Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1926)
- Date
- 1926-03-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 132 JIJEDISCHE RUNDSCHAU Nr 18 verein treibt dieses Spiel nicht nur in seiner Zeitung, sonder» auch in geheimen Rundschreiben, und wir bedauern außerordentlich, daß die innerjüdische Aus• cinandersetzung in Deutschland solche Formen angenommen hat. Nur diejenigen Mitglieder des Central- Vereins, die niemals mit der Palästina-Propaganda ln Berührung gekommen sind, können der Darstellung der C,-V.־Zentrale Glauben schenken, ln einem Rund* schreiben des Centralvereins werden t. B. die PalUtinafilme als ein Beweis für die Unwahrhaftigkeit unserer Agitation hingestellt, weil darin angeblich nur das Günstige gezeigt, das Elend und die Enttäuschung ver* schwiegen wird. Jeder, der aus eigener Erfahrung unsere Propaganda — sei es nun zionistische oder neutral-palästinensische ״־ kennt, weiß, daß wir von den Schwierigkeiten und selbst von Mißerfolgen unseres Werkes nichts verschweigen. Wir selbst sind die ersten, die sowohl unseren eigenen Anhängern, als auch der breiten Oeffentlichkeit darüber berichten, denn wir wissen, daß diese Schwierigkeiten im Wesen der Sache liegen und nur einen Ansporn mehr bilden, alle Kräfte zu ihrer Ueberwindung anzuspannen. Aber daß trotz diesen Schwierigkeiten, trotz gelegentlichen Stockungen und individuellen Mißerfolgen dennoch große Strecken eines jahrhundertelang verwahrlosten, wüsten und sumpfigen Landes in verhältnismäßig kurzer Zeit in blühende Kolonien verwandelt wurden, in denen Mensehen mit dem seelischen Hochgefühl, an einer großen historischen Sache mitzmvirken, trotz persönlicher Not glücklich leben, dies sind Tatsachen, die man wohl auch im Film zeigen kann. Es liegt ja im Wesen der Sache, daß ein Film nur das zeigen kann, was gehingen ist, nicht aber, was nicht vorhanden ist. Dies eine Unaufrichtigkeit zu nennen, ist vielleicht nicht einmal mehr Unaufrichtigkeit zu nennen. Per Centralverein hat sich völlig unmotiviert in eine antipalästinensische Stimmung verbissen, obwohl seine maßgebenden Führer nicht immer so gedacht haben und vor einigen Jahren noch in ihrer Stellung zum Keren Hajessod zumindest geschwankt haben. Ihr Führer Eugen Fuchs hat in einem Briefe aus dem Jahre 1923, den wir hier am 12. Juni 1925 abgedruckt haben, gegen eine Ablehnung des Keren Hajessod polemlsiert, indem er betonte, ״wir deutschen Juden dürften jüdische Solidaritätsgedanken nicht von uns weisen“, und sollten ״schon im Interesse des Deutschtums die Fäden mit Palästina nicht zerreißen“. Die jetzige Ablehnung des Palästina-Gedankens entspringt innerpolilischeu jüdischen Motiven, die mit der Sache nichts zu tun haben» So hat denn der Centralverein auch in seinen» Kampfe ה» den eigentümlichsten Mittel» ge-,?gaffen; Er Anwalt der jüdischen Koloni- «#!§« In ■ fowjilwfiMi#' . 0b׳wel!i':fin:,־jadl»i1-i 'fc&wttfinfetlieh«1' Gemeinwesen, falls es zustande 'käme,' wahrscheinlich von der Mehrheit der deutsche» Juden in höherem Maße als ״Gefährdung“ empfunden würde, als die jüdische Heimstitte in Palästina, ganz abgesehen davon, daß die deutschen Juden vom Centralverein, die im Judentum ausschließlich eine Religion sehen, gerade ein solches Jüdisches Werk sich zur Förderung aussuchen, das nach den Gesetzen des Landes gar nicht die Möglichkeit religiösen Lebens und religiöser Erziehung böte. Man hat dieses Projekt wahrscheinlich nur deswegen gegenüber dem Zionismus auf den Schild gehoben, weil es noch ln sehr nebelhafter Ferne ist, während Palästina eine greifbare Realität bildet. Man hat für die russische Kolonisation Propaganda gemacht, obwohl man in demselben Atemzug für die Ablehnung des Palästina-Werkes die Begründung benützte, die deutschen Juden dürften in dieser Zeit kein Geld für aasländische Zwecke verwenden. Ein Gruppenverband des Centralvereins wandte sich In einem Rundschreiben an seine Mitglieder gegen den Keren Hajessod, indem er erklärte, erst müßten die rückständigen Beiträge des Centralvereins bezahlt werden. Der Centralverein hat seine Kompetenz bisher programmatisch lediglich auf Innerdeutsche jüdische Fragen erstreckt; diese Kompetenz hat er weit überschritten, Indem er seinen Mitgliedern in den Teil ihrer jüdischen Betätigung, die nichts mit den Fragen des Antisemitismus in Deutschland usw. zu tun hat, hineinredete. Viele deutsche Juden, die auf die Stimme des Centralvereins hören, hat er ver* hindert, an dem größten jüdischen Erlebnis unserer Zeit teilzuhaben. Er hat damit eine große Schuld auf sich geladen. Wir Zionisten werden nicht aufhören, die deutsehen Juden an ihre Verpflichtung gegenüber dem werdenden jüdischen Leben in Palästina zu erinnern. Wir streben natürlich danach, in möglichst vielen Herzen die zionistische Erkenntnis vom Wesen der Judenfrage zu erwecken. Wir sind überzeugt, daß jeder Jude, der die Erhaltung eines lebensfähigen Juden* tums wünscht, bei Kenntnis der Tatsachen und bei ehrliehe! Ueberlegung zu zionistischer Ueberzeugung kommen muß. Aber wir sind nicht so intolerant, um nicht auch den Gegner zu respektieren, der zu anderen Kon- Sequenzen kommt und den Zionismus für seine Person ablehnt. Wir werden den Kampf mit ihm mit geistigen Waffen weiterführen. Es gereicht uns jedoch zur Oe* nugtuung, daß auch unter diesen Menschen, die den Zionismus für sich ablehnen, eine große, immer wachsende Zahl solcher ist, die trotzdem aus Objektiv!- tat und jüdischem Gefühl das große jüdische Werk in Palästina als ein Aktivum des Judentums anerkennen. Mit diesen Menschen wollen wir in voller Loyalität zusammen arbeiten. Mit ihrer Hilfe wollen wir die Mittel aufbringen, die dem von ihnen wie von uns als wertvoll erkannten Ziel dienen. Auch sie erwarten von dem produktivsten Judentum in Palästina eine ideelle Bereicherung, allerdings vielleicht in einer anderen Beziehung als wir. Ein solches Zusammenwirken in gegenseitiger Achtung der prinzipiellen Ueber- Zeugungen ist des deutschen Judentums würdig. Die Taktik kleinlicher Angriffe aber ist des Ernstes der Sache unwürdig. Gegen sie wendet sich die Erklärung des neutralen Keren Hajessod-Präsidiums. Darum begrüßen wir diese Erklärung und hoffen, daß sie ihren Eindruck auf das deutsche Judentum nicht verfehlen wird. Krimprojekt und Zionismus Konferenz der ״Ozct“ ln der JJkrafne. Moskau, 1. März, (J.T. A.) In Charkow, der Hauptstadt der Ukraine, wurde in den letzten Tagen die Konferenz des ukrainischen Zweigs der unparteiischen Gesellschaft für jüdische Kolonisation ״Ozet“ abgehalten. Gegenstand der Debatte bildete 11. a. auch die Opposition einiger zionistischer Gruppen gegen das Jüdische Kolonisationswerk in Rußland. Dr. Joseph Rosen, der Direktor des Agro-Joint, führte aus, durch die Gegenarbeit der Zionisten A merlkas haben sich die Summen für die jüdische Kolonisation in Rußland, die aus dem 15 Millionen Dollar-Drive beigestellt werden, vermindert. Es ist aber irrig, anzunehmen, daß die Zionisten im allgemeinen Gegner des Koionlsatlonswerkes in Rußland sind. Es gibt Freunde dieser Bewegung unter den Zionisten Rußlands wie des Auslands in großer Zahl. Dr. Rosen schloß mit einem Protest gegen die Verleumdungen der Kotonisationsbewegung in Rußland, die von gewissen Seiten ausgehen, forderte aber die Delegierten der Konferenz auf, alle Methoden zu vermeiden, die dazu führen könnten, daß die ״Qzet“ als Waffe gegen den Zionismus benutzt wird. Die Gegner der mssischen Arbeit sollen nur durch die Gewalt der Tatsachen besiegt werden. Je ruhiger die Arbeit, desto größer der Effekt. Nach Dr. Rosen ergriff das Wort Herr Mereschin, der Leiter der Jewsektia (Jüdische Sektionen der komm«- nistischen Partei). Niemand, sagte er, wolle die ״Ozet“ als Waffe gegen die Zionisten benutzen. Aber wenn wir von den Massen gefragt werden, wer uns a!1 der Arbeit behindert, weshalb z. B. in diesem Jahre statt 10 OM nur 4000 Familien angesiedeit werden können, dann sind wir verpflichtet, den Massai die Wahrheit zu sagen. Herr Mereschin richtete scharfe Angriffe gegen So ko low, Jabotinsky und Bialik, die, wie er sagte, jetzt nach Amerjka gingen, um einen Feldzug gegen das jüdische Kolonisationswerk in Rußland?11 führen. Diese Herren, sagte er, zeigen sich beflissen, die dunkle Seite des heutigen russischen Lebens zu schildern. Alles, was positiv für Rußland spricht, auch in. jüdischen Belangen, wird von ihnen verschwiegen, Aus dem Rechenschaftsbericht ging hervor, daß die ״Ozet“, die eine ״freiwillige und n»»Mj|ngige״ jüdische Organlwttofl* testehend ani‘ Nfel»tlitt»111uitWten und Kommunisten, *tef» »'Je’rjilVillBc # ,Gfttiprüppeii «ffr : 'äffift, ׳׳׳'■׳ ׳ * Es ist vielleicht nicht unnötig, feftzusteljßo, daß der ״Feldtug״ nicht von den Zionisten, sondern von den Jewsektia-Leuten eröffnet worden ist, die in maßloser Uebertrelbung das Krimprojekt als Gegenaktion gegen Pa- I ä s t i n a ausbeuteten und dadurch die Zionisten zur. Abwehr zwangen. Wir haben stets die Ansicht vertreten, daß diese unverantwortliche, in den Tatsachen nicht begründete und lediglich politischen Motiven entspringende Kampfansage beiden Tellen schaden wird, vor allem aber der Sache der russischen Kolonisation, die ln Ihren wahren Dimensionen eine nützliche, von allen unterstützte Hiifsaktion hätte worden können. Die ״Massen“ also, denen Herr Mereschin die Wahrheit (wahrscheinlich ״den Etne«״) sagen will, mögen sich bet Ihren jüdisch-kommunistischen Führern bedanken, die stärker daran interessiert waren, Palästina zu schaden als dem Krimprojekt zu nützen, — sonst wäre ihr Verhalten unverständlich. HariHsß FrSsideat des jüdischen Seims-Klubs Warschau, 3. März. (1.T,A.) Der Klub der jüdischen Deputierten und Senatoren hielt gestern abend eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stand a!$ einziger Punkt die Wahl des Präsidiums. Die Sitzung nahm einen erregten und zum Teil stürmischen Verlauf. Es waren 32 Mitglieder des Klubs anwesend. Den Intentionen des Oberrats der Zionisten Po'ens ״cmäü schlugen die zionistischen Abgeordneten aus Kongreß• Polen die Wahl des Abg. Hart gl aß zu in Präsidenten des Klubs vor. Im Namen der agudistischen Abgeordneten sprach sich Abg. Rabbiner Lewin gegen die Wahl von Hartglaß aus, weil diese Wahl soviel bedeuten würde, daß der Klub in eine entschiedene Oppositionsstellung zur Regierung übergeht. Eine solche Politik halten aber die Abgeordneten der Agudah für schäd ich und den Interessen der jüdischen Bevölkerung nicht entsprechend. Abg. Dr. Leon R e i c h, der bisherige Präsident des Klubs, trat ebenfalls für eine abwartende Politik ein und sagte, obwohl die Regierung nicht alle Punkte des Abkommens mit der jüdischen par'amentarischen Vertretung erfüll hat und anscheinend nicht guten Willens ist, auf die grundlegenden jüdischen F!rderungea einzugehen, so ist der Zeitpunkt keineswegs gerignet, von jüdischer Seite die Ungü'tlgkeit des Abkommens durch Einnahme einer OpposLbniste’iung zu erklären. Er beantrage deshalb eine Verschiebung der Wahl des Priiüiums, bis der Jn kurzem zusammen tretende Parteitag der Zionis'en ganz Polens ein letztes Wort gesprochen haben wird. Dagegen sprach sich Abg. Lewinsohn im Namen der Abgeordneten der Hltachduth entschieden für die Wahl von Hartglaß zum Präsidenten des Klubs aus, eben weil durch diese Wahl dokumentiert werden soll, daß die bisherige Po!itik des Klubs revidiert und neue Wege eingeschlagen werden. Der Antrag Reichs auf Verschiebung der Wahl wurde abgelehnt und cs wurde zur Abstimmung geschritten. Es wurden im ganzen 12 Stimmen abgegeben, die alle auf Hartglas entfielen. 8 Agudisten, 4 Misrachisten und die 8 nstgalizischen Abgeordneten enthielten sich der Stimmibgabe. Hartglaß erklärte, er könne Heute noch nicht sagen, ob er unter diesen Umständen die Wahl zum Präsidenten annehmen könne, er erbitte sich Bedenkzeit bis morgen. Chewrith Nir Das zionistische Zentraiorgan ״I!aolam“ schreibt diese Woche: Auf der Landarbeiterkonferenz, die ln den letzten Wochen in Haifa stattfand, spielte das Projekt der C11 ewrath ״Nir“ eine erhebliche Rolle. ״Nir“ ist eine Art Mantelgesellschaft für die landwirtschaftlichen Betriebe der Arbeitcrkolonisation, die mit Hilfe def Keren Hajessod aufgebaut werden. Die Diskussion, die unter mehr als einem Gesichtspunkte interessant war, offenbarte aucii gewisse Bcdenken mancher Konferenzteilnehmer gegen die Ausstattung der Gesellschaft mit eigenem Kapital, Wozu ein neuer Kolonisationsfonds, fragten die Zweifler? Ist nicht der Keren Hajessod unser kolonisatorisches Finanzinstrument? Soll Chewratli ״Nir“ bei der Aufbringung von Geldmitteln mit dem Keren Hajessod konkurrieren? Soll die Zahl der konkurrierenden Sammlungen der Arbeiterschaft, (nach all’ den noch keineswegs abgeschlossenen Aktionen für Arbeiterbank, Maschbir, Solei Boneh, Palästina-Arbeiterfonds), immer weiter vermehrt werden? Und wenn man davon spricht, daß eine finanzkräftige Landsiediungsgeselischaft Trägerin eines Siediungskredites werden kann, — ist damit zu rechnen, daß ״Nir“, selbst nach Ausrüstung mit einem gewissen Eigenkapital, in den nächsten Jahrzehnten kreditfähig werden wird, solange die ihr angeschiossenen Betriebe mit Schulden an den Keren Hajessod belastet sind? Muß die Kreditbasis nicht vielmehr durch den Keren Hajessod oder den von ihm abzuzweigenden Kolonisationsfonds geschaffen werden? Es sollen hier nicht alle Bedenken erörtert werden, die bereits auf der Konferenz laut wurden. Manche Fragen bedürfen eingehender und fachmännischer Behandlung durch den Finanz- und Wirtschaftsrat. Aber eine Mahnung darf nicht unterdrückt werden: Die ständige Vermehrung finanzieller Sammelaktionen ist eine ernstliehe Bedrohung für Keren Hajessod, Keren Kajemeth und die Organisationsfonds der Exekutive und der Verbände. Es wird immer offenkundiger, daß die Exekutive keine Verantwortung für die Deckung der ordentlichen Budgets tragen kann, wenn nicht freiwillige Selbstbeschränkung der Gruppen oder statutarische Zwangsmittel es ihr ermöglichen, der Zersplitterung der Sammiungen entgegenzuwirken. Auf dem Kongreß hat das Direktorium des Keren Hajessod mehrfach erklärt, daß im Jahre 56S6 voraussichtlich mit keinem höheren Eingänge als etwa einem Betrage von 400000 bis 450 000 £ gerechnet werden könne. Es waren vor allem die Fiügeigruppen, die eine sehr beträchtliche Erhöhung des Budgets auf dem Kongreß durchgesetzt haben, und es versteht sich von selbst, daß jetzt alle Anstrengungen gemacht werden müssen, das Budget zu decken. Die Flügelgruppen hatten für ihre Budgetpolitik auf dem Kongreß schwerwiegende und ernste Gründe. Aber kein Grund kann gewichtig genug sein, um es zu rechtfertigen, daß durch konklarierende Sammlungen eben dieser Gruppen die Aufbringung des ordentlichen Kongreßbudgets erschwert wird. In Amerika hat man'׳die Gefahren <J«r Konkurrenz dadurch zu mildern igfspcbt, '.4*8־ .®an׳ ■fi«r tufWjjeu der ÄIlfÄÄdn Arbftferdrganisttfen Palästinas und eine 90 000-Doilar-Aktion des Misrachl in den 5000 000- Dollar-Drive des ״United Palestine Appeal“ miteinbezogen hat. Es soll nachträglich nicht mehr darüber gerechtet werden, ob die amerikanische Keren HaJessod-Leitung dne solche Vereinbarung hätte treffen sollen oder nicht. In jedem Falle bedeutet die Maßnahme nur eine technische Vereinfachung, keineswegs aber eine materielle Beseitigung der Konkurrenz als solcher, Man muß die Frage aufwerfen: Wie ist die Verteilung der Eingänge in Amerika gedacht? Wenn nach Deckung des Finanzbedarfes des Keren Hajessod und de« für den Keren Kajemeth festgesetzten Kontingentes noch ein ausreichender Ueberschuß verbleibt, so ist die Beantwortung der Frage nicht schwer. Gesetzt aber, ein solcher Ueberschuß kann nicht erzielt werden: Sollen dann die An- Sprüche der Allgemeinen Arbeiterorganisation und des Misrachl auf Kosten des ordentlichen Palästinabudgets befriedigt werden? Unseres Erachtens wäre eine solche Lösung ausgeschlossen. Die Aufwerfung des Problems genügt jedenfalls, um die Bedenklichkeit konkurrierender Gruppenaktionen •/:׳ erweisen. Der Zwischenfall von Dsehidro Wie bekannt, hat das Haifaer Gericht 42 arabische Beduinen wegen eines Ueberfalles auf jüdische Arbeiter in Dsehidro auf dem Boden der Gesellschaft ״Meschek“ zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Hierzu teilt das Büro der Zionistischen Organisation in London mit: Der palästinensisch-zionistischen Exekutive wurde offiziell erklärt, daß der Boden zu Dsehidro niemals von den ühawarna- Stämmen kultiviert worden ist. Die jüdischen Kolonisten nahmen erst dann das Land in Besitz, als es ihnen rechtlich übergeben, und den früheren Bearbeitern des Bodens eine entsprechende Kompensation geleistet wurde. Der Auf" ' " .. ’ ,'י ' ‘ .' spiriert. Die Polizei handelte nach Gesetz' und Recht als s|e die Angreifer verhaftete und dem Gericht zur Aburteilung übergab. Die Ansprüche der Ohawarna-Stiimme auf Kompensntton, obwohl die bisherigen Bearbeiter des Bodens bereits befriedigt wurden, werden gegenwärtig geprüft. Di? britische Wisiois-llnivers.llt in Jerusalem Der Jerusalemer Korrespondent der ״M o r 11 i 11 g Pos t“ telegraphiert Einzelheiten über das Projekt der Errichtung einer britischen Universität in Jerusalem. Er teilt mit: Unter der Patronage von Lord Piu m er wird jetzt ein Plan der Ueberführung des English College nach dem Oe I be r g e ausgearbeitet. Der Kostenvorschlag betrifft 53000 £. Das English College, das im Jahre 1901 in Jerusalem eröffnet wurde, nimmt eine einzigartige Position im Erriehungswesen Palästinas ein und entwickelte sich in den letzten fünf Jahren so, daß es den Lehrplan einer englischen Staatsschule verwirklicht. Nun soll die Schule einen Universitätsstandard erreichen. Sie verfügt über einen hochqualifizierten Lehrkörper und ist in der Lage, Kandidaten aut die Stufe von Absolventen der Londoner Universität zu bringen. Der Korrespondent schließt: In dem English College ist di Grundlage einer britischen Universität vorhanden, d״rי• ׳ stehen von Jahr zu Jahr dringlicher wird. Herr Bernhard Flexner, der Direktor der von der Marshali-Oruppe begründeten Palestine Investment Corpora’!־»•, ist am 3. März von London nach Palästina abgereist