Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 38-39 (18.5.1926)
- Date
- 1926-05-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652820--18279-2676027- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 38/39 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 288 19 denden | Verteilt | eher aber der! 1 ir sein* j rage| lieh, ttes, sich | teilt, hrerl fühl von hing ders liker I über eitle I Die Rede Weizmanns in Tel-Awiw (am 22. April 1026). Nur wenige Stunden bleiben mir, um in Ihrem Kreise m weilen. Dann werde ich dieses Land verlassen und wieder in das Galuth zurückkchrcn. Glauben Sie mir, dal) alle die Segenswünsche, die ich gestern in Jerusalem und heute abends in Tel-Awiw empfangen habe, wie eine schwere Biirde auf mir liegen. Id! fühle deutlich, daß eine große Arbeit, die!mtiiiterbrniTit 11 lag und Nacht zu leisten ist, erforderlich ist, um mich dieser Segenswünsche würdig zu erweisen. Liner der Vorredner sagte: .,Wir fordern nur eine kleine Sache, daß man 11ns unseren Anteil gewahre.“ In der Tat ist diese einfache Forderung, diese elementare Frage, die dieser Versammlung so durchaus klar erscheint, für viele Juden außerhalb dieser Versammlung noch nicht geklart und noch weniger für andere Völker. teil habe gestern in Jerusalem in allgemeinen Zügen die politische Lage skizziert. Ich will heute abend diese meine Ausführungen nicht noch einmal wiederholen. Frfauben Sie mir als׳•, dal» ich hier spreche, die gegenwärtig auf der die die Allgemeinheit beschäftigen, rigsten Frage beginnen; über die Angelegenheiten l'agesordnung stehen und Ich will mit der sei!wie- Telcltaeher Min:• ״ge־| Gelssen nde, tung| wir ssen| יי K Ein-1 eine der! 1te11, i״gmer■ und bleml eine 1des,| : so Iteninnc rden Hose!;01ge ndes Cft- 03• Einden user-| mter ung,l vielt-1 die kann und■ iders erbletn Diese von nicht wish Teint 1׳ung; zu■ sein, iders das• aben r die e zu tützt, sein, Hock Zen■ be• imen!tzen. die der jnkte ings• riem־ Vta- ׳ürde , die oßen hat, nicht :hao* jene , von rare« g Der Frage der Arbeitslosigkeit. Vor meiner Reise nach Palästina schrieben mir einige Freunde, es wäre besser für mich, in einer solchen Zeit im Auslande zu bleiben. Ich glaubte umgekehrt, es würde für mich von Vorteil sein, gerade in einer solchen Stunde in das!.and zu kommen, mich darüber zu informieren, was hier an der Front geschieht, und mit meinen Kollegen zu beraten, was für die Besserung der Lage geschehen muß. Vom ersten Tage an, seitdem ich ins Land kam, haben wir diese Frage aufs ernsteste erwogen, wir sind aber noch nicht zu einem klaren Ergebnis gekommen. Meiner Meinung nach gibt cs zwei Wege, um sie zu lösen. Das eine Mittel besteht darin, die unmittelbare Krisis, in der wir uns gegenwärtig befinden, zu beseitigen. Wir werden uns bemühen, die hierfür erforderlichen Summen zu finden und icli hoffe, es wird uns gelingen. Aber das bedeutet nur eine L ö s 11 n g i m k I c i 11 e 11. Das zweite Mittel ist auf eine ständige Lösung gerichtet. Wir müßten Schritte tun, um zu verhindern, daß wir immer wieder vor dasselbe Problem gestellt werden. Hierfür sind neue Plane und neue Schöpfungen erforderlich, deren Maßstab viel größer sein muß, als wir ihn bisher gewohnt waren. Das ganze Problem zwingt uns zu einem viel tieferen Studium der Situation. Wir befinden uns hier in einer Umgebung von Menschen, die die schwere Pflicht der Verantwortung für die hier herrschende Lage tragen. Verzeihen Sie mir, daß ich Urteile ausspreche, die unsere Herzen beschweren, aber es ist nicht immer möglich, lediglich angenehme Dinge zu sagen. Ich bin der Meinung, daß die Immig r a t i o 11 111'cht unbeschränkt sein k a 11 11. Im vergangenen Jahre haben wir alle Möglichkeiten der Immigration ausgenützt, aber der Jischuw ist noch nicht groß genug und nicht stark genug an Mitteln, um eine Immigration von jährlich 40 000 Seelen 1 erdauen zu können, wofern nicht gleichzeitig ein ganz, beträchtlicher Zufluß von Mitteln von außen erfolgt, tim eine neue Immigration sorgfältig vor- ־zubreiten und ihr eine starke und gesunde Grundlage zu geben, muß die Einwanderung für das nächste Jahr mit größerer Vorsicht organisiert werden. Würde das Volk die Not, den Drang und den Druck ganz mit uns mitfühlen, so wären alle besonderen Maßnahmen überflüssig. Die Immigration nach Palästina würde ihren normalen Gang nehmen. Aber das jüdische Volk, zu dem wir Jahre und Jahre reden, dieses Volk, daß vor sich die gigantischen Anstrengungen der Immigranten und Siedler!sicht, der Chafuzim und der Arbeiter ~ das Volk schätzt!diese Krafianstrcngimg noch nicht so ein, wie cs notwendig I wäre. Dieses Volk versteht noch nicht so stark und tief, wie es sollte, daß auf den Feldern Von Daganja, von Nahalal und von Petaeh-Tikwah und in den übrigen Sicdlungspunkten sich der Anfang der Lösung der allgemeinen jüdischen Frage offenbart. Noch liegt ein langer Weg vor uns, bis das jüdische Volk in voller Erkenntnis der Größe der Aufgäbe die wirklich angemessene Beisteuer für den Aufbau des Landes leisten wird. Wenn es selbst liier in Palästina noch notwendig ist, den Juden an seine Pflicht zu erinnern, zum Keren Hajessod, zum Keren Kajcmeth bei• zutragen - was sollen dann die Juden in Wien und Berlin sagen? Unsere Besten mußten ihre Porten verlassen und sind ins Galuth gegangen. 111 Amerika weilen zurzeit Bialik, Sehmarja Lewin, Reines und seine Freunde und andere. Aber trotzdem sind unsere Einkünfte noch nicht so groß geworden, daß sie eine unbegrenzte Einwanderung /!!fassen würden, noch sind wir nicht in der Lage, die Türen so weit zu öffnen, "ic wir selbst aufs innigste wünschen müssen. Es wäre für den zionistischen Führer natürlich angenehmer, wem! er sagen und ausrufen könnte: ״Kommt uml wandert ein!“ Ich wollte gewiß, daß der Führer käme, der cs verstünde, die Tore Palästi nas mit einem goldenen Schlüssel zu öffnen, t’nd wenn dieser Führer kommen wird, so wird er nicht trst Gewalt anwenden brauchen. .Ihm werden alle Stimmen in allen Versammlungen zufliegen, und ich werde der t r s t c sein, ihm meinen Platz e i 11 z u r ä u in c!1. Aber dieser Mann ist noch nicht gekommen, und wie die Dinge heute liegen, ist es notwendig, sich ein wenig auf den Boden der realen Tatsachen |ר! stellen, sich selbst zu beschränken, uni irgendeine wirkiche, gesunde Schöpfung zu ermöglichen, ich weiß sehr l*'0hl, daß sich unter uns Menschen befinden, die meine Worte 5«nutzen werden, um aus ihnen ein ״System der Schwäche, [ des D e f a i t i s m u s“ abzuleiten. Sie werden sagen, daß >ie all dies schon früher vorausgesagt haben. Aber ihre Prophezeiung war trügerisch. Diese Leute haben nie daran?*glaubt, daß eines Tages nach Palästina 40 000 Menschen!יי einem Jahre wandern würden. Ich fürchte mich nicht ׳,or diesem Gerede über Defaitismus. Der Volksinstinkt und Hie Bewegung sind so stark, daß wir Jeu Dingen mit klarem | Slick ins Gesicht sehen können. 1 Zur Lösung der Arbeitslosen frage sind materielle Mittel hotwendig, sind Anstrengungen erforderlich zur Erschließung neuer Quellen ־,nd Auffindung neuer Wege für die Beschaffung der erforderlichen Geldmittel. Man spricht über eine nationale *"leihe, -- aber die Anleihe wird nicht im Augenblick a"d an einem Tage zustande kommen. Erforderlich ist ein? r ü 1! d I i dies St u d i u m der Angelegenheit und politische u"d finanzielle Vorbereitungen. Solange aber diese An-?*!egenheit noch nicht reif für die öffentliche Meinung und aktive Teilnahme weiter Kreise ist, müssen wir mittlerweile kleinere Geldquelle 11 erschließen, um die dringlichsten 'ürf11iM,c zu hcfrij^igeii. Ich glaube, daß wir mit Einsal׳ ^♦sprechender Bemühungen diese Summen aut der Basis I! Iunseres bisherigen Arbeitssystems beschaffen werden. Ich Die Berliner Gemeindewalilen Ende der liberalen Parteiherrsdiaft — Großer Erfolg der Jüdischen Volkspartei Sieg der Opposition 1■ der Berliner Gemeinde Bei den am 16. Mai stattgefundenen Repräsentanten wählen der Berliner jüdischen Gemeinde wurden insgesamt 50 496 Stimmen abgegeben. Davon erhielt die Opposition gegen die bisherige liberale Parteiherrsdiaft in du Gemeinde 27 244 Stimmen, die Liberalen brachten cs nur auf 21 252 Stimmen. Von der Opposition erhielt die Jüdische Volkspartei 16 370 Stimmen, die religiöse Mittclpaitci 1510 Stimmen, die Konservativen 2001 Stimmen, die Poalc Zion 2115 Stimmen und die liste der Arbeitnehmer '2S0 Stimmen. Demgemäß entfallen auf die liberale Liste: 10 Mandate, auf die Liste der Jüdischen V01ksparte!: 8 Mandate, auf die Liste der religiösen Mittelpartei: 2 Mandate, auf die konservative Liste: 1 Mandat, und auf die Poale Zion: 1 Stellvertreter. Uebcrdics wurden 10 Rcpräsentanten-Stell Vertreter gewählt. Davon entfallen auf die Liberalen 5 Vertreter, auf die Volkspartei 4 Vertreter und auf die religiöse Mittclpartei 1 Vertreter. in Prozenten ausgedrückf, haben die Liberalen, die bisher die absolute Mehrheit bei den Wahlen in die Jüdische Getncinde aufgebracht hatten, diesmal nur 46'0׳״ י der Stimmen, während die vereinigten oppositionell«! Parteien insgesamt 53',; ״'« der Stimmen gewonnen haben. Es ist zu bemerken, daß das in der Wahlordnung vorgeselienc Proport ronal-Wahlsvstcm de honte die Liberalen bcsonders begünstigt; andernfalls hätten die Liberalen nur neun Mandate erlangt, * Zum Vergleich seien die Ergebnisse der vorjährigen Wahlen zum Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden am 1. Februar 1025 herangezogen. Damals wurden insgesamt 48 572 Stimmen abgegeben. Davon erhielt die liberale Liste 24 673 Stimmen, die Volkspartei 14 141 Stimmen, die Mittelpartei 4983 Stimmen, die Konservativen 2754 Stimmen und die Poale Zion 1721 Stimmen. Diesmal haben 2000 Wähler mehr gestimmt als im Vorjahre.!Den größten Gewinn hat die Volkspartei zu verzeichnen, deren Stimmenzahl um 2000 gestiegen ist. Die Liberalen haben trotz der stärkeren Wahlbeteiligung eine Einbuße von ungefähr!500 Stimmen erlitten. Die Poale Zion hat einen Zuwachs von 400 Stimmen und die religiöse Mitteipartei einen Zuwachs von rund 600 Stimmen zu verzeichnen. Die Konservativen gewannen nicht ganz 200 Stimmen. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, daß die Stimmenzahl der * Jüdischen Voikspartei von Wahl zu Wahl im Steigen bcgriffen ist, während die Liberalen in der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands dauernd an Boden verlieren. Von der Jüdischen Volkspartei erscheinen gewählt: Als Repräsentanten: Dr. Alfred Klee, Dr. Heinrich Löwe, Hans Goslar, Markus Hornstein, Dr. Artur Rau, Gustav Löss er, Lina Wagner-Tauber. Dr. Abraham Löb, Als Stellvertreter: Arthur Rothenberg, Moses Waldmann, Philipp K o z o w e r. Von der Poale Zion ist gewählt als Stellvertreter: Dr. Oskar Cohn. Von der Mittelpartei sind gewählt als Reprisen tauten: Rabbiner Dr. S. Weiße und Geheimer San.-Rat Dr. Julius Stern und als Stellvcrtreterin Frau Dr. Eschelb a c 11 e r. Von den Konservativen ist gewählt als Reprisentaut Herr Moritz A. Loc b. Von den Liberalen sind gewählt als Repräsentanten: Justizrat S o n 11 e 11 f e Id, R.-A. S t e r n, Frau Falke nberg, Prof. Türk, Moritz Rosenthal, Wilhelm Marcus, R.-A. Dr. Scligsohn, Emil P i n k 11 s, Direktor Dr. Gutrnann und Dr. S, London. Als Stellvertreter sind gewählt: Dr. med. Fleischer, Stadtrat Herzberg, Dieser I:!1 re n r e i c h, O s t b e r g und Frau Bianka H a m b 11 r g r r. Zum ersH'11 Male sind zwei Fr,men in die Gemeinde als Repräsentantinnen (t rau W agncr-Tauber und Frau I a I - kenberg) und zwei trauen als Vertreterinnen (Frau Dr. Eschelbach er und Frau Hamburger) gewählt. * Der Ausgang der Wahlen in der fühlenden jüdischen Genieimlc Deutschlands, in Berlin, bedeutet einen kaum erwarteten Sieg der jüdischen .SdkMbosiiimiiig in Deutschland. Man kann ohne Ucbertreibmig sagen, daß durch diesen Sieg der seit vielen Jahrzehnten anhaltend•' Verfallsprozeß in der deutschen Judenheit ein Ende gefunden hat. Der Erfolg der Wahlen für die jüdische Gemeinde bedeutet einen Wendepu 11kt in der jüdischen Politik, nicht nur der Berliner Judenheit, sondern des gesamten deutschen Judentums. Durch den Ausgang der Wahlen ist die Parteiheirscliaft einer einzigen Richtung in der Berliner Jüdischen Gemeinde zu Ende gegangen. Der Weg ist jetzt frei für eine ehrliche, auf demo kratisclien Grundsätzen errichtete Koalitions-Regierung in der Berliner Jüdischen Gemeinde. Die Wahlen haben zweifelsfrei ergeben, daß die Kräfteverteilung innerhalb der Berliner Judenheit dermaßen gestaltet ist, daß nur ein einträchtiges Zus a m m e n w i r k e 11 aller Parleicn geboten erscheint. Die Alleinherrschaft der Liberalen in der Berliner Jüdischen Gemeindc ist gebrochen, die Balm für gemeinsame Arbeit im Geiste echter Toleranz, und Respektierung aller Riehtungcii innerhalb der Berliner Judenheit ist geebnet. Der Verlauf und das Ergebnis der Wahlen haben gezeigt, daß das Berliner Judentum begriffen hat, worum es geht. Die deutliche Absage an die rein vcrwaltimgstechnische Praxis, durch die die bisherige Herrschaft der Liberalen gekennzeichnet war, ist ein Beweis, daß die jüdischen Massen trotz, der vorangegangenen jahrzehntelangen Stagnation Verständnis für die neuen Ideen haben, von denen die Judenheit der ganzen Welt ergriffen ist. Der Sieg der oppositionellen jüdischen Parteien in Berlin ist ein Bekenntnis der deutschen Judenheit zu dem Gedanken der jüdischen Regeneration. Der Erfolg der Opposition wird in allen Judenzenfren der Welt mit Freude aufgenommen werden. Die Berliner Jmlenlieit, zahlenmäßig und intellektuell bedeutsam, hat ihren Willen kmidgcgeben. die Zusammenhänge mit den Volksgenossen in der ganzח־.׳ Welt zu wahren. Besonders erfreulich ist der eklatante Erfolg d 1־ Jüdischen Volkspartei. Sie hat den größten Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Ihre vom Zionismus genährten Ideen haben stetig fortgewirkt. Die Jüdische Voikspartei hat die Zahl ihrer Mandate vermehren können und als stärkste der bisher oppositioncllen Parteien lastet nunmehr auf ihr der größte Teil der Verantwortung für die Führung der Geschäfte in der Berliner Jüdischen Gemeinde. Sie unterzieht sich dieser Aufgäbe freudig und mit dem Willen, mit allen Richtungen im Berliner Judentum zusammcimiwirkcti zum Wöhle der Ge* samfgemeinde. Der Erfolg der Jüdischen Volkspartei ist der aufopferungsvollen Arbeit ihrer Anhänger zu verdanken. Insbesondere sind da die Jugendverbände zu nennen. Die jahrzehntelange Arbeit des Zionismus in organisatorischer Beziehung hat ihre Früchte getragen. Die Opferwilligkeit besonders der Sport- und Turnvereine hat der Jüdischen Voikspartei jenes große Heer von freiwilligen Mitarbeitern gestellt, die den Löwenanteil bei der Erringung des Sieges auf ihr Konto buchen können. Unvergeßlich werden für alle Mitarbeiter bei den Gemeindewählen, die großen Versammlungen am Vortage der Wahl und am Walllabend in der Großen Stadthalle bleiben. Viele Tausende Wähler und Wählerinnen tauschten stundenlang den Ausführungen der Redner. Am Abend des Wahltages war zunächst nur unzweifelhaft, daß die jüdische Volkspartei einen großen Erfolg errungen hatte. Das Endergebnis, demzufolge die liberale Alleinherrschaft in der Gemeinde gebrachen ist, war noch nicht zweifelsfrei bekannt. Aber schon der Erfolg der Jüdischen Volkspartei genügte, um Stürme der Begeisterung hervorzurufen. Bis um Mitternacht standen viele Tausende Wähler in und vor der Stadthalle in beängstigendem Gedränge und bejubelten die Führer und die gewählten Mandatare der Volkspartei. Unmutig wurde von der Ver- Sammlung das Gelöbnis abgelegt, im Ausbau der Partei- Organisation zusammciiziisteheit und die unermüdliche Arbeit für den Gesundungspro/cß innerhalb der jüdischen Gesell- | Schaft fortzuführen. M. W. glaube ferner, daß wir gemeinsam mit anderen Institutionen für die Ordnung der finanziellen Angelegenheiten Rat finden werden. Vielleicht werden wir dann noch am Schluß des Sommers und bei Beginn des Winters mit einem Teil der großen Arbeiten beginnen können, die nur auf arbeitsbereite Hände warten. Ich sage dies alles nicht, um die Arbeitslosen zu beruhigen, aber icfi will hier öffentlich erklären, daß die Frage nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden wird, bis sie, und zwar in naher Zukunft, ihre Lösung gefunden haben wird. Die zionistische Exekutive und ihr Präsident werden alles tun, was in ihrer Kraft steht, um die Lösung zu beschleunigen. Und nun, meine Herren, gestatten Sie noch ein Wort über die Frage, über die ich während meines Besuches in Palästina so viel gelesen habe: ich meine die Frage unserer Beziehungen zur Regierung. Die Angelegenheit der Gendarmerie dient allen diesen Erörterungen als Grundlage. Man hat diese Angelegenheit bis zum Grunde ausgebeütet, man hat sie nach allen Seiten hin gewandt und kommentiert. Ich weiß nicht, ob die Regierung Palästinas den Fehler absichtlich oder unabsichtlich begangen hat. Ich bin überzeugt, daß die hohe Beamtenschaft unseren Rechten nicht zu nahe treten wollte. Ich glaube mit Sicherheit annehmen zu können, daß der High Commissioner sein Amt im Einklang mit den Anweisungen der Zentralregierung versieht. Es ist ein großer Fehler geschehen , und wir werden immer unsere Rechte wahren, wo wir sie herabgemindert sehen. Aber wir scheu auch, daß man sich bemüht, diesen Fehler zu verbessern. Wappnen wir uns also mit ein wenig Geduld, warten wir ab, wie die Korrekturen, die die Regierung vornehmen will, 1'!1 Wirklichkeit :!iisschon werden. Wir «erden über diese Angelegenheit auch mit der Zentralregierung und dem Völkerbund sprechen. Wir werden nicht Wr.Ght leisten. Ich bitte Sie aber noch einige Worte anzuliörcn. die ebenfalls zu der eben behandelten Frage gehören. Bei meinen Besprechungen mit der Zentndregicrmig und der Regierung Palästinas habe ich klar und deutlich erklärt, daß wir beabsichtigen, unsere Arbeit in Transjordanien einzuleiteu. Wir erblicken i;1 Transjordanieii die östlich; n Teile Palästinas, aber der Weg über die Alienbv-Brück«, auf der wir den Jordan überschreiten werden, wird nicht mit Waffengewalt gebahnt werden, sondern mit jüdischer Arbeit und mit jüdischem Pfluge. Nicht mit Speer und Revolver, sondern nur gestützt auf den g u t e 11 Will c n bei d c r Völker, der Araber uml der Inden, und bei gemeinsamem Einsatz der Kräfte beider, werden wir die Aufgabe erfüllen können. Jeder Schritt, jedes Wort, jeder Artikel, jede Zeile, die rnn in tmrich'igcr Form;-c'neibt, kann alles wieder cinreillen, was wir durch unseren Einfluß aufgebaut haben, kann den Weg zerstören, auf dem wir vorwärts zu schreiten trachteten. Drum denken Sic wohl: Z w e i Wege liegen vor Ihnen. Der ehe meint FortsctziMg uml erneu 1 in!g;in ד fr:'!F ein■!! Arbeit, der zweite - Argumente der absoluten Gewalt. Sie sind klug genug, um sielt ein eigenes Urteil bilden zu können