Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 24-25 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 24 25 Seite 180 JUED1SCHE RUNDSCHAU wert sind, als sic kosten. Es gibt jedoch ein Land, das Erez-Israei heißt, welches das jüdische Volk erlösen will. Das jüdische Volk muß somit den Boden bezahlen wie der Vater, der dem Apotheker für die Arznei seines kranken Sohnes oezahlt, ohne um den Preis zu fragen. Das ist psychologisch ganz verständlich, und in dieser Beziehung ist der Verkäufer ein guter Psychologe. Vom wirtschaftlichen Standpunkt gehen wir einer schweren Zukunft entgegen. Noch viel schwieriger gestaltet sich jedoch die Zukunft vom politischen Standpunkte aus. Noch vor wenigen fahren kauften wir ßodenko:;1p!exe, die Regierung bestätigte die Käufe und die Sache war erledigt. Der Verkäufer nahm es aut sich, mit dem Pächter des Bodens übereinzukommen. Darum hatten wir uns nicht zu kümmern. Wir hatten den Kauf• vertrag in Händen und der Verkäufer trug die Verantwortung. Dieser Zustand hat sich jetzt geändert. Jetzt bestätigt die Regierung nur dann einen Vertrag, wenn wir mit den Pächtern des Bodens übcrcingekommen sind. Die Käufe werden somit von Jahr zu Jahr schwieriger. Auch das nationale Gefühl der Araber hat sich zu unserem U11gunsten geändert. Sie wissen ja, daß man künstlich beim Araber eine Abneigung uns gegenüber erweckt und ihn zwingt, uns den Boden nicht zu verkaufen. Ich will Ihnen nun unseren Plan für das nächste Jahr entwickeln. Vorerst müssen wir unseren Verpflichtungen in der Höhe von % Million innerhalb eines Jahres nach• kommen. Diesen Betrag müssen wir in Barem bezahlen. Zweitens müssen wir einen großen Teil der ftn Emek er• worbenen Böden besiedeln. Der K. H. will dort acht Punkte gründen. Gemäß dem Vertrag, der zwischen dem K. H. und dem K. K. L. besteht, müssen wir den Boden ameliorisieren, d. h. den Kischon assanieren und Wasserleitungsinstallation durchführen. Die für diese Arbeiten erforderlichen Pläne befinden sich bereits ln unseren Händen. Die Arbeit wird sich aut ungefähr 100 03D £ stellen, da der Kfschon nur in der Bibel schön ist, in Wirklichkeit jedoch Sümpfe bildet. Man kann wohl Maschinen auf Teilzahlung erhalten, die Arbeiten müssen jedoch bar bezahlt werden. Diese Arbeiten werden wohl zum Teil die jetzt herrechende Arbeitslosigkeit steuern, dazu braucht man jedoch wieder — Geld. Außerdem wollen wir drei neue sehr wichtige Zentren schaffen. Dazu sind jedoch ungeheure Summen, Hunderttausende Pfund erforderlich. Wie wird die Diaspora auf unsere großen Forderungen reagieren? Ich habe zwar keine Beweise in Händen, hingegen die innere Ueberzeugung, daß, wenn das Damoklesschwert über dem Jischuw hängen wird, das jüdische Volk uns nicht wegen Bodenmangel ersticken lassen wird. Wäre jetzt der Kampf oder besser gesagt der Friede mit der Marshall-Gruppe nicht dazwischen gekommen, dann wäre ich in diesem Jahre nach Amerika gefahren. Auf alle Fälle werde ich Im nächsten Jahre die Reise unternehmen. Ich halte es jedoch für ein Unglück, wenn man alle Hoffnungen auf Amerika setzt. Wir wollen, daß alle Teile des jüdischen Volkes an dem Aufbau teilnehmen. Ich muß Ihnen verraten, daß die Steigerung der Einnahmen in den letzten Monaten nicht Amerika, sondern Europa zu verdanken sind. Alle Schwierigkeiten, die sich ununterbrochen in allen Ecken und Enden unserer Arbeit ergeben, in den Siedlungen und Städten, im Erziehungswesen und der Immigration und auch die Arbeitslosigkeit sind nichts gegenüber dem Un glück, der im Bodenmangel liegt. Wenn Sie, sowie ich und meine Freunde verstehen und empfinden werden, daß unsere ganze Zukunft von der Erlösung des Bodens durch den K. K. L. abhängt, dann werden Sie die Kraft aufbringen, sich dem K.JCC.,zu widmen. Dann werden jene Zentren, von denen *ich ,י,.״ Der KaHlaiskongreß Jerusalem. 0• T. A.) Der im Mai in Kairo abzuhaltende internationale Araber-Kongreß soll auch einen Kalifen wählen. Es verlautet, daß König Fuad von Aegypten als Kandidat für die Würde eines Kalifen aufgestelit werden wird. Die arabisciie Presse in Syrien tritt dafür ein, daß der Kongreß bis zur Befriedung Syriens aufgeschoben und nicht in Kairo, das unter britischem Einfluß steht, statifinden soll. Auch werden gegen die Kandidatur König Fuads Ein- Wendungen erhoben mit der Motivierung, daß der zukünftige Kalif vollkommen unabhängig sein müsse, während König Fuad unter britischem Einfluß statt. Die Deberlührmig der Leiehe Nordans Nach den letzten Verfügungen wird, wie aus Paris getneldet wird, die Leiche Dr. Max Nord aus am 18. April nach Erez-Israel überführt werden. Damit wird der am letzten Zionistenkongreß in Wien gefaßte Beschluß zur Durchführung gelangen. In Paris findet aus diesem Anlasse eine große Nordau-Ocdenkfeier statt, deren Programm in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden wird. Der Stndenleastreik in Rnmlniea Bukarest, 21. März. (J. T. A.) Wie schon mitgeteilt, haben Regierung und Senat infolge des Numerus clausus- Streiks der antisemitischen Studentenschaft die Schließung der Universitäten Bukarest und Jassy bis zum 15. April verfügt Hierzu wird noch weiter mitgeteilt: In der Zeit vom 12. bis 1S. April werden von den Studenten Erklärungen abgefordert werden, ob sie in Zukunft die Vorlesungen besuchen wollen. Falls die Zahl dieser Studenten die Mehrheit bilden sollte, werden die Universitäten am 15. April wiedereröffnet, diejenigen aber, die eine solche Erklärung nicht abgeben, aus der Liste der Hörer gestrichen werden. Meine Nachrichten Dr. Chaitn Weizmann ist in Begleitung des früheren Mitgliedes der Zionistischen Exekutive Joseph Cowen in Jerusalem eingetroffen. Bernard F1 c x n e r, Präsident der Palestine Economic Corporation und präsumtiver Direktor der von der Marshtllgruppe begründeten Investment Corporation, ist in Palästina eingetroffen. Dr. Albert Romano, der Führer der bulgarischen Sonisten, ist in Palästina eingetroffen, um mit den Vorarbeiten für die Gründung einer Kolonie bulgarischer Juden in der Nähe von ״Ness-Ziona“ zu beginnen. Der Arbeiterrat von Haifa veranstaltete zu Ehren von Prot. Franz Oppenheimer einen Empfang. Auch der arabische Arbeiterführer Philip Hessoun begrüßte Prof. Oppenheimer. In seiner Antwortrede forderte Oppenheimer die jüdischen Arbeiter auf, ihre arabischen Arbeitergenossen in jeder Hinsicht zu unterstützen und ihnen sogar zur An- Siedlung auf dem Lande zu verhelfen. Das Hauptbüro des Keren Kajemeth teilt mit, daß Sir Herbert Samuel auf seine Bitte zwei Reden in das Grammophon gesprochen hat, und zwar in englischer und fran- *Äsischcr Sprache. Die Platten werden binnen kurzem zum Verkauf stellen. Dr. M. J. Bodenheim er kam in Palästina an. Die Lage des Solelboneh Aus Kreisen des Solelboneh wird uns geschrieben: | Solelboneh, die Bauuntern.hm nj der iüJisc' e1 Arbeiterj schaft in Erez Israel, hat als Erbe und Nachfolger der f üh ren Kooperative, des Misrad la’awodoth ziburoth u'biijan, im ‘ Mai 1924 ihre Arbeit begonnen. Der Uebergang von der früheren Kooperative, die im Lauie ih es dreijährigen Be- . Stehens ein breites Lehr'iaus für die n!ue AI jah gebildet hatte, zu der neuen Form der Ba iunternehmung war kein leichter Die Liquidation des Misrad bi'dete. wenn auch! seine Verknüpfung mit Solelboneh keine rechtliche war, so doch eine tatsächliche große B lastmig für So'elb'neh. Trotzdem verstand es Soielbmeh im Laufe seiner nunmehr eindreivierteljährigen Tätigkeit 11'cht nur, die in dreijähriger Lehrzeit gesammelten technischen, kaufmännischen und administrativen Erfahrungen in großzügiger Arbeit auszunützen und sich im Wirtschaftsleben des Landes und vor allem auf dem Baumarkt einen bedeutenden Platz zu erringen, sondern auch den Nachweis seiner vollkommenen Rentabilität zu erbringen. Sowohl der Umfang der ihr übertragenen Arbeiten, als auch deren technische und organisatorische Durchführung zeigen eine dauernde Tendenz der Aufwärtsbewegung. Durch ihr ständiges lebendiges Beispiel hat die Baukooperative gezeigt, was jüdische Arbeit zu leisten vermag und was man mit jüdischen Arbeitern vollbringen kann. Soleiboneh ist das Baugewissen der jüdischen Arbeit im Lande geworden. Sie steht auch heute noch vor der Aufgabe, die begehenden Poritionen jü T 11er Arbeit im Lande zu schützen und in neue verzweigte Geb ete des Baufaches und der durch ‘■ie he1vo ge!uienen Bau;0 kinriu-trie durch jüdische Arbeit»• hande einzudringen. Die Bauuntemehmung der Arbeiterschaft hat seit ihrer Gründung im Sommer (320 bis zun 1. Januar 1025 Bauarbeiten, Chausseen und Straßen, Eisenb h en und Brücken, öffentliche Arbeiten und Drainage im Gesamtbeträge von 1 150000 E£ ausgeführt. Von diesem Betrage entfällt auf den Vorgänger von Solelboneh, das Amt für öffentliche Arbeiten und Bauten, ein Betrag von 675 000 EG, während Solelboneh seit dem Beginn ihrer Tätigkeit bereits für einen Betrag von 475 000 £ Arbeiten ausgeiührt bzw. Verträge abgeschlossen hat Der monatliche Durchschnitt der von S rielboneh seit eindreiviertel Jah. cn übernommenen Arbeiten beträgt 23 0Q0£, während ihr Vorgänger für monatlich zirka 15000 £ Arbeiten ausgeführt hat. Im Jahre 1925 hat Solelboneh für folgende Beträge Arbeiten ausgeführt: Januar bis April Mai bis Augnst September bis De .embcr A B A B A B Beaten Oh»a»»wn Fellen Brücken Beaten ChanaseöD NtraSon Brücken Bauten Cbaneeeen HtraBen Brücken Insgesamt*) Drcincen new Ornlniiren new. Drelneeen new. EX EX EX EX EX EX EX Tel-Awiw . , . , . 40865.— 7900— 40 484— 17020— 24798— 15100— 146 167— HaRa. 19 480— 15000— 82098— 4000— 20642 — 6 624— 97 844.— Jerusalem . . ■ , , 4 338— 2250— 13923— 8 325— 1 985— 2000— 27 801— Tiberia« ...... 200— 67— 3870— 1 783— 8000— — 13870— 64 883.— 25 217— 90376— 28078— 65 405 - 23 724— 285 682— Der monatliche Durchschnitt der Übernommenen Arbeiten betrug demnach 23 750 E£. Solelboneh erblickt seine Zukunft und seine Aufgabe darin, als diejenige technisch und administrativ durchgebiidete Bauunternehmung bereitzustehen, die imstande ist, alle im Lande auszuführenden großen Arbeiten, die von der Regierung, von nationalen Körperschaften oder Kolonisationsgesellschaiten sowie von privaten Arbeitgebern geplant sind, zuverläßlich und gut auszuführeii. Wie weit sie im Laufe des vergangenen Jahres auch diesem Ziele näher gekommen kt, zeigt die nachstehende Tabelle, die die übernommenen Arbeiten nach der Höhe des Betrages einteilt. Solelboneh übernahm: 70 Arbeiten 31 ״ . ” 3 ״ 1 bis zum Betrage von E£ 1000 2000 3000 5000 10000 25000 45 0!» Die Arbeitgeber vorstehender Arbeiten waren nach der folgenden Tabelle; 2. Keren Hajessoa und Keren Kajemeth . 3. PJCA .. 4. Institutionen der Arbeiterschaft . . . 5. Oeffentliche Institutionen und Bauten 6. Private kolonisatorische Gesellschaften 7. Private Wohnhaus-Baugesellschaftcn . . 8. Einzelne private Arbeitgeber .... Der prozentual hohe Anteil der privaten Arbeiten innerhalb des Arbeitsumfanges von Solelboneh (73 <%) ist ein Beweis dafür, daß sich ihre Arbeit durch ihre Qualität als konkurrenzfähig auf dem privaten Arbeitsmarkt erwiesen hat. Die monatliche Durchschnittszahl der beschäftigten Arbeiter betrug 2022 Arbeiter. Von ihnen waren: E£ 43033 18434 ״ 1447 ״ 11521 ״ 220 2 ״ 77100 ״ 43217 ״ 687 88 ״ 6y* 6/o i/a 0/6 ס/» 4 l 27 O;o 15 0/0 31 0/0 1040 im reinen Baufach beschäftigt, 403 beim Anlegen von Straßen, Chausseen, Brücken und Dreinagearbeiten, 133 beim Transport von Baumaterialien, 127 im Steinbruch und bei Steinmetzarbeiten 116 in den Bautischlereicn, 64 als Glaser, Tüncher und Spengler, 28 als Metallarbeiter. 11 bei der Zementbfockhereteliung. 1(» in der Leitung und in der Administration. Die in den Wintermonaten stets eintretende Arbeitslosigkeit wirkte sich auch in den Arbeiten von Solelboneh durch eine Verminderung der Arbeitstage aus. Die Zahl der Beschlftigtcn vergrößert sich aber durch die Verteilung der vorhandenen Arbeitstage unter die Arbeitslosen. Hervorzuheben ist hier, daß Solelboneh in seinen Arbeiten, namentlich in Jerusalem, eine größere Anzahl orieata- Uscher neu eingewanderter Juden aus Persien, Kurdistan, Bucharia, Jemen und Mesopotamien beschäftigt, die insbesondere in der Straßenbereitung und sonstigen öffentlichen Arbeiten, die keine besondere Ausbildung erfordern, Verwen* düng finden. in den Arbeiten in Tel-Awriw beschäftigt Solelboneh sowohl in seinen Bauarbeiten als auch bei der Straßenbereitung stets eine Anzahl von Mädchen und trägt damit seinen Teil zut Lösung der schwierigen Frage der Arbeitsbeschaffung für Mädchen bei. Bei den Drainierungs- und Bauarbeiten in Afuleta und Herzllah kristallisierten sieh aus den Arbeitern der dritten und vierten Aiijah neue Gemeinschaftsgruppen, die in der Ausführung von ihnen übertragenen Arbeiten besonderes Verantwortlicnkeitsgefühl zeigen. Auch sie tragen, da sie einen größeren Tal von Mädchen aufnehmen, zur Lösung der Ar- Seitsfragen für Mädchen bei. Die Maschine in den Arbeiten von Solelboneh. Im Laufe des Jahres 1925 ist es Solelboneh gelungen, mit Hüte der Einführung moderner Maschinen in den Baubetrieb die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern und eine rascheste Arbeitsleistung zu erzielen. Die Erfahrung bewies, daß die bedeutende Investierung in Maschinen im Laufe dieses Jahres (6500 E£) für die Vervollkommnung der Arbeit von großer Bedeutung war. Mit Hilfe dieser Maschinen gelang es, die Qualität der Arbeit zu erhöhen und die Arbeit zu verbilligen. Sie gewährten auch die Möglichkeit, große und komplizierte Arbeiten zu übernehmen, deren Ausführung mit primitiven Methoden nicht denkbar gewesen wäre. Trotz des großen Fortschrittes In dleseT Beziehung erreichte Solelboneh noch nicht das notwendige Maß an Maschinen zur Vervolikommnung ihrer Arbeit. Das Arbeitsjahr 1926 wird neue An- Schaffungen auf diesem Gebiete erfordern, um die Bauunternehmung zu einer leistungsfähigen Institution ersten Ranges su machen. IndustrielleAnjagenzurBaustoffherstdiung. Die Steinbruch- und Steinmetzabtcilung von Solelboneh wurde nunmehr als eine besondere Kooperative Gesellschaft, eine Tochtergesellschaft von Solelboneh konstituiert und eingetragen. Mit Hilfe einer Kapitalanlage des Keren Hajcssod sowie privatem Kapital geht die Gesellschaft daran, zum Zwecke der vollständigen Einrichtung und Ausbeutung eines zentralen Steinbruches in der Nähe von Jerusalem eine Gesellschaft zu schaffen, die den Namen Scllah tragen und mit einem Betriebskapital von 60t» E£ ihre Arbeit beginnen soll. Der Steinbruch soll einen großen Teil der jüdisehen Bauten in Jerusalem mit jüdischem Stein versorgen und wird nach der vollständigen maschinellen Ausrüstung zirka 40—50 Arbeiter beschäftigen. Der Steinbruch Migdal Zedek in der Nähe von T c 1 - A w i w ist nunmehr imstande, allen Stein- und Schotterbedarf für die Bauten vc^i Tel-Awiw zu decken. Der Steinbruch beschäftigt durchschnittlich 25 Arbeiter, die sich in der Nähe des Steinbreches, in Petach-Tikwah, anzusiedeln gedenken. um mit ihrer Arbeit im Steinbrech eine kleine gärtne- Hache l^lrtecWi..am sirerknüpten. M e tu l*lr;!«!Qbergajilä«, wuril^urdh die Arbeitergruppe Ödud Awoda mit Hilfe von privaten Anleihen ein Marmorsteinbruch in Angriff genommen, dessen Produkte sich namentlich für die Ausfuhr und für Schmucksteine im Lande eignen werden. Der Steinbrech in Mo za, der seinerzeit den Stein für das Arbeitersanatorium in Arzo bei Moza geliefert hatte, wird nun aufs neue in Betrieb gesetzt, um auch den Stein für das zweite Stockwerk des Sanatoriums zu brechen und zu behauen. Der Steinbruchgesellschatt Eben werden auch die Steinbrüche in der Stadt Jerusalem Giw’ath Schaul, Knesseth und Ratisbonn eingefügt werden, sowie die Steinbrüche aut dem Hadar Hakarmel in Haifa. Zu den industriellen Betrieben von Solelboneh zählen vor allem die beiden großen kooperativen Tischlereien ״Karmel“ in Haifa, ״Dror“ in Tel-Awiw, die sämtliche für die Bauarbeiten notwendigen Bautisdilereia-beiten au~f hren. Der Arbeitsumsatz der Tischlerei ״Dror“ betrug während des Jahres 1925 E£ 14000. Sie beschäftigten in aer ersten Hälfte des Jahres 1925 durchschnittlich 55 Arbeiter, während deren Anzahl in den letzten Monaten auf 80 gestiegen ist. In der Tischlerei ״Karmel“ In Haifa waren durchschnittlich 20 Leute beschäftigt. Ihr Jahresumsatz betrug 6000 £. ln Haifa hat Solelboneh eine kooperative Werkstätte zur Herstellung von Zementfließen, Röhren und Baublöcken unter dem Namen ״Namlith“ errichtet, die im ersten Jahre ihrer Tätigkeit außerordentlich beschäftigt war und für mehr als 6000 £ Zementprodukte geliefert hat. Die Werkstätte beschäftigte 12—15 Mann, die Vermehrung ihrer Aufträge beweist die Notwendigkeit ihrer Erweiterung, die das Arbeitsjahr 1926 mit sich bringen wird. Das Betriebskapital von Solelboneh. Nach der offiziellen Bilanz von Solelboneh zum 31. Dezember 1924 betrag das Betriebskapital der Gesellschaft E£ 10698,765. Ende des Jahres 1925 erhöhte sich das Kapital auf E£ 17200. Zusammen mit den E£ 7 000, die der Gesellschaft laut den Beschlüssen des letzten Kongresses von seiten des Keren Hajcssod zugeiührt werden, erreicht das Betriebskapital den Betrag von E£ 24 000. Der bedeutende Jahresumsatz der Arbeiten der Gesellschaft, die durch neue Investierungen notwendige technische Vervollkommnung des Betriebes und die Notwendigkeit, den Betrieb auf gesunder ökonomischer Basis zu halten, fordern eine Erhöhung des Betriebskapitals auf eine Summe von E£ 500C». Die Gesellschaft Ist daher bestrebt, ihre Aktion im Auslande zum Zwecke des Absatzes ihrer Vorzugsaktien fortzusetzen• und zu erweitern. Sie hat zu diesem Zwecke in diesem Jahre die Mitglieder des Direktoriums M. Bader nach Europa und D. Remes innerhalb der Arbeiterdelegation nach Amerika entsandt. Palästinensische Knnslaasslellnng Es werden Vorbereitungen für eine große Kunstausstellung aller Maler und Bildhauer Palästinas getroffen, die vom 25. März ab im Davidsturm in Jerusalem stattfinden soll. 30 0/0 der Eintrittsgelder fließen dem K. K. L. zu, ferner 15 «/ס von den Preisen aller verkauften Bilder und anderer Kunstwerke. Die jüdische Künstlervereinigung ihrerseits gibt den Betrag von 5 °/0, den sie sonst für alle derartigen Verklufe bekommt, für den Nationalfonds. *) ln dieser Tabelle ist die Arbeit des Merkas Miss’chari in Haifa im Betrage von 60000 E£ nicht enthalten, da erat zu Beginn des Jahres 1926 mit deren Ausführung begönne« wurde.