Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 214 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29/30 Das Wunderbare Von A. S. Rabinowicz, Tel-Awiw. Alcvandcr Sülikiml Rabinowicz, einer der ältesten 11cbräiseben Schriftsteller, ist eine jener seltenen ri11״rcn Palästinas, die in Hoheit der lirscluimm^ und Reinheit der Gesinnung an das prophetische Ideat gemahnen. Seit dem Tode CI1. Brenners und A. t>. (10 rtlons ist er die Persönlichkeit größter mornliselier Antoritiit in der Arbeitersclmft, der er sich ebenso verbunden fühlt wie dem religiösen Judentum. Oie nachfolgende AculScrutig ist aus dem hebräischen Origlnal übersetzt. — Red. Der zionistische Gedanke breitet sich im jüdischen Volke immer mehr aus. Wenn wir an die ersten Zeiten der Chibath Zion denken, so wissen wir, daß sie nur in wenigen lebendig war. Sic war geistiger Besitz sozusagen einer Familie von wenigen, nahen Freunden. Ihre Einkünfte beliefen sieb auf einige tausend Rubel im Jahr. I ieute hat der Zionismus einen mächtigen Apparat, seine Finkiinftc belaufen sich auf Millionen von Pfunden. Gewiß, wir!iahen Fortschritte gemacht. Israels Rückkehr in sein historisches Land ist nicht mehr eine Illusion weniger Idealisten. Unsere Siedler in Stadt und Land, in Fand- Wirtschaft und Industrie haben wichtige Positionen errungen. Aber dennoch, — dennoch spüren wir einen bohrenden Schmerz, im Herzen, unser Ohr vernimmt die Töne der Selmsucht Israels — und diese Sehnsucht ist die Seele der Nation — und diese Töne sagen uns: Der heilige, erhabene Gedanke ist noch nicht tief genug in die Herzen des Volkes cingcdrungcii. Wäre das Volk von diesem Gedanken wahrhaft erfüllt, wie müßte unsere Lage eine andere sein! Auf <1011 Führern der zionistischen Bewegung lastete nicht die Qual der Jagd nach dem Oelde für Bodeiicrwcrh und für Ansiedlmig unserer Chain- 7im. Wir würden es nicht erleben, daß edie Seelen dahinwelken, da ihnen keine Arbeit gewährt wird, d.1 sie kern Brot haben und kein Obdach über ihrem Haupte. Und alles das, obwohl wir mit unseren Augen sehen, daß in Palästina noch viel Raum für Arbeit ist, daß alles besser werden könnte, und daß nur der Geldmangel unser Feind ist. Wäre das Volk wahrhaft durchdrungen vom zionistischen Gedanken, würde es sielt ständig bewußt sein daß alles Heil und aller Trost nach den Worten des Rabbi Schimon hon Lakisch nur von Zion kommen kann, daß, solange Zion öde ist und verlassen von ihren Kindern, keine lloffmiug für Israel bestellt, ein Leben seines Geistes, ein würdiges Leben zu führen, -- dann gäbe cs nicht diesen Mangel an Mitteln und, was noch wichtiger ist, dann wäre das Volk eins mit den Zionisten und die Zionisten eins mit dem Volk, verbunden durch ein starkes seelisches Baud, — daun würde das Volk jeden Widerstand besiegen. Und warum ist es, daß der zionistische Gedanke nicht mit seiner ganzen Herrlichkeit das Herz unseres Volkes erfüllt? Fürwahr, die Masse des Volkes war immer schwach, so heute wie ehedem. Es heißt: ״Und Israel sah die starke 1 fand . . . und dann erst glaubten sie“. Die Masse läßt sich nicht erheben und erwecken zum ״Auszug aus Aegypten“, cs sei denn, sie sähe vor sich ein großes, übernatürliches Wunder. Dann erst glaubt die Masse an Gott und Mose, seinen Knecht. Aber der Alltag hat keine Wunder. Der Alltag kennt kein tiefes Erstaunen und — wir müssen die schmerzliche Wahrheit sagen, — er kennt keinen Glauben. Alles erscheint der Masse grau, farblos, eng, gleichgültig. Das ist unser tiefes Leid! 111 einer Zeit wie der jetzigen dürfte cs nicht sein, daß das ganze Volk in allen Ländern der Diaspora abseits stünde und kalten Herzens abwöge, was in Palästina geschehen ist und was geschehen sollte. Es scheint freilich so, als gäbe es in Erez-lsrael keine Wunder, als gäbe cs nichts, worüber inan staunen und sich erregen müßte. Man kauft soviel Boden als mau kann, man pflügt, man sät, man erntet. Alles ist wie in allen anderen Ländern. Aber wer tiefer blickt, der vermag das große Wunder auch in dem wenigen zu erkennen, was geschieht. Ein entwurzeltes Volk kehrt wieder auf seinen Boden zurück und versenkt seine Wurzeln in ihn. Junge Intelligenz, Chassidim, Händler setzen Ihr Leben :111 die Erneuerung ihres Volkes •md ilires Landes. Wer mit seinen eigenen Augen diese Hingabe sieht, diese Begeisterung ohne Ende, wie sic wächst und immer mehr wächst, der weiß, daß Wunderbares mit unserem Volke gcschchen ist. Fürwahr, cs sind nicht bloß vereinzelte Idealisten, diese Pioniere Zions, cs sind Tausende und Zehntausende, und sie tränken mit ihrem Schweiße und mit ihrem Blute die Scholle unserer Erde. Und sollte dies kein Wunder Gottes sein? Bedarf es noch eines größeren Wunders als jenes, das sich vor uns!:• reu Augen verwirklicht? Und wie kann cs sein, daß angcsichls alles dieses Großen das Volk von ferne steht, daß es nicht alle seine Kraft, alle seine Energie daran setzt, die zionistische Arbeit auf allen Gebieten zu stärken! Freilich, die zionistische Forderung heute ist eine größere als in früheren Zeilen. Geldliche Hilfe, die ein jeder gewährt, ein jeder nach der Maßgabe seiner Kräfte, genügt heute nicht melir. Der Zionismus verlangt, daß das ganze Volk sich durchdringen lasse von seinem Geiste. Seine Seele muß erglühe״ in einem göttlichen Feuer, um seiner Erneuerung willen und um der Erneuerung seines Landes willen, dergestalt, daß alles, was in Zion besteht, seinem Herzen immerdar nahe sei, als sei cs ein Teil seiner eigenen Seele, der kostbarste Teil seiner Seele. Dann wird die zionistische Arbeit über sich hinaus wachsen, ihr Umfang wird sich erweitern und ihre Zukunft wird schöner sein und die Erfüllung näher. Oeffne deine Augen, mein Volk, und siche die Wunder und die Wundertaten, die jetzt geschehen. Glaube, mein Volk, daß die Wand Gottes, daß seine gnädige Rechte, ausgcsircckt ist, um dir zu helfen und dich zu segnen auf deinem Wege nach Zion. im Gegensatz dazu brachten aber gerade die ersten Jahre nach dem Waffenstillstand keinen dieser Erwartung entsprechenden praktischen Erfolg für Palästina. Wie ist dies zu erklären? Ein physikalisches Bild vermag dies vielleicht: Die Euergic des Zionismus war bis zum Kriege eine gesammelte. Sie war figürlich gesprochen einheitlich gerichtet auf die Sprengung der Tore Palästinas, daher war die Zionistische Organisation trotz, ihrer Kleinheit stark durch die Einheit der alle’ beseelenden Idee und die gesammelte Stärke ihres zielbewußten Wollcns. Die Sprengung der Tore Palästinas erfolgte durch den politischen Sieg. Notgedrungen mußte — was die’große Palästinabegclstcruug der jüdischen Massen anfangs dem Blick verschleierte — nach Aufsprengung des Tores eine sogenannte Dispersion der bisher gespannten Energie eintreten. Diese macht sich bis auf den heutigen Tag fühlbar. Was die Stärkung der Organisation so schwierig macht, ist, daß ein Faktum anders auf die Menschen wirkt, nls eine Idee. Eine Idee, ein ״Soll-Sein“, kann die Menschen zu Taten begeistern. Ein Faktum, ei״ ״Es ist“, wird von ihnen einfach in das geistige Inventar eingeordnet, und selbst wenn dies mit Lustbeloming geschieht, so treibt es selten z,u Irgendeiner Handlung. Die Aufgabe ist, zu zeigen, daß unsere Idee noch gar nicht Faktum geworden ist, oder, soweit ein Faktum besteht, dieses quantitativ und qualitativ noch sehr wenig unserer Idee entspricht. Palästinaaufhmi ist nicht gleich Zionisimis. Zionismus heißt Befreiung, Wiedergeburt, eine Idee, die nie vollkommen erfüllt werden kann, die ein ewiges Ringen bedeutet. Je nach dem Grade, in dem außerhalb und innerhalb Palästinas die Juden diesem Ideal nachstrebcn, wird das ״Faktum“ des Palästinaaufbaus eia mehr oder minder starkes zlonistisches Gepräge haben. * Die Organisation als reines Zweckinstrumcnt ist seelenlos und muß daher verdorren. Nur wenn sic ein Bund gleichstrebender Menschen Ist, kann sic lebendig bleiben. Ansebeineiul ist unsere Organisation ein solcher Bund, denn dasselbe Ziel, dasselbe Streben eint die Organisierten. Aber in Wirkiiclikcit ist dieses Zielstrcbcn der Organisation ein mcchani* sierles, auf Quantität — ״mehr Geld und Menschen für Palästina“ - ׳, nicht ein qualitizicrtes auf Durchsetzung der Idee gelichtetes. Der Zahlcmvahn beherrscht die Organisierten. Gott ist für sic bei den stärkeren Bataillonen. Achad llaam schrieb am 25. •1. 1010 an Ussisclikin: ״Wer hat die starken Bataillons? Jene, welche den starken moralischen Rückhalt haben.“ Der Geist des Zlonismo« Von I s a k N a j d i c z (Paris), Vorsitzender des Finanz- und Wirlschaltsratcs bei der ׳ nistisclicn Exekutive. ־0״ Was ist Zionismus? Was ist seine Grundlage? Zionismus ist vor allem Auflehnung gegen a||c des Gallith, gegen alle jene Werte, mit denen das (,y,',1? sich abfindet, die Cs anerkennt. Zionismus ist Auf!c|n״. gegen jenen Geist, der die Seele des Volkes, seine 1(1'® seine Literatur dein Galntli augepaßt hat, ist Enipön!^ gegen alle Misslonsidecn, die kluge Leute erfanden, um Gallith zu rechtfertigen und zu adeln. Zionismus' bcdci/ Kampf gegen Assimilation, Kampf gegen Verleumdung k? scheu Volkstums im Galntli, Zionismus bedeutet VVeitu'."' jüdischen Geistes, Meinung seines geistigen Eigentums, Sprache, welche die Grundlage der Erlösung ist. Aber!i,! Krönung des Zionismus ist dns lebendige Volk in 5י kcmtm Von der Idee Bis zum Kriege war die zionistische Bewegung straff organisiert, denn sie war nichts anderes als die Zusammen- Schweißung der Wollenden eines Willens, der Menschen, die soviel Phantasie, Glauben und Beharrlichkeit hatten, uncrschütterlich die Erreichbarkeit eines scheinbar utopischen Ziels für möglich zu halten. Der große, überraschende politische Erfolg, die unmittclbar darauf folgende starke Durchdringung der Massen mit dem Paliisiinagcdaiikeii schien eine bedeutende Encrgicstcigeriing zur praktischen Ausnützung des Erfolges zu verbürgen. Ganz Adolf Böhm. Die Zionistische Organisation ist die einzige Stätte, in der die Juden zur Selbstverwaltung erzogen werden. Die Aufgabe, ein eigenes Gemeinwesen zu schaffen, kann nie durchgeführt werden, ohne diese Erziehung der Juden, Kein Volk hat sic aus bekannten historischen Ursachen und wegen der bekannten Eigenart der Juden nötiger als diese. Zumal in heutiger Zeit, wo die Demokratie in einer Krise lebt und cs den Anschein hat, daß nur durch Gewalt die Staatsgcsiiinung durchzusctzcii ist. Außer der Gewalt, die nie Dauerndes schaffen kann, gibt cs nur die ideelle Macht, die jene Gesinnung der Unterordnung des Einzelnen unter die Gcmcinschaftsziclc verbürgt. Diese Macht müssen wir wieder äutrichten. ln Palästina zeigt cs sich, daß dort, wo eine solche besteht — bei den landwirtschaftlichen Arbeitern — die Qeineinschaftszwcckc voransichen, indes dort, wo die Mehrzahl nicht durch die Zucht der Ideologie gegangen ist — in den Städten —■ die Selbstverwaltung wegen des Parteiegoismus auf große Schwicrigkeilcu stößt. Die Zionistische Organisation muß wieder ״die Judenlieit unterwegs“ werden, sie muß, als Schule für die Selbstverwaltung, zunächst bei ihren eigenen Institutionen — Kongressen usw. — die frühere Höhe wieder zu erreichen trachten. Gegenüber den Beispielen, daß allüberall Zwang oder gar Gewalt die Menschen zu Leistungen und Opfern für die Gemeinschaft bringt, hat die Zionistische Organisation der Welt ein Beispiel gegeben, daß durch die Macht einer Idee dies freiwillig geschehen könne. Durch die Macht einer Idee: Die Zionistische Organisation hat ihre Stärke aus der zioniätiscncii Idee gezogen. Sie kann sie nur wiedergewinnen, wem! die Idee wieder hoch aufgerichtet wird. Die Zukunft des Zionismus hängt einzig lind allein davon ab. Menschen und Mittel, Leistungen und Opfer, all das können wir nur aus ideellen Antrieben heraus erlangen. * Die ״Aufrichtung der Idee“ — das klingt wie eine Phrase. Die ״Idee“ der Heimstätte Ist ja ohnehin die Parole der Zlonistischen Organisation. Aber die ״Idee“ der Heimstätte ist eben nicht völlig adäquat der zionistischen Idee. Fs scheint oft, daß für die heutige Zionistische Organisation die Heirnslätfc der Endzweck ist. Eine Heimstätte ist ein reales Ding, zu ihrem Bau braucht mau sehr konkrete Mittel, vor allem politische und materielle. Für die zionistische Idee, oder besser gesagt, das zionistische Ideal Ist aber die Heimstatte selbst mir ein Mittel! Der Endzweck Ist eine befreite Jtidcnheif, die durch ihre Freiheit Imstande ist, Ihr Leben nach den hohen sittlichen Idealen des Judentums zu gestalten. Wir haben uns in den letzten Jahren, gedrängt durch die Not des Tages, viel zu sehr mit den Mitteln für dieses Mittel he■ schuftigen 1mis?e1׳ und darüber den höchsten Endzweck ver- Pressen. Wir haben nicht von dessen Aspekt aus dns Werden kritisch verfolgt und zuviel Apologie getrieben. Es war dies anscheinend aus praktischen Gründen (Geldaufbringung, 9ympathiewerbung) nötig. Ein Beispiel für viele soll zeigen, wie unpraktisch diese praktische Einstellung Ist. Hätten wir die soziale Idee des Keren Kajemeth stärker propagiert, so hätte 111 der Praxis die — nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch( also für die nüchterne Praxis schädliche Bodenspekulation nicht so überhand nehmen können. Wlcdcrbcslnnung auf die Quellen unserer Kraft, auf die Macht des Ideals, kann allein uns vorwärts und aufwärts bringen. Wien. Lande, im Lande der Väter. Mit Windessclinclle näherte uns der Weltkrieg Unserem Iml/icl, als noch das Volk unvorbereitet war. So stand׳ wir vor der Frage, wie wir mit dem Aufbau des Lande™ beginnen sollten, wo wir die Kräfte hcrnchincn sollten, um unseren Ideen Wirklichkeit zu verleihen. Der Weltkrieg 'ןנ1ן|{ mich das Tier im Menschen erweckt, den Antisemitismus j, Ost- und Mitteleuropa, und zitternd und nicdergcsclimettc-j standen die Führer der Assimilation vor diesem Schreckens, gespenst. Das Schiff der Assimilation schien zu finken. dieser Zeit der Furcht und des Schreckens schien es, a>, seien sie uns näher gekommen, als hätten sic endlich gesehen und begriffen, daß wir im Rechte waren. M11BleS wir nicht die ausgestreckte Hand ergreifen? War cs ״ich! notwendig, Frieden zu schließen? Im Zeichen dieses Frieders mit der Assimilation stand die Londoner Konferenz voa Jahre 1920, die bald nach San Rerno zusammentrat. Ur.ä als damals Männer auf(raten und sagten, daß auch ju:| noch zionistische Propaganda notwendig sei, d.1 hielt ma5 ihnen entgegen: wozu Zionismus? Palästina wird von allen anerkannt, auch von unseren Gegnern von gestern. Und dem der an die künftige Auferstehung des Volkes in seinen! Lande glaubt, dein sei alles verziehen, mag er auch die jüdische Nation im Gaiuth verleugnen. Unsere Propaganda ging in den letzten Jahren nickt aus von einer weltanschaulichen Konzeption, sondern von den Bedürfnissen Palästinas und des Sicdlungswcrkes. Ad den Tribünen erblickte man Delegierte der Fonds, aber nicht mehr Repräsentanten der Zionistischen Organisation. National• fonds und Keren Hajessod riefen die Volksmasscn auf rut Hilfe am Aufbauwerk, und cs muß gesagt werden, daß die breiten Massen des Volkes erkannten uud begriffen, welche ungeheure Aufgabe auf ihren Schultern lastete. Wenn aber die Männer aus den ״oberen Schichten", aus den Kreisen der Assimilation, ihr Sehertlcin beitrugen, so waren cs mir Groschen im Verhältnis zu dem, was zu leisten ihnen mö;• lieh gewesen wäre. Es schien bald, als hätten die Menschen jenes Lagers sich wiedergefunden, als beteten sic wieder ihre alten Götter an. Für sic war der Aufbau Palästinas niemals der Bau dt? künftigen jüdischen Staates. Er blieb fiir sie eine Siedlung«- gclegenlielt für einige tausende hungernde Glaubensgenossen in Osteuropa. Sie gaben Almosen, — und was kann nun für Almosen fordern? Und nun, nach fünfjähriger Pause, in denen die zio• j nistischc Vollpropaganda ruhte, treten wir erneut vor da; 1 Volk und entrollen vor ihm die ganze, die reine zionistische Fahne. Wir bringen ihm den Zionismus, der lebt und kämpf!,! die zionistische Weltanschauung, für die cs nur ein einiges jüdisches Volk in allen Teilen der Welt gibt, ein Volk geeint in Sprache, Kultur und geistigem Besitz, geeint durch seine Hoffnung auf Erlösung. Wir rufen die alten Streiter auf, sieh zu sammeln und in die Reihen zu treten, vif rufen sic auf, das Volk zu organisieren und kampfbereit M machen. Wir fordern Leistungen für das Werk unserer Sprach: und Literatur, das ln den letzten Jahren vernachlässigt wurde Wir werben neue Menschen, daß sie unsere Reihen stärke und unserer Ideale teilhaftig werden mögen. Der Zionisr.w allein ist Garantie für treue Bewahrung unserer Freiheit' ideale. Wir kommen zum Volk im Namen des Lande-, in dem in kurzen Arbeitsjahren Wunder vollbracht wurden, im Namen des Landes, das für Israel in seiner Diaspora za einer Quelle des Trostes wurde. Der Tau auf den Feldern Kirjafli Anawim, auf den Bergen von Gilboah und auf den Hängen von Kinereth, er erquickt das jüdische Volk mit neuem Lebensmut, er füllt das entleerte Gefäß mit neu«« Inhalt. Im Namen des Landes und derer, deren Schweiß es benetzt, kommen wir zu euch und fordern auch male■ riciie Opfer, ohne die das Riesenwerk nicht zu Ende gefüllt! werden kann. Wir rufen zuin Kampf, zum Kampf gegen die Assimilation ln allen ihren Erscheinungen mul Formen 1 Aber ist es denn möglich, mit der einen Hand zu bau1״ mul mit der anderen zu kämpfen? Es ist schwer, aber cs ist möglich. Denkt an die aljc״ Zeilen, von denen cs heißt, daß ein jeder Mann ״die ci«־ Hand am Werke hatte, während die andere das Schwcd hielt“. Ja, unser Kampf ist ein Kampf für den Zionis״1״* Und gegen die Assimilation, und er ruht nicht, bis vif endgültig gesiegt haben. Sokolows Abreise nsch Südafrika Freitag, den 9. April, ist Nahum Sokolow nach Südnhika abgcrelst. Donnerstag abends fand anläßlich seiner Abreise in London zu seinen Ehren ein Bankett statt, an dem zahlreiche Freunde und Verehrer Sokolows tcllnahmcn. Pflicht zur Selbsterkenntnis Die Zionistische Organisation hat seit langem von ihre beiden Pflichten die eine etwas außer acht gelassen. Ihre erste Pflicht: Für Palästina wirtschaftlicn zu kämpl״ hat ihrer anderen, den eigenen Bau zu festigen, vielen Raul genommen, der ihr eigentlich zukam. Sic ist das Reservoir der Kräfte, die fest zum Werk des Aufbaus stehen — nicht gelegentlich, sondern aus <k( Geiste. Denn sic drückt, als Organisation, in einer akturf und verständlichen Form, das Gelöbnis zur zionistischen!<״ aus, zum Neubau eines normalen, gleichberechtigten, frc1f und autonomen jüdischen Volkes. Wenn sic sich selbst aufgäbe, verschwände nicht eit beliebige jüdische Partei, sondern die Idee eines wclthcM kräftig lebenden Judentums hätte keinen Ausdruck in Gegenwart mehr. Und darum hat sic vor sich selbst die Pflicht, stark * sei״, und alle Zionisten haben sic mit ihr. Berlin, Aruold Zwei*