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Jüdische Rundschau · 1926-04-09 · Heft 26-27 (9.4.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 26-27 (9.4.1926)
Date
1926-04-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 26 27׳ JUEDISCH E RUNDSCHAU Seite 197 I 27 rkung :rbreij und lösen insere s der ntritt, sein, nonat Z.K. , daß lange 1, die voller lnung udents eriissen üttert! dem rt des W.!schall icrikaernard rtreter berg iration Ischen 1 veruthen* ierung it des iria- Joint ossen, t bei r der schon ginnt, alaria• isische führte jegeneinen ellung .cbens ellver- : An- Said. indue sich aphen* iclilag« 5t sei. e von If zur , Die ts, Sir indigc curo- 1 dem! Mele An- Reise durch Emek und Galil Von unserem palästinensischen Korrespondenten A. O. Jerusalem, den 31. März 1926, Seitdem nach Beendigung des Krieges die Kolonisation in Palästina in größerem Maßstabe aufgenommen werden konnte, befindet sich das Land in einer ununterbrochenen Verinderutig und Entwicklung. Wenn man einigermaßen darüber Bescheid wissen will, wie das Land aussieht, muß man einmal in jedem Jahre durch die Zentren der neuen Siedlung fahren. Bei jeder solchen Reise ist man immer wieder über die Veränderungen des Landes erstaunt. Wenn man in der Arbeit steht, fühlt man nicht so stark wie es vorwärts geht. Schwierigkeiten und Hemmungen verhindern jeden weiteren Ausblick. Wollen und Können liegen in einem ununterbrochenen Kampfe miteinander. In der alltäglichen Arbeit spürt man vor allem, daß wir nicht genug Geld und nicht genug Kräfte haben, daß wir nicht imstande sind, alle gegebenen Chancen auszunutzen, und daß das Tempo schneller sein müßte, als cs zurzeit möglich ist. Man weiß von den großen Rodcnfläehcn, die der Keren Kajemeth kaufen und urbar machen könnte, wenn er in seinen Mitteln nicht beschränkt wäre, man weiß von den Hunderten erprobter Arbeiter, die auf Ansiedlung warten müssen, weil das Palästinabudget des Keren liajessod nicht für Neukolonisation in großem Stile ausreicht. Wenn man aber nach längerer Zeit wieder durchs Land fährt und gewissermaßcn aus der Vogelperspektive übersehen kann, was die letzten Jahre gebracht haben, wird man bescheidener und zufriedener zugleich. Das letzte Jahr hatt leider keine neuen Siedlungspunkte gebracht; dennoch ist es für den Reisenden, der Lmek und Galil vor einem Jahre gesehen hat, auf den ersten Blick nicht ganz leicht, sich zu orientieren. Der üesamteindruck ist ein anderer als im Vorjahre. Das Charakteristische an der jiidisehen Kolonisation ist die Tatsache, daß sie nicht nur den wirtschaftlichen Charakter des Landes, sondern auch das Landschaftsbild als solches verändert. Die Baumreihen, die die Grenzen der einzelnen Siedlungen markieren, geben der Land- Schaft neue Linien, unterbrechen die nackten einförmigen Flächen, geben andere Schatten und neue Liehtwirkungcn. Die Drainierung der Sümpfe und die Fassung der Quellen, die der Nationalfonds vor allem in der Ebene Jesreel in großem Stile durchgeführt hat, machen die alte Flora verschwinden und eine neue entstehen. Die typischen alten Bilder der Sumpfgegenden, die wir in ihrer alten vollen Eigenart heute noch im Norden um den Mcromscc haben und die auch die Ebene Jesreel vor Beginn der Trocknungsarbeiten ati verschiedencn Stellen charakterisierten, verschwinden. Die hohen Schilfgräser machen Getreide- und Gemüsefeldern Platz und verschiedene Tiere, die sich nur in Sümpfen halten, werden verdrängt. So finden wir die schwarzen Sumpfbüffcl, die sich die im nördlichen Galiläa weidenden Beduinen als Zug- und Milchticrc halten, im Chulc-Sumpf noch in großen Herden, während sie seit der Trocknung der Kabarah-Gcgend aus Samaria fast völlig verschwunden sind. Ebenso ist es mit anderen Nutzticren. Man kann am Arbeitsvieh einer Gegend schon von außen erkennen, ob hier Juden oder Araber wirtschäften. Während in den neuen Kolonien zum Pflügen und : W .«JtetR'.ds» '<l|aülti,«rr,.die, ,]Kill »aws#i«ÄlÄ*ZPt Sppcrfuktion"verwepdet!wird, sieht man beim Araber .Esel, Kuh und Kamel je nach den Verhältnissen auf dem Felde. Ebenso kann man fast immer eine arabische Herde mit ihren kleinen Tieren von der jüdischen mit ihren schweren gekreuzten oder Rassekühen unterscheiden. So erfährt das äußerliche Bild Palästinas mit der fortschreitenden Kolonisation eine immer stärkere Umgestaltung. Besonders auffallend ist im Landschaftsbild der Eukalyptusbäum, der durch sein ungewöhnlich schnelles Wachstum die Landschaft innerhalb weniger Jahre ändert. So findet man z. B. heute in der Ebene Jesreel bei fast jeder Siedlung stattliche Eukalyptuspflanzungen, die vom Nationalfonds zugleich mit der Drainage des Areals in Angriff genommen wurden und im Laufe weniger Jahre Bäume von sieben Meier Höhe und darüber geliefert haben, was der Ebene ein ganz neues Gepräge gibt. Das letzte Jahr war in der Hauptsache ein Jahr der Basierung für die Wirtschaften. Neue Punkte, die vom Keren Hajessod auf Keren Kajemcth-Boden errichtet wurden, sind kaum zu verzeichnen. Aber in den einzelnen Betrieben sieht man Fortschritte und Verbesserungen. 111 Ejn-Charod findet man eine mechanische Wäscherei, die viel Zeit und Kraft spart. Außerdem sind neue industrielle Versuche im Gange. Auf dem Hügel von Kumi, wo Ejn-Charod und Tel-Joscf ihren dauernden Wohnsitz aufschlagen wollen, sind schon die Baracken für die Kinder, die oben auf der Höhe bessere klimalische Verhältnisse haben. 111 Nahalal bezeugen ausführliehe Statistiken und Diagramme, daß die Anstrengungen der letzten Jahre sehr beachtliche Früchte getragen haben. Acußerlieh ist es stark verändert durch das große, innen gut und zweckmäßig ausgestattete Haus der landwirtschaftlichen Mädchenschule, die in der nächsten Woche offiziell eröffnet werden soll. Von Jadjur bis Dschedda sieht man rechts und links die chassidischen Siedlungen liegen, die ihren schweren Kampf um die Erschließung des Bodens kämpfen. Auch hier hat sich manches geändert. Zu Nachlat Jaakow und Awodat Jisrael ist Sicliron Abraham dazugekommen. Die Baracken, die früher ohne Ordnung durcheinander standen, sind heute schon ausgerichtet und sehen dadurch sauberer und schmucker aus. Und zwischen Jadjur und Haifa steigt wie eine Riesenfahne der Rauch der Zementfabrik ״Ncschcr“, die Tag und Nacht durcharbeitet. Von besonderem Interesse sind naturgemäß die neuen Böden, die der Keren Kajcmeth in letzter Zeit erworben hat und die in diesem Jahre zur Besiedlung kommen sollen. Bei Nahalal sieht mau das fast schon verlassene Dorf IFschebnta auf einem Hügel liegen, allem Anschein nach ein idealer Platz zum Bauen durch seine Höhe und sein flaches Plateau. Von Daganiah aus sieht man Um-Dschtuii und das atigrenzende Dorf, die jetzt in jüdischen Besitz übergegangen sind. Um-Dschuni ist bereits von einem Teil der Kwuzah Markenhof besetzt, die dort siedeln soll. Damit ist der Anfang gemacht zu einer größeren und dichteren Besiedlung der Jordansenke, die in diesem Jahr und um diese Zeit im hellsten Lichte zeigt, was sic bei richtiger Pflege hergeben könnte. Durch den reichlichen Regen der letzten Monate zeigt sich die Pflanzenweit in ihrer vollsten Ucppigkcit und man erwartet für diesen Sommer eine gute Getreideernte, die nach dem letzten Jahr, das für die gesamte Jordansenke eine völlige Mißernte brachte, besonders wichtig ist. Etwas südlicher, um Beth-Schan herum, wuchert die Fülle, ohne daß sie der Mensch gehörig ausnutzte. Die alte berühmte Festung, heute ein kleines kümmerliches Städtchen, das einen nahezu dörflichen Eindruck macht, ernährt in dem schweren Klima seine wenigen Bewohner nur kümmerlich. Im Jordantal sieht man dieses Jahr eine ungewöhnlich große Anzahl von Beduinenzelten, deren Besitzer ihre Herden das gute Futter genießen lassen. In dieser Gegend werden wir in den künftigen Jahren zu arbeiten haben, sobald die Frage der Rcgicrungsböden gelöst sein wird. Eine Reise durch Emck und Galil ist erfreulich und beunruhigend zugleich. Es tut gut, über der täglichen Arbeit die großen Entwicklungslinien zu betrachten, zu sehen wie uns das Werk unter den Händen wächst, wie schwere Anstrengungen belohnt werden. Es tut gut zu sehen, wie sich der Gesundheitszustand gebessert hat» wie durch die Drainagearbeiten des Keren Kajemeth das Fieber immer mehr schwindet, wie sich die Kinder in den Siedlungen mehren und entwickeln, es tut gut, die Vergrößerung des Inventars und des Bodenertrages zu beobachten. Aber es ist beunruhigend zu sehen, wieviel noch zu tun übrig bleibt und zu wissen, daß Palästina allein seinen Aktionskreis zu erweitern nicht imstande ist. Es ist etwas anderes, auf der Karte zu verfolgen, wieviel Boden wir besitzen und etwas anderes, lange Stunden durch Gegenden zu fahren, die noch nicht jüdisch sind. Auf der Karte bleibt man zu leicht auf den Flecken hängen, die uns gehören und übersieht die großen Strecken, wo wir nicht Fuß gefaßt haben. Wenn man aber stundenlang durch Gegenden fährt, wo die jüdische Kolonisation ihre Arbeit noch nicht begonnen hat und weiß, daß das Geld zum Kauf und zur Besiedlung dieser Böden aus dem Galuth kommen muß, so erkennt man alle Schwierigkeiten der Palästinaarbeit. Im Keren Kajemeth ist man heute in Sorge, ob man den Verpflichtungen, die wir im Vorjahre eingegangen sind, wird nachkommen können. Und doch darf jetzt keine Stockung im Bodenkauf eintreten, wenn 1arstel- 5 liegt üaltct, Denidieses utsdic loethe selbst n, die : sind 1 *eine itungseinen ßrcich bischer c voll incren •n im rinnen I 2. B. nitzter cgnng ischeri hüttert II Un• . R.-). rauen, htbare levalt. i einer fehlt, st eine lendet, minien ahnen r oder Gassime r, t, ein affens. n, be! sonders .,das Orchester", geben jenen reinen Genuß, den das Geschenk großer und ungehemmter Schöpferfreude immer ge• währt. Wie Wassermann, Siegfried Jacobsohn, Heinrich Eduard Jacob', Arnold Zweig, gehört er zum kultivierten jüdischen Bürgertum mit Gelehrtcn-Tradition und traditioneller Kunstliebe. Uebernational europäisch geistig-sinnenhaft ist die Rhyth• mcn-Freihcit in Licht und Raum, in der seine geschliffenen Kompositionen ihr Eigenleben führen. Der Dirigent, das ist nicht nur Bildgestalt, sondern Symbol für Mopp. Dirigent von Licht, Farbe und Form. Dieses Wunderwerk, das Orchester, ist in jedem Sinne Komposition, dem Bogenstrich der Kontralinsse folgen in parallelem Strich die Flöten, die Geigen rechts und links und die Bläser gehorchen der erhobenen Dirigentenhand. Die Tuben blasen hinein in das helle Licht, das zu beiden Seiten zwischen den Orgelpfeifen hereinglänzt, ganz bell, daß man fast die Tonhöhe ablesen kann. Und jeder Musikerkopf ist ein einzelner aus jener großen Gemeinschaft von Heinrich Eduard Jacobs dreizehn untergchcndcii Musiklehrern. Es ist erstaunlich, bis zu welchem Grade jeder ein Musiker ist. Klingler, Rosö und Heß-Quartett, bleiben nicht die einzigen Musikerbilder. Prachtvoll ist der Kopf von Carl Flesch. Das Bildnis, das den Arzt Dr. F. mitten in der Praxis zeigt, mit Rachenspiegc! und Instrumenten in der aseptischen Umgebung eines spiegelhellen Operationszimmers, verleugnet nicht das zu .Anfang skizzierte Herkommen. Thomas und Heinrieh Mann, Emanuei Lasker und der menschlich gütige und kluge Kopf Paul Cassirers zeigen Max Oppenheimer auch als Meister des Porträts. Ein Genuß für sich sind die zehn Radierungen zu Heines Buch Lc Grand, schon 1914 erschienen im Verlag Paul Cassirer. Geschliffen in der farbigen Komposition ist das Schwar.rveiß dieser Blätter. Die Grenadine, exakt tänzerisch, erscheinen im Blitzlichtreflex des Gedächtnisses wie Puppenspielfiguren von guter Regie, auf bunter Bühne dirigiert. Prasselnder Humor und leise Geigen, 18. Brumaire und Untergang an der Moskwa, ״Er“ — ״in der Allee“ und verschvun״ aener Spuk, das ist Heine-Illustration wie wir sie sonst nur im Wort gewohnt sind von Ludwig Hardt. Jüdische Fraiienkunst. Palästinabilder von Wally Peretz-Brutzkus. — Kompositionen von Marta Lebenhcim. Als die Einladung kam, die besagte, daß im Atelier Bregenzer Straße 3 Wally Pcrctz-Brut/kus und M. I.ebcnhcim eine Ausstellung ihrer Arbeiten veranstaltet hätten, erinnerte ich mich an ein paar Araberköpfe und eine Frau, die aussah wie eine abgearbeitete Bäuerin. Es waren Bilder von einer l’alästinafahrt, die ich in der Juryfreien gesehen hatte. Einige Landschaften schienen blaß neben der Erinnerung an Pcysacks Palästinabilder. Diese Ausstellung, in der man einigen der bereits gezeigten Bilder wiederbegegnet, räumt der Landschaft einen größeren Raum ein, und ich kann meinen ersten Eindruck revidieren. Auch Wally Peretz-Brutzkus geht ohne curopäische Augen an die palästinensische Landschaft. Sie steht immer neu vor dem neuen Eindruck und sie folgt ihm gedankenschnell. Vor den Sonnenuntergängen und Meeresbildern vom Mittclmccr, ebenso wie vor dem Schwefelschein des ״Toten Meeres vor Sonnenaufgang“ fühlt man das völlige Hincintauchcn, das Hingegebensein an Größe und Schönheit der Landschaft. Sic hat den klaren Forscherblick, der die Struktur eines Landes vorsieht. Tel-Awiw sehen wir aus dem Boden wachsen. Am Strand die Zelte, dahinter die kleinen Häuser, denen eben ein großer Neubau den Blick zum Meere verstellt. Wir sehen das alte Jerusalem erneut durch neugebaute kleine Häuser mit hellen Dächern. Wir sehen auch das fruchtbare Tat auf dem Wege von Tcf-Awiw nach Jerusalem, einenOcl-׳ bäum mitten im Feld, Berge zu beiden Seiten und im Hintergrund. Und auf einem anderen Bilde einen Araber, der auf einem halbfertigen Neubau Abendsicsta hält. Alle diese Arbeiten sind in Temperafarben ausgeführt. Erst eine spätere Mußezeit wird die Früchte der Reise in großen O-ibildem reifen lassen, aber viele der Landschaften, wie der Kinercthsee, das Tote Meer u. a. geben ein geschlossenes Bild. So respektabel das malerische Werk auch ist, ganz wird man Frau Peretz-Brutzkus erst gerecht, wenn man ihre Graphik sieht. Sie ist vielleicht im tiefsten Herzen Graphikerin. Radicrcrin. Zwei Zeichnungen, ״ein blinder Araber“ und ״drei arbeitende!־'rauen auf einer Fratien-Kwuza“ haben im Strich eine Gültigkeit, die über das Episodische hinaus auf größere Kräfte deutet. Frau Marta Leben heim ist — das wird besonders durch das Nebeneinander der Bilder klar — eine fast männliehe Begabung. Die Energie, mit der sie das Typische der Porträts erfaßt, ist wenig weiblich. Ihre Bilder sind auch auf Komposition eingestellt. Dinge wie Bildeinteilung und Wille zum Aufbau eigener Form, die in ihren Bildern eine große Rolle spielen, während Frauenkuust im allgemeinen die Tat- Sache als Einzelheit bevorzugt, alles das sind Aeußerungen, denen man bei dem männlichen Künstler, sofern er überhaupt Künstler ist — immer begegnen wird. Zum Ausgleich wahrt die Farbe in warmen satten Tönen weibliche Lebenswir das Tempo der Kolonisation halten wollen, das notwendig ist. Der Keren Hajessod ist Anfang dieses Jahres nicht einmal imstande gewesen, das reguläre, ohnehin knappe Monatsbudget zu halten. Es wäre gut, könnte man jedem im Ausland Palästina zeigen, sowohl das, was getan ist, wie das, was zu tun bleibt. Die Reorgaaisation der Wehrkrille Line Mitteilung des britischen Kolonialamts, datiert 31. März, besagt: ln Anbetracht der in den letzten fünf Jahren in Palästina und in Transjordanien stattgefundenen Acnderuiig der Lage wurde auf Empfehlung des Oberkomtnissars für Palästina beschlossen, die Militär- und Polizeimacht in diesen Territorien auf einer mehr ökonomischen Basis zu reorganisieren. Es wurde das Prinzip angenommen, daß zwischen tier Polizei und der Militärmacht eine klare Unterscheidung bezüglich der Funktionen in der Organisation bestehen soll. Den Regierungen Palästinas und Transjordaniens unterstehen :1) die palästinensische Polizeimacht; b) die palästincnsische Gendarmerie, geteilt in zwei Sektionen: eine progressiv sich vermindernde britische und eine progressiv steigende palästinensische Sektion; c) die arabische Legion in Transjordanien. Gemäß dem Reorganisationsplan werden beide Sektionen der palästinensischen Gendarmerie aufgelöst, aber fünf Offiziere und 200 Mann der britischen und zwei Offiziere und 250 Mann der palästinensischen Sektion werden von der palästinensischen Polizeimacht, die vergrößert wird, übernominell werden. Auch die arabische Legion in T r a rt s j o r d a n i c n wird aufgelöst, in Transjordanien wird eine Polizei tu a e h t geschaffen, die hierzu sich eignenden Mitglieder der aufgelösten Legion werden von der Polizei übernommen werden. Der Rest der palästinensischen Gendarmerie-Sektion wird den Kern einer Militärmacht bilden, die transj-ordanisehe Grenzmacht genannt werden wird und hauptsächlich für den Dienst in Transj o r d a 11 i e n ausersehen ist. In der Mitteilung des Kolonialamtes heißt es zum Schluß: Die Meldung, daß Juden vom Dienst in den Grenzkorps ausgeschlossen werden sollen, ist unrichtig. Eine gewisse Zahl jüdischer Gendarmen, die gegenwärtig in der palästinensischen Gendarmerie-Sektion Dienst tun, wurde bereits in die Listen der neuen Macht eingetragen. Da jedoch die Grenzschutzmacht zunächst für den Dienst in Transjordanien ausersehen ist, so wird die Zahl der Juden in ihren Reihen nicht groß sein. Der Rest des jüdischen Personals in der palästinensischen Gendarmerie wird in die erweiterte palästinensischc Polizeimacht überführt werden. * Aus der vorstehenden Mitteilung wird das Wesen der vielbesprochenen Reorganisation der palästinensischen Wehrkräfte deutlicher als bisher. Die palästinensische Elitegendar* merie wird aufgelöst, zugleich wird die arabische Legion Transjordaniens, die bisher bestand und dein Befehl des Emir Abdulla unterstand, aufgelöst; an Stelle beider wird das neue Schutzkorps gebildet, das vor ajlem für Transijordameij (Orenzscimtz gegen Orten mi Süden) bestimmt ist, nun aber nicht mehr eine eigene trat#|m,4#nWhi Macht darstellt, sondern unter englischen Oberbefehl gestellt wird. Damit ist die militärische Vereinheitlichung von Palästina und Transjordanien durchgeführt. Juden werden in dieses Grenzkorps nur beschränkt aufgenommen, den jüdischen Gendarmen jedoch steht der Eintritt in die palästinensische Landespolizei, der der eigentliche Schutz Palästinas obliegt, frei. Wie J. T. A. mitteilt, wurden zehn jüdische Mitglieder der demobilisierten palästinensischen Gendarmerie von dem neugebildeten Grenzkorps, das in Transjordanien Dienst tut, übernommen. Jerusalem, 28. März. (J.T. A.) Das offizielle Organ der Palästina-Regierung veröffentlicht die neue Grenzschutz- Ordnung, aus welcher zu ersehen ist, daß der Oberkommissar von Palästina berechtigt ist, die Grenzschutzmacht des Landes auch außerhalb der Grenzen des Mandats־T erritoriums einzusetzen, wenn dies für den Schutz des Mandats-Territoriums Palästina und Transjordanien sich als notwendig erweist. nähe. So ist es wenigstens bei ihrer Landschaft. Trotzdem wirken einige Landschaften, so zart die Ucbercinstimmung von Farbe und Form und so schön die weichen Wauen Farben auch sind, im Aufbau noch mehr gewollt als erreicht. Die Landschaft ist dann Stimmung, nicht gültiges Bild. Aber es ist ein gut vorgebauter Weg vorhanden und das Bildziel in erreichbarer Nähe. Ein ״heiliger Antonius“ ist dagegen ein vollgütiges Werk. Der Kopf erinnert trotz Denkerstirn an einen Arbeiter. Abwehrend, asketisch, leidend und stetig wie einer, der dauern wird könnte er gut Symboigestalt der Volksarbeit sein. Wie kürzlich Gronemann dem Sinne nach formulierte: Die bildende Hand weiß, das künstlerische Gefühl greift dem Wissen vor, wie die Intuition der Forschung. Denn Frau Lebenheim ist vor allem Malerin, nicht Kämpferin im Sinne von Schlichter, Käte Kolhvitz u. a. Wenigstens jetzt noch nicht. Das Porträt einer Musikstudentin und ein anderes, das eine Nachkriegsrentiere darstellt, zersorgt mit aufgeneufer Eleganz, gestalten beide Typen unserer Zeit mit dem Willen zur Sachlichkeit. Die Erkenntnis ist da, nur noch ohne Folgerung.!11 dein Porträt des Tänzers Q. v. Zobcltitz spürt man eine nachfühlctide Dar- Stellung, die vor komplizierten Aufgaben nicht zurückschreckt. Das Vorherrschen des kompositorischen Momentes zeigt auch die Farbwirkung. Die Farben gehören nicht der Landschaft allein, sondern die Landschaft existiert wegen des Farbklanges, weil Farbenrausch gewollt ist. Marta Lebenheim ist dann der unpersönliche Maler M. Lebenhcim. Eine Peiikanversammlting, zwanglos malerisch gegen See und Ahendhimmel gruppiert, zeigt am klarsten den gekonnten und erreichten Zusammenhang. Alles in allem: Jüdische Malerinnen sind beide nicht, jedenfalls im Sinne des Vorhcrrschcns jüdischer Kulturwerte. Wir kritisch Sichtenden und nicht weniger die Schaffenden selbst konstatieren, was an Wert vorhanden ist. Und das ist bis auf weiteres ein Teil der Aufbau-Arbeit.'״) Ruth M 0 r o 1 d. Dieser Tage ist der berühmte Bildhauer Prof. Hcnrv Gliccnstein nach Rom abgereist. Während seines sechsmonatigen Aufenthalts in Polen war Glicenstein Gegenstand großer Ehrungen seitens der Kü'nstlcrschaft und der Behörden sowie der jüdischen Bevölkerung. *) Besuchszeit der Ausstellung 10.-2 Uhr vormittag:•, Eintritt frei.

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