Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 42 (1.6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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׳# Seit! 308 . ..י.,-! ׳״״״.3 . ׳-!׳!׳.«*י Einstellung die Kpmmentare der siegreichen iiichtlibcralpn Parteien, In diesem ist nach der Wahl als Haupterfolg dargestellt worden, dali durch den Wahlausgang der Weg für eine ehrliche K o a I i t i o n s v e r w a 11 u 11 g in der Berliner Jüdischen (kmeinde gebahnt worden sei. Aus diesen Erklärungen ging der Wille der nunmehrigen Mehrheitsparteien zweifelsfrei hervor, daß sie nicht daran denken, das liberale Beispiel nachzuahmen und eine geringe zahlenmäßige Ueberlegenlieit rücksichtslos auszunützen. Die Liberalen aber wollen und können sich nicht mit dem tjedankeit versöhnen, daß neben ihnen auch andere jüdische Parteien die Möglichkeit erlangt haben, ihren Ansichten in der jüdischen Genieinilesttihe Berlins Geltung zu verschaffen. Auf den häuslichen Streit?.wischen liberaler Partei und Ccntralverein haben wir keinen Anlaß, einzugehen. Immerhin ist er für den Geist der Unduldsamkeit der Liberalen schärferer Observanz, die gegenwärtig in der liberalen Partei das Heft in der Hand liaben, gegenüber den gemäßigten Elementen in der liberalen Partei kennzeichnend. Charakteristisch ist, daß die Liberalen während und nach der Wahl Mitstreiter und Mitfühlende nur in den Kreisen der Sonntagsjuden von der liberalen Reformgemeinde und bei Max Naumann und seinem Anhänge gefunden haben. Von den Liberalen und,ihren Lhlfstruppen sind denn auch bis zum Ablauf des vorgeschriebenen Termines, am 31. Mai, acht Proteste beim Berliner Polizeipräsidium eingelaufen. Vorläufig ist der Inhalt der Proteste noch uubekauiit. Wie wir erfahren, werden Abschriften dieser Proteste dem Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde übermittelt und der Vorstand zu einer Aeußerung aufgcfordert werden. Die Liberalen sprechen in ihrer Zeitung die Hoffnung aus, daß die Aufsichtsbehörde den Wald- Protesten stattgeben und die Gesamtwahl annullieren wird. Wir glauben nicht, daß die Hoffnung der Liberalen Erfülhing finden könnte. Sollte aber der unwahrscheinliche Fa|l eintretpn, daß die (je!11eindewahlcn im Herbst, also zu einer Zeit, wo die liberalen Wälder aus Sommerfrischen und Bädern zurückgekehrt sein werden, wiederholt wird, so werden die Liberalen schwere Enttäuschungen erleben. Denn ihr Verhalten nach den Wahlen am 16. Mai wird dazu beitragen, auch bisher ahnungslose Wähler über den wahren Sachverhalt aufzuklären; die nichtlibera|en jüdischen Parteien w ürden sich dann zu einem weit gefestigteren Wahlblock zusammenscliließen und auf Grund der am 16. Mai erzielten Erfolge mit einem weit stiirmischcren Elan in den neuen Waidkampf, für dessen Kosten und Folgen die Liberalen verantwortlich wären, stürzen. Es muß vermerkt werden, daß die Liberalen in all ihren Presseäußerungeii zugeben, daß die Zionisten einen durchschlagenden Erfolg errungen haben. Von Wahl zu Wahl steigt die Zahl pler zionistischen Wähler, wähjenß die Liberalen nicht einmal imstande spd, ihre bpi den vorangegangenen jüdischen Wahlen in lipfiin erzielten Stimmen zu behalten. Allerdings muß festgesteht werden, daß die Wahlbeteiligung sowohl bei den Wahlen in den Landesverband wie auch bei den Wahlen für die Jüdische Gemeinde nicht einmal die Hälfte aller Wahlberechtigten umfaßt hat, woraus folgt, daß leider ein ungeheurer Teil der jüdischen Bevölkerung an jüdischen Dingen interesselos vorbeigeht. Von den Juden jedoch, die noch irgendwie ein Interesse an jiidisehen Dingen nehmen, neigt sich allmählich eine immer größere Zahl den Ideen eines bewußten, die Arterhaltung betonenden Judentums zu. Bei den Wahlen sollen nach einem aßen Spruch die Stimmen nicht nur gezählt, sondern auch gewogen werden. Wenn man das tut, so kann es keinem Zweifel unterliegen, ejaß unter den liberalen Wählern eine sehr große Zahl vorhanden ist, die an jiidisehen Dingen sehr wenig Interesse nimmt und nur bei Wahlen, aufgestaehelt durch die Propaganda der libenjl.cn Propagandisten zur Wahlurne eilt, um -- den Zio- *1׳!wmw!im1,i1u, uma■ -inan«■■ Der Stein der Weisen Von Dr. E. M. Zweig, Jerusalem. Oft ist man ״elntz laarcz“. Im Qalntli, erstaunt, über Geschehnisse in Palästina, ja über einwandfrei feststehende Tatsachen• von dortigen Gewährsleuten ganz disparate Urteile zu hören, so daß man an den Gewähisleiitcn irre wird, an Erez Israel mul an sich selbst. Wie cs zu so versebiedener Auffassung kommen kam!, mag ein 1fisiö1\h:-n klarzmnacheii versuchen, das Wahrheit und Dichtung in si 11 schließt; Dichtung freilich, die ebenso gut Wahrheit sein könnte. Als ich letzhin nach ein paar Monaten Aiifeulhalts in Enrppa nach Jerusalem heimkehrte, fand ich den ״Rcehow Melecli Georg‘‘, den König-Cieorg-Bpulevard, an dem zurzeit meines Scheidens noch gewerkt worden war, glorreich vollendet. Voll gespannter Neugier und mit frohem Stolz wallte ich vom Bahnhof her auf der neuen Straße dahin, die sich in kühnem Bogen an den Rand des Wipdmiihniügels sc|1miegt und nach dem Stadtquartier Sichron Mosche emporstrebt. Zu beiden Seiten des breiten glattgewalzten Falirdamms läuft der tadellose Steinteppich des Bürgersteigs, umsäumt von zarten Bäumchen, die in der warmen Sonne unseres Ahnenlandes bald laihle Schatten werfen werden. Vom Hügel herab grüßen die schmucken Mauser der vornehmsteu unserer jungen Gartenvorstädte: Rechawia, das dank dieser Straße dein Verkehr erst erschlossen wurde. Und weiterhin führt uns der Marsch an den beiden /innengekrönten Häusern des ״Bezale!“ vorüber, mit der leuchteiideu Menora am Dachfirst, jedem von uns von den alten Natioimlfoudsmarkcii her so wohlvertraut, und nun an dem wimmelndem Bauplatz, vorbei, auf dem für den Zustrom der jüdischen Touristen aus aller Welt der imposante Bau eines modernen Riesenhotels ersteht. Noch ein Blick ostwärts zurück nach den in märchenhaftem Zauber jenseits des Jordans schimmernden Moabiterbergen und wir sind am Ende unserer Forschungsfahrt angelangt, dort wo der neue Boulevard in die obere Jaffastratte mündet. An dieser Ecke sehen wir ein Denkmal aufragen aus schönem Stein, den kundige Hände aus dem Afuttcrschoß des Gebirges Juda gelöst und zu einer stolz geformten Miäiewa gestaltet haben. Mit einer Inschrift in den drei JUEDISCHE RUNDSCHAU nismus zu bekämpfen. Pas Interesse dieser großen bphiebt liberaler Wähler ist somit kein jiidjschpositives, nur ein antizionjstisches. Ihre Beteiligung an der Wahl ist also, das muß leider festgestellt werden, vom jüdischen Standpunkte aus nicht ein Gewinn, sondern ein Schaden, denn hätte man vor ihren Augen nicht den Zionistenschreck aufgericlitet, so wären sie niemals aus eigenem Antriebe dazu gekommen, sich um jüdische Angelegenbeiten oder gar um jüdische Wahlen zi! kümmern. Wenn die Liberalen dje Niederlage dem Umstand zuschreiben, daß die Wahlbeteiligung dort, wo die reichen Juden wohnen, geringer war als im Osten und im Norden, wo die armen Juden leiten, so geben sie damit nur zu, daß als Folge von 70 Jahren liberaler Gemeindeherrschaft in den liberalen Kreisen das Interesse für jüdische Dinge sehr gering ist. Daraus aber folgt gerade, daß die jüdisch weniger Interessierten keinen Anspruch erheben dürfen, die Jüdische Gemeinde zu verwalten, denn für diese Aufgäbe sind diejenigen Juden gerade gut genug, für die jüdische Dinge Primat sind. Die jüdische Gemeinde muß aufhöre״, das Altenteil für jüdische Notabein zu sein, die im allgemeinen politischen Leben abgewirtschaftet haben. Im Bewußtsein, daß die Logik der Tatsachen und die Entwicklung des Lebens für uns spricht, und daß die jüdisch-interessierten Männer und Frauen im deutschen Judentum und in der Berliner Jüdischen Gemeinde in immer stärkerem Maße erkennen, wo Zielsicherheit, Gedankenklai'heit und intensiver jüdischer Wille vorhanden sind, blicken wir den kommenden Ereignissen im Berliner jüdischen Leben beruhigt entgegen. Es ist für uns klar, daß der tatsächliche Kampf in der deutschen Judenheit zwischen Zionismus und Assimilation ausgcfochten wird. Die Assimilation hat mit ihrer jüdischen Politik Sehifflmieli erlitten. Wem Judentum mehr ist als Lippenbekenntnis, der muß sich früher oder später für die positiven Ideen der jüdischen Renaissance, die am schärfsten im Zionismus repräsentiert sind, entscheiden. M. W. Cer neue Keren lajessod-Film Der neue Keren Hajessod-Film, der unter Leitung von Dr. Hans K o 1111 und der Mithilfe von Herrn J. Glaeser durch den Photographen J. Ben-Dow im Laufe dieses Frühjahres in Palästina aiifgcnommcn wurde, ist soeben fertiggestellt warden und hat bei der erste 1 Aufführung vor einem kleinen geladenen Kreise allgemeine Zustimmung gefunden. Der Film war besonders glücklich in der Waid seines Objektes, der Darstellung des Lebens des jüdischen K indes in Palästina von seinen ersten Lcbensmonaten bis zu seiner vollen Ausbildung, sei es in der Landwirtschaft, sei es in Handwerk und Technik, sei es in der Wissenschaft. Das Land in seiner ganzen Fruchtbarkeit und Schönheit im Frühling, die geheimnisvollen dunklen Gassen der Altstadt jenisaiem, das eigenartige Leben in den Keren Hajes§od-Sied- 11111 gen der weiten Emek-Ebe.ie, "das stark puljriercnde Let>G1 des'neuen Tel-Awiw bilden den Ratuiien für’ die Entfaltung einer Jugend, die in Stadt und Land, in Volks- und Mittelschule nach den gleichen Prinzipien einer gesunden Erziehung heranreift. So spiegelt der Film, dessen Aufnahmen technisch sehr gut gelungen sind, das Leben Palästinas in seiner ganzen Vielfältigkeit.‘ (Ziko.) BaebewfflMa |! Jerusalem Wie der ״Dawar“ berichtet, sind dieses Jahr in Jerus s 1 p ni und Umgebung gegen HD Häuser errichtet worden, an denen Tausende vo!1 ■1 i c 111 j ii d i s c 11 e 11 Arbeiternbeschäftigt waren. Bei der Steinmetzarbeit allein waren 500 arabische Arbeiter tätig. Man schätzt, daß nur für die Steinmetzarbeiten 50 006 C ausgegeben worden sind. (An den (>Q neuen arabischen Häusern war natürlich kein einziger jüdischer Arbeiter beschäftigt.) Vor i 1Jahren zählte Jerusalem gegen _ 850 Bauarbeiter. Jetzt sind dort 600 Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt, und 5QP bei Bauten und Steinmetzarbeiten, insgesamt gibt es i!1 Jerusalem 1200 Bauarbeite!•, die Mitglieder der Histadruth sind. Die Aussichten für die neue Batweriode sind günstig, da es keinen Wassermangel gibt. fZiko.) •9r^^rr״!^rxmrrs^3rt!^ssxsBsmmKKSss!BTgsss^ssBases1saasmm!tmmmmm Landessprachen darauf: in der Mitte Englisch, rechts und links Hebräisch und Arabisch; wie ein treuer Vormund, der seine beiden Schutzbefohlenen an Händen hält. Da stellt zu lesen, daß der König-Georg-Boulevard zur höheren Wohlfahrt der heiligen Stadt erbaut wurde unter der Stadtlialterschaff von Herbert Samuel, unter dem Bürgermeister Raghheb Nashasliibi und dem Distriktsgouverneur Ronald Storrs. Weich glii.-lvi ־he Fügung׳! Drei Männer als Repräsentanten jener drei Völker, die .~i:11 zu einem großen Kulturwerk, dein Wiederaufbau PaHkdinas, verbunden haben. Doch was ist das? Der Denkstein ist über und über beschmutzt; mit schwarzer Farbe verschmiert und überklebt. Das Arabische kann man fast gar nicht lesen um! das Hebräische zur Not; nur das Englische ist einigermaßen intakt. Was ist da vorgegangeii? Versonnen bleibe ich stehen; die herrliche Landschaft, die leuchtenden Zinnen und Kuppe!!! Jerusalems, die blauen Moabiterberge versinken in Wolke;! trüber Melancholie. Da legt siel! mir —- liier beginnt die wahrheitsgemäße Dichtung - eine Hand auf die Schulter und neben mir steht ein alter Bekannter aus Oesterreich. In seiner Ichhaften Art spiiej!t er gleich auf mich ein: ,,Nim sagen Sie. ist das!licht unerhört! Diese Araber, wenn sie sich nicht ip Pogromen gegen 11ns Juden austobcii können, dann schwärzen sie unsere altehrvvürdigc Sprache und Sehiift an. Jabotinskv war wieder mal Prophet, als er sie von der Kongrelilribüne herab als die .,Schwarzen“ angeprangert hat . . . “ ״Pardon, Sie sehen doch, das Arabische ist ja noch ärger besudelt.“ ״Ja glauben Sie noch!iiijuci, daß wir Juden uns alles bieten lassen müssen? Aug’ um Aug׳, Zahn um Zahn! Nein, nicht genug: Für einen pogronüerten Juden zwei Araber zur Revanche. Man mag Arzt, Journalist, Jurist und welchen Berufes immer sein, inan mag Sozialist, Kommunist, Misrachist oder Revisionist sein, hier gibt es nur eine Antwort. Wenn •wir nur unsere Legion hätten, sie würden cs nicht wagen! Und sehen Sie nur, die Engländer sind wieder mal am besten weggekommen. Das ist bezeichnend für die Mandatarmacht und ihre Politik: Wenn zwei sich streiten, freut sieh c|er Drjitc. Und sic denken gar nicht daran, diesen Stein zu säubern, diesen Stein der Schande, der Schande Nr. 42 Zur MllltUrfraof Der palästinensische Korrespondent des ״Haolarn“ bcspricht in seinem letzten Briefe die neue Verordnung de! Regierung, durch die ständige Schiedsgerichte hei den Mm! z ■ palitätcn eingerichtet werden können. Durch dieses Gese:/ ist die Möglichkeit einer eigenen jüdischen Gerichtsbarkeit durch die schon ohnedies zum Teil vorhandenen jüdischen Friedensgerichte gegeben. Leider aber, so betont der Korrespondent, machen die Juden fast gar keinen Gebrauch von dieser Möglichkeit, obwohl sie früher stets entrüstet pnotrstiert hatten, daß die Regierung di® Frießensgerichte nicht legalisieren will. — ״Ein anderer Fall, so fährt der Kcrrespondent fort, ist das Grenzkorps... In dieser Sache er. reichte die Aufregung des palästinensischen Judentums den Siedepunkt, tjnd es war bekanntlich sogar notwendig, daß der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weizniann, etwas alikühlcnd eingriff, was ihm auch entsprechenden Unwillen eingetragen hat. Und nun lesen wir in ״Haarez“ folgende Notiz: Die Juden und das transjordanisclie Grenzkorps. Wie wir aus sicherer Duelle erfahren, sind die Nachrichten über besondere Erschwerungen, die den Juden gegenüber bei ihrer Bewerbung um den Eintritt in die Vertejdigungstruppe in Trans Jordanien bereitet werden, im gegenw artigen Moment nicht der Wahrheit entsprechend. Juden werden in der üblichen Weise aufgenommen, ohne jeden Unterschied. Noch eine Woche wird die Rekrutierung der Juden und Araber verlängert. Wer so fährt der Korrespondent des 1״ laolam“ fort — zwischen den Zeilen zu lesen versteht, begreift sofort, daß hier nicht alles gesagt ist ... Und wirklich wäre nötig ge• wesen, nach liiii/uzufügen, daß keine Juden sich zur Rekrutierung meiden. Die Juden kommen einfach nicht; und wenn einige vereinzelte kommen, dann passiert cs wirklich zuweilen, daß dieser oder jener nicht geeignet ist, als Soldat zu dienen. Die Juden melden sicli nicht zur Rekruticrung für die Legion, sowie sie sich nicht melden, um zur Polizei überzugehcii. Jeder einzelne hat sicherlich schwerwiegende Gründe, und wir sind nicht berechtigt, über ihn zu urteilen oder ihn gegen seinen Willen zu'veranlassen, sich zu stellen. Aber wenn die ganze Gruppe nicht einmal imstande ist, zur gegebenen Zeit die geeigneten Leute für den Heerrsdienst zu stellen, wozu dann die ganze Aufregung? Was werden wir tun, wenn man von uns Antwort wegen dieses V! r sagens fordert? Ein einziges derartiges Versagen beraubt so und soviele gerechte Beschwerden, die wir crjieben werden, ihres Gewichtes ...“ Wir haben dieser Darstellung nichts hinzuzufügen. Brief aas Schwede■ Seit dem 1. März wird in Stockholm eine sehr energische Aktion für den Keren Hajessod durchgeführt. Es hat sich ein sehr rühriges Komitee gebildet, dessen Präsident Herr John Josephson ist, während Oberrabbiner Dr. Ehr cif preis als Vizepräsident, Herr Iwan Traugott als Schriftführer und Herr Frank Hirsch als Schatzmeister fungieren. Die Kampagne wurde mit einer Abendveranstaltung in! Hause des Herrn Josephson eingeleitet, an der SO Gäste teilnahmen. Dr. Ehrenpreis hielt eine Ansprache über die Notwendigkeit der Mitarbeit der schwedischen Juden bei der Errichtung des Natioiialheims. Ferner sprach Sven H e d i 11, der erklärte, er sehe die Zeit kommen, wo die Juden Palästina aus jahrhundertelanger» ״Schlaf.■^ wecken ,.:werden. Am darauffolgenden Sonntag wurdg der'f*frn» des Keren Hajessod vor einem zahlreichen und dankbaren Publikum aufgeführt. Die Kampagne wurde eifrig weitergeführt, und jetzt teilt das Komitee mit, daß man de״ Betrag von 91000 Kr. für Palästina gesammelt habe, wovon die erste Hälfte irp nächsten Monat und die andere iin Juni nächsten Jahres überwiesen werden wird. Der bekannte schwedische Schriftsteller Professor Book, ein Nichtjude, beschrieb in einem Brief an Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis die Bewunderung, die ihn beim Anblick der jüdischen Irioniere in Palästina erfüllt habe, die mit Verstand und Kraft unter wirklicher Selbstaufopferung kämpfen, um die Hindernisse zu überwältigen, die sich ihnen auf Schritt und Tritt entgegenstelien. Er hoffe, daß die Juden Schwedens in großmütiger Weise auf den an sie gerichteten Appell antworten und Geld und Sympathie für ihre Brüder in Palästina bereitsteiieu würden. Dr. S o s k i 11 erwarb von der Haifa B a y Compan y ein Landarcal im Ausmaß von 2500 Dunam zwecks Errichtung der ersten Kolonien nach seinem System intensiver Kultivierung. 1.■w ..... wegen unserer Schwäche, wegen unserer von der zionistisehen Bürokratie gezüchteten Schafsgeduld . . . ." ,,Gemach, junger Freund“, unterbrach ich, ״wozu die Erregung? Ich bin zwar nur ein Laie in dieser Schriftdeutpng, aber es steht ja gar nicht fest, ob wirklich Arabei mit der Sudelei begonnen haben. Eher scheint mir das Umgekehlte wahrscheinlich. Ich kam weit im Lande herum, in Gegenden, wo meilenweit in der Runde kein Jude wohnt, und die hebräischen Inschriften aut den Amtstafeln waren überall unversehrt. Wir sind hier in einem jüdischen Stadtvierte! und ich weiß, welch häßlicher Chauvinismus da oft hinter der echten Liebe zum eigenen Volkstum lauert, wie e! schon in den Schulen in die jungen Herzen gcträufell wird . . . ״Ganz recht, mit diesen Barbaren muß man deutsch reden!“ ״Ja, haben Sie denn schon vergessen, mit welchem Ab■ scheu und welcher Entrüstung wir Zionisten damals in Oesterreich cs mitansahen, wenn Deutsche und Tschechen mit solchen Mitteln kämpften? Das ist die Methode, die senkrecht zur Schändung von Grabsteinen führt, wie sic kürzlich Deutsche am Judenfriedhof in Erfurt geübt haben Schon angenommen, die Araber hätten hier mit der Sudelei begonnen, ist es unser, die wir ein Mustcrvolk sein wollen, würdig, in die gleiche Manier zu verfallen?“ ״Was denn, bedanken sollen wir uns bei de« Herren Arabern und bei den Engländern dazu?! Solch feige Argt* mente sehen Ihnen ähnlich . . . .“ ,.Aber verlieren wir uns nicht in persönliches Ge־ zank; um die Sache geht es mir. Uebrigens, Sic tadeln die Engländer, daß sie diesen Stein nicht säubern ließen, Wenn das nicht etwa aus Nachlässigkeit unterblieb, dann müßte ihre hohe Regierungskunst gepriesen werden. Man sollte die Schulkinder des ganzen Lahdes, Juden und Araber, vor diesen Stein, den Sie einen Stein der Schande nennen, führen, damit jene beizeiten beschämt erkennen, wohin uns alle diese Politik der Vergeltung führt. Sic muß wie diesen Ste p so das ganze Land und unser Aufbauwerk mit Schmutz und Schmach bedecken. Wenn dieser Stein das die Jugend unseres Landes lehrt, dann verdient er noch einen anderen Namen: Stein der Weisen.-r —r Nr. 42 Zu V! Die dri die vor ku: Interesse ai letzter Zeit wähnen: L. demonstratj! Tci-Awiw z Sitzungen, d los vor ein mit luteres! darauf sclili lahren atisg geringe 1111 Konferenz 1 Es ist I Ausmaß am kurzen son Zahl der w Frau ist so im Anfangs! langten, wc an eine Li war. Daß c unter diese! schreitende wird in stei entlasten. D a s 1 Kontere ü b c r h a u 1 i c h k c i 11 für die v wie unsere Maße gelö! hier den K erblickt. 11 Erkenntnis Im Wirts nicht me Faktor ( S o z i a I p 0 ist, ergab s der Dcbatt! der sowohl stanzen der samkeit zu\ den Weg c arbeit führ auf gelernt denken. LJ alle jene E Eingiiedertu Mädchen l< obertc in k schaftszwei! sch a f t (i! bis zu ein« gaben. Die und vor al in die e!1t haben. 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