Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-04-30 · Heft 33 (30.4.1926) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 33 (30.4.1926)
Date
1926-04-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652815--18230-2675973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

33 Nr. 33 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 245 a h 1 ־ über jeord- 10rod) e auf Recht!andat n der hatte. 1 der pal, bewo- Stirndama- war! und r e!1 - Vcr- Liste ird in s t e n;achcn pf zu :s ge- St 1T.;ericlit;, da 15 15 der 1 mit ieweit i 1h•־ eine einstlhofer Ehrstellt! i u c h poli- Ik im r? — itzung Kolo- :1 der wie alten derte: Inforr Mi- :t, um Efenen Midien r Einft nt' b. In ireiem f dem 11 aut 1iel zu 1 und leater 1 dem über Uni- 1 k a - Inung einem ästin.ר 1m1. ־׳ schaft i E£ <0.) Der ängstliche Jude Diese Abart ist nicht nach der Hautpigmentierung zu erennen wie etwa die Fallaschas in Abessinien oder die schwarzen Juden in Goa in Vorderindien. Der ängstliche Jude trägt sein Pigment, das ihn von den anderen Juden unterscheidet, in der Seele. Die ist im normalen Zustande gesprenkelt. Der Ahnherr des ängstlichen Juden ist jener jüdische Bankier Nathan in Babylonien, der sich während der Regierung Nebukadnezars als Nebunes.sar ausgab. Vorfahren des angstliehen Juden sind jene jüdischen Gladiatoren in Rotn, die an >ich eine schmerzhafte Operation vollziehen ließen, um nicht in der Arena als Juden erkannt zu werden. Im Tierreich findet der ängstliche Jude einen Verwandten: das Chamäleon. Gleich diesem ändert der ängstliche Jude immer seine Färbung, kann aber wegen seiner naturgegebenen Formung nicht aus der Art heraus. Was ist ein ängstlicher Jude? Ein Jude, der Angst hat, als Jude ertappt zu werden, d. h. ein Jude, der in tiefstem Ci runde die Tatsache seines Judeseins als Makel empfindet. Der ängstliche Jude ist immer bemüht, sein Judentum zu vcrstecken oder, wenn das nicht geht und sein Judentum notorisch ist, ein Bindestrich-Judentum herzusteHen. Die Erinnerung an einige charakteristische Vorfälle wird am besten zum Verständnis des Begriffes ״ängstlicher Jude“ beitragen. Als vor zwei Jahrzehnten die Juden in Marmaros Szigct, im ehemaligen Ungarn, in unliebsamer Weise von sich als Bauernleger reden machten, schrieb ein ängstlicher Budapester Jude ein Buch, in dem er haarscharf bewies, die Juden aus Marmaros seien eigentlich Chasaren. Ein zweiter Vorfall: Als in den Jahren 1918—1923 die völkisch-antisemitische Bewegung in Deutschland besonders merkbar in Erscheinung trat, beeilten sich ״ängstliche Juden“ in Deutschland nachzuweisen, daß die Ostjuden eine ganz andere Art von Juden darstellen, mit denen verwechselt zu werden sic, die ängstlichen Juden, entschieden ablehnten. Eine dritte Erscheinung: Als das Zeitalter der Aufklärung־, insbesondere während der Vorherrschaft der materialistischen Philosophie, an der jüdischen Orthodoxie besonderen Anstoß nahm, erschuf der ״ängstliche Jude“ die jüdische Reform, d. h. er bildete ein Bindestrich-Judentum. Ein viertes Vorkommnis: In den Anfängen des politischen Zionismus vereinigten sich die ״ängstlichen Juden“ zu entschiedenen Protesten und erklärten, daß sie Juden ganz anderen Schlages seien. Wo kommt der ״ängstliche Jude“ vor? Hierbei ist zu bemerken, daß der ״ängstliche Jude“ pur sang einen Grenrtyp darstellt. Gemeiniglich findet man nur Abwandlungen dieses Idealtyps. Diese Abwandlungen nun sind allenthalben zu treffen. Einige flüchten sich in ganz linke Parteien; sporadisch sind andere, deren Mimikry durch verschiedene Umstünde auch äußerlich gelungen ist, sogar in den Reihen der Antisemiten zu treffen; zumeist aber bevölkern die .,ängstlichen Juden“ den Brei verschwommener Richtungen. Eine starke Kolonie der ״ängstlichen Juden“ gruppiert sich im Verbände der nationaldeutschen Juden, die Mehrheit der ״ängstlichen Juden“ aber wohnt in Liberalien. Diese Hauptmasse des Typus ist sich nicht in allen Fällen dessen bewußt, daß sie zur Spezies ״ängstlicher Jude“ gehört. Daß sie aber diese Abart repräsentiert, erkennt man unschwer daran, daß sie Angst hat, im Namen dieses Ju^Ätgpis. irgendwelche besonderen Leistungen ■'־von• sieh: und vqji anderen Juden zu verlangen. Im Sinne einer genauen Klassifizierung müßten eigentlich die ״ängstlichen Juden“ in Liberalien ״Nebbich-Juden“ genannt werden. Der Unterton des Nebbich ist nämlich aus ihrer gesamten jüdischen Betätigung herauszuhören. So /.. B.: Die Gründung von jüdischen Schulen! (Der Nebbich-Judc sagt: Wird denn das kein Rückschritt sein? Welcher bessere Jude wird sein Kind in eine jüdische Schule schicken? Oder aber: Steucrbemessung für jüdische Zwecke. Der Nebbicl1־Jude sagt: Wie kann man Steuern für die Jüdische Gemeinde erheben? Da werden doch viele Juden aus der Gemeinde austreten. Der Ncbbich-Jude projiziert nämlich seine eigene Stellung zum Judentum auf alle übrigen Juden. Er weiß, daß er von sich selbst nicht viel für sein Judentum verlangen darf, ergo hat er nicht den Mut, von den anderen Juden etwas zu verlangen. Der Nebbich-Judc ist in seiner nächsten Umgebung dauernd Zeuge von der Flucht aus dem Judentum, und er kalkuliert demgemäß, daß es am besten ist, überhaupt die I rage des Judentums nicht zu berühren. Es kann nach seiner seelischen Einstellung und nach seiner Erfahrung nur schlecht enden; denn er selbst ist geneigt, wenn es nur möglich wäre und er aus seiner Haut heraus könnte, dem Judentum den Rücken zu kehren. Darum meint er, daß es nicht gut sei, ein Selbstverständlichkeits-Judentum zu proklamieren. Der ״ängstliche Jude“ beherrscht gegenwärtig das Gemeindclcbcn des deutschen Judentums. Sein geistiger Habitus drückt allen Aeußerungen der offiziellen deutschen Judenheit den Stempel auf. Er betrachtet das Judentum und seine Einrichtungeil als ein Museum mit Antiquitäten, die so brüchig sind, daß man allenthalben darauf Zettel mit der Inschrift: ״nicht berühren“ angebracht hat. Nun traten in der letzten Zeit Selbstverständlichkeits-Juden auf, die behaupten, das Judentum gehöre nicht ins Museum, sondern ins alltägliche Leben. Die Selbstverständlichkeits-Juden betrachten ferner die ״Antiquitäten“ des Judentums als brauchbare Einrichtungsstücke. Der ״ängstliche Jude“ schwitzt angesichts eines derartigen Vorhabens seinem Wesen entsprechend Angstschweiß. ״Nicht berühren!“ jammert der ״ängstliche Jude“, ״Ruhen lassen!“ ist sein zweiter Ruf. Und in Wirklichkeit zittert er um seine Stellung als Museumsverwalter. Vor dieser Angst soll man keinen Respekt haben. Im Gegenteil! Das Museum muß gelüftet werden. Der ״angstliehe Jude“ muß aufhören, Verwalter des Judentums zu sein. Der ängstliche Jude soll in seinen Vätern eingehen und als beherrschender Typus verschwinden. Das und nichts anderes kann der Sinn des Kampfes um die Vorherrschaft in den jüdischen Gemeinden sein, der jetzt zwischen ״ängstlichen Juden“ und ihren Antipoden, den ״Selbstverständliehkeits-Juden“ geführt wird. Moses Waldmann. Im Zeichen der Einheit Brief aus Polen. (Von unserem Korrespondenten.) g. Warschau, 25. April. Die Monat-Ijar-Aktion ist in Polen in vollem Gange. Sämtliche zionistische Föderationen entwickeln eine großzügige Propaganda. Im ganzen Lande finden Versamm• lungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt, gewidmet der Stärkung der zionistischen Reihen, dem Werben neuer Mitglieder sowie der Vertiefung der zionistischen Idee. Altneue Losungen werden wieder hörbar. U nd am stärksten wird die Einheit der z i o ui s t i ■ sehen Bewegung trotz der vorhandenen Unterschiede betont. Das heißt nicht, daß die Meinungsverschiedenheiten außer acht gelassen und die größeren und kleineren Nüanccn weggewischt weiden. Im Gegenteil: dies alles wird ans Tageslicht gebracht, dem zionistischen Bewußtsein cmgcjiragt als bester Beweis, daß der Zionismus das jüdische Volk in allen seinen Schattierungen umfaßt und über alle diese. \ erschterlenbeiten das einigende Band des gemeinsamen großen Ideals von Tag zu Tag stärker wird. •Die Wege des Palästina ״Aufbaus weiden selbstverständlich bei Veranstaltungen der ״Hitadidut“ und des ״Misraehi", ja sogar innerhalb der Allgemeinen Zionisten verschiedenartig geschildert, nie aber wurde so stark wie jetzt von allen Seiten die Einheitsfront des Zionismus der breiten jüdischen Oeffentlichkeit klargentacht. 111 den kleinsten Ortschaften Polens finden abwechselnd Meetings der Allgemeinen Zionisten, des ״Misrachi" und der ״Ilitachduf‘ statt, und, alle diese Verauftdtpngep, ,.zusammep verwandeln sich zu 'einer Kärrnönisrifien Ktt&dgMfting. Es ist vielleicht kein Zufall (für diejenigen, die die ziovüstische Entwicklung der letzten Zeit gut beobachtet haben), daß die Monat-Ijar-Aktion mit der Propaganda für den zionistischcn E i n h e i t s s c h e k c 1 zusammenfällt. Die. vereinigten, nach dem Kongrcßschlüssel zusammengesetzten Landes- und Ortsschekclkommissionen haben bereits ihre Arbeit begonnen und man könnte der Schekelaktion in Polen schöne Resultate prophezeien, wenn nicht — der im gegenwärtigen Zeitpunkte für Polen allzu hohe Preis (2 ZI.) wäre. Das Einheitsbcw'ußtsein in den zionistischen Reihen, von dem oben die Rede war, kommt nicht nur in den Veranstaltungen dieses Monats zum Ausdruck und bleibt nicht nur ein schönes Thema der feierlichen Propaganda. Wir haben letztens weitere bedeutsame Einheitsbestrebungen innerhalb und zwischen den Föderationen zu verzeichnen. So z. B. trat die polnische ״II i t a c 11 d u t“, die ähnlich der Allgemeinen Zionistischcn Organisation aus bekannten Gründen in territoriale Sonderteile gespalten war, im vorigen Monat in Krakau zu einer gemeinsamen Konferenz der Delegierten Kongreßpolens, des Wilnacr Kreises, Ost- und Westgaliziens zusammen, um endlich den mehrmals gefaßten feierlichen Beschlüssen gemäß, die wirkliche, vollständige Unifizierung der _ in der letzten Zeit so angewachsenen Hitac.hdut-Bcwegung in Polen durchzuführen. Ein gemeinsame; Zentralkomitee in Warschau soll von nun an die ganze Bewegung leiten. So trat die Hitachdut territorial geeinigt in die Monat-Ijar-Aktion ein. Der geistige Einfluß der ״Hitaehdut" ist in der letzten Zeit sehr stark gewachsen, insbesondere unter der akademischen zionistischen Jugend, ln Krakau, Lemberg und Wilna sind llocbschülervere.inigungen unter dem Namen ״G ״ r!1 ״ ״ j ,!׳• entstanden, welche zahlreiche Mitglieder zahlen. Die; kam auch zum starken Ausdruck bei der am 18. hi*. 20. d M, in Krakau abgehaltenen ersten Konferenz sämtlicher zionistischer 11 o e. h s c h ü 1 e r v « r e i n i g u ri g e n in Polen. Auch diese Konferenz stand sehr stark im Zeichen der Einheit. Schon ihre Einberufung (auf Initiative des noch vereinigten zionistischen akademischen Verbandes ״Hasrhachar" in Krakau) war ein Ausfluß der vorhandenen Organisations- und Einheitsbestrebungen sowie ein Beweis des .Aufwachens des zionistischen Gewissens unter der zionistischen akadetnisehen Jugend Polens, welche nach dem Kriege in einen Zustand der .Apathie geraten war. Nicht ohne Besorgnisse erwartete man die Beratungen und Beschlüsse der Krakauer Tagung. Einerseits das Entstellen besonderer llitachdutgruppen innerhalb der zionistischen akade.misfhen Bewegung, andererseits das Erstarken der zkmistisehen akademischen Korporationen, insbesondere in Warschau und Lemberg, gab vielen Kreisen Anlaß zu ernsten Befürchtungen. Was die Hitachuulgruppen anbclangt, hörte man allseits starke Sympathiekundgebungen für ihr Programm. Ja man kann auf (!rund der von der Konferenz gefaßten Resolutionen (Praponderanz, der Palästina-Arbeit und Zweitrangigkeit der Landespolitik, ״llagsc.hamah agmit“ des zionistischen Hoch- Schülers in der Richtung einer •Anpassung an die neuen Lebensbedingungen des arbeitenden Erez-I.srael, konsequente. Hebraisierung, Notwendigkeit des Palästina •Aufbaus auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit, Primat der physischen /Arbeit) behaupten, daß die .Anschauungen der Hitachdut das Gemeingut der überwiegenden Mehrheit der zionistischen akademischen Jugend sind. Man wehrte sic.11 nur gegen neue organisatorische Bildungen und eventl. Spaltungen. Diese Besorgnisse erwiesen sich jedoch als grundlos. Die zweite Besorgnis galt den auferstehenden zionistischen Burschenschaften. Ein Ueberbleibse! der Vorkriegszeit, haben diese Verbindungen, wie allenthalben zugegeben wird, in der jetzigen Epoche des Zionismus ihre Existenzberechtigung verloren. Bis in die letzte Zeit hinein haben auch diese Kor- [Kirationen in Polen kaum vegetiert. Es hat Verwunderung erregt, daß zu einer Zeit, wo sogar in Deutschland und Oesterreich, wie uns scheint, diese zionistische akademische ürganisationsform starke Einbuße erlitten hat, sie gerade in Polen und insbesondere in Warschau und Lemberg, stark aufgelebt ist. Diese Erscheinung lief in anderen zionistischen akadetViiscUc.n Kreisen starken Unwillen hervor und dieser Antagonismus innerhalb der zionistischen akademischen Bewegung in Polen macht jetzt einen großen Teil des inneren, wie wir glauben, positiven Kampfes innerhalb dieser Bewegung au;. Bei den |)c|egicrtcnvvahlen zur Krakauer Tagung erhielten die Burschenschaften eine ansehnliche Zahl von Mandaten. Es beteiligten sieh an *1er Konferenz 39 Delcgierte, darunter 15 Vertreter zionistischer Korporationen, 11 Hitachdut, 8 allgemein zionistischer akademischer A'ereinigtm gen, 5 Revisionisten. Die. Gegensätze zwischen den Verbindungen und anderen Vereinigungen wurden auf der Konferenz nicht ausgetragen. .Die», bleibt.der nächstes Ettfjr נekluogsperiode *ofbetalten;. Die, .Krakauer Tagung war vor "allein eine Gründtingskonf c r 011 z und in diesem Sinne sind ihre Beschlüsse hoch zti bewerten. Sämtliche beteiligte Organisationen haben sich auf eine gemeinsame Plattform geeinigt und eine Föderation der zionistisch e n 11 o c h s r 11 ü 1 c r Polens (Ilistadrut Akademiim Zioniim — II..A.Z.) geschaffen. Der Sitz der Exc kutive ist Krakau, wo auch das Organ der Föderation ״Cofim“ erscheint. Die Föderation hat sich dem ״Weh verbände zionistischer Ilochschüler“ angeschlossen. Die künftige Tätigkeit der Föderation wurde in einer Reihe von Beschlüssen festgesetzt, von denen außer den oben erwähnten, der Beschluß der tatkräftigsten Unterstützung der Hebräischen Universität und Schaffung eines inneren ständigen Kontakts mit dem klar Hazofim hervorzuheben ist. Die Tagung begrüßte im Namen der Londoner Exekuti; Dr. Hantko, welcher in einer bedeutsamen Rede auf die spezifischen Aufgaben der zionistischen Intelligenz hinwies 11ml den Unterschied zwischen den Arbeitsinögliehkeiten des zionistischen Intellektuellen unter den jüdischen Massen in Deutschland und Polen klarlegte. Die Krakauer Tagung, die trotz der vorhandenen linieren Gegensätze so stark im Zeichen der Einheit stand, ist eine wichtige Etappe in der Entwicklung der zionistischen Jugend- Bewegung. .1, daß t jene t unc! a 11 c 1!8 sie fesselt 11 des tstand :uze“, henen , daß ׳erden sagen aber nmennimmt enken l ein. :sehen ischen!inmal renart Jüdin Essay findet, nheit; in den ihrer . ihr ihrer stärke ihl, in er, in ragen, fremd niden, e, als!e hat!1 ein tohels aeiden der unermüdliche Kampf gegen die chinesische Mauer vcrjährler Vorurteile. Vor einigen Monaten hat Ellen Key einer Freundin und Mitkämpferin einige Worte diktiert, die sie wohl als ihr Testament angesehen wissen wollte. Als wichtigste Zuktmftsanfgabe der Frauen bezeiclmete sie liier die Arbeit für den Frieden und als unerläßliche Vorbereitung für dieses Ziel die Reform der Kindeierziehung. Auch dies sind Lebensziele, die den Juden von alters nicht fremd, und auch der ״Jüdin wider Willen“ Rahe! Levin aus dem Herzen kamen. Denn in den Kindern, denen Ellen Keys Lebensarbeit galt, hat ja Rahe! Kevin die größte Offenbarung des Himmels gesehen. Und die letzte Ziiknnftsvision, die das brechende Auge der alten Lehrerin aus dem Norden vor sich aufsteigen sali, galt jener Zeit, von der uns die Pliropheten künden, ״da die Schwerter zu .sicheln umgeschliffen werden . . .“ Bertha Badt-Strauß. Otto Abeies: Besuch in Erez-Israel Viele, viele Bücher sind in diesen letzten Jahren, da die ewigen Zioiistriiume des jüdischen Volkes Wahrheit zu werlen beginnen, über Erez-Israel geschrieben worden. Sachliche nid dichterisch beschwingte, begeisterte und scharf kritische Bücher, die das Land vom geographischen, kulturellen, wirt- -chaftliclien, politischen und wohl auch vom idealen Stand- Hinkte aus beleuchten. So verschieden die Menschen sind, die nach Palästina pilgern, um das neue Leben dort zu sehen, so ן ersehieden sind die Schilderungen, die sie von Land und I euten geben. Es ist, als wäre das neue Palästina ein Spiegel, 5er das Bild der Menschen, die ihn besehen, selber wiedergibt - ihr Wesen und ihr Wünschen, ihr Hoffen und ihr Zagen. ln diesen Tagen ist ein neues Palästina-Buch herausjegeben worden, das Otto A b e 1 e s zum Autor hat und ״Besuch in Erez-Israel“ heißt. In kleinen, feinen Skizzen zieht da Palästina an dem Leser vorüber. Mit unendlicher whnsucht, mit unendlicher Liebe ist es gesehen und geschildert. Otto Abeies hat gut und klug um sieh geschaut II diesem Lande. Er sieht die namenlose Mühsal, die der Aufbau seinen Pionieren auf erlegt: Er sicht ihr Ringen und ihr streben, er sieht aber auch die Frucht ihrer Arbeit — mehr als das, er sicht die Früchte, die diese Arbeit morgen, übers iahr, im nächsten Jahrzehnte tragen wird. Er wandert nicht wie ein Tourist durch das Land, nicht wie ein Neugieriger, der zu müßiger Kritik verleitet wird, er folgt einer langgehegten Liebe und Sehnsucht, er betrachtet dieses Land, wie man ein wiedergefundenes Vaterhaus betrachtet, suchend, forschend, prüfend und doch voll inniger Liebe. Ein begeisterter Zionist hat dieses Buch geschrieben. Einer, dem es nicht vergönnt ist, selbst mit Spaten und Pflug, im dornigen Acker, beim Steinbruch, beim Häuserbau in Palästina zu wirken und zu arbeiten. Aber einer, der mit seiner Feder, mit seinen von warmer Begeisterung erfüllten Worten doch auch sein Teil dazu beiträgt, Erez-Israel aufzubauen. Dieses Buch ist nicht nur darum geschrieben worden, um jene, die Palästina lieben, zu erfreuen und ihnen als schöne Gabe aus dem geliebten Land diese Reihe feiner, klarer Feder- Zeichnungen in die Hand zu legen. Es ist vor allem darum geschrieben, um die säumigen, matten Juden im Galuth aufzurütteln und sie zur Mitarbeit an Erez-Israel aufzurufen. Diese Mission erfüllend, wird der liebevolle, gütige Schilderer, Otto Abeies, zum glühenden Mahner. Und leidenschaftlich ist sein Bekenntnis zu Zion: ״An jener Küste wird das Schicksal der kommenden jüdischen Generation entschieden, wo immer sie wohnen werden. Der Weg in die jüdische Zukunft geht über Palästina.“ Wir alle wissen, wie schwer der Aufbau Palästinas ist nicht nur im Lande selbst, sondern mehr noch unter den Juden der Zerstreuung. Möge das warmherzige Buch Otto Äbeles seinen Zweck erfüllen, und viele zu williger und ausreichender Hilfeleistung für Palästina aufspornen, dadurch, daß es jenen, die nicht in der Lage sind, das Land selbst zu sehe״, seinen Wert, seine Schönheit, seine wichtige Bedeutung für jüdische Gegenwart und Zukunft vor Augen führt, und ihnen die liebenswerte Hingabe und Aufopferung der Pioniere zeigt, die Erez-fsrael mit Mühen und Sorgen erobern — für uns alle. Anitta Müller-Cohen. Martin Andersen Nexö: Bornhalmer Novellen. — Der Lotterieschwede. Kinder der Zukunft. (3 Bände.) Berlin, 1925, J. H. W. Dictz Nacht". - Eine schöne deutsche Ausgabe der Werke des dänischen Arbeiterdichters, dessen Schilderungen menschlichen Elends erschüttern. Vorlragsloumee Mirjam Rorflich-Schnabel im Aufträge de; Kulturdezernates der Histadrutli ha- Poalim macht gegenwärtig Frau Mirjam Hoeflich eine Tournee durch Palästina. Sie rezitiert Stücke aus den Psalmen, den Propheten und moderner Literatur. Wir lernten in Frau Hoeflich eine temperamentvolle und geschmackvolle Künstlerin kennen, die den Dichtungen durch die Kunst ihres Vortrages neue Seiten abgewann und sie uns wieder lebendig machte. Frau Hoeflich wurde von der großen Zuhörerschaft in Chedcrah stürmisch gefeiert. Fs war ein Abend, in dem sich feinste europäische Vorfragskultur mit tiefster Einfühlung in Form und Wesen des Orients paarten. Die gesamte paliistincnsische Presse widmet der Künstlerin /um Teil begeisterte Kritiken. Chedcrah, 13. April 1920. V.. K. ״Die Religion in Geschichte und Gegenwart". Der Verlag J.C. B. Mohr teilt uns mit: Seit mehreren Jahren ist das in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Handwörterbuch ״Die Religion in Geschichte und Gegenw a rt“ (Verlag J. C. B. Mohr — Paul Siebcek — in Tübingen) vergriffen. Die Vorarbeiten und Vorbereitungen für eine neue Auflage sind jetzt soweit gefördert, daß der Verlag das Erscheinen der 1. Lieferung für Ende dieses Jahres in Aussicht stellen kann. Die neue Auflage dieses Handwörterbuchs für Theologie und Religionswissenschaft wird von den Professoren Hermann Gunkel-Halle und Leopold Z«d1ar!1ack- Königsberg in Verbindung mit Alfred Bertholct-Göttingcn, Hermann Fabcr-Tübingen und Horst Stephan-! lalle herausgegeben. Etwa 500 Gelehrte und führende Praktiker des In- und Auslandes haben ihre Mitarbeit an dem großangclegteil Unternehmen zugesagt. Mit vollem Recht wird die zweite Auflage als eine völlige Neubearbeitung der ersten bezeichnet. Der Aufbau des ganzen Werkes, die Anordnung des weitverzweigten Stoffes ist wesentlich straffer als bei der ersten Auflage. Der Hauptunterschied dieser gegenüber liegt jedoch in der inneren Umstellung, in der bewußten Ein- Stellung auf das Ziel, die Bewegung und Fülle des heutigen religiösen und theologischen Lebens ohne jede partei- und rii 11!u־:׳s!:1 C11:c Einengung zur Darstellung zu billigen und die religiöse Entwicklung der Vergangenheit in eben diesem Geiste zu schildern.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.