemeinen Volks- Zählung der jüdischen Bevölkerung Palästinas, die vom Waad Leumi und der Zionistischen Exekutive gemeinsam durchgeführt werden wird, soll sobald als möglich begonnen werden. Vom Hailaer Technikum Jerusalem, 8. Juni. (J. T. A.) Der Direktorenrat des Haifacr Technikums beschloß, daß das Haitacr Technikum mit Beginn des nächsten Unterrichtsjahres eine Ausgestaltung erfahren soll, die die Anstalt in den Rang einer Technischen Hochschule erhebt. Bekanntlich wurde das Technikum zunächst mit dem Ziel begründet, Palästina mit qualifizierten Handwerkern, Werkführern, Bauleitern usw, zu versehen, da in Palästina ein fühlbarer Mangel an solchen qualifizierten Arbeitern war. Es hat sich jetzt die Notwendigkeit herausgestellt, noch höher qualifizierte Kräfte, wie Architekten, Ingenieure, Chemiker usw. auszubilden. Die Technische Hochschule in Haifa wird in der Lage sein, ihren Absolventen Hochschuldiplome auszufolgen. ■#he Kosten ler Sowfetplsse Jerusalem, 2. Juni 1926. (P. C.) Auf der jüngsten Sitzung der Zionistischen Palästina-Exekutive wurden die Schwierigkeiten behandelt, denen Emigranten aus Rußland ausgesetzt sind, indem sie nach der neuen Regelung 300 Rubel (ca. 33 £) für einen Paß zu zahlen haben. Es wurde beschlossen, diejenigen Zertifikate, die für Rußland zur Verfügung stehen, an Personen zu erteilen, die bereits im Besitze von Pässen sind, damit diese Dokumente nicht verfallen und vielleicht später zu den neuen Kosten wiederbeschafft werden müssen. Palistiflnsischer AiUmobiltari! Auf Initiative des Handels- und Industrie-Departements der Zionistischen Palästina-Exekutive fand eine Versammlung der jüdischen Automobiibesitzer und Chauffeure statt, die folgende neue Fahrpreise festsetzte: Jerusalem—Tel-Awiw und zurück pro Fahrgast 35 PT., Jerusalem—Haifa und zurück und Jerusalem—Tiberias und zurück 80 PT., Jerusalem—Afuleh und zurück 60 PT., Haifa—Tiberias und zurück 35 PT., Tiberias—Safed und zurück 25 PT., Tel-Awiw—Haifa (via Tul Kerem-Djenin oder via Tul Kerem-Sichron Jakob) 80 PT., Jerusalem—Hebron und zurück ein kleiner Wagen 160 und ein großer Wagen 225 PT., Jerusalem—Jericho—Totes Meer und zurück ein kleiner Sonderwagen 250 und ein großer Wagen 380 PT. Die Tagesmiete eines Automobils (mindestens 2, höchstens 10 Tage) beträgt 350 PT. pro Tag (10 Stunden Fahr- und Wartezeit und maximal 175 km). Ein Kleinwagen im Weichbild der Stadt kostet pro Stunde 35 PT. und ein großer Wagen 45 PT. (Ziko.) Arbeit*■ ia Tel-Awiw In Tel-Awiw arbeiten zur Zeit 400 bis 500 Arbeiter bei den verschiedenen öffentlichen Arbeiten der Stadt. Abgesehen von den bereits im Bau befindlichen Chausseen bat die Stadt noch verschiedene weitere Chausseearbäten übernommen. Insgesamt werden Arbeiten für 45 000 E£ geplant. In Ramath Gan und Tel-Awiw sind zur Zeit 150 Arbeiter abwechselnd beschäftigt. Davon stammen aus Tel-Awiw selbst 40 bis 50. Vor einigen Wochen begann die Arbeitssaison in den Kolonien, wobei zahlreiche Arbeiter direkt in die Kolonien geschickt wurden. In kurzer Zeit dürfte die Arbeit bei Djedro beginnen, für die gegen 400 Arbeiter nötig sein werden. (Ziko.) 7763 Palästiiareiseide im April 1926 Jerusalem, 2. Juni. (P.C.) Im Monat April kamen 7763 Reisende (Durchreisende, Touristen und Pilger) nach Palästina. In der gleichen Zeit kehrten auch 2117 Palästinenser vom Auslande hierher zurück. Die Zahlungen, welche für die 4334 Dunam Boden des Keren Kajemeth von Tel Turah im Emek Jesreel noch fällig waren, sind jetzt geleistet und damit der Boden schuldenfrei geworden. Gleichzeitig übersendete Herr Mendel Frankel, New York, die vollständige Sammlung von Bohn’s Libray. Durch die Bemühungen des Herrn Rabbiners Raffalowitz und mit Hilfe des Vereins Kadimah in Buenos Aires ist dort ein Komitee zugunsten der Bibliothek gegründet worden, das bereits mit der Arbeit begonnen hat. Herr Bentatat in Tanger hat mit einigen Freunden mit der Organisierung der Büchersammlung in Spanien und den Nachbarländern begonnen. Die ersten Bücher —r spanische Bücher zur Geschichte der Juden in Spanien — sind bereits nach Jerusalem gelangt. Der Verleger, Herr Leo S. OI s c h k i, welcher die Bibliothek im vergangenen Jahre besuchte, hat ihr nunmehr eine Anzahl von bibliographischen und historischen Zeit- Schriften, welche in seinem Verlage erscheinen, zur Verfügung gestellt. Die Bibliothek erhielt in den letzten Tagen wiederum große Spenden. Aus Italien langte eine große Sendung ein als erstes Resultat der vom Fondazione per la Storia Dell'Ebraismo Italiano eingeleiteten Sammlung. Die Sendung enthielt insbesondere vollständige Serien wissenschaftlicher Veröffentlichungen der italienischen gelehrten Gesellschaften. Aus Amerika wurde der Bibliothek durch Vermittlung der Zionistischen Organisation eine Sammlung neu erschienener Bücher aus dem Gebiete der Technik ~ Geschenk des Herrn Hermann A, Sarachan, Rochcster — und eine Sammlung von Büchern und Zeitschriften aus dem Gebiete der Statistik und Arbeitstechnik — Geschenk des Herrn N. L S t o n e , Rochcster . übersandt. Die Nummer 9 von ״Mischar w'Taasia“, Tel-Awiw, Palästina, ist soeben erschienen. Sie enthält Artikel über die aktuellsten Fragen des palästinensischen ökonomischen Lebens. Besonders hervorzuheben ist der Artikel von Margulies: ״Das Memorandum des palästinensischen Nationalrats und unsere Forderungen in Genf“. Die Nummer bringt außerdem folgende Aufsätze: ״Nationalanleihe und Zwischenkredit“ von E. Davis, ״Der Wind-Energiequelle für das Land“ von 111g. Dr. Meirsohn, ״Keren Hajessod und unsere Kolonisierung“ von U. Feldman 11, ״Der ökonomische Bau Acgvptens“, von I. Sie man. Dann folgt eine Reihe von Mitteilungcn betreffs Kooperation, Bibliographie, Einzelheiten übet das ökonomische Leben im Nahen Orient, Palästina-Chronik usw.

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