Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 222 JUEDISCHE RUNDSCHAU N>2 •׳P/30 il&cia Totirisfcn — Jouvcncl in Jerusalem — Weizmann in Palästina. Von imii'iem Korrespondenten. A. G. J c r u s a l c tu, den ü. Apiil l‘J2u. I;.is l'ess.iehlest dieses Jahres trug einen anderen Charakter als im Vorjahre. Der I. April 1025 brachte uns mit der Eröffnung der hebräischen Universität «las stärkste TnuiMonj.ihr, das wir bis jetzt gehallt haben, ln diesem Jahre ist die Bewegung *«•Ib-tverstämUkh geringer. Es gibt keine nuf>er׳):׳\\bhnliche Sensation, die den Frcnnieu ins Land zieht, und mir eine geringe Zahl derer, die fahren wolle», können ihren Wtmsrh verwirkliche», weil die schwere wirtschaftliche. I )rpressioit in Europa jeden Kostenaufwand, der über tUs alltägliche hinausgehl, unmöglich macht. Dennoch lülilt nun im Lande auch dieses Jahr die Touri-.tcnbewcgtiiig, und der In׳m1h11״verkehr nahm in der IVssnchvochc besonders lchh.ilte Form an, weil eine grolle Zahl der im Linde Ansässigen ebenfalls auf Reisen durch das Land begriffen waren. Line Reihe wichtiger IVrsönliclikciten, Zionisten um! Neu trak\ kamen in den letzten Wochen nach Palästina. Lin Teil ans Interesse für das Land, von dem man seit einiger Zeit iit aller Well zu sprechen beginnt, und manche deshalb, weil l'.dnslina nahe hei .Aegypten liegt und man auch einmal in diese Ficke de. nahen Orients, von der die Zionisten :0 viel Ilern!,iclien, liineinsehen will. So mancher wird von all dem. Krstaunliclien mul Soudcrb.ucti gefesselt, beginnt sich für die jüdische Kolonisation.,nlieit zu interessieren und wird viel- 'leicht gar ״!m Anhänger einer Sache, die ilua vorher nur als verschwommene Idee bekannt war. Manch einer bekommt aller nur wenig zu sehen, oder nur das, was ihm einen ,schiefen Begriff von der Sache gibt, und fährt mit allerhand krausen Vorstellungen wieder ab. An sieh kann uns die Wirkung׳ l'.il.i'tina•. auf Kin/rlnr /iemlich kalt lassen. Wir haben uns im Lande die übertriebene Augst vor Kritik abgewohnt und gelernt, zu arbeiten, ohne bei jeder Einzelheit darüber nach/u- (lenken, wie sie von nullen uiifgcnonunon werden könnte. Das, w,1s im Lande gi schaffen wird, spricht zum guten Teile luf sich srllLt und r.d'Ktinn wirkt in seiner 1' 1׳i1t1itivit.it, mit allen seinen Fehlern und Unvollkommenheiten oft hevser als die gelungenste Propaganda in Rede oder ,Schrift. Ahn׳ sich l’al-. ■na 1 ans! heit i.t nicht einfach. Man mull da etwas von der Cieschichte des Landes, von der Natur der Menschen, von den Tendenzen der Kolonisation, von den Bedingungen und Umständen wissen, unter denen der .Aufbau des Lande, vor sich geht. Ls gibt fraglos Menschen, bei denen alle diese Voraus- Setzungen «■treffen. Abei׳ sic sind zu zählen, während die grolle Menge einer sorglichen und ausgiebigen Anleitung bedavt, um I’alästin.1 sehen zu lernen. Ein Mann, der von Palästina zu wenig gesehen hat oder dem cs nicht gelungen ist, den Sinn aller (!kscr sonderbaren Dinge, die man liier findet, zu erfassen, wirkt mittelbar oder 11mniltelh.11• ungünstig auf unser Ansehen im Auslände und die Arbeit unserer nationalen |׳'o;tds. Wir sind heute noch abhängig von dem Eindruck, den Palästina auf die Welt macht, 1 ml erst wenn wir so weit sein werden, unsere Kraft und unsere Kapitalien aus anderen tmvl sicheren Quellen 711 schöpfen, wird diese ein wenig fieliet hafte Aengstli! hkeit verschwinden, die heute unsere ,Aufklärung.,ubeit unter den Touristen notwendigerweise begleitet. Was die Organisation der Touri.teiiliii sorge betiilit, haben wir im Gegensatz zum vorige» Jahre zweifellos einen ForUehriU 7n verzeichnen. Durch die Eröffnung des Informationsbüro.■;, das die zimiislisihe Exekutiv«• und der Nation,dlnndgemeinsam in Jerusalem errichtet haben, ist zum evstenm.11 eine Stelle geschaffen worden, die für die•(• heule eminent wichtige Arbeit zuständig ist. Der jüdische Tourist in Palästina ist heute nicht ntehf hilflos der Macht des Zufalls oder Cooks ausgcliefert. Und dieser ״Ansrlmnmgsimleirieht" an Ort und Stelle ist meist viel wirksamer als die beste Aufklärungsarbeit im Galuth. Es ist dringend «1 wünschen, dalä diese׳ Zweigunserer Propagandatätigkeil — denn als solche ist diesc Arbeit im besten Sinne des Wortes zu werten — mit jedem Jahre, vollkommener ausgebaut: werden wird, * In der Pessaeltwoelte landen in Palästina Be,prn.lumgen statt, die in 'der politischen Welt mit gespanntem Interesse!•erfolgt wurden. Der High Cnmmi.■—ioner von Syrien, de Jonvenel, stattete dem ObetVommissar Palästinas, Lord l’lunier, den Besuch ah, auf den man bereits seit langem wartete. IVr Zweck der Reise ist offensichtlich die ,Stärkung der Zusammennrbeit zwischen den henaehharten Mund,(Isländern, um versehiedene Gretvfragen, um den Bau der Eisenbahn Haifa-Bein!!!! tmd im allgemeinen um die Erhaltung׳ freundschaftlicher Be- Ziehungen zwischen den beiden Exponenten europäischer Mächte in den beiden Orientliindern. Ein Ergebnis der Ver• handlangen, das für Palästina unmittelbare Bedeutung 11.1t, Kt der I’.osr Ithiß, in kürzester Frist mit dein Bau der Strecke TI .־< i f : 1 — Beirut 11 zu beginnen. Die-(■ Eisenbahn, deren Schallung in erster Linie von strategischen <>r>iehl--r,linkten /bestimmt wird, kann für die Eutwie.klung Palästinas Wirtschaftlieh von Bedeutung sein, besonders wenn sie so gelegt würde, daß sie die Gebiete der Akknebene. die jetzt vor der Er- Schließung durch jüdische Arbeit stehen, durchquert(•. Inwie• weit die Grenzfragen einer Regelung entgegengeführt worden sind. Kt aus den ofliziellen und offiziösen Meldungen nicht zu entnehmen, ln jedem Falle ist die Anknüpfung näherer Be- Ziehungen zwischen den beiden Statthaltern ein Ansgangspunkt auch für die baldige Klarstellung dieser Punkte. Die arabisrhe Welt hat dein Besuch de [oiivene!. mit großer Erregung etugegengesehen. Verschiedene Faktoren trafen zusammen, um Unruhe und Erwartung zu verstärken. Die ,Stimmung de•■ Monat Ramadan, die immer die moslernitischen Araber in einen fanatischen Rausch zu versetzen pflegt, gab einen guten Boden für extreme Forderungen und Arisch,au• ungen. In diesem .Monat kommen in Palästina meist mehr Unglücksfälle nnd Zusammenstöße vor als im Laufe des Jahres. Dazu hatten die christlich-moslemischen Klubs, mit Musa Kasim an der Spitze, mit Begier die Gelegenheit wahrgenommen, um die Proteste gegen die europäische Politik in Syrien, Über die sielt die palästinensischen Araber bisher nur hie und da geäußert halten, zu Ohren des Obrrkommissiriats zu In ingen. PiolcsUelcgrummc tmd Proklamationen bereiteten den Boden für den Streik, der am Tage ih r Ankunft de JouiencR durcligeführt winde. Der Plan war ähnlich wie der bei <]er Reise Balfours. .׳Aber der Streik dieses Jahres war viel umfangreicher und besser durchgcführl׳ als der im Vorjahre. In Jcrusalem _ hatten alle moslemischen Händler und auch einige christlichen Araber ihre Läden geschlossen. Nur dadurch, daß die Juden ebenfalls _wegen der Pcssachfeiertage nicht arbeitoten, wurde der Streik weniger ,auffällig. Auch in den andere!« Städten fiel die. Streikparolc auf fruchtbaren Bode.n. Jedoch waren keinerlei sonstige Unruhen zu verzeichnen. Inte.rcssa'it Ist es, daß in den Proklamationen dieses Mal sehr deutlich die. Solidarität und Identität des syrischen und n-dästinonsisohf 11' Arabertums betont wurde. Inwieweit jedoch dieses Bewußtsein gleicher Nationalität, Sprache und Tendenzen wirklich ins Volk eingedrungen ist, bleibt zweifelhaft. Der Besuch de Jouvcnels war zionistisch dadurch von Bedeutung, daß Weizmann die Gelegenheit benutzen konnte, Fiihlutig mit dem syrischen High Commksionor z,u nehmen. Wie on scheint, hat de. Jouvcttel auf seiner kurzen Reise in Palästina einen starken und günstigen Eindruck von der zionis tischen Kolonisationstätigkcit bekommen. Dafür spricht sowohl seine Unterredung mit Wieumann wie auch die Aeußerum:, die die arabische Presse bringt, daß die Juden nach Palästina gcii.m das bringen, w.ls das Land braucht, nämlich Energie und Geld. Der in Aussicht genommene Besuch Weh• m inus in lieintth wird die angeknüpften Beziehungen weiter au:.hauen. * Die poli tische ,Arbeit Weidmanns in Palästina wird jetzt nach Schluß des Pcssachfestes in vollem Umfang« bVgimic.n. In den nächsten Tagen wird er bei Plumcr empfangen werden und dabei Gelegenheit haben, dem liigh Comniis-iniier die Forderungen des Jisrhuw vorzutragen. Man hofft dar.ntl, daß ca AVcizmnim vielleicht gelingen wird, in der!•'r.igc der Umgruppierung der Verteidigungskräfte Palästinas doch noch Armierungen zugunsten der Juden zu erwirken. Die Erbitterung »her die Taktik־ der Regierung in dieser Frage wächst im lisihiiw, vor allem, weil trotz Annullierung des bctiiehtigten Memorandums die Bildung eitlO-s rein arabischen lärenzkot'ps in die Wege geleitet wird. Nur einige wenige luden mit besonderer Ausbildung sind bis jetzt aufgefordert Horden, in da.■- Korps einzutreten und auch nur für so lange, bis mau Araber für ihre. Posten ausgehildet hallen wird. Gegen• über diesen Tatsachen sind alle Beteuerungen und Erklärungen in London und Jerusalem nichts wert, und die Erregung des liäi lmw• ist naturgemäß eher im Steigen als im Sinken. Andere taktische Fehler der Behörden tragen noch dazu hei, die Ge.׳.• nerschaft «1 verschärfen. So hat kürzlich die Jaffa(־!־ Zolle Behörde einer jüdischen Firma mitgeteilt, daß sie sich im Verkehr zu! Erleichterung der Geschäfte der englischen Sprache bedienen möge. Ein Gegenstück zu «lern Arhcitsdepartcment der syrischen Regierung, die plötzlich auf französisch zu korrt.-pondierrn begonnen hat. Der lischuw wird sehr energische. Maßnahmen ergreifen müssen, um seine Rechte zu wahren, ln erster Iänic muß ca darauf ankommen, der Regierung klar zu machen, daß Palästina noch etwas anderes ist als der Ausgangspunkt Englands für seine Politik im näheren Orient, nämlich das Land des Natio- 11.11 Home. Denn es ist zweifellos zu einem guten Teil Mangel an Einsicht in die inneren Verhältnisse Palästinas, die da ■י Ohetko1nm!ssari.it zu solchen Fehlern führt, wie es die Verovdmmgen über die Neuordnung der Gendarmerie waren, F.ts ist wichtig für das Land, daß der Jisrhuw durch die Anwesenheit Wrionanns die Möglichkeit hat, diese schweren Probleme mit Ihm zusammen zu klären und die Ergebnisse der Beratungen dem OI1rrkommissa1;iat durch den Präsidenten der Zionistisehen Organisation vorzulcgcn. Die Konferenz des Deutschen Dechaluz (Schluß des Berichtes au:, voriger Nummer.) Der zweite 'J'.ig der llcrhahizkonlerenz Krachte nach den Berichten der eiu'elncn Ressorts die Generaldebatte. Die. Gene-!,ildrb.ittc stand überwiegend im Zeichen praktischer Anrc.gun-t gen für dir künftige .Arbeit, die zum Schluß der Konferenz in! Resolutionen ihren Ausdruck fanden, von denen wir am Schluß dir>cs Berichtes einige wenige wesentliche im Auszug mittcilcn. 1111 Vorlaut' der Generaldebatte sprach auch Ben Gurion. Er suchte das Wesen des Heehaluz innerhalb' der /ionKtKrlicn Bewegung festzustdlrn. Der Aufbau Palästinas brrir-met eine vollkommene Revolutionicrung der jüdischen Gesellschaft. F.r hedcutrt den höchsten Kontrast zu dem bis•«!irrigen Leben des jüdischen Volkes, Der Palästina-Aufbau geschiebt um der jüdischen Gesamtheit willen. Die Arbeiterschaft Palästinas stellt aber itt ihren heutigen Lebensformen durch die, starke Bejahung des nationalen und des sozialen Regeneration*• will( ns das .Saatkorn für eitle künftige neue Gesellschaft dar. I>e»1 I lech,1111־/ falle die Aufgabe zu, diesen Kern der 'Aufhauhewegmig immer wieder zu stärken. De!־ Iiechaluz müsse daher den Toi! der Alijah stellen, der mit historischem Bcuulvtsi in un׳i hi-.torisc.hen1 Willen begabt, voll verantwortlich an' dom Aufbau teihichmcii kann. Dazu gehört auch der Wille zur Einheit der GluihrzorganKation. Der Sonntagabend und die SonnUgnoeht wurden dann mit Vcthandlmigrii <!<׳s Pertnanenzaussehusses ausgrfüllt. Am M011tag 'oiiiiittag hielten Ernst It o c 11 m und Georg Lu Kinski di!•!!!ehr weltanschaulichen Referate ״Der Iiechaluz in der .׳i'mistKehen Gegenwart“ und ״Das Weltbild des Clinluz". Nachdem Bo eh 111 den Inhalt und die Aufgaben des Reicrat׳ s kurz Umrissen hatte, das den Stand der Bewegung) in der Gegenwart dar,teilen. Wandlungen seiner Struktur auf-t weisen und die Grundlage /u einer Klärung divergierender Anschaumigen geben soll, geht er nach einer kurzen Kritik der» •L Alijah und der mit dieser ins Land gekommenen Chaluzim zu einer hKiori.'-rh'kritischrit Darstellung der Chaluzb'ewegung über. Die ersten Chaluzim gingen als Utopisten hinüber, die l-.lr-1 neutז• ihres Strehcns und Wollen., entnahmen diese Men- ,-.׳hm ihre!• jeweiligen Umwelt. Palästina gal! nur den Ansatz• jmnkt ihre!• «lut31׳ die Ideen der Ursprungsländer gerichteten' Krön«• al>. Die-׳• Utopisten schufen die Anfänge einet־ Wirtschaft. einer nationalen Kultur und bestimmten den Rahmen! und die Konturen des jüdischen Heims. Ihre Erfahrungen, hrkcriainK.c und Erlebnisse verdichteten sich zu Forderungen und Parolen, die die Jugend des Galuth* zum Mittun auf riefen» Diese Jugend war aber bereits durch eine starke zionistische Bewegung und Erziehung empfänglich und Kereit gemacht, für die neuen Ueherzcugutigen und!,ehren aus Palästina sieh voll einzusetzen. Der neue Typus von Chnlu/im war anders als die. ersten Pioniere. durch eine Wechselwirkung von Kräften und! Ideen Pnl.V.tinas und der Galuth bestimmt. Mit dieser dritten Ali; 1h kommt ein gewisser Prozeß des Auflfuns zum Abschluß, ■'■‘,weit die weiter«! Entwicklung des Heehaluz gemeint ist. Während jene Chaluzim der dritten Alijah noch alles in den c>'״ten Anfängen vorfatidcn, gewissermaßen urschnpfrrisrli tätig waren, finden die heutigen Chaluzim bereits endgültigere Ordnmigcii vor und müssen mit gegebenen Bedingungen und Gewordenheiten rechnen. Inzwischen sind auch die bildenden und erzieherischen׳ Kräfte des Galuth, sowohl die der Zionistischen Organisation als auch die der geistigen Umwelt schwächer geworden, ein Zustand, der auch auf den Heehaluz alifärbt. Hinzu kommt auch, daß die politisch und sozialen Verhältnisse drill Iiechaluz Menschen Zufuhren, die nicht ursprünglich zionistisch eingestellt, seine Aufgaben und Verantwortung vermehren. Boelint gebt dann auf die besonderen, in _ mancher Beziehung nur für Deutschland geltende Problematik ein, die aus den! Zusammen• lohen von Menschen verschiedenen kulturellen und nationalen Milieu» erwächst. Es werden die besonderen Möglichkeiten e.rörtert, die sich aus einer ständigen freundschaftlichen Auseinandersot-zung zwischen der Jugend und der Arbeiterschaft im IIerhalt!/, ergeben können. Der Herbaluz als antizipiertes, arbeitendes Palästina scheint dazu berufen zu sciu, daß schon irt ihm Gegensätze zu einem Ausgleich kommen, und daß von ihm das Welk der Einigung der Arbeiterpartei Palästinas in einem großen Bunde ausgeht ״ Ei seinem Referat über ״Das Weltbild des Ch.a- I u 7." ging Lu Kinski davon aus, daß man bisher immer starker die Organisation des Iiechaluz als die Stellung des einzelnen Chaluz in der Welt und der Welt gegenüber untersucht habe. Gerade die letzte Betrachtungsweise sei aber im gegenwärtigen Augenblick erforderlich, weil sie zeigen würde, daß. unter der politischen und organisatorischen Decke ein bestimmtes menschliches Vct 11 alten des Chaluz vorborgen läge und cs gelte, dieses Verhalten zu analysieren uivdt hieran:-! di«? Methoden einer künftigen Chaluzerachune• ekeln. Daa Weltbild den ־Chaluz ist im wesentlichen zwei großen Blöcken gemeißelt; dem Zionismus und Kemalismus. »Hs dem üer Zi״. Manche behaupten, daß der Zknu.mus 1m Iiechaluz t ״misten des SozialLinu:! vcr!1achI.!:oigt werde. Diese Beh,t4 tun״ ist aber falsch. Ln Heehaluz, der die persönliche R. triligung am Aufbauwerk voran;,sitzt, reduziert;,ich nismu.s auf zwei wesentliche l׳ord׳!run«;en: auf die, . an der Schaffung einer neuen Kultur in Palästina und in”cinf grundsätzliche!! Bejahung des Nationalen. r Der zweite Block des Weltbild«« des Chaluz Lt der Sozi! lisiiHi׳,. Die Hixludruth hat tlic.se׳« Prinzip auf die Formel 4^ Aworinh azmitli, der Eigetwrbcit, gebracht. Dir,.; Formel hf, deutet in gesellschaftlicher Beziehung Ablehnung der durch Kapital erzeugtet! kitustlMicn Ungleichheit der Mcn;,< hen uni! zu mindesten.-. zu einem Teil Ver;;<\:.rlL־׳hnft»ng wichtiger Ljn> fidiümgcn der Gemein ,rhaft, bedeutet in kultureller B(V.irb11״l, Ablehnung des BiliimigMiionopol* einzelner Kl.usen und it! pj' ti-.clicr Beziehung <111 zu i.iiitdr.strn , einseitiger Kl.rs,cnkai,!-*( gegen diejenigen, die mH! der Durchführung ries Prinzip, fn't gcgcnstellcii. Die Eifullung der Forderung tlc.s .SozialLnui. ht. reitet gerade westjudi.seheil Menschen eine gewi.se .Schwicri*. keit. Sie sind ni׳׳ht gewohnt, .sich üht-rindividurllen Forderung^ tmtemtordnen. Sie haben zwar für ihr eigenes Lehen Disziplin aber die Liebe einer Organisation gegenüber, mit der sie ni׳ht wie in der Jugendbewegung schon durch ge.sclLr.haftlirhen 21;. saminenhang verbunden sind, ist hei ihnen noch nicht stark genug׳ entwickelt. 1 >;r, zweite Hindernis der Erfüllung der so,•1״ iistischeii Forderungen ist der Itvlividualisnius. Aber g*;rade eine voll entwickelte Individualität wird die Möglichkeit 11.1h(•:! ohne Aufgabe der spczilischeii Werte der Persönlichkeit schon aus eitler inneren Nötigung heraus, sich in ein Gesanitlcbcn einziKirdncn. Das Vct Italien de.. Gli.duz i,t zu clt.u .iktei L.ici 11׳ durch blealisiiuis, Diesel׳ ist aber nichts anderes als das historiicbc Bewußtsein und der hi .torische Wille, diesem Bewußtsein g(: maß unter Dein-rwindting von Schwierigkeiten zu h-indehv. 2ur Haltung des Ghali!׳/, gehört ferner die Gestaltung des Verhalt, ni.ssca zur Organisation in der Form der Wahrung der Ehre und der Einheit der Organisation. Es Ist gerade für die Chjlu/iiii in Deut.rhlanil notig, bewußt auf die Seite derjenigen zu treten, die zwar die .Mangel, die in! bisherigen Aufbau P.1U. stin,ls enthalten .sind, :.eben, aber dies nicht (Lut! benutzen, uik! sich seihst von der Forderung der eigenen Mitarbeit zu bc• freien. Endlich ist die Unteaordnung unter ein Ueberpcr.äm■ liebes, die ja der «׳ntsrheidende Wcsenszug der ersten Clialuzin gewesen ist, und die Grundhaltung den religiösen und des revo• lutkmäron Menschen bedeutet, auch die lctite und höchste Forderung des Verhallens des Chaluz. An das Referat knüpfte sich eine kurze Aussprache an. Daraufhin wurde dem alten Merk.« Entlastung erteilt und der neue Mcrka.% gewählt; ihm werden angt ׳.hören: Ascher, Roe.11 nt, llcilb'runn, Erna Meyer heim, Nagler, Salomo rt, Stein. Die Leitung des Büros wer den übernehmen: lernst Bodrm, Karl Stein und Ema Meyer• heim. Aus den Beschluss «n heben wir folgende hervor; Zur Alijah .sollen nur solche Chawerim vorgcschlagcn werdet!, die ein gewisses Mindestmaß von Kenntnissen der hebräisch« Sprache besitzen. Es soll ein Palästinenser für die Leitung der Tarb’utharbcit eingestellt werden. Die Schaffung von Cliawu• roth als Arbeitsgruppen auch nach der Uebcrsicdlung nach Pi■ lästina wird b'e..chlos;,en. Es *oll schon jetzt versucht werden, solche Gruppen inner!! 11l> des deutschen Iiechaluz zusa:wnco zusteücn. Im Laufe des Winters soll zur Heranbildung von Führern ein Führcrkurstts von etwa drei Monaten Dauer ver• anstaltet werden, lue die Madelte narb'eit wurde eine Reihe von wichtigen Resolutionen und BesdiltLsse.n gefaßt und ein Mädchcmvaad gewählt, der die Tätigkeit des Mädcbendezer• rtates wirksam unterstützen soll, ln einer weiteren Resolution wurde eine stärkere Zusammenarbeit mit den andern Emdes■ verbänden angeregt und in diesem Zusammenhang auch der Vorschlag des tscliei'hoslow.ikiv'hcn Iiechaluz begrüßt, schon ia kürzester Zeit zu einer Arbeitsbesprechung, in der über alle wichtigen Fragen der Haclis׳ liar.ah und Alijah und Mädchennrbeit gesprochen werden soll, in der Farm des Heehaluz it! Ncu-Titsrhcin zusaniinenzukoimnrii. Endlich wurde eine Re-j> lution angenouimen, in der der in Danzig gewählte neue Merkas des WcUliech.ihiz begrüßt wird, und in der die Zusammennrbeit mit dem Wcltvcrb.uid des Heehaluz als Verkörperung der r.inbeit aller Chaluzim im Galuth und als organisatorische und ideclc Trägerin des Prinzips der Histadruth in Palästina gefordert wird. Der Joicl-Drive Philadelphia, 4. April. (J. T. A.) Der Vor*itzende der Vereinigten jüdischen Aktion des Joint Distribution Committee, Mr. David A. Brown, hat auf einer Konferenz in Pcnnsylvania-Ost, der mehrere hundert Delegierte beiwohnten, erklärt, das Joint Distribution Committee werde demnächst au di« Jtidenschatt Amerikas mit der Forderung herantretcn, in dm nächsten drei Jahren mindestens 25 Millionen Dollar für den jüdischen Aufbau, statt der bisher geplanten 15 Millionen Dollar, aufzubringeii. Brown sagte, man habe stell von Anfang an das Ziel zu niedrig gesteckt, angesichts der tingc• heueren Not müßte man mehr fordern. Die Leiter der Joint-Aktion in Philadelphia, Albert M. Greenfield tmd Jules 12. M.isthatim, erklärten sich damit ein ver• Ktanden, daß die Quote für Philadelphia auf zwei Millionen Dollar festgesetzt werde, und verpflichteten sich, schon itukn nächsten Wochen 250000 Dollar an das Hauptbüro abztiführen. Im weiteren Verlauf der Konferenz kam Dr. Mr. Brown auf die parallel laufenden Aktionen des Joint Drives und des 7. i־״ nis tischen Drives zu sprechen und sagte ungefähr: Die Teilnahme an der Hilfskampagnc des Joint entbindet Vci* n e n amerikanischen Juden der Vcrpflichtm'R׳ zu dem Aufbau Palästinas bei zu tragen. De amerikanischen Juden sind wohlhabend genug, '",י beide Aktionen zu stützen. Man möge den Lcb1’׳”i• ltixus cinschränken. Die Kämple. in Syrien Jerusalem, 12. April. (J. T. A.l Die frattfösiw«!« Offensive in Süd-Libanon hat weitere Fortschritte zu v<־r־ zeichnen. Zahlreiche Drusen, von den Franzosen bedrängt, über• schreiten täglich die Firenze nach Palästina, wo sic sofort entwaffnet weiden. Ebenso haben zahlreiche Deserteure der französischen Fremdenlegion sich den palästinensische« Behörden ergeben. In Palästina werden spezielle Baracken erbaut, in welchen die entwaffneten Kämpfer untergebrzfht werden sollen. Der geschahdültr«>mle Au-sGu;,״. der Agudas lisroci hat gemeinsam mit dem Zcntralpräsidiuni die nächste ZentralrHs• Sitzung für den 27. und 23. April nach Berlin einberufe»