Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Weniger paradox und genauer ausgcdriiokt: Der /,iog-j'jm •- auch als Panei — in seinen besseren Ver- '"triii nicht verpessen, daß er eigentlich eine sittliche Be- 11•'ein״;)ל' ׳'(׳m1 lial1 cr!,"!‘,'sehe Partei nur geworden "j aus PlliclH. 1'er Not gehorchend, im Kampf mit den widerständen. so wie etwa ein Ethiker Politiker werden muß, | '/U versuelien, in der Welt der Tatsachen die idealen r,]r /n realisieren. Dali dieses Mittel seinem Ziele sehr ,,,1[iliriicli wird, daß die Politik die Ethik leicht verdiiiiicb is* ein beliebtes tvpiseh zionistisches Thema. Kein nh׳k׳'r'wird ungestraft Politiker und keine Bewegung wird ungestraft Partei: und - um den Kreis zu schließen — 'eine Partei stammt ungestraft aus einer idealen Bewegung. An dieser Krankheit — oder besser Gesundheit — leiden jf ,|״d darum müssen wir immer wieder Einkehr halten j immer wieder fragen: wo stehen wir jetzt? Etwas pt nicht in Ordnung. ׳ Was soll geschehen? [)er Zionismus hat seinen Anfang genommen als die Bewegung, welche der Sehnsucht des jüdischen Volkes ״!,rh Palästina Ausdruck zu verleihen suchte: er wurde rnrh und folgerichtig Renaissance des jüdischen Volkes un(j ebenso rasch und folgerichtig langte er bei seinem fjnoniliclicn Sinn an, der aber in allen früheren Stadien .,K tiefster Impuls darin gesteckt hatte: Der Erneuerung des jüdischen Menschen. Das ist sein fipcuilirhsics Ziel, die weltanschauliche, ja religiöse Wurzel, 1״i: der er seine Kraft saugt: Die Erneuerung des jüdischen Menschen; sie bedeutet die stets erneute, freie, schöpferische Entfaltung aller Möglichleiten des jüdischen Menscheit, alles dessen, Natur und Geschichte, Abstammung und Schicksal in ihn liinringelegt haben — ohne Rücksicht auf Bequemlichkeit, Gewohnheit, Eitelkeit oder gar materielle Vorteile. Das ist der zionistische Imperativ an das litdividu um. Von da aus gellt der Weg in logischer Entwicklung;11 allen ubrigen zionistischen Bestrebungen. Da diese schöpferische Entfaltung dem Individuum allein nicht mög- Hell ist, sondern die Mitarbeit der jüdischen Gemeinschaft verlangt, erweitert sieb der individuelle Imperativ 7U einem Imperativ an die Gemeinschaft, zum Gebot der Gemeinschaftsarbeit, der politischen Arbeit, der Eixveckung und Organisierung des jüdischen Volkes zu gemeinsamer, kultureller Betätigung unter den günstigen politischen Bediügungen. So entsteht neben dem kulturellen Programm des Zionismus auch das politische Programm in Palästina und Diaspora. Damit ist aber bereits die doppelte Richtung in die Bewegung hineingetragen, die alle Reibungen und Krisen tebcifülirt Der Weg der inneren sittlichen Erneuerung ist ein anderer als der des politischen Erfolges, und was für da dne gut ist, ist für das andere schlecht. In der politischen Betätigung sind die individuellen Forderungen in großer Gefahr, zur bloßen Phrase zu verblassen. Ein ganz anderes Rezept ist dem zu geben, der sein Inneres vorcdeln, neu schaffen will und ein anderes dem, der bei Wahlen Erfolg haben will, ein anderes dem, der aus den Abgründen seiner Seele sein Edelstes — und dem, der aus den Taschen seiner Mitbürger einen möglichst hohen Betrag für den Keren Hnjessod hcraushoien will. Andererseits hemmt aber dieser ideale Ursprung in der politischen Arbeit. Der Zionismus kann — auch als politische Partei — seine edle Abkunft nicht ganz verleugnen und das ist für seinen politischen Erfolg nicht förderlich. So entsteht in der zionistischen Betätigung wie von selbst eine Penddbewegung. Die ethische Weile verwandelt sich naturnotwendig in eine politische, bis einige in dieser Schwimmende, Mitfortgerissene mit Entsetzen füllten, daß sic sich recht weit vom Ursprung haben forttreiben lassen und nun mit •Her Kraft zu den heiligen Quellen zurückzusteuem be- Sinnen. Wenn nicht alles trügt, befinden wir uns wieder in einer solchen Phase der Besinnung. In der großen zionistischen Welt, wie in unserem kleinen Kreis: Man ist in einer Krise *!!gemeiner Unzufriedenheit und fragt etwas desorientiert: Was ist zu tun? Wo ist der Hebel anzusetzen? Und darauf ist zu antworten: Die Politik ist unser Schicksal. Wir müssen der Wirklichkeit ins Gesicht schauen. M’ir dürfen die politische Arbeit nicht lassen, mit ihrem pnzen Apparat der Organisation, mit ihren peripherischen ״"d doch unendlich wichtigen Arbeiten der Kartothek und der Propaganda, der Erfassung und der richtigen Verweildun״ aller verfügbaren Menschen. Die Politik ist uns harte Pflicht, so wie auch der edelste und geistigste Mensch essen N darum Geld verdienen muß, wenn cr leben will. Wir jj'Icn uns aber von unserem Ursprung nicht fortschwcmnien ־''ctt und immer, wenn uns die politische Welle eine «ecke forigerissen hat, müssen wir trachten, wieder zurück- *!kehren. Dieser Kreislauf ist uns auferlcgt. Wir, müssen feiner wieder frisch mit unserem Mutterboden in Berührung kaimcn, um wieder jung zu werden und Jugend um uns *hären. Wir müssen uns stets von neuem auf unsere innere Wahrheit kontrollieren, etwa angesetzte Parteidogmen weg- «cchen und müssen uns immer wieder an den Ort der Wendigen, freien Entscheidung stellen. Denn unser letztes z'c' ist: innere Rcvolutionicruiig des Juden. Gesagt hat man das schon oft genug. Und darum ist *? “nsere Pflicht, dieses Wort von der Erneuerung auch (wmal etwas mißtrauisch zu betrachten. Und vor allem!?* *1* fragen: Ist Erneuerung des Menschen ein :'0Ifatnrn? Gibt es eine positive, konkrete Weit, die zu diesem Ziele führt? Gewiß, Erneuerung läßt sich nicht kommandieren. Sic ™;,sL־h überhaupt nicht direkt erarbeiten, weder Mthsch!!och auc}1| durch irgendeine kulturelle Tätigkeit. ״ur Entwicklung, Evolution läßt sieh erarbeiten; nicht aber ״«iwrung, innere Revolution־, die muß ausbrechen. Und bricht ״ur aus, wenn genügende innere Spannung und •־'Leuntnis da ist. j gibt uns aber einen Fingerzeig für einen Weg ffbeii Wir können die Erneuerung nicht machen, nicht **•!eil, aber die Stimmen und das Bewußtsein vorbereitet!, aus dem sie liervorbrcclien kann. Wir können sie vorbi•reiten durch kulturelle Arbeit mit dem Bewußtsein dessen, was außer aller kulturellen Arbeit in Wahrheit noltut und durch Wissen mit der richtigen Einstellung auf das, was Wissen allein nicht vermag. Die Arbeit heißt vor allem einfach: Lernen: hineinsteigen in das ungeheure Bereich geschaffener jüdischer Wem:. Lernen mit dem Blick zum Unendlichen. Judentum war früher Talmudsiudiun!. Und das war: Lernen mit einer großen Intention, mit der Blickrichtung auf das Um!«!liehe. Für dieses ״Lernen“ gab es aber eine gewattig«■, erprobte Technik. Für unser neues Lernen gibt es noch keine Technik. Sic muß erst geschaffen, mühsam erarbeitet werden. Da scheinen mir für unsere praktische Kulturarbeit zwei technische Prinzipien wichtig zu sein: Freiheit der Arbeit Bi© Stimmen sollen gewogen und aiiclt gezählt werden! Darum: Verdopplung1 der Schekelzahl in der Zeit vom 15. April bis zum 15. Mai 1926 mul S e I b s t a r be i t. Wir müssen dem einzelnen in seiner jüdischen kulturellen Arbeit Freiheit zu individueller Betätigung geben. So sehr das Hebräische im Mittelpunkt und Anfang und Ende aller unserer kulturellen Bcstrebungen ist, müssen wir nicht jeden pedantisch ausschließlich an die hebräische Grammatik fesseln. Wir haben ein unge-!teures Gebiet, von jüdischer Geschichte, Kultur, Religion, Litcrulur, Philosophie, wo ein jeder leicht sein Reich finden kann, wo sich gerade sein Geist zu Hause zu fühlen vermag und etwas lcis.cn kann, was auch für die anderen förderlich werden könnte. Und es muß alles möglichst durch Selbstarheit gewonnen werden. Wenige!• Vorträge in großen Vcisammlungcii als eigenes Denken und Aussprache in kleinen Kreisen, weniger lehrhafter Unterricht, als vorsichtige und zart anregende Leitung. So wäre es möglich, auch unseren heutigen Menschen die Kenntnis unserer Vergangenheit und unserer Leistung, dir: Kenntnis unserer Mittel und unserer Möglichkeiten zu vermitteln und vor allem die Erkenntnis, wie unerfüllt diese Möglichkeiten bleiben und, was das Wesentlichste ist, die Erkenntnis dessen, wie wenig bfoßes Wissen hier vermag. Wir müssen fühlen, wie klein wir selbst mit u!13ercm Wissen, wie weit von sittlicher Erneuerung, wie alt und verstaubt wir sind. Wissen ist der beste Weg zur Erkenntnis unserer sittlichen Unzulänglichkeit. Auf diese Erkenntnis kommt cs an. ׳Wird sich das lebendige Herz, der vorwärts strebende Wille erst des grauen Kerkers bewußt, in dem er gefesselt ist, dann kann ln ihm vielleicht plötzlich die Kraft reif werden, den Kerker zu sprengen und zu wahrer sittlicher Entscheidung sich aufzuraffen. Daun aber kann vielleicht auch der Moment nicht nur für den einzelnen, sondern auch für die Vielen eintreteii, wo sittliche Erneuerung und Politik־ zusammcnfallen; und wo alle gegenseitigen Schädigungen von Ethik und Politik, von denen wir oben gesprochen haben, für eine kurze Zeit verschwinden. Dieser Moment läßt sich nicht erzwingen. Aber der Weg dazu ist kulturelle Arbeit iu wissender, die Ohnmacht des bloßen Wissens wissender, ungeduldiger Verzweiflung. Das Volk aal dem Marsche Von Dr. Hans B1 o c 11. Am Anfang der jüdischen Geschichte steht ein gewaltiges Symbol: das ist der Heerzug der Kinder Israel. Ein Volk wird aus Knechtschaft und unerträglicher Bedrückung zur Freiheit aufgerufcii —■ durch einen Führer, der von Gott bestellt ist. Gegen menschliche Möglichkeit geschieht die Erlösung. Sinn und Gesetz wird offenbart und angenommen. Prüfling' und Läuterung geht an dem Geschlecht der Wüste vor sieh. Der verheißene Land, das vorbcstimmte Ziel, wird erreicht und erobert. Das Volk beginnt, seine geschieh Hielte Bestimmung zu erfüllen. Vielleicht, wahrscheinlich hat die geschichtliche Wirklichkdt sich anders zugetragen. Langsam, im Laufe vieler Generalioneu erfolgten Einwanderung und Eroberung, Durchdringuug des Landes und Auseinandersetzung mit fremder, anfangs überlegener Kultur. In laiigcr schmerzlicher Entwiekhing reifte, offenbarte sich der Sinn des eigenen Lebens, das qcsc{7 Fs ist eine Aufgabe der Gelehrten und Theoretiker, aus den Quellen die geschichtliche Wirklichkeit kcrauszuschiüen. Zwei Erkenntnisse.werden sie nie ändern: cs liegt im Wesen dieser geschichtlichen Entwicklung, daß sic in solches Symbol zusammengescliaut werden konnte. Und es liegt im Wesen der Generationen, die das Symbol schufen, daß sic so ihre Geschichte erschauten. So erschaute auch die Prophetie des Jesaja die Heimkehr des verbannten Volkes. Ein Erlöser kommt und sammelt die Zerstreuten. Berge senken sich und Abgründe gleichen sich aus. In gewaltigem Heerzuge durch Wüste und Steppe kehren die Vertriebenen zu dem Lande zurück, auf das sic tutverführbares Brsitzrccht haben. Sic errichten wieder ihr Heiligüun und beginnen aufs neue, ihre ewige Bestimmung zu erfüllen. Wieder zeigt die geschichtliche Wirklichkeit ein anderes Bild. Bruchteile des Volkes kehren zurück, sic finden das Land verwüstet oder von Fremden besetzt. Sic fristen eine küramerlichc Existenz, behaupten sieb mühsam gegen eine übergewaltige feindliche Umwelt. Im Innern Wirren und Abfall, lang:.am nur besinnt da:; Volk sich auf sich selbst. Für Jahrhunderte verschwindet die kleine Gemeinde fast im Dunkel, aus di in sie überraschend erst kurz vor der Zeit der Makkabäer ans Licht der Geschichte tritt. Und doch kann sich wieder niemand der überzeugenden höheren Wahrheit des Symbols entziehen. So wie der Prophet sie gesehen hat, war die geschichtliche Wirklichkeit vorausbestimmt, in dem Moment, in dem das Edikt des Cyrus erging. No war sie ,,wirklich“ auch in den Jahrhunderten, in denen die Menschen des Alltags sie nicht scheu konnten — als die Gläubigen in ver/wcifeiler Hoffnung Psalmen sangen und die Klugen skeptisch lächelten. Das Symbol des Volkes nach der Ze.Störung des zweiten Tempels — das ist, von Fremden schaudernd ersehen: der Ahasver. Wanderung und Flucht im einzelnen ein ungeheurer Wechsel der Bilder, im ganzen eine trostlose Einförmigkeit. Gewiß ist auch das mir einseitig und seihst falsch gesellen. Sehr verschieden ist «lie Stiuktur der Diaspora tind ihrer Zentren, das jüdische Lehen bleibt imverdorrt und erfährt sogar erst seine eigentliche Ausprägung. Aber das Charaktcristische bleibt doch: die geschichtlich aktive Einheit ist /erbrochen, Ziel und leitender Wille sind undenkbar; fremde Gewalt, von aufen wirkende ]rolitische oder ökonomische Mächte Wellen die Hauten auseinander und zusammen, treiben sic über die ganze Erde. Das Volk auf der Wanderung, das Volk auf der Flucht das bleiben die Symbole des Volkes bis in unsere Zeit. Wir erst wieder fühlen uns als das Volk auf dem Marsche. Noch sind wir nicht in der Heimat, aber wir wissen wieder, was Heimat ist. Wir haben das Ziel wiedergefunden und wir ordnen uns zum 1 teer/uge. Herzt, der uns Westjuden zum mindesten das Ziel erst wieder gezeigt hat, er hat uns auch im ״Judenstaat“ «las Symbol geschaffen. Er wußte nicht, daß es ein Symliol ist er wollte ja nicht dichten, sondern Wirklichkeit gestalten. Wieder ist auf den Zeitraum einer Generation /.ttsntnmengedräitgt, was vielleicht lange, geschiehtliehe Zeitspannen umfassen wird. Der Ruf ertönt, das Volk sammelt sich, es gilt nur, den Strom der wandernden Massen zu lenken. Das bestimmte Land wird besetzt und aufgctcilt, das Gemeinwesen nach weise erkannten Gesetzen geordnet — und die neue geschichtliche Wirklichkeit beginnt. Wir wissen heute, daß auch dieses Bild nur ein Symbol ist. Wir haben die Auseinandersetzung mit der Realität begönnen, wir stellen im Dickicht des Alltags. So mögen wirklich die Pioniere im Unvaltl Vordringen: heute so und soviel Kilometer durch den Basel' gehauen, um abends minie niederztisinkeii und am Morgen das gleiche Werk von neuem zu beginnen. Aber wie könnten sie das Werk fort führen, wenn sic nicht die Gewißheit hätten: docli ist jeder Tag ein Nähcrkommcn. Das Ziel ist vorbestimmt, der Weg ist richtig, und eines Tages wird das Licht durch die Baumreilien schimmern. Wir glauben au die höhere geschichtliche Wahrheit des Symbols, das Hcrzl uns gegeben hat. Einst rückwärts blickend wird das Volk den Weg so sehen, wie er ihn gesellen bat: die Berufung und die Sammlung, den Weg und das Ziel. Wir sind das Volk auf dem Marsche. Der Sinn zionistischer Arbeit Die Ijar-Aktion ist zu begrüßen, weil sic uns zwingt, im Tageskampfe um die jüdische Arbeit einmal eine Pause zu machen, und che wir an die große Masse der anderen draußen werbend heraiitrctcn, 1ms selbst von Grund auf noch einmal den Siiui unserer ganzen zionistischen Betätigung klarzumachen. Dabei werden wir die Entdeckung machen, daß, je mehr wir selbst mit und in unserer zionistischen Arbeit wachsen, unser Wollen und unser Programm sich keineswegs mit den Schlag- Worten ״Palästina“, ״Organisierung des jüdischen Volke■»", ״Heimstätte für das jüdische Volk und für den jüdischen Geist“ umreißen läßt. Zionismus ist und muß heute viel mehr als das alles zusammen sein. Zumal in einer Zeit, iu der der jüdische Liberalismus noch immer gewöhnt ist, sich, unsicher gemacht durch protestantische Bibclkritik und wesensfremde Einflüsse von den verschiedensten Aulkxnseiten, an dem Enuvicklungsbeispiel anderer Kulturgrmeinschatten zu orientieren, und in der andererseits große Teile der gcsetzcsireurn Richtung wieder einmal nicht b’szauch lio’ir, nicht mit dem Volke zusammen leben und wirken, sondern sieh seihst abgrenzen und ahsrlilicßcn, muß dem Zionismus di׳' Aufgabe zufatlcu, als Propagandist des Judentums überhaupt, als Aufruf er zum Judentum hinaus unter die jüdischen Menschen aller Art zu gehen. Das, was Dr. Shmarjahu Lcvin einmal so formulierte, daß wir um jede jüdische Seele, auch noch um die des Renegaten, zu kämpfen hätten, das ist heute «lie große und ihn adelnde Aufgabe dr« Zionismus. Die Menschen gewaltig autrütteln, ihnen die T*'- Sache klarniaelien, daß sie, selbst und gerade, wenn sie r» vergessen haben, Juden sind, sie zu zwingen, über «live Tatsache nach/udenken, «las Wesen der großen und unz.erst<>- baren rclißiös-naÜOiialen Einheit und Einzigartigkeit des Jude»* tuins zu erkennen und durch die Einführung jüdischer Prinzipien in ihr Privatleben und in alle ihre Lcbciisgegung«״! auch anzuerkennen, — das soll unser Ziel sein. San!so•« Raphael Hirsch hat einmal sehr richtig den Unterschied zwischen dem Monotheismus jüdischer Art und aller amlerezi Arten dahin charakterisiert, daß der wahre Jude den einem Gott nicht nur erkenne, sondern auch durch die Heiligung seines Lebens nach dem göttlichen Gesetz praktisch anerkenn־׳. Wir Zionisten sollen uns nicht damit begnügen, Juden iwr oberflächlich zu organisieren und sie dazu zu bekommen, i*־r Judcsein zu erkennen und zu bekennen. Das kann nur «,P! erste Phase unserer Arbeit sein. Der zweite und schwcrrG Teil uuscrcs Wirkens muß sein, unter denen, die zuerst iw rein äußerlich sich wieder zum jüdische״ Volke bekenne», diese Erkenntnis zur Einsicht und sodann zur praktisch« Anerkenntnis jüdischer Pflichten im Einzelumi im Volk»- leben zu vertiefen. Hans Goslar. Das PreisausschreihcB Hie Zionistische Exekutive hat bekanntlich vor kurzem ein Preisausschreiben erlassen, in dem zwei Preise von .C 50 imd •C 30 für die beste zionistische Programm- Schrift über das Thema ״J uden f rה gc und Zloninmu*‘ ausgesetzt wurden. Die Exekutive bat jetzt beschlossen, מי» Herren Dr. Bcrthold Fciwcl, Leon Simon und DE Osias Thon zu Preisrichtern zu ernennen.