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Jüdische Rundschau · 1926-03-12 · Heft 20 (12.3.1926) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 20 (12.3.1926)
Date
1926-03-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20 Schot lerusalcm von Dr icn Kolo und die Tel. Ag. rücke im er Weist* e er auf Ile nichts \v, Mora :haft von men und )erali ein Er würde Reih und für die : General in einer rtschafts- :kanntlich sc durch Such veri Araber eine Art chweiz uifangen, lien den in einem cor einer :iftsnvus“. ng einer :rbundes. ת c s c 11, :cliischen 111 Hause eter der i hebräi• Benesch ien Poliagte der 11 meiner ewegung ehe, aus 1110 r a hritt für naiiona!־ teilen ja;!:!־׳ des Jer jüdirgte Dr. Republik iung ga- :lituugen ir haben'־ es entät selbst, b e a 111 seihst.- r unterizession, Kapital st. Der woraufdlungen;en Fr,־*- n neu - ■ r intime f seiner ach den mse be- Vororte esse ihr 11111t geir-Drivc s drei ine Mil- Februar ifenthalt lar bes Polen Mitglied alonienerie in errieten worden ob der eiche Unzuhungett )lonien- . März hinzuelegeulg des Zusamr luter- Tageser polms. Nr. 20 JUEDfSCHE RUNDSCHAU Seite 147 Mittelstandssiedlungen Der alte Typus der jüdischen Mittclstandssiedlung in Palästina ist allgemein bekannt, es sind dies die zum großen Teil mit Hilfe des Barons Rothschild errichteten sogenannten alten Kolonien. Die Bauern in diesen Siedlungen sind zu einem gewissen Wohlstand gelangt. Sie beschäftigen eine Anzahl, zum größten Teil arabische Arbeiter und erst in der letzten Zeit ist es mit Hilfe des Keren Hajessod gelungen, auch jüdischen Arbeitern in größerer Anzahl Eingang in die alten Kolonien zu verschaffen. Eine Reihe dieser alten Kolonien ist freilich in der letzten Zeit auch vom Keren Hajessod unterstützt worden und dieser leistet auch bei der Ansicdlung von Kolonistensöhnen Hilfe. Was einmal davon erzählt wurde, daß die Söhne dieser Bauern aus den alten Mittelstandskolonien Palästinas ins Ausland gehen, oder dem landwirtschaftlichen Berufe entfremdet werden, trifft heute nicht mehr völlig zu. Eine Anzahl von Kolonistensöhnen sind nicht nur dem Beispiel ihrer Väter gefolgt, sondern sie sind weiter gegangen und haben unter dem Einfluß der neuen zionistischen Einwanderung gelernt, den Boden selbst zu bearbeiten. Daneben aber hat der Keren Hajessod und das landvvirtscliaftliclie Departement der zionistischen Exekutive während der letzten vier Jahre es vor allem als ihre Aufgabe angesehen, die Ansiedlung der landwirtschaftlichen Arbeiter und der Chaluzini, also mittelloser Elemente, zu fördern. Auf diese Weise entstanden die großen neuen landwirtschaftlichen Zentren im Einck Jesrecl und alle die andern Keren Hajessod-Siedlungen auf dein Boden des Jüdischen Nationalfonds. Noch immer gibt cs Hunderte mittelloser Ansiedlungsbewerber, die auf Orund mehrjähriger Arbeit und landwirtschaftlicher Vorbereitung auf den Zeitpunkt warten, da die Mittel des Keren Hajessod es erlauben werden, sie anzusicdeln. Daneben ist aber im letzten Jahre ein zweites Element dazugekommen, Angehörige des Mittelstandes aus Ostetjropa, die ein Vermögen von 200 — 1000 Pfund besitzen und als Landwirte angesiedelt werden wollen. Sie kommen nach Pa- Iastina oft bereits in organisierten Gruppen, die ihren eigenen Boden erworben haben. Derartige Anfänge sind vor allem die Siedlungen Magdiel und Bne Brak, beide im Jarkongebiete in der Nähe von Petach Tikwah, und die beiden chassidischen Siedlungen am Kischonfluß in der Nähe von Haifa. Diese neue Mittclstandssiedlung ist von der alten grundsätzlich verschieden. Die neuen Mittelstandssiedler wollen in ihrem eigenen Leben das Prinzip der Selbstarbeit verwirklichen. Sic wollen mit ihren Familien den Boden bearbeiten und nicht auf die Hilfe fremder Arbeiter angewiesen sein. Müssen sie aber fremde Arbeiter zur Hilfe nehmen, so sind es misschließlieh jüdische Arbeitskräfte, die sie verwenden wollen. —- Der Ucbcrgang dieser :Menschen, die dem Mittelstand angeboren und an schwere körperliche Arbeit häufig nicht gewohnt sind, zur Landwirtschaft ist schwierig. Dazu kommen noch zwei andere Mängel: Unkenntnis der Landwirtschaft und in vielen Fällen auch ungenügendes Eigenkapital. Diesen beiden Mängeln sucht der Keren Hajessod nach Möglichkeit abzuhelfen und in den! diesjährigen Arbeitsprogramm des fandwirt* schaftlichen Departements der zionistischen Exekutive mit Hilfe der i׳ Fonds ־des Keren Hajessod nimmt die neue Mittelstands* Siedlung einen großen Raum ein. In diesem Gebiete ist es in den letzten Wochen zu dem Abschluß der Verträge zwischen dem Keren Hajessod und den einzelnen Mittelstandssiedlungcn gekommen. Noch nicht abgeschlossen sind die definitiven Verträge mit den chassidisclien Siedlern. Doch werden auch diese walirschein־ lieh in Bälde abgeschlossen sein, so daß sieh die schwere finanzielle Lage, in welcher sich jetzt die Chassidim infolge der wirtschaftlichen Krisis in Polen befinden, klären wird. Dagegen sind die Verträge mit der Soskin’schen Siedlungsgesellschaft und mit den Gruppen von Magdiel und Bne Brak abgeschlossen worden. Diese Verträge setzen die Bedingungen fest, unter welchen der Keren Hajessod diesen Siedlungen Kredithilfe leistet und zeichnen auch die Entwicklung der landwirtschaftlichen Arbeit in diesen Siedlungen in großen Linien vor, Vierzig Ansiedler in Magdiel erhielten vom Keren Hajessod im laufenden Jahre einen Kredit von £ 5930. Von dieser Summe sind £ 1500 für Verbesserung des bestehenden Brunnens, für Rohrleitungen und ein Reservoir, und 1000 £ Die Memoiren J. I . Teitels Unter den überaus zahlreichen russischen Memoirenwerken, die in den letzten Jahren außerhalb Rußlands erschienen sind, diesen Büchern, die entweder anklagen oder sich verteidigen, die fluchen und verleumden, klagen und bereuen, nehmen die Lebcnserinncrungcn des Staatsrats J. L. T e i t e!*) einen ganz besonderen Platz ein. Diesem Manne sind trotz der Ereignisse der letzten Jahre Begriffe wie politische Gegnerschaft, sozialer Gegensatz, Rassenfeindscliaft, fremd geblieben. Er hat sich votl ihnen in seiner philanthropischen Arbeit, der er soviel Zeit und Kraft widmete, nie leiten lassen und ist heute noch der Mann der 60er Jahre, der Vertreter des großzügigen russischen Liberalismus, den wir längst begraben geglaubt haben. Ganz kurz schildert der Verfasser seine Kindheitsiahre und doch ist jeder Strich bedeutsam und charakteristisch. Der Cheder in Tschorny-Ostrow in Podolien, der Vater, der schon europäische Kleidung trägt, leidlich russisch und polnisch spricht, in hebräischen Versen im Stile der Zeit sich versuchte und als Freisinniger gilt —־ er war ein ״Akzisepächtcr“ und als solcher schon in den Augen der Orthodoxen anrüchig. Das Kind erhält eine weltliche Er- Ziehung. Ein gewisser Rosen, vorzüglicher Bibelkenner und in der deutschen Sprache bewandert, — studierte er doch dieselbe in der bekannten Meiidelssohnschen Uebcrsetzung, — wurde sein Erzieher. Auf die Anregung eines seiner Bekannten hin beschließt der alte Teitel, seinen Sohn nach Woloschin in die Jeschiba zu schicken. Der spätere cmzige jüdische Richter im zaristischen Rußland wäre vielleicht eine rabbinische Leuchte geworden. ״Man traf“, schreibt unser Autor, ״Vorbereitungen zur Abreise. Ein entsprechendes Kleidungsstück, der lange Kaftan, wurde angefertigt, ein ,Lapserdak‘ (Arbah Kanfot), Pantoffel und anderes Zeug bestellt. Zum Glück oder Unglück ist die Reise Reb Tanchems — (so hieß der Urheber dieser Idee) — nach Woloschin nicht zustande gekommen, und anstatt nach Woloschin wurde ich nach Nemirow gebracht, wo ich mich zum Eintritt ins Gymnasium vorzubereiten begann.“ Er fiel aber bei der Aufnahmeprüfung durch una besuchte zunächst eine vierklassige AdelsschuTe In seinem Heimatort *) ״Aus meinem Leben“, Paris, Verlag Powolotski, 1925. für die Anlage eines neuen Brunnens, WO £ sind für die Vorbereitung des Bodens von 200 Dunam Land bestimmt, 2030 £ für Ankauf von 58 Kühen und 800 £ für den Bau von acht Ställen. Für die nächsten zwei Jahre ist vorgesehen, daß der Keren Hajessod eine weitere Summe von £ 9995 als Kredithilfe für Magdiel gewährt. Der Gesamtbetrag der Kredithiife des Keren Hajessod für die •10 Siedler soll etwas über £ E 19 000, also ungefähr 20000 englische Pfunde betragen. Die Rückzahlung der Anleihe beginnt im Jahre 1933 und soll bis zum Jahre 1965 beendet sein. Die geliehene Summe bleibt bis zum Jahre 1928, also bis zur Vollendung der Siedlung zinsenlos. Von 1928 bis zum Jahre 1933, dem Beginne des Rückzahlungstennines beträgt der Zinsfuß 2 ס׳ף, von da an 4 £0. Die Rückzahlung, u. z, Verzinsung und Amortisation der Anleihe soll so erfolgen, daß für jede 100 Pfund Anleihe im ersten Jahrzehnt der Rück- Zahlung £ 4.—, im zweiten Jahrzehnt £ 5'2 und von da an £ V/2 zu zahlen sind. In dem Vertrage verpflichten sich die Siedler von Magdiel zur Sclbstarbeit mit Hilfe ihrer eigenen Familien, soweit aber Lohnarbeit hinzugezogen werden muß, verpflichtet sich der Siedler die gewünschten Arbeitskräfte durch Vermittlung der Histadruth Hapoalim zu den anerkannten Lohnsätzen zu beziehen. Der spekulativen Verwertung der Wirtschaften soll dadurch vorgebeugt werden, daß jede Uebertragung der Wirtschäften nur mit vorher eingeholter Zustimmung des Keren Hajessod möglich ist. Diese Verpflichtung soll, sobald dies die Landesgesetze zulassen, hypothekarisch sichergestcllt werden. Der Keren Hajessod darf aber nur aus wichtigen Gründen seine Zustimmung zum Verkauf oder Weitergabe der Wirtschaft verweigern. Der Keren Hajessod erhält das Recht der lnspektion der Wirtschaften durch sdfchvcrständige Fachleute und der Beratung der Siedler bei Anlage und Betrieb ihrer Wirtschaften. Ein ähnlicher Vertrag ist auch mit den Siedlern von Bne Brak abgeschlossen worden. Nur sind die Darlchnssummen in diesem Falle geringer und daher beginnt die Rückzahlung auch im Jahre 1932 und endet im Jahre 1940. Im allgemeinen aber sind die Bedingungen ähnlich wie im Falle von Magdiel. Die Siedler erhalten hier durchschnittlich eine Ansiediungshilfe von 150—160 £. An der Gründung einer intensiven Kleinsiedlung nach den Plänen Dr. Soskin's soll sich der Keren Hajessod mit einer Summe von 32000 £ beteiligen, wovon in diesem Jahre £ 17000 zur Auszahlung gelangen sollen. Der Rest der Summe, also 15000 Pfund ist bestimmt als Kredithiife für solche Siedler, die minimal ein Eigenkapital von £ 400 besitzen. Die Soskinsche Kolonie selber soll ziemlich groß sein und die Zahl der ländlichen Ansiedler in ihr nicht weniger als 250 betragen. Jeder Siedler leistet dem Keren Hajessod gegenüber eine individuelle Haftung, die in der Aufnahme einer ersten Hypothek auf die Gebäude zugunsten des Keren Hajessod bestehen soll. Die Darlehen des Keren Hajessod sollen in 36Va Jahren bei einer Verzinsung von 5 0/0, in gleichen Annuitäten für Zinsen und Amortisation zurückgezahlt werden. Bis zur Beendigung der Anlage der Kolonie ist das Darlehen zinsfrei, die erste Zahlung beginnt zwei Jahre nach Beendigung der Anlage. Auch hier sind Garantien gegen die spekulative Verwertung der Wirtschaften, sowie Grundsätze für die Eigenarbeit der Ansiedler vorgesehen. Aus den Bestimmungen dieser Verträge, die im allgemeinen analog lauten, ist die Art und Welse zu sehen, wie die neue Mittelstandskolonisation vor sich gehen wird. Mit Hilfe des Keren Hajessod ist hier ein neues Feld der landwirtschaftliehen Kolonisation in Palästina erschlossen worden u. z. durch Zusammenwirken des Keren Hajessod mit dem Privatkapital auf landwirtschaftlichem Gebiet, ähnlich wie es bereits in den Städten geschehen ist. Die bisherige Tätigkeit des Keren Hajessod auf landwirtschaftlichem Gebiete w׳ar ausschließlich der Ansiedlung mittelloser Elemente gewidmet und der Keren Hajessod ging dabei in Zusammenarbeit mit dem Keren Kajemeth vor, der das Land für die Siedler zur Verfügung stellt. Nun erwerben die Siedler zum großen Teil selbst ihren Boden und bringen auch etwas Eigenkapital mit, ähnlich wie die städtischen Siedler, die ebenfalls eigenes Kapital mitbringen, aber zur Errichtung ihrer Häuser oder zur Eröffnung ihrer Betriebe die Mithilfe seitens des Keren Hajessod und anderer öffentlicher zionistischer Institute in Anspruch nehmen. Freilich wird die sogenannte Arbeiteransiedlung in der Tätig- Tschorny-Ostrow, Nach Beendigung des Gymnasiums in Mosyr kam er an die Moskauer Universität, wo er Jura studierte, Die Schilderung der provinziellen Verhältnisse in Mosyr und der Eindrücke aus der Studentenzeit entbehren nicht eines gewissen Reizes, Versetzt sie uns doch in Zeiten, die weit zurückliegen und verhältnismäßig wenig bekannt sind. Die Universitätsjahre werden leider zu kurz behandelt, Die Moskauer Rechtsfakultät war in den Jahren 1871-1875 nicht auf der Höhe, und es gab nur wenige Professoren, deren Vortrag die Zuhörer zu fesseln imstande war, Dessenungeachtet war Jura das ״Modestudium“. Es war die Zeit der Jnstizreformen, die die öffentliche Meinung mit Begeisterung aufnahm, Die Beendigung der Universitätsstudien fiel mit dem Beginne der Reaktion zusammen, Die russische Presse war überwiegend antisemitisch orientiert, Die Juden wurdet! vierfach angegriffen, fanden sehr selten einen Verteidiger, mit Ausnahme etwa — so seltsam es klingen mag - des Konservativen Katkov, der in den ״Moskovskija Wedomosfi“ für Erweiterung ihrer Rechte eintrat. In dem jungen Absolventen der Moskauer Juristenfakultät reifte der Gedanke, eine Tageszeitung in russischer Sprache zu gründen, die sich im Besonderen der Beleuchtung der Judenfrage widmen sollte. Er fuhr nach Petersburg, setzte sich mit dem bekannten Publizisten und Belletristen I. Bogrow und mit keinem geringeren als Judah Leib Gordon in Verbindung, die seinen Plan begrüßten und ihn zu unterstützen versprachen, er versandte Aufrufe nach den Städten und Städtchen des Ansiedlungsrayons und erhielt auch von dort zustimmende Antworten, Allenthalben wurde die Idee, in einer Tageszeitung den Kampf gegen den Antisemitismus aufzunehmen, begrüßt. Es liefen aucn schon Vorbestellungen ein, aber der reaktionäre Innenminister Timascliew zeigte sich nicht geneigt, die Erlaubnis zur Herausgabe einer solchen Zeitung zu erteilen. Der enttäuschte Initiator dieser Idee trat die gerichtliche Beamtenlaufbahn an. Sie währte volle 37 Jahre. Eine Reihe von Jahren war J. L. Teitel als Untersuchungsrichter in Samara und nachher als Mitglied des Kreisgerichts in Saratov tätig. In ersierer Eigenschaft kam er mit den verschiedenen Volksstämmen lind religiösen Sekten des Wolgagebietes in Berührung. Die Memoiren gewähren manchen Einblick in diese bi/irre Welt von Aberglauben und religiöser Lkrtasv. :id. die Ethnographen seit jeher, fesselte. Darüber hinaus \\erden keif־ des Keren Hajessod auch weiterhin die führende Stellung cinnciimeii. Demi es gibt bedeutend mehr mittellose und auch oft gut vorgebildctc Ansiedltingsbcwcrbcr, nF Bewerber aus dein Mittelstand. Für Mittelstandssiedler, die auch oft schon in einem vorgerückten Alter stellen, ist eine solche Berufs- Umschichtung von der städtischen europäischen Wirtschaft zur palästinensischen Landwirtschaft noch bedeutend schwerer, als für die meist in jungen Jahren und oft schon mit einer entsprechenden Vorbildung eimvanderndeti mittellosen Arbeiter. Aber die jetzt begonnene Mittclstandssiedlung, die ja uuzweifelhaft noch weiter ausgebaut werden wird, bezeichnet die Eröffnung eines neuen Weges auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen jüdischen Siedlungstätigkeit in Palästina. Jochanan. Die Vorbereitungen zur Monat-Ijar-Aktion Bei der Exekutive sind von einer großen Anzahl von Landesverbänden Nachrichten eingelaufen, die erkennen lassen, daß die Vorbereitungen für die Monat-ljar-Aktion überall im vollen Gange sind. Mitteilungen dieser Art liegen vor aus Amerika, Polen, Ostgalizicn, Westgalizien, Litauen, Deutschland, Oesterreich, Rumänien, Tschechoslowakei, Bukowina, Transsylvanien, Holland, Jugoslawien. Der Westgalizische Landesverband teilt mit, daß er zur Durchführung der Organisationcknmpagne 30 Redner mobilisiert hat. Das Organ der Hitacliduth in Polen ״Volk und La 11 d“ schreibt im Leitartikel der Ausgabe vom 26. Februar 1926: ״Die Londoner Exekutive hat einen ,Monat der Zionistischen Organisation‘ proklamiert. Wir lesen in dem Aufruf Worte, die von uns seit Jahren wiederholt werden, Worte, die aber von der zionistischen Leitung lange, lange nicht ausgesprochen worden sind. Der Aufruf fordert alle Zionisten auf zum Kampf für die Verbreitung der zionistischen Lehre in ihrer vollen Klarheit und Reinheit, zum Kampf für die Eroberung׳ der Seelen, zur Arbeit für die Vertiefung des zionistischen Bewußtseins. Bedeutet der Aufruf eine neue Wendung in den Arbeitsmethoden der zionistischen Leitung oder ist er nicht mehr als ein phraseologisches Spiel mit Worten, dem eine größere Bedeutung nicht zukommt? Wir wollen glauben, daß ersteres der Falt ist, aber auch wenn die zweite Annahme der ־Wahrheit entsprechen sollte, könnte der Aufruf doch eine Wendung bedeuten und einen neuen Kurs in der Bewegung cinlciteii.“ Der Artikel schließt mit den Worten: ״Wir werden mit allen unseren Kräften helfen, die Idee zur Alleinherrscherin im Zionismus zu machen.“;,Haaretz“ beschäftigt sich in dem Leitartikel seiner Ausgabe vom 23. Februar mit dem Aufruf zum ״Monat der Zionistischen Organisation“. Der Artikel erinnert an den Beschluß des Kongresses über den Einheitsschekel, konstatiert die Schwäche der Organisation, die zwischen den Kongressen nur aus einzelnen Gruppen und einer Exekutive bestanden habe, die keinen Kontakt mit diesen gehabt habe. Die Zersplitterung in den Zeiten zwischen den Kongressen hat eine Einheitlichkeit auf dein Kongreß verhindert. Dort ist nur eilte Art Föderativ-Systcm zustande gekommen. Die Schwäche der Organisation hat auch zur Schwäche der Jewish Agency geführt, hinter der keine wirkliche Kraft stand. Unsere Kraft liegt darin, daß wir keine Partei, sondern ein Volk sind, daß wir in! Namen von Massen sprechen. Mit Mil- Honen Schekelzahlem konnte keine Aguaab mit tausenden von Mitgliedern konkurrieren. Der Beschluß des Kongresses über den Einheitsschekel hat die Zersplitterung in Parteien nicht beseitigt. Diese ist notwendig, gemäß der Differenzierung der zionistischen Anschauung durch das Leben. Aber der Be- Schluß bestätigt die Tatsache, daß wir nicht nur während des Kongresses, sondern während des ganzen Jahres Mitglieder der großen Organisation sein müssen. Die Quantität hat für uns dieselbe Bedeutung wie die Qualität, Nach außen sind nur die großen Zahlen von organisierten Schekelzahlem, nicht die Zahlen unorganisierter Anhänger von Bedeutung. Der Monat der Organisation muß zur Erneuerung der Organistion führen, zur Erneuerung und Vermehrung ihrer Kräfte. Ueberall — wie es bisher nur in Amerika der Fall war — muß zur Gewinnung von Mitgliedern aufgerufen werden, die Massen müssen gewonnen werden, die sich besonders in Erez Israel von den allgemeinen Aufgaben allzusehr entfernt hatten. Herr Dr. Nathan Halpcrn hat in Italien als Delegierter des Londoner Keren Hajcssod-Direktoriums eine Keren Hajessod-Kampagne zu Ende geführt, mit einem Ergebnis von 100000 Lire an Zeichnungen für das Jahr 1926. Die jüdische Gemeinde in Triest hat in ihr Budget einen Betrag von 15 000 Lire für den Keren Hajessod aufgenoitinien. (Ziko.) in dem Buche mit meisterhafter Objektivität und heiterem Humor russisches Gerichtswesen, bürokratische und gesellscliaftliclie Zustände in der russischen Provinz und die Eindrücke, die der Verfasser auf seinen jährlichen Reisen nach Moskau und Petersburg empfangen hatte, geschildert. Besonderes Interesse bieten die Stellen, wo über die Männer der Politik und Literatur, die in dem gastlichen Tcitelschen Haust verkehrten, erzählt wird, Samara war ein Verbannungsort für politisch verdächtige Schriftsteller und hier machten auch aus Sibirien bcinigekchrte Verbannte Halt. Gorki, Tscliirikov, Lenin, der sozialdemokratische Wirtschaftstheorctiker Maslow. Skitale/, Oarin-Miehailovski, der Sektetiforseher Prugawin, -• das׳ sind nur einige Namen aus dem Kaleidoskop der ״Assaniblieir־. das unser Verfasser vor uns auferstchen läßt. Die jüdische Gemeinde ir, Samara nahm in jenen Jahren einen raschen Aufschwung. Der Bau der Samara-Orenburgsehen Eisenbahnlinie zog zahlreiche Juden nach Samara hin. die zum wirtschaftlichen Aufstieg der trägen russischen Proviuzst.'idt ■ wesentlich beitrugen. Sie kamen aus dem Ansicdlurgsravon und ließen sich als angebliche Handwerker nieder. Selbstverständlich bekam die Polizei das bald heraus mul mach״׳: Anstalten, sie aiis/nweiscn. Da setzte jette langjährige Arbeit J. I.. Teitels zugunsten seiner rechtlosen Mitbriidcr ein. Der Richter wurde 7un1 Anwalt der von der Gesetzgebung am stict'müttcriichsten behandelten russischeu Untertanen. Diese Tätigkeit mime er auch in Saratov foit, trotz aller Y.:׳rv. i-w >.;!!.1 Warnungen seitens seiner v o rg es v t /. t e 11 Behörde!’, Dem Justizministerium war, seitdem es unter Manasse in das reaktionäre Fahrwasser geraten war, der Jude Teitel, der sich überdies für ::eine verfolgten Glaubensgenossen in eine: Weise einset/'.e, die t 'mgeltimg der Gesetze gu! e'.tlet werden konnte, ein Don! im Auge. ,Aber erst unter SchLsehegiowitow, in dessen Amtszeit das russische Justizministerium nächst dem Innenminisicriuni die reaktioltär.'tc Behörde im Zamtreiclu׳ geworden, konnte ein auf l.elvt! ■Zi i: e; 1! ■■ .!!־:' Ph'hie־׳ g!./wnagen werden, sein Abseliiidsgcsiicli tiii/ureiclicii. In der Unterredung mit Schtsclieglowitow im Jahre 1912 erklärte dieser: ״Persönlich hat das Ministerium nichts gegen Sie cinzuwenden. Sie waren doch oim׳•: .־der weni : .׳en bestätigten t 'ntersticlumg? ־-richter. Der <; K ׳•.verits '• -i de:; nt. i.n au,,;eiten :•:״!, müssen. liegt Ui i hre! Abstan iiir.iug und 11! dem jetzigen Kurs.‘' Der

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