Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 26-27 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 190 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20 27 um ihre nationale Befreiung ringenden Scharen durchgeführt ist. Die Bedeutung Palästinas liegt gerade darin, daß wir von dort die Lösung der Judenfrage als solcher erhoffen, unserer nationalen Frage. Der Gewinn, den uns dieses Werk bringt, ist ein moralischer, ein Gewinn für die Gesamtheit, aber — wenigstens in der Regel — nicht materieller Nutzen für den Einzelnen. Wer niateridien Nutzen und nur diesen von Palästina erwartet, hat nie begriffen, worum es geht und wird sehr bald enttäuscht werden. Auch in dieser Hinsicht haben wir in den letzten zwei Jahren interessante Erfahrungen gemacht. Es ist natürlich nicht zu vermeiden, daß bei einer derartigen Sache, besonders unter der Einwirkung einer wenn auch fiktiven Konjunktur-Stimmung, neben den ordentlichen und rechtschaffenen, der Sache ergebenen Elementen eine ganze Reihe Individuen mitkommen, die sich mit der Hoffnung tragen, hier besondere Vorteile ergattern zu können. Es gab Leute, die die Liebe der Juden ztim Boden Palästinas spekulativ ausbeuteten. Es gibt kein Mittel der Welt, um zu verhindern, daß solche Hyänen sich cinschleichen. Sic haben zum Teil ihre verdiente Strafe gefunden. Aber eine Menge von Leuten kommen auch ohne genügende Information mit Illusionen ins Land; und es gibt leider manche Zionisten, die, vom Rausch der Ziffern besessen, auch eine derartige Steigerung der Einwanderungszahl begrüßen, ohne zu bedenken, daß der Sache mehr Schaden als Nutzen daraus erwächst. Es ist menschlieh verständlich, daß solche Leute, nachdem sie ihr Geld verloren haben, und die erhofften Reichtümcr ausgeblieben sind, ihrer Mißstimmung gegen Palästina, gegen den Zionismus usw. Luft machen. Abgesehen da« von aber gibt es gewiß auch Leute, die darum in Not geraten sind, weil die öffentlichen Mittel nicht dazu ausreichten, ihnen rechtzeitig auszuhelfen. Nichts ist leichter, als von diesen und ähnlichen Leuten Aeußerungen der Verbitterung zu sammeln. In jedem Lande und unter allen, auch viel günstigeren Umständen, gibt es solche Mißvergnügte. Es ist auch nicht zu vermeiden, daß eine Bewegung, die mit großen Massen za tun hat, die wirklich lebendiges Volk darstellt, auch Individuen mitschwemmt, die, in ihres Nichts durchbohrendem Gefühle, den traurigen Ruhm des Herostratos suchen. Es gehört jedoch schon ein hoher Grad von Perversität dazu, wenn sich Organe finden, die derartige Sumpfprodukte In marktschreierischer Aufmachung ihrem Publikum als Sensation darbieten. So aber wird heute der Kampf gegen den Zionismus geführt. Wir wissen, daß es auch im nichtzionistischen Lager Menschen gibt, die ein Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Zionis* tnus haben. Grundsätzliche Anschauungen über die jüdische Frage werden wir gewiß nicht scheuen. Aber wenn z. B. die ״Jüdisch-liberale Zeitung" eine Sammlung kleinlicher Einzelheiten sich liefern läßt, um damit das;Pa1fBha«Werk als ganzes־ w diskreditieren, m M':dili eine Methode, gegen die man nicht mehr polemisieren kann. Die Schwierigkeiten des Palästinawerkes sind ungeheuer; wir könnten der liberalen Zeitung noch genügend Material darüber liefern. Aber es kommt doch auf die Intention des Ganzen an, auf die Größe des positiv Geschaffenen, auf die Dynamik des Werkes, auf die Gesinnung der Menschen. Die Unverfrorenheit, sich zu Sachwaltern der ״hungernden Chaluzim" aufzuwerfen, um dadurch die Sache zu treffen, für die diese Chaluzim ihr Leben hinzugeben bereit sind, muß jeden normal empfindenden Menschen dazu bringen, von einer solchen Methode abzurücken. Die ״Jüdisch-liberale Zeitung" beweist jahraus jahrein im Verschweigen der wichtigsten Vorgänge des jüdischen Lebens eine außerordentliehe Fähigkeit. Sie berichtet nie über die gewaltigen Fortschritte in Palästina, sic brachte nicht ein Wort über die letzte große Kundgebung des deutschen Keren Hajessod, bei der führende liberale Juden mit Bcgeistcrung von dem Palästinawerk sprachen. Dagegen halten es die Vertreter einer Richtung, die die Ethik der Propheten im Munde führen, für angebracht, mit Behagen und Schadenfreude die angeblichen Leiden von Juden in Palästina zu schildern. Wir hoffen, daß die Artikel der liberalen Zeitung dem Zionismus die Sy inpathien der anständigen Menschen eintragen werden. Unbegreiflich ist nur, daß die Freunde des Palästina-Aufbaus, die es im liberalen Lager gibt und die verstehen, daß religiöser Liberalismus und jüdische Wiedergeburt in Palästina keine Gegensätze sind, zu solchen Vorkommnisscii schweigen. Wir sind vorn Thema abgekommen. Wir sagten, daß die materielle Not in Osteuropa einen Ausfall für Palästina bedeutet, den Amerika wcttmachen muß. Die Anstrengangen unserer amerikanischen Freunde haben zu guten Ergebnissen geführt. Aber diese Arbeit, die Einleitung und Durchführung des großen Palästina-Drives, hat die Kräfte des Zionismus seit dem Kongreß in Anspruch genominen. Was den zweiten wichtigen Beschluß des Kongresses betrifft, so ist zweifellos ein Rückschlag eingetreten, der uns aus dem Stadium konkreter Verhandlungen wiederin das einer distanzierten Plänkelei zurückgeworfen hat. Leider haben wir bisher nicht erfahren, wie die Exekutive über die geschaffene Lage denkt und ob sie der Ansicht ist, daß unsere Politik eine Acndcrting erfahren soll. Die amerikanischen Zionisten stehen völlig in der praktischen Arbeit des Drive, und ihre Stimmung gegenüber dem Joint ist nicht sehr freundlich. Aber Lipsky selbst hat in seinem letzten Artikel auseinandergesetzt, daß in Amerika derartige Stimmungen keineswegs als Festlegung aufzufassen sind, sondern eine reale Politik des Tages gemacht wird, die es durchaus möglich erscheinen läßt, morgen wieder mit den Kräften zu verhandeln, die man gestern bekämpft hat. Es ist aber unerläßlich, daß für die nächste Sitzung des A.-C. konkrete Unterlagen für die Beurteilung der Agency-Frage beigebracht werden und ein Aktionsprogramm der Exekutive vorliegt. Die Leitung der Z. V. f. D. hat stets die Auffassung vertreten, daß eine Bündnispolitik für die praktischen Palästinazwccke notwendig ist, lim für die Mithilfe jener Kreise, die der Zionistischen Organisation nicht angehören, und für sie nicht gewonnen werden können, eine Form zu finden. Diese Bündnispolitik kann nur dann mit Erfolg vertreten werden, wenn unsere eigene Organisation stark ist. Der heutige Zionismus ist völlig ver. schieden von dem Zionismus der Vorkriegsjahre, nicht etwa durch einen anderen Aspekt der Judenfrage — vielmehr wurde die zionistische Anschauung vom Wesen der Jtttfcnfragfc.it» den letzten zehn Jahren in der eindrucksvöJteteÄrWfctee■ «npfrtiek) ,־׳' מיאיaber־׳:‘durch den Hinzutritt der praktischen Palästinaaufgabe. Wir müssen heute beiden Teilen gerecht werden, und jeder Versuch, sich ohne Rücksicht auf die praktischen Aufgaben in das reine Gebiet der Ideologie nach Art von 1807 oder 1005 hinüberzuretten, — ein Versuch, der z. B. von der sogenannten radikalen Gruppe gemacht wurde und auch heute noch wiederholt wird — wird der Situation in keiner Weise gerecht. Die Politik des deutschen Zionismus, der cs an Radikalismus der Gesinnutig mit jeder anderen Gruppe aufnehmen kann, war es, eine Synthese zu schaffen, die beide Teile unserer Aufgabe berücksichtigt. Denn auch eine rein auf den ökonomischen Palästinaaufbau abgestcllte, jede Ideologie geringschätzende Bewegung — wie etwa die Etil Liwnoth-Gruppe in Polen — mußte Schiffbruch leiden. Ausnütziiiig aller Möglichkeiten zur Erhöhung der praktischen Leistung in Palästina, zugleich jedoch Verstärkung und Vertiefung des zionistischen Empfindens, Verbreitung der Einsicht über das Wesen der Judenfrage und der Erkenntnis, daß nur der Zionismus sie zu lösen vermag, — in diesen beiden Richtungen muß sich unsere Arbeit in Zukunft bewegen. Das Zentralkomitee der Z. V. f. D,, das am kommenden Sonntag Zusammentritt, muß sich dieser Zweiheit unserer Aufgabe bewußt sein. Der von der Exekutive angeordnete Propagandamonat Ijar wird in Deutschland durch diese Sitzung des Z. K. cingeleitct. Er muß der Erkenntnis gewidmet sein, daß wir Zionisten heute in der Verwirklichung des lange nur erträumten Zieles stehen und daß das Leben, die Wirklichkeit, natürlich vielseitiger und widerspruchsvoller ist als die Doktrin. Zugleich aber muß er der Besinnung dienen, wieviel wir an geistiger Umformung der Judenheit iin Sinne einer Bejahung des Judentums bereits erreicht haben und wo wir heute stehen. Wir müssen inne werden, daß die Wahrheit unserer Idee unerschüttert ist und daß w.ir sie zum Siege zu führen haben, in dem schweren und langsamen Prozesse der Wiedergeburt des jüdischen Volkes. R. W. Amerikanische Körperschallea in der Pallslina-Wirtschaft Der jetzt in Palästina weilende Präsident der amerikanischcn Palestine Economic Corporation, Herr Bernard Flexner, äußerte sich im Gespräch mit dem Vertreter der Pal. Tcl.-Ag., daß er mit Herrn Pinchas Ruthenberg über die Beteiligung der Palestine Economic Corporation an der Durchführung des Ruthenbcrgschen hydroelektrischen Planes der Ausnutzung der Wasserkräfte des Jordan ver* handelt. Die Besprechungen zwischen Flcxner und Ruthen* berg werden im April in London fortgesetzt werden. Herr Bernard Flexner wird mit der Palästina-Regierung ein Abkommen betreffend die Fortsetzung der Arbeit des vom Joint Distribution Committee finanzierten Malaria- Erforschungsinstituts treffen. Zwischen der Hebräischen Universität und dem Joint Distribution Committee wurde ein Vertrag abgeschlossen, laut welchem Joint eine hygienische Fakultät bei der Hebräischen Universität zu errichten hat. Leiter der Fakultät wird Herr Prof. Dr. Kliegler sein, der schon am E April seine Tätigkeit an der Universität beginnt. Dr. Kliegler behält aber seinen Posten als Beirat des Malaria- Erforschungsinstituts der Palästina-Regierung. Oie Frühjahrsmesse in Tei-Awitv Lord Plumer eröffnetc am 24. März die palästinensische Frühjahrsmesse in Tel-Awiw. In seiner Ansprache führte der Oberkommissär ans: Die Frühjahrsmesse bedeutet gegenüber der im vergangenen Herbst abgehaltenen Messe einen schönen Fortschritt. Es sei zu wünschen, daß die Ausstellung zu einer ständigen Erscheinung des palästinensischen Lebens werde. Im Namen der Stadt Tcl-Awiw hielt der stellvertretende Bürgermeister Blumenfeld-Bloch eine Anspräche an Lord Plumer und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Regierung der Entwicklung der Industrie .P«IMInä#-gr®Bcre ״UttebtttttaiBg ־,als ’JSfiher־ ■am«8«ihÄli§t^f| Hierauf sprachen der Direktor der Messe Joschua •Öd*#ä>€ und der Bürgermeister von Jaffa Assam Said, Der letztere sagte, die Messe von Tel-Awiw diene der industriellcn Entwicklung des ganzen Landes. Der Direktor der Messe, Joschua Gordon, äußerte sich gegenüber dem Vertreter der palästinensischen Telegraphenagentur, daß Palästina der aussichtsreichste Warenumschlagplatz für den Handelsverkehr zwischen Ost und West sei. Sogar die. nicht genug vorbereitete Herbstmesse wurde von nicht weniger als 60000 Personen besucht und half zur Anknüpfung zahlreicher wichtiger Handelsbeziehungen. Die Regierung, insbesondere der Gouverneur des Süddistrikts, Sir Ronald Storrs, unterstützt die Messe sehr, die als eine ständige Einrichtung sich als ein bester Mittler zwischen dem europäischen Exporteur und dem Käufer in Palästina und dem mittleren Osten erweisen wird. Der Pariser ״L’Univers Israelite" dementiert die Mel• düng von der Bildung eines Departements für jüdische An■ gelegenheiten beim französischen Außenministerium. Frülfahrsaassfellangen Ab'c! I’ a n n. Dies langerwartete Ausstellung der Bib'clillustrati >11en des Palästinenser Malers Aliel Patin sieht mau jetzt bei Schulte. Angesichts der Tatsache, daß sich seit jeher die große Kunst an den Gestalten der Bibel maß, hi-: zu den großen Künstlern unserer Tage wie Lovh Gorinth werden die Erwartungen, die mit einer künstlerischen BibtTiHustralion verknüpft sind, keineswegs gering sein. Wenn man ab'er bedenkt, daß gerade eine Illustration der Bibel auch dem Verständnis der künstlerisch ungeschulten Kreise Rechnung tragen soll, ergibt sich eine neue Einstellung. Aliel I’ann wollte volkstümliche Bibelbiider schaffen. Deshalb hat Abel Pann in überreichem Bildersdumick die Bilder der I.egende in Bilder der Farbe getaucht. Die 109 Pastelle allem zum ersten Buche Moos vergegenwärtigen die Fülle des Bildmaterial׳;, die nicht dadurch beeinträchtigt wird, daß in dieser Zahl die verschiedenen Fassungen ein und desselben Themas inbegriffen sind. Abel Panns Illustrationen vereinigen zweierlei Ziel. Einmal: die Bibelvorgänge sollten in lebendiger Anschauung Leben zeigen, das allen verständlich wäre! Dem diente, ein gesunder Realismus der Darstellung, Einfachheit in der Schilderung der Landschaft und Uebcrtrngung der legendarischen Gestalten auf den gegenwärtig lebenden Menschen des Orients. Und zweitens: die Betonung der Bibel als Wiege der Phantasie. Zum Zwecke einer volkstümlichen BibeliUu.-tration ergab sich für Ab!! Parm der Anschluß an die vorhandene Tradition der Orientillustrationen der Märchen aas 1001 Nacht, die in bcsonders guten Proben gerade aus amerikanischen Büchern bekannt sind. Und an diese amerikanischen Orientülustrationen — eines der schönsten Vorkriegsbücher war ״the holy Und" — schließen sich Abel Panns Bibelbiider an. Innerhalb* dieser freiwilligen Beschränkung bieten die ein- *einen Blätter manche« Schöne. Sem, 11,1m, Japhet, Josef und seine Brüder, Isaak und Isniael ak Orten tmensehen vor Augen zu sehen und dazu in orientalischer Landschaft gibt Ahnung und Luft der seit weifenden!■';״iheit des Nomadenlebens, für das auch der heutige Jude nöch genug Liebe im Blute trägt. Jakob' bei den Herden, der Blick auf Abrahams verheißenes Land, der Karawanenzug: Josef zog hinauf, seinen Vater zu begraben — und manches andere einfache Bild von Landschaft und Gruppen, die Zeugen sind von aufgefangenern natiirüchem Onc-nllt bvn, gehören in die Region, in der 111 u stratiori unaufdringliche Begleitmelodie ist und .Weg über das Buch hinaus. Trotz der Illustratorentreue sind es aber doch immer dieselben Situationen, denen der Künstler besondere Liebe widmet. Das sind z. B. die Karawanenbtlder: Abraham rieht aus Aegypten. Im Hintergründe sieht man die Pyramiden und das klare Blau südlichen Himmels, der Mond spiegelt sich im Oasenteich. Zu diesen Bildern gehören auch die Phantasieschöpfungen der Stammütter: die Fürstin Sara, ein Pastell mit zeichne risch überaus feinen Qualitäten, reich und prächtig mit klaren gut abgestimmten Farben, und Lea ״mit den müden Augen“ ergreifend in der Tragik der Häßlichen. Zu ihnen gehört auch der stattliche dunkle Juda, der aussieht wie Else Laskcrs farbige Gestalt des wilden Juden Josua. Bei den Orientmärchenbildern geht es nicht so einheitlich zu. Einige sind von hoher und feiner Kultur, 7. B. eine leider nicht vervielfältigtc L: v:1ng von Abrahams Auszug aus der alten Heimat. Es i:.t ein helles Pastell. Man sieht Frauen aus Abrahams Familie und Abraham führt das Kamel, auf dem Sara sitzt in .einem kostbaren weißen Sattel. Die hellen Farben glitzern in Perlmutterglanz. Eine Fassung von Adam und Eva erinnert arj das moderne Barock mancher Schüpfungen aus Alfred Kerrs früherer Berliner Zeitschrift ״Pan‘‘. Ebenso die Unvaldbikler: ״Und Gott ließ aufgehen Gras, Kraut und fruchtbare Bäume“. Violett, rot, rotgelb, helle warme Farben, die das Lebensgefühl erhöhen, sind der nicht zu unterschätzende Vorteil dieser volkstümlichen Illustrationen. An anderes muß sich unser europäisch geschulter Geschmack erst gewöhnen, während es die amerikanische Illustration anscheinend weniger stört. Wahrend Isaak, Ismael, Kain und Josef wohltuend einfache Gestalten ״nach dem orientalischen Leben“ darsteilen, ist es mit den Frauen nicht ebenso. Ihr Augenatisdrwk verkörpert eine vorgefaßte Meinung. Abel Pann ist hier gehemmt. Nur einmal bei einer der Töchter Lots, einem kleinen Wollitstgeschöpfchen, erreicht er die Natürlichkeit seines Isaak, der ein 1 «de ist, wie man ihn auf den Straßen des Orients findet. Die Hauptsache ist wie gesagt das Werk als Ganzes. Die palästinensische Landschaft blickt herein, wenn man vom ISuchstabe.n aufsieht. Das tote Meer oder die Wüste, Kamelkarawanen und Jakob, der Hirte und Kain, der Acker- Bauer 1 Man begreift, daß darin eine Suggestion liegt, bcgreift die Wirkung auf breite Massen, In das Bereich der lntuition begibt sich Abel Pann nur selten. Die Kunst ist für Abel Pann nicht die verzehrende Flamme. Die Bibel auch in ihrer Größe ist vermenschlicht. Die Flucht ans Sodom und Gomorrha und N״ah> Vorbereitungen für die An.Im sind vorgetr.igen im ן ChronikstiJ und demütig und dunkel in Gottes Zorn flieht Kam vor sich selbst. Es ist nichts Geheimes in den Darstellungen von Abel Pann. Der Ursprung jedes Gedankens liegt klar. Es ist nicht künstlerische Phantasie, die hier gestaltet, sondern durchaus irdisch vexnunftgemäßes nachprüfbares Denken, und darum kein Zufall, daß die Schlange des Paradieses mit ihrem phantastischen Wciberkopf an primitive derb-deutsche Kunst erinnert, wie Goethe sie im Faust verwendet, Goethe aber hat sie untergetaucht in phantastischen Rhythmus. Eine Leistung für sich sind die von Abel Pann selbst hcrgestcllten farbigen Lithographien der Bibelillustrationen, die ersten palästinensischen. Vielfach in Siebenfarbendruck sind sie durch die Sorgfalt ihrer Ausführung zugleich auch *eine schöne Probe palästinensischer Technik. Die Ausstellung ist auch in anderer Hinsicht Hedetitungsvoll. Oelbilder, Radierung und Lithographie gestatten einen Einblick in das Werk jenseits der Illustration. Aufschlußreich sind in dieser Hinsicht besonders die Darstellungen russischer Bäuerinnen. Durchweg in Paris entstanden, dringen sie voll Farbigkeit und Kraft in das Gebiet der Gestaltung inneren Lebens. Wahrend selbst die gelösteren Orientmenschen hu Bildenvklus noch episodisch anmuten, besitzen diese Bäuerinnen Eigenleben. Aehnliches stellt man fest bei einigen Typen 1. B. ״ein rassisch-jüdischer Bocher“ oder ״ein still verschmitzter tnlmudischer Klügler". Humorvoll und gut in der Bewegung sind überhaupt alle Darstellungen aus dem russisch-jüdischen JSaucrnleben, besonders aber ״die Bärenjagd“. Und erschüttert steht man vor dem Zyklus ״Der T r ä neu kr u g“, den Untaten der russischen Soldateska (vgl. auch Nr. 17 der ״J, R.“). Ermordete, kranke alte Juden, wahnsinnig gemachte Frauen, der vor Schrecken irrsinnige Schrei der Kinder sind furchtbare Anklage. Das Erlebnis gab hier der Linie Kraft und Gewalt. Zwei dieser Blätter gemahnen an die ־Wucht des Griffels einer Kate KoHwitz, Daß diese Einheit dem Bilderzyklus noch fehlt, ist nicht so widerspruchsvoll wie es scheint. Palästina ist eine neue F.tappe des Weges. Der Weg ist noch nicht vollendet. Abel P.״!nn ist noch jung. Das Fehlende kann noch kommen und wird noch kommen. Denn man weiß, daß das Eingewöhnen in eine neue Weit ein Hereinwachsen ist, das schneller oder langsamer geschieht jo nach dem Temperament. Max Oppenheimer. Eine andere interessante Ausstellung zeigt b'ei Paul Cassirer — nach zehn Jahren Pause — Max Oppenheimer, abgekürzt Mopp. Ein Kiin'tlcr subtilster Ncrvenkunst, ein' Meister der Technik, steht er auf der Höhe seines Schaffens. Seine Musikerbilder, voran seine großen Kompositionen,־ be-r Nr. 4 S v Seite in Paläs konnte, 1 inderuuj: Bescheid in jedem Bei jede Änderung steht, fü rigkeiten blick. \X Kampfe vor aller haben, d auszunut cs zurzei die der wenn er den Hut: müssen, für Neu aber nat wisserms die letzt; zufrieden Das gebracht Galil vot ganz lei! anderer sehen K wirtschaf schaftsbi Grenzen Schaft n Flächen, Drainien der Nati Stile du! und ein׳ Sumpfgc noch im Ebene J schieden( Schilfgrä verschied verdräng sich die und Mik während maria fa deren N schon vc schäften. Kuh und Ebenso 1 kleinen kreuzten . So < schreiten Besonder bäum, d׳ Landscha z. B. in stattliche gleich m: den und Höhe un neues G Das Basierutij sonders Gesehen!■ währt. V Jacob', 1 Bürgertu liebe. 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