Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 32 (27.4.1926)
- Date
- 1926-04-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652814--18225-2675967- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 32 ]U E DI S CHE RUNDSCHAU Seite 241 Liberalismus und Zionismus Ein Vortrag von Rabbiner Dr, Max Elk, München. 111 einer von der zionistischen Ortsgruppe München veranstaltetcn Versammlung hielt Herr Rabbiner Dr. Max Elk über das Thema ״L i b e r a l i s m 11 s und Zionismus'‘ einen Vortrag, dessen Inhalt cs verdient, in weitesten Kreisen der jüdischen Oeftentlichkeit Beachtung zu finden, Dr. Elk versuchte in diesem Vortrag die allgemein verbreitete Meinung zu widerlegen, daß religiöser Liberalismus und nationale idee unversöhnliche Gegensätze seien. Er bewies, daß der religiöse jüdische Liberalismus dem Zionismus keineswegs feindlich gegenüberzustehen brauche und zeigte, daß es vielmehr Gründe dafür gebe, daß die liberale Bewegung der nation a 1 j ii d i s c h e n Sy 111 p a t iii e 11 entgegenbringen und s i e fördern I; ö 1111 e. Zu Beginn schildert Dr. Elk das Wesen der liberalen und zionistischen Bewegung. Der jüdische Liberalismus kann nach Dr. Elk nur als eine religiöse Bewegung verstanden werden. Der Liberalismus versucht durch Geltendmachung des Prinzips der geschichtlichen Entwicklung das Judentum vor Erstarrung in bloßen Formen zu bewahren. Die Anerkennung des Prinzips der Fortentwicklung muß zu dem Streben führen, die schöpferischen Kräfte der jüdischen Seele neu zu beleben. Durch das Vorherrschen politischer Tendenzen im Liberalismus sei, wie der Redner sich ausdrückte, die Religion diskreditiert worden. In der nationalen Bewegung, wie sie hauptsächlich im Osten lebendig wird, sieht der Redner schöpferische Kräfte am Werke. Das Bemühen um die Erweckung jüdischer Kunst und Dichtung, die Wiederbelebung des Hebräischen als gesprochener Sprache seien Symptome für das Wiedererwachen jüdischer Schaffenskraft. Wie muß nun die Steilung des Liberalismus zur nationalen Bewegung, zum Zionismus sein? Die jüdische Bluts- und Schicksalsgemeinschaft könne nie 111 bestritten werden. Die Frage sei nur, weiche Stellung dem Nationalen gegenüber dem Religiösen einxuräumen sei. Der historischen Tendenz des Judentums entsprechend müsse das Nationale dem Religiösen untergeordnet werden. Der Ursprung des Zionismus liege ohne Zweifel in einer religiösen idee. Palästina sei im jüdischen Bewußtsein durch Jahrhunderte das Ziel religiöser Sehnsucht und Romantik gewesen. Die ursprünglich religiöse Zionsliebc sei im Zionismus verweltlicht worden. Muß die religiöse Idee auf alle Fälle das Nationale abiehnen? Keineswegs. Sie erkennt prinzipiell die Existenzberechtigung des Nationalen an. Da 11 er könne der religiöse Liberalismus auch nicht gegen den Zionismus au ft re ton. Ls sei aber nicht nur möglich, das Nationaljudentum anzuerkennen, sondern der Liberalismus müsse zu einer Förderung des J ii d i s c 11 ־ N a t i o n a I c n gelangen, und zwar aus folgenden Gründen: Es bestehe kein Zweifel, daß das neue Leben in Palästina die vom Liberalismus postulierten, zu einer lebendigen Fortentwicklung des Judentums notwendigen schöpferischen Kräfte wieder freimache. Durch Förderung des Palästinaaufbaus arbeite also der Liberalismus in der ganzen Welt mit an seiner eigenen schöpferischen Belebung. Ein weiterer Grund zur positiven Stellungnahme zum Zionismus sei der: die nationale Gemeinschaft, die Blutsgemeinschaft ist zugleich der Träger des jüdisch-religiösen Lebens. Andere Religionen, wie etwa das Christentum, seien Wahlkirchen, die verschiedenste .Völker “ and Passen Tn stell schließen. Daä Judentum könne im Gegen- Satz hierzu eine Geburtskirche genannt werden. Die Tatsache der jüdischen Biutsgemeinschaft ist also unerläßliche Voraussetzung der jüdisch-religiösen Idee. Daher sei der Zionismus, der die Existenz dieser Blutsgemeinschaft zu sichern bestrebt sei, zu fördern. Für den Liberalismus gelte, praktisch in der zionistischen Bewegung mitzuarbeiten, um in ihr seine Idee zur Verwirklichung zu bringe n. Der Liberalismus habe jedoch die Pflicht, dem Nationalen Grenzen zu setzen. Er teile nicht die Ausschließlichkeit der Palästinaidee im Zionismus. Er bejaht das Galuth. Ja, das Galuth sei ihm Garant dafür, daß die nationale Idee nicht in einen einseitigen formalen Nationalismus der jüdischen Idee eingeengt werde. Palästina und Galuth dürfen nicht in einen unversöhnlichen Gegensatz gebracht werden. Es sei eine Sache freier Willensentscheidung, wofür man sich einsetzen wolle. Die Arbeit für Palästina und das Galuth, jede von ihnen sei wertvoll. Die zionistische Ideologie, insbesondere die Theorie Achad Haams, komme, von einem anderen Ausgangspunkt, zu einem ähnlichen Ergebnis. So können beide Bewegungen miteinander gehen. Es gebe nur einen Vorbehalt: daß das Außerreligiöse, Politische nicht aut Kosten des Religiösen sich ausbreiten dürfe. Der Redner erklärte am Schluß, daß er nicht den Liberalismus, wie er tatsächlich ist, sondern wie er s e i n e r eigenen Idee nach sein müßte, geschildert habe. In letzter Zeit sei die Bezeichnung ״J u n g I i b e r a I i s m u s“ für diese Richtung aufgetaucht. Dieser ״Jungliberalismus“ müsse aber auch auf der anderen Seite einen ״J u n g z i 0 n i s 1r. u s“ vorfinden, der nicht mit nationalen Phrasen operiert. Radikaler Nationalismus sei ein Zwiliingsbruder der radikalen Assimilation (? — Red. ״J. R.“), die beide zu verwerfen seien. An den Vortrag schloß sich eine Diskussion, in der die Herren Reich und Dr. Elias Strauß sprachen. Der Referent hielt dann noch ein kurzes Schlußwort. Von Liberalen hat leider trotz Aufforderung niemand gesprochen. Der Abend hat in der jüdischen Oeftentlichkeit Münchens einen tiefen Eindruck hintcrlassen. Presseschau Das ״Jüdische Wochenblatt (Frankfurt a. M.) bringt in Erwiderung des von uns bereits erwähnten Leitartikeis des ״Israelit“ über jüdischen Klerikalismus folgende hübsche und treffende Glosse: ״.Der Leitartikel (des ״Israelit“) behauptet im Gegensatz zu uns und im Gegensatz zu Herrn Rabbiner Levy, der in der ״Jüdischen Rundschau“ gegen Dr. Meizers Angriff auf die Orthodoxie das Wort ergriffen hatte, es gäbe keinen jüdischen Klcrikaiismus, oder vielmehr dieser sei die legitime Form, in der der Geist der Thora innerhalb des Judentums zur Herrschaft kommt. Ausführliches Material aus Jesaja soll dann belegen, daß der Prophet sich einzig und allein mit den Anhängern des Trennungsdogmas in Uebereinstimmung befindet, ja eigentlich wohl nur zu ihnen gesprochen hat. Wir haben uns mit diesen Gedankengangen oft genug auseinandergesetzt und sähen in dem Leitartikel, der die alten Schlagworte noch einmal wiederholt, keinen neuen Anlaß, wenn hier nicht ein merkwürdiges — Versehen unterlaufen wäre. Der Autor des zweiten Artikels der ״Jüdischen Rundschau׳‘ wird 1!!1 von dem Leitartikler des ״Israelit“ nur ״ein Misrachist“ genannt, statt bei seinem Namen und Titel ״Rabbiner Dr. Emil Levy“. Warum wohl? Vielleicht deshalb, weil der offenbar nicht rabbinischc Verfasser in die Verlegenheit kommt^ einem Rabbiner widersprechen zu müssen, und die Pointe seines Soeben ist die erste Nummer von ״Unser Leben“, eine Zeitschrift jüdischer Jugend, in Wien erschienen. Die Zeitschrift wird von der Kwuzah Esch, Wien 19, Sieveringer• Straße 36, herausgegebcti. Die Arbeit des Heehaiaz ii Rußland Das Berliner Verbandsbüro der Zionisten-Sozialisten hat vor kurzem eine Mitteilung verbreitet, wonach in verschiedenen Teilen der Sowjetunion ungefähr 300 Personen unter dem Verdacht zionistischer Betätigung verhaftet wurden, und daß sich unter den Verhafteten die Mitglieder des Zentralkomitees und des Moskauer Ortskomitees der in Rußland legalisierten Organisation 1־1״ e c h a 111 z“, Goldberg, Zembawel, jewsichin, Simonowsky und Don Pines, befunden haben, im Zusammenhang mit diesen Verhaftungen wurde der Besorgnis Ausdruck gegeben, daß dies ein Anzeichen für das geplante Verbot der Hechaiuz-Tätigkeit in Rußland sein könnte. Dein Moskauer Vertreter der J. T. A. wird demgegenüber auf seine Anfrage offiziell mitgeteilt, daß die fernere Tätigkeit der Organisation Hechaluz in Rußland nicht behindert wird. laut neueren Feststellungen wohnen 1n der Krim etwa 50 000 Juden bei einer Bevölkerung von 600 000. Allein in der Stadt Simfcropol wohnen 23 000, in Sewastopol etwa 10 000 Juden. Das Wesen der Nation. Die Untersuchung Dr. Walther Sulzbachs über ,,Begriff und Wesen der Nation“, die seinem Vortrag am 19. d. Mts. in Berlin zugrunde lag, ist als Essay in dem 2. Bande des ausgezeichneten geisteswissenschaftliciien Jahrbuches ״Die Dies kuren“ (Verlag Meyer ft Jessen, München) erschienen. I>ie Abhandlung ist für die Theorie des Nationalismus sehr aufschlußreich. Druckfehlerberichtigung. In dem Artikel ״Apokalyptische Reifer“ in Nr. 31 der ״J. R.“ von Herrn Dr. Hurwicz sind zwei sinnstörendc Druckfehler unterlaufen. Auf Seite 229, 2. Spalte, Zeile 20 von unten, muß es anstatt ״Es wurde mir klar, woher in Kriegen jener starke, unverkennbare Drang zum mystischen Schauen kommt“ richtig heißen: ״Es wurde mir klar, woher in Koigen jener starke, unverkennbare Drang zum mystischen Schauen kommt“; und auf $. 223, 3. Spalte, Zeile 2 von unten, anstatt ,,Wir genießen vielmehr die Bilder und die Geschichte dieses Buches mehr künstlerisch“ richtig heißen: ״Wir genießen vielmehr die Bilder und die Gesichte dieses Buches mehr künstlerisch“. lorlbildungskursiis lür Kantoren In der Zeit vom 4. bis 25. Juli veranstalten die unterzeichneten Oberkantoren der Jüdischen Gemeinde in Berlin einen Fortbildungskurses, der sich auf die Gestaltung des Gottesdienstes während des ganzen Jahres erstrecken soll. Der Lehrplan umfaßt folgende Unterrichtsgegenstinde: Vortragskundc des traditionellen Chasonus sowie des modernen Kantorats. Hierbei soll möglichst auf die verschiedenen Riten Rücksicht genommen werden. Stimmbildung, Vorlesung über Musikästhetik und Geschichte der gesamten religiösen Musik. Dinini und Minhogim, sowie andere wichtige hebräische Momente für den Beruf sollen eine eingehende Würdigung erfahren. Außer den Unterzeichneten wirken ein Rabbiner und ein Musikgelehrter. Der Unterricht wird von Sonntag bis Freitag in vier Vormittagsstunden erteilt. Die Teilnahme am Kursus ist unentgeltlich. Für Aufenthalt pnä Reise jedoch müssen die Teilnehmer Sorge tragen. Nach Maßgabe der verfügbaren Geldmittel werden hierfür Zuschüsse erteilt. Die Gemeinden werden dringend gebeten, ihren Kantoren nicht nur den Urlaub für die Teilnahme, sondern auch einen materiellen Zuschuß zu gewähren. Schriftliche Anmeldungen sind bis spätestens Mitte Juni an einen der beiden Unterzeichneten zu richten. Ohne vorherige Anmeldung ist die Teilnahme nicht gestattet. Soweit es erwünscht ist, wird für Unterbringung und Verpflegung Sorge getragen. Felix Asch, Berlin W 35, Schwäbische Str. 16; Magnus Davidsohn, Berlin W15, Knesebeckstr. 44. Zionistischer Gruppenverband Oberschlesien. Zur Einleitung der Ijar-Aktion in Oberschlesien fand am Sonntag, den 18. April, ein Gruppenverbandstag in Ratibor statt. Zu der gut besuchten Veranstaltung *waren Herr Moses Wald mann (Berlin) und als Vertreter des Niederschiesisehen Gruppenverbandes Herr Dr. Samuel erschienen. Dr. Deutschmann (Oppeln), der als Vertreter des oberschlesischen Gruppenverbandes an der Zentralkomiteesitzung in Berlin teilgenommen hatte, erstattete hierüber Bericht. Darauf hielt Herr Waidmann das Hauptreferat der Tagung, ln ausfiihrlichcr und eindrucksvoller Weise behandelte er das Thema: ,,Zionistische Politik“, Ihm schloß $H1 als dritter Redner Dr, Fritz Guttmann (Beuthen) an, der über Jugendarbeit sprach. Die drei Referate wurden in einer gemeinsamen Debatte behandelt, die sich in der Hauptsache mit der Ijar- Aktion und den Möglichkeiten einer zionistischen Propaganda befaßte. Mit einem Appell an die Ortsgruppenvertreter, die ijar- und Schekel-Aktion in ihren Orten mit aller Energie durchzuführen, wurde die Tagung von Dr. Weiß mann geschlossen. Ais erste Propagandaveranstaltung fand an demselben Abend eine ö‘f mtliche Versammlung in Ratibor statt, in der Rechtsanwalt ' 11 n d e r 1 i c 11 (Oppeln), Dr. S amu ei (Breslau), Moses V. a i d m a n n (Berlin) und Dr. Block (Ratibor) sprachen. Die Versammlung war gut besucht und hat einen wirkungsvollen Eindruck hinterlassen. Am 21. April sprach Herr Waidmann in einer öffentlichen Versammlung in Beuthen über das Thema: ״Die jüdische Wirklichkeit“. Der Zionistische Gruppenverband Rechtsrheinland und Westfalen teilt uns mit: Wir sind im Besitze einer von einem Gesinnungsgenossen verfaßten satyrischen dramatischen Szene, die zur Aufführung bei zionistischen Festen sehr ״eeignet ist. Text nebst Aufführungsrecht und Regie-Lichtbild ist gegen Voreinsendung des Betrages von M. 10,— durch den Gruppenverband (Adresse: Duisburg, Beekstr. 16/24) zu beziehen. Vermischtes Jüdischer Studentenverein veranstaltet Donnerstag, den 29. d. M., 9 Uhr abends, eine Feier zu Ehren des Dichter» Tschernichovsky. Das Programm bestreiten der Dichter selbst, ferner Riasanzeff, Kaufmann (Gesang) und Bluwstein (Klavier), Maur (Rezitation), Buntes Frühlingsfest. Am Sonnabend, den 1. Mai, veranstaltet der ״S c h o 1 e m - A Ie i c h e m - V e r e i n“ im Schubert-Saal (Büiowstr. 104) ein buntes Frühlingsfest (kein Kostümzwang). Aus dem Programm: Konzert: Frau Theresa Tetzko-Schubcrt (Geige), Leiterin des Schubert- Quartetts; J. Jarow (Baß), Mitglied der deutschen Oper. Kabarett: Willi Prager, der bekannte Kabarettkünstler. Tombola — Jazzband — Büffet. Zu mäßigen Preisen. Karten sind zu haben im Klub (Kieisfstr. 9, Tel.: Nollendorf 4192) und am 1. Mai im Schubert-Saal (Tel.: Nollendorf 8599). Anfang 9(4 Uhr. Tanz bis 5 Uhr, ganzen Artikels ja darauf hinau-däiiH, daß man das eigentlich nicht darf, sondern daß der Klcrikaiismus, die Herrschaft der ״gewühlten Rabbiner heiliger Gemeinden“, unanfechtbar sei, ״Und die Thora absolut, wenn sie unseren Willen tut.“' Der gegenwärtig als Tourist in Jerusalem weilende hekannte Sozialist Felix F c e 11 c 11 11 a c h , der einstige Sekrctär Kurt Fisners, dessen seinerzeitige grundlose Verurteilung wegen Landesverrats das Gewissen ganz Deutschlands wachgerüttelt hatte, veröffentlicht im ״Vorwärts“ eine Schilderung seiner Eindrücke in Palästina, In dem gleichen Maße, sagte er, wie die Fellachen und die arabischen Arbeiter den Nutzen der jüdischen Einwanderung erkannten, wurden sie imzugänglicher für die nationalistische Verlud ׳!mg, und es gelang der jüdischen Arbeiterorganisation (1 Iisladruth) sogar, in Haifa über 603 arabische Arbeiter gewerkschaftlich zu organisieren. Die Erfassung der arabischen Arbeiter durch die Organisation wäre schon weiter fortgeschritten, wenn die Hstadruth nicht ihren nächsten Kongreß abwarten wollte, um über die Form der Organisierung der arabischen Arbeiter im Rahmen einer Spen<te1tIra<i1''Sa1ft1!1l1mg zu Lag b’omer Benachrichtigen Sie den Keren Kajemeth-Vertrauensmann Ihres Ortes von jeder Festlichkeit! Sammeln Sie bei allen Festlichkeiten für den Keren Kajemeth! internationalen (arabischen oder jüdischen) Organisation Be Schlüsse zu fassen. Fechenbach gibt den Inhalt einer Unterredung mit einem der führenden Leute der organisierten arabischen Arbeiter in Haifa wieder. Der arabische Arbeiterführer sieht i!1 der nationalistischen arabischen Bewegung nicht den Ausdruck der Masse der arabischen Bcvölkerung, sondern eine Bewegung, die von den Effendis (Grund herren) und ihren eigensüchtigen Interessen getragen seien. Um die Verbesserung der Lage der arabischen Arbeiter kam mern sie sicli überhaupt nicht. Die Organisation der jüdischen Arbeiter habe die arabischen Arbeiter gelehrt, welche Wege sie zu gelien hätten, Fechenbach teilt mit, die Palästina-Regierung schikaniere die organisierten Arbeiter, die Organisierung der Araber pr.s e ihr schon gar nicht. Line gewisse Spannung zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung Hege durchau in der Absicht der Regierung und sie werde bw-Je Bevölkerungsteile gerne gegeneinander benutzen. In der nächsten Zeit erscheint in Czernowitz eine ״I ü - di seiie Wochenschrift“ für soziale und kulturelle Arbeit, herausgegeben von Dr. Fuchs, unter der Redaktion von Albert Mau rüber. Aus dem interessanten Prorprkf der Zeitschrift, der uns zugegangeii ist, entnehmen wir, daß* sie e'ne freie Diskussion des zionistischen Ai beiisprogramms ermög liehen will, die einer ständigen Ueberprüfung und Klärung d Ideologie im l.bendigsten Zusammenhang mit den Volke dienen soll. Audi den Gaiuthbcwegungen und der Sozio'ogi des Judentums wird ein breiter Rau 11 cingerüumt werd, n. Als wichtigste Aufgabe betrachtet die Zeitschrift es doch, die Jugend dem Verständnis des Volkes nahezubriiige1׳. Die Adresse der Zeitsciirift ist: Czernowitz, Plata Dach 6a. In Paris erscheint seit einigen Wodien in französischer Sprache unter dem Titel ״L c s Flambeaux“ eine jüdische Wochenschrift, deren Erscheinen vom französisch-jüdischen Publikum durch starkes Interesse bewillkommnet wurde. Die ausgezeichnete Wochenschrift befaßt sich in ausführlicher Weise mit zionistischen Fragen. Soeben erschien in Paris die erste Nummer einer ״Der neue Weg“ betitelten Monatsschrift in jiddischer Sprache, die von W. Jabotinsky und J. Klinoft hcrausgegeben wird. In dem Programm-Artikel setzt sich Jabotinsky mit de!1 Bekämpfen! des Revisionismus auseinander. HsMcneLMsian der Jüüisciien Gemeinde zu Berlin בית מדרש לעברית של קהלת היהודים בברליו XVI. Semester. Anfangs Mal eröffnen wir einen Morgenkursus für An• fänger Im Westen, zu dem sich noch Teilnehmer melden können. Der Unterricht finde) Im Verwaltungsgebäude der Synagoge Fasanenstraße 79/80 statt und beginnt Montag, den 3. Mai, 71/2 Uhr moTgens. Der Stundenplan wird in der ersten Stunde gemfiß den Wünschen der Beteiligten festgesetzt. ו N. Berggrün, Wilmersdorf, Prlnz-Regenten-Straße 94 Telephon: Uhland 6985 (2 — 3 Uhr).