Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 12 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Als die vierte Alijah sich auszuwirken begann, fehlte cs nicht an Stimmen die he v'stert von dem plötzlichen Aufschwung der palästinensischen Stadt den Wert der Landwirtschaft '»•״>׳,..-fen oder zum mindesten die Land- Wirtschaft als etwas ziemlich Nebensächliches hinstellten. Die jetzige Krise hat insofern heilsam gewirkt, als die Bedeutung der Landwirtschaft jedem klar vor Augen tritt, aber die Zeitungsstimmen aus der letzten Zeit lassen erkennen, daß man in das entgegengesetzte Extrem verfällt und nicht mir die palästinensische Industrie für unhaltbar hinstellt — worüber sich streiten ließe —, sondern geradezu ihren Wert für den Aufbau des Landes bestreitet. Wenn so eine Auffassung Raum gewinnt, dann kann sie geradezu verhängnisvoll . •den, denn mir die Ueberzeugung vor! der absolute:! Notwendigkeit der Industrie kann die Bereitschaft schaffen, der Industrie zu helfen und ihre Durchsetzung zu erleichtern. Freilich ist die Industrie weder der Meschiach, auf den einige warten, noch ist sie so einfach, wie es sich einige vorgestellt haben, sondern das industrielle Problem ist nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Schwierigkeiten dem landwirtschaftlichen ebenbürtig. Bei dieser Gelegenheit wäre es gut, daran zu erinnern, daß unsere Landwirtschaft immerhin auf eine vierzigjährige Geschichte zurückblicken kann und während dieser Zeit mancherlei Erfahrungen sammeln konnte, während die Industrie kaum ein Zehntel dieser Zeit besteht. Richtig ist nur, daß auf industriellem Gebiete noch sehr wenig geglückt ist, aber das ist leider auch von der Landwirtschaft wahr. Ueberdies wurden doch die weitaus meisten Anstrengungen auf landwirtschaftlichem Gebiete gemacht. Wenn man ferner die Mißschläge der palästinensisehen Fabriken prüft, so zeigt es sich immer wieder, daß es meist subjektive Gründe waren, die die Unterliehnumgen zugrunde gerichtet haben. Natürlich sind auch die Schwierigkeiten objektiver Natur enorm, aber es ist charakteristisch, daß es ein Unternehmen gibt, wo alle objektiven Voraussetzungen gegeben sind, das gehen müßte und bereits gegangen ist und das deswegen eingestellt wurde, weil sich die Kompagnons nicht vertragen (eine Spiritusfabrik). Solche Fälle oder gar Unehrlichkeit kommen auch in anderen Ländern vor, aber hier ist die Existenz der Betriebe noch so wenig fest, daß sie viel leichter in Frage gestellt werden kann. Von der subjektiven Seite wird also in Palästina besonders viel verlangt. Ein Gründer muß nicht nur die Industrie kennen, die er begründen will, sondern auch die Verhältnisse Palästinas, und daran fehlt es ganz besonders oft. Die Lage in Palästina ist so eigenartig, daß Dinge, die für das Ausland zutreffen, hier ganz falsch •-־׳ •SiMl hier viel größer! Kapitalien notig als im Ausland, besonders viel Umiaufskapifal. Auch hier wurde schon viel gesündigt und es werden großartige Gebäude aufgeführt und eine Menge Geld wird in den Boden gesteckt, statt nur das allernotwendigste zu bauen und das Kapital möglichst flüssig zu halten. Industriekredit ist hier fast gar nicht voriianden und man kann das Kapital, das einmal festliegt, auf keine Weise mobilisieren. Was die objektiven Schwierigkeiten betrifft, so pflegen in anderen Ländern die Regierungen den Industrien in großzügiger Weise zu helfen. Wir können so etwas nicht erwarten und die Zionistische Organisation wird wohl oder übel hier Aufgaben übernehmen müssen, zu denen sie bisher anscheinend keine Lust hatte. Das Industriedepartement tut gewiß, was in seinen Kräften steht, aber diese Kräfte können nicht groß sein, schon mit Rücksicht auf das lächerliche Budget. Es wird nötig sein, dem Industriedepartement wenigstens die Möglichkeit zu geben, einen wirklich verläßlichen Informationsdienst einzurichten, wobei Information von Pr»- paganda streng geschieden werden muß. Ein Industrieller, der anfragt, muß eine sachgemäße und richtige, nicht etwa eine ״zionistische“ Auskunft bekommen. Eine besonders wichtige Funktion der Zionistischen Organisation ist die Einwirkung auf die Regierung. Wenn die Forderung nach Schutzzöllen von Jabotinsky kommt, braucht sie deswegen nicht falsch zu sein. Eigentlieh handelt es sich gar nicht um einen Schutzzoll, sondern um ״Erziehungszölle“ im Sinne der Listschen Theorie, besser gesagt um ein Safeguarding of Industries, das der Freihändler Churchill mit seiner Ueberzeugung für vereinbar hält. Wenn die englische Industrie geschützt werden muß, um wieviel mehr die palästinensische! Es handelt sich übrigens nicht nur um Zölle, sondern zum Teil um internationale Verträge, die Palästina bisher fast ganz fehlen, und um Verhandlungen mitfLondon. Ich will diese Forderungen an einem kleinen, leider überholten Beispiel aus der palästinensischen Seidenindustrie illustrieren: 1. Beseitigung des geradezu unerträglichen Einfuhrzolls von 15°/0 auf Rohmaterialien, resp. zum mindesten Rückvergütung des Zolles (drawback) bei der Ausfuhr. 2. Erhöhung des Einfuhrzolles• auf seidene Gewebe auf ein Drittel vom Werte, wie es in England ist. 3. Beseitigung des bestehenden Ausfuhrzolles von 1 °/0. 4. Bewilligung des passiven Veredlungsverkehres mit der Schweiz zwecks Ausrüstung gewisser Gewebe (Crepe de Chine), d. h. daß man die rohen Crepes ohne Ausfuhrzoll in die Schweiz schicken und dieselben ausgerüstet ohne Einfuhrzoll wieder einführen darf. 5. Bewilligung des aktiven Veredlungsverkehrs mit Aegypten, d. h. Seidengewebe zollfrei zum Färben aus Aegypten nach Palästina schicken und sie zollfrei wieder retoursenden m dürfen* ö. Einbeziehung Palästinas in den Kreis der britischen Kolonien insofern, als es an den englischen Vorzugszöllen Anteil haben soll. Seidengewebe, die aus britischen Kolonien und Dominions kommen, genießen nämlich eine ganz bedeutende Zollreduktion; das gilt aber nicht für palästinensische Waren, so daß eine Konkurrenz unmöglich wird. Mao sieht also, daß es sich hier um eine ganze Reihe von Forderungen handelt, und zwar haben alle Industrien mutatis mutandis ähnliche. Der palästinensische Beamte, der vielleicht nicht einmal schlechten Willen hat, steht dem ganz hilflos gegenüber, denn er hat doch von Industrie keine Ahnung und es mag ihm das als eine Schikane Vorkommen, oder er ist an der ganzen Sache nicht so interessiert und verschleppt die Sache auf dem Amtswege ad calendas Graecas. Hier ist cs Aufgabe der Organisation, den Hebel in London anzusetzen, wo man weiß, was Industrie ist und jede Forderung energisch zu vertreten oder zum mindesten die Atmosphäre zu schaffen, die der Erfüllung unserer Forderungen günstig ist. Es gibt ja noch andere, auch nicht unwichtige Dinge in diesem Zusammenhänge, 7. B. die Zustände bei den palästinensischen Zollämtern überhaupt, die untere Beamtenschaft, Bahnfrachten usw, doch davon spricht man lieber nicht. Eine türkische Erbschaff kann man eben nicht von heute auf morgen loswerden. Neben solchen informatorischen und politischen Leistungen ward die Zionistische Organisation auch nicht ohne finanzielle davonkommen können. Man spricht schon lauge von einer Industriebank, doch dürfte sie wenn überhaupt, nur in kleinem Maßstabe gegründet werden. Es ist aber klar, daß ein solches Institut, wenn es überhaupt wirksam werden soll, über ansehnliche Kapitalien verfügen muß. Es wird nicht immer möglich sein, kurzfristige Kredite zu geben, auch die Industrie braucht langfristige Kredite. Es gibt noch andere Aufgaben der Zionistischen Organisation bei der Industrieförderung, und die Forderangen der Industriellen sind bekannt. Demgegenüber hört man oft den Einwand, daß unsere Industrie ״künstlieh“ sei. Auch andere Länder haben künstliche Industrien geschaffen, die sich heute ganz gut erhalten und schließlich ist das ganze Problem der Masseneinvvanderung in ein so kleines Land wie Palästina etwas Künstliches, und wenn wir eine Einwanderung haben wollen, ist eine Industrie nötig. Es geht dabei nicht an, das gesamte Opfer von den Einzelnen zu verlangen, denn eine Industriegründung verlangt ungeheuer viel. Sie verlangt die Einsetzung der ganzen Persönlichkeit und des Vermögens dazu. Das ist nicht Sache eines jeden. Es mag einer ein sehr guter Zionist sein und lieber einen größeren Betrag sp-r:tii'ii und Ruhe haben, statt selbst nach Palästina zu gehen und hier etwas zu gründen. WCfrtUiibfer crastlich arbeiten wül, dann ist es offenbar Pflicht der Organisation, ihm soweit es möglich ist zu helfen. Die Lage 4er Jade■ ia der Ukraiae Paris, 5. Februar. (J. T. A.) Aus Anlaß der Au- Wesenheit des Kiewer Rabbiners Silverstein in Paris wurde unter dem Vorsitz des Großrabbiners von Frankreich Israel Levi eine Beratung abgchalten, welcher der Präsident der Alliance Israelite Sylvain Levi, die Pariser Mitglieder des Konsistoriums der Alliance Israelite, Vertreter der Jewish Colonisation Association (JCA), sowie prominente Mitglieder der russisch-jüdischen Kolonie in Paris beiwohnten. Rabbi Silverstein schilderte das inner jüdische leben in der Ukraine und erklärte im Gegensatz zu der allgemein herrschenden Ansicht, daß die praktische Religionsübung in Sowjetrußland nicht behindert, ja, daß die Behörden sogar die Existenz der religiösen Gemeinden anerkennen. Unmöglich ist jedoch eine jüdische religiöse Erziehung, da ein Gesetz besteht, wonach es verboten sei, Schüler unter 18 Jahren in der Religion zu unterweisen. Dabei ist zu bedenken, daß gegenüber den moslemitischetn T artaren dieses Gesetz nicht in Anwendung kommt. Im Verlaufe dieser Ausführungen kam Rabbi Silverstein auch auf das jüdische Kolonisationswerk in Rußland zu sprechen und führte ungefähr aus: Mögen gegen diese Bewegung welche Einwendungen immer erhoben werden, niemand aber kann die Verantwortung auf sich nehmen, gegen diese Bcwegung aufzutreten, die einen selbstgewollten Versuch vieler Tausender Menschen darstellt, dem Hungertode zu entrinnen. Nötig ist nur, daß die ״Oaet“ (unparteiische Gesellschaft für jüdische Kolonisation) immer mehr Personen, die nicht politisch geeicht sind, zur ,Arbeit heranzieht. Denn eine unparteiische Leitung der Bewegung ist am besten «T:e״'׳net, das Vertrauen der Außenwelt zu gewinnen. ״Der Mont der Zionistischen Organisation“ Druckfehlerberichtigung. In dem Aufruf der Executive in Nr. 10 unseres Blattes, ist ein s i ti n s t ö r e n d e r Druckfehler unterlaufen, ferner fehlt e:11 Satz, der zum Verständnis des folgenden Tex es dringend notwendig ist. Wir geben daher den Passus noch einmal im vollen Wortlaut wieder: . Und nur dann wird sich die Zionistische Organisation in ihrer wirtschaftlichen Aufgabe bewähren, wenn sie gleichzeitig die Verkünderin einer idealistischen Propaganda, die Vertreterin des nationalsittlich en (nicht ״nationalistischen“ — A. d. R.) Erneuenuigsgedankens, die Repräsentantin der nationalkulturellen Idee bleibt, die sie gewesen ist. Zionisten! Es ist an der Zeit, daß sich die Organisation auf sich selbst und auf die Quellen ihrer Kraft besinnt. Wir dürfen nicht in selbstvergessener Hingebung an die dringendsten Aufgaben des Augenblicks vom Kapital der Ideen und der Begeisterung zehren, das sich in der Zeit der Vorbereitung und der reinen Verkündung der Idee aufgespeichert hatte. Gewiß müssen wi r für unsere Fonds sorgen und wirken! Aber es ist an der Zeit, daß auch der Fonds der Herzen und der Geister erneuert wird!“ In clogeweihten Kreisen nimmt man als sehr wahrscheinlieh an, daß der unparteiische Abg. Weinziehcr Präsident des jüdischen Kinos werden wird* Ein Projekt vorstädtischer Arbeitersiedlung Die Korrespondenz des Keren Kajcineth-Hauptbüros, Jeru salem (P. €.), teilt mit: Das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds hat beschlossen, 5000 bis 5500 Dtinam seines Bodens in Dschidro (in der Bucht von Haifa) für eine vorstädtisciie Arbeitersiedlung zur Verfügung zu stellen, in der '1200 Familien angesiedeit werden sollen. Die neue Siedlung wird vorstädtischen Charakter haben und den ersten Schritt darstelien zur Ausnutzung des Dschidro- Bodens, wo man in Verbindung mit dem Haifaer Hafen eine große Entwicklung erwarten kann. Ausgedehnte Amcliorationsarbeiten werden vorgenommen werden, um den ganzen Besitz, der eine weitgehende Drainage erfordert, zu verbessern. Gewisse Zonen werden für landwirtschaftliche Zwecke bestimmt und bewässert werden, um eine intensive Gartenwirtschaft zu ermöglichen, ebenso wird für eine Gruppe weiblicher Landarbeiter Boden bereitgestellt werden. Die Kosten der Ameliorationsarbeitcn wird zur Hälfte die Arbeiter- Organisation tragen, ein Viertel wird der Keren Kajemeth übernehmen unter der Bedingung, daß der Keren Ilajessod den Restbetrag deckt. Die mit diesem neuen Unternehmen in Zusammenhang stehenden Artreiten werden die Schwierigkeiten der augenblicklichen Arbeitslosigkeit erleichtern helfen. Der Vorort selbst wird erheblich zur Lösung des ständig wichtiger werdenden Wohnungs- Problems für die anwachsende städtische Arbeiterbevölkerung beitragen. (Bekanntlich kämpft die jüdische Arbeiterschaft seit Jahren für das Projekt, den ״Schchunath owdim“, der vorstädtischen Arbeitersiedlung, die die Lebensbedingungen des städtischen Arbeiters verbessern und ihn zu einem stabilen Element machen soll, wodurch auch sozialen Gefahren vorgebeugt wird. Der Kongreß hat hierfür 20000 C bewilligt, die jedoch niemals ausgezahlt werden konnten, infolge der zu geringen Einnahmen des Keren Hajessod. Auch durch den oben gemeldeten Beschluß ist das Projekt noch keineswegs ausgeführt, vielmehr wird es noch erhebliche Mittel erfordern, die u. E. der Keren Hajessod beistellen muß, da es sich hier um eine der wichtigsten kolonisatorischen Aktionen handelt. — Red. ״J. R“) Der Waad Lenmi bei Symes Vor einigen Tagen wurden die Mitglieder des jüdischen Nationalrates für Palästina (Waad Lcumi) David Yellin, Dr. J. Thon und J. Haft vom Generalsekretär der Palästinaregierung, Co!. Sy rn es , empfangen, mit dem sie die aktuellen politischen Fragen besprachen. Bezüglich des Gemeindegesetzes gab Col. Symes bekannt, daß der Erlaß des Staats- Sekretärs für die Kolonien in London, mit welchem der Oberkommissär bevollmächtigt wird, die die einzelnen Gemeinschäften betreffenden Gesetze zu sanktionieren, soeben herabgelangt sei und in den nächsten Tagen amtlich verlautbart werden wird. Es ist daher zu hoffen, daß binnen kurzem auf Grund dieses Erlasses das Gesetz über die jüdisehen Gemeinden in Erez-Israel im Sinne der wegen verschiedener Aenderungen mit der Regierung gepflogenen Verhandlungen veröffentlicht werden wird. Symes kam auch wieder auf die Schulfrage und den Anteil der Regierung an der Deckung des Budgets der jüdisehen Schulen zu sprechen. He Delegation empfing dabei den Eindruck, daß auch diese Angelegenheit, wenn auch nicht in den nächsten Tagen, so doch bald einer Regelung zugeführt werden wird, da die Regierung tatsächlich den Willen hat, zu den Ausgaben der jüdischen Schulen fn größerem Maße beizutragen. Bedeutsam war die Aussprache über die allgemeine wirtschaftliche Situation ini Lande und besonders in Tel-Awiw. Die Mitglieder der Abordnung unterrichteten den Generalsekretär über den Plan, in der nächsten Zeit eine Enquete über diese Frage einzuberufen. Dieser Wirtschaftsrat hatte schon früher zusammentreten sollen, doch mußte die Durchführung der Aktion wegen der vorgenommenen Wahlen in den jüdischen Nationalrat verschoben werden. Es wurde im Laufe der Aussprache von allen Seiten hervorgehoben, daß das Wichtigste in solchen Fällen sei, sich vor Uebertrcibungen zu hüten, und daß die kompetenten Faktoren nicht aus dem Gleichgewicht fallen. €0!. Symes führte das Beispiel der wirtschaftlichen Krise in Aegypten im Jahre 1907 au. Auch damals habe die Angstpsychose viel mehr zur Steigerung der Krise beigetragen als die wirklichen wirtschaftlichen Ursachen. Die Mitglieder der Abordnung erklärten, daß der neue Waad Leumi sich mit dieser Frage eingehend und gründlxh befassen und dann mit der Regierung die erforderlichen Verhandlungen pflegen werde. Die britische Garnison ia Palästina Jerusalem, 7. Februar. (J.T. A.) Die PaL TeL-Ag. erfährt, daß die britische Gendarmerie in Palästina, die bis jetzt die britische Besatzung darstellte und von der britischen Armee und den britischen Luftstreitkräften eqttipiert worden war, in kürzester Zeit einer durchgreifenden Reorganisation, bzw. Verminderung unterzogen werden wird. Die gegenwärtig aus 750 Offizieren und Mannschaften bestehende Gendarmerie wird auf 200 reduziert, dieser Rest dann mit der lokalen Gendarmerie zu einer Einheit zusammengeschmolzen werden. Die bisher der britischen Militärmacht unterstellte Gendarmerie wird in Zukunft bloß eine britische Sektion des lokalen Sicherheitsdienstes sein. Wes wird das Ende der britischen Garnison in Palästina, die vom britischen Finanzwesen unterhalten wurde, bedeuten. Bariassfiia beim Papst Rom, 3. Februar. (J. T. A.) Der lateinische Patriarch in Jerusalem, M o n 5 i g n o r e B a r 1 a s s i n a , wurde dieser Tage vom Papst in besonderer Audienz empfangen. Wie ״Tribüne“ mitteilt, wurden während der Audienz in ausführlichcr Weise die Angelegenheiten des lateinischen Patriarchats, sowie die allgemeine Lage in Palästina besprochen. (Wir hoffen, daß der Papst auch seine Meinung darüber f. . , . ־׳׳־־’ * ׳ '• - , ״ ,, Tagung des zionistischen Oberrales Polens Warschau, 10. Februar. (J. T. A.) Die Tagung des Oberrates der Zionistischen Organisation Polens, der angesichts der innerjüdischen politischen Krise mit großer Spannung entgegengesehen wurae, hat gestern abend begonnen. Heute wurde die Krise im Klub der jüdischen Deputierten und Senatoren erörtert. Die Demission des Abg. Dr. Leon Reich als Präsident des Jüdischen Klubs wurde gebilligt. H I ׳! i.. i'Pi 31 I CN i\i!1 In