Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 34 (4.5.1926)
- Date
- 1926-05-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 257 Die Wahlen ln die indische Gemeinde Die Wihlerversammlungen, Für die am 16. Mai stattfindenden Wahlen in die Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde gibt sich in der jüdischen Wählerschaft ein lebhaftes Interesse kund. Es zeigt sich wiederum sinnfällig, daß infolge des neuen Zuges, der durch das Auftreten der Jüdischen Volkspartei Im jüdischen Gemeindeleben Berlins hineingetragen wurde, die jahrzehntelang interesselos an den Angelegenheiten der Gemeinde dahinlebenden jüdischen Wähler zu begreifen beginnen, daß die Jüdische Gemeinde berufen ist, sehr wichfige Aufgaben im modernen Sinne zu erfüllen. Die Teilnahme der jüdischen Wählerschaft kommt schon am Anfänge der Wahlbewegung stark zum Ausdruck. In den bisher stattgefundenen Wählerversamm'ungen der Jüdischen Vo'kspartei waren Männer und Frauen zu sehen, die sich sonst von einer aktiven Teilnähme am jüdisch-politischen Leben fernhalten. Dank dem Umstande, daß die neue Wahlordnung, in jahrelangem Ringen von der bisher herrschenden liberalen Richtung ertrotzt, auch den Frauen und den Ausländern die Möglichkeit gibt, ihren Willen bei der Gestaltung der Verwaltung der Jüdischen Gemeinde zum Ausdruck zu bringen, ist das Interesse für das jüdische Gemcindelcben in weite Kreise getragen worden. In den Versammlungen erkennt man erst recht, welchen Anklang־ alle Forderungen der Jüdischen Volkspartei bei den jüdischen Massen finden. Insbesondere sind es die Frage der jüdischen Schule und die Forderung nach Demokratisierung des Gemeindelebens und nach Ausbau der sozialen Institutionen, die von den Wählern warm begrüßt werden. Auch ist festzustellen, daß die Auffassung der Jüdischen Voikspartci von der Notwendigkeit, die Zusammenhänge zwischen den Juden der ganzen Welt zu wahre n, und die Verbindungen mit allen Teilen des jüdischen Volks inniger zu gestalten, tiefem Verständnis begegnet. Schließlich kommt in den jüdischen Volksversammlungen zum Ausdruck; daß die Berliner Judenheit trotz der Angriffe der Assimilation gegen den Palästina-Aufbau der Tatsache des werdenden Palästina mit lebendiger Anteilnahme gegenübersteht und den ernsten Willen hat, nach Maßgabe ihres Könnens und Vermögens zu diesem großartigen Aufbauwerk der Gesamtjudenheit beizutragen. Die Kritik an der bisherigen Herrschaft der liberalen Mehrheit findet in aen Versammlungen stürmische Zustimmung. Es sind nicht so sehr die einzelnen Ver- Stöße und Unterlassungssünden der bisherigen liberalen Verwaltungsmehrheit, die 1m Zentrum der volksparteilichen Kritik stehen als der Geist der Resignation bezüglich jiidischer Fragen, der jahrzehntelang in dem Wirken der Liberalen zum Ausdruck kam und der nunmehr von der Wähler- Schaft scharf verurteilt wird. Im politischen Leben ist der Maßstab für die Befähigung einer Partei öffentliche Geschäfte wahrzunehmen, nicht die persönliche Anständigkeit und der gute Wille der Vertreter dieser Partei, sondern die Erfolge der Herrschaft der betreffenden Partei. Und in dieser Beziehung haben die Redner in den volksparteilichen Versammlungen leider genügend Material zur Verfügung, um darzutun, wie verhängnisvoll die schrankenlose Herrsahaft der Liberalen bisher für das gesamte deutsche Judentum gewesen ist. Die Verödung des jüdischen Gemeindelebens, die immer stärker in Erscheinung tretende Flucht aus dem Judentum auf dem Wege der Taufe und Mischehe, die Entjudung der heran* wachsenden jüdischen Jugend — all das ist von den Liberaien tatenlos und resigniert hingenommen worden. Mit -Recht wurden die Liberalen in den Versammlungen als " ״V e r w a 11 e r eT n e r K o n k u r s m a s s ff* bezeichnt -Denn tatsächlich haben sie durch ihr Gebaren die Jüdische Gemeinde dem Konkurs entgegengebracht Die jüdische Wähler- Schaft hat kein Verständnis dafür, daß die Jüdische Gemeinde von den Liberalen zu einer Stätte für Betätigung von Notablen gemacht wurde, die aus verschiedenen Gründen auf der Arena der allgemeinen staatlichen Politik Schiffbruch gelitten haben. Nach liberalem Ritus ist es Jahrzehnte üblich gewesen, daß die Jüdische Gemeinde als letztes Refugium für abgetakelte mit dem Judentum nur wenig zusammenhängende jüdische Politiker betrachtet wurde. Demgegenüber fordern die Vertreter der Jüdischen Volkspartei und der anderen positiv jüdischen Richtungen* daß die Führung der Jüdischen Gemeinde in die Hände derjenigen übergehe, die hauptsächlich für jüdische Dinge Interesse haben und sich in erster Linie auf aem Gebiete jüdisch-politischer Fragen betätigt haben. - In den Wahlversammlungen kommt auch in sehr starker Weise zum Ausdruck, daß das bisherige Verhalten der liberalen Mehrheit gegenüber den Ostjuden scharf verurteilt wird. EMe gegenwärtig in Deutschland lebenden Ostjuden werden menschlicher Voraussicht nach zum allergrößten Teile im Lande bleiben, und wenn nicht in der ersten so doch in der zweiten Generation sich mit dem von früher her in Deutschland lebenden Teile des jüdischen Volkes verschmelzen. Die Ostjuden sind vom jüdischen Standpunkte aus betrachtet, eine wertvolle Bereicherung der deutschen Judenheit, deren jüdische Impulse durch die Anwesenheit der Ostjuden verstärkt werden. Das Leben beweist, daß durch die Anwesenheit der Ostjuden in Deutschland der Besuch der jüdischen Schulen und höheren Bildungsanstalten stark zugenommen hat Man hätte nun meinen müssen, daß die von den Liberalen beherrschten jüdischen Gemeinden aus wohlverstandenen jüdischen Motiven heraus versuchen würden, die in der letzten Zeit nach _ Deutschland eingewanderten Ostjuden an das jüdische Gemeindeleben zu fesseln und die starken jüdischen Interessen der Ostjuden in den Dienst des Gemeindelebens in Deutschland zu stellen. Das aber ist absolut nicht der Fall gewesen. Kurzsichtig, wie die Liberalen in allen jüdischen Dingen sind, haben sie auch in der Frage der Gewinnung des Vertrauens der Ostjuden völlig versagt Für bewußte Juden besteht der Unterschied zwischen West- und Ost Juden in jüdischen Dingen nicht Für den Staat mag der eingewanderte Ostjude Ausländer sein, für die Jüdische Gemeinde aber soll er ein völlig gieichberechtigter, gleichwertiger und mit offenen Armen *ufgenommener Bruder sein. Es ist erfreulich, schon heute feststellen zu können, daß die Darlegungen der volksparteilichen Redner in den Ver- Sammlungen vollstes Verständnis bei den jüdischen Wählern finden. Allenthalben macht sich das Bestreben geltend, alle Kräfte anzustrengen, um der liberalen Herrschaft Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinckestr. 10« Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonfo Nr. 37830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Ijar-Vcranstaltung. Mittwoch, den 5. Mai abends 8(4 Uhr Gruppe Süd, in den City-Fest$Ilen, Dresdener Straße 52. Thema: ״Die jüdische Wirklichkeit“. Referenten: R.-A. Dr. Klee, Dr. Hans Bloch, Moses Waldmann. Donnerstag, den 6. Mai abends 8 י/י Uhr Hapoül-Hazair, im Jüd. Volksheim, Dragonerstraße 22. Chawer Dr. Albert Baer: ״Reiseeindrürke aus Palästina“. Die Schekelabrechnung ist mitzubringen. Gäste willkommen. Sonntag, den 9. Mai. Jugendgruppe Süd, Fahrt, verbunden mit einer Lag b’omer-Feier. Treffpunkt: Potsd. Bhf. (Wannseebhf.), punkt 8״׳,י Uhr vorm. Montag, den 10. Mai abends SV3 Uhr Jugendgruppe Süd, in den City-Festsälen, Dresdener Straße 52. Herr Astrachan: ,.Ist eine Aenderung der zionistischen Arbeits- und Erziehungsmethode notwendig.“ Gruppe Ost. Jeden Mittwoch abends S>/3 Uhr Zusammensein im Wohlfahrtsamt der Jüd. Gemeinde, Meyerbeerstr. 8, pt. 1 Poale Zion, Jeden Sonnabend abends 8 Uhr im Heim, Linienstraße 159, III. Hapoel-HazaTr, Jeden Donnerstag abends 8l/s Uhr Zusammensein Versammlungsort wird jeweilig bekanntgegeben. י’ Sekretariat des ZeTre Mlsrachi. Sprechstunden täglich von 8—10 Uhr abends im Mlsrachi- Zentralbüro, Monbijouplatz 1. Jeden Freitag, abends 8 Uhr, im Misrachi-Zentralbüro, Monbijouplatz 1. Jüdischer Geschichtskursus. Leiter: stud. phil. Flesrher. in der Jüdischen Gemeinde ein Ende zu bereiten. Nach der Verteilung der Parteien unserer Berliner Jüdischen Gemeinde kann in der Zukunft von der schrankenlosen Herr- Schaft einer einzigen Richtung keine Rede mehr sein. ■Darum "ist” der gegenwärtige Wahlkampf letzten Endes vom Bestreben diktiert, zu einer wirklichen Einheit und Vereinigung aller Richtungen in der Verwaltung der Jüdischen Gemeinde zu gelangen. m. w. ״Menorah“, jüdisches Familienblatt für Wissenschaft, Kunst und Literatur. (Preis des Jahresabonnements M. 12,—.) Die soeben erschienene Nummer 5 des IV. Jahrganges ist als Sonderheft der ״Jüdischen Kulturin Schlesien“ gewidmet, mit folgenden Beiträgen: Dr. Felix P r i e b a t s c h: Geschichte der Juden in Schlesien; Dr. Willy Cohn: Capistrano, ein Breslauer Judenfeind in der Mönchskutte; Dr. J. Jacobsohn: Eine Predigt aus der Zeit der Befreiungskriege; Ephraim Moses Kuh: Der Zöllner und der reisende Jude (Gedicht); Rabb. Dr. Louis Levin: Das Synagogenbuch von Auras; Prof. Dr.-Ing. Alfred Orotte: Sakrale Kunst in Schlesien; Emil Ludwig: Mein Vater; Carl Hauptmann: Ismael Friedmann; Arnold Zweig: Oberschlesische Motive; E. G. Fried: Der Ger Zedak Josef aus Nicolai; Rabb. Dr. Saul Katz: Eine Melodie aus einer alten Posener Synagoge; Ulrich Frank: Das Haus; ferner Kunstbeilagen von Lily Rethi, Ulla Wolf-Frank, Siegfried Laboschin, Isidor Aschh ei m und Alfred Grätzer. Zahlreiche Abbildungen und die Rubriken ״Bibliographie“ und ״Frauenwelt“. Wahlkundgebungen der Jüdischen Volkspartei. Montag, 3. Mals Residenzfesteäle, LandsbergerStr.31 Dienstag, 4. Mal: Kais.-Friedr.-Sehule, Knesebeekstr. Mittwoch, 5. Mai: Sopbiensäle, Sophienstraße 17-18 Referenten: Dr. Klee, Prof. Loewe, Dr. S. Hildesheimer, Frau Wagner-Tauber, R.-A. Dr. Kollenscher, Bedakteur Waldmann, Dr. Sandler, Dr. Soloweitsehik u. a. Die Versammlungen beginnen um 8 Uhr. Es findet Diskussion statt. Eingesandt Herr Lehrer Silberberg bittet uns um Gastfreundschaff, da die Redaktion der ״Jüdisch -Liberalen Z e i - tun g“ sich weigert, seine Zuschrift, die sich gegen die hämischen Bemerkungen über den Koll. Steinhardt-Magdeburg in der Nr. 17 des Blattes unter der Ueberschrift ״Verdiente Strafe“ wendet, abzudrucken. Zehlendorf (Lessingstr. 23), den 25. 4. 1926. An die Redaktion der ״Jüdisch-Liberalen Zeitung“, Berlin. Als liberaler Lehrer und eingeschriebenes Mitglied Ihrer Partei kann ich trotzdem die Bemerkungen, die Sie an die vorläufige Verurteilung Steinhardts knüpfen, nicht gutheißen. Sowohl die Ueberschrift als auch die Ausführungen zeigen ein Maß von Schadenfreude, das unvereinbar ist mit der Anschauung eines liberalen Juden. Die Verurteilung Steinhardts ist Strafe gering, und wir wollen dabei an den Satz unserer Bibel denken: ״Wenn dein Freund fällt, so freue dich nicht, und wenn er strauchelt, so frohlocke nicht dein Herz,“ abgesehen davon, daß ״dieser Lehrer St.“ trotz seiner vorläufigen Verurteilung und seiner Kandidatur für die Jüd. Volkspartei dem Herzen auch vieler liberalen Lehrer heute noch nahesteht. Warum St., der früher ganz und gar im Dienste der liberalen Sache stand, heute nicht mehr — ich sage leider zu den Unsrigen zählt, ist ein Kapitel für sich. Jedenfalls hat seine bisherige publizistische Tätigkeit unserer Lelirersache nicht geschadet, höchstens genutzt. Er war jahrelang der Einzige auf weiter Flur, der die gerechten Ansprüche unseres Standes gegenüber hartleibigen Parnassim liberalen und nichtliberalen Kalibers wahrnahrn, und der größte Teil der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands zollt ihm noch für sein mutiges Eintreten ihrer berechtigten Forderungen Dankbarkeit und bewahrt dem alten Kämpen ihre Treue. — Wie weit Ihre Bemerkungen in Sachen Dr. Rosenthal berechtigt gewesen sind, werden Sie wohl mittlerweile aus der Zuschrift des Vorsitzenden des Rcpräsentantenkollegitims der jüdischen Gemeinde zu Duisburg in der ״jüd. Rundschau“ gelesen haben. Vor allem aber bedauere ich, daß Ihre Kritik an St. etwas vorzeitig kommt, denn St. hat — was mitzuteilen Sie leider verschwiegen haben — gegen das Urteil Berufung eingelegt, und in ein schwebendes Verfahren soll man bekanntlich nicht eingreifen. s. Silberberg, Lehrer. ftock eiimal Falästim-Maizsth-Prelse Die Ausführungen des Herrn Jacob Kahan und der Palästina-Erzeugnisse G. m.b. H. bedürfen einer Ergänzung. Die tatsächliche Preisdifferenz gegen die hiesigen Mazzoth war noch höher, als allgemein angenommen wird, denn der Palästina-Mazzoth-Preis versteht sich für ein englische* Pfund und nicht für % Kilo. Das heißt, die Preise standen im Verhältnis von 40: 71 (bzw. vorher 100) und nicht 40 : 65 (bzw. 90). Auch nach der Preisermäßigung waren also die Mazzoth um ca. 75 0/0 teurer gegenüber der hiesigen. Bezüglich der Kartons wäre m. E. nichts dagegen ein zuwenden, daß solche fix und fertig aus Frankreich bezogen wurden, denn die Rohpappe hätte auf alle Fälle bei irgendeinem europäischen Industriestaat gekauft werden müssen. Bei dem niedrigen Valutenstand des französischen Franken haben sich daher die fertigen Kartons kaum teurer gestellt als der Arbeitslohn in Palästina betragen hätte. Aber die ganze Preisfrage ist noch von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus zu betrachten. Die Palästina-Erzeugnisse G. m. b. H. gibt drei Gründe für die Verteuerung an: 1. die hohen Extrakosten für die einmalige Einrichtung, 2. die Spesen für Fracht, Verpackung und Zoll, 3. die schlechte Ernte in Palästina. Die Einrichtungskosten sind eine einmalige Ausgabe, die sich erst im Laufe der Zeit zu amortisieren brauchen. Diese müßten also zunächst nur ganz niedrig einkalkuliert werden, zumal die schlechte Ernte schon eine Verteuerung ergab. Nun wissen wohl die Eingeweihten, daß Palästina kein Getreideland ist. Die Mehrzahl weiß dies aber nicht, und so kommen viele Zionisten, sowie alle Nichtzionisten und Antizionisten zu der Ansicht, daß Palästina sich überhaupt nicht für die Landwirtschaft eigne, wenn schon ein so einfaches Produkt wie Mazzoth, das ja nur aus Weizenmehl besteht, ein Mehrfaches des hiesigen Frei:es kosten soll. Diese Schlußfolgerung war vorauszusehen und es wäre besser gewesen, zunächst die Ausfuhr _ von Mazzoth zu unterlassen im Interesse der Kolonisation. Ich bin der Ansicht, daß die Zionistische Organisation dieses hätte voraussehen können und müssen. Selbst diejenigen Zionisten und Palästina-Freunde, die gern einen höheren Preis für Mazzoth gezahlt haben im Glauben, daß die Preisdifferenz den jüdischen Kolonisten zugute komme, befanden sich in einem Irrtum, denn die Preisunterschiede wurden durch Fracht und Zoll aufgezehrt, und die ״Grands moulins de Paiestine“ haben sicher noch Geld zugelegt bei diesen Mazzoth-Geschäften. Ein Vergleich mit den amerikanischen Preisen kommt gar nicht in Betracht, am allerwenigsten mit den Preisen in Amerika selbst, denn dort ist billigere Mazzoth ja überhaupt nicht zu haben, weil der Einfuhrzoll zu hoch ist. Obwohl das amerikanische Mehl billiger als das deutsche ist, ist Mazzoth doch erheblich teurer, weil in Amerika die Arbeitslöhne so gewaltig hoch sind. Amerika kann sich aber den Luxus leisten, seine Ware zu teuren Preisen zu exportieren, sein Renommee leidet ja nicht darunter! Nun könnte jemand einwenden, was hier gegen Palästina- Mazzoth gesagt wurde, müßte auch gegen Palästina-Apfelsinen, Feigen und Oliven gelten und damit wäre jeder Export aus Palästina abzulehnen. Das ist nicht der Fall, denn diese Früchte gedeihen ja in den Ländern, wohin sie eingeführt werden, überhaupt nicht. Dann aber spielt bei diesen Genußmitteln die Qualität und der Geschmack eine Rolle. Es wäre also sehr zu überlegen, ob es taktisch richtig ist, Mazzoth aus Palästina auszuführen, jedenfalls nicht, wo heimische Mazzoth wesentlich billiger sind. B. Sulmann, Berlin SW. Damit schließen wir diese Diskussion ab und möchten nur im Anschluß an eine Bemerkung des vorstehenden Briefes feststellen, daß die Zionistische Organisation auf diese Unternehmung keinen Einfluß hat, es sich vielmehr um ein privates Geschäft handelt. Red. Schekelwoche vom 9. bis 16. Mai. Zionisten zahlen, sammeln den Schekel und gewinnen neue Schekelzahler durch Hausbesuche.