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Jüdische Rundschau · 1926-04-27 · Heft 32 (27.4.1926) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 32 (27.4.1926)
Date
1926-04-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 240 JUEDISCHE RUNDSCHAU 1 Nr. 32 4, Dank der durch die Immigration e n t s ♦ a n - denen günstigen finanziellen Situation, dank des Systems der Regierung, sieh allen ö f f 0!11 - liehen Lasten schrittweise / u entziehen, sobald dieselben als freiwillige Lasten von den Juden selbst getragen wurden, hat die Regie rung folgendes erreicht; a) einen verfügbaren Einnahme- Überschuß von £ 470.001 p. 31.!11. 1925 יי) eine freiwillige Rückzahlung auf Vorkriegsschulden in flöhe von £ 63.896 p. 1924/23 Vorkriegsschulden in Höhe schätzungsweise £ 150.000 i. J. 1925 26 (:)Auszahlung der Jaffa— Jcrusalem-Eisenbahn mit zirka £ 350.000 . 9.500(1.4״£ welcher Betrag sich durch den noch unbe• kannten Einnahmcübcrschuß pro 1923 '26 auf rund £ 1.509.000 erhöht haben dürfte! Diesen anderthalb Millionen .£, welche die Regierung aus den Einnahmen herausziehen konnte, stehen fast genau als Leistungen des Keren Hajessod für staatliche Ausgaben gegenüber: für Imifnsiedlung für Edukation für Immigration für Health für Publik Works £ 617 3S9 £ 393.93S £ 247.220 £ 171.584 £ 159.923 £ 1.620.050 (Diese Ausgaben sind nur ein Bruchteil der gesamten Investitionen seitens jüdischer Kolonisationsgesellschaften.) Ein sehr interessanter Uebcrblick ergibt sich noch, wenn man aus der Tabelle der Ausgaben zunächst einmal diejenigen Positionen herausläßt, die nach all dem Gesagten überhaupt mit der Immigration in keinem Zusammenhang stehen können und auch keine normalen Administrationsposten darstellen. Das sind: II. Public Debt and Loan Chargcs, VIH. Survey Department, XIX. Antiquitics, XXIII. Extraord. Railways, XXVII. Miscellauoeus, XXV. Public Works Recurrent. — Die Summe dieser Sonderposten stellen wir den normalen Posten gegenüber und berechnen das Prozentverhältnis: % oder % G«»»mtb»tr»g Norm*]© Posten % zu ״■'"״ zu Soodsrpesten der normal oa Position 1921/92 1.881.103 1.659,313 S9 321.795 11 13 1922 23 1.837.173 1.513.040 32 324.133 18 2 1923 24 1.633.227 1.26S. 119 77 365.108 23 30 1924 25 1.589.090 1.135.000 71 451.000 29 40 1925 26 1.977.367 1.307.497 66 669.857 34 51 Man sieht, in welcher aufsteigenden Kurve die Sonderposten sich bewegen und immer stärker auf das Ausgabenbudget drücken. Während sie vor 5 Jahren nur 13 »3 der normalen Positionen ausmachten, beanspruchen sic jetzt bereits einen Betrag von annähernd der EFilfte dieser normalen Positionen. -- Will man die Public Works Recurrent, bei denen es streitig sein kann, zu den Normalposten herübernehmen, ergibt sich immer noch . % od«r % Ge»»mtbetrag liiarTon norm sie % SoBdarpotUn deroormilen PaiUi'aa 1921/22 t.881.108 1.722.S9S 92 15S.210 8 9 1922/23 1.837.173 1.613.041 *“88 224.132 12 1,3 1923/24 1.633.227 1.337.932 82 245.295 18 22 1924/25 1.589.001) 1.231.000 77 358.000 23 29 1925 26 1.977.357 1.427.317 72 550.007 28 39 Das Ergebnis ändert sich nicht viel: systematische Herabdrückung bei allen Positionen der normalen Verwaltung: systcmatische Erhöhung bei allen Ausgaben; die mit der Ein- Wanderung nichts zu tun haben. Ist es erlaubt, jetzt eine Bilanz der zion'stischen Finanz.- polltik zu ziehen? Das Geld, das der Ke reu Hajessod auf der einen Seite ins Land gebracht hat, hat die Regierung auf der anderen Seite aus der Bevölkerung für ihre eigene Zwecke herausgezogen. Sic hat es teils benützt, um den englischen Besitzern otto manisch er Vorkricgsanleihc ein Geschenk zu machen, teils zum Ankauf von Eisenbahnen, teils ist es noch verfügbar. — Sobald die Regierung die ,Ziffern der Einnahmen veröffentlicht, werden wir für diese eine gleiche Amlvsc unternehmen. Und wenn es dort gelingt, deutlich nachzmvciscn, in weichem Maße die Einkünftesteigerung aus jüdischen Quellen kommt, so werden wir genügend Material haben, um unseren Rechtsnnspruch auf einen Teil der angesamme'.ten Schätze in den Staatskassen verteidigen und nachweisen zu können. HimHiimimiH m m Jüdische uoihsusrsammlung Donnerstag, den 29. April, abends 8 Uhr In den SplehernsSlen, Spldiemsfra&e 3 Relerenlen: Dr. Alfred Klee, Oberregierungsrat Goslar, Direktor Kareskl, Frau Lina Wagner-Tauber, Dr. Sandler. Zur Deckung der Unkosten werden 30 Pf. erhoben. ■ ninMHWilininuu Schon jetzt aber ergibt sich klar: der größte Fehler, den wir begangen haben, bestand darin, den Mandatvertrag hinzunehmen, ohne gleichzeitig den Abschluß finanziell-wirtschafiiiclier Verträge mit der Mandatsregierung aul der Grundläge gegenseitiger Leistungen zu erwirken." Man mul! versuchen, diesen Fehler nickgängig zu machen. Auf die Dauer geht cs nicht an, der Staatskasse Schätze aus unseren eigenen armen Kassen zuzuführen, ohne auch nur zu geringem Bruchteil davon profilieren zu können. Die Forderung, daß ein Teil der d u r c h uns ermöglichten U e b c r - schüsse wieder der jüdischen Siedlung z 11 g c führt werden, sei c's durch Aufnahme eines Postens für 1 n n c 11 s i c d I u 11 g in das Budget, sei cs in! o r m el c r / i n s 1 a h 1 u n g für eine zu s c h a t - fende jüdische Siedlungsanleihe, diese Ford e r u n g ergibt sich zwingend aus der Analyse. Es ist eine politische Forderung, die von den Wirtschaftliehen Verhältnissen abgeleitet wird. Es ist höchste Zeit, sie in das nächste Arbeitsprogramm aufzunchmcn. Wenn man erwägt, dal! bei all den angeführten Resultaten die große Einwanderung von 35 000 Seelen im Jahre 1925.•25 sich noch gar nicht einmal hat auswirken können, so ist gar nicht zu übersehen, mit was für phantastischen Ziffern wir cs in weiteren fünf oder zehn Jahren zu tun haben werden. Die Ausweisung des russischen Handelsvertreters London, 20. April (J. T. A.) Der Minister für die Kolonien Amery machte im Unterhause die folgende Mitteilung: Dem Minister war nicht bekannt, dal! der Chef der sowjetrussischen Arcos-Organisation durch Lord Plumer aus Palästina wegen antibritischer Propaganda ausgewiesen worden sei. Der Oberkommissar hat Maßnahmen getroffen, damit die Wiedereinreise des Leiters der Arcos nach Palästina verhindert werde. Die Sowjetregicrung bat in dieser Angelegenheit keine offiziellen Vorstellungen erhoben. 111offiziell hat der russische Charge d’Affaires in London angefragt, es wurde ihm aber mitgeteilt, cs bestehe nicht die Absicht, sich in die Angelegenheiten der lokalen Behörden einzumischen. Vom Oberkommissar ist über die Tätigkeit der Arcos im vergangenen Jahre kein Bericht eingegangen. Jerusalem, 22. April. (J. T. A.) Der aus Palästina ansgewiesene Chef det־ palästinensischen Abteilung der sowjetrussischen Handelsgesellschaft Arcos teilte der Pal. Tel.-Ag. mit, daß die Abteilungen der Arcos in Haifa, Jaffa und Jerusalem geschlossen werden als Protest dagegen, daß Lord Plumer Herrn Gleser ausgewiesen hat. Die Palästina-Regierung, sagte Herr Oleser ferner, habe dem Hauptbüro der Arcos mifgcteilt, daß sie die Handelstätigkeit der Arcos in Palästina auch weiterhin nicht stören wolle, sie sei nur gegen die Anwesenheit Glcsers in Palästina, da sie ihn in Verdacht hat, daß er politische Propaganda betreibt. Diese Behauptung, schloß Herr Gleser, entbehre jeder Grundlage. Oie Hillsaktiun für die polnischen Juden London, 20. April. (|. T. A.) Jewish War Victims Fund (Hilfsfonds für jüdische Kriegsopfer) hat in seiner heutigen Sitzung, der Dr. Leon Reich beiwohnte, beschlossen, sofort 5000 Pfund für die jüdischen Kredit-Anstalten in Polen bereitzusteilen. Die Verfügung über diesen Betrag hat der europäische Joint-Direktor Dr. Bernhard Kahn, der bei der Verteilung der Gelder mit Dr. Reich Zusammenarbeiten wird. Kleine Nachrichten Der Vormarsch der französischen Truppen in Syrien gegen den Dschebel Drus hat begonnen. Die Mitglieder des Internationalen Archäologen-Kongresses sind aus Beirut nach Jerusalem zurückgekehrt und setzten hier ihre Tagung fort. Die nächste Konvention der Zionistischen Organ!• sation von Amerika wird am 27. Juni in Buffalo er• öffnet werden. Anschließend daran• hält auch die Hadassah ihre Konvention ab. (Ziko.) Die Direktion der palästinensischen Arbeiterbank wird bei der am 28. April tagenden Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende vorschlagen. Auch die Direktion der Solclboneh Ltd. wird der in Kürze stattfindenden Generalversammlung die Ausschüttung einer Dividende beantragen (für das Geschäftsjahr 1925). Der bekannte Zionist und Professor der Physik an der Universität Utrecht, Dr. O r 11 s t e i n , weilt im Zusammenhang mit der Errichtung des Einstein-Institutes für Physik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Professor Ornsteii! hat am 19. April an der Universität eine Vorlesung über ״Einige Betrachtungen zur modernen Optik" gehalten. Professor Davidson aus New York ist in Jerusalem cingetroffen, um einen ihm angeboteneu Lehrstuhl der Hebräischen Universität zu übernehmen. Die Oroßlogentagung des tschechoslowakischen Distrikts der Bn ei B r i 111 hat über Antrag des Großpräsidenten Dr. Joseph Popper einstimmig beschlossen, der hebräischen Universitätsbibliothek in Jerusalem eine Spende von 103 000 Kronen in zehn Jahresraten zu 10000 Kc zuzuwenden. Für den 2. Mai wird in Moskau die Ankunft des Herrn James N. Rosenberg, ersten Vizepräsidenten des Joint Distribution Committee, und des Herrn Simenson erwartet. Mit ihnen kommt der Leiter des europäischen Werkes des Joint, Dr. Bernhard Kahn. Eine Gruppe osfgalizischcr Juden erwarb in der Nähe von Beisan eine Fläche von 5000 Dunam Boden, wo noch im Verlaut dieses Sommers eine Kolonie erbaut werden soll. Die Kolonie wird nach der Prophetin Debora 11 benannt werden. Die Zentrale der Lehrerorganisation in Erez-Israel hat beschlossen, einen Aufruf an alle jüdischen Lehrerorganisationen in der ganzen Welt zu erlassen und sie zur Teilnahme an der Lag b'Omer-Demonstration der jüdischen Intelligenz für die Geulath Haarez aufzufordern. Ein ägyptischer Jude, Herr Alman Hurwitz, hat zugunsten des Keren Kajemcth eine Versicherung über 200 £ abgeschlossen und dem Fonds die Police eingesandt. Die letzte Serie der ,,Palästina-Photographie-Correspondenz“ des Keren Kajcmeth enthält u. a. interessante Aufnahmen der Ausgrabungen der dritten Mauer des alten Jerusalems, die jüngst aufgedeckt wurde (s. ״Jüd. Rundschau•‘‘ Nr. 9). Eine Reisegesellschaft aus 150 Aerzten verschiedener Länder, arrangiert vom Crossiere Bruxelles Medical, ist i n Jerusalem ein getroffen. Der jüdische Aerzteverein Jerusalems gab ihnen zu Ehren einen Empfang. Für die Errichtung von Zwei- bis Dreifamilie 11häuser 11 für die Soskin’schc Siedlung war eine Konkurrenz ausgeschrieben. Das Preisgericht hat den ersten Preis dem Entwurf des Ing. Baerwald zugeteilt. Den zweiten Preis erhielt der Solei Boneh, dem auch für zwei weitere Entwürfe die Anerkennung ausgesprochen w^rde. Der seit mehreren Monaten in Amerika weilende Präsident der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Dr. Salomon Ehrmann, gedenkt am 29. April seine Rückreise nach Europa anzutreten. Die amerikanische Prohibition-Kommission hat alle Gesuche von Firmen und Einzelpersonen um die Erlaubnis zur Einfuhr von P a 1 ä s t i n a w c i n nach den Vereinigten Staaten aus Anlaß der bevorstehenden Passahtage a b 1 e h - 11 e n d beschieden. Es wird in dem Ablehnungsbescheid gesagt, der von den Familien selbst zubereitete Wein genüge den rituellen Bedürfnissen. Die Tabakfirma Lu bl i 11er in New York hat sich mit der Schoolmansehcn Palestine Tobacco Corporation in Boston zusammengeschlossen. Die neue Firma produziert jetzt Zigaretten unter dem Namen ״Balfour“ (eine Qualitäts- Zigarette) und eine billigere Zigarette unter dem Namen ..Knick״. Präsident der reorganisierten Lubliner und Jordania- Corporation ist Herr Max Schoolman in Boston. (Ziko.) Im Alter von +2 Jahren verstarb in Ne\V York Miß Rose Brenner, seit 1920 Präsidentin des Nationalrates der jiidisehen Frauenorganisationen Amerikas. In Rußland existieren 110 jiddische Schulen mit 15 000 Schülern, in der Ukraine 470 Schulen mit 75000 Schülern, in Weißrußland 170 Schulen mit 25000 Schülern. Ein Reisebuch (von Salzmami, ״Gelb gegen Weiß", Verlag Brockhaus). Das ist einmal ein Manu, der von ganz wo anders herzukommen scheint als die gewöhnlichen Palästinareisenden. Nicht aus dem Zionismus und nicht aus der Journalistik (wenn dies doch, dann irrtümlich), sondern geradewegs von Deutschlands Bierbänken. So auch seine Betrachtung; er sicht Deutschland, Deutschland über alles andere hinweg, ob in Jerusalem oder Damaskus, auf den Philippinen oder in China. Er inszeniert ,,Gelb gegen Weiß“, aber der Panasiaiismus ist nur Attrappe. In Wahrheit sucht er die Spuren der deutsehen Farben kümmerlich unter den leuchtenden Spektren tropischer Strahlen heraus und versucht, sic neu zu polieren; da sind sie und dort, und hier ließen sie sich einfiigen. Deutsche, kommt 11erund helft mit! Das ist ein ganz sympathisches und mutiges Unternehmen. Jede offene Einseitigkeit hat das Recht, ungerecht zu sein, lind daß er dann, nach Palästina gekommen, die Zionisten nicht mag, weil das ganze Experiment anfangs nur ein geschickter Schachzug gewesen sei, um die deutschen Juden während des Krieges ihrem Vaterlandc zu entfremden und ihre Interessen nach britischer Seite hin zu verlocken, ist, wie die ganze Auffassung, auch verzeihlich, wenn auch etwas nachträgeriseh. In Jerusalem trifft er einen Mann, der dort sein Land bestellt und ihm erzählt, er sei auch in Amerika tätig gewesen, habe ein Geschäft für Trikotagen in der Washingtonstraße und wolle nichts, als ״in Frieden in unserem angestammten Lande gclassen werden“. Herr v, Salzmami wundert sich über aas Gespräch: ״Es zeigt aber, was in der Seele dieser Menschen vorgeht. Auch sic wandert über die ganze Erde. Wie wenig wissen wir davon?“ (Er hätte ein solches Gespräch mit manehern Juden dort führen können, aber er hat cs lieber mit einem Araber geführt.) —■ Auch sonst sieht, er Manches von den Arabern, Vieles von den deutschen Kolonien und grau in grau Theoretisches von den Juden. Mit zunehmender Kälte der Witterung wächst die seines Gemütes; wie man die Pelze heraussuchen muß, sieht er ״ab und zu noch jüdische komniunistisclie Kolonien. Sibirien in Palästina“. Die Bemerkung ist etwas tückisch. Gottlob ist er schon an der Grenze nach Syrien. Dort gefallen ihm die Franzosen, nicht aber die Syrier, ״denen von uns aus Irgendwelche Sympathien entgegen zu bringe״ ungerechtfertigt wäre“. ״Das Ganze geschieht hier selbstverständlich im Rahmen eines weltpolitischen Experimenfes. Es ist das Ringen um die mohammedanische Seele zwischen Frankreich und England. Mir scheint fast, als ob England da eine ständig abbrockelndc Mauer verteidigt, währcn'd Frankreich siegreich auf vielen Linien vordringt“ Das wurde im Februar 1925 geschrieben. So kann man sich täuschen 1 Dadurch verlier! erfreulich das Sehertum au Eindringlichkeit, mit dem Herr v. Salzmann das jüdische Palästina betrachtet: ״in1 allgemeinen habe ich zu den künstlich ernährten Völkerbundskindern kein großes Zutrauen“. Man muß es nehmen, als wanderte ein deutscher Stammtisch durch die Welt. Viele richtige Bemerkungen und volkswirtschaftliche Notizen und politisierende Betrachtung aus deutschein Herzen und etwas Schnoddrigkcit. Das Buch liest sich ganz interessant, wenn man den intimen Tan erträgt, dem das Pathos zur Plattheit unentbehrlich ist, der etwa Aegypten nur ״das Pharaonenland“ nennt, um im gleichen Satz vom ״Völker- Schwindel“ des englischen Protektorates zu sprechen; oder von der ,,Stadt des großen Alexanders“, wo ״solche Affenkälte ist, daß sämtliche Krokodile im Nil weinen“. Es muß auch solche Käuze geben. Und immer weiter geht das Schmunzeln, das leider Herrn v. Salzmanns Ausdruck der Heiterkeit ist, während ihr Objekt etwa die badenden Frauen eines Emirs in Damaskus sind: ״ich werde nicht zugelassen“ — ins Bad nämlich —, bemerkt er heiter. Und in Bagdad: ״Im übrigen war ich auch selbst einmal Leutnant und Schmunzeln gleitet auf meinen Lippen, wenn ich so einen leichtsinnigen Strick mit einer ausrangierten europäischen Kokotte herumtanzen sehe.“ Da kann man nichts machen. Aber wenn das schließt: ״Das ist Bagdad!“, dann ist man doch erstaunt, wie sich in diesem Kopf die Welt, die er bereist, spiegelt. So schmunzelt er sich über die Erde, durch Damaskus und Bagdad, durch China, wo er chinesische Sportgirls baden sieht, und die Philippinen, wo ihn manch glühender Blick trifft, obgleich seine Frau immer dabei ist, die alles photographiert. Die Photographien sind gut. Die Reiseschilderungen sind nicht übel. Und das Buch ist sehr hübsch gebunden, mit einem zornigen Chinesengott auf dem Deckel, der stumm fragt: ״Was hast du hier herum/.uschmunzeln?“ Mirjam Scheuer. BBchersehau Die Welt der Bibel. Vor kurzem erschien im J ü d i - sehen Verlag, Berlin NW7, Dorotheenstr, 35, ein von dem bekannten Bibelforscher Dr. Max Soloweitschik herausgegeben cs Illustrationswerk ״Die Welt der Bibel“. Der starke Quartband (in Leinen 18 M., in Halbleder 24 M., tür Subskribenten der Dubnowscheri ״Weltgeschichte des jüdisehen Volkes" 13.— M. bzw. 20.-- M.) enthält 700 Bilder auf starkem Kunstdruckpapier und dazu aut 120 Textseiten Erläuterungen mit zirka 1000 biblischen Zitaten, ferner Register und Quellen-Nachweis, außerdem 4 mehrfarbige Tafeln und 9 vielfarbige geographische Karten, Durch das Werk, welches die letzten Ereignisse der Ausgrabungen und Forschungen im vorderen Orient berücksichtigt, wird nicht nur das Studium der Bibel, sondern auch der jüdische Religionsunterricht eine Verlebendigung und wertvolle Unterstützung erfahren. Der Band, der als ein Kompendium der biblischen Arc 11 ä 0 1 o g i c bezeichnet werden kann, enthält nur Dar- Stellungen aus dem realen Leben Israels im biblischen Zeitalter, Bilder aus der, nicht Bilder zur Bibel. Von der D u b n o w s c 11 c ti ״Weltgeschichte des jüdisehen Volkes“ ist soeben im Jüdischen Verlag, Berlin NW 7, der III. Band erschienen, der einen Umfang von zirka 600 Seiten hat. Mit diesem Band ist die erste Periode des zehnbändigen Geschichtswerkes, die orientalische, abge - schlossen. Nicht nur der für ein wissenschaftliches Werk dieses Umfanges außerordentliche Publikumserfolg, sondern auch die Farhkritik bestätigt, daß die Dubnowsche Geschichte ein ״Standardwork“ höchsten Ranges ist. So schreibt die ״Vossische Zeitung“: ״Hier wird Dubnow zum überragenden Meister des Stils, zum Propheten seiner Idee, zum begeisterten und begeisternden Künder der weltgeschichtliehen Tragödie eines kleinen, tapfere״, überzeugungstreuen, Charakterstärken Volkes," Und Prof. F. Perl es urteilt in der ״Königsberger Hartungschen Zeitung“: ״Wenn die folgen* den Bände, was zu erwarten steht, sich aut gleicher Höhe halten, wird das vollendete Werk voraussichtlich für Jahrzehnte d! e Geschichte des jüdischen Volkes bleiben.“ — Wir werden auf die hier erwähnten Werke noch ausführlich zurückkommen.

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