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Jüdische Rundschau · 1926-05-04 · Heft 34 (4.5.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 34 (4.5.1926)
Date
1926-05-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 256 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr, 3* Nr.; prc99cecbau Unter der Ueberschrift ״Die L e g i o n“ veröffentlicht der bekannte Schriftsteller und Kolonist Mosche S m 1 - lansky einen (von uns bereits kurz erwähnten) ausgczeichneten Artikel in der Zeitung ״Haarcz״ in welchem tr ungefähr folgendes ausführt; Das jüdische Regiment, das viele als Entschädigung (ür das arabische Regiment verlangen, wäre ein Unglück. Unsere einzige Losung kann nur sein: weg mit dem Schwert! Das jüdische und das arabische Volk müssen durch Fügung des Schicksals zusammen in einen! Lande leben und es durch femeinsame Arbeit wieder aufleben lassen. Zwei v c ruudene Völker können nicht auf der Schneide des Schwertes Zusammenleben. Es gibt nur einen Weg, um die Gegensätze soviel als möglich einzusrhränken: gemeinsame Arbeit. Alles, was Haß erregt, sei es nationalen oder Klassenhaß, bringt Zerstörung. Ein Regiment ist keine Polizei. Die Polizei kann die Ordnung unterstützen, die für das Schaffen notwendig ist. Das Militir aber ist ein Symbol der Gewalt. Das Militär erregt chauvinistische Gefühle unter den Angehörigen eines fremden Volkes. Der arabische Soldat wird immer die Nerven der Juden aufreizen, der jüdische Soldat immer die der Araber, und derartige Reizungen müssen mit einer Explosion enden. Das jüdische Regiment von 5678 war gegen unsere Feinde, die Türken, gerichtet. Das jüdische Regiment von heute würde — wenn auch unbewußt — gegen die Araber gerichtet sein. Aber Araber können nicht unsere Feinde sein, wir können nicht ihre Feinde sein. Gegen äußere Gefahren muß dieses Land durch die Mandatarmacht geschützt werden. Die Bildung von Regimentern durch die beiden im Lande wohnenden Völker gefährdet nur den inner en und sichert nicht den äußeren Frieden. Denn wer kommt als äußerer Feind für unser Land in Betracht, wenn nicht eines der arabischen Nachbarvölker? Und werden Araber gegen Araber kämpfen, um ein fremdes Volk zu verteidigen? Brauchen wir noch Beweise nach den syrischen Ereignissen? Auch Juden dürfen nicht als Soldaten gegen arabische Gefahren aufgestellt werden, auch nicht gegen Araber außerhalb des Landes. Die Existenz jüdischer Soldaten vor den Augen von Arabern ist keine Bürgschaft des Friedens. Der Jude darf in keines Arabers Auge der Feind sein, er muß lediglich der Genosse der Aroeit sein. Der Friede des Landes verlangt eine gemischte Polizei im Innern und ein englisches Regiment nach außen. * ״Dawar" vom 14. April bringt unter dem Titel ״Zur Uebenvindung der Krise“ einen Auszug aus den Foraerungen, die der geschäftsführende Ausschuß der H i s t a - druth in einer Sitzung mit Weizmann und Ha Ipern vorlegte. In der Sitzung wurden nicht nur Klagen gehört, sondern in der Hauptsache Vorschläge, wie die Krise zu lösen sei. Charakteristisch für die Reife der Arbeiter — schreibt das Blatt — ist, daß die Vorschläge nicht auf Almosen zielten, nicht auf Belastungen des Budgets der Zionis tischen Organisation, sondern auf Möglichkeiten produktiven, wirtschaftlich gesunden Kredits. Die Vorschläge müssen natürlich geprüft werden, aber cs sind keine künst* liehen Vorschläge von Projektenmachern, sondern Vorschläge, die für den wirtschaftlichen Aufbau selbst nötig sind. Hvpothekenkredit für das Nordvierte!, für notwendige öffentliche Arbeiten der Stadt Tel-Awiw, für das riesige Unternehmen in Djidro, für den Keren Kajemeth zur Entwässerung und Verbesserung von Böden, und ein Arbeitsübernahmebüro in den Kolonien, Bauten in den landwirtschaftlichen Kolonien, Beschleunigung des Ruthenberg-Untemehmens, Beschleunigung der Bauten der Universität Und der nationalen Institutionen in Jerusalem, das alles sind Unternehmungen jenseits der Arbeitslosenunterstützung. Sie alle haben eine gesunde wirtschaftliche Grundlage. — Die Forderungen kamen von den Arbeitern. Aber die Forderung nach Arbeit ist jetzt keine Forderung einer Klasse. Unter dem Druck der Lage seufzen weiteste Kreise, sie alle warten aut Arbeit Weizmann hat das Land nicht zum erstenmal in einem unfestlichen Zustand, in schwerem Druck gefunden und er ist nicht schwach geworden. Er zeigte darin seine Kraft, daß er ohne Furcht in die schweren Probleme hineintauchte. Das erwartete die Arbeiterschaft von ihm auch diesmal. Die oberste Leitung des Zionismus muß sich vor den schweren Wagen des arbeitenden und Arbeit suchenden Jischuw Vorspannen, und der Wagen wird fahren. — Es ist Zeit zu handeln. * In der Tageszeitung ״Chwila“ (Lemberg) veröffentlicht Dr. 1. Schwarzbart einen Artikel unter dem Titel ״Die Maske fällt“, der sich mit der Frage der Jevvish Agency bofaßt. Der Artikel knüpft an eine Bemerkung von Mr. Lipsky über eine Revision der Bedingungen betreffend die Erweiterung der Agency an, und setzt fort: ״Ist diese vorsichtige Anzeige gleichbedeutend mit der Liquidation des großen Experimentes oder bedeutet sie nur die Notwendigkeit einer Aenderüng der bisherigen Bedingungen einer Verstand!- gung mit den Nichtziomsten? Dies ist momentan nicht bekannt.“ Der Artikel analysiert die Gründe des Stimmungs- Wechsels in Amerika, erwähnt die Tatsache, daß Dr. Weizmann aus persönlichen Gründen verhindert ist, in Amerika zu intervenieren, und daß die Stellungnahme Dr. Wcizmanns gegenüber der Situation nicht bekannt ist. Er sagt: ״Es scheint aber, daß es verfrüht wäre, von einer vollständigen Liquidation der Angelegenheit zu sprechen, schon aus dem Grunde, daß Art 4 des Mandates der Zionistischen Organisation Pflichten in bezug auf die Erweiterung der Jewish Agency auferlegt, die erfüllt werden müssen. So wird im Hinblick auf die letzten Ereignisse die alte Frage aktuell: Auf welchem Wege ist die Erweiterung anzustreben? Durch die Expansion der zioni- »tischen Idee und Organisation oder im Wege einer Fort- »etzung der Verhandlungen mit Kreisen, für die Erez Israel nur eines der Krimländer und ein erweitertes ״Altersversorgungsheim“ darstellt? Man muß zugeben, daß die Erfahrungen der letzten drei Jahre den Glauben an die Zweckmäßigkeit des letzterwähnten Weges stark erschütterten, obwohl er nicht ganz ergebnislos war. Der Artikel beschäftigt sich weiter mit dem letzten bekannten Beschluß des ״Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ und setzt fort: ״Dies Ist ein weiterer Beweis, daß die Teilnahme am Palästina- Werke nur dann die Sicherheit ihrer Aufrichtigkeit und Dauerhaftigkeit bietet, wenn ihr ein gründlicher Seelenumschwung vorangeht. Empfindlichere und differenziertere Einzelpersonen unter den Assimilanten reagieren hie und da aufrichtig auf die Losung des Palästina-Aufbaus, im allgemeinen ist aber Palästina für sie etwas Fremdes, Unerlebtes, IJnempfundenes. Was •ie für Palästina tun, ist eine Gnade und nicht, wie bei den Zionisten, ein williges Opfer. Nichtsdestoweniger darf nicht übersehen werden, daß Dr. Weizmanns Plan ein Experiment war. diktiert aus tiefstem Verantwortungsgefühl und aus der Sorge um eine rasche Entwicklung des Palästina- Aufbaus. Man muß dies unterstreichen, denn es gibt unter uns solche, die in kleinlicher Weise den Sieg über die Idee der erweiterten Agency hiaausposaunen — genau wie in der Sache des polnisch-jüdischen Ausgleichs —, als ob es nicht um die Sache selbst, sondern um den Sieg dieser Herren ginge. In diesem Moment bleibt uns nichts anderes übrig, als mit am ganzen Idealismus all! unsere Kräfte zu sammeln und mit dem Feuer der zionistischen Idee und der ausdauernden, zweckentsprechenden Propaganda die nationale Idee im Judentum zu verbreiten und zu vertiefen und dort die ewige Quelle der Opferwilligkeit für ein jüdisches Palästina zu finden.“ * ״Time s“ geben eine Sondernummer ״Die britische Reichs-Produktion“ heraus, in der auch Palästina ein entsprechender Raum gewidmet ist. Die Nummer enthält einen Artikel Leonard Steins über die Industrie in Palästina, die ihren Aufschwung dem 2ustrom von jüdischen Einwanderern und jüdischem Kapital zu verdanken hat. Israel Cohen, der Generalsekretär der Zionistischen Organisation, lieferte Beiträge über ״Geschichte der Zionistischen Organisation“, ״Geschichte des Keren Hajessod und des Palästina-Aufbaues“ und ״Der Landbesitz als Faktor der Wiederbesiedlung Palästinas“ (Umriß der Arbeit des Jüdischen Nationalfonds). Kleine Nachrichten Bei der Budget-Abstimmung im polnischen Sejm stimmte der jüdische Klub gegen die Regierung, als Protest gegen die fortgesetzte Entrechtung der Juden. Aus dem Ertrag der Palästina-Kampagne der jüdischen Gewerkschaften Amerikas wurden weitere 25 001) Dollar für die Arbeiterinstitutionen in Palästina abgeschickt. Während des nächtlichen Fis che ns auf dem Genezarefh-See griff eine Gruppe von 15 arabischen Fischern, die bei dem Juden Goldzweig und dem Araber Schechade bedienstet sind, eine andere arabische Fischergruppe, die für den jüdischen Kaufmann Massoud arbeitet, an und tötete drei Männer des Massoud-Bootes durch Schüsse. Der Direktor der Hvgienefakultät der Hebfäischen Universität Jerusalem, Dr. Kliegl er, begab sich als Mitglied des Rockefeller-Instituts nach Westafrika zwecks Erforschung des Gelben Fiebers und anderer tropischer Krank-!leiten. In der Nesher-Zementfabrik werden derzeit 200 Arbeiter beschäftigt. Davon sind 70 Araber, 40 nur zeitweilig arbeitende Juden, 8 jüdische Beamte und 7 deutsche Spezialisten, die unter besonderen Bedingungen arbeiten. Gemäß dem Programm hat die Gesellschaft Wohnhäuser für die Arbeiter zu errichten. Bisher gibt es deren aber nur 8, bestehend aus Zimmer, Küche und Korridor, während die anderen Arbeiter in Baracken wohnen. (Ziko.) Das ״Berliner Tageblatt“ vom 29. April veröffentiicht ein Telegramm seines Breslauer Konespondenten, wonach in den letzten Tagen die Auswanderung aus Polnisch-Oberschlesien wieder stärker begonnen hat. Auch die jüdische Auswanderung nach Palästina hat wieder eingesetzt So haben am letzten Mittwoch 400 Juden Oberschlesien verlassen, um nach Palästina überzusiedcln. Der Kongreß der Vereinigten Staaten hat die vom New Yorker jüdischen Kongreßmitglied Dickstein eingebrachte Bill, wonach Frauen und minderjährige Kinder von Rabbinern, die vor dem 1. Juli 1924 nach Amerika gekommen waren, außerhalb der Quote cinwandcrn dürfen, angenommen. Präsident Coolidge empfing im Weißen Hause den Präsidenten des polnischen Rabbinerverbandes, Rabbi Ezekiel Lipschitz aus Kalisch, der nach Amerika gekommen ist, um an der amerikanischen Rabbinerkonferenz teilzunehmen. Für die im kommenden Sommer aus Anlaß der 150-Jahr* feier der amerikanischen Unabhängigkeit in Philadelphia stattfindende Ausstellung wird ein Gotteshaus erbaut, das für Andachtsübungen aller Konfessionen bestimmt sein wird. In Iglo in der Zips fand eine stark beschickte zionistische Konferenz statt, durch die für die Ostslowakei die Ijar-Aktion der Zionistischen Weltorganisation eingeleitet wurde. (Zücö.) Herodes and Marlamne (Staatstheater, Berlin. — Regie: Leopold Jeßner.) Aussichtslos, hier mehr über dieses kaltem Herzen und kaltem Kopf entsprungene, an der wirklichen Tragik des von Joscphus Flavius mitgeteilten historischen Stoffes fabelhaft vorbeigeschaute Drama auszusagen als persönlichstes Bekennt• nis. Und unmöglich, dieses hier näher zu begründen. Von Helden- und Hebbelverehrung weit entfernt, frierend Im eisigen Hauche dieser norddeutschen Seelenpilpulistik, trotz bäurisch, burisch, wesselburisch geschickter Dramenführung trostlos in dem verfließenden judäischen Grenzland dieses Dithmarschen umherirrend, bekenne ich (schlagt mich, den aut den Hund gekommenen Rezensenten, meinetwegen tot): kein Jahrtausende alter Rationalismus eines dichtenden Juden hätte diese Ver• kehrung des unerhörtesten, vollblütigsten und blutigsten Dramas der jüdischen und der Weltgeschichte in die aus• geklügclte, ausgetiftelte Psychologasterei dieses ״germa• nischcn“ Neutöners zustande gebracht Die Inszenierung J eßn ers ist glänzend nicht durch, sondern trotz des Stückes. Trotzdem leidet die Aufführung an dem Widerspruch des Historischen, dem vor allem Fritz Kortners meisterhafte Gestalt des Herodes treu zu bleiben versucht, zum Inhaltlichen. Für Lina Lossens Mariamne, die im Gegensatz zu Hebbels Wort und Auffassung die wirkliche Makkabäerin in dem wunderbaren Add ihrer Augen» ihrer Stimme und Haltung ahnen läßt, ist noch jeder Dithyrambus zu gering. Aus dem übrigen Ensemble ragt die Salome von Frau Weigel hervor, Irene T r i e s c h findet sich mit der für sie wohl noch etwas verfrühten Rolle der Königin Alexandra gut ab. Das Stück hätte noch'stärker beschnitten werden können, als cs ohnehin und reichlich geschah. Aber, audi wenn die losen christlichen Appendices, die dem jüdischen Dramenstoff höchst ünorganisch angeflickt sind, gekappt worden wären — es wäre nicht jüdischer geworden. Zur Vermeidung unnützer Aufregung: ich bin weder antigermanisch, noch antideutsch, noch anünebbelsch (ich schätze ihn sogar sehr — als Lyriker und Tagebuchschreiber). Nur seine Dramen sollen mir gestohlen werden und es bleiben; ich schreie also weder: Haltet den Dieb! noch mache ich aus meinem Herzen eine Mördergrube. Mit einem Wort: ein Rezensent. Und wenn ihr mich totschlägt und in diese Grube werft! Albrecht Ifellraann. Professor Ilelson I Vor einigen Tagen starb plötzlich in Berlin der in weiten Kreisen geschätzte Privatgelehrte Professor Gregory Itelson. Der Verstorbene, scharfsinniger Philosoph und Mathematiker, besaß eine profunde Kenntnis der jüdischen Wissenschaft und verstand es, in anziehender Weise, populär und . doch nicht oberflächlich, jüdische und philosophische •Probleme darzustellen. In den letzten Jahren trat er insbesondere durch Vorlesungen an der Freien Jüdischen Volkshochschule hervor. Vor einigen Wochen wurde der Greis in der Tauentzienstraße von einem aus dem Restaurant ״Wilhelma“ kommenden Hakenkreuzer-Pöbel überfallen und schwer insultiert. Seit damals war seine Gesundheit geschwächt Vor einigen Tagen starb er nach einem Vortrag über jüdische Religion, den er in der Wohnung eines Freundes gehalten hatte. Er ruhe in Frieden. Mil falschen Pissen nach Palästina Unter diesem Titel berichtet der Berliner Montag-Morgen, daß in Jerusalem von den englischen Behörden Einwanderer _ mit gefälschten preußischen Passen stellig gemacht wurden, ״ Die britischen Amtsstellen verständigten die deutschen Behörden von ihren Beobachtungen und angestellte Untersuchun־ gen ergaben, daß in einem Berliner Polizeirevier gefälschte Ausweise zur Erlangung von deutschen Pässen ausgesteUi wurden- Wie uns das Berliner Palästinaamt mitteilt, hat es von diesen Machenschaften nicht die geringste Kenntnis und ist in stärkstem Maße an der restlosen Aufklärung dieser Angelegenheit interessiert. FREIE TRIBÜNE n dieser Rubrik veröffentlichen wir Meinungsäußerungen zu zionistischen Streitfragen auf Grund des Rechtes freier Diskussion Die MUHSrlrage in PalKsttaa Ich will mich in meiner Erwiderung aut die Ausführungen des Herrn LI c h t h e i m (״J. R.“ vom 30. April) ganz und gar auf das Tatsächliche beschränken und alle persönlichen Anspielungen vermeiden, obwohl es ein leichtes wäre, mit gleichem Stil zu vergelten. Herr Lichtheim hat mir ״Irreführung“ (d. i. gröber gesprochen: Fälschung) vorgeworfen, weil ich die Bildung des neuen Grenzkorps mit der Auflösung der bisherigen transjordanischen, dem Emir Abdullah unterstehenden Truppe in Zusammenhang gebracht habe. Die Mitteilung des briti• sehen Kolonialamtes vom 31. März, veröffentlicht in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 9. April, besagt: ״Den Regierungen Palästinas und Transjordaniens unterstehen a) die palästinensische Polizeimacht; b) die palästinensische Gendarmerie, geteilt in zwei Sektionen: eine progressiv sich vermindernde britische und eine progressiv steigende palästinensische Sektion; c) die arabische Legion in Transjordanien. Gemäß dem Reorganisationsplan werden beide Sektionen der palästinensischen Gendarmerie auf* gelöst, aber fünf Offiziere und 200 Mann der britischen und zwei Offiziere und 250 Mann der palästinensischen Sektion werden von der palästinensischen Polizeimacht, die vergrößert wird, übernommen werden. Auch die arabische Legion in Transiordanien wird aufgelöst, in Transjordanien wird eine Polizeimacht geschaffen, die hierzu sich eignenden Mitglieder der aufelösten Legion werden von der Polizei übernommen weren. Der Rest der palästinensischen Gendarmerie-Sektion wird den Kern einer Militärmacht bilden, die transjordanische Grenzmacht genannt werden wird und hauptsächlich für den Dienst in Trans* Jordanien ausersehen ist“ Damit ist diese Frage wohl erledigt Zur Information sei noch erwähnt, daß nach dem Samuelsehen Administrationsbericht in der palästinensischen Gendarmerie (״Elite-Gendarmerie“) von 4S2 Gendarmen 108 Juden waren. Von diesen sind nach Berichten der palästinensischen Presse bisher 83 in die palästinensische Polizei eingetreten. Wir haben in der ״Jüdischen Rundschau“ wiederholt versucht, unseren Lesern die Sachlage klarzumachen: der militärische Reorganisationsplan Lord Plumers gipfelte darin, daß die Militärverwaltung Palästinas und Transjordaniens vereinigt wird. Dadurch sollen die gewünschten Ersparnisse herbeigeführt werden. Vielleicht bestand auch die Nebenabsicht, dem Emir Abdullah seine Militärmacht wegzunehmen. Die militärpolitische Vereinigung der beiden Teile Palästinas als erster Schritt zur administrativen Wiedervereinigung sollte gerade von den Zionisten begrüßt werden, die glauben, daß in Transjordanien noch ein großes Stück heute völlig unverwerteten Landes iür unsere Kolonisation in Betracht kommt. Die neue Wehrmacht wird, da das vereinigte Palästina und Transjordanien eine zu schützende Grenze eigent• Uch nur im Osten und Südosten hat, in der Hauptsache auf transjordanischem Gebiet stehen und führt daher auch den offiziellen Namen transjordanisches Grenzkorps. Dies war wohl auch der Grpnd, warum man zunächst die jüdischen Gendarmen nicht in das Korps übernahm. Wenn wir sagten, daß das neue Grenzkorps ״s t a 11“ der arabischen Legion Transjordaniens geschaffen wurde, sc war dieses ״statt“, wie aus dem ganzen Zusammenhang« hervorgehen mußte, keineswegs buchstäblich so zu verstehen, daß das neue Grenzkorps nun an die Stelle der alten trans• einer arabischen Legion“ sprach, die Rede, und’ es sollt« dargetan werden, daß die Gesamtbilanz der Transaktion für die Araber auch nicht günstig ist, da sie ״statt“ dei bisher bestehenden transjordanischen Legion nunmehr ein englischem Kommando unterstehendes Grenzkorps haben, alsc von ihrem nationalen Standpunkt ein Minus. Wenn meine Darstellung bei Herrn Lichtheim den Ein* druck erweckt, ״als ob die Aufregung der Juden Palästinas unberechtigt sei,“ so tut mir das leid. Ich glaubte mit aller Schärfe gesagt zu haben, daß die Reorganisation ein schweres Unrecht aarstellt und mit allen legitimen politischen Mitteln bekämpft werden soll. Zugleich haben wir aber verurteilt, daß der Protest gegen diese Verletzung jüdischer Gleichberechtigung ausartet in eine wüste Agitation für Auf- Stellung einer jüdischen Legion, die wir für absurd halten und die unseres Erachtens die jüdische Position in dieser Sache außerordentlich schädigt Es scheint sogar, daß manchen Zionisten die ganze Plumersche Reorganisation hicht unwillkommen war, weil man nun mit mehr Berechtigung die jüdische Legion fordern konnte. Wie bei allen Völkern, benützt man auch bei uns Ereignisse der Außenpolitik zu innerpolitischen Zwecken. Das schlimmste an dieser Agitation aber sehen wir in dem Umstand, daß die Vorstellung zweier nationaler Armeen, die einander im Schach halten, In den Köpfen der unreifen Massen beider behelligten Völker entsteht und den an keinen Ueberfall denkenden Arabern ihre Angriffslust förmlich suggeriert. Eine solch« Agitation hat immer noch Unheil angerichtet und wir bedauern außerordentlich, daß ein großer Teil des jischuw sich zu ihr hat hinreißen lassen. Dies ist bereits eine innere jüdische Frage, gehört also 1'n das Gebiet Ar von Lichtheim sogenannten ״Büßfertigkeit“ In der äußeren Ab wehr des den Juden zugefügten Unrechtes könnten alle Zio• nisten einig sein, wenn die Gelegenheit nicht von imveraniwörtlichen Elementen zu einer Demagogie ausgenützt würde, die nicht mitmachen kann, wer darin ein verderben de'י Zionismus sieht. Robert Weifsch. Für präsenta In der Es zeig Zuges, Im jüdi: die jahi Gemeint ginnen, Fige Aul der jüdi: bewegui Wählcrv und Fr: nähme Umstam von der den Fra Willen Gemeint jüdische den Ve klanga jüdische der jü kratisier len Inst Auch i: Volkspa: iwisc re n, u Volks i Schließü Ausdruc Assimila des w teiina nach N groöarti Die lib erj mische stoße u waltung stehen discher ralen zi Schaft! Maßstal schäfte und de! Erfoi in diese Versami darzutu! Herrs samte Verödui in Ersc Wege 1 wachse! ralen 1 -Recht ״Vers tatsächl meinde schaft 1 von de von N den au1 bruch { üblich fugium menhän über f< der ant der Jü( die ha esse jüdisch- In Weise über! scharf lebende allergrö ersten früher 1 verschn punkte der de: Anwes« weist, : land de anstalte müssen Gemein versuch eingew: fesseln den Di Das ab die Lib in der O s t j u steht O s t j t! Staat n Jüdisch tigte *״fgi Es die D! sammle finden. Kräfte

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