Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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i Seite 21R ■JUEDISCHH RUNDSCHAU Nr. 20/30 Die Mee der Ijar-Aktion Ein Brief an das Or״a״isa!lonsdcp.!rteme11t in London. Von Leo M01 7kin , Präsidcnfcn des Aktioiis-Gomitcs. Irli halle den Gedanken der Ijar-Aktion, d!> der AullehmKr der Zionistischen <)rganifation als solcher dienen soll, fitr einen sehr glikkürhen und möchte darum die Gründe, weswegen ich diese Tat vom ersten Augenblick an aufs wärmste begrüßt habe, wenigstens in einigen Ausführungen angeben. I!s ’ist dies um so notwendiger, da auf den ersten Bück liier in einem derariigen Versuch ein gewisser Widerspruch zun! Wesen einer Idee im allgemeinen und n den Crklmisseti der Träger einer Idee enlhaltcn ztl sein scheint. Kümieip wir uns vorstrilcn, daß das Eintreten für ein Ideal an gewisse Zeit im Jahre gebunden sein soll? Eine solche Mechanisierung der zionistischen Propaganda dürfte namentlich diejenigen befremden, welche seil Jahrzehnte» in der Bewegung stehen oder gar die Bewegung in ihren Ursprüngen gcschaifcn haben, für die cs eine innere Selbstverständlichkeit ist, ihr ganzes Leben der zionistischen Idee zu widmen. Weshalb nun glaube auch ich, obwohl zur iillcren zionistischcn Generation gehörig, die Ankündigung eines Monats fiir zionistische Propaganda und die Konzentrierung aller Kräfte auf Durchführung dieser Aktion mit Freuden und Genugtuung begrüßen 7.!1 können? Aus einer Reihe von G1 linden, die hier gestreift werden sollen. Vor allen Dingen müssen wir zusammen mit unseren Gesinniingsgrnosscn alljährlich uns selbst Rechenschaft darüber abgeben, wieweit das Judentum die zionistische Idee in sich aufgenonunen hat, müssen wir gleichzeitig einen neuen Ansloii geben, um die zuverlässige Kerntruppe der zionistischen Bewegung durch neue Auhängcrscharen denkender und vom Glück der großen Idee beseelter Gesinnungsgenossen zu s1:irkeil. Dieser Aufgabe können die Kongresse wogen der Fidle Ihrer Geschälte und die sonstigen Tagungen nur in beschränktrm Maße genügen. Vorbehaltlos und ohne Rücksicht aut Parteidifferrnzen müssen wir, alle Teile, miteinander aus unscrer ideellen Intercsscn-Gcmcinschaft heraus uns über unsere heutige Position im Judentum die gegenseitige Klarheit schaffen und mit dieser Rückschau in aller Bestimmtheit die abermalige Formulierung und Begründung unseres Ideals sowie die Klärung aller daraus resultierenden und durch die Neu- Schöpfungen entstehenden Probleme verbinden. Von einer einzigartigen Selbstlosigkeit getrieben, hatten wir in den letzten Jahre!' den Kampf für die klare und volle Idee immer mehr zurück(gesteilt, hatten wir uns mit Teil- Aktionen des Zioni;11111s begnügt und uns immer mehr daran gewöhnt, daran zu glauben, daß die Instrumente zur Durch- Führung <Jcs Zionismus odja■ der zionistischen Bestrebungen unsere ganze Krait bcaysffrudtcn müssen. Die meisten unter uns halicu entweder der׳ Realisierung des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth ihre Kräfte gewidmet oder gewisse riationalc Teile der sogenannten Gegenwartsarbeit zu verwirklichen gesucht, sei es in Form von Aktionen zur Forderung oder sogar Schaffung des hebräischen Kulturlebens, sei cs in der Lösung jener Aufgaben, welche mit der nationalen Erhaltung der, Judentums als Organismus iin üaluth verbunden sind. Wir haben auf der ganzen Linie fcststellen können, daß die zionistisclie Aktivität geradezu überraschende Siege erfochten hat. Kaum merkten wir dabei, wie sehr wir das Streben nach Ausbreitun״ der zionistischen Bewegung mit allen ihren Attributen und. nach Erweiterung der Zionistischen Organisation vermach• lässißt haben. Noch im fahre 1910 legten wir außerordentliches Gewicht darauf, vor der ganzen internationalen Welt, vor dem jüdischen Volk und nicht zum wenigsten vor uns selbst iestzustcllcn, daß wir über etwa eine Million organisierter Zionisten verfügen. Möglicherweise war diese Zahl ein wenig übertrieben — eine absolute Kontrolle ließ sich unter den damaligen Verhältnissen gar nicht durchführen —, aber nahe daran waren wir und hätten sicherlich die Million stellen können, wenn wir damals unsere Kräfte in diesem Sinne angespannt hätten und nicht immer mehr vom Gedanken erfaßt gewesen wären, daß es auf die Zahl der organisierten Zionisten nicht mehr besonders aiiitoinme. Wir glaubten, daß weder unsere politischen noch unsere wirtschaftlichen Bestrebungen der organisierten Million Seelen bedürfen, ' wenn wir das ganze Volk umfassen wollen und innerhalb der gesamten jüdischen Massen die überwältigende Mehrheit umfaßt haben. Als dann später die. Zahl der organisierten Zionisten sehr zu- Rainmensdirumpfte, war nicht einmal in den Reihen der Zionisten großer Schrecken wahrzunehmen. Unsere gleichzcitigen Erfolge beim Aufbau Palästinas, unsere Siege in allen Ländern, wo die Stimme des jüdischen Volkstums befragt wurde, die ungeheuren Vcriraucnskundgebungen der Massen, haben uns den ganzen Vorgang nicht allzu schmerzlich einjv finden lassen und über den Rückgang der Zionistischen Organisation leicht hinweggetäuscht. In dieser unserer inneren Beziehung aber bestellt gerade die größere Gefahr als in der Tatsache selbst. Denn der äußerliche Auflösungsprozeß wäre nur dann nicht so beunruhigender Natur, wenn die Zionistische Organ!• sation durch einen anderen Organismus ersetzt wäre, der die große Verantwortung für die Durchführung der jüdischen Renaissance in Ercz-Isracl und itt der Diaspora übernähme, wie z. B. ein Weltkongreß des gesamten Judentums auf demokratlsdicr Grundlage und mit ausgesprochen nationalem Prograniin. Heutzutage aber befinden wir uns in einem Zwischen- Stadium, in welchem wir noch gar nicht merken, daß wir leicht infolge mangelnder Organisation unsere Errungenschaften verlieren können. Vorüber ist die Zeit, da die Gegnerschaft gegen den Zionismus verstummte. Vor wenigen Jahren war es gang und gäbe, daß auch die jüdische Assimilation die Bestrebungen des Zionismus wenigstens zum großen Teil anerkannte, wenn sie schon die Ideologie des Zionismus schroff ableimtc. Die einzelnen Teile der zionistischen Anschauungen wurden von diesen Kreisen anerkannt, nur die Gesamtanschaumig galt in ihren Augen als eine unbequeme und ge- ”",י" c<~-- 11, 1 "־״ 'י ־- '•—1־י, fähtliclie Störung ihres Daseins. Da ließen sich die Zionisten 1m Streben nach Verwirklichung der einzelnen Komponenten ihres Ideals leicht dazu verleiten, ihre Fordcruimcn den Stimmungen der Gegner anzupassen, um auf diese Weise sielt dem Ziel zu nähern. So ist cs geschehen, daß der Entwicklungsgang des Zionismus zur fortschreitenden Entwicklung der zionistisehen Bestrebungen umgekehrt proportional war. Je größer der Kreis der zionistisch oder prozionistisch gesinnten und mitarbeitenden Juden wurde, desto schwächer wurde die Grundlage des Zionismus. Auf der Umschau nach neuen und mächtigen Kräften, weiche die Aufgaben des Zionismus zu realisieren in der Lage sein würden, war inan dann konsc• qucntcrwclse darauf gekommen, sogar das vcrar.twortungs׳ vollste Instrument des Zionismus, die Jewish Agency, ausgesprochenen _ Niclitzionislcn und selbst Antizionisten als Partnein zum Teil übergeben zu wollen. Dies war nur eine Konsequenz des Gedankens, daß die zionistische Idee an sich nicht menr der Propaganda bedürfe und daß man aus der Bewegung!ll , Gesamtjudentum, soweit es äußerlich von Einfluü ist, auch wenn cs vor keinem demokratischen jüdischen Organismus die Verantwortung zu tragen brauche, sich gleichsam bmuhcrreUcn müsse. Nun bin ich weit davon entfernt, die *;0°Pf.ra‘10n ,®cr, 2ioj11sten und Nichtzionisten beim Aufbau Palästinas oder bet der Lösung anderer nationaler Aufgaben überhaupt ablehnen zu wollen. Nur muß dabei die politische und nationale Basis nicht den mindesten Schwankungen ausgesetzt sein. 0 a Gerade für die Idee des Gcsamtjudcntuinft war die zeitwenige .Stimmung innerhalb der zionistischen Kreise vielleicht du nicht geringerer Schlag als für die zionistische Bewegung!!>•4. Wenn der Zionismus als Bewegung und als Form siel«;fMr.eii sollte, würde auch die ethische Grundlage für die 01 wciuli”l,eit des Aulhaus Palästinas schwinde«. Es ist wahr, d.iß der Zionismus außerordentlich viele jüdische Persönlichkeilen und große ihm nicht anhängende jüdische Massen dazu gezwungen lut, für die ideellen Bestandteile des Zionismus Surrogate zu schaffen, welche ihnen bequemer oder ihren sceliifheü Erlebnissen n»gepaßter waren. Allein selbst diese Surrogate würden sehr bald zerfallen, wenn der Kampf fiir die?ii’mistisdic Idee aulhöien sollt« und vom Judentum nicht mehr das Im.Js.cl1e Bekciitiluis verlangen würde. Wir wollen durchaus nicht leugnen, daß cs heute auch Prozionisten gibt, die wiikUch echt sind, darunter verstehen wir nicht serielle Pro- Zionisten, welche aus Schwäche, aus mangelndem Mut oder gar infolge widersprechender persönlicher Interessen zum Zioiiisniiis sich nicht durchdrungen haben, sondern solche, die Prozionisten aus Starke sind, d. h. Juden, deren seelische und geistige Erldmir.se mit einer anderen Kulturwclt innerlich 60 verwachsen sind, daß sie sieh nicht losrcißen können, daß sic aber das Große des Zionismus spüren und anerkennen. Solche Proz.i011ir.fcn sind zwar eine Erscheinungsform des tragischen Schicksals des jüdischen Volkes, sic bilden jedoch eine wertvolle moralische Garde, welche einen eigenartigen 1'-l.itz in der Bewegung für den Zionismus cinnduucu. Nun unterliegt cs gar keinem Zweifel, daß gerade diese Elemente völlig bedeutungslos werden und in sich zusammeiisitikcn müssen, wenn di« Größe der zionistischen Idee verblaßt. Aus innerstem Idealismus heraus, vom stürmischen Wunsehe gedrängt, möglichst schneller die Realitäten des Zionis-!!!ns zu schaffen, batte die Zionistische Organisation aut Schritt und Tritt den anderen Zugeständnisse gemacht. Sic merkte aber kaum und erst ganz spät, wie sehr sic die eigene Bewegung in den Schatten stellte und aus bewußtem oder unbewußtem Idealismus heraus zurückdräitgtc «der gar mißachtete. Inzwischen hat sich die Situation auffällig geändert. Ine Einbildung, daß die dem Zionismus entgegengesetzte Riehtumg, die Assimilation, ausgestorben sei, hat sich leider ab Einbildung erwiesen. Die große Schar der assimilatorisch gesinnten Juden in den verschiedenen Ländern erhebt entgegen allen Aeußerungen der jüdischen Volksmasscn von neuem ihr Haupt, sic sammelt ihre Kräfte und versucht sogar, aut Grund ihrer alten Losungen und Schlagwortc sich zu organisieren und die jüdische und nichtjfidische Welt zu einer äußerst schädlichen, die Zukunft des Judentums untergrabenden Auffassung ziu'iickzubringcu. Selbst die längst verrostete Dekbra'uon, daß die Juden einzig und allein eine Religionsgeinciu- Schaft darstcllcn, wird neuerdings ganz agressiv von Kanzeln herab oder sonstigen jüdischen Tribünen gepredigt. Gerade auch dort, wo die Machtfaktoren des Völkerbundes leben und ihre Stellungnahme zu den entscheidenden politischen Fragen sich formieren, gerade in solchen Zentren Westeuropas er■ schallen diese assimilatorischen Klänge jetzt immer unver• Iiolilcncr und frei von den ehemaligen Kompromissen. In der allerjüngsten Zeit ist diese utihistorisclic Wertschätzung des Judentums sogar anläßlich der fnaugurierung eines unparteiischen Institutes zum Auibau Palästinas zum Ausdruck gekommen. Allerdings ist bei dieser Gelegenheit gleichzeitig die Tatsache zum Vorschein gekommen, daß eine solche Organisation niemanden berauscht und niemanden veranlaßt hat, wirkliche Kräfte für den Aufbau Palästinas zur Verfügung zu stellen. Wiederholt an der Peripherie des Zionismus tätig und oft selbst mit assimilatorischen Kreisen in Berührung kommend, iiabe ich leider schon vor Jahren fcststellen müssen und wariiend darauf!!!!!gewiesen, daß der Unterschied zwischen uns und unseren Gegnern nicht geschwunden ist, und daß darum folgerichtig eine Wiederaufrichtung der durch die Macht der Ereignisse zum Teil überrumpelten ausgesprochenen Anti zionisten kommen müsse, daß schon wegen des hc.rannahcnden Prozesses eines Wiederauflebens der Assimilation und einer Konsolidierung ihrer Kräfte die Propagierung der zionistischen Idee in ihrer Ganzheit eine Dringlichkeit sei. Im Grunde waren nämlich wir mehr als alle anderen cs gewesen, die die Aussölmung innerhalb des Judentums, für uns also die Aussöhnung mit dem auti/ionistischcn Lager i.1 der Ucbcrgangszcit inucrlicn begrüßten. Denn wenn von einer Einheit des Judentums die Rede ist, so sind wir cs, die mit dem größten Ernst und mit der größten Echtheit eine solche Einheit erstreben, während die anderen darunter schwerlich einen bestimmten Begriff sich denken. Einheit eines Volkes setzt ein gewisses Streben, ein gewisses großes Ziel voraus. Niemand außer uns aber hat ein Ziel. Deshalb sind wir ja auch niemals ängstlich gewesen, so oft es sich darum handelte, sich der Disziplin des gesamten Judentums zu fügen, während für die anderen unter Einheit Disziplinlosigkeit, Nichtfügung der Minderheit des jüdischen Volkes unter die Mehrheit verstanden wird. Wir sind auch heute unserem Wesen nach bereit, für die Erreichung des Zionismus eine Koordination der Kräfte mit anderen herbei/.tiführcn und die Durchführung der großen Ziele des Zionismus dem gesamten jüdischen Volke unter Anerkemnmg der Disziplin des gesamten jüdischen Volkes zu übergeben. Um dies aber zu können, müssen wir wiederum unsere eigenen Reihen fest aneinander binden, müssen wir von neuem die Größe unseres Ideals vor Zionisten und Geg■ ncni, die belehrt werden wollen, die noch unvoreingenommen sind, zum Ausdruck bringen, müssen wir auch vor allen Dingen der jüdischen Welt beweisen, daß wir ein Anrecht darauf haben, im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen. Das uns vor Jahren wiederholt übertragene Mandat bedarf einer unzwei■ deutigen Erneuerung. Die ljar-Aktion soll darum eine Heer• schau und eine neue Werbung derer, die innerlich schon zu uns gehören, werden. Es muß von neuem gezeigt werden, daß hinter allen diesen verschiedenen Aktionen zugunsten Palästinas und der Diaspora, daß hinter diesen Keren Hajessod- und Keren Kajcmeth-Lcistungcn, hinter Hcchaluz und Tarbuth, hinter den nationalen Kämpfen in den Ländern und in der inter• nationalen Arena Hmidcrttauscnde überzeugter Zionisten ste■ hen, deren Fahne Millionen jüdischer Seelen folgen. Nach SO Jahren Zionismus Alles Neue auf Eiden kann sieh gegenüber dem |׳CS|f, den, Bclmrrendai nur r.ehr schwer durchsetzen. J>jc Masse der Mcnr.rlii'11, gleichviel in weicher Geim77,-.׳)׳' denkt nicht viel noch über das, was über die Befried! 7"' der Bedürfnisse des nächsten Tages hinausgeht. Sic ״e ׳' nur das Heute, selten das Morgen. Sic sperrt sich gegen G neuen Gedanken, der ihr nifgegcntritt und der ihr ,,7" sinnfälligen Vorteil nicht bloß verspricht, sondern sofort'״ währt. Sic hat einen instinktiven Widerwillen gegen 7י!י was sic aus der liebe« gewohnten Alltäglichkeit lieramr״!';'", könnte. Sie wehrt sich gegen alles, was zu unvf1rhcrgcstl7r7 Nene Propagandasdirllica Die Vorbereitungen zum ״Monat der Organ{• s a t i o n“ haben die Zentrale, aber auch verschiedene Landesverbände, angeregt, der Bereicherung der zionistischen Propagandalitcratur besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Exekutive veröffentlicht zum ״Monat der Organisation“ in hebräischer und jiddischer Sprache eine Sammlung von Aufsiiizcn zur Erneuerung der Organisation, ferner eine Samffllung klassischer zionistischer Aufsätze unter dem Titel ״Die Zionistische Idee“ mit Beiträgen von Hcrzl, Nordau, Achad Haam, Moses Heß, Buber u. a., die zunächst deutsch erschienen ist, aber demnächst auch in englischer Ueber- Setzung herausgegeben werden soll. Zunächst in deutscher Sprache ist ferner erschienen eine von der Exekutive herausgegebene illustrierte Schrift ״Das Werk des Zlonlsmus i 11 Palästina“. Nach Mitteilungen, die bei der Exekutive vorlicgcn, haben eine Reihe von Landesverbänden eigene Propagandaschriitcn vorbereitet, so der polnische Verband in polnischer Sprache, der rumänische in rumänischer, der jugoslawische in kroatischer Sprache, der tschoslowakische und deutsche in deutscher Sprache. Konsequenzen führen könnte. Und nun gar norh, wenn .״,!g nur ein wenig zu befürchten ist, daß vielleicht einmal irgend4 ,.!"״ persönliche Unbequemlichkeit daraus erwachsen könnte. iy t;4 sei es auch nur, daß ein Bckcimermut aufgebracht wer•1.•' 7•׳ müßte ....; So sind es rein im Menschlichen liegende .Momente y ,׳ י I der Ausbreitung eines jeden neuen Gedankens I 7' wirken; auch des zionistischen in diesen mehr als 3t) Jslu;. fe!{ seitdem er in seiner modernen Form und Gestalt auf (7 ||J7 Plan trat. Sic gilt cs 711 überwinden. ‘"!'•? Seine Grundgedanke» hat noch keiner trotz cifrigst—!'7 Bemühens widerlegen können. Noch besteht da* Grund';,% feV; liehe unverändert und wird und muß wciterbcstchcn. |7 Erkenntnis, daß da! Judentum im Gaiutli stets bedroht st;■?7 wird und daß die Menschen, die!•ich zu ihm bekennen, sie;: 17 darunter zu leiden baba! werden. Daß alle Konscrvicru!!'!. I und Modernisicrungsmittd nichts für die wirkliche Erhalts!17 ״t des Judentums zu bedeuten haben. Daß alle Apologetik 17 |7י aller Kampf gegen den Judenhaß, so berechtigt und notwcißj-f}:7 sic auch sind, doch nicht die Instinkte der anderen Metud;■ ff’, ändern, kaum die der Massen mildern können. Immer wi־; Sf;־' der irgendwie — und sei es selbst durch sein besser ode: Jp edler Geariefsein — erkennbare Jude den anderen ein sehr,׳’,!»)'' sich darbietenden Süiuicnbock für die eigene Schuld 6י״־ *i|:,, Es bleibt die Erkenntnis bestehen, daß dies so Enge!;;! U׳; wird, als die Juden allüberall eine Minderheit bilden ur.d 17 nirgends auf der Erde zur Entwicklung bestimmenden Md!!. |;f heit werden. Und daß cs giit, eine Heimstätte zu schaff7| ״f für die aus Bedrängnis flüchtende» und für die nach beschränktem Eigenleben sich sehnenden jüdischen Mensel״ und für den sich verlierenden uud trotz seiner Rcinlic;: und Erhabenheit und seiner nicht bloß i:1 der Vergangrak'! |f liegenden Bedeutung für die allgemein menschliche Kultur ' bedrängten und bekämpften jüdischen Geist. Und es b!w: ««widerlegt die Erkenntnis, daß solche Stätte unbecir.fi!;!•, eigenen jüdischen Wirkens in Ihrer Rückwirkung von gröCtes Einfluß sein muß auf die größere Zahl der Juden, die voll stets in der Zerstreuung bleiben wird, und auf ihr Verhältnis fff zu ihrer Umwelt. |f Alle diese Erkenntnis ist bestehen geblieben und ff cs bleiben gegenüber dem tatsächlichen Geschehen. V» ||j§ dagegen auch immer cingcwcndct wurde, hat die lhsio:;;'^י י,־ dieses Mensclicnaltcrs widerlegt. Schneller als cs optimistischste |7 Auffassung erwartet halte, haben die Ereignisse dieser letzter I; 30 Jahre die Richtigkeit der zionistischen Auffassung «t f; Oedankengänge bestätigt. Nicht aber die ihr immer entgey! ff gestellte Lehre, daß als oberstes Prinzip der Satz geh; ל' müßte, daß die Juden allüberall auf Gedeih und Verd*•:. als ״unlöslicher Volksteil״• ihrer Wohnländer verbunden seien.«jf Wohl aber fand der jüdische Aufbau Erez Israels die B!;• | ligung und Förderung der die Welt beherrschenden Mächte J, lind ihrer besten Menschen. Er erwies sich zudem immer dringlicher für Zehntatisendc von Juden, die aus ihren Wob׳ s: ländern heransgcdräügf, nur noch da! Weg nach Palast« |;|י״ offen fanden. Und mehr• noch wären diesen Weg gegangn |||b und hätten das sic rettende Asyl gefunden, wenn die ge• fj; samte Judenheit ihr altes Solidaritätsgefühl noch empfunden J|f, und betätigt hätte. Aber nur ein noch kleiner Teil tit |7 dies, wenn aucl! Teile der zionistischen Erkenntnis sich schon i<5| so allgemein durcligesctzt haben, daß sie nicht mehr 3k g; solche, sondern als ganz selbstverständliche Wahrheit alige- |.jj meine Geltung gefunden haben. |S Doch die Genugtuung darüber kann nicht genügen. א« f־|| volle Erkenntnis kann die Erlösung bringen. |ן| Darum: Ihr jüdischen Menschen, reißt docii endlich die |ן| Binde von euren Augen, —• hört auf, Vogcl-Slrauß-Polint zu treibe». Habt endlich den Mut zur vollen Erkenntnis, kn1׳ aus den Tatsachen der großen Vergangenheit, lernt aus de? Zeichen der Gegenwart. Setzt euch über euer persönliche Wohl des Augenblicks hinweg und schafft euch wahre innere c, Befriedigung. Wären eure Vorväter so wie ihr mir || den Augenblick und ihr persönlichstes Behagen bedacht ft־ wesen, wahrlich, ihr wäret auf gegangen in der Umwelt, 15!;; wäret keine Erben einer großen Vergangenheit. :|;i Ihr aber, die ihr schon zu der Erkenntnis gekorim7' ״ seid, —■ die ihr schon einmal den Bekennermut auibra-Ä werdet euch bewußt, daß es damit nicht abgetan ist. VC^erdet >; euch klar über die Pflichten, die aus eurem Bekenntnis et• wachsen. Daß cs gilt, eure Erkenntnis auf eure Kinder s übertragen, sic in wahrem und vollem jüdischen Geiste r» erziehen. Und daß es eure Aufgabe ist, die Mittel für da־ | große Werk herzugeben. Wenn ihr das nicht tut, mit ganze11׳! Herzen, mit vollen Händen, — dann geht lieber zurück JU der großen Masse der Gleichgültigen, die nur dem Tagt• ■ .... ־_־־ : I leben. In unserem Lager ist nur Raum für ernstlich Woik|1(!j i;: und für opferfreudig Schaffende. 7 Breslau. Dr. Hugo Schn chic!• | Voa der Oclntiehr zum Jaderdum Der Zionismus hat sich programmatisch für welig«* ** klärt und auch ar»tir<׳li,qiöso Elemente!.ind, wie n1c leugnen, in ihm tätig und wollen die Bewegung lenken. 77 Judentum aber hat Geh nie und wird seinem Wesen nach nie damit begnügen, nur eine auf rassischer Grundlage ly gründete nationale Gemeinschaft zu bilden. Mag darum a'1c der _ Zionismus sich ihr ה religiös erklären und in maf«» Kreisen sich antireligiös betätigen, er ist tatsächlich eia!Cl:j gemäßer Ausdruck des religids-jüdEchcn Urgefühls. dan r letztes und höchstes Ziel ein freies und ganzes JvJentu'» ,1J unserer all-neuen Heimat erstrebt. Dort im Heimatland sich auch die Heimkebr rum Judentum vollziehen. Der «־»?' Öse Jude 6011 und kann seinen Platz in der Bewegung f'n1‘'r und 1m Kamnf der Geister und Kräfte wird er der Bewegusä Richtung geben können, die seinen rclcgiosen und natio׳n*tn Idealen entspricht. Hermann Pi9k• Jerusalem.