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Jüdische Rundschau · 1926-04-13 · Heft 28 (13.4.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 28 (13.4.1926)
Date
1926-04-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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28 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 207 Nr. 28 :ntc:1ihresüsten , und zirka rion e die ן des habe, jtsclilehmihrem iteren ,Ort“, 11tr.11- 1 Hasehen ,amen luttcr scher, lertok Lage;egensldz- I wirfpoliiteren erenz, ariden und ri der n ab. ich- Erna r Crciteren II heästina 1 Td-? der 1g als allen ersten : von Tarifidnng Dele- : Zioo 1 d - affe Ausferner 1breite Sekre- 0 der ischar ischen itzung eteten 5 dem artonkleine nicht- Keksko.> p t e r rafur- )0 £E 1 und r bein ihn wurde :herer. hrlgcn!ח die rüh er e t ver- נ Zeit 1g an, ch für an erh, wie 1 schel .r und eprüft, befan* vielen 1 Mithaben. r aus- :amkdt fördern stischc —. aber an? pf und lurcaus 1 Ir■ hier stehen Tanten, intwort Adresse immer! :tc. ich, Wiener Brie! Von unserem Wiener b. g.-Korrespöndetiten Die Wiener Kultusgemeinde, einst eine Mutter in Israel, hat dieser Tage ein seltenes Fest gefeiert. Das Jubiläum des hundertjährigen Bestandes des Stadttempels war Anlaß einer Feier, bei der ein paar Reden gehalten wurden, die nicht nur für die Redner, sondern auch für die Parteien, in deren Namen sie sprachen, symptomatisch waren. Außer dem Oberrabbiner, der eine völlig eindeutig jüdische, positiv jüdische Rede also hielt, kamen Vertreter der Majorität zum Wort, das wir schon hörten, als es noch kein jüdisches Selbstbesinnen gab, als man von Palästina nur in unverstandenen Gebeten sprach, als aber das Judentum der damals ins liberale Fahrwasser hindnsegelnden Assimilation eine immerhin heilige Sache war, nicht mir an jenen Tagen, da man, mehr oder weniger gemäßigt, sich zu fasten bemüßigt fühlt. Man hat nichts zagelernt seit jenen Tagen. Ein verdorrender Ast bewegt sich im Wind: er knarrt hin, er knarrt 11er, aber er bringt kein grünes Blatt mehr zur Welt und kein neuer Ton kommt in sein Knarren ... Es war eine Familienfeier, dieses Jubiläum, letzte Reste alter, von der Großstadt längst zerfressener Patriarchalität wurden zusammengesucht, man freute sich, eine Art Adelsbrief in der Familie zu haben, aber vom wahren, lebendigen zeugenden Judentum war nicht die Rede. Nur der Oberrabbiner gedachte seiner, wie gesagt. Vornehm und innerlich ■unbewegt ging die Feier zu Ende. Wie es sich gehört. Ein paar Tage später aber kam es zu einem Eklat, der vielleicht der Auftakt einer nicht so ruhig vornehmen Symphonie sein wird, der aber immerhin das Zeug in sich hat, den politischen Lebensstil der einzigen jüdischen Vertretung Wiens (und der tonangebenden 1־m österreichischen Judentum), dieser Zeit und ihren Erfordernissen anzupassen. Was geschah? Ein zionistischer Kultusvoreteher, er heißt Batiminger, ergriff gelegentüch der Budgetdebatte das Wort aber hebräisch. Horribile dictu! Selbstverständlich wurde ihm augenblicklich unter dem tosenden Lärm der durch ungewohnte Töne aus der einschläfernden Monotonie ihres Abstimmungsdascins erweckten Gemeindeväter das Wort entzogen. Wenn es gelänge, das unendlich Tragisch-symptomatische dieses Vorgangs im Gedanken zu abstrahieren, wäre die Groteske rnerhört. Man stelle sich vor: der Vorsitzende einer Ver- Ire tun g, deren Mitglieder einer und derselben Nationalität angehören, verbietet den Gebrauch der nationalen Sprache: Selbstkastration. Man kennt dieses Wiener ״bodenständige Judentum“: ein Leichnam, der in einer sentimentalen Weltanschauung verwest, ein Leichnam, der seinen Tod nicht zur Kenntnis nehmen will, der liberal ist, noch zu einer Zeit, da die liberale Aera längst verendet ist, der jüdisch ist, soweit ein Leichnam jüdisch sein kann im Sinne eines aktiven Judentums (solange es keine Pogrome gibt), ein Leichnam, der Hofjude gewesen ist beim Kaiser und es daher noch immer nicht begreifen kann, daß die Monarchie ad patres gegangen ist, ein richtiger, verwesender Leichnam, dessen Aeußerungen im besten Fall als das Rülpsen einer längst verklungenen Hjstorle zu werten .,sind, der sein Grab nicht aufsucht, weil er1 im Geheimen an kein Jenseits seiner Liberalität glaubt. Dieses ״bodenständige“ Wiener Judentum, wie es sich gern ,gegen das zmvandernde Ostjudentum, dem es sein bißchen Blut verdankt, aufspielt - es ist im allgemeinen nicht aggressiv wie ein deutsches C,-V.-Judentum oder wie ein israelitisches Hakenkreuzlertum Naumannscher Färbung — das mit Lulger, der den kleinen Mann gegen es mobilisierte, auf bestem Fuß stand, das für alles in der weit ein Herz hat, mir für sein Abtreten nicht, dieses verdorrene Judentum haßt eines: das junge, sich besinnende Judentum. ״Zionisnrus“, das ist das Stichwort, das es beunruhigt, ״jüdischer Nationalismus“, das Stichwort, das cs rasend machen kann. Aus dieser Einstellung heraus mußte dem hebräischen Redner das Wort entzogen werden (und nicht, wie manche behaupten, um der zionistischen Opposition cntgegenzukomnien, deren Großteil ihn auch nicht verstand), denn heute ist der Kurs in der Republik deutsch und das hebräische Wort in offener Sitzung muß aus dieser Perspektive beläufig wirken wie ״O ja, ich weiß“ sagte er — und gab 111i% eine Adresse. Ich ging bergauf, bergab, bis ich auf einen breiten Platz kam, una dort wies man mich in ein Restaurant im zweiten Stock. Ein Mädchen mit sehr blondem Haar und sehr rundem, weißem Hals empfing mich, las die Adresse und gab mir mit rosigem Lächeln zu verstehen, daß die Adresse richtig ist. ״Essen Sie koscher?“ fragte sie. ״Ja, ich esse auch koscher“, antwortete ich, ,.aber gerade jetzt nabe ich keinen Appetit. Können Sie mir vielleicht sagen, wo das Bureau der Zionistischen Organisation ist?“ ״O gleich, ich will fragen“, sie lief in die Küche und kam nach wenigen Minuten mit einer Adresse zurück. Ich ging weiter von einem Berg zum zweiten, bis ich zu einer prächtigen Synagoge kam. Ich klopfte respektvoll an eine Seirentü'r und inan führte mich in die Kanzlei. Man fragte mich aus, wozu ich das zionistische Bureau brauche, vielleicht eine Unterstützung? — ״Nein“, sagte ich, ״für einen anderen Zweck.“ Man blickte mich ein bißchen verdächtigend an und gab mir die Adresse eines Doktors. Der Doktor war nicht zu Hause, aber ein junger Mann, der ihn auch sprechen wollte, führte mich in ein Cafe. ״Da“ —! sagte er — ״pflegen jüdische Studenten an zwei Abenden in der Woche Schach zu spielen.“ Ich dankte dem_ jungen Mann sehr höflich, blieb dann auf der Straße in einem Winkel stehen und überlegte, was weiter zu tun sei. Und da kam mir ein origineller Gedanke, ich kehrte zum Hafen zurück, ging dort zum nächsten Spediteur und ließ mein Gepäck expedieren. Budapest. In mein Kupee im Zuge stiegen ein alter Mann mit seiner Frau ein, ein Richter, wie er mir später erzählte — wir fingen gleich ein Gespräch an. ״Was, Sie kommen aus Jerusalem? Ist das möglich? Aus erusalem? So weit her? Hörst, Anna, der Herr kommt aus erusalem!“ Und als der Kondukteur hereinkam, rief er mit Begeisterung: ״Der Herr kommt aus Jerusalem!“ Er ging auf den Korridor des Waggons und erzählte dort jedermann, daß in seinem Abteil einer aus Jerusalem fährt. Wir wurden gute Freunde. Das war der erste Ungar, dem ich begegnete, einem freundlichen und offenherzigen Menschen voll von geräusch* vollem Enthusiasmus. Und der erste Eindruck Ist oft sehr wichtig. Schade nur, daß cs auch andere; ,Ungarn glbi! ein Tischgebet?or einem Freidenkerkommers. Schmerzenreich krümmt sich der Loyale: ״Was wird man von uns draußen denken?“ Draußen, nämlich in der nichtjüdischen Welt, die seiner Ansicht nach nichts anderes zu tun hat, als achtzugeben, was in der jüdischen Gemeindestube vorgeht. Und ängstlich fällt sein Blick durch das Fenster auf die Straße, ob man sich dort nicht schon sammelt, ihn des Verrats am Deutschtum zu zeihen. Ls kam also zum Eklat. Der unnatürliche Pakt, der anläßlich der Wahlen zwischen Majorität und Opposition geschlossen worden war, ging völlig in Brüche. Endlich hatte die Opposition freie Hand, und sie konnte sich ihres Wahl- Programms erinnern. Das Budget steht zur Beratung. Fünfeinhalb Milliarden soll die Gemeinde aufbringen. um ihre Institutionen nur not- ״Es genügt nicht, daß wir uns als ein Volk fühlen und erkennen; nach dem Volksbewußisein muß auch der Volkswille erwachen.״ Der Ausdruck des Volkswillens ist die Schekelzahi Vom 15. April bis 15. Mai Sdiekelaklion in Deutschland dürftig fortführen zu können, eine Summe, die aus den nach unbekannten Systemen, die sicherlich höchst veraltet sind, bemessenen und selten mit Nachdruck cingetriebenen Steuern kaum gedeckt werden kann. Die Situation ist prekär. Nun, da der Pakt zerrissen ist, ist die Opposition nicht mehr gezwungen, .liberale, das heißt ängstlich, stets auf den Eindruck nach außen — ״was wird man von uns denken?“ berechnete, vornehm greisenhafte Politik zur eigenen zu machen, und es beginnt in der Gemeinde lebendig zu werden. Die Zionisten oder besser: die J ii d i s c h n at i o - n a 1 c 11 verlangen die Aus n ü t z u n g d e r i nt F r i e - densvertrag enthaltenen Bestimmungen über die Minder 11 citsrcfchtc. Das heißt: Anerkennung der Juden als Minderheitsnation mit allen Rechten einer solchen. Tn diesem Fall: Anteilnahme an den für gewisse, kulturelle und soziale Zwecke bestimmten Staatssteuern im Verhältnis zur Kopfzahl ihrer Nationsgenossen im Lande. Man hat bis jetzt gezögert, die Durchsetzung der im Friedensvertrag gewährleisteten Rechte zu betreiben, denn der gewisse Blick aus dem Fenster war ja die einzige Aktivitätserscheinung der Majorität. Heute aber steht die Situation so, daß man sich wird entscheiden müssen, entweder die sozialen und kulturellen Organisationen der Gemeinde cingehen zu lassen, um späterhin selbst zu verdorren, oder aber auf das Minderheitsrecht zu pochen. Mit einem Schlag wäre im letzteren F'all die größte jüdische Gemeinde Europas aus der Gefahr einer finanziellen Krise errettet — müßte sie doch an den Stcuercingängcn der Stadt Wien mit etwa zwölf Prozent partizipieren, soweit diese für die oben erwähnten Zwecke in Betracht kommen - so daß es möglich wäre, in ausreichendem Maße allen Anforderungen zu entsprechen. Die Majorität darf, dem Ernst der Situation gehorchend, Im Bureau der Ausstellung? Der Reporter setzte sich zu mir, biß seinen Bleistift und fing an auszufragen. ״Wie gefällt Ihnen Budapest, Herr Meister?“ ״Eine außergewöhnlich schöne Stadt. Nur eins berührt mich sonderbar, man spricht hier zu viel ,.. ungarisch.“ ״Hm ... sind Sie verheiratet?“ ״Oh ja, sehr . . .“ ״Sind Sie zufrieden mit der Aufnahme hier?“ ״Höchst zufrieden, mit Ausnahme der Nachtmahlcinladungen, denn ein Magen, und sogar eines Künstlers Magen, hat auch seine Dimensionen, und bet den unerläßlichen Gesprächen über Kunst wird mein Magen auch ein bißchen sensibel...“ ״Welche von Ihren Bildern gefallen Ihnen selbst am besten?“ ״Schwer zu sagen ... ich denke aber ... am besten gefallen mir die Bilder, die bereits verkauft sind.“ ״Was denken Sie über die ungarischen Juden?“ ״Horthy- und gottesfü'rchtige Juden!“ Prag. Tschechen, Deutsche, Juden—Tschechen, Juden—■Deutsche, deutsche Juden, Tschechen—Juden. Deutsche—J uden—Assimilanten. Deutsche—Juden—Nationalisten. Deutsche—Juden—Zionisten. Tschechen—Juden—Assimilanten. Tschechen—Juden—Nationalisten. Tschechen—Juden—Zionisten. Juden—Deutsche—Assimilanten. Juden—Deutsche—Nationalisten Juden—Deutsche—Zionisten. Juden—Tschechen—Assimilanten. Juden—Tschechen—Nationalisten. Juden—Tschechen—Zionisten. ln den Kaffeehäusern keine Zündhölzer in den Zündholzbehältern, in den Restaurants zahlt man extra für Brot, Senf, Zahnstocher. Trinkgeld gibt man: dem Kellner, dem man fürs Essen zahlt; dem Kellner, der das Bier bringt; dem, welcher die Suppe bringt und dem, der die übrigen Speisen bringt. EI n Brotkörbchen wandert herum von Tisch zu Tisch. Kalte Suppe, kalter Kaffee, kalter, trüber Tee... Wricn. Das kennen ja alle! 1 ■■ ÖBtlin. f ׳ nicht Nein sagen. Natürlich stimmt sie nicht freudig zu, aber die eingeleiteten Verhandlungen sind dazu angetan, nicht nur die innere Kluft in der Gemeinde zu verkleinern, sondern auch dem gesamten Wiener Judentum zumindest auf kulturcllcm Gebiet günstigere Perspektiven zu eröffnen. Natürlich wiid sich die sozialdemokratische Majorität des Wiener Gcmcindcrates dagegen wehren, denn es ist nicht allein ein Teil des von ihr verwalteten Geldes, um das es geht, es ist auch eine wahlpolitische Frage, denn eine, in ihrem Sinn negative, Erledigung des Problems würde für sie wohl den Verlust von Stimmen an die Jüdisclinationalen bedeuten. Selbstverständlich wird, wenn die internen Ver- Handlungen zu einem positiven Ergebnis führen werden, was beinahe selbstverständlich ist, die Kultusgemeinde in dieser Angelegenheit eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes provozieren. Da nun die diesbezüglichen Bestimmungen des Friedens׳.■־träges keine Zweifel erlauben, ist der Ausgang eines sulchen Prozesses kaum fraglich. Ein wenig pikant ist die politische Seite der Sache, soweit sie die nichtjiidischen Parteien betrifft, denn cs wird voraussichtlich der interessante F'all eintreten, daß die christlichsoziale, programmatisch antisemitische Partei für die jüdischen Forderungen ״egen die sozialdemokratische Partei stimmen wird, denn die christlich-soziale Minderheit befindet sich im heftigsten Kampfzustand mit der sozialdemokratischen Gemeindevenvaltung. Allenfalls, wie immer diese Sache ausgeht, wird sie ein Präzedenzfall für alle anderen Länder sein, in denen die jüdischen Minoritätsrechte in praxi noch nicht durchgeführt sind. Skrzynski und der jüdische Klub W arschau, S. April. (J. T, A.) Ministerpräsident Skrzynski lud den Präsidenten und den Vizepräsidenten des jüdischen Parlameniklubs, die Sejmabgeordneten Hart- ״laß und Färbst ein, zu einer Beratung ein, zu der auch Unterrichtsminister Grabski und der Unterstaatssekretär des Ministerratspräsidiums Studzvnski hinzugezogen waren. Die Konferenz dauerte volle zwei Stunden. Ministerpräsident Skrzynski stellte fest, daß das zwischen der vorigen Regierung und der jüdischen parlamentarischen Vertretung geschlossene Abkommen zwölf Punkte umfaßt, die die religiösen und kulturcUcn Bedürfnisse der Juden betreffen. Die Regierung sei bereit, die übernommenen V e r p f Li c h t tt n ־ gen i tu R ahme n dies c r z. w ö I f Punkte zu erfülle 11. Hartglaß und Farbstein wiesen darauf hin, daß diese zwölf Punkte lange nicht alle kulturellen und wirtschaftlichen Bedürfnissc der jüdischen Bevölkerung einschlicßen; sie setzten,,, nochmals die wichtigsten wirtschaftlichen Postultate der jiidi-* sehen Bevölkerung auseinander und forderten baldigste Erfüllung derselben. Skrzynski erwiderte, er werde für den 0. April eine Konferenz aller interessierten Minister und des Präsidiums des Jüdischen Klubs einberufen, auf welcher die Forderungen nochmals einer eingehenden Betrachtung unterzogen werden würden. Im Verlauf der Konferenz betonte Hartglaß, die Juden können keinen besonderen Preis für die Erfüllung ihrer Postulate, die ihnen als Staatsbürger zustchcn, zählen; sie fühlen sich nur verpflichtet, allen staatsbürgerlichen Atiforderungen gerecht zu werden, und das taten sie auch bisher.. Insbesondere wiesen sie auf das Unrecht des in der Praxis bestehenden Numerus clausus, sowie auf den das jüdische Handwerk in seinem Lebensnerv bedrohenden Zechen-Gesetzentwurf hin. Skrzynski verwies auf die Schwierigkeiten, denen die Regierung in jüdischen Angelegenheiten bei den polnischen politischen Parteien begegnet. Die jüdischen Vertreter erwiderten, cs sei die Voraussetzung eines guten Einvernehmens, daß die Regierung genug Energie aufbringt, tun ihre Ziele durchzusetzen. Premier Skrzynski betonte zum Schluß mit Nachdruck, er wolle alles dransetzen, daß die jüdischen Fordeningen erfüllt werden. Zwischen Herrn Hy am so n und Vertretern der Arbeiter- Schaft in Haifa und des Sold Bonch fand eine Besprechung über den Stand der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeiten statt, wobei der Meinung Ausdruck verliehen wurde, daß auf Grand der in Haifa und Umgebung demnächst in Angriff zu nehmenden Arbeiten Haifa in der Lage sei, noch weitere 1500 Arbeiter aufzunehtnen. (Ziko.) Erlebnis beim FrneHthändler Ercw Peßach ging ich zum Fruchthändler, um Aepfel zu kaufen. Nachdem 'der kleine Einkauf besorgt war, kam die stereotype Frage: ״Ist sonst nichts mehr gefällig?“ Darauf meine unüberlegte Antwort: ״Was haben Sie denn?“ Der Fruchthändler grift in einen Korb und reichte mir eine große Apfelsine. Strahlend-fragenden Auges blickte er mich an: ״Haben Sie schon jemals eine derartige Apfelsine gesehen?" fragte er mich in unverfälschtem Berlinisch. Ich tat, als ob ich nicht sofort erkannt hätte, daß die gezeigte Frucht eine Jaffa- Orange ist. Blasiert antwortete ich: ״Ach Gott, das sind wohl die kalifornischen Apfelsinen; ich habe von ihnen gehört. Sic sind groß, aber wenig schmackhaft.“ Der Händler zog ein verschmitztes Gesicht und sagte: ״Da haben Sie sich aber gründlich geirrt. Das sind Palästina-Orangen und die habe ich in der Großmarkthalle gekauft. Ich selbst bin doch kein Obstesser, aber ich habe bisher schon drei davon gegessen; sie sind vollsaftig ohne Kerne und durch jahrelange Hoch- Züchtung gewonnen“. Ich bewahrte sowohl in Miene wie auch in Tot! absoluteste Gleichgültigkeit. Gclangweilt fragte ich den Händler nebenher: ״Haben etwa die Türken, die dort leben, diese Früchte gezüchtet? . . . Ich glaube nicht recht daran“. Der Händler wurde eifrig; ״Nein, mellt die Türken, das haben die Zionisten gemacht!“ Meine Miene wurde noch uiigläubiger, ״Lassen Sie sich so etwas nicht einreden. Juden sind doch Kaufleute und keine Obstzüchter. Hallen Sie schon einen jüdischen Obstzüchter gesehen?“ Der Händler war verdutzt ... Nach einer Weile aber sagte er: ״Da mögen Sie recht haben. Hier sind die luden Kaufleute, aber in der Markthalle hat man erzählt, daß die Zionisten in Palästina Bauern sind . . . Die Frucht ist ausgezeichnet . . . Ich habe noch drei Kisten bestellt . . . Ich bin überzeugt, die Leute in Palästina werden mit dieser Apfelsine ein großes Geschäft machen“. Nun war auch ich überzeugt, kaufte drei Apfelsinen und verließ den Händler mit den Worten: ״Wenn die Apfelsinen wirklich gut sind, dann werden die Leute wohl ein Geschäft machen“. ״Und ob!“ sagte überlegen der Frucht- Händler, der wegen der Apfelsinen vor den Juden größeren Respekt gewonnen hatte, als in seinem ganzen bisherigen Leben. ץ'■ 'V. Spiclmaun, der Sieger im We 11schachtournier I am Semmering, an welchem die bedeutendsten Schachmeister i der Welt teilnahmen, ist Jude. Beinahe die_ Hälfte der Teilnehmer gehört dem Judentum an: Rubinstein, Niemzowitsch, i Spietaann» Dr, Tarrascfr, Reti, Janowsky, Davidson, .

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