Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 28 (13.4.1926)
- Date
- 1926-04-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 206 Nr. 28 Nr. nhcrflüssi > werden können. Daraus sjeht hervor, daß die Organe dt r Ma!1d3 :armacht sich in die intern ■» Angelegenhei tn de! eingeborenen Regiertin.; nicht entmischen sollen.“ Die Kommission hat diese Interpretation mit großer Genugtuung atifgetiommen und unterstreicht in ihrem Bericht sehr nachdrücklich die Auffassung, daß durch eine im Geiste dieser Deklaration geführte Verwaltung die Schwierigkeiten beseitigt werden könnten. Diese Interpretation stehe im Finklang mit Artikel 22 des Volkerbundpaktes sowie mit dem Text des Mandates. Wird so das System als solches netterlieh anerkannt, so wird gleichzeitig seine Durchführung in den letzten Jahren scharf kritisiert. Die Kommission stützt sich dabei auf Petitionen, die ihr von der Bevölkerung zugegangen sind und spricht ihr Bedauern aus, daß Frankreich sich zu diesen Petitionen nicht geäußert hat und auf diese Weise die Kommission nicht in die Lage versetzt hat, die Anschauung der Mandatarmacht über die Legitimation der Petenten kennen zu lernen, zugleich aber auch zu hören, wie!*rankreich über die Frage denkt, ob es das Vertrauen der Syrer gefunden hat. Interessant ist auch für uns besonders die Tatsache, daß die Mandatskommission das syrische Komitee in Kairo als legitimiert ansieht, für die syrische Bevölkerung zu sprechen, wobei cs sich auf die zwischen dern Komitee tutd Syrien bestehenden Beziehungen sowie auf die Tatsache stützt, daß auch Jouvenel auf seiner Reise in Kairo die Vertreter dieses Komitees empfangen hat. Auf Grund dieser Petitionen und nach Prüfung des vorgelegten Materials erklärt die Kommission, es seien in der französischen Verwaltung mehrere Fehler gemacht worden. Schon'der häufige Wechsel im Oberkommissariat habe die Kontinuität, die zu einer solchen Verwaltungstätigkeit erforderlich ist, verletzt. Die französischen Beamten zeigten eine starke Tendenz, sich selbst an die Stelle der Behörden der Eingeborenen zu setzen. Allerdings habe die Unfähigkeit der syrischen Organisationen viel dazu beigetragen, eine solche Einmischung nötig zu machen. Einen besonderen Beschwerdepunkt bildet die Finanzwirtschaft, vor allem die Bindung des syrischen Pfunds an den französischen Franken, was nicht nur Valutaschwankungen zur Folge hatte, sondern auch das Land seines Goldbestandes beraubte. Die Kommission erklärt, daß tatsächlich dieses Geldsystem sich nicht bewährt hat. Die Gründe des Drusenaufstandes werden zurückgeführt auf das brüske Verhalten der französischen Generäle. Der Bericht schließt mit einer Empfehlung an die syrischen Patrioten, ihre feindliche Haltung gegenüber dem Mandatssystem aufzugeben und loyal mit der Mandatarniacht zusammenzuarbeiten. Die Energie, die gewisse syrische Elemente bisher zur Sabotage der Mandatspolitik aufgewandt haben, mögen sie von jetzt ab in den Dienst dieser Politik stellen. Die Mandatanpacht erkürt WöctimäÜ,' üe'liabe kehl pnderfes Ziel,״ ats eine freie Eigenregierung in Syrien und Libanon einzurichten. Der Bericht der Mandatskommission über Syrien ist ein überaus interessantes Dokument, weil er uns wieder deutlich zeigt, welche Auffassung über das Wesen des Mandatssystems in den maßgebenden Kreisen des Völkerbundes besteht. Der Bericht enthält, bei allen Komplimenten vor Frankreichs guten Intentionen, doch eine ziemlich ablehnende Beurteilung der französischen Politik. Eine interessante Ergänzung bekommt diese Darstellung, wenn man den Bericht anschaut, den der ״Manchester Guardian“ in der vergangenen Woche über die Lage in Damaskus veröffentlicht. Die furchtbare Lage in Datnaskus, das halb zerstört ist, ökonomisch zugrunde geht und in einem täglichen Scharmützel drinsteht, wird fast völlig auf das Konto der Regierung geschrieben. Diese Re¬ Reise in die Welt*) Von Abel Patin (Jerusalem). Der Finger Gottes. Die drei Araber ruderten die Kähne von einer Welle zur zweiten, belegten einander mit den gemeinsten Schimpfworten und fluchten laut im Namen Allah's und seines Propheten. Noch 15—20 Minuten und ich werde mit meinen Sachen schon auf dem Schiff sein. Wieviel Schwierigkeiten mußte ich mitmachen, wieviel Formalitäten über mich ergehen lassen, bis ich soweit war, Jaffa zu verlassen. Und wie wunderlich führt Gott seine Welt; es gibt Momente, in denen du glaubst, daß eine Wand vor deinen Augen ersteht und kein Ausweg mehr offen ist. Da —- ein ßakschisdi — und alles geht glatt wie auf Butter. Plötzlich fiel ein Platzregen und ich fühlte, daß mich kalter Schweiß bedeckte. Mit Schreck blickte ich auf meine Kisten mit den Pastellbildern und dachte: ״Wenn es in der Weise noch 10 bis 15 Minuten regnet, ist mein Lebenswerk zerstört. Das Regenwasser wird in die Kisten cindringcn und meine jahrelange Arbeit einfach wegschwemmen. Wie unbarmherzig und gleichgültig ist doch die Natur! Oder sollte ich mich am Ende versündigt haben vor Gott mit meiner neuen Interpretation seiner Bibel? Habe ich• vielleicht sein Buch schlecht verstanden und deshalb will er mein Werk vernichten, bevor ich damit hinausfahre in die große Welt?“ — Ebenso plötzlich wie er gekommen, hörte jedoch der Regen auf und ich dachte weiter: ״Nein, ich glaube, Oott wollte mir nur einen Fingerzeig geben, daß ich dort gewisse Fehler beging, über die ich jetzt naclidenken soll, um sic gut zu machen.'‘ Und ich habe mir vorgenommen, ihm zu folgen. Spaghetti. Langsam entfernte sich das Schiff von Alexandrien. An Bord herrschte großes Gewimmel. Man lief verschwitzt und erschrocken hin und her, befühlte sich jeden Augenblick die Taschen und blickte eimnJer mit Mißtrauen an; junge Pärdien promenierten von einem Deck zum zweiten; man hörte alle europäischen Sprachen. Wenn es keine Juden auf der Welt gäbe (was Gott behüten möge), so wäre cs eine einfache Sache; wer deutsch spricht, ist Deutscher, wer franzö- *) Abel Panti, dessen Bilder gegenwärtig in der Galerie Schulte in Berlin?11 sehen sind, schildert hier in launiger Weise seine bisherigen Reiseerlebnisse durch europäische Städte, wo die Ausstellung seiner Werke großen Erfolg hatte. % jUEDISCHE RUNDSCHAU gierung, die von der internationalen Völkergemeinschaft entsandt wurde, um das Land zu beschützen, hat dessen Hauptstadt selbst in einen Platz des Schreckens verwandelt. Dies könne nicht der Sinn des Mandates sein und der Berichterstatter erzählt, die Syrer forderten heute mehr denn je Anerkennung des Grundsatzes ״Syrien den Syrern“, wenn sie auch sich darüber klar sind, daß sie nur eine bedingte Unabhängigkeit erreichen können. Zweifellos hat Frankreich in Syrien grobe Fehler gemacht und es ist schwer zu beurteilen, ob diese Fehler anders zu korrigieren sein werden als durch irgendwelche radikale Maßnahmen. Ob der Bericht der Mandatskommission in Syrien selbst beruhigend wirken wird, bleibt abzuwarten. Der französischen Staatskunst ist es bisher nicht gelungen, ein System zu finden, wodurch Frankreichs Rückkehr zum ursprünglichen Sinn des Mandates eindrucksvoll dargetan werden könnte. Eine Fortsetzung der Kämpfe würde ab ז־ nicht 1111׳ das Land in neue Schrecken und neues Elend stürzen, sondern auch das Mandatssystem als solches diskreditieren. Die Auffassung, die Mandatarmacht habe lediglich die Entwicklung der Bevölkerung zur Selbstregierung zu überwachen, trifft wohl auf Syrien, nicht aber auf Palästina zu. Palästina ist ein Fall für sich, und cs wäre falsch, Analogien zwischen Palästina und Syrien durchzuführen. Im Palästinaproblem hat die Mandatsidee ihre eigentliche Rechtfertigung gefunden. Denn in Palästina handelt cs sich nicht um die Uebcrwachung einer lokalen Entwicklung; hier handelt cs sich vielmehr um die Lösung eines internationalen Problems, das wirklich nur von der Gesamtheit der Völker, auf internationalem Wege, gelöst werden kann. Die Mandatarmacht für Palästina hat die Aufgabe, den Aufbau der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zu sichern und zu überwachen. Es springt in die Augen, daß dies eine Sache ganz anderer Art ist. Aufgabe der zionistischen Politik ist es, diesen Unterschied zum Bewußtsein der internationalen Welt zu bringen. Die Palästina-Venvai- ♦ung muß vor allem nach dem Gesichtspunkt beurteilt werden, ob sie dieser Aufgabe gerecht geworden ist. R. W. Oie l|ar• Aktion in London Am 7. April, abends, wurde die Ijar-AMion der englischen Zionisten mit einem Massenmeeting im Volks-Palast London eröffnet. Den Vorsitz führte der Herausgeber der ״Jewish Times", Herr Morris Myer, Hauptredner war Nachutn Sokolow, der ausfiihrie, die Zionistische Organisation Englands müsse sich verstärken, da die Judenschaft in den anderen Ländern, insbesondere in Amerika, es sich nicht erklären könne, weshalb gerade die Juden Englands nicht an d«,-FffU}j:.,der Arbeit,für 'Pajästin§; stehen.:Sokotpvy. zog. .einen Vergleich zwischen den! Auszug der Juden aus AcgvfUeif, der Alijah aus־ Babylon und führte aus, ohne die Epoche des zweiten Tempels gäbe es heute kein Judentum. Was jetzt in Palästina 'geschieht, kommt jener Alijah aus Babylonien gleich. Sokolow erinnerte an die großen Führer der englischcn Judcnhcit, wie z. B. Sir Moses Montefiore und Oberst Ooldsmid, die stolze Juden waren und an Palästina hingen. Es ist jetzt für die englische Judcnheit wieder die Zeit gekommen, in der jüdischen nationaler! Bewegung als eine Avantgarde zu dienen. Die englischen Zionisten sind die Zionisten des Mandafarlandes und müssen in der ersten Reihe stehen. Sokolow berichtete, daß seine Mission in Amerika von Erfolg gekrönt war; die amerikanische Judenhcit stellt eine gewaltige Kraft dar, sic ist das einzige wirtschaftlich gesunde Glied am jüdischen Körper. Der Aufbau Palästinas, schloß Sokolow, sei die Friede 11 sbr (icke zwischen Israel und den Nationen. Die deutsche (haiuz־Konferenz Am Sonnabend, den 10. April, wurde im Repräsentanten- Sitzungssaal der Jüdischen Gemeinde, Berlin, die vierte Jahreskoutcrcnz des deutschen Hechaluz eröffnet. Es beteiligten sich an ihr 33 Delegierte, die etwa über 900 Clialuzim und Chalu/oth vertraten. Außerdem wurde der Saal von zirka 250 Gästen gefüllt. Nach einer kurzen Eröffnung begrüßte Bin Goriort die Konferenz, indem er die besonderen Erwartungen, die die palästinensische Arbeiterschaft im Rahmen des Wclthechaluz auch für den deutschen Hechaluz speziell habe, darlegte. Im Namen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sprach Herr Kurt Blumcnfeld, der sich vornehmlieh mit der augenblicklichen zionistischen Situation in ihrem Zusammenhang mit Chaluzarbeit beschäftigte. Des weiteren wurde die Konferenz vom Vertreter der Gesellschaft ״Ort“, Herrn Prof. Frankfurt, von dem Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelie der deutschen Juden, von dem deutschen Hapoel Hazair und den deutschen Poale Zion, dem russischen und dem tschechoslowakischen Hechaluz begrüßt. Im Namen des Bundes zionistischer Frauen und als zionistische Mutter sprach Frau Lina Wagner-Tauber. In das Präsidium der Konferenz wurden gewählt: Ascher, Walter Hcilbnmn, Paul Lorenz. Ats Schriftführer: Tschertok und Scheiner. Dann hielt E. Ascher das Referat: Gegenwärtige Lage und Aufgaben der Chaluzbcwegung. Er {ring von der gegenwäriigen Lage in Palästina und des Zionismus aus und skizzierte die Erscheinungen, die fürdie heutige kulturelle und wirt« schaftlichc Situation Palästinas sowie für die geistige und politische Situation des Zionismus charakteristisch sind. Im weiteren Verlauf seines Referates, am zweiten Tage der Konferenz, schilderte der Referent die Lage im Wclthechaluz, verbunden mit einem Bericht über die Danziger Weltkonfercnz und leitete die besonderen Aufgaben, die dem Hechaluz in der jetzigen Zeit gestellt sind, aus diesen drei Komponenten ab. Der zweite Tag der Konferenz wurde mit den Berichten des Merkas, die von Lubinski, Boehro, Erna Meyer he im und Ascher erstattet wurden und der General-Debatte über die Berichte gefüllt. Ueber den weiteren Verlauf der Konferenz und ihre Beschlüsse wird noch berichtet werden. Eine Kommission zar Fördern!!!; der Indostrie in Palästina Laut Beschluß des Waad Lcumi wurde mit Sitz in Tel- Awiw eine Kommission zur Förderung der Entwicklung der Industrie in Palästina eingesetzt, die sowohl der Regierung als auch anderen Institutionen gegenüber als Vertretung in allen Angelegenheiten der Industrie fungieren soll. Zu den ersten Aufgaben dieser Kommission gehört die Ausarbeitung von konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Zoll- und Tarifsäfze, die Schaffung von Absatzmärkten und die Gründung einer Industriebank. In dieser Kommission sind durch Delegierte vertreten: der Waad Leunii (Dizengoff), die Zionistischc Exekutive, der Verband der Industriellen (Goldstein und Dr. Jiwnin), Mischar Wetaassiah (S. Jaffc und Jawscroff), die Leitung der Landwirtschaftlichen Aus- Stellung und Messe des Nahen Ostens (J. Gordon), ferner Ing. Seidener und Heinrich Margulics. Den Vorsitz in der Kommission wird Dizengoff führen, während das Sekretariat von Heinrich Margulics geleitet wird. Das Büro der Kommission befindet sich in den Büros der Zeitschrift ״Mischar Wetaassiah“* Tel-Awiw, RothschikLAllee, fr, .. v Neue Indaslricn iu Paläslias Das Handels- und Industrie-Departement der Zionistischen Exeku'ive setzt seine Tä'igkcit zur finanziellen Unterstützung neuer industrieller Unternehmungen fort. Nach dern letzten Bericht erhielten folgende Unternehmungen Darlehen aus dem Keren Hajessod-Fonds: eine :Mühle in Afuleh, eine Kartonfabrik, eine kleine Textilfabrik, eine Teppichfabrik, eine kleine Seifenfabrik und eine Gerberei in Tel-Awiw, eine Fruchtkonservenfabrik in Mozah, eine Ziegelei in Haifa, eine Keksfabrik und eine Druckerei in Jerusalem. (Ziko.) In der vor einiger Zeit in Haifa von den Herren Töpfer und Knopf aus Deutschland gegründeten Reoaraturwerkstätte für Motore und Automobile, in die sie 2500 £E investiert haben und deren Maschinen aus Deutschland und der Schweiz stammen, sind jetzt 1! jüdische Arbeiter beschäftigt. (Ziko.) sisch. ist Franzose usw. Weil aber Gott (sein Name sei gepriesen) das Volk Israel erschuf, ist es sehr schwer zu sagen, zu welchem Volk die Sprecher der verschiedenen Sprachen gehören. Dumpfe Schläge auf einem kupfernen Teller zeigten uns die Mittagszeit au und wir begaben uns langsam in den Speisesaal. Man saß still und fremd bei Tische, wortlos einer neben dem zweiten. Die große nationale Makkaroni-Tradition des ifa'ienicehen Volkes ist jedermann gut bekannt und cs ist daher nicht notwendig, davon hier eine besondere Schilderung zu geben. Icli will ‘ nur bemerken, daß eine gute Speise die einzige Tradition bildet, durch welche ein Volk, das konservativ bleibt, nicht blamiert werden kann. Ich saß a!n Kopfende des Tisches und meine Augen blickten auf einen Wald von Nasen — fünfzig auf einer Seite und ebensoviel auf der anderen. Und es drängte mich, ein interessantes Problem zu lösen: wer von meinen Tischnachbarn ist Jude? Soll ich nach den Nasen urteilen? Gefehlt! Wenn man mit Franzosen, Italienern, Armeniern zusammenfährt, ist cs schwer, darunter einen Juden zu erkennen. Ich muß gestehen, daß das Problem sehr schwer war und ich wollte schon meine Arbeit aufgeben, da . , . da plötzlich reichte man Spaghetti. Im Essen aller anderen Gerichte ist jeder Mensch Individualist nur in der Art des Spaghettiessens liegt ein kollcktiver Individualismus, d. h. jedes Volk ißt Nudeln nach seinem Geist, seinem Temperament und seiner historischen E!1t- Wicklung. Die Welt weiß schon, daß die Italiener die geschicktesten Makkaroni-Vcrschlinger sind. Ein Franzose wird vielleicht weniger geschickt Makkaroni essen, er wird es aber mit einem gewissen Humor tun. Ich stelle mir vor, daß ein Engländer die Nudeln vorher in kleine Stückchen zerschneidet una sie dann langsam aber sicher ißt. Im Spaghetti-Essen eines Juden liegt eine gewisse Tragik! Und wunderbar kommt es mir vor: seit zweitausend Jahren ißt das jüdische Volk jeden Freitagabend ״Lokschen“ (Nudeln) und bis heute hat es sich noch kein eigenes System darin gebildet. Der Jade nimmt zuviel auf einmal vom Teller und Dis er damit zum Mund kommt. Ist das meiste schon wieder auf den Teller zurückgekehrt. Er bückt sich mit Schrecken um, ob seine Nachbarn es nicht bemerkt haben, wiederholt dasselbe Manöver, doch nicht mit mehr Erfolg, bis er mit seinen Lippen hart an den Tellerrand gerät, mit der Hand den Mund verdeckt und dann erst gelingt es ihm, seiner Aufgabe beizukommen. . . , Und eine große Zahl ״Franzosen*‘ und ״!talienci־’־ erschienen mir stark verdächtig! Der Sturm. Er kam langsam einhcrgeschritten; zuerst nahm man . ihn nicht ernst und machte Späße über ihn. Allmählich wurde er aber stärker und gleichzeitig wurden die Späße unsicherer. Einige Stunden später war cs kein Spaß mehr. Ein Tei! der Passagiere war verschwunden und die ührigen suchten sich auf dem Deck einen stillen Platz, ruckten die Licgestühle näher aneinander und warteten. Die frühere Fremdheit zwischen den Passagieren war schon ganz verschwundeit. In schwerer Zeit — und schwer ist die Zeit gewesen — denkt man nicht an Formalitäten. Man fing an, miteinander zu reden und wurde ganz familiär, ohne sich für die Namen zu interessieren. Man war zufrieden, als man erkannte, daß man demselben Volke angehört. Als ich zufällig in den Kajütenraum kam, hörte ich, wie einer von dc!1 Franzosen heftig krächzte: ״Oh, Ribonoh schel olam, habe Mitleid!“ Und am nächsten Tage, als der Sturm vorüber war und alle wieder bei Tisch saßen, habe ich nochmals!«;!!geprüft, wieviel Nichtjuden sich unter meinen Tucligcnorsen befanden: zwei — und das waren Japaner. Ich habe einst gelesen, daß es in Jaoan seit vielen Jahrhunderten eine alte jüdische Kolonie gibt, derer! Mitglieder mit der Zeit ein japanisches Aussehen bekommen haben. Wie man einen Spediteur findet. In Triest mußte ich einen verläßlichen Spediteur ausfindig machen, der unter Anwendung großer Aufmerksamkeit und Sorgfalt meine schweren Kisten nach Budapest befördern sollte. Den richtigen Mann wird mir sicherlich die Zionistische Organisation empfehlen können — dachte ich bei mir — aber wo finde ich die Adresse der Zionistischen Organisation? Ich ging durch die Gassen, zerbrach mir den Kopf und konnte keinen Ausweg finden. Da bemerkte ich die Bureaus des ״Lloyd Triesino“ und war überzeugt, daß man mir■ hier die genannte Adresse wird geben können, denn sie stehen doch sicherlich in Verbindung wegen der jüdischen Emigranten. Auf meine Frage konnte man mir zuerst keine Antwort geben; keiner von den Angestellten wußte, wo die Adresse zu finden wäre. ״Finkeistein weiß“, rief da einer vom zweiten Zimmer! Finkelstcin war aber noch nicht da und so wartete ich, bis er kam. ־ Die in Isra! Jubiläut Anlaß e nicht n deren f Oberrat Rede a! wir sch< als man als abe hineinse nicht m mäßigt, lernt s< im Win grünes Knarren letzte R arcbaliti Adelsbr gen zei rabbinci unbewe paar T; der Au wird, d Lcbenss tonange ihren E scher I legentli! Horribi unter c der ein weckte! gelänge gangs i hört, tretung angehöi Sclbstk; Ma ein Le verwest nehmen liberale ein Lei tums ( Hofjud! nicht b ist, ein im bes Histori: er 1m Dieses .gegen Blut v aggress israeliti das mi auf be: hat, mi haßt e mm", Natron; Aus di das W< um de Größte in der Sitzung kam, u Stock. Eil weißen rosigen jetzt’l; wo das u”° nach w Icf einer p Seitent mich a eine U Zweck. gab mi Öe ihn au sagte der W< Icl auf de weiter U! 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