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Jüdische Rundschau · 1926-02-12 · Heft 12 (12.2.1926) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 12 (12.2.1926)
Date
1926-02-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Sette 80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr!2 Nr. 1; Der Zustand In Syrien Von Joseph Friedfeld. Jerusalem, 2. Februar 1926. Die Kriegsoperationen in Syriai haben an Stärke nachgelassen, aber der Friede scheint noch weit von seiner Verwirklichung. Der neue Flochkommissär De Jouvenel kam nach Syrien mit der Absicht, einen möglichst schnellen Frieden zu schließen, freilich ohne etwas von den tatsächlichen Mandatsrechten Frankreichs in Syrien preiszugeben. Die Absicht eines Friedensschlusses konnte er nicht verwirklichen, da von vornherein seine Handlungen und Worte nicht danach angetan waren, das Vertrauen der Aufständischen in seine Aufrichtigkeit zu gewinnen. Es ist ungewiß, was der Frühling bringen wird. Die Truppen der Aufständischen halten noch immer den größten Teil des eigentlichen Syriens besetzt und bedrohen von Zeit zu Zeit seihst die nächste Umgebung der großen Städte wie Damaskus und Aleppo. Der Aufforderung De Jouvenels nach Ablieferung der Waffen und Unterwerfung ist niemand nachgekommen. Die Drusen selbst konnten nicht einmal auf dem südlichen Libanon and von der Nordgrenze Palästinas endgültig vertrieben werden, und itn Dschebel Hauran befestigen sie unterdessen ihre Stellung und bereiten unter Anleitung und Führung höherer Offiziere aus der chemaligen türkischen Armee sich zu neuen Kämpfen vor. Unzweifelhaft aber ist bei einem Teile zumindesten der städtischen Bevölkerung eine gewisse Kriegsmüdigkeit zu bemerken. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind katastrophal, große Flächen des Landes sind nicht in Anbau genommen worden, der ganze Handel und Verkehr ins Stocken geraten. Die Kriegsmüdigkeit bedeutet aber nicht den Willen zur Unterwerfung. Durch die langen Kriegsrnonate und durch das Vorgehen der französischen Besatzungsarmee ist die Erbltterung gestiegen, und ein Friedensschluß, der den Aufständischen gewisse, wenn auch nicht sehr wesentliche Kon- Zessionen bringen wird, bedeutet nur einen Waffenstillstand bis zu der nächsten Gelegenheit, da die Syrer hoffen können, ihre nationalen Aspirationen der Verwirklichung näher zu bringen. Der erste Versuch der Franzosen, in Damaskus Minner zu finden, die bereit gewesen wären, die Regierung in diesem Lande unter französischer Leitung zu übernehmen, scheiterte daran, daß die Damascener Führer unter Scheich Tadsch ud Din Forderungen aufstellten, die einer wirklichen Autonomie Syriens gleichkamen und daher für die Franzosen unannehmbar waren. Die Franzosen setzen aber ihre Vcrsuche, willigere Minister zu finden, fort. Immer wieder wird gemeldet, daß sie in diesen Bemühungen bereits vor einem Erfolge stehen. An und für sich wäre dies leicht möglich. Die Aufständischen wissen zwar, daß die Zeit ein Verbündeter auf Ihrer Seite ist und daß der immer länger sich hinziehende Krieg das Prestige Frankreichs immer weiter schmälert Andererseits aber erkennen die gemäßigteren und einsichtigeren unter , ihren Führern, daß bei der gegenwärtigen politischen Lage außerhalb des Landes die Syrer für die Gegenwart sich mit einem französischen Mandat abfinden müssen. Zu Beginn des Aufstandes hatten die Drusen auf englische Unterstützung gerechnet und offen ein englisches Mandat verlangt. Unzweifelhaft würde auch die übrige syrische Bevölkerung t»1g}isÄ«p Mppdate, leister abfindgij al? mit e&an. ar Kfrig-Crane-Kommission erklärt hat Durch ein englisches Mandat werden die drei Gebiete Mesopotamiens Syriens und Palästinas unter einer einheitlichen Leitung stehen, und das englische Mandatssystem lastet viel weniger schwer auf der Bevölkerung als die französische Kolonialverwaltung. Aber bei der innigen Verflechtung der Interessen der europäischen Kolonialmächte den orientalischen Völkern gegenüber ist an einen englisch-französischen Gegensatz im Nahen Osten, der vor wenigen Jahren noch bestanden hat, der aber heute nur noch von Erinnerungen einiger Offiziere auf beiden Seiten, die nicht so schnell umlernen können, und von Sensationsuachrichten der Presse lebt, nicht zu denken. Und im Hinter• gründe erwacht Italien mit seiner stets wachsenden Bevölkerung, der der Weg nach Nordamerika versperrt ist und die nach neuen Kolonisationsländern sucht, mit der Bedürfnis- Iosigkeit seiner Auswanderer und ihrer Anpassungsfähigkeit an mittelmeerländische Verhältnisse auch außerhalb des Mutterlandes, und mit der Sehnsucht Mussolinis nach Schaffung eines neuen römischen Imperiums zumindestens im östl chen Mittelmeerbecken. Es ist kein Zweifel, daß ein unabhängiges Syrien nach wenigen Monaten eine Beute Italiens würde, dessen Kolonisationsmethoden noch bedeutend drückender sind als selbst die Frankreichs. So trägt die Lage ln Syrien noch alle Kennzeichen der Unsicherheit und einer Periode des Wartens an sich. Eine wirkliche Beruhigung ist nirgend eingetreten, nicht einmal im Libanon. Die Mohammedaner dieses Gebietes heben wiederholt in der letzten Zeit erklärt, daß sie auf der Vereinigung des Libanons mit einem einheitlichen Groß-Syrien bestehen. Der Conseil Representatlf, der in keiner Weise die Bevölkerung, auch nicht die christliche, repräsentiert, sondern eine Schaffung des französischen Gouverneurs ist, soll die Verfassung für den Libanon ausarbeiten. Fortschritte scheint er darin wenig zu machen. Sämtliche große Berufs- Organisationen des Libanon, voran die Advokaten, haben er* klärt, daß sie zu dem Conseil Representatif kein Zutrauen haben und die Vertreter der großen Standeskorporationen haben sich zusammengeschlossen, um selbst ein Projekt der Verfassung auszuarbeiten. Unzweifelhaft wird auch dieses zu Reibungen mit der französischen Mandatarniacht führen. Wohl ist ein Teil, bei weitem nicht alle, der libanesischen Christen Frankreich wohlgesinnt, aber die wünschen eine möglichst weitgehende Unabhängigkeit und eine möglichst geringe Einmischung der Franzosen in ihre inneren VerhältnLsse und glauben gerade durch Ihr Christentum und ihre wesüiche Bildung ein Recht auf diese Unabhängigkeit zu haben, während Frankreich gerade im Libanon ein günstiges Feld für seine wirtschaftliche Kolonisation sieht Zum Schutze des Libanon gegen Einfälle der Drusen und Syrer hat die französische Regierung die Aufstellung einer freiwiüigen, leichten Infanterie der Libanesen verfügt, es meldeten sich im ganzen dreihundert Mann, sämtlich Albanier, erwerbslose Flüchtlinge aus dem türkischen Gebiete. Der Libanon selbst aber ist von kriegerischen Unruhen frei. Dagegen gehen die Kämpfe in Syrien fort. Dort haben unter sehr unregelmäßigen Verhältnissen die Wahlen in die Verfassunggebende Nationalversammlung stattgefunden. Die großen Städte freilich, wie Damaskus und Homa, haben an den Wahlen überhaupt nicht tälgenonunen. ln den anderen Gegenden gingen nur unter größten Schwierigkeiten vor sich und wurden von großen Teilen der Bevölkerung vollständig boykottiert. Der Versuch, den De Jouvenel unternotnmen hat, die Hauptstadt Syriens von Damaskus nach Aleppo zu verlegen, ist gescheitert. Gerade ln Aleppo haben in der letzten Zeit blutige Unruhen gegen die Wahlen und gegen die französische Herrschaft stattgefunden. Im südlichen Libanon, der an Palästina angrenzt, ist derzeit verhältnismäßige Ruhe eingetreten. Aber die Rückkehr des Führers der Drusen, Zeid el Atrasch, nach Mecbchd Scheins beweist, daß die Drusen daran denken, ihre Tätigkeit dort wieder aufzunehmen. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Syrer den Hügel bei Medschel Schein, wo der palästinensische Offizier Fuad Salirn, der auf Seite der Drusen gegen die Franzosen gelochten hat, gefallen ist, Tel Fuad genannt haben. Bekanntlich ist die Erinncrungsfeier, die die palästinensischen Araber für Fuad Salim Ende Januar in Jerusalem veranstalten wollten, von der palästinensischen Regierung verboten worden. Die Drusen, die im südlichen Libanon kämpfen, haben aucli an die christlichen Bewohner des Landes eine Reihe von Proklamationen erlassen, worin sie betonen, daß ihr Kampf keinen religiösen Charakter trage, sondern ein nationaler Unabhängigkeitskampf sei. So hat Mithab Bey el Atrasch eine Proklamation an die christlichen Notabein des Gebietes erlassen, wo er ihnen rät, ruhig zu sein und nicht für Leben und Gut zii fürchten. Die Drusen hätten alles geraubte Gut wieder erstattet und alle Angriffe auf Christen verboten. Sie ersuchen, die Christen daran zu hindern, auf die Drusen zu feuern oder den Franzosen Vorschub zu leisten, weil in diesem Falle die Drusen zu Repressalien genötigt wären. Ihr Kampf sei ein nationaler und kein religiöser. Sic kämpften auch nicht gegen das französische Volk und den französischen Liberalismus, sondern gegen den französischen Imperialismus. Auch die in Hasbaja erlangte Beute werde aufbewahrt, um dann seinerzeit den Besitzern rückerstattet zu werden. Soltte bis zum Frühling keine Verständigung erzielt worden sein, so drohen die Franzosen, dem Kriege ein Ende zu bereiten, indem sie den größten Teil der Truppen gegen den Hauran senden, die Hauptkraft der Drusen dort vernichten und so den 111 Syrien selbst Krieg führenden Guerillabanden ihren wichtigsten Stützpunkt entziehen. Es Ist freilich fraglich, ob dies den Franzosen leicht fallen wird. Sie haben bisher in acht Monaten des Aufstandes nicht Herr werden können. Trotz der schärfsten Maßnahmen und ungeachtet aller Vcrsprechungen konnte Jouvenel es nicht erzwingen, daß die Aufständischen ihre Waffen am 8. Januar abgeliefert hätten. Ein aufrichtiges Entgegenkommen seinerseits hätte wohl einen Frieden bringen können, der für beide Teile vorteilhaft gewesen wäre, wenn er auch für Frankreich in Syrien den Verzicht auf jene Kolonisationsmethoden bedeutet hätte, die es in Afrika anzuwenden gewohnt ist. So wird im besten Falle ein baldiger Waffenstillstand das Ende sein, der hei beiden Teilen bittere Gefühle zurücklassen und nur eine Ruhepause vor dem nächsten Ausbrach von Feind- Seligkeiten bedeuten wird. Die üouiereuz <ier kudwüUcüaltiiclten Arbeiter (Von tmserm zur Konferenz entsandten palästinensischen Korrespondenten.) A, G. Haifa, den 3. Februar 1926. Wir sind am Ende des Gerten Verhandlungstages der Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiter. Auf diese Konferenz, die ungefähr drei Jahre von der vorhergehenden trennen, wartet man im Lande bereits länger als ein halbes Jahr. Zuerst mußte sie dem Kongreß, dann der Assefath Haniwcharim weichen, bis sie endlich zustande kam, und vermutlieh werden ihre sehr langen und anstrengenden Verhand- Jungen die Arbeiterschaft zwingen, die Konferenz der allgemeinen Arbeiterorganisation, die auch fällig ist, hinaus»* schieben. Obwohl die Konferenz in der Stadt Zusammentritt, hat man kaum die Empfindung, innerhalb des gewohnten städtisehen Lebens zu sein. Die Konzentration von Landarbeitern aus aßen Gegenden des Land« im Emigrantenheim am Ende der Vorstadt Bat-Galim trägt einen spezifischen Charakter: Man fühlt sich ungefähr wie in einer großen Kwuzah. Die Delegierten sind zum großen Teil in den Schlafsälen und Zelten untergebracht, in denen sonst die Immigranten herbergen, man ißt in der Küche, die man für die Konferenz eingerichtet hat, man bekommt, wenn nun nicht durchaus will oder muß, die Stadt überhaupt nicht zu sehen. Im Laufe der drei Jahre hat sich ein umfangreiches Material zur Erledigung angehäuft. Die Zeit zwischen den zwei Konferenzen hat die Organisation der Landarbeiter stark beeinflußt, ihr neue Elemente zugeführt. Sie hat vor aßen Dingen neue Bedingungen geschaffen, die eine andersgeartete Arbeit, andersgeartete Anschauungen mit sich bringen. Und diese neue ״Richtung", wenn man so sagen darf, zu be- 3tätigen, ihr Ausdruck und Aktionsmöglichkeit zu geben, mußte eine der Aufgaben der Konferenz sein. Die Geschichte der landwirtschaftlichen Kolonisation in Palästina, eines der menschlich und ökonomisch gleich int eressanten Kapitel einer Volksbewegung, hat einen Typus hervorgebracht, der gewohnt ist, sich nie mit dem abzufinden, was ist Die Entwicklung von der ersten kleinen Gruppe in Um-Djuni bis zur Besetzung Qbergaliläas und der Ebene Jesreel ist eine einzige Kette von Kämpfen gegen unüberwindüch scheinende Umstände innen und außen, begleitet von einander folgenden Siegen und Niederlagen. Der Menschenschlag, der dabei erwuchs und unter dessen Schatten und Einfluß der Hechaluz im Auslande und die Olim im Lande!«ran wuchsen, war gewohnt, alles, was er sich zum Ziel setzte, nur unter übermenschlichen Anstrengungen und oft Übermenschliebsten Lebensbedingungen, allen ökonomischen U eberlegen• beiten und Berechnungen zum Trotz, ohne genügende Hilfe von außen, zu erreichen. Und die Resultate, die man erhielt, schienen aller Opfer, aller Fieberkranken und Schwachen, alles Hungers und aller finanziellen Sorgen wert Es ist kein Wunder, daß diese Arbeits- und Lebensart, die man die ,,heroische״ nennen kann, den Menschen, die ihr folgten, trotz aller Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten, die sie mit sich brachte, als der einzig mögliche Weg erscheinen mußte. Es galt nur eines: vorwärtskommen; wie, unter welchen Opfern, was hinter ihnen blieb, mußte gleichgültig sein. Und es scheint auch heute sicher, daß so manche Arbeit im Lande trotz der Entwicklung Palästinas und der Zionistisehen Organisation, noch lange Zeit «ine ihr« Hauptstütze:: in diesem Geiste, dieser Bereitschaft sehen muß. Weder die Erschließung neuer Landstriche, noch die Durchdringung de; Pflanzungskolonie mit jüdischer Arbeit, noch die Eroberung neuer Arbeitszweige in der Stadt wird ohne die Stimmung?■! erreichen sein. Es heißt aber jetzt, wo der Jischuw und die Arbeiterschaf: gewachsen sind, wo wir auf Jahrzehnte von Experimenten all! ־ Art zurückblicken können, wo unsere Zahl und die Vc; antwortung gestiegen ist, versuchen, der Kokmisationstätigkc:׳ noch andere Grundlagen zu geben. Und Jahre hindurch geht in Palästina der Kampf um das System, oder, wie manch! sagen, gegen den Mangel eines Systems. Heroisch!: und ökonomische Kolonisation stehen ein an der gegenüber. Man entsinnt sich noch der schweren Debatten, die die ״Konsolidierungspolitik" hervorrief, als im Inte,! esse der Basierung des Bestehenden von der Schaffung neuer Kolonisationspunkte abgesehen werden mußte. Im Laufe de; letzten zwei Jahre hat sich viel« in den Meinungen geklärt und abgeklärt Audi die schärfsten Anhänger des ״heroischen Systems“ können sich nicht mehr der Notwendigkeit und der Möglichkeit verschließen, in die landwirtschaftliche Kolonisation mehr ״System“ hineinzubringen, d. 11. das rein w i r t schaftliche Moment stärker herauszuarbeiten, die Felder und Erfahrungen der Vergangenheit zu verwerten, di!־ Kluft von Möglichkeiten und Notwendigkeiten so weit als irgend möglich zu verkleinern. Die Lage der Betriebe, die große Zahl der auf Ansiedlung Wartenden und die relativ kleinen Mittel, die ihnen gegenübcrstchcn, die Notwendigkeit, diese bc schränkten Mittel bis aufs letzte wirtschaftlich auszunutzei), zwingen gleicherweise zu einer Vervollständigung der ״,heroi sehen“ Methode durch die ״ökonomische“. Die Landwirtschaft־ liehe Konferenz hat zusammen mit einer umfassenden Klärung über die Lage der nationalen Betriebe auch die hier skizzierte Frage im Laufe zweier Tage nochmals auf gerollt und zu sammengefaßt Noch liegen keine Beschlüsse vor, aber es ist wahrscheinlich, daß die ״ökonomische“ Richtung ihr Gewicht in der kommenden Arbeit der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft bedeutend stärker behaupten wird als bisher. * Die .starke und besondere. Entwicklung der Organisation der Landarbeiter prägt sich auf dieser Konferenz in der Tatsache aus, daß ein beträchtlicher Teil der Delegierten nicht aus den Betrieben kommt, sondern die Lohnarbeiter in den Kolonien vertritt. Zwei Jahre angestrengter Aktion zur Erreichung des alten Ziels, der ״Eroberung der Arbeit“, haben ihre Früchte getragen. Tausende von Lohnarbeitern, waren auf der Konferenz vertreten. Wie stark die Frage der Erschließung der Kolonien für die jüdische Arbeit wieder das allgemeine Interesse in Anspruch nimmt, ersieht man daraus, daß sich die Konferetss volle zwei Tage mit dem Problem beschäftigte. Es ist uamöglieb, die Debatten auch nur skizzenhaft zusainmeazufaasen, ebenso wie wir auf dem Gebiete der Kolonisationsarbeit uns mit Andeutungen begnügten, um so mehr, als im Laufe de• letzten Jahres öfters Gelegenheit war, die Probleme an dieser Stelle darzulegea. Das Problem der Erschließung der jüdischen Arbeit» mit ,(tan.ikb4,׳m5 .pÄtmensiache,ArtaiterscbfliLseit ־warnteJahre« der 'letzten ״Periode»*Äe mit‘*d<Hi''1fäbailroiieenJ begaah, jetzt Erfolg gebracht, das Problem bisher zwar nicht gelöst» es jedoch auf eine breitere Basis gestellt, und bestimmte Linien der Entwicklung befestigt. Die Exekutive hat versucht, den Bemühungen der Arbeiterschaft zu Hilfe zu kommen, immer beschränkt, wie auf allen Gebieten, durch die Finanznöte.. Die Arbeiterschaft hat durch Organisierung großer ,Arbeitergruppen, durch Kooperation, durch Anleitung der neuen Einwanderer, die in der Mehrheit die Reserve der Kolonien bilden, durch erprobte alte Landwirte, die läge zu erleichtern, neue Positionen zu erobern gesucht. Im Augenblicke, wo es gelungen ist, Tausende in den Kolonien zu konzentrieren und wo es gilt, die gewonnenen Stellungen auszubauen und zu erweitern, versucht man auf diesem Gebiete, mit größeren und sichereren Mitteln zu arbeiten. Die Arbeit in den Kolonien ist sowohl der Schlüssel für die Ein- Wanderung wie für die Kolonisation. Hier wird ein großer Teil der Immigranten mit Arbeit versorgt, an die landwirtschaftliche Arbeit und an die besonderen Formen des sozialen Lebens im Lande gewöhnt und dadurch zur An- Siedlung vorbereitet. So erhält dieses Gebiet Bedeutung im wirtschaftlichen und sozialen Sinne. Die Zentrale der Landarbeiterorganisatkm (Merlcas Chaklai) steht im Begriffe, ein besonderes Departement einzurichten, das sich in breiterem Maßstab' und mit größeren, besser fundierten Mitteln als bisher mit der Arbeit in den Kolonien beschäftigen soll. Wenn wir den ersten Teil der Konferenz übersehen, so bedeutet sie eine Zusammenfassung alles dessen, was uns die letzten Jahre in den Fragen der nationalen Kolonisation und der Arbeit in den Kolonien gebracht haben. Das Auffallende, Beschämende und Betrübende unter dem vielen Erfreulichen ist und bleibt der Abgrand zwischen Notwendigkeiten und Möglichkeiten. Auf der einen Seite viele und gute Pläne, viele und gute Kräfte, viele und gute Ansiedlungskandidaten, auf der anderen Seite Mangel an Geld. Hier liegt unsere Schwäche. Der zweite Teil der Konferenz wird die Vorschläge bezüg• lieh neuer organisatorischer Formen für die Arbeit der Landarbeiterschaft zu beraten haben. Die Konstituierung der Gesellschaft ״Nir“, der juridischen Form der Landarbeiterorganisation, die auf der vorigen Konferenz beschlossen wurde und jetzt verwirklicht weiden soll, bedeutet eine Umgestaltung, die tief in das Leben der Betriebe eingreifen kann. Mit der Schaffung vor’ ״Nir“ bekommt die Landarbeiter- Schaft einen gesetzlichen Rahmen, bildet sich gesetzliche Rechte und Verpflichtungen, vor allem auch in sozialer Hinsicht. Wie diese Pflichten und Rechte begrenzt werden sollen, inwieweit sie zu einer Ausgleichung des Besitzes führen, wie weit sich die bestehenden Formen der Betriebe berücksichtigen, wird die Konferenz zu beschließen haben. Sie wird daher zur Tribüne der verschiedenen, zum Teil widerstreitenden sozialen Anschaumigen werden, die innerhalb der Arbeiterschaft herrschen. Nicht ohne Grund betrachtet man im Lande den zweiten Teil der Konferenz als den wichtigeren. Die Arbeiterschaft steht im Begriffe, ihren bestehenden Institutionen eine neue hinzuzufügen, die um so bedeutender ist, als ihr Aktionsgebiet unmittelbar in der landwirtschaftlichen Kolonisation liegt. Erst nach Schluß der Konferenz wird man darüber eia Urteil abgeben können, welcher Wert und welche Stellung■ der neuen Organisation. ׳׳׳׳- kommt Vc Als cs nicht Aufschw Landwir wirtscha Die jetz Bedeufu tritt, ab« erkennci fällt und haltbar dem ge bestreite Wei sie gern zeugung kann di! und ihr! 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