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Jüdische Rundschau · 1926-05-04 · Heft 34 (4.5.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 34 (4.5.1926)
Date
1926-05-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Kr. 34 \ \ \ Seite 254 J U E DI SCH E RUNDSCHAU Nr. 34 Wir haben nicht mit genügender Harte gesagt, wenn wir auch zur Lösung der Flüchtlingsfrage im Augenblick nur in geringem Maße beitragen können, so sind wir trotzdem nicht gewillt, unsere Fahne zu senken, — denn nicht den Flüchtlingen, sondern dem jüdisehen Volk gilt unser Werk. Und das jüdische Volk und sein Schicksal stehen immer, heute und morgen, den Interessen der Flüchtlinge voran. Die Zionisten haben schon viele Enttäuschungen erlebt, und sie sollten die Kräfte des jüdischen Volkes — richtiger: den Mangel an jüdischen Kräften —- genau einschätzen. Und da sollten die Zionisten mit gepanzerten Herzen, den Bleistift in der Hand, vor der Buchführung des jüdischen Volkes stehen und ihm sagen: Dies und dies kann gleichzeitig nicht geschehen, alles kannst du nicht ausführen, — wir aber verlangen den Löwenanteil. Und deshalb, weil wir die Härte oder den Mut oder den Glauben nicht hatten, so zu sprechen, ließen wir zu, daß Palästina auf das Niveau der Krim, morgen vielleicht von Brasilien oder Chile, herabsank. Wir haben die Konzentration der jüdischen Kräfte, teilweise sogar der zionistischen Kräfte, auf das palästinensische Aufbauwerk nicht gefordert und nicht erreicht, — denn den Löwenanteil erhält nur, wer ihn verlangt, in dem Glauben, ein Anrecht auf ihn zu haben. Und das palästinensische Heer blieb in entscheidender Stunde ohne Hinterland. Soll die Erneuerung der zionistischen Bewegung kommen, so wird es meines Erachtens geschehen dadurch, daß der Geist der Bewegung konzentriert wird, daß Arbeit in das Zentrum der palästinensisehen Bewegung, daß Palästina in das Zentrum der jüdischen Bewegung gerückt wird. ״Ban Volsinage־Aflr«e1nenl“ zwischen Syrien md Palistlna Die palästinensische ״Offizial Oazette“ vom 16. April 1926 veröffentlicht ein zwischen den beiden Oberkommissaren der Mandatsländer Syrien und Palästina, Henri de Jouvenei und Lord Plumer, geschlossenes gegenseitiges Abkommen, das gewisse administrative Orenzangelegenheiten Syriens und Palästinas regelt und das ״Bon Voisinage Agreement“ (Uebereinkommen zwecks guter Nachbarschaft) genannt wird. Die Artikel dieses Abkommens behandeln das Betreten der Orenzwege zwischen Libanon und Syrien einerseits und Palästina andererseits ohne Paß oder Ausweis, die Benutzung dieser Wege im Notfall durch Militär, die freie Ueberschreitung der beiderseitigen Grenzen durch die ihr Vieh dort weidenden Einwohner, die Erhebung von Akzisen und Abgaben auf Grundstücken innerhalb eines Dorfes, das von der Grenzlinie durchschnitten wird, und auf Besitzungen, die isoliert liegen; hier sollen die Einkünfte zwischen den beiden Regierungen gemäß Festsetzung einer Kommission geteilt werden, die aus einem palästinensischen und einem syrischen Beamten und einem von diesen beiden gewählten Notabein bestehen wird. Bade Rontraheijten verpflichten sich, auf eine enge ZVaammetiAfieft tfrlfccMit׳ den. Mtof• BrtWw jeder1* Seite der Grenze in allen Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit zu achten. Die im Extraditionsvertrag zwischen Syrien und Palästina niedergelegten Verfahren sollen soweit als möglich vereinfacht werden; Personen, die in flagrante delicto entdeckt über die Grenze zu fliehen suchen, sollen nach gegenseitiger Uebereinkunft der Polizeibehörden verfolgt werden. Marabout-Pilger bleiben von Paßformalitäten befreit. Die Regierung von Syrien und dem Libanon bezeichnet ihre Grenze durch Grenzsteine mit ungraden, die von Palästina durch solche mit geraden Zahlen. Zur Erleichterung des Verkehrs von Personen und Naturprodukten für eigenen Konsum zwischen den Subdistrikten von Akko nach Kazas, Merjayoun und Kuneitra über die Grenze hinweg werden Zertifikate und Ausweise von den Verwaltungsbehörden der Subdistrikte von Kazas ausgestellt. Nationalitätswechsel von Einwohnern der beiden Territorien hat nach den Bestimmungen des Lausanner Vertrages zu erfolgen. Irgendwelche Meinungsverschiedenheiten, die sich aus den Bestimmungen dieses Agreements bei den beiderseifigen Behörden ergeben und die durch die Behörden selbst nicht sogleich geregelt werden können, sind einer Kommission zu überweisen, die bei allen sich ergebenden Fällen zu entscheiden hat. Die Kommission besteht aus je einem Delegierten der Staaten Groß-Libanon und Damaskus und zwei Delegierten Palästinas sowie einem Präsidenten, der gemeinsam von dem französischen und dem englischen High Commissioner zu ernennen ist Diese Kommission soll sobald wie möglich nach Ersuchen eines der beiden Oberkommissare einberufen werden. Irgendwelche Meinungsverschiedenheiten, betr. die Interpretation einer Klausel des Agreements oder die Ausübung der Entscheidung der obengenannten Kommission sind durch ein direktes Uebereinkommen zwischen dem britischen und dem französischen Oberkommissar in Jerusalem und Beirut zu klären. Sollte auch eine solche Klärung nicht zustande kommen, so ist die Angelegenheit dem durch den Völkerbund konstituierten Internationalen Gerichtshof in Genf zu überweisen. Oie Zahl der palisüneislschea Arbeiterimei Am 18. April wurde in Tel-Awiw eine Konferenz der jüdischen Arbeiterinnen eröffnet. Die Tagesordnung enthielt neben einer allgemeinen Schilderung der Lage der Arbeiterinnen in Palästina Referate über die Arbeiterin in der Landwirtschaft, die Arbeiterin in der Stadt, die Pflege und Erziehung der Kinder, kulturelle Arbeiten und die Be- Ziehungen nach außen. Ueber die Zahl der palästinensischen Arbeiterinnen wird in einem Aufsatz von Ziporah Bath-Ami mitgeteilt: Nach der jetzt veranstalteten Zählung macht die Zahl der Arbeiterinnen in den jüdischen Kolonien zirka 30 ס/יי der dort beschäftigten jüdischen Arbeiter aus. Sie sind beschäftigt bei häuslichen Arbeiten in Mescfiakim, Chawuroth, kleinen Kwuzoth und Familien (35 0/0), in verschiedenen Spezialberufen, wie Wäscherinnen, Näherinnen (5 0/0), in verschiedenen Arbeiten des Arbeitsamtes (Schneiden, Pflückenj Düngen) (30 %), in verschiedenen wirtschaftlichen Arbeiten zusammen mit den Arbeiterinnengruppen (12 0/0), regelmäßig Arbeitslose 18 °/0. Diese Zahlen sind besonders interessant, als früher unter den wenigen Arbeiterinnen, die überhaupt vorhanden waren, 95 °/0 mit Hausarbeiten beschäftigt waren. (Ziko.) Der britische Oberkommissar für den Irak, Sir Henry Dobbs, ist auf seiner Rückreise von London nach Bagdad in Jerusalem einpetroffen. Er wird einige Tage als Gast Lord Plumers hier verweilen. \ Der Fortgang der Ijar-Aktion Das Bulletin der Exekutive berichtet: Die Ijar-Aktion ist überall in voller und vielversprechender Entwicklung begriffen. Der f^onat der Zionistischen Organisation hat in fast allen Ländern den Charakter des öffentlichen zionistischen Lebens wesentlich gewandelt. In den Vordergrund gerückt sind programmatische Darlegungen der zionistischen Idee, Auseinandersetzungen mit gegnerischen Anschauungen, wissenschaftliche Vorlesungen und Diskussionsabende. In vielen Ländern wird der Versuch gemacht, durch eine Zusammendrängung von Veranstaltungen in die knappe Frist von wenigen Wochen in kurzem das nachzuholen, was während vergangener Zeiten verabsäumt worden Ist. Hervorgehoben werden mag z. B. West-Galizien, wo von 300 geplanten Versammlungen 240 zweifellos programmäßig abgehalten werden, möglicherweise aber auch der ganze Aktionsplan lückenlos durchgeführt wird. Auch das Antlitz der zionistischen Presse ist wesentlich verändert. Wo während voller Monate zionistische Probleme kaum jemals ernst erörtert wurden, sondern Landes- und Lokalpolitik das Feld ausschließlich beherrschten, hat die Behandlung zionistischer Fragen neu begönnen. In Amerika muß die intensive Anteilnahme der Hadassah-Organisation an der Ijar-Aktion hervorgehoben werden. Die Hadassahgruppen arbeiten Hand in Hand mit dem zionistischen Landesverband. Der Landesverband hat als Parole für den Organisationsmonat die Losung ausgegeben: ״Auf jeden Juden in Palästina — ein organisierter Zionist in Amerika“ (eine Losung, durch deren Sieg das von der Exekutive festgesetzte Schekelkontingent für Amerika 1'n der Tat erreicht würde), und trifft große Vorbereitungen, um im Rahmen der Ijar-Aktion das Erziehungswerk der ״Educational Movement“ einzuleiten. ״Organisation-Educatiofl- Month“ (Organisations- und Erziehungsmonat) nennt die Hadassah den Monat der Organisation in ihren Instruktionen, in denen die Einzelheiten der Aktion erörtert und die Mitarbeit der Frauen gefordert wird. Von dem großen Interesse, das der Monat der Organisation in Amerika im allgemeinen erweckt hat, legen zahlreiche Zuschriften Zeugnis ab, die die Exekutive des amerikanischen Landesverbandes aus allen Teilen des Landes erhalten hat. ״The New Pa 1 estine“ veröffentlicht in seiner Nummer vom 16. April 1926 eine größere Anzahl dieser Zuschriften, als deren Verfasser führende Zionisten in New York, Los Angeles, St. Louis, Baltimore, Greensburg und anderen Distrikten zeichnen. In New York haben eine Reihe von größeren Versammlungen stattgefunden. Lipsky begibt sich am 1. Mai auf eine große Tournee durch die Vereinigten Staaten. Er wird u. a. in Buffalo, Cleveland, Chicago, St. Louis, Cincinnatti, Pittsburg und Washington sprechen. Eine andere größere Tournee wird von Abraham Goldberg absolviert. In England hat nach dem Auftakt in London die Aktion auch in den Provinzstfidten Manchester, Glasgow, Liverpool, Edinburgh eingesetzt. Weitere Versammlungen stehen in London bevor. Durch die Untergruppen der Licmdoner Organisation sind eine größere Anzahl von wissenschaftlichen Abenden arrangiert worden. In Rumänien ist die Aktion durch den Delegierten der Exekutive Dr. Emanuel Olswanger, sowohl in Bukarest wie in der Provinz mit Erfolg eingeleitet worden. Ke Blätter der rumänischen Landes,organisatfm.. rtIigelfe.i^i.:.TeÄ4:'l!Äa»tfe. antf dfe Ahteilnälme Mer adoSsöscnen Gfuppeli äh äö! Arbel׳ ten des Organisationsmonates wider. In Ostgalizien, wo die Aktion am 18. April durch eine große Anzahl von Distriktkonferenzen eingeleitet worden war, haben am 25. April drei weitere Distrikttagungen stattgefunden. An diesem Tage wurden von der Zentrale aus Redner in 29 Ortschaften entsandt. Für Jeden Ort war ein Volksmeeting sowie eine interne zionistische Tagung angesetzt worden, in der die Wahl eines ständigen für die Schaffung einer festen Ortsgruppe verantwortlichen Lokalkomitees erfolgen sollte. Am 22. April fand in Lemberg eine Jugendtagung statt. Auch in Westgalizien wurde der Sonntag des 25. April zu einer großen Versammlungstätigkelt ausgenutzt. Ueberall traten Delegierte der Landesexekutive als Redner auf. In Krakau selbst wurde eine feierliche akademische Sitzung veranstaltet, an der außer lokalen Kräften auch Senator Dr. Ringel aus Lemberg als Redner teilnahm. Dr. O. Thon hat sich auf eine Provinztournee begeben und spricht an jedem Tage in einem anderen Orte Westgaliziens. Die westgalizische Hitachduth veranstaltete am 22. April eine feierliche Massenversammlung, sowie am 24. und 25. April 9 Volksversammlungen. Ke Misrachigruppe hielt in Krakau am 18. April eine große Volksversammlung ab, in der die Rabbiner Awigdor, Dr. Hirschfeld und Kliegler sowie Dr. Buleva Ansprachen hielten. Hervorzuheben ist noch ein Schreiben der Bnei Brith in Krakau an den Zionistischen Landesverband, das folgendermaßen lautet: Ke Zionistische Weltorganisation feiert aas schöne Jubiläum ihrer dreißigjährigen Tätigkeit und kann mit begründeten Stolz auf die Früchte ihrer Arbeit für die Entwicklung des nationalen Bewußtseins der Juden in den Ländern der Zerstreuung und vor allem für die Entwicklung der jüdisch-nationalen Heimstätte blicken. Ke Bnei Brith-Vereinigung hat stets ihren Bestrebungen lebhaftes Interesse entgegengebracht, sich nach Kräften an den Keren Hajessod- Sammlungen beteiligt und wird weiter an ihnen Anteil nehmen. Wir wünschen, daß Ihre Bestrebungen dem jüdischen Volke und der ganzen Menschheit dauernden Nutzen bringen mögen. Aus Wien ist über ein Massen-Meeting in den Olympiasälen zu berichten, in dem der Präsident der Landesorganisation, Dr. Friedmann, Prof. Chajes, Dr. Oeorg Weiner und Oberbaurat Stricker sprachen, als Vertreter des Hechaluz ferner Jehoschua Bierer, Dr. Klaber, Dr. Finkeistein, Weinberg, Dr. Tartakower, der Leiter des Nationalfonds für Oesterreich, sowie namens der Revisionisten Dr. Spitz. Ke Redner, die alle zionistischen Gruppen repräsentierten, betonten einmütig, daß durch die Ijar-Aktion eine Stärkung der Zionistischen Organisation herbeigeführt werden müsse. In der Bukowina hat die Aktion am 25. April begonnen. Sie wird bis zum 25. Mai ausgedehnt und nach einem sorgfaltig durchgearbeiteten Programm durchgeführt werden. Auch hier, wie in anderen Ländern, ist für die Aktion charaktcristisch, daß die Mitglieder der Landesexekutive sich persönlieh in den Dienst der Aufklärungsarbeit gestellt haben. Sie werden die 12 großen Städte des Landes in Form von Delegationen besuchen. Für die Führer der Jugend- und Studentengruppen wird ein Ausbildungskursus veranstaltet, in dessen Rahmen etwa 15—20 Vorträge aus der Geschichte und Theorie des Zionismus abgehalten werden. Auch in Argentinien ist der Ruf der Exekutive mit Ernst und Verantwortungsgefühl aufgenommen worden. Das Organ der argentinischen Zionisten ״Die jüdische Welt“ behandelt in einem Leitartikel ihrer Ausgabe vom 19. März ausführlich die Aufgabe des Monates der Organisation. Die praktische Durchführung der Aktion ist in Argentinien im Ein- Verständnis mit der Exekutive aus klimatischen Gründen verschoben worden. In Marokko hat der Delegierte der Exekutive, Herr Thursz, die Arbeit sofort nach seinem Eintreffen in Casablanca mit großer Energie eingeleitet. Durch ein spezielles Bulletin, das weite Verbreitung fand, wurde eine Botschaft des Präsidenten der Exekutive, Nahum Sokolow, in alle Schichten der marokkanischen Judenheit hineingetragen. Ke Schekelaktion und Mitgliederwerbung hat eingesetzt. Eine Konferenz für jüdische Erziehung in Amerika Auf Initiative der amerikanischen Zionistischen Organisation findet im Rahmen der Monat Ijar-Aktion am 16. Mai in Philadelphia eine Landeskonferenz statt, die sich mit der Frage der jüdischen Erziehung beschäftigen wird und an der führende jüdische Persönlichkeiten aus ganz Amerika teil« nehmen werden. Weitere Einzelheiten über die Konferenz sollen binnen kurzem bekanntgegeben werden. Laut den bisherigen Berichten beabsichtigt die amerikanische Zionistische Organisation, eine besondere Stelle zu bilden mit dem Zweck» das Problem der jüdischen Erziehung in Amerika in Zusammen* ,'aliiefUttft־ dÄ:Ät«!i<»c§r*Jiäl«Äe1r<r»ettdhgsi1M«lrt^׳' üs? lösen. Dieser Plan begegnet dem größten Interesse» und man erwartet, daß diese Konferenz, die erste in ihrer Art, eine der bedeutendsten jüdischen Versammlungen sein wird, die je in Amerika stattgefunden haben. Bis zur Bildung der neuen Instanz wird die Arbeit von einem provisorischen Komitee geleitet, das die Konferenz in Philadelphia vorbereitet. Auf einer im Pennsylvania-Hotel in New York statt* gehabten Versammlung des vorbereitenden Komitees, an der Komiteemitglieder aus New York, Philadelphia, Pittsburg, Boston, Newark und anderen Städten teilnahmen, berichtete im Aufträge der Zionistischen Organisation Emanuel Neumann über die vorbereitenden Schritte und die Pläne, die man der Konferenz in Philadelphia zu unterbreiten beabsichtigt. Die Bieherakti•■ der Zionistischen Exekutive Ke Exekutive der Zionistischen Oesamtorganisation hat im Rahmen der ״Monat-Ijar-Aktion“ eine für jeden zionistisehen Bücherfreund bedeutungsvolle Maßnahme getroffen. Sie veröffentlicht eine Liste von ungefähr 100 zionistisehen Büchern und Broschüren, die in der Zeit bis zum 1. Juni 1926 zu außergewöhnlich herabgesetzten P r e i s e n an Zionisten abgegeben werden. Bestellungen und Anfragen sind in jedem Lande an den zionistischen Landesverband (bzw. Sonderverband) zu richten, in Deutschland an den Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestraße 10. Die Jade■ i■ Salraiki Der Orientberichterstatter des ,.Berliner Tagebiatts“, Theodor Berkes, der in den letzten Tagen Saloniki besucht hat, gibt heute ein Bild der Lage in dieser Stadt und stellt fest, daß infolge des verheerenden Brandes vor zehn Jahren, sowie infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse zahlreiche j'üdische Familien auswandern und andererseits viele Tausende griechische Flüchtlinge aus Kleinasien sich in der Stadt ansässig gemacht haben. Er schreibt: ״Kese Stadt mit den vier Namen, dem alltäglichen Saloniki, dem griechischen Thessalonike, dem türkischen Selanlk und dem slawischen Solun, war früher, das ist bekannt, eine ethnographische Einzigartigkeit in der Welt deswegen, weil die Juden in ihr die Mehrzahl hatten. Saloniki war eine jüdische oder, wenn man will, eine spaniolische Stadt ge- Wesen, und Türken und Griechen machten zusammen kaum mehr als ein Fünftel der 180000 Einwohner aus. Heute dagegen, nach dem Zustrom der Griechen aus Kleinasien und dazu auch nach dem zwangsweisen Abzug der Türken, ist das griechische Element dieser Stadt mit etwa 60 das stärkste geworden, und es ist, auch durch den Abzug mancher jüdischen Familie des Brandes, des Krieges und der allgemeinen Notlage wegen nach Italien, Frankreich oder Aegypten, der jüdische Bestand auf kaum 30 «/* zurückgegangen.“ Saloniki, 27. April. (J. T. A.) Der Präsident der Republik Griechenland, General Pangalos, hat eine Ver- Ordnung erlassen, wonach den Juden Salonikis gestattet wird, des Sonntags drei Stunden zu arbeiten, sowie die Geschäftsläden und Büros offen zu haften. General Pangalos betont in seiner Mitteilung, daß er durch dieses Entgegenkommen gegenüber den. Forderungen der Judenschaft Salonikis zugleich sein Wohlwollen gegenüber der Judenschaft ganz Griechenlands zum Ausdruck bringen wolle. Die Titersckalt Oiszanskis erwiesen . Warschau, 29. April. (J.T.A.) Ke Tageszeitung ״Moment“ veröffentlicht Airfsehen erregende Aeußerungen der mit der Untersuchung in der Affäre Olszanski- Steiger betrauten Richter. Nach dem Freispruch Steigers hat die Gerichtsbehörde eine Untersuchung nach der Richtung geführt, ob wirklich der ukrainische Student Theophil Olszanski das Attentat gegen den Präsidenten Wojciechowski versucht hat. Ke Untersuchung führte zu dem bestimmten Ergebnis, daß tatsächlich kein anderer als Olszanski der Attentäter war. Ke diesbezügliche offizielle Verlautbarung soll demnächst erfolgen. Durch diese Verlautbarung wird der Verdacht, als ob der jüdische Student Stanislaw Steiger etwas mit dem Attentat zu tun gehabt hätte, schwinden. — Bekanntlich weilt Steiger im Ausland, weil die antisemitische Studentenschaft Lembergs kundgegeben hat, daß sie ihn in Polen nicht dulden wird. Der Ukrainer Olszanski Weilt in Mexiko. Mit dem 14. April 1926 sind laut einer in der ״Official Gazette“ Palästinas vom 16. April erschienenen Order des High Commisskmer die Religionsgemeinde-Organisätions-Ordinance Nr. 19 vom Jahre 1926 sowie die Einwanderungs-(Ergänzungs־)Ordinance Nr. 20 vom Jahre 1926 in Kraft getreten, und zwar in der Fofrrf, in der sie in der ״Officiat Gazette“ vom 15. Februar resp. vom 16. März 1926 veröffentlicht waren. Ke französische Gesellschaft ״Syndicate Levant“ gibt bekannt, daß sie beschlossen habe, eine Anleihe von drei Millionen Dollar für Häuserbau in Palästina zu gewähren. Es wurde bereits ein Präliminarvertrag zwischen der französischen Gesellschaft und den Repräsentanten jüdischen ־Häuserbau-Syndikate unterzeichnet. Boi Von 1 Nachdcn Awiw, wie zurückgetref! Sfadtverwalti sich lange Z in der Muni vor allem di« Kräften, die liitksgcrichtei scharfen Abi seinen Ford« alle Hebel it keit, der mi standen war, bewegen. \ Maße in de! Weise die C gehalten. Es daß Schritte Kredite für ganda dafür ttissen die St *uch vor de hörden zum suchte man, und sie zu Lage, die di zipalilüt ge: weil die oh denn je ein« fähigte Har Mitteln, die die Appcllati auch — voi Solidarität - nornie in F dringendste auszumachcr Unabhängig! hörden des m ermutige Richterin un nationaler P gelehnt, Gebieten de! wachung in fraglos mit palästinensis und ständig Stadt nicht Es war jedo Handhabe d Trotz a zfpalität aufi sten Zeiten Zert hindurc liatte alle M find hielt it Jvündestzahl liieren. Nac ■schließlich i!wieder ihre! ■ nach wie vc tion und arl Wahlen die gestalten. 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