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Jüdische Rundschau · 1926-04-09 · Heft 26-27 (9.4.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 26-27 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26/27 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 109 Die Weltkonferenz des Heehalnz Von unserem Berichterstatter. (Schluß des Berichtes in der vorigen Nummer.) Die Konferenz des Hechaiuz in Danzig hatte deutlich drei Teile. Der erste Teil, über den wir schon berichteten, war mit den Berichten der Länder und den groß angelegten Refcraten von Bin Ourion und Arlosoroff gefüllt. Der zweite Teil, der sich zeitlich am längsten hinzog, begann mit den Refcraten von Tabenkin, dem Referat von Bogdanowski über ״Grundlagen und Grenzen der Chaluzbcweguiig“ und einem Referat über das Verhältnis des Hcchaluz zur Jugcudbcwegung. Besonders die beiden letzten Referate versuchten die grundlegenden Probleme des Hcchaluz fest zu umreißen und sichere Formeln für die inneren und äußeren Beziehungen der Organisation zu linden. Die Debatte über diese Referate, an der sich wohl alle Delegierten und einige Gäste beteiligten, erstreckte sich über einige Tage. Für sic war charakteristisch, dal! sic weit über die Grenzen des durch die Refcrate gegebenen Rahmens hinausgriff, und viele Probleme des Wesens und der Aufgabe des Hcchaluz erörterte. Man debattiertc über grundsätzliche Anschauungen der Chahizbewegung, über Fragen des Inhaltes und der Form der Erziehung im Chaluz und in der zionistischen Jugend, über Formen der Ausbildung und Wanderung, über das Problem von Minoritätsgruppen in den Landesverbänden und das Geltendmachen ihrer Ansprüche praktischer und kultureller Art usw. Der eigentliche Charakter der Chaluzbewegung, die Tatsache, daß jedes lahr es wieder neue Menschen sind, die zu Subjekten und Objekten der chaiuzischen Erziehung werden," brachte es naturgemäß mit sich, daß viele Fragen, die schon auf früheren Konferenzen der Weltorganisation wie der Laudesorganisationcn eigentlich ihre Klärung und Formulierung gefunden hatten, erneut mit tiefster Anteilnahme diskutiert wurden. , Der dritte Teil der Konferenz bestand aus den Sitzungen der Permanenz-Kommission und einer Redaktions-Kommission sowie den eigentlichen Abstimmungssitzungen. Er erstreckte sich, von vielen Einzel- und Sonderberatungen unterbrochen, pausenlos vom Freitag früh über die ganze Nacht bis Sonnabend Mittag. Die eigentliche konkrete Arbeit der Konferenz deren Erledigung die Aufgabe des sechsgliedrigen Permanenz- Ausschusses war -- bestehend aus Tabenkin, Dobkin (Polen), Ascher (Deutschland), Budnitzki (Litauen), Rcisncr (Galizien) und Tatzer (Amerika) begann erst außerordentlich spät. Der Grund war wohl in der Hauptsache der, daß die Kont'erenz über einen großen Teil der vorbereiteten Vorschläge nicht diskutiert hatte, und daß eine größere Anzahl von Resolutionen eingebracht wurden, die im Plenum noch keine grundsätzliehe und ausreichende Klärung gefunden haben. Zu den letzteren gehörten alle die Beschlüsse, die sich auf grundsätzliche Fragen der heutigen Aufgaben des Welthechaluz erstreckten. In diesen Beschlüssen wurde die besondere Aufgabe, die dem Hechaiuz und der augenblicklichen Lage Palästinas und des Zionismus erwächst, hervorgehoben, seine Verbundenheit qiit der palästinensischen Arbeiterschaft und ihren Institutionen betont, der Pflege der hebräischen Sprache und Kultur eine entscheidende Stelle innerhalb der Chaluzbewegung angewiesen und bestimmte allgemeine Richtlinien speziell im Sinne einer in Kibuzim organisierten Hachscharah und Alijali festgclcgt. Die Redaktion dieser Beschlüsse, in denen manche verschiedenartige, auch über den engen Rahmen des Hechaiuz hinausgreifende Tendenzen deutlich wurden, wurde einer Redaktionskommission, bestehend aus Bin Guriou, Arlosoroff und Reisner, übergeben, der es gelang, eine Formulierung zu finden, die vom Plenum ohne Schwierigkeiten allgemein ang'eftiÄMnen werden konnte. Zwischen ’diesetF"und einer Reihe niehf Konkreter Probleme, mit denen sich die Konferenz zu beschattigen hatte, standen die Vorschläge, die für die Basis und Grenzen, d. h. sozusagen für ein Statut der Weltorganisation, vorgelegt waren. Die Konferenz mußte sich hier leider damit begnügen, nur die einfachsten Dinge festzulegen und beschloß, daß vier Gesichtspunkte für die Zugehörig k eit zum Hechaiuz entscheidend sein sollten: eigene körperliche Arb&it, hebräische Sprache, Zuge* Hörigkeit zur Histadruth Haklalit und Mitarbeit an den Aktionen dieser. Alle anderen Fragen wurden dem zukünftigen Merkas übergeben und dieser gleichzeitig beauftragt, der nächsten Beratung ein fertiges Statut zur Beschlußfassung zu übergeben. Schwere Arbeit verursachte die Bewältigung des Pro* blaues des Welthechaluz und der Jugendorganisationen, das in zwei speziellen Fragen seinen konkreten Ausdruck fand: das Verhältnis des Haschomer Hazair speziell in Polen zur Organisation des Hechaiuz auf der einen und die Bevorreclitung der Organisation des Hechaiuz Hazair auf der anderen Seite. Die Führer des Haschomer Hazair forderten speziell für ihre erzieherische und kulturelle Arbeit weitgehende Autonomie innerhalb des Hechaiuz; dafür sollten nun endlich die gesamten praktischen Arbeiten und ein Teil der eigentlichen organisatorischen sowie auch etwas kulturellen Arbeiten der einzelnen Ortspruppen völlig zusammengelegt werden. Es gelang, eine geeignete Basis und genügend klare Formulierungen für dies Verhältnis zu finden, und es erscheint als sicher, daß die Verbindung zwischen der Chaluzorganisation speziell in Polen und der sehr lebendigen und starken Jugend- Organisation sich nunmehr erheblich enger und fruchtbarer gestalten wird, als es bisher der Fall war. Ein Hindernis scheint auf diesem Wege die Organisation des Hechaiuz ffazair zu bedeuten, wenigstens deutete die starke Opposition, die gegen die bevorzugte Stellung des Hechaiuz Hazair als spezifische Jugendbewegung des Welthechaluz von seiten der Führer des Sehomer Hazair gemacht wurden, darauf hin. Es wurde die Forderung erhoben, daß der Hcchaluz Hazair nur als eine der verschiedenen Jugendbewegungen, die als Erzichungs/iel Chalu/iuth zu gelten hat (wie Schomcr Hazair, Gordonia, J. J. W. B. usw.). Die Beschlüsse zu diesem Punkte blieben etwas elastisch; die lebendige Entwicklung wird hier wohl erst das letzte Wort zu sprechen haben. Außerordentlich großes Interesse beanspruchte die Stellungnahme der Konferenz zur Frage des russischen Hechaiuz. Da die Vertreter des legalen russischen Chaluz wohl aus juridischen Schwierigkeiten nicht zur Konferenz gckommen waren, war es allen Beteiligten der Konferenz von vornherein klar, daß an eine inhaltsmäßige und endgültige Regelung der russischen Frage auf dieser Konferenz, nicht zu denken war. Die Konferenz hatte nur zu zwei Fragen Steifung zu nehmen: 1. die zukünftige Stellung des Welthcchaluz zum bisher nicht offiziell anerkannten Teil des rusgischen Hechaiuz und 2. die Rechte der Vertreter dieses Hcchaluz auf der Konferenz. Während noch die Danziger Konferenz vor zirka zwei Jahren nur den legalen russischen Hcchaluz als Landesverband des Welthechaluz anerkannt hatte, war es dieser Konferenz in ihrer überwiegenden Mehrheit klar, daß einer Organisation mit einer großen Zahl von Chawcritn und einein ansgebauten System von Ausbildungsstätten die formale Zugehörigkeit zur Weltorganisation nicht länger benommen bleiben kann. Die bisherige Politilc hatte in Riehlung der Vereinigung der beiden Verbände keine Erfolge gehabt. Nichts lag näher, als sich mit den gegebenen Tat- Sachen abzufinden. Diese Stellungnahme wurde von vornherein nicht nur von der Gruppe der Hitachduth, sondern auch von allen parteimäßig unorganisierten Vertretern der Konferenz angenommen. Von besonderer Bedeutung war es, daß auch Bin G11 r i o n sich dieser Stellung entschieden tnschloß. Während hauptsächlich die polnische und litaufechc Uclegatlcua für die. ÄHfccchtcrbaltuitg des s.tatus quo eintrat. Die von Bin Guriou formulierten Beschlüsse in diesem Punkte wurden von der Konferenz angenommen. Schwieriger gestaltete sich das Problem der Stellung der russischen Delegierten auf dieser Konferenz, und hier kam es zu den eigentlichen dramatischen Höhepunkten der_ Ver- Sammlung. Die russischen Vertreter hatten mit Entschiedenheit ihre volle Anerkennung bereits auf dieser Konferenz gefordert. Auch hier wieder neigte die Mehrheit der Konferenz dazu, ihrer Forderung nachzugeben. Von der Seite der Achduth Haawodah und Poale Zion erhob sich hiergegen jedoch außerordentlich starker Widerspruch, der besonders dadurch verstärkt wurde, daß Bin Gurion nach einem wiederholten Appell an die Vertreter des russischen Hechaiuz, auf ihr Stimmrecht zu verzichten, erklärte, an der Arbeit der Konferenz nicht weiter teilnchmen zu können, falls diesem Appell nicht, stattgegeben werde. Die russischen Delegierten, die sich ihren Wählern gegenüber verantwortlich fühlten, vermochten jedoch zuletzt nicht, diesem Appell Folge zu leisten. Eine vorgenommene Abstimmung ergab eine knappe Majoritat für ihre Anerkennung und die Situation war atüs äußerste gespannt, ja man sprach sogar von einer Sprengung. Es scheint dann insbesondere dem Einfluß von Arlosoroff gelungen zu sein, in einer sofort abgehaltenen Sondcrheratung der Hitachduth mit den russischen Delegierten diese zu bewegen, trotz ihres hartnäckigen Widerstandes auf ihr Stimmrecht •zu verzichten. Der Fortgang der Konferenz war somit wieder gesichert, wenn auch Bin Gurion trotz der Erklärung der russischen Delegierten dabei beharrte, an den Arbeiten der Konferenz keinen aktiven Anteil mehr zu nehmen, und ein von seiten der Poale Zion eiligebrachtcr Antrag aut Wiederholung der Abstimmung ahgelehnt war. Der Mcrkas Olami wird jedoch gemäß den Beschlüssen der Konferenz die Aufgabe haben, auf die Vereinigung des russischen Hechaiuz hinzuarbeiten, und die Zukunft wird lehren, ob die Beschlüsse der Konferenz in dieser Beziehung fruchtbar waren. Die Konferenz beschäftigte sieh dann kurz mit der finaiiziehen Situation des Welthechaluz. Es wurde darauf hingewiesen, welche außerordentliche Bedeutung die Arbeit des Hcchaluz im Rahmen der gesamten Reproduktivierungsarbeit in Osteuropa habe. In diesem Zusammenhänge wurde eine Reihe von Beschlüssen über die Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Hilfsorganisationen (Ort. Joint, Emigdircct usw.) gefaßt. Die neue 1״ ei tung wird ihn•!! Sitz 111 Warschau bcibehaltcn, und cs gelang, nn Gegen-atz zu den früheren Jahren, ein sechsgliedriges Gremium in schaffen, das für die zentrale Arbeit zur Verfügung «tclu 1! wird. Aus diesem sechsglicdrigen Mcrkas wurde ein Gerköpfige- Büro bestimmt, das iiir die Kontinuität der praktischen Arbeit dir V< rantwortung trägt. Es wurden gewählt: Bogdanowski, I)״bkin, Göttlich (Sehomer Hazair). Dr. Tartakoxvcr, Haft und Tubenkiii, von denen die ersten vier das Büro bilden werden. Die Konferenz, die vornehmlich in den letzten lagen mit außerordentlicher Intensität gearbeitet hatte, schloß mit einem kurzen Schlußwort von Bogdanowski und einer längeren Ansprache von Arlosoroff am 27. März mittags. Ihre wesentlichste praktische Bedeutung hat sie, a״- e:> scheint in der vorläufigen Lösung der russischen Frag«', dem vorläufigen Ausgleich mit dem Sehomer Hazair und der Zusammenstelhing eines wirklich arbeitsfähigen Mcrkas. Die Danziger Zionisten haben die Konferenz mit großem Interesse verfolgt und waren - abgesehen von dem von der Ortsgruppe veranstalteten Vortrage von Arlosoroff und einer großen Versammlung der Hitachduth Danzig, auf der Abraham Lewinsohn, A. Haft (Dagania) und Dr. Ascher (Berlin) sprachen uiid die beide aüßerordentlich gut besucht" Waren —, auch an den Beratungen der Konferenz oft und mit großer Aufmerksamkeit zugegen. Iler Inlen»li«1lae ArehMologci-ktafreß ii Jerusalem Jerusalem, 4. ApriJ. (J. T. A.) Am_ 2. April wurde in Jerusalem der Internationale Archäologen-Kongreß eröffnet, der in der kommenden Woche in Beirut fortgesetzt werden wird. Neben berühmten Archäologen aus Europa und Amerika sind ■rach mehrere .Archäologen' aus den arabischen Ländern, unter ■ ihnen der ägyptische, Archäologe A h ni c <1 Z a k i Pascha, zur Teilnahme an dem Kongreß in Jerusalem eilige• troffen. Von anderen Teilnehmern sind zu nennen: Prof. Sayce-Oxfoid, Prof. Gerard B. Brown-Edinburgh, Prof, A. R. S. Kennedy-fcdinbürgh, die Professoren Magossin und Kyle vom amerikanischen Archäologischen Institut, Prof. Falle von der Kalifornischen Universität, Prof. .Mackurdy von der Yale-Universität, Mrs. Mar.kurdy und Prof. Russell von der amerikanisrhen Hochschule für prähistorische Forschung. Aus Palästina nehmen teil: der Direktor der britischen archäologischen Schule zu Jerusalem Prof. John Carstang, Prof. Albright von der amerikanischen archäologischen Schule in Jerusalem und Miss Levy, die die Londoner Universität vertritt. Das Eintreffen weiterer Gelehrter wird erwartet. Die ausländischen Gäste besuchten alle wichtigen, der archäologischen Forschung zugänglichen Gegenden in Palästina, so u. a. die AusgraHungsstellen der britischen Archäologen-Schule zu Jerusalem, die Höhle in Wadi el Amud zu Galiläa, wo Turvüle-Petre einen prähistorischen Menschenschädel des Xeandcrtlial-Typtis ge■ funden hat. die Ausgrab'ungsstelle in Beisan. wo Dr. Fisher und Allan Rowc einen Kanaaniten-Tcmpcl der Göttin Aschturoth ausgegraben haben, sowie die Ausgrahungsstellen in Gilboa. Noch vor Eröffnung der Tagung wurde das Ausgrabung-gebie.t der David-Stadt auf dem Berge Ophel zu Jerusalem, in welchem die palästinensische Arcbäologen-Gescllschaft arbeitet, besiehtigt. Die Gelehrten werden auch die Ruinen der berühmten Synagoge zu Cepemaum, sodann die Gegenden ton Baalbek, Sidon, Petra. Damaskus 11. g. m. besuchen. Am 7, \pri1 begeben sich die Kongreßteilnehmer nach Beirut. Pallstiu in englische« Badgel London, 1. April. (J. T. A.) In dem soeben veroffentlichten Budget für den Dienst in den Kolonien und den Dominions und im Ausland figuriert ein Posten von 342600 £ für die Schutzmacht Palästinas. Die Gesamtsumme für den Schutz im Irak und in Palästina beträgt 3 455 500 '1, von welcher Summe 3112000 £ allein auf den Irak entfallen. Für Gehälter und Ausgaben des Oberkommissars figuriert eine Summe von 25 000 £. 108000 £ sind vorgesehen als Hilfszuschuß für die transjordanische Grenzmacht uud 02000 £ als Hilfszuschuß für die Administration Transjord a n i e n s. Import nid Export PilistiBix im Jahre 1925 % Jerusalem, 6. April, (J.T.A.) Der Wert der Gesamteinfuhr Palästinas im Jahre 1925 belief sich auf 7603924 ägvpt. Pfund. Der Wert der Gesamtausfuhr in dem gleichen Jahre betrug 1588157 ägypt. Pfund. Die Einfuhrziffern in den vorangegangenen Jahren waren: 1924 : 5 589 679; 1923: 5 124 945; 1922 : 5 928 831. Die Ausfuhrziffern waren: 1924: 2120931; 1923: 1 834 US; 1922: 1586503; alles in äpyp fischen Rfund. Dk Eiawanderug im MSrz Jerusalem. 6. April. (J. T. A.) Im Monat März d. |, sind rund 2000 Einwanderer nach Palästina gekommen. Die Lin« andererzahl im Februar betrug 2700, die im Januar 230». Die Ernte in PalSstfna Die aus allen Teilen Palästinas einlaufenden Ernteberichte lassen erwarten, daß in diesem Jahre in ganz Palästina, insbesondere im Norden, eine sehr reiche Ernte zu erwarten ist. Vorzüglich ist die Orangen- und die W eine r n ( 0. Kahels Grab ansgepllnderl Jerusalem 1. April. (J.T. A.) Das Grab Rubels auf dem Wege zwischen Jerusalem und Hebron, in der Nähe von Bethlehem, zu welchem Gläubige und Touristen aus allen Teilen der Welt pilgern, wurde in diesen Tagen von Dieb e!1 11 e i m g c s!1 c h t. Die Einbrecher zerstörten einen Teil der Grabcsmauer, drangen in das Grabinnere ein um! stahlen mit Kostbarkeiten besetzte Vorhänge, die von Gläubigen gespendet worden sind. Ein Teil der alten Vorhänge wurde /errissen. Die Nachricht über die Entweihung des Rahcl-Grabes hat in ganz Palästina Entrüstung geweckt. Die Polizei fahndet energisch nach den Tätern, Die leberllihroag der Gebeiie NoMms Am 27. April wird der von Marseille nach Palästina abgehende Dampfer ״ßraga“ die sterblichen Ueberreste Dr. Max Nordaus an Bord nehmen, um sie nach Palästina zu bringen, wo sie in einem von der Stadt Tcl-Awiw gewidtneten L 11 r c 11 g r a h beigeset/t werden. Die Tochter Max Nordaus, die Bildhauern! Maxa Nordau, wird die Urne begleiten. Die ,,Gesellschaft der Freunde Max Nordaus und Alexander Marmorcks“ bereitet aus Anlaß der Ucbcrführung der Gebeine Nordaus nach Palästina eine besondere Feier vor. Die Vmlsgrbämlc der Paläslina-Regieraag Im Unterhaus fragte Sir G. Strickland den Minister für auswärtige Angelegenheiten, welche Mieten der deutschen Regierung für die Ueberlassung der Amtsgebäude gezahlt werden und ob diese Mieten auf Rechnung der Reparationen gehen, Mr. A m e r y erwiderte, die Amtsgebäude der Palästina- Regierung sind nicht Eigentum der deutschen Regierung. Das Haus auf dem Oelberg, sowie andere von der Palästina- Regierung in Anspruch genommenen Gebäude sind Eigentum deutscher Philanthropen oder religiös er G t - m c i n s chaf t c n , sowie einzelner Deutscher. Die Mieten werden den Eigentümern direkt gezahlt: ich bin nicht in der Lage, deren Höbe anzugeben. Der harapl nn die Warschauer jüdische Gemeinde Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Warschaus wählte den Abg. Farbs teil! (Misrachist) zum Präsidenten und den Misrachistcn Feldstein zum Vizepräsidenten der jüdischen Gemeinde. Die Durchführung der Wahl war bisher schwierig, weil sieben Agudisten den sechs Zionisten und einem Fotkisten gegenübersfanden. Die wochenlangen Verhandlangen zwecks Herbeiführung eines Ausgleichs blieben ohne Resultat. Bei der nunmehr zustandcgckoinmene״ Wall! wurden für Farbstein und Feldstein sielten Stimmen abgegeben, während •dk sechs anwesenden Agudisten unter "Protest «len Saal verließen; ein Agudist fehlte durch Zufall, so daß für dk Misrachistcn sich eine Mehrheit ergab. Die Agudisten g! - denken, die Wahl anzufcchten. Die Wahl zur Rcpräsentautcnversainmlung der Gemeinde hat bekanntlich bereits vor mehreren Wochen stattgcfuuden, Das Präsidium besteht aus dem Agudisten Abg. Kirschbraun (Präsident) und Trockenheit!! (Vizepräsident). Die Haltung des Sejmklubs Warschau, 28. März. (J.T. A.) In Ausführung des Beschlusses des Jüdischen Klubs besuchten der Präsident des Klubs, Hartglas, und Abg. Dr? Färbst ein den Ministerpräsidenten, Grafen Skrzynski, und sprachen ihm gegeniiber im Namen des Klubs das Bedauern darüber ans, daß die Regierung die Bedingungen des Abkommens, das sie vor einigen Monaten mit dem Klub der jüdischen Dcputierten und Senatoren abgeschlossen hat, nicht erfüllt. Insbesondere wiesen die jüdischen Vertreter darauf hin, daß der Numerus clausus, obwohl er als Gesetz nicht hesteht, dennoch an den polnischen Hochschulen gegen die־ jüdischen Hörer mit aller Strenge durchgeführt wird. Sic wiesen ferner darauf hin, daß das von der Regierung eingebrachte Industrie-Gesetz darauf hiuzielt, die jüdischen Handwerker rechtlos zu machen und einen jüdischen Handwerkernaclnvuchs unmöglich zu machen, indem das jüdische Handwerkertum der Willkür der polnischen ״Zechen“ preisgegeben wird. Ministerpräsident (Traf Skrzynski nahm die jüdischen Klagen mit dem Ausdruck höchster Verwunderung entgegen und machte den Vorschlag, es solle in den nächsten Tagen eine Konferenz zwischen Vertretern des Klubs und Mitgliedern der Regierung stattfinden, die die strittiger! Fragen zu untersuchen und aufzuklären haben wird. Der Konferenz werden seitens der Regierung Unterrichtsminister Grabski, Handclsministcr Osiccki, evtl, auch der Ministerpräsident beiwohnen. Noch am gleichen läge hielt da Jüdische Klub eine Plenarsitzung ab, in der nach Anhörung des Berichtes von Hartglas und Farbstein beschlossen wurde, die A b s t i m - mung über den Antrag, zur Opposition ü herzu geh e n, zu verschiebe n. Zvviizif Jahre ״Selbstwehr“ Die ״Sclbstwchr", das Organ der Zionisten nt der Tschechoslowakei, beging dieser Tage das Jubiläum ihres zwanzigjährigen Bestehens durch Herausgabe einer reich ausgestatteten Fcslmnnmer, die u. a. Kundgebungen von Weizmann, Einstein, Dr. K. J. Benesch, Berthold Feivvel, Universitätsprofessor Dr. ״Krejci, Dr. Lodgman-Aucri, Prof. Dr. Arne Novak, Prof. Dr. fZnianuel Radi, Prof. Dr. Emil Starkenstein brüigt. Außerdem cntliält die Festnummer Artikel und Beiträge von Hans Kolm, Dr. Felix Weltsch, Leo Hernnann, Albrecht Hellmann, Dr. Hugo Bergmann, Dr. Ludwig Singer, Marlin Buhcr, Arnold Zweig, Dr. Franz Friedmann, Oberrabbincr Dr. Heinrich Brody, Dr. Friedrich Thieberger, Max Brod, Dr. Robert Weltsch, Oskar Baum, Di. Oskar Epstein 11. v. a. Die meisten dieser Artikel sind dem Wirken der ״Selbstwehr־‘ und der Geschichte der Bewegung in der Tschechoslowakei gewidmet. Die .,Selbsfwchr‘‘ hat aus kleinen Anfängen sich zu einem angesehenen Organ entwickelt, das ein ganz bestimmtes geistiges Gepräge hat. Sie vereinigt in vorbildlicher Weise zionistisch-propagandistische Richtung mit gclstig-crzleherischem Wirken. Wir beglückwünschen die ״Selbstwelu:“ und wünsche« ihr eine wsiterg atjfsielgende Entwicktos»

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