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Jüdische Rundschau · 1926-03-12 · Heft 20 (12.3.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 20 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Kr. 20 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 14© An! den Spare■ der verloreien Ideale Von Sch. Oorelik. I. Es wird schon bald ein halbes Jahrhundert, seit der Zionismus im Bewußtsein eines großen Teiles des jüdischen Volkes nicht allein als romantische Heimatssehnsucht, sondern als eine fcstumrisscne Ideologie lebt, Ete ist also nicht mehr das bloße Zurückwollen in das!.and, dessen Verlust das fromme Volk in seinen Gebeten immer betrauert und der iromme Dichter beweint, es ist ein Zurückwollen mit einer großen Absicht dazu, die nicht allein patriotischen, sondern ethischen, sozialen und kulturellen!Motiven entspringt. Es ist somit ein Zurückkehrenwollen unter bestimmten Bedingungen, Voraussetzungen. Darin kennzeichnet sich der Unter- -chied zwischen dem modernen Zionismus und der mystischen, patriotischen Sehnsucht, die in älteren Zeiten einzelne Repräsentanten oder große Massen des jüdischen Volkes in seeiischcr Spannung hielt. Hätte Jehuda Halcvi Jünger gehabt, dann wären sic mit ihm nach Palästina gezogen, nur von einem heißen Wunsche geleitet, dort zu sein. .Mit der Erfüllung dieses Wunsches wäre aber auch dann das ganze Programm für einen Zionisten des XV. oder XVII. Jahrhundert« erfüllt gewesen. Für den Zionisten des XX. Jahr- Hunderts aber ist es mit dem Dortsei 11 allein nicht getan. Wünschen anderer Natur will man noch Geltung verschaffen, um das Ideal verwirklicht zu sehen. Der moderne Zionismus fängt nicht mit dem Baseler Programm an, sondern er fängt von dem Moment an, wenn nach Zion zurückkehren bedeutet, ein anderes Leben zu führen. Nicht in dem Sinne anders, trnbedingt im Wohlstand zu leben, sondern daß dieses Leben mit bestimmten ethischen, kulturellen, sozialen Idealen durchdrungen sein soll. Der Volkssänger Eljokom Zunscr Lljokom Badchon genannt - der erste, der das Lied vom jüdischen Bauern gesungen hat (״ln der Sorbe liegt die Masel Broche“: Im Pflugeisen liegt Glück und Segen) war gleich Dr. Pinsker, Acliad Haam, Herzl ein moderner Zionist. Und es ist vielleicht falsch, einen tiefen Gegensatz zwischen dem Zionismus Achad Haams und 1!er/!.- zu konstruieren, solange hei beiden nicht die patriotische Sehnsucht nach dem Dort, sondern die Unzufriedenheit mit dem Leben hier das Primäre war, solange-auch Herzl mit dem Traum, ein neues Volk zu schaffen, hcrumging. ,,Die jüdische Ehre beginnt•‘, schreibt er in seinem Tagebuch. ״Diejenigen, die dorthin gehen wollen,“ sagt er, ״müssen die alten Kleider von sich abtnii und neue anziehen als Symbol eines neuen Lebens.“ Daß der Inhalt dieses neuen Lebens nicht nur im Wohlstand lind ״gut gehen“ bestehen sollte, ist auch daran zu sehen, mit־ welcher Entrüstung z. B. Herzl den Gedanken abweist, daß 'Aie Juden an die Börse werden gehen wollen. ״Ich werde sic auf die Straße jagen“״ schreibt er im Tagebuch, ״und den! jüdischen Parlament erklären, daß dies alles unumgänglich dort, im Galuth, war, aber nicht hier.“ Dabei war Herzl keineswegs ein Sozialist und sein Vater, an dem er besonders hing, war selbst Börsenmakler, Herzl war somit auch ein geistiger Zionist, und die Not des Judentums allein war cs nicht, die in seiner Seele den Traum von einem Judenstaat aufblühen ließ. Während Jahrzehnte kämpften Zionisten in der Presse, auf Versammlungen gegen die Behauptung, daß die politische Unterdrückung und wirtschaftliche Not die Hauptargumente der zionistischen Ideologie seien. Sie faßten cs als eine Beleidigung auf, wenn man sie als Pogromzionisfen bezeichnete, obwohl es doch nicht abzuleugnen ist. daß die Pogrome und der Antisemitismus Anstoß zur ״Rückkehr“ gegeben haben. Man wehrte sieh aber dagegen, weil man nicht zugeben konnte, daß nur das Entrinnenwollcn von Leiden und nicht das neue ideale Leben die Hauptsehnsucht war. Dagegen aber nahm man den Vorwurf ״Flucht aus Europa“ mit Stolz an, nur gab man ihm nicht den politischen Inhalt der damaligen Hauptopponenten des Zionismus, der Bundisten, vielmehr unterstrich man damit die Zugehörigkeit zum Orient. Ltie Deklarationen der Zionisten waren immer von hohem ethischen Inhalt getragen. War auch nicht die Rede von einem Reich Gottes auf dem Boden Palästinas, so docli von einem heiligen Bestreben zu einer möglichen Vollkommenheit, von einem Bemühen zu einem Leben auf einer idealistischcn Grundlage. Der Arbeiter wollte gleich mit soziatistischen Versuchen anfangen, der Orthodoxe schwelgte in Visionen einer religiösen Renaissance und der Allgemeine Zionist hatte auch seine Träume, und nicht nur auf kulturellem Gebiet, er träumte nämlich von einer Art Klassen- Harmonie, jedenfalls von einer großen .Milderung der Klassengegensätze. Er handelt auch danach, der Ailgemciuc Zionist. Im Galuth wird er in einem Sozialisten nur einen Gegner sehen, in Palästina aber unterstützte er Arbeiter- Siedlungen auf sozialistischer Grundlage. .Mit Stolz, sprach er dariifbr. Es war dies eine,Art geistige Rente, die er sicli für seine Seele abgespart hatte. II. So war es bis *or kurzer Zeit, eigentlich bis zu dem Ereignis in der zionistischen Bewegung, das den Namen ״Vierte Alijah“ trägt, und mit der eine neue .Mentalität des Allgemeinen Zionisten beginnt. Viele fühlten in diesem Neuen eine Gefahr, ernste Kraukheitssynipfome, man forschte nach einer passenden Bezeichnung dieser Krankheit. Indes, die neue Mentalität bestand hauptsächlich darin, daß ein sehr großer Teil der Allgemeinen Zionisten auf vieles Verzicht geleistet hat, was er früher als unzertrennlich mit dem zionistischen Ideal betrachtete, und er hielt die Tatsache des Uebersicdelns, des Dortscins für vollkommen ausreichend. Man setzt sich auf einen Dampfer und nach ein paar Tagen ist man einfach da, in dem heiligen Lande, wo man das alte Leben nach denselben Methoden fortsetzen will. Nur’das Sprachideal Ist ln Ihm noch geblieben, aber von einer Klassenharmonie ist kein Deut mehr zu vernehmen. Der Arbeiter ist ein Gegner geworden, wie er es im Galuth war, die Arbeitersiedlungen werden schon nicht mehr von dem idealistisehen, heroischen Standpunkte, sondern vom Standpunkt der Rentabilität betrachtet. Auf den Straßen von Tel-Awiw J!ört man noch die Kinder singen Als Gott heimführte die Gefangene Zions war uns als ob wir träumten, aber die Eltern, die Erwachsenen glauben, daß die Zeit für Träume vorüber ist. Sie sind erwacht, aber es ist das Erwachen zu großer Nüchternheit. Und wenn ein englischer Polizist einen streikenden jüdischen Arbeiter ins Gefängnis schleppt, wird nicht viel Aufhebens davon gemacht, Eine XXL Delegierientag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der Delegiertentag findet in üct Zeit vom 23. bis 25. Mai 1926 statt. Der Ort der Tagung und die Tages- Ordnung werden in der nächsten Woche bekannt gegeben. Au» den Wahlvorichrtffen Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß nach den erlassenen Bestimmungen sämtliche wahlberechtigten Gruppen ihre Mitgliederlisten mit genauer Adrcssennngakc der einzelncn Mitglieder bl» zum 1.5. MKrz 192© an das Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin VV 15, Meinekestr. 10, cinschicken müssen. Wir weisen־ ferner darauf hin. daß die Ortsgruppen, um wahlberechtigt zu sein, die Schekel für das Jahr 5686 und die Zionistensteuer bzw. Landesbeiträge für das Jahr 1925 und für die erste Hälfte des Jahres 1926 in bar an die Zionistische Vereinigung für Deutschland spätestens bis zum 30. April 1926 ablühren müssen. solche Szene bedeutete zwar ein völliges Scheitern eine.- 1 eile.« der ehemaligen zionistischen Ideologie, das Zerrinnen eines Traumes von Kiasseniiarmonic, aber dieses Scheitern löste nicht eine seelische Depression ans. Es wird als einer der vielen Konsequenzen des realen Lebens angesehen, als nalürliehe Folge des Klassenkampfes, der auch in Palästina nxlit ausbleihen wird. Und so wurde denn auch die üodenspekuiatioii, die eine Zeitiang in Palästina sich breit machte, von denselben Zionisten, für die etwas derartiges früher eine Ideenkatastrophe bedeutet hätte, jetzt mit einigen Sophismen abgetan und gerechtfertigt. Vor kurzer Zeit geriet ich in/eine Diskussion mit einem ehemals namhaften Zionisten, der jetzt aber eine Periode der Nüchternheit durchinacht, umsomehr, als er dank der vierter; Alijah selbst leider in die Lage gekommen ist, in Palästina Geld zu verdienen. Ich sage ״leider״, nicht, weil ich ihm Schlechtes wünsche, sondern aus ganz anderen Gründen. Denn hätte er in Palästina Geld verloren, wäre die Nüchternheit nicht in so erschreckendem, vorherrschendem Maße gefolgt. Er stände dann zwar unter einer starken wirtschaftlichen Depression, im übrigen aber wäre er ein guter Zionist geblieben. Jetzt aber verleugnet er seine Ideale und diejenigen, die ihnen noch Treue halten, verhöhnt er als ״Sehahbes- Zionisten“, er verhöhnt seine eigene Vergangenheit. Und was kümmert ihn, der sich als Herzüaner betrachtete, jene Stelle in Hcrzl's Tagebüchern, wo strenge Strafe über etwaige Spekulanten verhängt werden soll. Und als ich ihn reden hörte, bedauerte ich abermals, daß Palästina, das sieh noch in der Periode des Wunders befindet, schon einige Leute zu soliden Verdienern gemacht bat; Demi in Palästina muß man noch Geld verlieren, Geld begraben, so wie die Cbaluzini ihre Gesundheit durch schwere Entbehrungen verlieren, und die Scliomrim ihr Blut. Palästina wird noch Sange Zeit auf der Basis der Unrentabilität leben müssen. In der Atmosphäre der Unrentabilität ist der Zionismus groß geworden und hat einen Weltruf bekommen, ln allen Büchern, die über das neue Leben in Palästina berichten, wird hauptsächlich mit Begeisterung über das Tun und Wirken der Chalu/im in den unrentablen gemeinschaftlichen Siedlungen gesprochen. Ucbcr die große Mühle in Haifa, über die Ziegelfabrik־ sind nur ein paar Worte zu finden, denn das Herz der Welt schlägt für das Unrentable, für das Irrationale im jüdischen Palästina. Das Unrentable ist somit in Wirklichkeit höchst rentabel, cs hat die Sympathien der Welt eingebracht und die Gelder für die zionistischen Institutionen. Ich möchte mit dem bisher Gesagten die Aufmerksamkeit des Lesers hauptsächlich darauf lenken, daß unsere nationale Idee in ihrer ersten Periode als Läuterungsproze fi gedacht worden war. Solange sie dieser Art erlebt wurde, war sie fruchtbringend, war Leben in den Reihen der Zionisten, waren die zionistischen Kongresse Ereignisse. Immer wenn eine, nationale Idee dieses wichtige Moment, nämlich die Selbstläuterung, verliert, muß ein Verfall kommen. Ein Teil der Anhänger erliegt der Gleichgültigkeit, dem Stumpfsinn, und der andere Teil, der temperamentvollere, verspürt Gefallen au einem Nationalismus, der leicht zu Chauvinismus degradiert werden kann. Warum sympathisieren viele, die keine Sozialisten sind, mit den Chaluzim? Weil in den Reihen der Chaluzim der Zionismus als Selbstläuterung noch Wirklichkeit ist, während große Schichten der allgemeinen Zionisten har jeder Ideologie geworden sind. Merkwürdigerweise will auch die Welt den Zionismus als Läutcrungsprözeß sehen. Eine sonderbare Paradoxie! Diese Welt voll Ungerechtigkeit, Grausamkeit, voll ungelöster Probleme findet Gefallen an den kleinen Gemeinden jüdischer Enthusiasten in den Tätern Palästinas. Sie würde sich auf uns werfen, diese Welf, sollten wir einmal den Weg des aggressiven Nationalismus gehen wollen, obwohl cs doch ihr Weg ist. Das sollen sieh diejenigen von den Tatkräftigen, allzu Temperamentvollen merken, die jede Erinnerung an die geheiligten ethischen Traditionen des Zionismus als Schlappheit, als überwundene Romantik, als schädliche Schwärmerei ansehen. Sie wird uns zwingen, uns an diese Traditionen zu halten, die Welt nämlich, die allzu oft Traditionen, feierliche Deklarationen verleugnet, uns wird sie zwingen - - paradox genug — einem wahrhaft progressiven Nationalismus zu folgen. Oie looristen-Saison Jerusalem, 3. März. (P. C.) ln diesem Winter kamen die meisten Touristen mit Schiffen aus amerikanischen Häfen nach Palästina. In Haifa kamen von Ende Januar bis Ende Februar die folgenden großen Dampfer an: Adriatic, Lapland, Homcric, Corinthia, Scythia und Transylvania.' Sie brachten eine beträchtliche Anzahl von jüdischen Passagieren nach Palästina. -- Das von der Zionistischen Exekutive, dem Keren Hajessod und Keren Kajcmcth unterstützte Jüdische Informationsbüro schickte Vertreter an die Schiffe, um den Gästen Auskunft zu geben und ihnen bei der Auf- Stellung eines Reiseplanes behilflich zu sein, wobei besonder-- die Zentren jüdischer landwirtschaftlicher wie industrieller Arbeit Berücksichtigung finden. —.. 1 ׳ י' ־.?* Heine Naehriehtei Der Delegierte des Keren Hajessod, Leib Jaffe, wurde uuu Präsidenten der Republik Estland, dem Minister für Auswärtige Angelegenheiten und dem Unterrichtsininistf r empfangen. Alle drei sprachen ihre tiefe Sympathie für den Keren Hajessod und für den Aufbau Palästinas als ein jüdiscltcs Nationalheim aus. Der soeben von seiner Pariser Reise nach Lemberg zurückgekehrte Abg. Dr. Hausner teilte Pressevertretern mit, daß in Frankreich eine R e 11 u n g s a k t i o 11 g r o II e n Stils für die Juden in Polen im Gange ist, die vom französischen Obcrrahbiner L e v i geleitet wird. Die englische Regierung hat sich namens Palästinas den auf der zweiten Allgemeinen Internationalen Konferenz in Gent‘ am 0. Dezember 192) angenommenen Konventionen angeschlossen. (Ziko.) Die palästinensisch - a r a 1> i s e 11 e Presse w eiß zu bericir.tii, daß die Regierung angeblich zum 1. April Trans- Jordanien mit Palästina vereinigen wird, das dann wieder drei Regierungsbezirk(' zählen soll. Der Vorsitzende der sozialistischen Portei Amerikas, J. W. D e b s, sandle der Clhicagoer Konferenz der jüdischen Arbeilergcwerkscfiai'Uii ein BvgrüBungstelegramm, in welchem er insbesondere seiner großen Sympathie für das 1' a I ä s t i 11;1 w c r k der jüdischen Arbeiterschaft Ausdruck gab. Line Abteilung für Sozialhygiene mid mcdi/inisdie Statistik ist vom V'aad Habriutji (Jüdisches Gestindbcitsamt) geschaffen worden. Dr. Sigismund Pelle r aus Wien wurde zun! Direktor dieser Abteilung ernannt. Der Stadtrat von Tel-Awiw beschloß, dir gesamte A 11 e ti b y s 1 r a ß e (die größte und schönste Straße Tel- Awiws) völlig zu erneuern. Die Arbeiten auf der fünf Kilometer langen Chaussee bei Sichron Jacob werden gemäß den Angaben der Regierung jüdischen Arbeitern \ou Sichrem Jacob übergeben werden. Insgesamt werden dabei drei bis vier Monate lang SO ArbeUer beschäftigt werden. L inern Bericht über die Organisation d e r T e x t i i - arb enter in Jaffa entnehmen wir, daß die Organisation 235 Mitglieder umfaßt. Sie teilen sich ein in 119 Schneidermeistcr, 29 Schneider im Dienst von Verkaufsläden, 5t Kleider* nähorinnen, 31 Mk-.-chenäherinnen. Der jetzt in Amerika lebende, aus Polen .stammende Itebräisehe Dichter M. M. D o I i c k i wird am 27. Ador (13. März) 70 Jahre alt. Die Absichten, in Norwegen ein Sehächüerbot cinzutühreu, sind, wie uns berichtet wird, auf Grund von vorgelegten Gutachten hervorragender Autoritäten nach einer Intervention von Oberrabbiner Dr. Friediger, Kopenhagen, von der Regierung fallen gelassen worden. In Greifswald wurde das ucucrrichtetc, unter Leitung von Prof. D. Da Int;111 stellende Institut für Palästinaforschttng in Gegenwart des Umvcrsitätskurators und der Dekane der theologischen und der philosophischen Fakultät seiner Bestimmung übergeben. Es erhält auf Anordnung des Kultusministers die Bezeichnung ״Oustal-Dalman-Instihit für Palästinawisseusehaft“. Der Keren Hajessod in London hat die Verhandlungen mit Mrs. Peter Schweizer, der Witwe des bekannten amerikanischen Zionisten, zu Ende geführt betreffs der Errichtung eines Hospitals zum Andenken an ihre« verstorbenen Gatten in Tiberias. Die Zionistische Exekutive hat den Battkontrakt mit dem Solei Boneh abgeschlossen; der für 50 Retten berechnete Bau ist begonnen worden. Des Hauptbüro des K c r e 11 Hajessod hat eine neue jüdische Ausgabe der Flugschrift ״jüdischer Fortseit ritt in Palästina" veröffentlicht. Die Broschüre gibt eine kurze Beschreibung der verschiedenen Zweige zionistischcr Täligkc;( in Erez-Israel lind enthält die jüngsten Ziffer!! und Daten. Dem Text sind Abbildungen bei gefügt. Die Broschüre ist bereits in englischer Sprache in 7 Auflagen erschienen, außerdem in mehreren deutschen, jüdischen und französischen Auflagen. Eine spauioüseiie und eine hebräischspaniolisclie Ausgabe wird soeben vorbereitet. Dr. Jacob Grünberg hat eine von Prot. Einstein autorisierte hebräische Ucherset/ung des Hauptwerkes Einsteins ״Lieber die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie“ hergcstcilt, die in einiger Zeit erscheinen wird. Das nllukrainischc Exekutivkomitee der Sowjets ha! $2 neue jüdische Sowjet-Selbstverwaltungen, und zwar iS in kleinen Städten, 30 in Dörfern und 11 iit den Kolonien, ratifiziert. Die verheerende U e b e r s c h w e m tn u 11 g s katastrophe. von der K o w 11 o , die Hauptstadt Litauens, licimgesucht wurde, hat besonders das jüdische Element der Stadt und der umliegenden kleinen Städte schwer getroffen. Der am meisten heimge-iichte Stadtteil am Zusammenfluß der Memel und der Vilija ist fast ausschließlich von Juden bewohnt. Die Jüdische National- und Universitätsbibliothek hat soeben für die palästinensische Abteilung im Pavillon jüdischer Hygiene in Düsseldorf eine Zusammenstellung über das Wachstum der medizinischen Büclicrsammlimg in Jerusalem cingcsandt. Der Tabelle ist folgendes zu entnehmen: ' Zahl der Bände: 1020:'700, 1023: 2800, 1929: 4700, 1925: 5200, 1026: 8500. Zahl der 1 a u tond c n Z c i t s c 11 ritt c!1: 1923: 16, 1924: 35, 1925: 72. 1920: 105. Zahl d e r W e r k c in e i 11 z e I!1 e 11 I ä ehern: Generalia 3 N, Anatomie 5 Physiologie 6 3■׳, Hygiene 22 3'׳, Therapie 15״'׳־׳, Pathologie 30 Chirurgie 16 ״■«, Gynäkologie 2״יי, Veterinärmedizin P״, Der Sprache nach verteilen sieh die Bücher: Deutsch 45-3, Englisch 30״«, Rassisch IO״'o, Französisch 5״>, andere Sprachen 10<י>. Die Zeitschriften verteilen s i e 11 in f 0 1 g e 11 - der Weise: Deutsch 15״», Englisch 75״», andere Sprachen 10״«. — Die jährliche Leserfrequenz beträgt 525. Auf Anregung von Dr. J. Olsvanger ist in der Jüdisehen N a tio'n a'lb i b liothek eine Abteilung fiir Literatur in Esperanto gegründet worden. Für die Abteilung sind bereits bei dem Londoner zionistischen Büro zahlreiche wertvolle Bücher eingolaufctt. Die Naiionalbibiiothck besitzt auch ein Manuskript des Begründers des Esperanto, Dr. Samenhof, das ihr vorn Warschauer Verein der Freunde der Universität gespendet wurde. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden ist zurzeit damit beschäftigt, diejenigen Gemeinden mit Reiigionsimierricht zu versorgen, die bisher des Religionsunterriciits völlig entbehren. Zu diesem Behüte sollen Bezirkslehrer »!!gestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Anzahl von Lehrern' auf diese Weise zur Anstellung gelaugen können. Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnis- , abschriften sind unverzüglich an den Landesverband f jüdischer Gemeinden, Berlin N24. Oranien- Bürger Straße!מ, zu richten.

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