Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 24-25 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 24 25 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seife 177 Fünf Jahre Keren Hajessod Die Arbeitsstabe Von Dr. Berthold FeiweL Bei einem, der anfing mit dem Anfang und dabei blieb Tag um Tag, ist es verzeihlich, wenn zunächst sich das persönliche Empfinden vordrängt Dieselbe Arbeitsstube — nach fünf Jahren. In dem ersten, in demselben Oedanken manifestiert sich antithetisch die Relativität des Zeitmaßes. Schon fünf Jahre! Die Glieder der Arbeit reihten sich so aneinander, der geistige Zusammenhang mit dem Werk war so geschlossen und innig und so gleichmäßig zwecksicher von der ersten Stunde ab, daß Zeit nicht sich darin zu verwirken, sondern nur daneben zu ziehen schien, bis es unvermerkt fünf Jahre wurden. Fugaccs labuntur anni! Doch zugleich: Was war damals, als wir anfingen und was ist cs heute geworden? Der Name allein mit voller und stolzer Kraft klingend als vertrautes Volkswort für Hunderttausende in allen Ländern, in Marokko, in Uganda, in Indien, in Brasilien, die Organisation ein ganzes großes Gebilde mit Eigenart und Mannigfaltigkeit der technischen und geistigen Ausrüstung — und dann, was geschaffen wurde, Felder und Wiesen und Gärten, Häuser und Wege, Terrassierungen und Wasseraufschluß. Schulen und Krankenhäuser, Einwandererheime und Versuchsstationen, Steinbrüche und Drainagen, Siedlungen, große und kleine, auf den Höhen und in den Tälern — und vor allem die Menschen, Tausende neue Menschen, schaffend, ringend, lebensvoll sich rührend im Gewimmel, in ihren Grenzen und in ihren Verhältnissen eine ganze, neue Weit — und erst fünf Jahre! Dieselbe Arbeitsstube. Erinnerung; frisch, als wäre es gestern und dankbar, als wollte sie Geschichte aufzeichnen zum steten Gedächtnis, ruft alle zu sich zurück, die das alles mit großem Bemühen und mit noch größerer Liebe erdacht und geschaffen haben, vor fünf Jahren, während fünf Jahre. Für einen langen Augenblick verweilen meine Gedanken, gedenkend und denkend im Namen all dieser Männer, ruhevoll und befriedigt in der Betrachtung des Geschaffenen, unkritisch jene schönste Freude ausköstend, die auch das kleinste Werk der Sterblichen verklärt, die Schöpferfreude, die so wundervoll ist, daß der größte aller Schöpfer sie sich selbst als einziges Geschenk geschenkt hat am siebenten Tag, da er sah, daß alles gut war ... Während die Gedanken rasten, ziehen die Blicke durch den Raum, als suchten sie Wahlverwandtes. Sie treffen hier die Gründungsurkunde des Keren Hajessod, dort die große Wandkarte von Palästina und an allen Wänden Typen von Juden, bucharischen, aschkenasiscljen, marokkanischen, jemenltischen, von Liiiens Hand gezeichnet. Die Augen übernehmen das Denken und finden das Symbolische in der absichtslosen Zusammenstellung. Dort die Karte Palästinas mit den markierten Landstrichen jüdischer Erde und jüdischer Siedlung und die großen leeren Flächen, die auf Juden warten — und dort die artiefen helHgkeifs-mystischen Augen greiser fäffMlfainH äffe müden, ausgetränten, ruhe- und heimatlechzentleir eines. polnischen Händlers und dort die verschlefert-scheuen Augen ein« jungen Jemeniten י- und dort wie eine Antwort auf die stummberedte Frage von der Karte Palästinas und auf die Sehnsucht aller dieser jüdischen Augen, die eigentlich die Seelen des jüdischen Qaluth sind, der Gründungsakt des Keren Hajessod. Beziehungsreiche Sprache des Symbols, die die stillen Geister des Raums, leblose Dinge scheinbar, miteinander führen. Ist diese Sprache nicht so viel vertrauter, trostvoller heute, nach fünf Jahren, da mein Blick sie zusammenführt? * Ein weher Gedanke fährt plötzlich auf: Ephraim Moschch Lilien, der in alle diese Augen gebückt und ihre Blicke noch einmal mit seinen Künstleraugen sehend gemacht hat, ist nicht mehr. Weggenosse, der am Wege fiel vor der Zeit. Jenen Jemeniten, dessen jungen Kopf mit den feinen Schläfenlocken er gezeichnet, hat er in Palästina wiedergesehen, als Herrn in einem kleinen Haas, als Bauer auf eigenem Stückchen Land — aber E. M. Lilien ist tot. Träumten wir nicht Träume zusammen mehr als fünfmal fünf Jahre vor heute von neuer jüdischer Kunst, vom neuen Buch, vom neuen Lied? Trug nicht Martin Buber in diese Träume die Weihe mystischreligiöser Feierlichkeit? Und machte sie nicht Arthur Ruppin erdenfest durch Gedanken und Plan des wirtschaftlichen Aufbaus von Erez-Israel? Und erhob sie nicht Chaim Weizmann in die klare Sphäre gesammelten Geistes, da er sie zusammenschloß in den Traum der• jüdischen Universität? Träume? Ein Träumender ist gegangen. Alle Träumenden müssen gehen. Aber klingt nicht das neue Lied, gliedert sich nicht planvoll ein neues Wirtschaftsleben, weben und streben nicht im Emek neue Ideale einer neuen Lebenswürde und steht nicht über Jeruscholajim auf dem Berge Scopus ein erster Bau der neuen Universität? Und was wird der junge Traum vom Volksfonds, vom Keren Hajessod, sein, wenn erst fünfmal fünf Jahre dahingezogen sind? ״Hajinu Kecholmim . . Wie Träumende waren wir, da wir auszogen aus der Gefangenschaft . . . Die Träumenden gehen. Aber Ist das nicht eine wundervolle Zeit und eine begnadete Generation, in der aus dem Leben Träume aufsteigen und aus Träumen Leben wird? * Verlockendes Spiel der Gedanken, in den kleinen Dingen Bedeutung zu suchen, die ins Große weist und in träumerischer Nachdenklichkeit von dem großen Geschehen einen Atemzug hereinzuleiten ln diesen kleinen Raum. Aber dieser Raum ist ja eigentlich eine Arbeitsstube. Und wenn sie einen Genius loci hat, so Ist er ein gestrenger, der von jeder Stunde ernsten, entschlossenen, wirkllchkeitsnüchternen Dienst fordert. Schwerer Dienst der vielen, die an vielen Orten diesen Dienst tun. in eine Welt, in eine oft freundliche, oft feindliche, aber immer sehr irdische Welt, über irdische Hemmungen, Schwierlgkeiten und Enttäuschungen, mit dem Schwung ihrer Herzen, mit Ermüdung und Zweifel und mit wieder erneutem Schwung senden sie Ideen und Ideale aus, um einen Widerhall zu wecken, um eine Antwort zu holen, die Geldeswert ist. In diesem Austausch von Geist und Stoff muß sich ihre Kraft, ihre Gesinnung und Geduld erproben. Verantwortungsvollste ■Iler Aufgaben, den Dienst zu tun, ihn erfolgreich zu tun, und dabei doch darüber zu wachen, daß durch die Berührung mit dem Gelde nichts Unklares, nichts Unreines sich in ihr menge . . . Vor mir Uegt eine Tabelle, Reihen und Zahlen, Land hinter Land, Jahr nach Jahr. Da ist, auf einem Blatt zusammengefaßt, das Ergebnis des Keren Hajessod in fünf Jahren. Nach vielen Einzelzahlen die Endzahl, alles Mühen und alle Opfer summierend, und doch so bescheiden, mit einem kaum zurückgehaltenen: Zu wenig 1 Ist also das Keren Hajessod-Werk in fünf Jahren, ist das also alles, diese Zahlen, diese Endzahl? Ist — in der sich aufdrängenden Betrachtungsweise der alten Pythagoräer — die Zahl das Wesen aller dieser Dinge? Die Zahl, deren Anschwellen oder Unzulänglichkeit die Arbeitstage mit Mut oder Ungeduld oder Angst füllt, heischend, beschwörend, antreibend? Während meine Fragen über die Ziffernreihen gleiten, bekommen die Ziffern Leben. Wie wurden sie, was werden sie? Mensehen stehen auf, mit warmen Herzen und heißen Lippen, die von Land zu Land gehen und ihre Inbrunst mit der Stimme des Predigers zu wartenden Menschen tragen, lind irgendwo in dunklem Erdteil sind Sandkörner der Verstreuten vom Sande Israels, vertragen vorn Wind und wie verloren und doch, beim neuen Klang uralten Wortes, gliedern sie sich zu harmonischer Belebtheit — wunderbares Mysterium des Blutes von Abraham, Isaac und Jacob. Und uralte Weihe steht auf von Beth-EI: ״Und ich will dargeben den Zehenten von aller meiner Habe . . .“ Und Bilder reihen sich an Bilder. Hoch aufgerichtet den bronzenen Leib, steht ein Jüngling in gleißender Sonne, mit hoch aufgeseliwungener Axt, die niederfahren wird, Felsgestcin zu zerbrechen. Und in langem Kittel, die Schnur um die Lenden, ein bärtiger Alter, der mit dem Pfluge Gottesdienst tut an der Erde. Und jetzt klingt auch Musik herein, Lachen von Kindern, die, in glücklichem Spiel um Reihen von Aehrenbiindeln, sich verstecken und necken,.. Und die Blicke, noch einmal gleitend über die Ziffernreihen, hellen sich auf: Nein, dieser Dinge Wesen ist nicht die Zahl, ihr Wesen ist Geist und Blut. Nach dem ersten Jahrfünft des Keren Hajessod Von Leo Herrmann, Generalsekretär des Keren Hajessad-Direktoriums, London. Würden wir heute, fünf Jahre nach der formellen Gründung unseres Keren Hajessod, das Ende und den Erfolg des Keren Hajessod feiern, wenn sein ursprüngliches Ziel erreicht wäre, wenn wir innerhalb von fünf Jahren im jüdischen Volke fünfundzwanzig Millionen Pfund für die Grundlegung des jüdischen nationalen Heimes aufgebracht hätten? Hätte es sich nicht vielmehr gezeigt, daß auch dann noch für den Keren Hajessod vieles zu tun übrig geblieben wäre, was die Befestigung der Grundlagen erfordert hätte? Es ist vielleicht müßig, heute solche Fragen zu stellen. Im Lichte der Erfahrungen, die wir gesammelt haben, könnte man vielleicht sagen, daß das organische Wachstum des Geschaffeneh, die Entwicklung das jüdischen Jiäehüw ji| _Mrqse täiä; ׳Aveäo •'־ wir. jfwau&fifttenftg MUSöhai 15Pfund Gebracht hätten, nkbt eine endgültige Erfüllung, sondern eine ,rneuerung und stete Vergrößerung der Aufgaben, die dem Keren Hajessod und durch ihn dem jüdischen Volke gestellt sind, zur Folge gehabt hätte. Auch der Keren Hajessod ist eine nie erfüllte Aufgabe und eine bleibende Verantwortung. Aber wir haben dies große Anfangsziel nicht erreicht, wir haben fünfundzwanzig Millionen Pfund nicht aufgebracht, wir hauen die Grundlagen des nationalen Heims nicht so sicher gelegt, wie wir sie gelegt haben woüten, wir sind, wenn nicht im Anfang, so doch in der Mitte der Arbeit, und darum feiern wir heute nur erst das erste Jahrfünft des Bestehens des Keren Hajessod. Darum ist auch unser Rückblick nur ein vorläufiger. Darum ist er aber gleichzeitig auch Ausblick in die Zukunft. Das erste Jahrfünft des Keren Hajessod hat um in schwerer Arbeit durch manche Enttäuschungen, aber auch durch Erfolge, die weit hinausreichen über vieles, was wir vor fünf Jahren erwarteten, diese tröstende Gewißheit vermittelt: Die Arbeit war nicht umsonst. Weil heute kaum noch jemand bezweifelt, daß der Keren Hajessod ein legitimer, ja der einzig legitime Weg zura Ziele war, die ersten Grundlagen zum großen Aufbauwerk des jüdischen nationalen Heimes zu legen, dürfen wir auch, ohne in den Verdacht zu kommen, daß wir die Leistungen des Keren Hajessod in Voreingenommenheit überschätzen, auf gewisse Seiten der Keren Hajcssod-Arbeit, die zu oft gering geschätzt werden, mit Genugtuung, ja mit Stolz hinweisen. Und auch dieser Stolz ist nicht eitel und unfruchtbar, weil er alle jene, die in kommenden Jahren am gleichen Werk Diener sein werden, mit Mut und Eifer erfüllen soll. Nicht davon soll hier gesprochen werden, was mit Hilfe und auf Grund des Keren Hajessod in Palästina erreicht worden Ist Uns geziemt es vielleicht in erster Reihe, etwas von den. Erfahrungen und Zeugnissen auszubreiten, die aus der Werkstatt, aus den unzähligen Werkstätten des Keren Hajessod kommen, in denen daran gearbeitet wird, die Idee des Keren Hajessod zu erfüllen, die Besteuerung des jüdischen Volkes für den Aufbau seiner nationalen Heimstätte. Vielleicht erscheint es manchen als vermessen, aber trotz• dem bleibt es richtig, wenn wir feststellen, daß noch niemals eine so gewaltige Propaganda für den Aufbau des jüdischen nationalen Helms geführt worden ist, wie durch den Keren Hajessod. Die gesteigerte Extensität und Intensität der Propa• ganda beruhte von Anfang an darauf, daß der Keren Hajessod von der Zionistischen Organisation geschaffen worden ist, damit er ein Instrument der jüdischen Gesamtheit werde. Der Anspruch auf die Mitarbeit aller derer, die sich nicht schon durch Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation, zum Dienst an Erez Israel verbunden hatten, ist vom Keren Hajessod zum ersten Male mit mehr als bloß deklamatorischem Nachdruck gemeint und ausgesprochen worden. So wurde das ganze jüdische Volk Objekt des Keren Hajessod. Er ging mit seiner Forderung weit hinaus über die Grenzen der zionistischen Bewegung, weil er in sich die Tendenz aufgenommen hatte, die Freunde zu sammeln und die Abgeneigten zu gewinnen. Man hat davon gesprochen, daß in dieser Tendenz gleichzeitig die Gefahr verborgen lag, die Stärke zu vermindern, die im kompromißlosen, zionistischen Bekenntnis liegt, man hat den Keren Hajessod dafür verantwortlich gemacht, daß sich im organisatorischen Bau der zionistischen Bewegung Sprünge zeigten. Vielleicht ist es trotz aller Beteuerungen des Gegen■ teiles noch immer zweifelhaft, ob die Zionistische Organisation, seitdem der Keren Hajessod wirkt, schwächer geworden ist. Ich glaube, daß mit weniger Recht behauptet werden kann, daß die zionistische Bewegung, ja sogar die Zionistische Organisation als solche 1926 nicht kleiner, nicht schwächer, nicht weniger aktionsfähig und schlagkräftig ist als 1914 oder 1920 und 192.1. Richtig ist, daß die Kercn-Hajessod-Propaganda in diesem Jahrfünft besondere Wege angeschlagen hat, Wege, die in der rem zionistischen Werbearbeit früher nicht begangen wurden, weil für sie erst durch den Keren Hajessod die richtige Grundlage und die rechte Form geschaffen wurde. Rein zionistische Propaganda, wie sie früher allein verstanden wurde und jetzt oft gedeutet wird, bemüht sich, zu beweisen, daß die Errichtung der nationalen Heimstätte die einzig mögliche Lösung der jüdischen Frage ist, des Schicksales des jüdischen Volkes innerhalb der Menschheit und jedes Einzelnen seiner Glieder, ob er nun schon die Zugehörig, keit zum jüdischen Volke bewußt fühlt und als Verpflichtung anerkennt oder nicht. Rein zionistische Propaganda stellt daher immer die Frage: Wir־ verhältst du dich zu diesem letzten Ziel? Darum ist theoretisch rein zionistische Propaganda möglich, auch ohne daß in urr.eren Tagen in Erez Israel gebaut und geschaffen v, ird, ohne. Anrufung dessen, was schon in Palästina geschehen ist oder versäumt ist. Rein zionistische Propaganda ist in die Zukunft gerichtet, nicht abhängig vom Erfordernis der. Gegenwart und den Mühen der Verwirklichung. Für rein zionistische Propaganda kann Erez Israel von heute und morgen Illustrationsmaterial sein, aber sie schöpft ihre größte Stärke doch immer wieder aus dem Anblick des End• Zieles. Keren Ilajcssod-Propaganda ist aus gleichen Quellen gehören und. von gleichen Wassern genährt. Aber sie ist zu gleicher Zeit aufs innigste mit dem jüdischen Werden und dem; jüdischen Wirken in Palästina von gestern, von heute und morgen verbunden. Sie ist aufgebaut auf die Notwendigkeit und die .Tatsache von Leistungen und sic überzeugt und gewinnt mit dem Hinweis darauf, was ist und was not tut — nicht in der fernen Zeit und in der geruhigen Vorbereitung auf sie, sondern unmittelbar, von Tag zu Tag. Darum war ihr Aufruf dringender, ihr Ruf lauter, ihr Zugriff stärker. Wer in der Keren Hajessod •Propaganda Rechtes tun wollte, konnte nur dann auf dem richtigen Wege bleiben, wenn auch ihm jeder einzelne Schritt von dem Blick auf letzten Zweck und. letztes Ziel geleitet war. Gerade er mußte dieses Ziel in sich unverlierbar aufgenommen haben, um nicht in die Irre zu gehen und die Kraft zu verlieren, ohne die Appell und Aufklärung leere Deklamation und zusammenhangloser Bericht werden. Aber fraget nach den Namen derer, die sich im Keren Hajessod-Wcrke geprüft und bewährt haben, von unseren Führern bis zu den anonymen Mitarbeitern, die als Sammlet; von Haus zu Haus und von Mann zu Mann gehen: haben sie den Königsgedanken des großen Ideals verraten und verkauft, sind sie die Sklaven des Goldes geworden und muß gegen sie die Reinheit der Idee gewahrt werden? : Wohl hat der Keren Hajessod oft darauf verzichtet, Bewußt verzichtet, jede Darstellung des Geleisteten und de* Notwendigen mit der Beteuerung zu versehen, daß der Weg zu einem Ziele führt, das nicht erreicht werden kann, ohne daß! dabei manches der Probleme und vielleicht zuletzt die entscheidende jüdische Frage, die Frage nach Zukunft des jüdischen Volkes und des Judentums, gelöst und beantwortet wird. Aber dies konnte geschehen, weil der Keren Hajessod schon in einer Periode zu werben und za arbeiten begann, da: schon die Aufzählung von Tatsachen und die Ausbreitung von Plänen für das kommende Jahr so geschah, daß durch jede! Zahl, durch jedes Bild das Ziel durchleuchtete, am dessentwillen geschaffen, berichtet und geplant wird. Denn der Kereni Häjessud '׳sieht*JAi»a nf-der Khithtki^1#'׳*!־ tMtJaär'-'^^iMli ffle •Kommendes^: er •׳Dt-TfcWöh*' •:dÄ«: iGöfcl|ÄenÄ Jüdischer Hände Werk im Stein, Sumpf und Sande von Ereaf Israel, Gräber und Pflanzungen, hebräische Schule und hebräisches Leben, soziale Institutionen und alles das, was heute im Keren Hajessod-Programm steht, gab es schon vor dem Keren Hajessod. Er hatte es auszubauen und zu sichern, damit es Grundlage für einen größeren Bau werde. Und weil dies schon Geschaffene im rechten Geist geschaffen ist und nicht ausgerottet werden muß, bevor die Grundlagen für die Zukunft gelegt werden, und weil alles das, was vom ersten Tag des Wirkens des Keren Hajessod geschaffen wurde, in gleichem Geist geboren wurde, durfte der Keren Hajessod eine Tatsachen Propaganda anwenden, die vielleicht stiller ist als die leidenschaftliche Auseinandersetzung um Ziele, ab’cf nicht weniger eindringlich und nicht weniger überzeugend. Teil dieser Propaganda waren und sind Bericht über int verflossenen Jahr und Monat Geleistetes und Erzieltes und Budgetplan für nächstes Jahr, eins ans andere anknüpfend, beide zusammen aber gleichzeitig nicht nur Propagandawert, sondern auch Grundlage, Arbeitsplan, Rahmen und Inhalt realen, geordneten und geleiteten Schaffens auf das Ganze hink Wann war Ideenpropaganda realer, wann war Tatsachen- Propaganda ideebeseelter als in dieser Verknüpfung? Der Ausbau dieser Propaganda nach allen Richtungen, dabei Uebennaß vermeidend und den besonderen Charakter des in Palästina Werdenden schonend, hat seine Wirkung getan, daß sie den Rausch der Stunde überdauert und die Gemeinde des Keren Hajessod, der für die Palästina• Aibcit Rückhalt und Stütze ist, Zusammenhalt und erweitert. Die Keren Haje.ssod־ Pro p n ga nd a hätte versagt, wäre es nur Ihre Aufgabe gewesen, Stimmung zu schaffen. Aber sie fand Ergänzung und Ausnützung in der Organisation dessen, was der Keren Hajessod Arbeit ihren besonderen Stempel aufgedrückt hat: in der Verknüpfung des Einzelnen mit dem Palästinawerk durch seine Leistung und sein Opfer. Der Keren Hajessod, der so viel allgemeine und anonyme Pronaganda gemacht hat, hat sich in ihr nicht verloren und hat sich immer wieder zur: Aufgabe gemacht, unmittelbar an den einzelnen heranzukommen, in seiner Besonderheit und in seinem Milieu, auf seine persönliehe Frage eine persönliche Antwort zu geben, ihn persönlich ui überzeugen, zu gewinnen, zu sichern und mit den Bändert von Verpflichtung und Verantwortung, mit dem Werke in Palästina zu verknüpfen. Die Zeichner des Keren Hajessod und die Verpflichtungen für den Keren Hajessod sind heute allgemeine Begriffe geworden. In fünfzig Ländern der Erde besitzt der Keren Hajessod Komitees, die darüber wachen, daß der Begriff des Keren IlajcssodZeichners und der Keren Hajessod Verpflichtung nicht zum leeren Spott wird — ein« Tatsache von keineswegs nur organisatorischer oder gar bu'ht haltungstcchnischcr, sondern von lebendiger, symbolischer Bedeutung. Und die EroUerungszüge des Keren Hajessod gehen weiter. In jene Länder und in jene Schichten des jüdischen Volkes, in denen der Keren Hajessod noch keine oder noch nicht genügend Zeichner besitzt. Noch zerfällt die jüdische Gesamt!« heit in zwei Teile: in Zeichner des Keren Hajessod und in solche, die es noch werden sollen. Aber wir haben erst ein Jahrfünft der Arbeit hinter uns und das Werk ist riesengroß: Noch lebt Israel im Galuth. Vielleicht erscheint es als nicht viel, was der Keren Hajessod erreicht hat, wenn wir die Ziffern ansehen. Das Hauptburcau des Keren Hajessod hat in diesen fünf Jahren einen Nettoeingang von 2260580 Pfund 14 Shilling erzielt; davon haben die Vereinigten Staaten von Amerika allein 1 334 863 Pfund — 593 «'0 beigetragen. . Trotz großzügigster Propaganda und ausgebildeter, immer wieder an neuen Auf• gaben sich bewährender Organisation. Warum der. Erfolg