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Jüdische Rundschau · 1926-03-26 · Heft 24-25 (26.3.1926) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 24-25 (26.3.1926)
Date
1926-03-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 182 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24/25 zu werden. Während der BericJit des Vorjahres an den Rat 1 mit eir.er ausführlichen und mit Ecdaucrn vorgetragenen Schil- | derung des ״Dualismus der Prinzipien" und mit der Acußerung von Besorgnissen vor der jüdischen Einwanderung begann, i t diesmal die Einleitung eine Mahnung an ״bestimmte Teile der Bevölkerung", die wesentlichen Grund ä:/e des Mandats zu achten, deren Beobachtung für die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes grundlegend wäre. Die Kommission verzeichnet mit Befriedigung das Abflauen der politischen Agitrtion und spricht ihr Vertrauen auf künftige weitere Annäherung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus. Die wirtschaftliche Entwicklung wird ebenfalls mit Befriedigung konstatiert, aber bezüglich der Juden wird eine leise Befürchtung nicht unterdrückt, daß ihre wirtschaftliche Position, die in so großem Umfange auf ausländischen Fonds beruhe, sich nicht halten würde, wenn diese Fonds nicht mehr zur Verfügung ständen. Das System der Regulierung der Einwanderung wird gebilligt, von den Juden in stärkerem Maße Uebergang zur Landwirtschaft — in der Form einer Anerkennung der Gründe, die sie daran verhindert haben —- gewünscht, und in diesem Zusammenhang die Regierung gebeten, Staatsländereien für die jüdische Siedlung zur Verfügung zu stellen. Diese Beschlüsse zeigen im ganzen eine dem jüdischen Unternehmen erheblich günstigere Stimmung als der Bericht des Vorjahres. Einen Widerspruch zu dieser allgemeinen Linie hat man vielfach in der Entscheidung über die eine, zahlreiche Einzelbeschwcrden enthaltende arabische Petition gesehen, die vertagt wurde mit der Begründung, daß die Mitglieder der Kommission auf Grund des vorliegenden schriftlichen Materials nicht zu einer Einigung kommen könnten, und daß von den Petenten weitere Informationen in Aussicht gestellt seien. (Die andere Petition, die die Bestimmungen des Mandats selbst angriff, ist kurzerhand abgelehnt worden.) Der zuerst erwähnte Beschluß ist vielfach als eine Ermutigung der arabischen Petenten zu weiteren Vorstößen verstanden worden. Aber so uneingeschränkt kann er nicht in diesem Sinne gedeutet werden. Er läßt zwar die Schwierigkeiten, denen die jüdische Sache noch immer innerhalb der Kommission begegnen wird, eben dadurch erkennen, daß die Mitglieder sich nicht einigen konnten und einige von Ihnen ihr Unbehagen über die einander widerstreitenden Grundlinien des Mandates zum Ausdruck bringen wollten. Wenn aber bei dieser Gelegenheit auf die Schwierigkeiten klarer Feststellungen hingewiesen wurde, so bedeutet diese Motivierung keineswegs einen Erfolg der arabischen Politik, wie daraus hervorgeht, daß sie auch von van Rees und d’Andrade vertreten wird. Den eigentlichen Streitgegenstand hat der Vorschlag der Araber gebildet, die Kommission selbst möge Pall tina besuchen. Die Erfüllung dieses Wunsches hätte, gerade weil sie in der arabischen Petition geäußert wurde, und weil sie von den Verteidigern der Araber in der Kommission, Paiacios und Theodoli, besonders intensiv unterstützt wurde, als Erfolg der Araber angesehen werden können. Die Kommission hat nach langer und heftiger Diskussion, in der besonders Lugard immer wieder darauf hinwies, daß die Entsendung einer Kommission als eine Kritik der Mandatarmacht verstanden werden würde, gegen den Besuch entschieden. Das bedeutet also, daß man ,, Jtjc|t, gegen die Mandatarmacht *md nicht für die Araber '1.^1W^|jden",‘'«TOÖter'tind daher kann auch der Beschluß über "? die Petition keineswegs als arabischer Erfolg angesehen wer* den; um so. weniger, als die erste, das Mandat selbst angreifende Petition, kurzerhand abgelehnt worden Ist, während der Referent Paiacios trotz Anerkennung der Unzus äidigkeit der Kommission für Vorstellungen, die sich gegen Man* datsbestimmungen selbst richteten, Ueberweisung an den Rat des Völkerbundes vorgeschlagen hatte. Der Vorschlag des Besuches der Kommission hat bedauer* licherweise eine parteipolitische Färbung erhalten, weil er von den arabischen Petenten ausging, und von ihnen in den Zusammenhang einer parteipolitisch stark entstellten Darstellung gebracht worden ist. Aber dieser Gedanke sollte, nachdem durch den Beschluß der Kommission die Gefahr vermieden Ist, daß ein Besuch als Erfolg der arabischen Feinde der Balfour- Deklaration gedeutet werden kann, von uns neu geprüft werden. Wenn wir diesen Vorschlag aufnehmen würden, würde ihm seine parteipolitische Spitze genommen werden. An einer vollständigen sachlichen Information der Kommission sind wir außerordentlich interessiert. Die Wirkung der Tat* Sachen wird das stärkste Argument für unsere Gedanken sein, 5. Kleine Lektionen. Wer die Verhandlungen der Kommission liest, muß zu dem Ergebnis kommen, daß wir vor diesem Forum mit der Methode radikaler und ge ä ischvoller Vertretung extremer Forderungen nicht viel erreichen würden. Eine versöhnliche Haltung in den innerpalästinensischen Problemen wird zu unserem Nutzen, das Gegenteil zu unserem Schaden verwertet: so werden für die Stellung der Araber frühere mißverstä 1dliehe Aeußerungen jüdischer Politiker auch von Ormsby Gore zur Erklärung herangezogen. Angriffe gegen uns werden mit unserer Bereitschaft zur Versöhnlichkdt abgewehrt, unsere Fortschritte werden dadurch erklärt. Diese Mahnung zur politischen Mäßigung bedeutet keineswegs Mahnung zu politischer Untätigkeit. Eine rege, alle Gebiete der zionistischen Aufgaben erfassende politische Tagesarbeit ist notwendig und wird von uns erwartet Ehe Verbandlungen der Kommission bringen in dieser Beziehung eine sanfte Mahnung, wenn die englische Regierung erklärt, An* träge auf Ueberlassung von Land wären von den Zionisten bisher nicht gestellt worden, oder zur Erklärung ihres Er* Ziehungsbudgets sich darauf beruft, die Juden gingen lieber in die eigenen Privat-, als in die Regierungsschulen. Als ein anderes Gebiet, auf dem sich unsere Initiative bemerkbar machen könnte, sei die von der Kommission lebhaft vermißte Arbeiterschutzgesetzgebung erwä'mt. Es kann nicht schaden, wenn wir neben den großen Lehren dieser Verhandlung, die wieder auf Aufklärung des Völkerbundes und der in ihm zu* eammengeschlossenen Nationen über die grundlegenden Pro* blcme des Judentums hinauslaufen, auch diese kleinen Lektlo* nen zur Kenntnis nehmen, die eine Verstärkung des Kontaktes mit der Mandatarmacht nahelegen. Die JTA. meldet, daß die österreichische Regierung dem* nächst einen Generalkonsul und einen Vizekonsul für Palästina ernennen wird. Der Generalkonsul wird ein Christlichsozialer, der Vizekonsul wahrscheinlich ein prominenter österreichischer Zionist sein. Die Weltk«nferenz des Hecliaiaz Von unserem Berichterstatter. p. Danzig, 23. März. Diese Weltkonferenz des Hechaluz hat zwei Charakteristika, die nicht nur für die Konferenz, sondern auch für die Gesamtheit der Bewegung symptomatisch sind. Die gesamte Konferenz wird auf hebräisch geführt und es ist eine besonders erfreuliche Tatsache, daß sowohl die mit außerordentlichem Ernst behandelten fragen der sachlichen Arbeit wie die eigentliehen Probleme der Bewegung gleichmäßig in hebräischer Sprache abgehandelt werden. Ais zweites Charakteristikum besonders dieser Konferenz ist zu verzeichnen, daß eine sehr große Zahl Palästinenser an ihr teilnehmen. Aus den Ländern, wo sie das letzte Jahr im Auftrag der palästincnsischen Arbeiterschaft gearbeitet haben, wurden sie als Delegierte zu dieser Konferenz geschickt. Ist es so wie Ben Gurion sagte: Ein großer Teil der palästinensischen Arbeiterschaft sind die Chaluzim von gestern, so ist es nur gerecht, daß im Chaluz von heute eine große Anzahl palästinensischer Arbeiter mitarbeiten. Der erste Tag der Konferenz wurde, nachdem noch einige Begrüßungen erfolgten und ein ausführlicher Brief von S p r i 11 z a k an die Konferenz verlesen wurde, mit Bcrichten des Merkas und def Länder ausgefüllt. Aus dem Bericht des Merkas gingen zwei Tatsachen hervor: Ehe außerordentlich starke Vergrößerung der Gesamtbewegung in den letzten drei Jahren und die Vertiefung und Versachlichung der Arbeit, insbesondere im letzten Jahre. Die Gesamtzahl der organisierten Chaluzim ist von zirka 4000 im Jahre 1924 auf 13 000 im Jahre 1925 und auf 30000 am Ende des Jahres 1925 gestiegen. In der letzten Zeit macht sich jedoch ein geringeres Anwachsen der Bewegung bemerkbar; verbunden mit der immer strengeren Durchführung der Hachscharah und den schweren Bedingungen der Alijah erfolgt das Anwachsen der Bewegung, insbesondere auch in Polen, nicht mehr in dem gleichen raschen Tempo wie vorher. Es scheint als wenn gerade in den Ländern, in denen die quantitative Entwicklung besonders rasch war, die Vertiefung der Arbeit nach innen, insbesondere ihre Versachlichung und Systematisierung, entscheidende Fortschritte machen. Der Oenerafberfcht wies mit Recht darauf hin, daß auch in der allgemeinen zionistischen Bewegung der Hechaluz heute eine entscheidende Rolle cinnimmt. Darüber hinaus wurde betont, daß innerhalb der gesamten sozial-konstruktiven Arbeit und ihrer Organi* sationen die Arbeit des Hechaluz weit über das von irgend eine! anderen Seite Geleistete hinausgeht. Die Berichte der Länder bestätigen in vielen Einzelheiten die allgemeinen Ausführungen des Oeneralberichtes. Besonders interessant waren die Nachrichten aus Polen. Hier gelang es mit außerordentlichen Anstrengungen, einen beträchtlichen Teil der Chawerim in die Hachscharah zu überführen. Man benutzt auch dort in der Hauptsache fremde landwirtschaftliche Betriebe, auf denen geschlossene Gruppen immer eine Arbeitssaison lang tätig sind. Auch die Vertreter des rechten russischen Hechaluz erstatten einen allgemeinen Bericht, in dem besonders auf die trotz der ungeheuren Schwierigkeiten durchgeführte Organisierung einer großen Zahl eigener land* wirtschaftlicher Siedlungen hingewiesen wurde. Die Arbeit wird dort in enger Verbindung mit dem Joint, jedoch in Gegnerschaft zur Ozet durchgefiihrt. Der zweite Tag war mit den grundlegenden p r i n - zipiellen Referaten ausgefüllt, da man so geschickt war, zu beschließen, die Diskussionen über alle prinzipiellen Fragen zu vereinen. So sprachen zunächst die Vertreter der Exekutive der Histadruth HaklaUt, Ben Ourion und Ar- 10*0 r o f f. Beide »Redner w*»en ׳sfch י■■mar■ die5 engen Zu-; sammenhänge, die zwischen der palästinensischen Arbeiterschaft und dem Chaluz bestehen, einig. Sie wußten, daß die Scharen des Hechaluz, daß seine jungen Menschen die zukünftigen Träger des begonnenen Werkes der palästinensischen Arbeiterschalt sind. Mit besonderem Ernst stellten sie den Vertretern des Hechaluz die Lage in Palästina dar, mit dem gleichen Emst wurden ihre sehr ausführlichen Referate angehort. Während Ben Gurion die Lage der palästinensischen Arbeiterschaft in allgemeinen Strichen zeigte, auf Ihr äußeres Wachstum hinwies, darfegte, wie es besonders der städtischen Arbeiter* schaft gelungen ist, in ihren eigenen Institutionen in alle Gebiete jüdischer Arbeit in Palästina einzudringen und neue jüdische Arbeitsgebiete zu schaffen, um schließlich zu dem Ergebnis zu kommen, daß auch in der jetzigen schweren Lage die Chaluz-Einwanderung nicht aufhören darf, — versuchte Arlosoroff, mehr von den einzlenen Erscheinungen der jetzigen Lage in Palästina ausgehend, zu bestimmten Kon* Sequenzen für die zukünftige Arbeit des Hechaluz zu kommen. Er wies auf die verlorenen Illusionen der vierten Alijah hin: Die jüdische Stadt, das private Kapital, die mittelständische Ansiedlung. Er betonte die außerordentliche Haltung der städtischen Arbeiterschaft In ihrem Kampf gegen die Arbeit«- losfgkeit zum Unterschiede von der Haltung der mittelstän* dischen Elemente der vierten Alijah in ihrer Wirtschaftskrise. Er zeigte die überragende Bedeutung der landwirtschaftlichen Arbeit in ihrem Verhältnis zur städtischen Arbeit Aber gerade auf diesem Gebiete muß Klarheit darüber herrschen, daß der Weg in die Landwirtschaft nur über die unter besonders schweren Bedingungen leidende Arbeit in den Kolonien gehen kann. Aus all diesen Tatsachen und Einzelheiten, die er zu einem geschlossenen Bilde der jetzigen Lage in Palästina estaltete, zog er die Konsequenzen für die zukünftige Arbeit es Hechaluz: Immer wieder Rückkehr zu den grundlegenden Forderungen der chaluzischen Erziehung: Erkenntnis der wirkliehen Lage Palästinas, bewußter Wille in den Reihen der Arbeiterschaft, am nationalen Aufbau teilzunehraen. Hebräische Sprache und Eroberung der landwirtschaftlichen Arbeit in den Kolonien. Nach den Referaten von Tabenkin und speziell nach dem Referat von Bogdanowsky über ״Grundlagen und Grenzen der Hechaluzbewegung“ sowie einem Speziaireferat über ״Hechaluz und die Jugend“ wird die Konferenz in ihre entscheidende Debatte eintreten. Währenddessen werden die organisatorischen Fragen, speziell die Frage der Zusammen- Setzung und des Sitzes des zukünftigen Merkas, der wesentlieh verstärkt werden soll, in den Pausen ernsthaft besprochen. * Die dritte Weltkonferenz des Hechaluz wurde am Sonntag, den 21. März in Danzig eröffnet Es beteiligten sich an ihr 25 Delegierte aus Polen, Litauen, Galizien, Deutsch* land, Rumänien, Tschechoslowakei, Oesterreich und Amerika, sowie Ben Ourion und Ch. Arlosoroff als Vertreter der Histadruth Haklalit aus Palästina. Ch. Bogdanowski begrüßte die Konferenz im Namen des Weltmerkas, wies auf das äußere Wachstum und das Erstarken nach innen hin, und zeigte der Konferenz die Aufgabe, die zukünftigen Wege der Arbeit festzulegen. Als Vertreter der Zionistischen Organisation der freien Stadt Danag begrüßt def Vorsitzende, Dr. L e i b o wfz, als Vertreter des Danziger Palästinaamtes, Herr Dr. Landau, als Vertreter der Brltb Hanoar Ephraim Reisn e r. Nach einigen Begrüßungen. anderer örtlicher Organi* sationen verlas Bogdanowski die Begrüßungen der zionistischen Exekutive Jerusalem, des Keren Hajessod, des Merkas Chaklai in Palästina, der Gesellschaft ״Ort“ uswr, Dr. Hantke, der sich im Auftrag der zionistischen Exekutive an der Konferenz beteiligen sollte, war durch den plötzlichen Tod seiner Mutter daran gehindert. Die Exekutive entsandte darauf ihren Generalsekretär, Herrn Israel Cohen, der jedoch erst am zweiten Verhandlungstage eintraf. Ins Präsidium wurden Haft, Bähr und Bogdanowski gewählt. Vom PreoBischen Landesverbaad Am Sonntag, den 21. März, hielt der Engere Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden eine Sitzung ab. Ueber den Entwurf eines Normalstatutes für kleinere Synagogengemeinden referierte Rechtsanwalt Dr. Klee. Der Entwurf wurde einer aus drei Mitgliedern bestehenden Kommission zur endgültigen Durcharbeitung überwiesen. Zum Punkt Staatsbeihilfen wurde a. a. mitgeteilt: Der auf den Preußischen Landesverband aus der Unterrichts- Position entfallende Betrag ist von dem Ministerium zur Aus- Zahlung gebracht worden. Die Verteilung an die Gemeinden ertolgt durch den Landesverband. Es besteht die Absicht, die Verteilung in der Weise vorzunehmen, daß der Betrag verwendet wird: a) zur religionsunterrichtlichen Versorgung solcher Gemeinden, die bisher überhaupt keinen Religionsunterrieht haben; b) zur Aufbesserung der Gehälter der Lehrer; c) zur Entlastung überbürdeter Gemeinden. Die Verteilung der für die Rabbiner bewilligten Summe von insgesamt 200 000 M. hat sich das Ministerium Vorbehalten. Zu dem. Punkt; Pädagogische Akademie wurde nach eingehender Aussprache beschlossen, einen Antrag an den Umerrichtsminisler zu richten, durch den die Einrichtung entweder einer besonderen jüdischen Akademie oder einer Ausbildungsmöglichkeit für jüdische Kandidaten an einer Simultan- Anstalt gefordert oder aber der Vorschlag gemacht werden soll, daß der Landesverband von sich aus eine Einrichtung treffen wird, für die die Anerkennung seitens des Staate una die Bewiliigung der erforderlichen Mittel verlangt werden soll. Im Zusammenhang damit wurde die Frage der Ausbildüng jüdischer Religionslehrer und Kultusbeamten behandelt. Eine besondere Kommission soll mit größter Beschleunigung Vorschläge ausarbeiten. Der Münchener Ausschuß zur Beratung der Frage des Reichsverbandes wurde bestätigt; für den Preußischen Landesverband werden an der am 26. April d. J. zusammentretenden Sitzung die Herren Kammergerichtsrat Wolft, Justizrat Blau-Frankt. a. M., Rechtsanwalt Dr. Klee, Justizrat Lilienthal und Bankier Galcwskv teilnehmen, außerdem noch als Sachverständige die Herren Rabbiner Dr. Baeck und Mittelschullehrer Stern. Es wurden die folgenden Subventionen bewilligt: Tuberkulosen-Fürsorge 5000 M., Oefährdeten-Fürsorge 8000 M., Zentralwohlfahrtsstelle 3000 M., Wander-Fürsorge 2000 M., Frauenbund 2000 M., Kartell der Arbeitsnachweise 1000 M., Hospiz Kissingen 500 M., Haushaltsschule Wolfratshausen 500 M., Hausnaltsschule Frankfurt a. M. 500 M., Professor Schneersoh« zur Anfertigung eines Grundrisses der Heilpädagogik (Antrag der Zentralwohlfahrtsstelle) 500 M., Apologetisches Archiv für das lautende Jahr 3000 M. Emigrationsdebatte Im polnisches Seim Warschau, 21. März. (J.T.A.) In der letzten Sitzung des Emigrationsausschusses des polnischen Sejms, in der das Emigrationsbudget beraten wurde, führte der Direktor des staatlichen Emigrationsamtes, Gawronsky, aus, es wird ffscMtotw. '1926׳י*מ»י׳י Polen5®®* 500* Emigranten nach Uebersee, 103000 nach europäischen Lindern und 12000 nach Palästina auswandern werden. In der Diskussion stellte der nationaldemokratische Abg. Bator die Arbeit des Palästinaamtes als ein Muster der Emigrationsregelung hin. Der jüdische Abg. Dr. Schipper führte aus, die jährliche jüdische Auswanderung von 23 000 Seelen absorbiert die Hälfte des natürlichen Zuwachses der jüdischen Bevölkerung, der jährlich 50000 Seelen ausmacht. Das Auswanderungsbedürfnis der Juden steigt immer mehr, da ein Drittel der Juden Polens brotlos ist. Warschau, 22. März. (J.T. A.) In Anwesenheit von 50 Delegierten aus allen Teilen Polens wurde am 21. März die zweite Konferenz der Vereinigten jüdischen Emigrationsgeseilschaft Polens eröffnet. Die Regierung entsandte den Direktor des staatlichen Emigrationsamtes, Oawronsky, Emigdirekt in Berlin den Vorsitzenden der Zentralverwaltung, Dr. Krainin. Abg. Dr. Schipper referierte über das jetzt brennende Problem der Emigration und führte aus, dieses Problem müsse aut internationalem Wege gelöst werden. SeblirBiiq der Minorifiteircehale■ <■ der Türkei Kons tan tfnopel, 22. März. (f. T. A.) Die Regierung in Angora gab am 20. März der Verwaltung in Konstantinopel die telegraphische Instruktion, sämtliche von ausländischen Gruppen, sowie die von den Minoritäten (Juden, Griechen und Armeniern) unterhaltenen Schulen zu schließen. Von jetzt ab wird der Elementarunterricht nur in türkischen Schulen und in türkischer Unterriehtssnrache erteilt werden dürfen. Die neue Verordnung geht über die vor einigen Wochen vom Departement für Volksbildung ergangene Ver- Ordnung, wonach ein a I f m ä h 1! c h e r Abbau stattzufinden hätte, weit hinaus. Dis Recht der Sfaatsanciehöriokeit Eine Abhandlung, die für uns Juden und speziell Ziomsten von außerordentlichem Interesse ist, ist kürzlich als erster Band der ״Rechtsvergleichenden Abhandlungen“ erschienen. Sie bchandelt ״Das Recht der Staatsangehörigkeit in Deutschland und im Ausland seit 1911“ und hat zum Verfasser Dr. Gustav Schwartz (Verlag von Julius Springer, Berlin 1925, 15 M.). In diesem werke wird die Gesetzgebung fast aller in Betracht kommenden Staaten über die Frage der Staatsangehörigkeit und Naturalisation kritisch dargestellt. Unter denen, die am stärksten von den Nachkriegs- Verhältnissen in bezug aut Staatsbürgerschaft getroffen sind, nehmen Juden einen großen Platz ein. Daher ist die Zusammenstellung dieser Gesetze auch zum Verständnis neuester jüdischer Rechtsgeschichte hilfreich. Besonders aber bietet sie uns Vergleichsmaterial zu dem bei uns viel diskutierten palästinensischen Staatsbürgerschaftsgesetz, das in dem Buch noch nicht besprochen wird, weil es offenbar dem Verfasser zur Zeit des Abschlusses des Buchs noch nicht bekannt war. Das Institut der ״Denaturalisation“, das in dem palästinensischen Gesetz besonderen Anstoß erregt hat, findet sich in mehreren anderen Ländern, auch in Frankreich und England. Im allgemeinen ist ln der Nachkriegszeit die Volkszugehörigkeit in vielen Staaten eine Erleichterung der Naturalisation, dies sollte in Palästina auf uns Juden Anwendung finden, ist jedoch bekanntlich nicht geschehen. Eine ausführliche Diskussion würde eine eigene Abhandlung erfordern, Zweck dieser Zeilen ist jedoch lediglich, Interessenten aut das erwähnte Buch aufmerksam zu machen. Nr 24 Scgc Nach lästinarei Toten M einer Se! füllung ״g viel zu g zur Abfa mehrere daß man Tage sp; längst po nicht zu Endl losgehen geankert, laden. E den Schl Norwcgc aus Arg' land. ui Frauen r ziehen d Geld zu schiießiic einen N Dich den Hän Säcken t halb be Süden I immer n Ostküste einige ■f der Hirt noch sid Westufei mütiges! von den des die Ein plöt Seite, at geschtrta Lauge i hier nie! 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