Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1926)
- Date
- 1926-05-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr, 37 jUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 283 Zum ״Monat der Organisation“ Zionismus and Weltanschauung Von Dr. Hans Bloch. Wir sagten früher gerne: der Zionismus ist keine Partei, er ist eine ״Weltanschauung“. Wir wollten damit zunächst bekunden, daß wir den bestehenden jüdischen Parteien nicht ein neues Gebilde gleicher Art zugesellen wollten, daß wir vielmehr die gesamte Juden frage aus einem neuen Zentrum zu betrachten und zu bewegen suchten. _ Wir wollten auch wohl erklären, warum es innerhalb des Zionismus einander entgegengesetzte Parteien geben könnte, die dennoch auf dem Roden gemeinsamer Anschauung stehen. Aber dieser Satz birgt ernste Probleme. Um ihnen gerecht zu werden, müssen wir zunächst die paradox erscheinende Antithese aufstellen: historisch und tatsächlich betrachtet bedeutete der Zionismus zunächst das Bestreben, die Lösung der Judenfrage von weltanschaulichen Verknüpfungen zu befreien. Es gab schon eine Wendung allgemeinerer Art, die Weite verhieß und Enge erzeugte, man sprach von der ״Weltanschauung des Judentums“. Das Judentum als religiöse Weltanschaumig ist unbestreitbar ein einmaliges eindeutiges Gebilde. Doch gerade wo die religiösen Grundlagen erschüttert waren, unterschob man als Substrat eine ״Weltanschauung“ und bald identifizierte man damit die jeweils gewünschte, intellektuell oder gefühlsmäßig ersehnte, bildungsmäßig gewöhnte, wohl auch als fördernd empfundene Meinung. Vom Monotheismus rationalistischer Prägung bis zur herrschenden politischen Doktrin gab es keine Weltanschauung, die nicht für das Judenturn als dessen Schöpfung und eigentlicher Kern reklamiert wurde. Ich selbst hörte eine ״Versöhnungstagprcdigt“ ein Jahr nach Kriegsende, die vom Glücke des Judentums sprach. Der Judenheit zwar gehe es sehr schlecht, meinte der Redner, doch erlebe das Judentum den Triumph seines Kerngedankens, der sozialistischen Idee. Von weltanschaulichen Wendungen erwartete man auch die Lösung der Judenfrage. Wenn nur die religiöse Toleranz, siegte, die nationalen Gegensätze schwänden, der Geist universalcr Menschlichkeit sich vollendete, dann mußle der Judenhaß verschwinden, die Judenfrage gelöst sein. Das ging wieder bis zu Nuancen lokaler Färbung. Wer in Preußen wohnte, erwartete alles Heil vom Zusammenbruch des Obrigkeitsstaates. Herzt hat den Zusammenhang klar gesehen. Wenn er den Zionismus vor den Machthabern rechtfertigen wollte, so hob er hervor, daß die Judennot die jüdische Intelligenz in die Arme des Sozialismus treiben mußte. Er war kein Sozialist, aber er war sicherlich ein ״Liberaler". Lind er erkannte dennoch, daß auch der Liberalismus mit allen Beglückungen am Judentum vorübergehen mußte. Er wandte sich dem ״Nationallsmus“ zu. Und auch diese Wendung hatte nichts zu tun mit einer ״nationalistischen“, etwa dem Liberalismus entgegengesetzten Weltanschauung. Er wollte nichts anderes, als dem Judentum die Freiheit zurückzugeben, die Freiheit des Lebens, die Freiheit der Anschauung und die Freiheit der Wahl. In anderer Gestalt sah Achad Haam die Judenfrage. Auf der einen Seite stand das traditionelle Judentum, die Orthodoxie, die das Judentum im für uns weiteren Sinne schlechthin mit der religiösen Weltanschauung und allen ihren historisch gewordenen Formen identifizierte. Ihr setzte sich entgegen die Reform, die das Dogma westlicher Bildung an die Stelle des religiösen Dogmas schieben wollte. Und Achad Haam sah die Lösung nicht in der Entscheidung für die eine der beiden oder eine dritte begriffliche Umrissene ״Weltanschauung“, er sah die Erlösung in einer innerlichen Befreiung, Verflüssigung und Verlebendigung des erstarrten und erstorbenert Judentums, in der Möglichkeit neuer Gestaltung aus eigenem Trieb. Hier aber ist der Doppelsinn des Wortes ״Wdtanschauung“ aufzudecken. Wie wir cs bisher brauchten, hat es den Sinn begrifflich festgelegter Meinung über die Dinge der Allweit, oder wenigstens eines Systems der geistigen und kulturcllen Fragen, die das Judentum und den Juden angehen können. So gesehen, erfährt auch der Satz, von dem wir ausgingen, eine merkwürdige Umkehrung. Die sogenannten ״Parteien“, die in der ״weltanschaulichen" Richtung׳ des Zio- Tiismus sich vereinigen, sie erweisen sich vielmehr als Vertreter von Weltanschauungen, die in der Bewegung des Zionismus sich durchsetzen wollen. Darin gerade liegt ihre innere Berechtigung. Denn daß der Zionismus im Wesen mit keinem fertigen System identisch ist, so wenig wie das Judentum mit einer seiner Gestaltungen (oder alles Leben mit einer seiner Aeußerungen), bedeutet nicht, daß er zielstrebiger Anschaumigen entraten kann. Der Zionismus ist die Bewegung des Judentums, getragen von Menschen, die Leben gestalten wollen. Der Wille des Gestalters muß das Ziel in intellekiueller Klarheit vor sich stellen, denn die Allgemeinheit und Verschwommenheit kann nichts gestalten. Nur wenn wir die Bewegung von außen betrachten, sehen wir, daß sie alle Forinen auflöst wie aufnimmt, in allen ist und über alle hinweg geht. Darin steckt nun aber letzten Endes doch wieder Weltanschauung in anderer Wendung, und wir meinen, das ist. die Weltanschauung des Zionismus — nämlich die Art, die geschichtlichen Erscheinungen oder zum mindesten doch das Leben des Judentums anzuschauen, von der bewußt oder 1111־ bewußt jeder Zionist ausgeht. Es gäbt einen Sinn des persönlichen Lebens — oder, was dasselbe ist: das Leben jedes einzelnen Menschen kann sinnlos sein. Es ist sinnlos, wenn es nur sich selbst fristet, eine Kette von Bedürfnissen und Befriedigungen bleibt. Es ist sinnlos, wenn es unter fremdem Gesetz steht, abgebogen wird und sich selbst nicht findet. Es ist sinnlos, wenn es fertig geprägte Formen mechanisch umschließt und als Last oder Füllung mit sich trägt. Es hat den Sinn, den es gewinnen oder verlieren kann: Zusammenfluß von Quellen zu sein zu lebendigem Strom-Brennpunkt, der Strahlen zum Bilde sammelt. Es gewinnt den Rang eines Geisteslebens, wenn es die Welt als Frage vernimmt und Antwort gibt, in welchen Tön«! auch seine Rede klingen mag. Das ist, wohl verstanden, der Sinn des Einzellebens, von der Idee aus gesehen — nicht etwa ist cs der Sinn der Idee, Aeußerung eines Lebens zu sein. Das Leben der Nation aber hat eigenen Sinn und Rang. Ts ist ein Zusammensein von Menschen und nicht nur ein Beisammensein. Wie immer das Werden und die Form empirisch herzuleiten sein mag, in seinen Aeußerungen und Lebensgesetzen ist das Volk eine Person. Uns gilt es, dem Judentum die persönliche Freiheit und seinem Leben den Sinn zurückzugewinuen. Wenn wir die Antwort auf die Judenfrage geben, so wird das Judentum seine Antwort auf die Frage der Welt geben, es wird Ideen gestalten. Die Ideen unteremander zu vergleichen, ihr eigengesetzliches Leben zu erforschen, ist eine Frage der Philosophie — in allen Ideen ״die“ Idee des Judentums zu suchen eine geschfchtstheoretische Bemühung, die nach Zeit und Umständen wechselndes Ergebnis zeitigen wird. Der Gestaltung Möglichkeit zu geben, ist unsere Aufgäbe, ist unseres Lebens Sinn. Die kulturelle Senduag des Misrachi Von Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin, Vorsitzender des Deutschen Landesverbandes ״Misrachi“. Uns, die wir tagtäglich in der zionistischen und misr.v eliisfisehen Arbeit stehen und es nicht verschmähen, auch die kleinen Steine zum Bau herbeizutragen, gibt dieser ״Monat der Organisation“ neue Pflichten. Aber trotz dieser Mehrbelastung begrüßen wir ilm, weil wir meinen, daß konzentrierte Tätigkeit und eruptive Leistung uns weiterbringt als das ruhige Gleichmaß der übrigen Tage. Auch dürfen wir wieder einmal die Blicke über den relativ engen Bezirk der konkreten Aufgaben, die uns die Verhältnisse stellen, hinausheben und selbst Ziele setzen und so Befriedigung darin finden, daß wir ein wenig die Schmiede unseres eigenen Schicksals sind. Wieder können wir einmal zu all denen sprechen, die ihr Ohr uns nicht schroff verschließen, und hoffen, daß sie hören. Vielleicht werden wir um so mehr Gehör finden, je höher wir die Forderungen stellen. Deshalb sei Kritik das erste Wort. Es muß besser werden überall und nicht zuletzt im Misrachi. Milde Richter werden für Erlahmung und Mattigkeit Entschuldigungen finden: immer folgten Zeiten großer Anspannung eine Periode der Ermüdung, physiologisch und psychologisch. Wir lassen das nicht gelten. Nicht darum sind wir Zionisten geworden, um uns mit dieser normalen Gesetzmäßigkeit zufrieden zu geben. Wir alle — und gewiß der Misrachi — folgen doch ethischen und religiösen Impulsen, und diese sind doch dazu berufen, Tiefpunkte zu überwinden. Optimismus, der seine Wurzel im Psychologischen hat, ist zu erschüttern. Glaube und Zuversicht, die im Ethisch- Religiösen wurzeln, sind unvemichtbar. An dem mangelnden Fortschritt in unseren Reihen sind alle mit verantwortlich: Führer und die breiten Massen. Aber um ehrlich zu sein; die Massen mehr als die Führer. Und um nicht des Affekts verdächtigt zu werden: die übermächtigen Milieubedingungen nicht minder (ich denke dabei weniger an wirtschaftliche als an soziologische usw.). Leider unterliegt das jüdische Volk in der Diaspora ihnen viel mehr, als wir zuzugeben geneigt sind. Die allgemeine geistige Situation ist an dem mangelnden Gedeihen mitschuldig. Die eigenartige kulturelle Linie, der der Misrachi folgt, findet in unserer Gegenwart wenig Anklang. Des Misrachi Prosperieren setzt bei aller jüdischen Leidenschaft eine Atmosphäre sachlichen Denkens und weitgehender Toleranz andersartiger Gedankengänge voraus. Die tief von innen heraus vollzogene Einheit aller wahrhaft jüdischen Kornplexe, die Bejahung jüdischer Zukunft im jüdischen Lande unter der Herrschaft jüdischer Lebensformen, die Wendung zum jüdisehen Kulturschaffen, das keine Feindschaft gegen Wissenschaft und Kunst kennt, dabei aber die Fruchtbarkeit unserer ureigensten Domäne, der Halachah (die nicht unbeweglich ist, sondern der Wurzel des Wortes und dem Wortspiel ״Halachoth und Halichoth“ entsprechend, schreitet) für dieses Schaffen erfaßt, gedeihen schlecht in der Luft unserer Tage. Denn überall ist sie vergiftet durch die fanatische Einseitigkeit und durch eine geistige Versimpelung, die nur billigen Schlag- Wörtern günstig sind. Ich habe auch für Einseitigkeiten Verständnis und weiß ihre treibende Kraft zu schätzen. Aber immer wieder gebührt der Richtung der Vorrang, die in starker Aktivität zur Harmonisierung drängt. Es ist unendlieh viel schwerer, den relativen Wahrheiten der extremen Richtungen auf mittlerer Linie gerecht zu werden, als jene zu propagieren. Das aber will und soll der Misrachi, wie oft auch sein Ziel intra und extra moros verkannt und verfehlt worden ist: Er will im Geiste der Tradition alle nationalen Ideale im Einklang mit allen Brüdern verwirklichen. Es ist seine historische Sendung, die Orthodoxie zurechtzuweisen, wenn sie die Einheit der Nation und die lebensnotwendigen nationalen Aufgaben preisgibt, und ebenso muß er die im Zionismus geeinigten Juden mahnend auf die Heiligkeit der Tradition hinweisen. Er darf nicht klagen, wenn er deswegen zum Prügelknaben wird. In diesem Monat der Selbstbesinnung aber erinnere ich die Misraehisfcn an ihre große kulturelle Pflicht, den Weg der geistigen Gesundung für das jüdische Volk zu bahnen, der unendlich schwer und entsagungsvoll ist, an dessen Ende aber der Segen steht, den Gott entboten hat: Leben bis in die Ewigkeit, der Ewigkeit der geistigen jüdischen Nation. Unsere zionistischen Freunde und alle jüdischen Brüder mögen dieses unser Kulturstreben erkennen und würdigen. Selbst diejenigen, welche grundsätzlich die jüdische Tradition anders bewerten als wir, müssen die große Bedeutung einer Geistesrichtung würdigen, die fraglos dem Volksfrieden (auch dem Völkerfrieden) hervorragend dient, graue Vorzeit mit ferner Zukunft verbindet, und doch nicht müde erstarrt, sondern stets jugendlich neue Triebe ansetzt. Idee üad Organisation Eine k r i t i s c h e Ijar-Betraclitung. Von Hubert Pollack. I. Wir stehe» in der Ijar-Aktion. Sie ist ein Akt zionistischer Selbstbesinnung, kein unbedenklicher Versuch, weil Gefahr besteht, daß cs bei der ideologischen Autosuggestion bewendet. Und Coucs Methode ist in der Politik imbrauchbar. Man kann zwar durch eine geschickte Rede, die noch nicht _ einmal gut zu sein braucht, eine Volksversammlung mitrrißen, aber man kann nicht durch Propaganda — und wäre sie die geistig höchststehende — die Anhänger einer politischen Idee, die durch Wirtschaftsnot zermürbt und durch politische Mißerfolge verstimmt sind, zu freudiger Aktivität bewegen. Propaganda erweckt bestenfalls Begeisterung, Füllrung erst erweckt Leistung. Und politische Führung heißt nicht Vor-Reden, sondern Vor-Tun. Bei seinem Erscheinen war der ״Judenstaat“ eine politische Schrift hohen Ranges. Erst durch den Baseler Kongreß wurde er ein historisches Ereignis, wurde er die Fahne» der alle aufrechten Juden folgen. Die Ijar-Aktion ist ein großer propagandistischer Versuch. Erst durch eine sofort nachfolgende Tat wird sie eine politische Leistung. Ohne diese war sie — trotz aller geistigen Klärung, die sie herbeigeführt, trotz aller Begeisterung, die sie geweckt hat — letzten Endes nur ein Stoß fns l eere. Welche Tat ist möglich? H. Die gegenwärtige zionistische Krise ist eine doppelte: Organisationskrise und Wirtschaftskrise. Zwischen beiden bestehen gewisse Zusammenhänge, deren Analyse hier gleichgültig ist. Während aber die Wirtschaftskrise durch außerzionistische Faktoren mitbestimmt, daher nicht durch den Willen der Zionisten allein zu beheben ist, erscheint die Organisationskrise als rein innerzionistische Angelegenheit. Seit dem XHI. Kongreß immer wieder verschleppt, hat sie sich in den letzten Monaten mehr und mehr zugespitzt. Ihre Ueberwindung ist die entscheidende zionistische Tat, ist ein wirksameres Mittel, die Flammen zionistischer Begeisterung wieder zu entfachen, als zündendste Reden und Artikel. Sie ist das einzige wirksame Mittel. Man hat, besonders in letzter Zeit, die Krise gern auf außenpolitische Mißerfolge, Mangel an neuen, unverbrauchten Fübrerpersönlichkeiten und das Fehlen eines tragfähigen Reglerungsblocks zurttckgeführt. Das Fehlen einer Majorität und der Mangel an Führern sind überhaupt keine Ursachen, sondern nur Symptome. Und was die außenpolitischen Mißerfolge angeht, so sind auch sie größtenteils nur Symptome oder Folgeerscheinungen der Organisationskrise. Die zionistische Situation und die zkmistschen Aufgaben sind heute andere als zu Herzls Zeiten. Damals war Palästina nur Objekt einer zionistischen Politik, deren zentrale Aufgabe darin bestand, die öffentlich-rechtliche Sicherung für die Heimstätte des jüdischen Volkes zu erwirken. Diese Aufgabe war rein außenpolitisch, nur in der Gallith und von der Galuth zu lösen. Aut sie hat Herzl die Zionistische Organisation »!geschnitten. Heute liegen die Dinge anders. Der Palästina-Aufbau ist die zentrale Aufgabe der Organisation und Palästina selbst ist aus dem Nur-Objekt zu einem Auch- Subjekt — und noch dazu einem hervorragend wichtigen — der zionistischen Politik geworden. Der politische Schwerpunkt des Zionismus ist von der Außenpolitik in die Innenpolitik verlegt worden. Aber die Zionistische Organisator' ist im wesentlichen unverändert geblieben. Das ist di' ׳ scheidende Ursache der Organisationskrrir Wie ist sie zu ändern0 ^\\ den b ז bei Euren Bekannten, auf allen Versammiunsen und durch Hausbesuche in der Schekelwoche vom 9.-16. Mai Die Zionistische Organisation hat zwei Aufgaben: Ideen- Propaganda und Palästina-Aufbau. Für beide ist sie in ihrer heutigen Gestalt nicht mehr recht geeignet Träger des nationalen Palästina-Aufbaues sind die Fonds und die Arbeiterschaft. Die Arbeiterschaft ist das aktivste und bestorganisierte Element des Jischuw, die stärkste Gruppe der Assefath hanhveharim. Sie ist der Teil der Bevölkerung, der sich bewußt national einordnet und durch seine Lebensgestaltung, durch Hebraisienmg und Produktivierung die Regeneration unseres Volkes am meisten fördert. Sie ist dasjenige Element, das im volkswirtschaftlichen Sinne unbedingt produktiv ist und das der Unterstützung durch die Fonds, zum3I durch den Keren Hajessod, am meisten bedarf, weil es ihm an Kapital fehlt. Die Entscheidung üb! r die Verwendung der nationalen Gelder liegt aber in den Händen eines Kongresses, der gerade alle zwei Jahre einmal auf ein paar Tage Zusammentritt und auf dem die Arbeiterschaft durchaus nicht ihrer Bedeutung in Palästina entsprechend vertreten ist, während diejenige Gruppe, welche die meisten Gelder aufbringt, die stärkste Fraktion bildet. Die Konsequenz dieses Zustandes ist, daß diese mit Rücksicht auf ihre Sammelerfolge die Führung der Bewegung für sich zu beanspruchen beginnen, während die Arbeiter — im Glauben, ihre notwendigsten Forderungen auf dem Kongreß nicht durchsetzen zu körinen — sich darum bemühen, wirtschaftlich möglichst stark und dadurch von den Subventionen der Organisation möglichst unabhängig zu werden. Der Fehler besteht offenbar im Budgetrecht des Kongresses. Während in anderen Parlamenten die einzelnen Positionen des Budgets von Spezialisten der Fraktionen wochenlang mit einiger Sachkenntnis geprüft, in den Fraktionen und in den Ausschüssen beraten und selbst dann oft genug noch vom Plenum in einem Sinne beschlossen werden, dessen volkswirtschaftlicher Wert zweifelhaft erscheint, sollen auf dem Zlonlstenkongrcß, Menschen, die . Budget für Palästina beschließen! Das ist natürlich nicht möglich. Man wende nicht ein, dem Kongreß müsse das prlamentarische Kontrollrecht gewahrt bleiben. Wenn die Völker der Welt, die über, ein normal koostüidertes Staate-